Belastbarkeit, was ist anders

Hallo

Ich lese in vielen Beiträgen das man Überlastet ist, meist Frauen.

Woher kommt das eigentlich, denn es ist doch erschreckend wie wenig wir heute aushalten.

Meine Großeltern hatten 6 Kinder, sind geflüchtet bauten Deutschland wieder mit auf.

Meine Eltern, das erste Kind bekam meine Mutter mit 23, zweite mit 24 und das dritte mit 28, mein Vater war 2 Jahre älter als meine Mutter.

Als das 3 Kind 4 Monate alt war zogen wir in unser Haus, das gebaut wurde als meine Mutter schwanger war und 2 Kleinkinder an der Backe hatte. Kindergarten haben wir verweigert.

Ach meine Mutter arbeitete Freitags und Samstags in einem Friseurgeschäft.

Dann ergab es sich das meine Mutter die Meisterprüfung machte und im Haus ihr Salon war.

Meine kleine Schwester hatte eine Kinderfrau aber nicht täglich wie es mit den Zeiten war weiß ich nicht mehr.
Den Haushalt machte meine Mutter, wir halfen als wir größer waren klar.
Gebügelt hat meine Mutter abends.
Mittags hatte sie gekocht und abends für Papa warm.
Sie nähte Reißverschlüsse in unsere Jeans mit der Hand ein im Nähmaschinenstich.


Gut das ist nun mal ein Beispiel

Woran liegt es aber das die Menschen heute nicht mehr belastbar sind.

Vielleicht daran, dass heute die Ansprüche an einen selber (und die vom Umfeld und der Gesellschaft mehr oder weniger deutlich geäußerten) ganz andere sind. Für das Wunder und die Prinzessin muss alles perfekt sein. Und perfekt gibts nicht. Das macht permanent das Gefühl, nicht gut genug zu sein.

"Perfekt" gibt's nicht, damit macht man sich nur selbst unglücklich.

Es ist interessant, den Leuten zuzuhören. Meine Beobachtung: der Gebrauch dieses Wortes ist direkt proportional mit seiner persönlichen Überforderung. Je nach Charakter entwickeln sich daraus unterschiedliche Probleme: Neid, Missgunst, Depression, Aggression.

Im übrigen denke ich auch, dass es uns heute einfach zu gut geht, wir jede Relation verloren haben und verweichlicht sind. Muss sich aber jeder selbst bei der Nase nehmen. Bisschen Demut würde vielen gut tun.

Dennoch bin ich sehr froh, heute zu leben!!

Im übrigen denke ich auch, dass es uns heute einfach zu gut geht, wir jede Relation verloren haben und verweichlicht sind. Muss sich aber jeder selbst bei der Nase nehmen. Bisschen Demut würde vielen gut tun.


Ich finde damit hast du es auf den Punkt gebracht 😉

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Liebe Arianne41,

ich denke als Frau hat man heute eine Menge an der Backe. Neben Familie, Kinder, Beruf und Haushalt. Von Eltern wird heute mehr Engagement erwartet als früher. Ob es nun Kindergarten, Schule oder sogar Beruf. Heute hat man mehr Termine mit den Kindern, die nachmittags abgearbeitet werden müssen wie zum Sport bringen, Spielebesuch, Therapietermine etc.

Und wenn man zu der Gruppe der Mütter/Väter gehört, die zu Hause noch behinderte Kinder oder einen alten Menschen zu pflegen hat, dann hat man noch zusätzliche Belastungen wie vermehrte Arztbesuche, Therapien, vielleicht noch Hilfsmittelanpassung etc. Und dazu gehört es noch die eigene Familie unter einen Hut zu bringen. Dazu gehöre ich auch. Habe einen frühkindlichen Autisten zum Pflegen und Betreuung. Und eine Mutter, die im Pflegeheim wohnt, um die ich mich auch noch kümmere. Und das neben der eigenen Familie und Beruf.

Das ist das heutige Leben. Und da hilft häufig nur Zähne zusammenbeißen und durch.

LG Hinzwife

Ich habe drei Kinder groß gezogen und war immer Vollzeit berufstätig.
Da ich abends nie vor 19.00 nach Hause kam, stand ich nachmittags für Termine welcher Art auch immer nicht zur Verfügung.
Die Kinder haben ihre Hausaufgaben und Schulischen Belange alleine geregelt und sind nachmittags mit dem Fahrrad zum Sport oder zu Freunden gefahren, ab dem Schulalter.
Vorher war das kein Thema.

Allein die ganzen U- Untersuchungen, die sogar der Senat prüft, ob sie gemacht werden...
das gab es früher alles nicht! Meine Mutter staunt oft, wie viele Termine ich mit meinen Kindern habe und sagt selbst, dass hätte sie früher überhaupt nicht geschafft. Ich muss es aber schaffen!!

Gerade in der heutigen Zeit, wo alle Arbeitgeber eine ausschließliche flexible Arbeitszeit erwarten, muss man schon richtig fuchsig planen, wie alles machbar ist! Und selbst dann kommt viel zu kurz!

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Heute wird einfach mehr erwartet. Du sagst ja selbst, Kindergarten habt ihr verweigert. Deine Mutter arbeitete zunächst freitags und samstags...
heute können Kinder nicht einfach die Kita verweigern, sie haben keine Wahl, wenn die Eltern arbeiten müssen.

ich kann mich z.b nicht erinnern, dass meine Eltern mit mir Hausaufgaben machten oder groß schauten, was so in der Schule los war. Hausaufgabenheft kannten wir überhaupt nicht. Auch kann ich mich nicht erinnern, dass meine Eltern sich mit uns hinsetzten und ein spiel spielten oder groß mit uns an der Sandkiste spielten oder in Baby-Gruppen zum turnen oder sonstiges gingen. Da liefen Kinder eben so mit.

Wir schauten viel fern, waren die halben Tage allein. Geschwister passten aufeinander auf. Mal besser mal schlechter. Keiner sprach darüber, dass ein schlimmer Unfall passierte, einem Kind unter gewissen „Zuständen“ etwas passiert war (z.b weil es schon mit 5 allein zur Vorschule ging). Dann war es eben so. Da rief die Lehrerin nicht gleich beim Jugendamt an, was denn in der Familie los war. Kinder saßen vor der Schule und warteten manchmal halbe Stunde darauf, dass ihre Eltern sie abholten oder wer auch immer, das interessierte keinen Lehrer. Darauf schaute keiner so, wie heute. Wehe eine Mutter kommt 5 Minuten zu spät, um das Kind von der Kita abzuholen. Das wird beim dritten Mal, je nach Einrichtung und Erzieher (einige drücken auch Augen zu) gemeldet.

Heute sieht das alles anders aus. Von Eltern wird oft mehr erwartet, was die Kinderbetreuung anbelangt. Heute müssen viele Mütter zügig wieder arbeiten gehen, nicht nur freitags und samstags, sondern die ganze Woche und mit Pech noch am Wochenende. Viele haben auch kein Glück ein Salon im Haus zu haben und die Kinder, wie früher üblich nebenbei zu „betreuen“ heute sind Kinder an Arbeitsstellen verboten. Die Sicherheitsvorschriften sind höher. Meine Mutter nahm mich früher oft mit zur Arbeit. Ich spielte in einer Ecke.. heute undenkbar.
Die Belastung ist heute anders. Auch Frauen müssen heute mehr stemmen, auch wenn es nicht danach ausschaut.

Ich würde auch nicht sagen, dass Frauen früher belastbarer waren, dass stimmt nicht. Wer sagt, dass sie nicht überfordert waren??? Man sprach nur nicht so wie heute darüber. Man sprach eigentlich über nichts!
Wenn ich so einige Generationen höre, klingt es sehr wohl nach, „oh Gott, ich weiß gar nicht wie ich das gemacht habe, ich war so überfordert und ständig kaputt und hatte überhaupt keine Nerven für meine Kinder“.

Ich glaube man denkt immer nur, dass es früher „besser“ war, aber ich wäre lieber heute nochmal Kind, wenn ich mir so die Kindheit eines Kindes heute und damals anschaue. Ich hatte überhaupt keine Kindheit! Ich war eine kleine Erwachsene, die zu funktionieren hatte, weil meine Mutter keine Zeit und Nerven hatte mich Ein Kind sein zu lassen. Ich musste mit 10 auf meinen Bruder 4 aufpassen, weil sie dann ja jemanden hatte, der auf das Kind aufpasste, während sie kochte, bügelte, arbeiten ging. Die Kinder übernahmen schon viel früher viel mehr Aufgaben.
War halt so, ist ok. Für meine Kinder will ich das nicht, sie sollen Kinder sein. Ist eben eine andere Zeit, dass kann man einfach nicht vergleichen.

Es kommt sicher auch immer darauf an, wo man genau aufgewachsen, aber so war es bei uns hier üblich...

Hallo
Zu meiner Kindheit war meine Mutter eine Ausnahme die meisten waren Hausfrauen.
Bis 1973 musste der Ehemann die Erlaubnis geben das die Frau arbeiten darf.

Trotzdem konnten sich viele ein Haus bauen.

Du triffst den Nagel auf den Kopf!!!
Ich habe mit fünf meinen Bruder vom Kindergarten abgeholt. Habe ihm eine Schnitte gemacht und dann auf unsere Mutter gewartet. Die kam oft erst halb sieben, oder sieben. Ich bin in den neuen Bundesländern groß geworden. Da war das Gang und Gäbe. In unserem Krankenhaus haben Krankenschwestern Nachts ihre Kinder allein Zuhause gelassen, wenn sie niemanden hatten. Da wurde gar kein großes Gewese gemacht...
Unsere Mutter hat nie mit uns gespielt, nie vorgelesen oder sonst etwas. Kinder liefen mit, die hatte man... Sie hat Vollzeit gearbeitet und war auch noch allein erziehend. Der Haushalt war stets geleckt. Den Anspruch mehr Mutter zu sein, hatte sie nicht. Wir waren Erwachsene die funktionieren mussten.
Und heute hat man zu dem ganzen Kram, den meine Mutter hatte, dann noch den Willen, das es die eigenen Kinder schöner haben, als man selbst. Ich würde sagen, verweichlicht sind wir heute nicht... Es ist eben eine andere Zeit!

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Ich habe noch nie verstanden, wie eine Generation der anderen vorwerfen kann, nicht belastbar zu sein.
Auch der Satz "die Jugend von heute..." ist ja uralt.
Meine Großmutter hatte 4 Kinder und war berufstätig. Damals hätte ihr Ehemann ihr das verbieten können... Das Mittagessen stand Dank technischer Hilfsmittel (programmierbarer Herd) immer pünktlich auf dem Tisch. Das war auch wichtig, denn damals hätte noch praktisch jeder Arbeitnehmer eine Mittagspause. Und um 16.00 Schluss. Nur Verkäufer arbeiteten länger - nach Dienstschluss wurden Lebensmittel gekauft (zu Fuß) und abends wurde gewaschen und gebacken.
Samstag hatten alle früher Feierabend und die Kinder kamen eher aus der Schule... Beide Großeltern (also weitere 4 Erwachsene!) wohnten mit im Haus.

Meine Mutter hatte nur 2 Kinder und war erst wieder berufstätig, als die jüngere auf die weiterführende Schule kam. Ist das jetzt schlechter? Meine Mutter hatte keinen Tante-Emma-Laden mehr vor der Tür, Kartoffeln wurden nicht mehr angeliefert und im Keller gelagert. Die Hobbies der Kinder waren nicht mehr fußläufig zu erreichen und sowohl mein Vater als auch meine Mutter fuhren mit dem Auto zur Arbeit, weshalb auch beide Führerschein hatten (eine Generation eher nur meine Oma).

Ich habe auch zwei Kinder, arbeite 25 Stunden pro Woche, wir haben beide Führerschein, kaufen trotzdem manchmal mit dem Fahrrad ein und kutschieren die Kinder abwechselnd zum Hobby ins Nachbardorf. Kann ich mich jetzt damit brüsten, wieviel ich schaffe? Liegt meine Freundin, die mit derselben Kinderanzahl z Zt. nicht berufstätig ist, auf der faulen Haut?


Klar, ist es immer ein Spagat. Ich behaupte, Teilzeit-Arbeit und Kinder mit wenig Betreuung ist am anstrengendsten. Aber ich habe mir das ausgesucht.
Und eine Generation gegen die andere auszuspielen geht Mal gar nicht. Je nachdem wie weit man zurück geht war wirklich ALLES anders. Na und?

LG!

Ach ja:
Das Müttergenesungswerk wurde 1950 gegründet. Warum wohl?

Das Thema haben wir auch oft. Weißt du. Damals war es doch bei jedem so. Frauen hielten zusammen, Familien auch. Jedenfalls generell. Da bretterte keiner mit 2 Autos zur Arbeit und zur Kita, da musste nicht für so extrem viel Luxus gearbeitet werden wie heute. Für ein bescheidenes Leben reichte ein Gehalt und in den 50er-90ern waren viele Frauen ganz zu Hause und hatten keinen Stress mit Chefs, Kollegen und der Kinderbetreuung. Das kann man einfach nicht vergleichen. Keine Erreichbarkeit mangels Telefon oder Handy und und und.

Offtopic, aber: So ein bescheidenes einfaches Leben ohne Kollegen, Chefs, Geld und nur dem Gehalt ihres Mannes wollte noch nicht mal meine Oma, und die wird dieses Jahr 95. ;-)

Hier, wo ich lebe, war es aber weit verbreitet. In Städten mit Sicherheit schon früher anders. Aber nein, unzufrieden waren hier wenige. Außer höher gestellten Leuten waren die "Normalen" doch eher auf einem gleichen Niveau. Da war weniger Angeberei, Neid usw. unter den Frauen.

Und Du bist sicher Sie war glücklich dabei?
Ich kenne diese Belastung nicht,da ich wirklich einen Mann habe der mit mir alles teilt
Familie&Beruf
Ich wollte nie einen Arbeitsesel und er nie eine Putzfrau.
Trotzdem unterstütze ich Frauen lieber die es eben nicht so hinbekommen,ich bin überzeugt früher haben die Frauen schlicht den Mind nicht aufgemacht und haben Alls hingenommen...

Mund
Alles

Kindern wir immer mehr "abgenommen", die Erfahrungen vom "echten Leben" halten sich als Kind/Jugendlicher doch stark in Grenzen.

Diese Erfahrungen fehlen aber als Erwachsener und diese sinkende Belastbarkeit ist sicherlich ein Indiz für eine doch sehr stark behütete Kindheit.

Ich nehme mich da nicht aus....

Genau meine Meinung! Super geschrieben.

Hier habe ich etwas treffendes gefunden:

https://www.welt.de/politik/deutschland/article141176377/Sandwich-Generation-stoesst-an-ihre-Belastungsgrenze.html

https://www.ifd-allensbach.de/fileadmin/IfD/sonstige_pdfs/BdF_Studie_Sandwich.pdf

Das gehört alles mit zu den heutigen Belastungen

Ich fühle mich nicht überlastet, für mich ist nachmittags Kinderzeit und das ist für mich Freizeit. Meine Kinder sind gesund und lieb und bereiten mir viel Freude.

Dank Teilzeit und Putzfrau muss ich mich auch nicht so fürchterlich abarbeiten, dass ich auf dem Zahnfleisch gehe.

Ich kann auch sehr gut was liegen lassen, die Tür hinter mir zu machen und mit den Kindern ins Spassbad fahren. ;-)

Man kann sich das Leben ja so einrichten, dass es Spaß macht. :-)

Hey,

ich weiß nicht, wie es früher bei euch war, aber ich denke, die Familien und auch Freunde, Nachbarn oder das Dorf/der Stadtteil haben noch viel enger zusammen gehalten und sich auch gegenseitig unterstützt. Heute ist sich ja nur noch jeder selbst der nächste und es wird kaum noch Hilfe angeboten. So erfahre ich es zumindest.

Meine Eltern leben nicht mehr, meine Schwiegereltern wohnen 400km weit weg, genauso der Rest der Familie. Freunde sind in ganz Deutschland, sogar der Welt verstreut. Da müssen wir hier alleine klar kommen. Ich konnte früher immer alleine zu meiner Oma laufen. Die wohnte nur 5 Minuten weit weg. War oft bei meinen Nachbarn oder der Patentante (selbes Haus) meine Tante und Cousinen waren nur 30 Minuten mit dem Auto entfernt...

Viele Grüße
K4ssio

Omas waren zu meiner Zeit auch weit verbreitet. Fast alle meine Freunde hatten nachmittags eine Oma zur Verfügung. Oder auch zwei oder gar Uromas noch.

Ich glaube dass ich es noch nicht wirklich beurteilen kann da ich momentan mit Kind 2 noch in Elternzeit bin und meine Kinder noch sehr klein sind. Ich sehe aber das viel Stress selbst gemacht ist. Viele wollen ein Leben leben dem sie finanziell/zeitlich/ körperlich gar nicht gewachsen sind. Noch dazu hab ich oft das Gefühl dass die Menschheit immer dümmer wird und sich dadurch das Leben selbst schwerer machen. Auch der unbegrenzte Konsum und sämtliche Statussymbole sind den Menschen noch wichtiger als früher. Ich weiss dass ich mich relativ leicht Rede weil es uns finanziell sehr gut geht, trotzdem ( oder auch genau darum) Leben wir nicht über unseren Verhältnissen.

Sehe ich auch so und beobachte ich hier auch. Ich würde das nicht wollen. Was manche sich zumuten ist schon absurd. Wenn es dann noch auf dem Buckel der Kinder ist, find ich es richtig schlimm

Kinder brauchen eigentlich keine Eltern, die helikoptern.
Ich kann mich nicht erinnern, dass meine Mutter mich mal zur Schule gebracht hat oder zu einem meiner Hobbies.
Und.... ging auch so!! ;-)

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Mein Bruder und ich hatten eine glückliche Kindheit. Wir wurden auf dem Land groß. Sobald man Fahrrad fahren konnte, war man alleine bzw. mit anderen Kindern im ganzen Dorf unterwegs. Da saßen keine Eltern mit am Spielplatz. Aber auch damals (vor gut 30) Jahren gab's schon Außnahmen von Eltern. Diese Kinder taten mir leid. Die durften nicht alleine raus und die Freunde wurden von den Eltern ausgesucht. Meist natürlich solche, die auf derselben Wellenlänge waren im Bezug auf Erziehung wie die Eltern selbst. Die freilaufenden Kinder waren sozusagen das Gesinde.
Meine Eltern hatten tagsüber recht wenig Arbeit mit uns,denn nach der Hausübung waren wir draußen bis zum Abendessen.

Genau so eine freie Kindheit versuche ich auch meinen Töchtern zu ermöglichen.
Es war die schönste und unbeschwerteste Zeit in meinem Leben. Man durfte Kind sein und gleichzeitig schon die Verantwortung teilweise für sich selbst übernehmen. Quasi komm ich vom Baum auch wieder alleine runter oder schaffe ich es mit dem Fahrrad die Stufen runter zu fahren. Sowas eben.
Auch auf die Kleineren in der Gruppe wurde aufgepasst. Das hat niemanden gestört. Mein Bruder ist nur zwei Jahre älter und musste ein wenig auf mich aufpassen. Das war bei anderen Geschwistern ebenso.

Gut, meine Kinder sind gesund. Von daher brauchen wir keine Therapien oder sonstiges in Anspruch nehmen.
Zu Ihren Hobbies gehen sie alleine.
Also Termine haben wir in dem Sinn keine.

Klar können einem die Kinder manchmal auf die Nerven gehen. Man ist ja nicht jeden Tag bei bester Laune, aber als Belastung empfinde ich sie nicht.
Meine Mutter war Hausfrau als wir klein waren. Der war natürlich bei weitem besser in Schuss als meiner. Dafür habe ich einen Job, der körperlich anstrengend ist und nicht jedermanns Sache. Aber ich mag ihn und erspare mir damit das Fitnesscenter😂

Im Endeffekt kommt es aber auch stark drauf an welcher Typ Mensch man ist.
Ich hab definitiv Hummeln im Hintern. Ich glaube damit macht sich für mich vieles leichter.
Ich weiß nicht, ob ich nicht ein anderer Typ geworden wäre, wenn meine Kindheit sozusagen behüteter verlaufen wäre?
Ich kann heute sagen, dass es meine Eltern richtig gemacht haben. Das freilaufende Gesinde von damals hat ihren Weg gefunden. Die, die von ihren Eltern behütet wurden hatten es teilweise schwerer. Ob das Zufall ist? Ich glaube es nicht.

Mmmm. Ich weiss ja nicht. Ich denke vor 30 40.Jahren haben nicht.viele.frauen mit 4 kleinen Kindern eine ca. 50 Stunden Arbeits Woche, wie ich gehabt , insbesondere wenn auch der Mann ca. 50 bis 60 Stunden die Woche arbeitet? Also ich habe jetzt nicht das Gefuehl, dass die Frauen da frueher mehr geleistet haben. Ein anderer Aspekt ist sicher die Gesundheit. Frueher gab es keine.Zahnprophylaxe. nicht so viele impfungen. Vorsorgertermine.

"Mmmm. Ich weiss ja nicht. Ich denke vor 30 40.Jahren haben nicht.viele.frauen mit 4 kleinen Kindern eine ca. 50 Stunden Arbeits Woche, wie ich gehabt , insbesondere wenn auch der Mann ca. 50 bis 60 Stunden die Woche arbeitet? Also ich habe jetzt nicht das Gefuehl, dass die Frauen da frueher mehr geleistet haben."

Dann frag mal die Frauen, die vor allem in der Landwirtschaft gearbeitet haben!
In einem Punkt hast du vielleicht recht: sie hatten nicht 4, sondern meist mehr Kinder!#aha

Hallo,

Ich habe mich vor ein paar Jahren einmal mit meinem Opa über dieses Thema unterhalten. Wir waren uns einig: früher war vieles einfacher.
Die Welt ist für uns heute viel grösser und komplizierter.
Einmal gewählt, stand der Lebensweg meist so gut wie fest. Partnerwahl und Beruf waren fix, über diese Themen hat man sich keine grösseren Gedanken gemacht. Bei mir zB. War es ein ganz schöner Kampf, bis sich beides geregelt hat. Es ist heute viel mehr in Bewegung.
Wir bekommen viel mehr mit, von dem was in der Welt passiert und müssen es verarbeiten. (Beispiel Pädophilie).
Wir bekommen gezeigt, wie wir auszusehen haben, wie wir unsere Kinder zu erziehen haben und was andere haben und wir nicht.
Das alles fordert seinen Tribut und stresst die Menschen.
In den letzten Jahren mussten mein Mann und ich beruflich und privat so viele Entscheidungen treffen, wie meine Grosseltern wahrscheinlich in ihrem ganzen Leben nicht. Da hab ich es mir oft gewünscht, dass einfache Leben, dass es früher so gab.

Meine Mutter hat vollzeit gearbeitet und war teilweise mit drei Kindern allein.
Das ging sehr gut.. Wenn man Kinder auch einfach mal allein zu Hause lässt, man schon als Kindergarten Kind mit dem Bus zum Kindergarten gefahren ist oder im Zimmer eingesperrt wurde..

Nein, da bin ich froh, dass wir das heutzutage anders machen.

Wobei, wir haben frisch drei Kinder, einen Hund, mehrere Katzen und Kleintiere, einen Garten, haushalt, ich studiere teilzeit, mein Mann arbeitet 50 - 60h die Woche.. Alle Verwandten sind 500km entfernt.
Ich finde nicht, dass wir verweichlicht sind oder nicht mehr belastbar sind ^^

Wenige Elternteil haben sich in den 50er/60er Jahren die Nächte wegen eines schreienden Babies / Kleinkind um die Ohren gehauen 'Schreien stärkt die Lunge'. Wenn ein Kleinkind Trotzanfälle bekam, nicht so funktionierte wie erwartet, galt 'eins hinter die Löffel' als probates Erziehungsmittel.

Und im Übrigen glaube ich nicht, das die Menschen 'früher' soviel belastbarer waren, als heute. Von 1957 - 1961 wurde Contergan vertrieben und erreichte Milliardenabsätze - gerade bei Frauen. Das bedeutet doch, das Millionen von Frauen ein Schlaf- und Beruhigungsmittel schluckten. Bestimmt taten sie das nicht, weil sie so ungemein belastbar waren.
Oder 'Frauengold'. Ein nervenberuhigendes Tonikum für die Frau, das 16,5 Volumenprozent Alkohol enthielt. War ein Verkaufsschlager damals. Oder wie es eine Tante von mir ausdrückte: 'Die 50er konntest Du als Frau eigentlich auch nur dauerbesoffen überstehen.'
Ich glaube der grosse Unterschied war, das in der 50er / 60er Jahren niemand darüber sprach, wenn er an seine Grenzen kam.

Grüsse
BiDi

Weiß nicht. Ich arbeite Vollzeit mit fünf Kindern, die ihren Papa verloren haben. Und ich fühle mich nicht überlastet oder so. Ja, mein Tag ist voll und abends bin ich auch froh im Bett zu liegen, aber ich bekomme alles hin ohne zu jammern. Wen sollte ich auch volljammern?😂

Auf der anderen Seite habe ich viele Bekannte, die zuhause sind, ein Kind haben und jammern, weil der Mann erst um 17 Uhr heimkommt.

Ich denke, dass es damals wie heute Menschen gab, die unterschiedlich belastbar waren und sind.

Ich glaube es liegt einfach daran dass die meisten es nicht müssen und „einfache“ Auswege haben. Ich höre häufig die Frage wie ich das alles schaffe. 2 Kinder (1 mit Trisomie 21), Hund, Hausbau in der Schwangerschaft mit Kind 2, berufstätig, kranke Mutter die immer wieder Unterstützung benötigt oder im KH liegt. Großeltern die hier mal helfen können - Fehlanzeige. Das wusste ich aber und das ist ok für mich. Ich glaube andere haben „mehr zu tragen“, wieder andere weniger. Jammer hilft manchmal Frust abzubauen aber ändert nix an der Situation. Wir sind glücklich mit allem (außer vielleicht mit der Krankheit meiner Mutter) und empfinden unser Leben nicht als Bürde.

Ich kann aber verstehen dass man gerne Hilfe annimmt wenn sie nebenan ist. Warum auch nicht?

Mich würde mal interessieren, wo ihr 3 Kinder denn ward, als deine Mutter Freitags und Samstags gearbeitet hat.

Schade, dass ich keine Antwort bekomme. Ich unterstelle mal (lass mich auch gerne eines Besseren belehren), dass irgendwer auf euch aufgepasst hat (Oma, Tante). Sprich, wenn es jemanden gibt, der regelmäßig Kinder abnimmt, gibt es auch jemanden, der die Kinder abnimmt, wenn mal Not an Mann ist, oder hat deine Mutter immer 3 Kinder mit zu ihren Arzttermin genommen? Was ich damit sagen will: Wenn man zwischendurch Entlastung hat, dann sind Kinder kein Stress und man hat nichts zu beschweren. Wenn man ständig Kinder ohne Entlastung hat und diese IMMER zu allen Terminen und Events mitschleppen muss und NIE Zeit für sich hat (und ja es ist auch Zeit zur Erholung, im Wartezimmer eine Zeitschrift anzuschauen oder ohne Kinder in Ruhe Lebensmittel einzukaufen), dann fühlt man sich schnell ausgelaugt und sehr belastet. Ich hatte das auch eineinhalb Jahre lang mit 2 Kindern und es ist wirklich nicht immer einfach und belastend. Ich hatte mein Kind zu allen Untersuchungsterminen in meiner 2. Schwangerschaft dabei und auch als ich sehr krank war, musste ich mich zusammenreißen und für meine Kinder da sein, weil ich niemanden hatte. Das ist hart. Ich merke nun den Unterschied, weil ich seit ein paar Monaten meine Mutter alle 2 Wochen für einen Nachmittag als Entlastung habe, wo ich meistens etwas mit nur einem Kind unternehme oder mal alleine einkaufen gehen kann. Ja da merkt man, wie durch so wenig Hilfe (und es ist ja jetzt nicht wöchentlich mehrere Male), tatsächlich die Akkus wieder aufgeladen werden.
Und schau mal, wie sah es denn in denn früher aus? Da war immer ein „Au pair“ durch die im selben Haus wohnenden Großeltern mit dabei, die sich um die Kinder gekümmert haben. Bei uns hat auch die Oma mit im Haus gewohnt. Sie war wach, als wir Kinder morgens aufgestanden sind, hat uns Frühstück gemacht, meine Mama war halbtags arbeiten, die Oma hat jeden Mittag gekocht. Ich war nie mit meiner Mama beim Arzt, außer es ging um mich. Da bist du als Mutter so stark entlastet, dass es gar nichts zum Meckern geben kann. Das ist heutzutage nicht mehr der Fall.

Hallo,

da gibt es sicher unzählige Grunde.

Früher wurde einfach weniger nach Außen gejammert. Man fügte sich dem Leben, das man hatte. Heutzutage wird sehr viel nach Außen getragen. Gerade auch durch das Internet. Gefühlt gibt es Millionen von Blogs, Artikeln und Podcasts, in denen versucht wird "auf witzig gemacht" mitzuteilen, wie scheiße eigentlich alles ist.
Ich glaube manchmal, dass es überhaupt nicht mehr en vogue ist, GLÜCKLICH mit seinem Leben zu sein, auch wenn es nur klein, bescheiden und unperfekt ist und es auch mal quietscht und knatscht.

Wenn man mal einen miesen Tag hat und das auch äußert, bekommt man direkt gespiegelt, dass es dem Gegenüber NOCH schlechter geht und dann kommt jemand, der das übertrumpft und "also ICH mache dies und jenes und jammere auch (gerade mal) nicht..."

Man kriegt einfach mehr von Außen mit. Früher hielt man Unzufriedenheit und Überlastung höchstens in der Familie. Heute postet man es online.

Dann haben wir ein völlig aus dem Ruder gelaufenens Anspruchsdenken. Egal ob Wohnraum, Ausflüge/Urlaub/Konsumgüter, Freizeit, Hobbies...
Und das muss natürlich finanziert werden. Und das geht nicht mal nebenbei.

Über die völlig veränderte Kindererziehung wurde hier schon gut geschrieben. Das muss ich nicht noch ergänzen.
Was hier jemand über die teilweise absurden Termine mit Kindern schrieb kann ich nur bestätigen. Was ich allein in den letzten Wochen wieder für grandiose Zettel aus den Schulen mitbekommen habe... Wo ich überall erscheinen, mithelfen, zugucken, hinfahren... soll...

Ich will gar nicht über das ewige Thema berufstätig vs Hausfrau sprechen. Das hat sich für mich tot gelaufen.
Fakt ist aber, dass man nun mal nicht alles haben kann und nicht alles sein kann. Es gibt kein perfekt. Wenn mir aber von der Gesellschaft ständig suggeriert wird, dass ich aber eben DOCH alles haben kann und vor allem alles haben WOLLEN MUSS! dann kann das heftig auf die Psyche all jener schlagen, die insgeheim eigentlich anders leben wollen.

Frau/Mutter zu sein ist heute ein Politikum. Ein öffentliches Anliegen.

Früher: Frau: "Ich möchte jetzt gerne Mutter werden". *sucht sich Partner, heiratet, bekommt Kinder, zieht diese nach dem gängigen Modell, das in ihrer Region vorherrschte, groß*
Gesellschaft: ....


Heute: Frau: "Ich möchte jetzt gerne Mutter werden". *kommt keine zwei Schritte weit*
Gesellschaft: "Jetzt schon? Du bist doch viel zu jung... Jetzt erst? Du bist doch schon zu alt!
Mit DEM Mann?
Du riskierst einen Karriereknick... Willst Du nicht erstmal Karriere machen?
Oh, Du bist schwanger! Dann musst Du Dich schonen... Du bist schwanger, nicht krank!
Du musst die, die, die und die Vorsorgeuntersuchung machen... Das ist alles Mist, braucht man nicht. Lass die Natur machen!
Was? Du isst noch Käse, Salami, Kaffee. Pures Gift... Was? Du schränkst Dich ein? Alles Humbug!
Wie? Du hattest einen Kaiserschnitt? Nur spontane Geburten/Geburtshaus/Hausgeburt/Geburt im Wald ist richtig... Was? Du willst eine Hausgeburt? Was ein unverantwortliches Risiko. Du bist schuld, wenn Deinem Kind was passiert...
Du willst nicht stillen? Unfassbar... Stillst Du etwa IMMER NOCH?
Dein Kind schläft bei Dir? Das geht ja gar nicht... Was? Dein Kind schläft im eigenen Zimmer? Das geht ja gar nicht!
Dein Kind bekommt einen Schnuller? Das ist schädlich... Hey, Dein Kind schreit. Gib ihm doch mal einen Schnuller!
Hockst Du etwa IMMER NOCH zu Hause? Bekloppte, naive, dumme Hausfrau. Jetzt rangierst Du auf einer Stufe mit Sozialschmarotzern und Straftätern... Du arbeitest? Jetzt schon?? Du Rabenmutter. Wofür hast Du überhaupt Kinder bekommen?
Kita? Niemals... Kita? Auf jeden Fall. So früh wie möglich und so lang wie möglich.
Dein Kind bekommt Süßigkeiten? Unverantwortlich. Gift. Dreck. Industrieware. Wir werden alle sterben... Dein Kind bekommt keine Süßigkeiten? Helikoptermutter. Hysterie. Ökotante.
Fernsehen? Klar, warum nicht?... Fernsehen? Ernsthaft? *es folgt ein Monolog über Medienkonsum...*
Alleine zur Schule? Wie kannst Du nur? Mein Kind wird gefahren. Viel zu gefährlich. In der heutigen Zeit... Dein Kind wird gefahren? Wie kannst Du nur? Helikopter. Elterntaxi. Furchtbar *schaltet die Medien ein*

Wir erweitern das noch um die Themen Hobbies, Ernährung, Hilfe bei den Hausaufgaben, Gymnasium vs irgendwas anderes, Haustiere, Arztbesuche und Sonnencreme.

Das ganze garnieren wir mit einer Impfdebatte, ein paar Schwiegereltern und der Frage, wie man seine Partnerschaft heutzutage führen sollte.

Nach all dem hat die junge Frau, die irgendwann mal sagte: Ich würde jetzt gern Mutter werden! noch nicht einen Handschlag irgendwas getan und ist wahrscheinlich trotzdem fix und fertig.



Ich selbst fühle mich meistens nicht überlastet. Nur manchmal. Ich bin aber schon vor Jahren aus diesem Zug ausgestiegen und mache mit meinem Mann mein eigenes Ding. Mein Leben ist kein Politikum, ich bin niemandem Rechenschaft schuldig und ich lasse mich nicht in irgendein Muster zwingen.
Wir erziehen einfach unsere Kinder. So, wie wir da Lust zu haben. Und wenn uns da war nicht passt, ändern wir es.
Das musste ich lernen. Diese tiefe Gelassenheit hatte ich nicht von Anfang an. Aber seit ich das drauf habe, geht es uns sehr, sehr gut. Uns allen!

Und trotzdem: Manchmal hakt es auch bei mir noch. Und auch ich, als nicht berufstätige Mutter, fühle mich manchmal überlastet so komplett ohne jede Unterstützung durch Großeltern, ohne soziales Netz, ohne verfügbaren Partner, chronisch krank mit oft starken Schmerzen und mit zwei Schulen die meinen, ich wäre quasi eine kostenlose Mitarbeiterin.
Denn jeder hat mal einen miesen Tag. Und die erlaube ich mir auch. Dann haue ich auf den Tisch und sage: Jetzt reichts mir. Oder ich jammere mal. Und dann ists auch wieder gut. So wie bei Omi! :-)

LG

Dein Text ist absolut großartig!! Vielen Dank dafür; ich habe wirklich viel schmunzeln müssen und habe mich hier und da ertappt gefühlt :-)

Meine eine Tochter ist in der ersten Klasse.
Vor kurzem gab es die Nachricht für alle Eltern, dass Kinder vor der Schule von unbekannten Leuten angesprochen wurden. Zwar nichts schlimmes, aber wir sollten die Kinder sensibilisieren für das Thema Fremde usw.
So weit so gut.

Es gibt natürlich auch einen tollen Eltern - chat bei WhatsApp der Klasse meiner Tochter.. Da schrieb das eine auch noch mal und eine andere schrieb darauf :

"es ist gruselig, dass fremde Leute unsere Kinder ansprechen.. Aber noch gruseliger sind die Eltern, die ihre Kinder bereits in der ersten Klasse allein zur Schule gehen lassen!"

Und ich las das und hab mir tatsächlich den Kopf darüber zerbrochen, wie verantwortungslos wir sind, weil unsere Tochter (voller Stolz) mit dem Bus zur Schule fährt und nicht von uns gebracht wird..
Und du hast recht, allein dieser eine Satz Hat dafür gesorgt, dass ich viel dazu gegoogelt habe und einige Tage lang ein schlechtes Gewissen hatte, aber gleichzeitig diese Antwort der Mutter auch einfach unverschämt fand.. Und ich mich zügeln musste, es zu ignorieren usw.

Und alles, was du aufgezählt hast, und noch viel mehr, verlangt uns natürlich Kraft ab.

Andererseits können Google, WhatsApp und Co, all die Medien, die auf einen einprasseln, auch beruhigen und Kraft sparen.

Es hat alles seine Vor - und seine Nachteile. Wir leben in unserer Zeit und ich denke, die meisten versuchen, das Beste draus zu machen. So wie früher auch schon.
Und wer weiß, vielleicht wird in 50 Jahren jemand bei einer Hologramm - Konferenz fragen, warum wir so hart im Nehmen waren, während sie selbst so verweichlicht sind :)

Heute wird es viel mehr auf die Bedürfnisse (nicht nur Grundbedürfnisse) des Kindes eingegangen, daher viel mehr Ansprüche an die Mütter. Früher bestand Familie aus viel mehr Familienmitgliegern (Tante, Onkel ihre Kinder) die zur engen Familie gehörten und dementsprechend aufeinander aufpassten und halfen.

Was ich noch anmerken möchte :

Früher gab es oft Familie, die half. Man war quasi fest in seinem Leben. Heute hat man viele Möglichkeiten, sich zu "verwirklichen". Das kann einen heute überfordern.
Aber das Festgefahren sein früher, hatte auch Nachteile. Mein Uropa hat sich den Strick genommen, weil es einfach keinen Ausweg aus der Familie gab.
Und heute geht man in die weite Welt, sieht, dass man völlig überfordert mit allem ist.. Und nimmt sich ebenfalls einen Strick.

Ich glaube, man sollte von Pauschalisierungen absehen.
Es gab früher welche, die besser mit ihrem Stress und ihrem Leben umgehen konnten und welche, die es nicht gut konnten. Und so ist es noch heute.
Die einen reden darüber, die anderen nicht.

Früher, heute, die eine Gruppe, die andere Gruppe... Ich halte davon nicht viel.

Ich finde nicht, das wir weniger belastbar sind wie früher. Die Zeiten haben sich geändert und auch die gesellschaftlichen Verpflichtungen. Ich finde das oft stressig, alles unter einen Hut zu bringen. Oft rennt man dann noch für Eltern und Großeltern und hat selbst keine Unterstützung. Dazu dann Haus, Garten, Kinder, Job, Hobbys, Freunde oder ne sonstige Termine (Arzt, Friseur, Spielverabredunngen). So ist es zumindest bei uns...