Hart 4 ???

    • (1) 19.06.19 - 15:38
      Stella1988wr

      Hallo also es geht jetzt hier nicht darum warum ich momentan Harz 4 habe. Aber für die jenigen die es interessiert. Ich war erst im Krankengeld, dann arbeitslos und dann ins Harz 4 gerutscht. Nun geht es mir aber besser und ich kann sogar beim alten Arbeitgeber wieder Anfangen. Aber irgendwie alles garnicht so einfach.

      Ich bin in der 17 ssw und wohne noch alleine die Wohnung ist zu klein da passt nichtmal mehr ein Babybett rein...
      Jetzt habe ich überlegt mit meinem Freund zusammen zu ziehen. Er hat eine größere Wohnung und verdient monatlich ca 4000 euro.
      Geld ist da um mich und das Kind zu finanzieren finde aber solange wir nicht verheiratet sind möchte ich da gerne noch was Freiheit haben und selbst über Geld bestimmen können. Er würde mir alles geben Darum geht es aber nicht.

      Nun zu meiner Frage wenn ich mit meinem Partner zusammen wohne bekomme ich dann garkein Hart 4 mehr obwohl wir nicht verheiratet sind?
      Oder wird Miete geteilt und bekomme trotzdem den Bedarf vom Amt? Wie ist das mit dem Unterhaltt müsste er mir den trotzdem zahlen und wenn ja wird dies angerechnet?

      Mein alter Arbeitgeber wird mich dann erst in 2 Jahren wieder annehmen was ich nachvollziehen kann.

      • Da ihr, wenn ihr zusammenzieht, eine Bedarfsgemeinschaft bildet, wird das Einkommen deines Partners – total wurst, ob ihr verheiratet seid oder nicht – mit eingerechnet. Bei der Höhe wirst du aus dem ALG 2 rausfallen, bin ich mir sicher.
        Dein Partner gilt in dem Fall als "eine Person (ohne rechtliche Bindung!), die im Haushalt des Antragstellers lebt und bei der davon auszugehen ist, Verantwortung füreinander zu tragen und füreinander einzustehen und gemeinsam zu wirtschaften".
        Lies mal nach: https://www.hartziv.org/bedarfsgemeinschaft.html

        Unterhaltspflichtig ist er dir jedoch noch gar nicht, erst ab Geburt des Kindes (oder habt ihr bereits gemeinsame Kinder?).
        Dein Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit ist mir ziemlich nachvollziehbar. Aber wenn ihr zusammenzieht, dann wars das mit Unterstützung vom Staat, weil dann dein Partner und Vater deines Kindes für dich verantwortlich ist und nicht mehr der Staat und Steuerzahler.

        (5) 19.06.19 - 16:09

        Vielen lieben Dank. Wie ist es denn dann wenn mein Freund eh für mich aufkommen muss mit Versicherung. Bin ich dann automatisch über ihn versichert? Oder geht das Amt davon aus , dass er mich auch noch extra versichern muss das kostet ja nochmal extra die er übernehmen muss.
        Ich mag sowas ja garnicht mich so abhängig zu machen...

        • Hi, versichert, also KK nur wenn ihr verheiratet seid, und auch nur dann, wenn er in der gesetzlichen ist. Bei 4000 netto könnte er evtl auch privat sein, und die kennt keine familienversicherung.
          lg

        • Du magst es nicht, Dich abhängig zu machen und möchtest gern über Dein Geld bestimmen. Das alles ist aber nur problematisch in Bezug auf Deinen Freund. Unabhängigkeit und selbstbestimmte Finanzen sind so ungefähr das Gegenteil von ALG II (der Harz ist übrigens ein Mittelgebirge).

          • Ich bin mir bei den Hintergründen für ihr zögern nicht sicher.
            Aber ich kann verstehen, wieso man die Abhängigkeit vom Amt als erstrebenswerter erachtet als die vom Freund.
            Ich habe arbeitslos (aber nicht schwanger) einen relativ vermögenden Mann geheiratet. Und obwohl wir schon lange zusammen waren habe ich solange gezögert, bis ich beruflich wieder eine Perspektive hatte.
            ALG II zu beziehen empfand ich als schrecklich und erniedrigend. Aber ich kannte die Bedingungen. Wenn ich die Termine wahrgenommen habe, an Maßnahmen ( wenn auch wiederum in meinen Augen erniedrigend und sinnlos) teilgenommen und mich beworben habe, hatte ich mein Geld und konnte darüber selbst bestimmen.
            Bei meinem Freund wäre ich theoretisch komplett ausgeliefert gewesen.
            Ja, ich habe auf Kosten der Allgemeinheit gelebt obwohl ich eine Alternative hatte. Und das war richtig. Wäre ich früher mit ihm zusammengezogen hätte ich bestimmt nicht so hart für einen beruflichen Neuanfang gekämpft.

            Die Te ist in einer schwachen Position, dass Kräfteverhältnis zwischen den beiden ist extrem unausgeglichen. Mich würde das sehr ängstigen.

            • (9) 19.06.19 - 23:05

              Danke dir. Ich bin mit meinem Partner seid 4 Jahren zusammen und habe auch vor meiner Arbeitslosigkeit wobei ich die nicht verursacht hatte immer unabhängig gewesen. Ich musste noch nie Termine wahrnehmen beim Amt, weil ich eine Angststörung hatte und somit nicht arbeitsfähig war. Ich konnte damals das Haus nicht mehr verlassen so schlimm war das . Verursacht durch ein Burnout. Es geht mir mittlerweile richtig gut und hätte auch wieder Arbeit gehabt nur kam das Baby jetzt dazwischen. Wir freuen uns wirklich sehr und es ist herzlich willkommen. Ich habe damals teilweiser mehr verdient als meine Partner. Ja es stört mich irgendwie. Jetzt wo das Baby bald da ist möchte ich ungerne in zwei verschiedene Wohnungen wohnen.
              Mein Partner hat nichts dagegen, wenn ich komplett auf seine Kosten leben würde, aber irgendwie sträubt es mich.
              Danke , dass du mich verstanden hast🌹

        Finanzielle Unabhängigkeit funktioniert nicht, wenn man arbeits- und mittellos eine Familie gründet..

        • ...ich verstehe nicht wieso einige die TE so beleidigend und abwertend angehen - wir wissen doch nur wenig über die Hintergründe, sie schreibt, dass sie aus Arbeit in Krankengeld in ALG 2 gerutscht ist und wenn das Kind 2 ist, wieder arbeiten will. Wo ist das Problem? Wissen wir welche Krankheit sie hatte? Ob ihr vllt die Zeit zum Kinderbekommen davongelaufen ist und sie deshalb nicht in Arbeit vor dem Kind gegangen ist? Ob das Kind geplant war? Nein, wissen wir nicht.
          In ihrer Situation ist die Alternative zur Abhängigkeit vom Freund eben die vom Amt - genau dafür gibt es das AlG 2 nämlich...das nennt sich Sozialstaat. Ich kann die Beweggründe nachvollziehen, auch wenn ich mich selbst vllt anders entscheiden würde.

          • (12) 19.06.19 - 19:58

            Stimmt wir wissen es nicht, aber ich setze keine Kinder in die Welt, wenn es mir finanziell schlecht geht und quasi die Allgemeinheit für mich und mein Kind aufkommen muss. Da sehe ich zuerst zu, dass ich selbst wieder auf die Beine komme.
            Jeder von uns kann mal arbeitslos werden und es ist auch gut so, dass es in dem Fall Stütze vom Staat gibt. Da sag ich auch nichts dagegen, aber dann ein Kind bekommen halte ich persönlich nicht für richtig. Egal ob die biologische Uhr tickt oder nicht. Denn wenn ich mich für ein Kind entscheide, dann bin ich dafür verantwortlich, oder nicht?

            • (13) 19.06.19 - 22:21

              So wie du denkt aber nicht jeder. Brauchst nur mal RTL II an machen 🤷🏻‍♀️
              Vielleicht war das Kind ja ungeplant und sie hätte eine Abtreibung seelisch nicht verkraftet?

              Wäre ich ungeplant schwanger und gerade in ihrer Situation hätte ich mich definitiv auch für das Kind entschieden!

              Sieh es mal so

              • (14) 20.06.19 - 08:07

                Ich werde seit Ewigkeiten nicht ungeplant schwanger. Warum schaffe ich das und andere nicht?
                Sie hatte vor ihrer Erkrankung angeblich ein Gehalt von über 4000 Euro. Ich frage mich nur in welcher Branche? Denn wenn man ihren Post liest hapert es ziemlich an der Grammatik und der Rechtschreibung.
                Darum habe ich Zweifel ob das überhaupt wahr ist. Sie müsste doch laut Gehalt einiges an Kompetenzen aufweisen und der Einstieg in die Arbeitswelt wäre bestimmt einfacher, als für jemanden ohne fundierte Ausbildung.

                Es klingt in der Tat nach RTL II.

          >>>In ihrer Situation ist die Alternative zur Abhängigkeit vom Freund eben die vom Amt<<<

          Genau DAS haben einige versucht, der TE klarzumachen.

          Die TE meint, sie sei finaziell unabhängig, wenn sie Geld "vom Amt" bekommt.

          Erinnert mich sehr an viele Threads von vor einigen Jahren: "Ich will meinem Freund nicht auf der Tasche liegen, was steht mir zu vom Amt?"

          (19) 19.06.19 - 23:08

          Ich Danke dir. Ich bin mit meinem Partner seid 4 Jahren zusammen und habe auch vor meiner Arbeitslosigkeit wobei ich die nicht verursacht hatte immer unabhängig gewesen. Ich musste noch nie Termine wahrnehmen beim Amt, weil ich eine Angststörung hatte und somit nicht arbeitsfähig war. Ich konnte damals das Haus nicht mehr verlassen so schlimm war das . Verursacht durch ein Burnout. Es geht mir mittlerweile richtig gut und hätte auch wieder Arbeit gehabt nur kam das Baby jetzt dazwischen. Wir freuen uns wirklich sehr und es ist herzlich willkommen. Ich habe damals teilweiser mehr verdient als meine Partner. Ja es stört mich irgendwie. Jetzt wo das Baby bald da ist möchte ich ungerne in zwei verschiedene Wohnungen wohnen.
          Mein Partner hat nichts dagegen, wenn ich komplett auf seine Kosten leben würde, aber irgendwie sträubt es mich.
          Und das Angebot steht nach 1-2 Jahren wieder in meinem Job zu kommen.
          Danke , dass du mich verstanden hast🌹

          Der Sozialstaat springt ein, wenn es keiner kann. Sie hat einen Partner, der es kann. Also ist der zuständig.

    Hallo.

    Du bist doch gerade auch "abhängig vom Amt". Das ist auch nicht dein eigenes verdientes Geld.

    Sorry, das ich das jetzt so direkt erwähne - das AlgII von der Allgemeinheit nimmst du gerne an, das Geld von deinem Partner nicht 🤔🤨

    Ich würde mir spätestens nach der Geburt (nach dem Mutterschutz) einen Minijob suchen. Dein Partner könnte z.B. aufs gemeinsame Kind aufpassen, wenn er frei hat und du könntest stundenweise arbeiten gehen.
    Du bekommst noch Elterngeld und Kindergeld. Und von seinen 4.000 € (auch wenn es z.B. nur brutto ist), sollte doch noch etwas für dich und euer Kind übrig sein.

    VG

    Du bekommst ja nichts mehr vom Amt, weil dein Freund viel zu viel verdient.

    Das heißt, du müsstest dich und dein Kind selber versichern. Eine freiwillige Mitgliedschaft kostet 170 Euro.

    Das muss dein Freund dann auch zahlen!

Er ist ihr ab Mutterschutz zum Unterhalt verpflichtet!

In einer guten Beziehung ist es doch eigentlich selbstverständlich, dass man auch finanziell füreinander einsteht. Und ich mache mich doch lieber von einem mich liebenden Menschen abhängig als vom Jobcenter. Zumal diese Abhängigkeit ja dadurch bedingt ist, dass du sein Kind bekommst! Früher war das gewissermaßen der Normalfall.

Ich arbeite mit ALG II-Empfängern und empfinde deren Ausgeliefertsein nicht als Unabhängigkeit. Eine Kollegin betreut Alleinerziehende ALG II Empfänger im Rahmen einer Teilzeitmaßnahme inkl. Kinderbetreuung ab zehn Monaten. Sowas könnte dir je nach Jobcenter auch irgendwann blühen und du hast keine Chance, da heraus zu kommen.

Ich arbeite eng mit dem Jobcenter zusammen und in Gesprächen mit den Sachbearbeitern bin ich immer wieder verblüfft, wie viel Privates die über ihre Klienten wissen und wie sehr sie darauf geschult sind, genau zu schauen, wer vielleicht auch ohne zurecht käme.

Klar, solange ihr wirklich dauerhaft getrennt lebt, bist du im Recht. Aber dennoch solltest du dich darauf gefasst machen, dass eines Tages dein Sachbearbeiter bei dir vor der Tür steht und wehe, du hast dann bei deinem Partner übernachtet!
Und mal ehrlich: Wünscht sich nicht jeder für sein Kind und das Leben mit Kind, den Partner an der Seite, also im Haus, zu haben?
Mein Mann war mir stets eine große Stütze, vor allem in den ersten Monaten!
Das alles schreibe ich für den Fall, dass du darüber nachdenkst, deine eigene Wohnung zu behalten, um weiter Leistungen zu beziehen.
Denke auch mal daran, dass dein Partner mit 4000€ netto recht ordentlich verdient und dein ALG von Menschen mitfinanzierte würde, die nicht mal die Hälfte monatlich netto hätten. Wäre das fair?

Ich bin keine große Romantikerin und daher würde ich schon für die Krankenkasse kurz und schmerzlos heiraten, sofern dein Partner in der GKV ist.

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