Kind 13 Jahre - furchtbares Benehmen

    • (1) 18.06.19 - 23:23
      Hilfe13

      Ich versuche mich kurz zu halten, aber es wird wohl trotzdem ein etwas längerer Text, danke fürs Lesen.

      Kurze Vorgeschichte: mein Sohn war ein extrem unreifes Frühchen - 850 g
      Die ersten zwei Jahre waren wir in Therapie, er hat sich super entwickelt.
      Er war schon immer sehr sensibel, jedes Gefühl kommt bei ihm extrem stark zum Vorschein. In der Volksschule wurde ADHS und Dyskalkulie diagnostiziert. Er ging ab da zu einer Psychologin und hatte eine Lernbetreuung und ein Dyskalkulietraining.
      Nach der Volksschule ging er in die Mittelschule und wiederholt nun gerade die erste Klasse. Er lernt sehr schlecht, vergisst viel, kann sich kaum 2 Dinge gleichzeitig merken. Alles halb so wild und werden wir schon schaffen.

      Und nun zu den Problemen:
      - er ist in der Schule sehr brav, hat Freunde, ist immer freundlich zu Mitschülern und Lehrern. Zu Hause ist er respektlos, antriebslos, beleidigend, irgendwie dauerwütend...
      - er kommt von der Schule Heim und setzt sich an den Laptop oder mit Handy ins Bett. Erinnert man ihn an seine Hausaufgaben, bekomm ich zu hören "das sind meine Sachen, misch dich nicht ein" "geht dich nix an"...
      - Handy und/oder Laptop wegnehmen - schrecklich. Er tyrannisiert mich stundenlang, läuft mir nach, schreit mich an, versperrt mir den Weg, hält mir Türen zu, dreht das Licht ab...
      - er hasst sein Gewicht. Wiegt 35 kg auf 146 cm. Absolut nicht dick. Aber sein Bruder wiegt ja nur 25 kg und somit ist er zu dick. Sein Bruder ist 8 Jahre alt. Er wiegt sich öfters und jammert dann, wieso er so viel wiegt 🤷🏼 habe die Waage jetzt versteckt.
      - wenn er wütend wird, beschimpft er mich als scheiß Mutter, ich kann nichts, ich tu nichts, jede Mutter ist besser... Er beruhigt sich lange nicht, irgendwann weint er bitterlich und bittet mich, alles zu vergessen. Es tut ihm unheimlich leid, dass er so geredet hat. Macht es aber kurze Zeit später wieder.
      - er weiß einfach nicht wohin mit seinen Gefühlen. Er kann es nicht kontrollieren.
      - Wenn er in seinem Zimmer wütet, schreit er die übelsten Dinge, hält sich dabei selbst die Ohren zu, knallt Türen zu, schmeißt Spielzeug...
      - er kann aber auch ganz anders. Spielt und kuschelt mit seiner Schwester, 1 Jahr alt. Füttert sie, geht mit ihr spazieren. Er liebt sie extrem. Sein Verhalten war übrigens schon immer so, zumindest ähnlich - nicht erst seit ihrer Geburt. Es wird aber immer schlimmer.
      - er kocht gern, ist ein super Skifahrer, spielt Schach besser als jeder anderer aus unserer Familie. Geht Bogenschießen, Schwimmen... Da ist er wie ausgewechselt. Als hätte er zwei Persönlichkeiten.
      Zurzeit geht er zu einer Psychologin in unserem Ort. Aber es hilft einfach nichts.
      Gerade heute wo er so brav und einfach und lieb war, frag ich mich, ob es wirklich so schlimm ist. Aber dann rastet er wieder aus, was Stunden gehen kann, ich bekomm ihn nicht beruhigt, im Gegenteil, er steigert sich immer weiter rein. Das macht mich echt müde und traurig. Ich weiß einfach nicht mehr weiter. Wie kann ich ihm helfen, damit er mit sich selbst und seinem Umfeld zufrieden sein kann? Ich habe Angst vor der Zukunft. Noch ist er ein Kind und lässt die Wut an mir aus. Später kommt vielleicht Alkohol oder gar Drogen ins Spiel. Suizidgedanken? Wenn er mit seinen Gefühlen maßlos überfordert ist, wo endet das? Was kann ich tun?

      • (2) 18.06.19 - 23:38

        Hallo,
        Ich habe wohl keine n wirklich brauchbare Antwort für dich und mutmaßen wäre hier definitiv falsch. Ich würde raten mit ihm einen Psychiater aufzusuchen. Psychologen denk ich können hier nicht viel ausrichten, wobei du ja selbst sagst, es bringt nichts.

        Alles Gute
        boehmin

        • (3) 18.06.19 - 23:46

          Wie kommt man denn an einen Psychiater? Beim Arzt nachfragen?

          • (4) 19.06.19 - 09:12

            Bist du mit ihm schon mal in einem SPZ (sozial pätriatischem Zentrum) vorstellig geworden auch wegen dem ADHS? Es wird ja nicht medikamentös behandelt wie ich gelesen habe. Du musst dich an den Kinderarzt wenden. Dort bekommst du eine Überweisung in das Zentrum. Von dort aus wird alles weitere nach Untersuchungen in die Wege geleitet. Oder du lässt dich gleich in eine Kinder und Jugendpaychiatrie überweisen, wobei das mein Weg wäre den ich wählen würde

      Wird das adhs medikamentös behandelt?

      • (6) 18.06.19 - 23:45

        Nein 🤷🏼 wohin müsste ich mich da wenden? Ich dachte bis jetzt, dass sich darum die Psychologin kümmern würde - also zu Medikamenten raten würde wenn sie der Meinung wäre, er braucht welche...

    • (11) 19.06.19 - 03:09

      Hallo,
      ich finde gut, dass du dich da etwas ändern willst. Geh am besten zum Kinderarzt und lass dir eine Überweisung für die Kinder- und Jugendpsychiatrie ausstellen. Ich könnte mir vorstellen, dass ihr vielleicht auch von einer Familientherapie profitieren könntet. Viele Grüße

      • (12) 19.06.19 - 06:31

        Das hat mir ein Arzt aus einer Klinik, in der wir mal wegen etwas anderem 1 Woche stationär aufgenommen waren, auch vorgeschlagen. Er hat dort ein wenig von seinem Benehmen mitbekommen. Z.b Panikattacke bei einem einfachen Pflaster kleben und entfernen oder, dass er kaum zuhören konnte und sich nichts gemerkt hat. Allerdings wollte er meinen Sohn auf die Psychiatrie stationär aufnehmen. Geht so etwas nicht auch ambulant? Ich kenn mich da überhaupt nicht aus aber kann man bei einem Psychiater auch so Termine haben wie bei einem Psychologen oder geht das nur stationär in einer Einrichtung?

        Stationäre Aufnahme ist wesentlich besser als ambulante Versuche. Der Bruder meines Patenkindes war ebenfalls mit ADHS stationär und hinterher fast wie ausgewechselt. Er muss aus den derzeitigen Verhaltensmustern raus - Du übrigens auch - sonst wird das nichts. Er braucht eine straffe Struktur und einiges mehr, das ist nur stationär zu erreichen. Lass Dich schnellstens zu einem Kinderpsychiater überweisen, bevor alles noch viel schlimmer wird und sperre Dich nicht den Vorschlägen des Fachmanns, Dir und Deiner Familie zuliebe, denn es leiden ja alle darunter. LG Moni

      (19) 19.06.19 - 09:17

      Ein Psychiater ist ein Facharzt, wie ein Orthopäde z.b. Natürlich kann dein Sohn dort Termine bekommen. Erkundige dich beim Kinderarzt, ggfs hat dieser einen Tipp für einen guten Kinder-und jugendlichen Psychiater. Ansonsten hilft dir Google.

(20) 19.06.19 - 07:23

Hallo,

wenn Ihr bisher bei keinem Psychiater seid, wer hat denn die Diagnose ADHS gestellt?
"...In der Volksschule wurde ADHS und Dyskalkulie diagnostiziert....." #gruebel

Was macht denn die Psychologin?

Ich denke, Ihr seid alle restlos überfordert und braucht dringend professionelle Hilfe. Bring ihn zum KJP, der wird Euch weiterhelfen.

LG

  • (21) 19.06.19 - 07:59

    Gute Frage... Ich dachte eigentlich, das war eine Psychologin, die die Diagnose gestellt hat. Weiß es nicht mehr genau. Danach wurde uns auf jeden Fall eine Psychologin empfohlen, zu der er auch ging.

    Sie redet mit ihm, spielen Spiele, gehen mit den Hunden spazieren, klettern ins Baumhaus...
    Neulich haben sie mit Handpuppen einen Streit nachgespielt. Mein Sohn hat mir erzählt, dass sie gefragt hat, ob mein Mann oder ich in so einem Streit handgreiflich werden und das wollte sie wohl in dem Spiel mit den Handpuppen heraus finden. Finde ich in Ordnung, allerdings setzt die Psychologin falsch an. Ich weiß, dass es ihr Job ist, so etwas herauszufinden, aber es Wird uns nicht weiterhelfen...

    • (22) 19.06.19 - 08:24

      Ein solche Diagnose darf nur ein Facharzt stellen. Und dafür bedarf es einiger Zeit. Sicherlich gibt es Leute, die aufgrund diverser Anzeichen eine Vermutung in die richtige Richtung abgeben können, das ist aber kein offizieller Befund, aufgrund dessen man bestimmte Therapien einsetzt.
      Medikamentöse Einstellung würde auch aufgrund einer Diagnose zu besprechen sein.
      Mit einem entsprechenden Befund könnt Ihr Euch auch Hilfe übers JA holen bzw. in der Schule können Maßnahmen ergriffen werden, die allen das Leben erleichtern.

      Ihr fahrt seit 13 Jahren blind durch die Gegend und weicht den Gefahrenstellen mehr oder weniger aus, anstatt sie zu beseitigen.

(23) 19.06.19 - 12:31

Hallo,

ihr solltet euch erstmal an ein SPZ wenden und vielleicht gleichzeitig einen Therapieplatz suchen. Habe ihr schon mal eine Diagnostik beim Psychiater gemacht?
Unsere Pflegetochter ist 10, aber hat fast das selbe benehmen. Sind gerade sehr viel mit ihr unterwegs (Diagnostik, Psychiater, Schlaflabor...) Kannst mir sonst auch eine PN schreiben.

(24) 19.06.19 - 14:17

Hallo,
der Text könnte von mir über meine Tochter stammen. Nach vielen Untersuchungen und Recherchen in jede Richtung wurde bei ihr ADHS in Verbindung mit Hochbegabung festgestellt. Mit Ritalin wurde sie nur kurzfristig behandelt; allerdings hat sie dadurch den Sprung aufs Gymnasium geschafft.

Mit der Pubertät wurde Anne ruhiger und die Ausfälle blieben aus. Heute ist sie eine junge Frau mit einem großen Freundeskreis und einer ausgeprägten sozialen Ader. Aber die Zeit bis zur Pubertät war die Hölle. Hol dir auf alle Fälle Hilfe.

Alles Gute
Linda

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