Nachbarn machen mich wahnsinnig

    • (1) 28.06.19 - 23:17
      Nervigenachbarn

      Unsere Nachbarn treiben mich in den Wahnsinn.

      Nach der Arbeit schraubt er täglich an Motorrädern rum. Das geht seit über einem jahr so. Lässt den Motor ewig knattern, dann spielt er so lang mit dem Gas das bei uns auf der terrasse alles stinkt. Teilweise ist es so laut das man sich kaum unterhalten kann. Dann sprüht er mit lacken oder Farben rum, dass es bis zu uns stinkt.

      Damit nicht genug. Diese Garage wird Abend zu einem Stammtisch. Sommer wie Winter. Es läuft metall und wenn sie ganz betrunken sind wird voll aufgedreht und mitgegrölt.

      Es kommt auch vor das sie rechte parolen rumschreien.

      Jetzt Grad im Moment ist mein Fenster gekippt und ich hör seine grässliche Musik. Wir sind eine neubausiedlung und alle Häuser stehen ganz eng beieinander. Seine Garage direkt neben dem Schlafzimmer und dem Zimmer meines Sohnes

      Ich hab ihn einmal höflich gebeten doch ab 22 oder 23 Uhr etwas leiser zu werden. Vor allem weil es jedes Wochenende ist. Er hat mich nur ausgelacht und geändert hat sich nix.

      Polizei wird da nicht viel machen können oder?

      • Hallo,

        Bis auf die Parolen und die Musik haben wir hier auch so ein Exemplar wohnen...
        Tagsüber Ordnungsamt wegen der laufenden Motoren... eine Garage ist nur zum Abstellen eines Autos, kein Lagerort: Brandschutz, Bauamt,...
        Werkstatt... vllt repariert er ja und nimmt dafür Geld? Ist es vllt ein illegales Geschäft? Finanzamt.
        Ich würde dem alles an Behörden auf den Hals hetzen. 😅
        Und ein Lärmprotokoll führen.

        Vllt hast du ja Glück. Ich drücke dir die Daumen!

      Kleiner Tipp: wenn er faktisch eine Werkstatt betreibt, also ein Gewerbe, braucht er hierfür diverse Genehmigungen, und wenn ihr in einem reinen Wohngebiet wohnt, ist eine Umnutzung fast unmöglich. Selbst wenn die Werkstatt legal wäre, muss er immer noch ziemlich viel einhalten, Gerade bei den Vorschriften zu Lärm, Abfallrecht, Gewässerschutz usw. sind solche Personen oft nicht regelkonform, hier könntest Du Dich an die Überwachungsbehörden wenden. Gewerbeaufsicht und untere Abfallbehörde.

      Wie sehen das denn die anderen Nachbarn? Das wird ja nicht nur dich stören, oder?

      "Wir sind eine neubausiedlung und alle Häuser stehen ganz eng beieinander. Seine Garage direkt neben dem Schlafzimmer und dem Zimmer meines Sohnes"

      Ein Grund, warum ich nie wieder in einem dieser beengten Neubaugebiete wohnen möchte.

      Zum Rest: Klar, Polizei rufen. An jedem lauten Abend Punkt 22 Uhr.

      Fragt mal in der Nachbarschaft herum, gemeinsam ist es einfacher.

      LG

      Hier sollte man in mehrfacher Hinsicht differenzieren: zum Einen nach Lärm und Geruch und zum Anderen nach zivilrechtlich, ordnungsrechtlich, öffentlich-rechtlich und evtl strafrechtlich.

      1. Lärm

      a) zivilrechtlich: du kannst mit einem Unterlassungsanspruch auffordern, zu bestimmten Zeiten (Ruhezeiten) die Lärmbelästigung zu unterlassen und zu den anderen Zeiten (nachmittags) es zu unterlassen einen bestimmten Lärmpegel zu überschreiten. Diese strafbewehrte Unterlassungserklärung (gibt mit Sicherheit auch gute Vorlagen im Internet) ihm in den Briefkasten werden, mit der Aufforderung, diese innerhalb von 14 Tagen unterschrieben zurückzuschicken. Macht er dies , hat sich das Problem geklärt. Wichtig ist, ein Lärmprotokoll mit Datum, Uhrzeit, Dauer, Art der Störung und konkretem dB Wert zu führen.

      b) ordnungsrechtlich: nach §117 OWiG wird dieses Lärmprotokoll dem Ordnungsamt der Gemeinde zukommen gelassen (mit Daten, wann die Polizei gerufen wurde), mit der Aufforderung an die Kommune, tätig zu werden. Die örtliche Ordnungsbehörde ist nach den landesrechtlichen Immissionsschutzgesetzen dafür zuständig.

      c) Bei jeder Ruhestörung Polizei rufen und Kopie des Einsatzberichtes verlangen. Spätestens nach dem dritten Einsatz wird sich die Polizei an die Kommune wenden, um das Problem zu lösen.

      2. Geruch und sonstiges

      a) auch hier Unterlassungsanspruch wie 1) (auch hier Protokoll anfertigen)
      b) öffentlich rechtlicher Unterlassungsanspruch aus dem Bauplanungsrecht, zB §3 BImSchG
      c) auch hier Polizei rufen und mitteilen, dass man erhebliche Kopfschmerzen bekommen hat und bitten wegen Verdachts einer Straftat zu ermitteln.
      d) bei der Kommune mitteilen, dass hier ohne Genehmigungen eine Reperaturwerkstatt betrieben wird (der Kreis wird hier wahrscheinlich tätig, kommt auf das Bundesland an).

      Dies sollte für den Anfang reichen, bevor man stärkere Geschütze aufführt.

      Falls du Rückfragen hast, gerne auch per PN (aber keine Rechtsberatung).

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