Wie lange geht ihr in Elternzeit?

    • (1) 30.06.19 - 15:55
      Elternzeit2.0

      Hallo in die Runde.

      Bei uns im Freundeskreis ist das Thema Elternzeit wieder aktuell. Viele von meinen Freundinnen haben/bekommen das 2.oder 3.Kind.

      Einige meiner Freundinnen sind 2 Jahre pro Kind zu Hause geblieben, manche mussten nach dem 1.Geburtstag wieder arbeiten und nun gibt es eine Freundin, die tatsächlich 3 Jahre pro Kind zu Hause bleibt.
      Das kenne ich so aus den letzten Jahren nur von einer weiteren Bekannten. Das ist also eher die Seltenheit bei uns.
      Die Tendenz geht ja eher zur kürzeren Elternzeit.

      Nun interessiert mich wie es bei euch ist?
      Wie lange bleibt ihr pro Kind daheim?
      Warum?
      Wenn es nur kurze Zeit, von einem Jahr ist, ist, liegt es daran, dass ihr wieder arbeiten möchtet oder müsst weil ihr im Beruf den Anschluss nicht verpassen wollt oder solltet?
      Oder liegt es schlichtweg am Geld?
      Wie ist die Betreuung der Kinder, wer kümmert sich um sie? Krippe, Kiga, Schule, Großeltern?
      Wer erlaubt sich guten Gewissens 3 Jahre zu Hause zu bleiben?
      Wie geht es euch mit der Entscheidung?

      Ein spannendes Thema und es gibt kein Richtig oder Falsch.
      Daher bleibt bitte sachlich und lasst jedem seinen Weg.

      Danke.
      K.

      • Ich nehme 2 Jahre Elternzeit, wobei ich nach einem Jahr Teilzeit in Elternzeit machen werde.
        Die Betreuung teilen sich mein Mann und ich, mein Arbeitgeber ist da zum Glück sehr flexibel.
        Ich werde mit 10 Wochenstunden anfangen.

        Nach den 2 Jahren werde ich Teilzeit 50 Prozent arbeiten. Das letzte Elternzeit Jahr gebe ich mir noch auf.

        Der Grund ist schlicht und ergreifend : Geld ;-)
        Wir würden zwar ohne mein Gehalt über die Runden kommen, müssen uns aber echt zusammen reißen und auf vieles verzichten.

        Und ja, so sehr ich mein Kind liebe, ich freue mich, wieder mehr zu sein als nur Hausfrau und Mutter.

        3 Jahre elternzeit - 10 Monate Elterngeld - gehe ab dem 11.monat wieder auf 30 Stunden arbeiten.

        Ganz einfach: ich liebe meinen Job, bin Führungskraft, so dass meine Position nur eine gewisse Zeit freigehalten werden kann. Zudem will ich den Anschluss nicht verpassen. Müsste wieder von vorne anfangen, wenn ich länger rausgehe. Zudem wollen wir uns ein gewisses Leben weiter leisten, was nur mit 2 Gehältern geht und zu guter letzt denke ich da schon auch an die Rentenlücke.


        Mir ist aber auch klar, dass das mit einem zweiten Kind wohl nicht mehr so funktionieren wird.

      3 Jahre bei jedem Kind 😊👍

      Beim ersten Kind war ich knapp 20 Monate daheim und habe dann gearbeitet auf Vollzeit weil es finanziell nicht anders geht.
      Bei 2 und 3 werde mindestens 3 Jahre daheim bleiben.

    • (7) 30.06.19 - 16:45

      Der Plan ist: Bis der Jüngste auf die weiterführende Schule kommt. Also auch über die offizielle Elternzeit hinaus. Danach sehe ich, wie viel Arbeit neben Haushalt möglich ist, sodass ich da bin, wenn die Kids aus der Schule kommen.

      Die Entscheidung, wer zu Hause bleibt, ist nach dem Gehalt gefallen.

      • Nur aus Interesse : hast du nicht Angst, danach keinen gescheiten Job mehr zu finden ?
        Später mal wenig Rente zu bekommen ?

        Und was spricht denn dagegen, vormittags zu arbeiten, wenn die Kinder eh in der Grundschule sind ?

        • (9) 30.06.19 - 17:59
          vollzeit_mama

          hast du nicht Angst, danach keinen gescheiten Job mehr zu finden ?
          -> Nein, weil in meinem Job immer Leute gesucht werden. Wäre es andersrum, würde ich wahrscheinlcih auch früher arbeiten.

          Später mal wenig Rente zu bekommen ?
          -> nicht wirklich. ich erwarte keine Reichtümer, aber mit Riesterrente und so werde ich im Ernstfall (wenn mein Mann früh stirbt) klarkommen

          Und was spricht denn dagegen, vormittags zu arbeiten, wenn die Kinder eh in der Grundschule sind ?
          -> ich will da sein, wenn die Kinder nach Hause kommen und Nachmittags auch Zeit für sie haben. Wie es bei uns zu Hause derzeit aussieht, ist es einfach entspannter, wenn ich ohne Kinder im Haus die Wäsche,... machen kann;-)
          Und es ist für mich schwierig, eine Stelle zu finden, wo frühestens mit den Kids aus dem Haus gehe und spätestens mit ihnen wieder da bin, also vom Arbeitsweg her, das würde sich kaum lohnen.

          Ist aber erst mal der Plan. Wenn ich bei allen Kindern in der Grundschule (hat noch ein paar Jahre;-) feststelle, dass es doch klappt, würde ich auch früher auf einer halben Stelle anfangen.

    Kind 1 - 1 Jahr
    Kind 2 - 2 Jahre, bin aber früher wieder arbeiten gegangen
    Kind 3 - 2,5 Jahre wobei ich zu Hause bleiben werde, bis sie 3 oder 4 Jahre alt, das steht noch offen und ich freue mich sehr, so viel Zeit mit meinen Kindern verbringen zu können 😀

    3 Jahre beim ersten und dann jetzt auch beim zweiten.
    Dannach schauen wir mal.

    Zu den Rahmenbedingungen:
    - nur bezahlte Betreuung (also Kindergarten, davor Spielgruppe)
    - mein Job rennt mir nicht weg (und ist jetzt die Familienfreundlichste Arbeit)
    - finanziell bekommen wir es hin (klar mit Einschnitten, aber machbar)

    Soll keine Rechtfertigung sein, aber die Rahmenbedingungen machen meiner Meinung nach einen sehr großen Unterschied.

Ich habe beim1. Kind 1 Jahr Elternzeit genommen. Ich hatte eine prima Tagesmutter gefunden, zu der mein Sohn seit kurzem auch geht, 3 halbe Tage pro Woche. Ich bin Lehrerin und dachte einfach, dass ich Teilzeit wieder einsteige, um nicht zu sehr den Anschluss zu verpassen, eben mit diesen 3 Tagen. Leider hat sich das alles andere als leicht gestaltet. Als Lehrerin hast du neben den Unterrichtsstunden (und den Vorbereitungsstunden zu Hause), Elterngespräche, Konferenzen, Schulungen, Veranstaltungen u.v.m. Mein Mann verdient sehr gut, hat aber auch eine 50 Stunden Wochen und kann mich nicht unterstützen. Diese paar Stunden, mit dem ganzen Aufwand dahinter und den zusätzlichen Verpflichtungen, zahlreichen Ausfällen wegen Krankheit der Tagesmutter und des Kindes haben mich an meine Grenzen gebracht. Eigentlich wollte ich nur ein bisschen arbeiten gehen und war nur zeitlich am managen und im Stress.
Eine Krippe, mit zuverlässiger Betreuung von Montag-Freitag wollte ich aber auch nicht. Ich wollte beides unter einen Hut bringen, was nicht gut klappte. Und so habe ich mich beim 2 Kind dazu entschieden, 3 Jahre Elternzeit zu nehmen, bis der Kleine in den Kindergarten kommt. Für mich die beste Entscheidung!

Bei beiden Kindern jeweils 2 Jahre.und ich freu mich auch schon wieder richtig aufs arbeiten. Finanziell könnte ich noch länger daheim bleiben, das möchte ich aber nicht.

Bei Kind 1 16 Monate, danach Teilzeit mit 19,25 Stunden/Woche, er ging mit 15 Monaten in die Krippe.

Bei Kind 2 waren es 13 Monate, aktuell beginnend mit 7,7 Stunden die Woche, sie geht dann mit 16 Monaten (ab September) in die Krippe, dann werde ich auch wieder 50% arbeiten.

Die Gründe sind zum einen, dass ich unheimlich gerne in meinem Job arbeite und trotz der wenigen Stunden gut verdiene, da ich trotz Teilzeit meine 8, bzw 10 Stunden (in der Nachtschicht) arbeite, reduzieren sich die Arbeitstage pro Monat auf ca 9-11 Tage. Davon sind 4 am Wochenende, an denen mein Mann die Kids betreut. So gehen sie nur an 6-7 Tagen im Monat von 9:30 bis 14:45 in die Kita, an den restlichen Tagen bis 12:30.
Für uns die beste Lösung überhaupt. Mit einem zweiten Gehalt ist es wesentlich einfacher. Es würde mit dem Gehalt meines Mannes gehen, aber wir müssten uns in einigen Bereichen schon einschränken und das müssen und wollen wir uns eben nicht, da es auch den Kids zugute kommt.

Reine Elternzeit sind 19 Monate. Mit all dem restlichen Urlaub, komme ich dann auf 20 Monate.
Mit 17 Monaten sollen unsere beiden dann schon zur Eingewöhnung in die KITA. Falls es nicht gleich klappt, haben wir dann noch etwas Luft, bis ich wieder arbeiten muss.

Bei Kind 1 bin ich nach einem Jahr wieder arbeiten gegangen. Kind wurde von einer sehr tollen Tagesmutter betreut. Bezahlt wurde sie zu 90% von der Stadt. Warum? Des Geldes wegen was im Nachhinein auch gut war. KV hat mich eine Woche vorher verlassen.
Jetzt bei Kind 2 bleibe ich 2 Jahre Zuhause werde aber auf 3 Jahre verlängern.
Danach Kindergarten aber nur halbtags.
Dank meines Mannes sind wir jetzt in der Position wo wir auf mein Gehalt gut verzichten können
Ich genieße jetzt die Zeit mit meinen Kindern und hole auch die Zeit mit kind 1 auf.

(18) 30.06.19 - 17:54

3 Jahre pro Kind und danach bleibe ich bis auf weiteres zuhause. Es war von uns so geplant, es fühlt sich richtig an und ist finanziell zum Glück möglich.
Krippe und Ganztagskindergarten sind nicht das, was wir für uns wollten.
Grüsse

  • Gibt's bei euch keinen Kindergarten wo ihr die Kinder mittags abholen könnt?
    Wir können bei uns zwischen 13 und 14 Uhr abholen.

    • (20) 30.06.19 - 18:14

      Gibt es da bestimmt, hat aber nicht unbedingt etwas damit zu tun, zu Hause zu bleiben:-P

      Für uns war auch Ganztagskita keine Option, aber deshalb finde ich den Kindergarten ab einem bestimmten Alter trotzdem wichtig. Meine gehen von 9-12, ich bleibe trotzdem zu Hause. Ich nutze die Zeit für den Haushalt und dann mehr Zeit für die Kids zu haben.
      Job würde sich dazwischen auch nicht lohnen...:-p

      • (21) 30.06.19 - 18:17

        Ist hier genauso. Ich lege Arzttermine, meine Krankengymnastik, Erledigungen usw. in die Zeit und mache den Großteil des Haushalts, sodass ich ab Mittag (je nachdem, wer ab wann zuhause ist) Zeit für die Kinder habe.

        Mich würde mal interessieren, wie Du beruflich aufgestellt bist. Was für einen Beruf hast Du gelernt, und was hast Du vor den Kindern gearbeitet? Warum möchtest Du nicht wieder in Deinem Beruf arbeiten?

        Soll jetzt kein Verhör sein. 😉
        Mich interessieren einfach die Gründe dafür, warum jemand so gar keine beruflichen Ambitionen hat. Ich persönlich arbeite nämlich sehr gerne und denke, dass mir ohne meinen Job viel fehlen würde.

        • (23) 30.06.19 - 22:37

          Gar keine beruflichen Ambitionen ist dann doch übertrieben:-p

          Ich habe auch gerne gearbeitet (sozialer Bereich, teils mit Forschung) und ich werde auch eines Tages wieder gerne arbeiten gehen. Ich habe jetzt nicht vor, bis zur Rente zu Hause zu sitzen:-p
          Später will ich dann wieder arbeiten und kann mich dann auch weiter hocharbeiten. Hab ich vor den Kids auch ein Stück weit gemacht.

          Ich bin aber auch sehr gerne Mama und genieße die Zeit mit den Kids und auch dass ich so einfach mehr Zeit mit meinem Mann habe, als wenn aller Haushalt abends erledigt werden muss;-)

          Als ich Kind war, war meine Mutter immer da, wenn Schulschluss war und sie hat viel mit mir und meinen Schwestern gespielt... Mein Mann war viel alleine.
          Wir wollten beide, dass jemand da ist, würden es aber zur Not auch anders regeln, wenn ich unbedingt wieder in den Job will. Dann würde er zum Beispiel weniger arbeiten.

          Vielleicht ist es für mich leichter, nicht zu arbeiten, weil ich bei uns im Dorf auch Ehrenämter habe, die zumindest im weiteren Sinne auch in meine Beruf passen (Arbeit mit jungen Erwachsenen), dadurch hab ich halt immer noch ein bisschen Beruf.

          • Ich habe mich einfach gefragt, ob der Grund für die lange Elternzeit wirklich nur der ist, dass Du Zeit für die Kinder haben willst.

            Ich denke, wenn Frauen einen Job haben, den sie wirklich gerne machen und nicht nur zum Geld verdienen, dann wird es seltener dazu kommen, dass sie die Elternzeit bis zum Ende ausreizen.

            Übrigens kann man ja auch beides gleichzeitig haben und nicht nur nacheinander. Ich bin durchaus neben meinem Job auch sehr gerne Mama. 🙂

            • (25) 01.07.19 - 10:40

              Ja, der Hauptgrund ist wirklich, dass ich viel Zeit für die Kinder will.
              Mir war klar: Wenn wir Kinder haben, sind sie die Priorität. Dann müssen wir Eltern passend für die Kinder funktionieren, nicht die Kinder passend für uns (was diese Michaela Müller meinte...). Wobei wir natürlich auch nicht bei jedem Pips springen, das ist jetzt nur grob und pauschalisiert unser Denken:-p

              Die Kids entwickeln sich so schnell, da hätte ich Angst, zu viel zu verpassen, und ich finde es so einfach entspannter.

              Obwohl ich meinen Job gerne mache:-p
              Deshalb wollte ich auch erst nach dem Studium und ein bisschen Berufserfahrung Kinder kriegen.

              Das es seltener wird, dass Frauen die Elternzeit ausreizen, liegt aber glaube ich auch an dem, was die Gesellschaft sagt. Es wird manchmal das Bild vermittelt, dass es altmodisch wäre, zu Hause zu bleiben und so hat man manchmal den Eindruck, dass die Frau eben doch nicht die freie Entscheidung hat, was sie machen will, sondern Arbeiten gehen soll. Ich muss mich oft dafür rechtfertigen. Also nicht nur hier bei dir:-p auch ansonsten muss ich mich regelmäßig erklären, als ob es ein Verbrechen wäre oder als ob ich mich aufopfern würde oder als ob man den Kindern etwas vorenthält.
              Hauptargument von den anderen ist meistens: Was die Kita hat, kann ich meinem Kind zu Hause nicht bieten.
              Das verstehe ich nicht. Ich kann mit meinen Kids zum Spielplatz gehen, sie können mit den Kindern in der Nachbarschaft spielen, ich kann ihnen vorlesen. Und es ist nicht zu unterschätzen, was sie dadurch lernen, dass sie mich oft zum Arzt oder zum einkaufen begleiten. Meine Sechsjährige siezt Fremde. Eine befreundete Lehrerin wird von etlichen Fünftklässlern geduzt. Danke, Bitte, grüßen, wenn man in einen Laden geht - lauter so Dinge gehen bei Ganztagskita schnell verloren. Und meinem Vierjährigen wär das auf Dauer auch zu laut und stressig. Drei Stunden reichen ihm. Zu Hause zieht er sich dann erst mal in sein Zimmer zurück und spielt alleine irgendetwas ruhiges.

              Heißt jetzt nicht, dass ich jede Mutter verurteile, die arbeiten geht, oder sie für eine Rabenmutter halte:-p
              Ich finde es dann eher bewundernswert, wenn man Job, Erziehung, Haushalt und Partnerschaft hinkriegt, ohne das eines zu kurz kommt oder es im völligen Stress ausartet.

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