Krankenhausbesuche - unter Druck Seite: 2

        • " gewollt kinderlos geblieben, Kinder sind ja nur ein Klotz am Bein... Und natürlich wird es da im Alter oder bei Krankheit einsamer sein. Das ist dann einfach so."

          Das ist nicht natürlich so, dass Leute mit erwachsenen Kindern nie einsam sind und Kinderlose niemanden haben.
          Frag mal in Altersheimen, wieviele alte Menschen mit mehreren Kindern nie Besuch bekommen. Bei unseren Nachbarn erlebe ich das täglich live - die haben 5 Kinder und davon kommt eine Tochter regelmäßig, um sauber zu machen, bekommt dafür aber Geld.
          Meine kinderlose 75jährige Tante hat nie Langeweile und etliche Kontakte im Dorf (auch zu deutlich Jüngeren), noch Freunde aus ihrem Berufsleben, Verwandte aus ganz Deutschland, die sie wirklich oft besuchen. Das kann man alles nicht verallgemeinern und wenn die TE und ihre Schwester soviel um die Ohren haben, könnten sie ihre Eltern doch ebenfalls nicht oft in einem 45 min entfernten Krankenhaus besuchen bzw. ihre Mutter, die kein Auto fährt, nicht mal ihren eigenen Mann...

      (27) 01.07.19 - 07:26

      Erst mal vorneweg: es gibt für euch keine Verpflichtung. Wenn euch die Besuche zu viel werden, lasst es einfach. Schlechte Laune entwickelt sich oft bei Patienten, die muss man einfach aushalten.
      Objektiv gesehen finde ich es aber auch nicht zu viel, den Onkel einmal die Woche zu besuchen. Vielleicht kann dein Mann sich mal an einem Tag um eure Kinder kümmern?
      Du schreibst, dass du mit deinem Onkel nun bessere Gespräche führst als früher. Dann sieh es doch als Chance, dass euer Verhältnis besser wird.
      Deine Mutter hat ja scheinbar ein sehr gutes Verhältnis zu ihrem Bruder. Zumindest hat er sie früher jede Woche besucht. Nun kann sie sich dafür revanchieren, gerne auch mehrmals pro Woche. Dafür sollte sie euch jedoch nicht einspannen, sondern z.B. mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, auch wenn es lange dauert.
      Versucht auch, euch nicht so reinzusteigern, dass die Situation für euch so belastend ist. Es wird für euch nur noch schlimmer, je mehr ihr euch das einredet.
      Noch zwei Ideen:
      Die grünen Damen wurden oben schon angesprochen. Erkundigt euch mal, ob es das in dem KH gibt.
      Je nachdem, was für eine Erkrankung er hat, wäre ein Pflegeheim oder häusliche Pflege eine Alternative? Das Krankenhaus soll ja eigentlich keine Dauerlösung sein.
      Alles Gute für euch🍀

      • (28) 01.07.19 - 09:44

        Hallo,

        Dankeschön für deine Antwort.
        Meine Mum wird für ihn der Vormund, weil seine Freundin das nicht kann. Vielleicht etwas zur Aufklärung beitragend: Wir besuchen ihn momentan zwei mal die Woche. Einmal am Wochenende meine Eltern. Einmal, meist unter der Woche meine Mum und ich (Momentan öfter ohne Kinder, weil sie auch schon sehr oft dabei waren und schlichtweg nicht mehr wollen) Meine Schwester arbeitet 80%, hat zwei kleinere Kinder und auf der Familienseite ihres Mannes auch Verpflichtungen. Sie besucht etwa alle 3 Wochen, meist dann mit ihrer ganzen Familie.
        Mein Onkel hat aufgrund seines Durchgangssyndroms Tag und Nacht eine/n Medizinstudentin/Studenten als Bewachung an seiner Seite, ist also nicht ganz alleine im Zimmer.
        Mein Mann ist Außenmonteur und unter der Woche nicht da. Wochenenden hätten wir also gerne für die Familie. Obwohl wir auch da wenn möglich frei schaufeln und so wie gestern wenigstens mal eine Stunde besuchen.
        Er hat Krebs. Irgendwann wird es wohl auch mal eine vorerst Lösung geben in Form von Kurzzeitpflege und danach je nach Zustand Heim oder häusliche Pflege. Bis dahin ruft er aber jeden Tag an und wartet auf Besuch.

        Es ist nicht Zuviel, ihn ein- bis zweimal die Woche zu besuchen.
        Er erwartet aber jeden Tag Besuch. Seine Freundin übernimmt drei Tage. Bleiben für uns noch vier übrig und das können wir nicht leisten.

        • Sinnvoller wäre es aber, wenn ihr jeder allein fahrt, dann hätte er statt 2 x gleich 3 x / Woche Besuch.
          Deine Mutter wird doch sicher auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Klinik kommen.

    (30) 01.07.19 - 08:08

    Wie wäre es mit jemandem, den ihr engagiert? Bei uns gibt es Ehrenamtliche, die z.B. ältere Leute im Altenheim oder auch Krankenhaus besuchen 1 x pro Woche, vorlesen, sich unterhalten oder mal Mensch-Ärgere-Dich-Nicht spielen. Dann wäre 1 Tag abgedeckt. Da deine Tante 3 x fährt, finde ich es okay, wenn du, dein Mann, deine Mutter, die Nichten sich den Rest aufteilen. Ich mein, soviel Auswahl bleibt ja nicht außer hinfahren und nicht hinfahren. VG

    • (31) 01.07.19 - 09:47

      Habs schon weiter oben geschrieben.
      Er hat eine Medizinstudentin oder Student aufgrund des Durchgangssyndroms Tag und Nacht im Zimmer. Das ist für ihn aber kein Grund uns nicht zu fordern.
      Meine Mum kann nicht selbst fahren und meine Schwester kann höchstens alle drei Wochen wegen Arbeit und anderweitiger Verpflichtungen.

(32) 01.07.19 - 08:18

Hat er denn keine Freunde/Bekannte, ie ihn al besuchen könnten... Also, ich finde das ist schon ziemlich viel von euch verlangt da 3x die Woche hinzu fahren für den Onkel. Also, ich würde das vermutlich nicht mal für meine Eltern schaffen ohne dabei selbst auf dem Zahnfleisch zu gehen.

  • Das ist doch aber pro Person nur 1 x pro Woche...

    • Ja, aber gezwungen und man muß sich anTermine halten. Da die Eltern nur am WE können, die Kinder auch Termine haben....

      Ich schaffe auch kaum mehr wie einen festen wöchentlichen Termin nur für mich einzuhalten. Und hier hat ja die TE gar nix von dem nachmittag sonern macht es nur dem Onkel zu liebe. Außerdem muß man sich die Tage dann auch noch mit 5 anderen Personen absprechen... inkl. der anderen Familien. Dann kann der Mann nicht, dann haben die Kinder was anderes.

(35) 01.07.19 - 08:33

Wenn die Tahte 3x pro Woche im KH ist, dann muss von euch jeder nur einmal die Woche hin, alle paar Wochen vielleicht ein zweites mal (das können vielleicht aber auch freunde oder bekannte abdecken?)
Und ich finde schon, dass einmal pro Woche ins Krankenhaus durchaus zu schaffen ist, auch wenn du verständlicherweise keine Lust drauf hast und es natürlich etwas strssig an diesen Tagen ist.
Familie ist immer auch Verantwortung. Und du machst das alles ja nicht nur für deinen Onkel sondern auch für deine Mutter.

  • (36) 01.07.19 - 09:30

    Die mutter fährt kein Auto. Es ist eine 45 min fahrt und es geht jeweils der ganze nachmittag drauf.
    Hier ist das dilemma.

    Das Dilemma das soviele ältere Menschen meinen keinen Führerschein zu brauchen.

    • Ja Danke, habe ich weiter oben schon geschrieben.
      Meine Mutter war schon immer eine ängstliche und unsichere Fahrerin.
      Das Krankenhaus ist in einer Stadt und wir leben hier auf dem Land.

      Ich finde es gut, wenn "ältere" Menschen von sich aus sagen, sie können nicht mehr fahren. Mein Onkel hat das nicht und deshalb vor zwei Jahren sein Auto zerlegt, weil er ein parkendes Auto übersehen hat. Zum Glück nur Blechschäden. Nicht vorzustellen, wenn da Personen oder gar ein Kind in oder an dem parkenden Auto gewesen wären.

      Aber ja - das ist das Dilemma.

      Diese Aussage finde ich aber wirklich nicht passend.
      Mein Opa ist 80 und fährt noch Auto. Ich wäre froh, wenn er es nicht mehr machen würde, weil er einfach nicht mehr die Raktionszeit hat, die erforderlich ist. Außerdem hat er schlechte Augen. Ich bin mir sicher, dass er Entfernungen nicht mehr richtig einschätzen kann.
      Meine Mama hat auch einen Führerschein und ist aber in großen Städten sehr unsicher und ängstlich. Soll sie da jetzt trotzdem fahren und andere mit ihrer unsicheren Fahrweise in Gefahr bringen?

      In manchen Fällen mag es zutreffen. Da wird gedacht 'irgendjemand kann mich schon fahren'. Aber in vielen Fällen liegt es eben einfach daran, dass ältere Leute sich es nicht zutrauen. Und das finde ich persönlich weitaus besser, als trotzdem einfach durch die Gegend zu kurven.

      (39) 01.07.19 - 12:04

      Dann muss sich halt die Mutter am Wochenende von ihrem mann fahren lassen.

      Mir ist schon klar, dass das ganze aufwendig und sicherlich auch nervig ist. Ich hatte auch schon zwei pflegebedürftige Omas in verschiedenen Krankenhäusern bzw Heimen, ich kann das schon nachvollziehen. Aber hilft ja nichts und einmal pro Woche ist das sicher machbar.

Hallo


Ich würde hier dringend auf mich und meine Familie achten und deutlich Stellung beziehen das DU einmal die Woche fährst! Du fährst einmal die Woche mit deiner Mutter und deine Schwester fährt einmal die Woche mit deiner Mutter. Evtl könnt ihr an euren "fahrtagen" jeweils auf eure Kinder aufpassen?

So hat er 5 mal die Woche Besuch!

Ist davon auszugehen das er das Krankenhaus wieder verlässt?

  • Meine Schwester kann nicht so oft wie ich.
    Momentan ist es ja so geregelt: Einmal unter der Woche ich meist mit Mum ohne Kinder. Am Wochenende meine Eltern gemeinsam.

    Mein Onkel fordert öfter.

    Er hat Krebs. Aber es kann keine Angabe gemacht werden, wie es genau weiter geht.
    Erstmal irgendwann Entlassung (kann sich aber noch ein paar Wochen ziehen) dann in Kurzzeitpflege und dann je nach Zustand häusliche Pflege oder Pflegeheim. Falls er nochmal körperlich stabiler werden würde, könnte eine OP gemacht werden (die Blase ist befallen und müsste raus) dann würden wohl auch Genesungschancen bestehen. Wann es zu spät für eine OP ist, steht nicht wirklich fest.
    Sobald er in ein Heim kommt, wäre er näher bei uns (15 km und die sogar an meinem Arbeitsort - da kann ich öfter auch mal kurz vorbei kommen)
    Die Wochen bis dahin sind aber echt schwer und auch wenn es sich vielleicht "nur" um 8 Wochen oder weniger handelt, können wir nicht öfter fahren :-(

(42) 01.07.19 - 10:28

Hallo,

das ist eine schwierige Situation und ich finde, dass deine Schwester es richtig handhabt. Meine eigene Kernfamilie würde mir immer vorgehen.
Habe ich dich richtig verstanden, dass du zwei mal pro Woche fährst? Einmal mit deiner Mutter und einmal alleine? Das würde ich stark begrenzen. Vielleicht kann deine Mutter ja mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren. Bei 45 Minuten pro Strecke geht ja ein ganzer Nachmittag drauf. Einmal die Woche finde ich da tatsächlich schon viel, wenn eure Beziehung in der Vergangenheit gar nicht so intensiv war.
Meine Patentante ist vor kurzem auch an Lungenkrebs gestorben. Ich habe sie auch ab und an besucht und die Besuche waren immer traurig, aber sehr schön. Wir hatten immer ein gutes Verhältnis. Aber, ich denke da tatsächlich zuerst an mein Kind und meine Kernfamilie. Nur wenn ich da die Möglichkeiten habe mir neben der Arbeit etwas freizuräumen waren solche Besuche drin.


Ich kann auch deinen Onkel verstehen, dass er jetzt, wo der merkt, dass seine Lebenszeit begrenzt ist, seine Familie um sich will, aber man darf eben nicht so egositisch sein.

  • (43) 01.07.19 - 10:55

    Ich bin mir gar nicht so sicher, ob sie mit Öffentlichen Verkehrsmitteln ankommen würde. Das ist hier sehr ländlich und die größere Stadt ist auch noch im angrenzenden Bundesland. Ich glaube meine Mum wäre dann einen ganzen Tag unterwegs ;-)

    Ja, ich fahre einmal mit meiner Mum und wenn irgendwie möglich (nicht 100% jede Woche, aber fast) einmal mit meinem Mann oder ganze Familie. Er liegt jetzt seit Anfang des Jahres in verschiedenen Krankenhäusern, weiter weg oder näher. Seit dem ist das so, wobei ich in dem ersten Krankenhaus (das wär näher) immer einmal alleine bei ihm war und einmal kurz mit meiner Familie - da konnten wir es gut mit einem Wochenendeinkauf oder Hobbys verbinden. Da sind meine Eltern immer kurz mal abends hin gefahren, war halt einfach näher..

(44) 01.07.19 - 11:44

Hallo,
eigentlich „fehlt“ doch nur ein Tag pro Woche. Den könnt ihr doch leicht füllen.
- Freunde/Nachbarn/entferntere Verwandte des Onkels fragen
- grüne Damen
- ggf. Personen für einen Besuch bezahlen (wenn er einen Pflegegrad hat, kann das darüber gehen)

Hat er Internetempfang bei seinem Bett? Dann bring ihm bei, wie WhatsApp o.ä. funktioniert. Zeigt ihm die Videotelefonie. Auch das hilft. Hat er Fotoalben im Zimmer, die er sich anschauen kann und bekommt er immer neue Bilder, damit er so teilhaben kann am Familienleben?

(45) 01.07.19 - 12:30

Wie lange würde das ungefähr dauern?

Bei unseren Eltern haben wir Kinder/Elternteil uns aufgeteilt.
Allerdings waren die Krankenhausaufenthalte zeitlich absehbar. Für 2-3 Monate konnte auch mal im Privatleben etwas "ausfallen" oder regelmäßiges abgesagt werden. Für längere Zeit wäre das schwierig geworden.

Was sagt denn die Sozialstation im Krankenhaus?
In manchen Kliniken gibt es / gab es: Seelsorger, die hin und wieder auf Station kamen, Bücherei auf Rädern, Bastelangebote für Ältere, kleinere Angebote für Langzeitpatienten...

Das bietet nicht jedes Krankenhaus und nicht jede Station und geht natürlich nicht bei jeder Erkrankung.


Könnt ihr euch mal mit der Sozialstation in Verbindung setzen. Welche Möglichkeiten bietet die Klinik, welche Möglichkeiten bieten Caritative Einrichtungen ...
was könnt ihr selbst leisten?

Auf Druck sind Besuche natürlich doof.
Habt ihr ein Zeitfenster an einem Wochentag, an dem ihr es möglich machen könntet? Das im Wechsel mit anderen?

Bei Langzeitpatienten wäre eine Beratung nicht schlecht.
ggf. auch bei Pflegediensten informieren, ob diese Anlaufstellen kennen, wo man sich informieren kann.

(46) 01.07.19 - 13:13

Ich versteh dich absolut und bin so gar nicht bei denen die sagen, dass solche Besuche doch kein Problem sein dürfen. Doch, das dürfen sie.

Alleine Hin- und Rückweg machen 1,5 Stunden aus, plus die Zeit die man da sein "muss". Man soll sich mit den anderen arrangieren und seine restliche Woche so planen, dass das passt. Selbst wenn es "nur" 1x in der Woche wäre: Ich finde diese Arten der Verpflichtungen unglaublich belastend. Es ist eure Lebenszeit die da verplant wird. Und auch wenn ich durchaus das Leid des Onkels verstehe finde ich es vermessen Anforderungen zu stellen und zu kritisieren man würde nicht oft genug zu Besuch kommen. Auch jemandem ein schlechtes Gewissen machen ist ziemlich ätzend und baut einen extremen Druck auf dem nicht jeder standhalten kann. Das kann krank machen. Und das alles berücksichtigt die gemeinsame Vergangenheit noch gar nicht.

Ich würde mich mit deiner Schwester und deiner Mutter zusammen setzen und euch darüber aussprechen. Wie geht es euch? Was könnt und wollt ihr leisten? Vollkommen losgelöst von der Frage was andere erwarten und fordern. Wenn er von eurer Seite der Familie nur 1x in der Woche besucht werden kann, dann ist das in Ordnung. Niemand von euch kann etwas für seine Krankheit, ihr könnt auch nichts dafür wenn er sonst keine Sozialkontakte hat. Ihr habt euch selbst gegenüber eine Fürsorgepflicht. Ihr müsst euch nicht aufreiben wenn es nicht geht und darum solltet ihr auch euch selbst und untereinder keine Vorwürfe machen. Jeder gibt soviel er kann. Das ist ok so.

(47) 01.07.19 - 14:46

Ich habe dir eine PN geschickt.

LG Hinzwife

Top Diskussionen anzeigen