Jemand hier Lehrerin mit Kind/Kindern?

Hallo,

es ist über 10 Jahre lang mein Wunsch gewesen Grundschullehrerin zu werden. Letztlich bin ich doch Sozialarbeiterin geworden und bereue meine Entscheidung etwas. Ich habe jetzt eine Tochter, die bald 1 Jahr alt wird. Es gäbe ggf. Möglichkeiten noch Lehrerin zu werden, aber es wäre nicht einfach. Was für mich damals ein großer Grund dagegen gewesen ist: Ich bin recht langsam was z.B. den Haushalt betrifft und wollte mit Kindern gerne eine Arbeit haben, bei der ich nach Hause komme und nichts mehr für den Job zu tun habe, um möglichst viel Zeit mit den Kindern verbringen zu können. Vom Job her wäre Lehrerin aber ein Traum für mich. Man kann seine Kreativität ausleben, Kinder unterrichten finde ich super schön (ich habe mal als Schulbegleitung gearbeitet und teilweise baten mich die Lehrer den Unterricht fortzuführen, weil sie mal weg mussten. Klappte sogar besser, als bei vielen Lehrern, bezüglich Ruhe in der Klasse bei gleichzeitiger Freude am Unterricht. Ich weiß also, dass ich auch das Zeug dazu hätte und das nicht alles nur rosa ist im Schulalltag 😉), ... die meisten der Tätigkeiten an sich, die ich Zuhause zu tun hätte, würden mir Freude machen. Ich hatte mir damals gedacht, wenn ich eigene Kinder möchte, werde ich nicht Lehrerin, ansonsten definitiv. Was mich nun interessiert: Wie gut schafft ihr es, Familie und Lehrerjob unter einen Hut zu kriegen? Oder wünscht ihr euch des Öfteren einen Job, bei dem ihr die Arbeit bei der Arbeit lassen könntet?

Liebe Grüße

Eine VOLLE Lehrerstelle bedeutet 22 x 45 min = 16,5 Realstunden mit fast 14 Wochen bezahltem Urlaub!

In jedem anderen Job arbeitet man VOLL 38 Realstunden mit 6 bezahlten Wochen Urlaub! Gut, der Lehrer bereitet zu seinen nicht ganz 17 Stunden noch einige Stunden vor und nach (zuhause oder sogar in Freistunden) und ist bei Elternabenden anwesend, insgesamt ist das Arbeits- Gehalts-Verhältnis aber wohl in keinem anderen Job SO gut und SO easy wie beim Lehrer.

Die Lehrer (Grundschule, Gym, Gesamtschule) die ich kenne, haben ein recht locker-leichtes Leben, vor allem mit Familie #pro!

Abgesehen davon, dass dein Beitrag völliger Unsinn ist, wenn du so neidisch bist, warum bist du dann nicht selbst Lehrer geworden?

Lustige Rechnung, die du da aufstellst😂 Da sollten doch alle Lehrer werden.

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Ich bin Lehrerin an einer Gesamtschule, die es vom Schülerklientel wirklich in sich hat.
Ich liebe meine Arbeit sehr und auch für mich war es immer mein Traumberuf.

Meistens sitze ich abends am Schreibtisch, wenn unsere Maus schläft oder arbeite in den wenigen Freistunden in der Schule.
Der Job hat so viele Vorteile, dass ich die Arbeit Zuhause gerne in Kauf nehme. Alleine die Ferienzeit ist ein großes Plus. Nicht, weil ich selbst frei habe, sondern weil ich dann meine Tochter immer betreuen kann. Mit welchen Jobs kann man später bitte 14 Wochen Ferien im Jahr abdecken?

Versuch es. Es ist leichter, als du vielleicht denkst, alles unter einen Hut zu bekommen.
Viel Erfolg!!!

Huhu, hier Grundschullehrerin mit bald zwei Kindern.
Ich arbeite allerdings nur 22 von 27 Stunden und hatte dieses Schuljahr dadurch freitags frei, was ein tolles Entgegenkommen der Schule war. Ich war jetzt Klassenlehrerin finde 4. Klasse. Durch den freien Freitag konnte ich dort viel Zeit nutzen, die ich sonst am Wochenende gebraucht hätte für Vorbereitung und Nachbereitung. Das war super. Es ist allerdings sehr von der Schule abhängig, ob Teilzeitbeschäftigung berücksichtigt wird oder nicht. Es gibt Schulen, die einen während der Freistunden dann in die Vertretung stecken. Das kann mal vorkommen, aber wenn das jede Woche passiert, hat man von seiner Teilzeitbeschäftigung natürlich gar nichts.
Dazu kommen natürlich noch Termine wie Dienstberatungen, Konferenzen und Elterntermine. Diese waren für uns jetzt schwer zu organisieren, ohne dass unsere Tochter bis 17:30 in der Kita bleiben musste.
Ansonsten kommt es auch darauf an, was für ein Typ du bist. Ich kenne viele, die wirklich sehr viel Herzblut, Zeit und Mühe in ihren Unterricht stecken und deswegen jeden Tag zu Hause zwei Stunden und länger sitzen. Ich bin der Meinung, es müssen nicht immer Zauberstunden sein und man darf ruhig auch mit Lehrbuch und Arbeitsheft arbeiten. Manche Sachen sind da wirklich gut. 😉
Und es kommt natürlich auch drauf an, ob man Klassenlehrer oder Fachlehrer ist. Bei uns geht die Grundschule bis zur 6. Klasse und gerade als Lehrer einer 1. oder 6. Klasse hat man eben viel zu tun mit Elterngesprächen, Gutachten, Zeugnissen usw. Generell empfinde ich den Elternkontakt eigentlich am anstrengendsten.
Aber wenn es dein Traumberuf ist, mach es! Der Lehrerberuf hat natürlich auch viele Vorteile. ☺️

Hey! Ich liebe meinen Job auch immer noch und bekomme demnächst mein 3. Kind. ich nehme aber schon mental einige Dinge mit nach Hause und manches kostet mich auch die ein oder andere Nacht. Ich habe bisher bei 70% Arbeitszeit jeden Tag inklusive Unterricht bis ca 15Uhr gearbeitet und nur zum Planen einer neuen Einheit oder mal zu Elternsprechtagen/ Zeugnissen am Wochenende einen Tag im Büro verbracht. Vielleicht mache ich was falsch, aber so arbeitsarm bei wahnsinns Bezahlung wie hier jemand in grau schrieb, ist es für mich nicht. Zumal man sich als Beamtin privat vom Nettogehalt versichern muss und es oft Stoßzeiten gibt, die man dann auch abdecken muss. Z.B. Zur Zeugniszeit oder wenn in verschiedenen Klassen zu Arbeiten auch Elternabende/Gespräche/Konferenzen stattfinden, bei Klassenfahrten etc. häufen sich die Aufgaben und ich arbeite oft trotz 70% Stelle 50-60h in der Woche (Klassenfaht natürlich 24/5). Dann habe ich 6 Wochen frei, in denen ich aber nichts vorbereiten kann, weil die Stundenpläne noch nicht stehen. Ist natürlich toll, aber die Zeit fehlt manchmal an anderer Stelle. Da braucht man eine gute Kinderbetreuung/ Aufteilung, wenn wie bei uns dann plötzlich eine weile beide Elternteile eine 60h Woche haben.

Ich finde den Beruf natürlich dennoch wahnsinnig familienfreundlich, aber man muss sich eben auch bewusst sein, dass der Unterricht gerade mal die Hälfte der eigentlichen Arbeit ausmacht. Der Rest muss einem auch liegen.Ich kann zum Beispiel abends nicht mehr konzentriert arbeiten. Eine volle Stelle wäre für mich daher undenkbar.
Ich würde es aber an deiner Stelle wagen.#winke

Dann erkundige Dich doch mal, ob in Eurem BL ein Quereinstieg möglich ist.
Pädagogik hast Du ja schon....

Ich habe zwei Kinder (4 und fast 6) und arbeite Vollzeit (28 Stunden) an einer Realschule.
Es ist anstrengend, kräftezehrend und ganz oft wird in einem Teil des Alltags improvisiert. Manchmal funktioniert alles super und manchmal funktioniert gar nichts.

Willst du den Beruf wirklich machen? Dann mach es. Letztendlich ist es das worauf es ankommt. Ich arbeite im sozialen Brennpunkt (schon immer) und es ist eine Herausforderung.

Aber ich liebe meinen Job und auch wenn ich mich manchmal unter der Bettdecke verstecken möchte, weil alles zu viel ist, ich würde keinen anderen Beruf machen wollen.

In jedem Job gibt es Herausforderungen. Ich verstehe auch nicht, warum die Lehrer sich nun alle hier rechtfertigen müssen. Die meisten Menschen wissen wohl, dass sie nicht den ganzen Tag bloß herumsitzen oder nonstop Ferien machen. Schwarze Schafe (faul etc) gibt es überall und ein Ausnutzen des Beamtensystems auch.
Das Argument mit der Krankenversicherung hinkt etwas - ich bin sich Beamtin und wir zahlen ja nunmal auch weniger Steuern und bekommen Zulagen.

Jedenfalls: du verdienst dann doch genug, dass du dir vielleicht etwas Hilfe im Haushalt gönnen kannst?

Lebe deinen Traum.

Steuern zahlen wir nicht weniger. Die bezahlen alle gleich. Es sind die Sozialversicherungen, die wegfallen.

Ja, ich habe es aus Sicht des geringeren Nettoeinkommens gesehen, das bei der Steuererklärung zur Geltung kommt (eben durch die geringeren Sozialabgaben) als bei anderen Arbeitnehmern...

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Hallo,

also ich habe eine Tochter und arbeiten momentan nur 20 Stunden allerdings mit einer KLassenleitung. Im letzten Schuljahr hatte ich 16 Stunden ohne Klassenleitung und da liegen Welten dazwischen. Man kann die Arbeitszeitbelastung also ggf. selbst beeinflussen. Hier spielt natürlich das persönliche Engagement eine Rolle.

Wenn du den Wunsch hast, nach Hause zu kommen und Feierabend zu haben, ist Lehrer aber wohl der falsche Job. Ich handhabe es so, dass ich meine Tochter (4 Jahre) um halb vier aus dem Kindergarten hole und dann eben davor, bzw. abends wenn sie im Bett liegt arbeite. Das ist phasenweise mehr oder weniger.
Was die Betreuungszeiten angeht, ist es natürlich in den meisten Fällen prima. Du bräuchtest nur jemanden, der KOnferenzen abdeckt (bei uns circa einmal wöchentlich bis 18 Uhr) oder sonstige Veranstaltungen wie Elternabende, Elternsprechtage oder Klassenfahrten.

Hallo,
Ich will mich hier gar nicht in die ständig aufkommende Debatte einmischen ob Lehrer bei einer vollen Stelle mehr oder weniger als 20 Stunden pro Woche arbeiten (ernsthaft?), sondern nur noch 2 Ergänzungen zum bereits geschriebenen liefern:
-Ich finde die zeitliche Unflexibilität manchmal schwierig. Viele meiner Freundinnen (in vergleichbaren, also akademischen berufen) lösen die mit Kind auftretenden Unwägbarkeiten (Kita-Schliesstage, Krankheiten, wenn die kindkranktage verbraucht sind, solche Sachen oder einfach Termine, die dem Kind wichtig sind) mit Gleitzeit, Überstundenabbau, Schichttausch, Urlaubstagen. Das fällt als Lehrer alles weg. Wir mussten richtig darum kämpfen, zur Einschulung unserer Kinder gehen um dürfen. In dem Moment nutzen die Ferien dann auch nichts.
-es gibt ziemliche Stoßzeiten. Ich habe zum Beispiel eine halbe Stelle und musste jetzt innerhalb von zwei Wochen 40 Stunden mehr arbeiten, weil die Abikorrekturen auf dem Tisch lagen und die eine enge abgabefrist haben. Das war hart und auch da nützen die Ferien nix.
Ich bin furchtbar gerne Lehrerin und ja, der Beruf hat viele Vorteile und viele der genannten Nachteile haben andere auch. Aber ich denke, das oben genannte solltest du auch bedenken. Zumal inzwischen ja wahnsinnig viele Schulen Ganztagsschulen sind und du auch mit einer halben Stelle damit rechnen musst, im Zeitraum von acht bis hier eingesetzt zu werden.
LG und viel Erfolg!

...acht bis vier

Oder sie lösen es mit "Homeoffice"
😂😂😂😂

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