Warum bin ich als Mama einfach unglücklich?

    • (1) 29.06.19 - 12:34
      unzufriedene-mama

      Hallo zusammen,

      Lieber schwarz. Kann mich derzeit selbst nicht leiden. Ich bin Mitte 30, verheiratet, zwei Kinder (2 Jahre und 12 Wochen alt). Beruflich bin ich als Geschäftsführerin im Projektmanagement tätig, derzeit in Elternzeit für weitere 10 Monate.

      Meine Kinder sind toll. Der Große steckt mitten in der Trotzphase. Das ist mega anstrengend und ich bin natürlich Prellbock Nr. 1. Er geht bereits in die Kita, täglich von 9 bis 15 Uhr. Er geht gerne hin, ohne Theater.
      Der Kleine ist absolut pflegeleicht, schläft durch, ruht in sich selbst, ist zufrieden und absolut dankbar.
      Mein Mann geht Vollzeit arbeiten. Hat viele Hobbies. Ist viel unterwegs.
      Die Hausarbeit mit allem, was dazu gehört, liegt bei mir. Ebenso die gesamte Projektorganisation unseres Neubauvorhabens, was derzeit in die Umsetzung überführt wird. Außerdem natürlich die Kinderbetreuung. Ich bin also grundsätzlich ausgelastet.
      Finanziell müssen wir uns keine Gedanken machen zum Glück.

      So viel zu den Rahmenbedingungen.
      Trotzdem bin ich mega unzufrieden und totunglücklich. Es gibt keinerlei Erfolgserlebnisse in meinem Alltag. Ist die Wohnung geputzt, dauert es keine 2 Stunden und sie sieht aus, wie vorher.
      Der Große zickt mich ständig an, ja, ich weiß, er liebt mich. Der Kleine ist ein Sonnenschein. Die Kinder sind großartig. Mein Mann lässt alles stehen und liegen, vergisst alles.
      Ich bin nur noch genervt. Und durcheinander.
      Und ich habe noch 10kg mehr drauf als vor der Schwangerschaft. Das nervt auch. Alles nervt.

      Andere Frauen wären wahrscheinlich happy, in meiner Situation zu stecken und sich sorglos um die Kinder kümmern zu können, aber mir fehlt einfach was... alles nervt derzeit.

      Das musste mal raus.
      Eine genervte Frau.

      • Ich finde nicht das du dich schlecht fühlen musst nur weil du von allem genervt bist.
        Du bist zur Zeit 100% Hausfrau und Mutter. Vorher warst du vermutlich sehe Karrierefixiert? Dein Mann kann allen Hobbys nachgehen und für dich bleiben die Kinder. Das kann frustrieren.
        Ich habe mir Elternzeit auch immer sooo schön vorgestellt. Man kann mal ins Café gehen etc.
        Leider war mein Kleiner überhaupt kein einfaches Baby und ich bekomme immer noch Panikattacken wenn ich auf ein Geburtstag etc eingeladen bin.
        Am Anfang fand ich es mega unfair das mein Mann sein Leben weitergelebt hat und ich zu Hause alles managen musste. Dazu ein Kind was ständig brüllte....

        Du darfst also sehr wohl genervt sein. Nur eine Lösung kann ich dir nicht bieten. Außer deinen Mann bitten dir mal Freiräume zu schaffen...

        • (3) 29.06.19 - 12:46
          unzufriedene-mama

          Danke für deine Worte.
          Ich war nicht direkt auf Karriere fixiert. Ganz im Gegenteil, die ist irgendwie so passiert. Meine Studienfächer waren nicht gerade Sprungbretter und es war auch nie mein Ziel, aber es ist einfach ein tolles Gefühl, etwas zu bewegen und etwas zu erreichen. Das fehlt mir so sehr.
          Vorgestern kam eine Kollegin hilfesuchend zu mir. Dass ich ihr nicht die Arbeit aus den Händen gerissen habe, war auch alles :-D

          • Das klingt, als würde es dir gut tun nicht erst in 10 Monaten wieder zu arbeiten ;) besprich doch Mal mit Mann und Chef ob ein früherer Einstieg möglich ist. Vielleicht erstmal nur ein Tag die Woche oder so? Dann hast du auch Mal was anderes im Kopf als nur die Kinder! Ich kann das so gut verstehen! Meine Tochter ist 15 Monate alt und ich freue mich schon SEHR dass ich ab Montag wieder arbeite!

      • Liegt im Auge des Betrachters.
        Du bewegst eigentlich ziemlich viel indem du den Alltag mit deinen Kindern verbringst.
        Es muss nicht nur im Beruf erfüllend sein.
        Die Kinder werden schnell groß und dann hat man eventuell wieder ganz viel Zeit für sich und eigene Projekte .
        Zwischendurch geht einen mal alles auf den Nerv, dass ist ziemlich normal.

        Versuch mal keinen Grund zu suchen sondern einfach zu sagen " mir geht alles auf den Nerv".
        Mit deinem Mann verstehe ich dich, finde es etwas unschön das alles bei dir bleibt.
        Alles gute

Ich hab gerade ähnliche Gefühle und bin von vielem genervt.

Mein Psychologe sagt: wichtig ist Zeit für dich!

Hast du genug Zeit für dich? Nimmst du dir genug Auszeiten wo du bewusst etwas tust was dir gut tut?

Wenn man sich primär um die Kinder kümmert und immer alles planen und organisieren und putzen muss, ist man ja dauerhaft unter Strom. Und das schlaucht.

Bewusst Kinder abgeben (Oma, Opa, Mann, Freunde...) und was allein machen.

Das wäre meine Idee.

LG

Ich kann dich auch gut verstehen. Manchmal fehlt es auch einfach ein Gespräch zu führen in dem es nicht um Kinder geht. Aber sonst hat man ja auch einfach nichts zu erzählen. Manchmal ist es einfach mega langweilig nur mit dem Kleinen den ganzen Tag zu Hause zu sein. Und dann ist man auch schnell mal genervt.
Hast du nicht die Möglichkeit ein bisschen was im Home Office zu machen? Damit man zumindest ein bisschen Abwechslung hat.
Ich würde Mal mit dem Papa sprechen und ihm sagen, wie es dir geht. Es muss doch möglich sein, dass er dich in irgend einer Form unterstützt. Wenn es auch nur so ist, dass er die Kinder zwei Stunden nimmt damit du dich mit Freunden treffen oder zum Hobby gehen kannst.

Warum geht dein Mann seinen Hobbys nach und du nicht? Du bist Mutter, er ist Vater! Da sollte es doch machbar sein, dass du dir auch Zeit für dich nehmen kannst!?
Das Leben verändert sich für beide, wenn Kinder zur Welt kommmen. Ich empfinde es nicht für „richtig“, dass sich alles nur für einen Partner ändert und der andere so weiter macht, wie ohne Kinder.
Sprecht Tage und Zeiten ab, wo er seinen Belangen nachgeht und Tage/Zeiten wo du deinen Belangen nachgehst. Nur weil du der Part bist, der zuhause ist, bedeutet es ja nicht, dass du 24/7 allein für alles verantwortlich bist. Auch du braucht Auszeiten.
Wenn du mit der Figur unzufrieden bist (war ich auch nach meiner Tochter) geh zum Sport! Ich war auch ein Sportmuffel und habe es vor meiner Tochter nie gebraucht, aber nun gehe ich regelmäßig 3 mal die Woche und es tut mir richtig gut!
Rede mit deinem Mann und kläre, dass du nicht alleine für alles zuständig bist und er sich anteilig eben auch einbringen muss.
Klar, dass du den größeren Part der Hausarbeit übernimmst, wenn du zuhause bist. Aber anteilig kann sich dein Mann ja auch einbinden. Du bist Mutter, kein Dienstmädchen! Auch wenn du den größeren Part der Hausarbeit erledigst, weil du zuhause bist, heißt es nicht, dass dein Mann jetzt überhaupt nichts mehr machen muss! Ich würde das schnellstens klären!!

Alles gute

Ich bin auch nicht der Typ "nur Mama". Bei meiner ersten Tochter habe ich nach 6 Monaten gedacht, dass so ein bisschen arbeiten eigentlich doch ganz schön wäre. Nach 8 Monaten habe ich mein Fernstudium wieder aufgenommen und es war toll! Endlich wieder mit gehaltvollen Inhalten beschäftigt sein. Und regelmäßig positive Rückmeldung für die geleistete Arbeit. Als ich nach einem Jahr wieder arbeiten gegangen bin, war das herrlich (wenn auch manchmal stressig).

Vereinbare mit deinem Mann, dass du auch Zeit brauchst. Für deine Hobbies oder für irgendein Projekt. Lerne eine Fremdsprache oder irgendwas anderes, was deinen Kopf fordert.

Und vor allem: fühl dich nicht schlecht nur weil du trotz vermeintlicher Traumbedingungen nicht glücklich ohne Ende bist. Überall wird einer Frau suggeriert, sobald sie Mutter sei, habe sie das größte Glück der Erde erreicht und von nun an wird alles andere unwichtig.

Aber die Wahrheit ist: Kinder sind fantastisch und bedeuten wirklich unfassbar großes Glück. Aber zum einen sind sie auch anstrengend und zum anderen auch nicht "lebensfüllend". Man darf und sollte auch noch andere Interessen haben als Kinder und Haushalt.

Der Text hätte von mir sein können. Wir ähneln uns deiner Beschreibung nach sehr. Ich hatte jedoch das Glück (für mich ist es Glück), dass ich trotz Baby arbeiten gehen musste. Mein Mann und ich haben uns damals reingeteilt. Es gibt Frauen, die können den Mutter-Haushaltsalltag ab und es gibt Frauen, die das nicht auf Dauer können. Ich gehöre zu zweiteren. Ich kümmere mich gern um Kind und Haushalt, aber erfüllen tut es mich ganz und gar nicht. Habe ich keine (andere) Aufgabe, bei der ich Erfolge sehe, gehe ich buchstäblich ein. Fühle mich ungebraucht, miserabel, unterfordert, genervt.

Mein Tipp: such dir dringend eine Herausforderung.

Was brauchst du für dich als eigenständige Person?

Ich bin gerne Mutter, ich liebe mein Kind, ja, ich bin happy.
Weil ich ich geblieben bin.

Ok, meine Hobbies haben sich verändert und der Organisation mit Kind angepasst.
Trotzdem habe ich mich nie vergessen oder wegrationalisiert.


Konkret heißt das: ich habe das, was ich gerne mache, weiterhin gemacht, mit eingebaut.
Urlaube, Freizeiten, Zeiten zu Hause: Zeit für und mit Kind und Zeit für mich.
Zeit für mich habe ich auch, wenn mein Kind dabei ist.

- ich lese, während mein Kind spielt (früher Zeitschriften mit kurzen Artikeln, heute wieder Bücher)
- Vokabeln lernen (einfacher als ein Buch lesen mit Kleinkind), einfach so für mich
- Wartezeiten sind Entspannungszeiten
- Spielplatz, Museum (in kindgerechter Kurzform), Spielplatz, Altstadt, Eis esssen
- Treffen mit Freunden. Nicht nur mit Kindern/Müttern, sondern mit erwachsenen Menschen, die zufällig auch oder auch nicht Kinder haben. Treffpunkt Spielplatz oder kindgerecht.


Ich muss mich nicht zwischen Mutter und Mensch entscheiden. Ich lebe beides so, dass es für mein Kind passt und so, dass es für mich passt.

Kleine Projekte, Ehrenamt in der näheren Umgebung, ... auch das kann möglich sein.


Wie geht es dir körperlich? Sind die Blutwerte in Ordnung?
Das muss nicht die Ursache sein, kann sich aber massiv auf die Psyche auswirken. Gerade nach Geburten stellt sich viel im Körper um, dass Mangel, Hormonprobleme etc. möglich sind.

Welche Ansprüche hast du an dich selbst?
Perfektion?
Kannst du auch mal etwas "übersehen" ohne, dass es dich in Gedanken begleitet?
Wenn ja, super. Wenn nein, kann das Stress sein, der unterschwellig an Kräften zehrt.
Gibt es kleinere Projekte, bei denen du Perfektion ausleben kannst? So, dass unperfektes nicht mehr so sehr auffällt?

Brauchst du ein Ergebnis, bei dem man ein Ergebnis sieht?
Freundinnen fingen an zu stricken (klingt klischeehaft, hilft ihnen aber: sichtbares Ergebnis!), handwerken, Fotoprojekte, schreiben. Etwas, das man beginnt, plant, einteilt und nach einem Zeitraum ein Ergbnis sieht.

So gings mir auch mal. Hatte einen schwereren Start, aber auch als es objektiv gut daheim lief war ich unzufrieden. Meine Therapeutin hat gemeint, das kommt daher, wenn man geistig nicht ausgelastet ist, dafür auf anderer Ebene schon. Die ständige Aufmerksamkeit für die Kinder, das immer auf dem Sprung sein, usw....ist einfach auf andere Art anstrengend.
Mir hat es geholfen eintönige Aufgaben im Haushalt zu erledigen, während ich Hörbücher oder Podcasts höre. So ging es viel besser und kam mir nicht so stupide vor. Vielleicht hilft es dir auch.
Außerdem hab ich schon wenige Monate nach der Geburt wieder mit meinem Nebenjob weitergemacht um einfach mal was anderes um mich rum zu haben;-)
Liebe Grüße

Ich kann auch noch empfehlen, sich auf Pinterest z.B. Spielideen für Kinder zu suchen, so etwas wie Montessorimaterial o.ä. Wenn ich selbst etwas für meine Kinder gebastelt habe, und sie dann damit gespielt haben, kam ich mir etwas produktiver vor;-)

Wichtig ist, sich selber keine Vorwürfe zu machen. Es bringt nichts, sich zu vergleichen. Wenn es bei Euch finanziell drin ist, besorg dir Hilfe im Haushalt. Während die Putzfrau putzt, geh mit dem Kleinen z.B.in ein Cafe mit Spielecke, lies ein Buch.
Wichtig ist, wie schon erwähnt, erwachsene Gespräche zu führen. Lade Deine Freunde ein, zu zweit vergeht die Zeit viel schneller.
Und geh Sport machen oder mach es zu Hause. Es wirkt enorm positiv auf uns aus!

(18) 29.06.19 - 18:35

Lass es raus. Mir geht's ähnlich. Mich nervt im Moment alles. Gefühlt bin ich hier die Putze vom Dienst. Meine Kinder sind 15, 3 und 1 Jahr alt. Der große ist in der Pubertät da ist sowieso jedes Wort zuviel, die mittlere hatte eine echte beschissene Phase zum Glück ist die vorbei. Die jüngste ist seit neuestem in der Krippe und im Moment ist sie schon wieder krank. Klebt an mir wie Patex. Nebenbei habe ich noch den Garten gestaltet und komplett umgekrempelt. Ich habe von früh bis spät zu tun. Kaum ist mein Mann heim und spielt mit den Kindern kann ich komplett von vorne anfangen aufzuräumen. Er sieht das natürlich alles anders. Ich gehe im August wieder arbeiten und ich freue mich darauf. Am meisten darauf wieder wahrgenommen zu werden. Und ja für die die meinen Kinder sind das wichtigste. Bei mir stehe ich an erster Stelle, sonst kann ich das alles nicht stemmen. Und ja ich liebe meine Kinder 😁

Wir haben genau die selbe Situation und Gegebenheiten, nur dass meine Kinder ein wenig älter sind. Ich bin zwar nicht unglücklich über meine Situation, aber manchmal auch unzufrieden. Für mich hört sich das zum einen, nach einem klaren Fall von „Findungsphase“ an (ihr seid ja erst seit Kurzem zu Viert, da muss man sich erstmal einfinden) zum anderen, nach einem klaren „Mutti muss wieder regelmäßig raus“ Fall an. Wenn man zu lange mit Kindern und Haushalt in der Bude sitzt, schleicht sich das „Desperate Housewife-Syndrom“ ein. Versuche dir Freiräume zu schaffen. Vielleicht kann dein Mann am Wochenende regelmäßig beide Kids nehmen und du triffst dich mit Freunden oder gehst zur Maniküre oder solchen Mädchenkram ;) Das bewirkt Wunder und macht wieder zufrieden.

(20) 02.07.19 - 22:47

Hey...
Hier auch lieber schwarz...
Mhhh der Text könnte von mir sein. Kind 1 fast 2 Kind 2 14 Wochen alt.
Es fühlt sich oft alles falsch an...keine Ahnung....
Ich bin stolz auf meine Kinder auf meine ehe auf meine Familie das ist klar.
Es erfüllt meine Seele einfach nicht Tag für Tag alles aufzuräumen einzukaufen zu kochen etc. Hier ist es nicht steril weil ich einfach nicht hinterher komme. Putze ich hab ich maximal 2 Stunden Ordnung.
Ehemann arbeitet viel und lange, kein Thema ich erwarte nicht dass er noch den haushalt macht aber doch fühle ich mich alleine damit sowie mit den kids.
Kurz und knapp : der Alltag hat uns und wir nehmen uns nicht die Auszeit die wir brauchen, gehen nicht unseren Bedürfnissen nach...weil wir alles tun...für unsere Familie. ..denn für uns fehlt die zeit😕
Selbst wenn die elternzeit Rum ist...wie geht es weiter? Wie viel wieder arbeiten?
Klappt das überhaupt mit 2 Kids und der Arbeit?
Ich weiß nur für mich dass ich auch wenn es sich nicht rechnet geldmäsig ich ein paar tage hier raus mUSS....in meinen Beruf zurück,in dem ich ICH bin...
Fühl dich gedrückt...

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