Jemand hier Lehrerin mit Kind/Kindern?

    • (1) 17.06.19 - 17:36

      Hallo,

      es ist über 10 Jahre lang mein Wunsch gewesen Grundschullehrerin zu werden. Letztlich bin ich doch Sozialarbeiterin geworden und bereue meine Entscheidung etwas. Ich habe jetzt eine Tochter, die bald 1 Jahr alt wird. Es gäbe ggf. Möglichkeiten noch Lehrerin zu werden, aber es wäre nicht einfach. Was für mich damals ein großer Grund dagegen gewesen ist: Ich bin recht langsam was z.B. den Haushalt betrifft und wollte mit Kindern gerne eine Arbeit haben, bei der ich nach Hause komme und nichts mehr für den Job zu tun habe, um möglichst viel Zeit mit den Kindern verbringen zu können. Vom Job her wäre Lehrerin aber ein Traum für mich. Man kann seine Kreativität ausleben, Kinder unterrichten finde ich super schön (ich habe mal als Schulbegleitung gearbeitet und teilweise baten mich die Lehrer den Unterricht fortzuführen, weil sie mal weg mussten. Klappte sogar besser, als bei vielen Lehrern, bezüglich Ruhe in der Klasse bei gleichzeitiger Freude am Unterricht. Ich weiß also, dass ich auch das Zeug dazu hätte und das nicht alles nur rosa ist im Schulalltag 😉), ... die meisten der Tätigkeiten an sich, die ich Zuhause zu tun hätte, würden mir Freude machen. Ich hatte mir damals gedacht, wenn ich eigene Kinder möchte, werde ich nicht Lehrerin, ansonsten definitiv. Was mich nun interessiert: Wie gut schafft ihr es, Familie und Lehrerjob unter einen Hut zu kriegen? Oder wünscht ihr euch des Öfteren einen Job, bei dem ihr die Arbeit bei der Arbeit lassen könntet?

      Liebe Grüße

      • Ich bin Lehrerin an einer Gesamtschule, die es vom Schülerklientel wirklich in sich hat.
        Ich liebe meine Arbeit sehr und auch für mich war es immer mein Traumberuf.

        Meistens sitze ich abends am Schreibtisch, wenn unsere Maus schläft oder arbeite in den wenigen Freistunden in der Schule.
        Der Job hat so viele Vorteile, dass ich die Arbeit Zuhause gerne in Kauf nehme. Alleine die Ferienzeit ist ein großes Plus. Nicht, weil ich selbst frei habe, sondern weil ich dann meine Tochter immer betreuen kann. Mit welchen Jobs kann man später bitte 14 Wochen Ferien im Jahr abdecken?

        Versuch es. Es ist leichter, als du vielleicht denkst, alles unter einen Hut zu bekommen.
        Viel Erfolg!!!

        (3) 17.06.19 - 18:33

        Eine VOLLE Lehrerstelle bedeutet 22 x 45 min = 16,5 Realstunden mit fast 14 Wochen bezahltem Urlaub!

        In jedem anderen Job arbeitet man VOLL 38 Realstunden mit 6 bezahlten Wochen Urlaub! Gut, der Lehrer bereitet zu seinen nicht ganz 17 Stunden noch einige Stunden vor und nach (zuhause oder sogar in Freistunden) und ist bei Elternabenden anwesend, insgesamt ist das Arbeits- Gehalts-Verhältnis aber wohl in keinem anderen Job SO gut und SO easy wie beim Lehrer.

        Die Lehrer (Grundschule, Gym, Gesamtschule) die ich kenne, haben ein recht locker-leichtes Leben, vor allem mit Familie #pro!

          • (5) 17.06.19 - 19:03

            Mein Mann ist Lehrer und ich finde es super, für uns alle #freu! Unser Sohn studiert ebenfalls auf Lehramt, eine gute Entscheidung, finde ich. Ist nicht jeder für gemacht, aber wer Lust dazu hat, ich kann der TE nur dazu raten, gerade im Hinblick auf evtl. Familie später!

            • Wenn er mit 16 Std die Woche auskommt, dann ist er ein Lehrer, den keiner haben will und der nichtmal Dienst nach Vorschrift macht. Geschweige denn darüber hinaus!
              Wann bereitet er vor und nach? Wann korrigiert er? Wann macht er Beratungsgespräche? Wann schreibt er Elternbriefe? Wann plant er? Wann kopiert er erstellt Arbeitsblätter und Übungsmaterial? Wann bereitet er Gruppenarbeiten vor? Wann führt er Elterngespräche? Hat er nur Nebenfächer? Wann erstellt und plant er Schulaufgaben? Qann nimmt er an runden Tischen teil, wegen Nachteilsausgleich, Disziplinproblemen, sozialen Problemen? Hat er nie Nacharbeiter? Keinen Feriendienst? Keinen Dienst bei Aufnahme, Nachprüfung, etc...
              Wenn du einen Mann hast, der seine Dienstpflicht nicht erfüllt, können andere Lehrer ja nichts dafür!

      (10) 17.06.19 - 18:46

      Dazu kommen nahezu tägliche Elterngespräche, Dokumentation, Konferenzen, Arbeitsgruppen, Dienstbesprechungen, Gutachten, Beratungen, Förderpläne, Zeugnisse, Betreuung von Lehramtsanwärtern......
      So leicht und easy ist das ????
      Klar, es ist schon Luxus sich keine Sorgen machen zu müssen, aber ich strecke meinen Bauch nicht 14 Wochen im Jahr in die Sonne.

      @TE:
      Manchmal hätte ich gerne einen Job an dem ich nach der Arbeit auch wirklich frei habe und am Wochenende nichts tun muss für die Arbeit

      Nicht zu vergessen: Korrekturen. Eine einzige (!) Abiturklausur frisst locker 2-3 Stunden. Wenn man da einen Stapel von zu Hause liegen hat, zusätzlich zum normalen Unterrichtsalltag, wünscht man sich manchmal eine stinknormale 40-Stunden Woche.

Ach ja, wieder die Vorurteile. 😜

(18) 17.06.19 - 19:18

ich kommentiere jetzt mal deinen Beitrag und nicht die empörten Aufschreie der Lehrer*innen 😀
Ich stimme dir zu, ich habe viele Lehrerinnen im Familien und Bekanntenkreis, und die sagen auch ganz klar, in Summe arbeiten sie weniger als 40 h/Woche...wenn man die ganze Unterrichtsfreie Zeit einbezieht und nur 30 Tage als Urlaub verbucht...klar steht alle paar Jahre mal ne Klassenfahrt an, aber andere müssen auch auf Dienstreise ohne dass die Übernachtung und die inoffiziellen Abendessen Arbeitszeit wären.
Wichtiger noch als die Aufrechnung der Stunden ist aber für viele schon auch der Beamtenstatus (Krankheitsregelung, Versicherung, Kinderzuschläge und Pension).
Ganz offiziell vertreten sie nach außen natürlich eine andere Ansicht - völlig zurecht, so funktioniert Lobbyarbeit!
Also, liebe TE, mach es, wenn es dein Traum ist...Sozialarbeit kann ja je nach Stelle auch Abend oder Nachtdienste bedeuten und die Aufstiegschancen sind limitiert.
lg

  • (19) 17.06.19 - 20:04

    Wahrscheinlich arbeiten diese Lehrer/innen auch Teilzeit und kommen nicht auf 40 h/ Woche.
    Nach den Hamburger Arbeitszeitmodell (Ferienzeiten inbegriffen) muss der normal sterbliche Vollzeitlehrer 46,3 h / Woche arbeiten.
    Ich kenne keine Vollzeitkräfte, die nach 46,3 h den Stift hin- und die Füße hochlegen. Die arbeiten mehr.

    Aber jeder ist seines Glückes Schmied. Es sind unendlich viele Lehrerstellen unbesetzt.

    • (20) 17.06.19 - 20:13

      nö, tatsächlich bis auf Ausnahmen VZ...
      Ich argumentiere ja gerade pro Lehrerstelle, wenn man den Job machen will!
      Für mich ist es nichts, aber ich freue mich für meine Familie und Freunde!

(21) 17.06.19 - 19:58

Spätestens nach dieser Rechnung gibt es keinen Lehrermangel mehr!

(23) 17.06.19 - 20:35

Wie kommst Du auf 22 Std?

Ich gehe davon aus, dass Du provozieren und stänkern willst, weshalb ich nicht weiter auf Deinen Beitrag eingehen will. Neben dem Quatsch über die Ferien etc, den Du schreibst, stimmt das mit den 22 Std. aber einfach nicht.

An die TE: Ich arbeite aktuell mit Kleinkind (1.5 Jahre) Vollzeit (am Gymnasium in Hessen sind das 26 Unterrichtsstunden). Das geht nur, weil mein Mann gerade Teilzeit arbeitet (60%). Im Moment habe ich durch glückliche Umstände gerade jeden Tag bis von 7.30 bis 13 Uhr Unterricht, in der Regel hat man bei uns bei voller Stelle etwa 2 bis 3 Nachmittage (bei uns bis 15 Uhr). Ich genieße es, nachmittags Zeit für unseren Sohn zu haben. Sitze abends und am Wochenende aber oft lange am Schreibtisch. Haushalt machen wir hier gemeinsam, soweit möglich am Samstagvormittag bzw. abends. Es klappt insgesamt gut. Allerdings muss man sich echt organisieren. Ich mag es nicht, wenn etwas liegen bleibt. Also räume ich auf, wenn unser Sohn im Bett ist und gehe dann für etwa 3-4 Std an den Schreibtisch. Das wird oft spät. Ich komme auf etwa 6 Wochen Urlaub im Jahr und das ist ja recht normal und für mich vollkommen okay.

An Konferenztagen an denen mein Mann arbeiten muss, springen Oma und Opa für die Nachmittage ein. Der Mini geht von 8.30 Uhr bis 14 Uhr in die Kita. Konferenzen gehen auch schon mal bis 17 oder 18 Uhr. Das ist allerdings "Saisonarbeit" - im Mai und Juni sind permanent Termine am Nachmittag, im Oktober und November fast nie.

Krankheiten bringen das Ganze natürlich leicht durcheinander - Beamte haben nur Anspruch auf 5 "Kindkrank-Tage" und viele Dienstpflichten lassen sich schlecht verschieben oder verlegen.

Es ist ein toller Job, der manchmal etwas mehr Idealismus verlangt, aber aus meiner Sicht mit Familie auch viele Vorteile hat. Ein bisschen Unterstützung durch Omas und Opas und ein Mann mit einigermaßen flexiblen Arbeitszeiten können nicht schaden. Dir alles Gute bei der Entscheidungsfindung!

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