Schwiegermutters Worte auf der Goldwaage

Häufig lese ich hier Beiträge, bei denen dermaßen viel negatives in die Aussagen der Schwiegermütter interpretiert wird, dass ich mich ehrlich wundere. Ich streite nicht ab, dass es tatsächlich Schwiegermütter gibt, die sich negativ äußern, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass sie immer alles gleich böse meinen. Es ist in meinen Augen auch oft eine unbedarfte Wortwahl, die schnell zu Missverständnissen führt.

Das habe ich die Tage bei meiner Schwiegermutter festgestellt. Sie äußerte sich über die Gesichtsfarbe meiner Kinder.
"Das Baby hat so eine schöne Farbe im Gesicht. Das kommt bestimmt von den Möhren." Was? Habe ich dem Kind nicht ordentlich den Mund abgewischt?
"Die Kinder haben so schöne rote Backen bekommen." Was? Habe ich die Kinder in der Sonne nicht genug eingecremet oder war zu lange in der Sonne?
Nein. Da ich meine Schwiegermutter kenne, waren es bloß Komplimente und keine Anschuldigungen. Meine Kinder sind in ihren Augen gesunde und fröhliche Kinder, denen mein gekochtes Essen schmeckt und die viel und gerne mit mir an der frischen Luft sind.

Vielleicht hat ja noch jemand ein paar Beispiele, die zeigen, dass Schwiegermütter nicht immer alles böse meinen.

Hallo,

ich denke nicht, dass die von dir erwähnten Beispiele von den meisten negativ aufgefasst werden würden. Deine Schwiegermutter hat dabei vermutlich liebevoll geklungen und an sich klingen die Aussagen ja schon wie Komplimente durch das Wort “schön“.
Ich denke es wird bei vielen eine Mischung sein. Einerseits Schwiegermütter, die tatsächlich mal nicht so nette Aussagen machen und das tatsächlich auch GENAU SO meinen. Andererseits sagen sie vielleicht auch mal Dinge, die nicht negativ gemeint waren, aber dann aufgrund der Grundstimmung so ausgelegt werden.
Und dann kann ich mir durchaus auch Ausnahmen vorstellen, es gibt so komische Menschen! Es gibt bestimmt Schwiegermütter, die sehr gehässig und bevormundent sein können und bestimmt auch Schwiegertöchter, die alles Gemeinheit sehen wollen 😉

Bei mir genauso.
"Ach sie ist aber auch ein quirliges Kind,ein Sack Flöhe hüten ist einfacher"
Bei meinem Mann kommt an:Oma ist genervt und überfordert.
Ich denke:Recht hat sie,sie ist halt ein kleiner Duracell-hase😄

"Sie will sich gar nicht helfen lassen alles will sie alleine machen"
Bei meinem Mann kommt an:Ich will ein Baby zum betüddeln.
Ich sage:"Wenn sie Hilfe braucht"sagt" sie das schon."
Mein Mann weiß das,Schwiegermutti hat es mittlerweile gelernt.

Zwischen meinem Mann und seiner Mutter muss ich manchmal wirklich den Dolmetscher machen.

Manche meinen es nicht so und manche wiederum schon. Es gibt hier so viele Beitäge darüber weil viele hier einfach ihren Frust rauslassen können. Wenn jemand genau weiß, dass es die Schwiegermutter nicht so meint, dann wird er/sie sich wohl kaum so sehr darüber aufregen. Man muss nicht immer alles auf die Golwaage legen, aber wenn ständig gestichelt wird, dann darf man sich doch auch mal darüber aufregen und statt immer alles runterzuschlucken sich hier einfach mal "auskotzen" und sich von anderen aufbauen trösten lassen und sehen wie andere das sehen.

Meine verbalen Vergehen:
Ich sagte zum frischgebackenen Baby-Enkel liebevoll "na nun wachs mal schön, dann bring ich Dir später ordentlich Blödsinn bei". Schwiegertochter schaute mich an, als hätte ich einen Mord angekündigt und mein Sohn zischte nur " das werden wir ja erstmal sehen....."
Als meine Schwiegertochter erwähnte, dass ich ja schon in Rente sei, wenn ihr Sohn mal im Kindergartenalter sei und ich ihn sicher nähme, wenn der Kiga mal geschlossen wäre, sagte ich "ich kann aber nur ein Kind betreuen, welches mich auch kennt und nicht weinend von der fremden Frau wegläuft".
Ich hatte mir doch tatsächlich vorgestellt, dass ich meinen Enkel vielleicht so ein- bis zweimal im Monat sehe, natürlich so, wie es bei den Eltern reinpasst. War natürlich unzumutbar.
Gäbe es noch einiges mehr, aber ist nicht mehr relevant. Mein Enkel hat ja keine Oma mehr - seit über 4 Jahren. Mein Sohn brach den Kontakt wunschgemäß zu seiner gesamten Herkunftsfamilie ab....so wie es ja sehr viele Schwiegertöchter ganz selbstverständlich erwarten, wenn sie ins Leben des Mannes treten. Kann man ja hier zigfach und schon fast täglich so lesen.
Das Schlimmste und Ungerechte dabei ist, dass mein Enkel in dem Bewusstsein aufwächst, dass seine Oma nie was von ihm wissen wollte und ich keinerlei Chance habe, das zu korrigieren.
LG Moni

Das tut mir leid das zu hören. Ich kann es auch nicht verstehen wie man sich so einlullern lassen kann von einem anderen Menschen das er verlangt seiner Familie den Rücken zuzudrehen.

Ich denke das viele Schwiegertöchter sich eine Oma wie dich für ihre Kinder wünschen würden die das Kind gerne öfter sehen will um eine Bindung aufzubauen.

Für mich gehört meine Schwiegermutter zur Familie und ich liebe Sie. Und das macht es einfacher weil sie weiss das ich sie und meinen Schwiegervater sowie meinen Vater und seine Freundin als Familie ansehe und nicht nur Mama Papa Kind.

Dankeschön. Ich weiß schon, dass es auch noch andere Schwiegertöchter gibt. Meine Nichten z.B. sind auch überaus lieb zu ihren Schwiegermamas. Eine meiner Nichten saß wochenlang am Totenbett ihrer Schwiegermama im Hospiz - und kam schon selber auf dem Zahnfleisch daher.
Die andere unterstützt ihre italienische Nonna auch, wo es geht, obwohl sie wirklich zwei vollkommen verschiedene Charaktere sind, die auch mal aufeinanderprallen #schwitz aber das geht schnell vorbei und sie lachen drüber.
So kann ein Verhältnis auch aussehen....#herzlich
Ich habe Gottseidank noch eine herzensgute Tochter und eine tolle Enkelin(die allerdings heute noch ihren Onkel, Tante und ihren einzigen Cousin vermisst, auch wenn sie nicht mehr täglich drüber redet - es sind ja auch ihre Paten:-( ) Alles kann man wohl nicht haben. Sein Kind aber nie mehr wieder zu sehen......das ist ganz schön Sch**** - aber das ist dieser Sorte Schwiegertöchter ja nun wirklich egal.
LG

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Wenn Du ernsthaft als Erstimpuls so denkst wegen solcher Sätze, dann müsstest Du dir in sehr vielen Situationen deines Lebens ganz übel selbst im Weg stehen und würdest viele Situationen extrem unkonstruktiv bewerten für deine eigene Gesundheit.

Um ehrlich zu sein.... So habe ich nur Leute in einer tiefen Depression bzw. vor dem Burnout denken erlebt. Sie verstehen in allem Kritik und befinden sich unter einem selbst geschaffenen persönlichen Dauerdruck irgendwas nicht zu schaffen, verbunden mit dem Gefühl, dass sich die Welt gegen einen verschwört und nur darauf wartet einem sein persönliches Versagen aufzuzeigen. Ich kann nur sagen....wenn das jetzt einen halbwegs ernsten Hintergrund hat, solltest du mal über therapeutische Hilfe nachdenken.

Urbia lässt Therapeutenherzen höher schlagen und die Kassen klingeln.

Vielleicht hätte ich Psychologie studieren sollen. Die Werbetrommel wird ja fleißig gerührt.

Mann kann Menschen, anstelle sie therapeutisch zu unterstützen, ja auch mit Medikamenten vollpummpen. Das ist gewiss sinniger... dazu wird ja heute überall die Werbetrommel fleißig gerührt und keinen stört es! Für alles gibt es ja chemie, why Not. Das es aber meist so wenig nützt, wie die ganzen abnehmpillen, stört ja niemanden, solange es schön einfach bleibt, bzw. suggeriert, dass es einfach ist. Dass meist nur der eigene Geldbeutel leidet und die Menschen davon nicht gesünder werden, mal ganz abgesehen. Man muss nicht an das Konstrukt Therapie glauben, man sollte aber solche Sätze auch sein lassen, wenn man davon keine Ahnung hat!

Und zu deiner Frage: wenn meine Schwiegermutter sagt, wie schön rosig die Wangen meines Kindes sind, fühle ich mich auch nicht angegriffen. Du hast nicht sonderlich gute Beispiele dafür genannnt, meiner Meinung nach. Versuch doch mal so Sätze wie: „du hast überhaupt keine Ahnung von Babys, ist dein erstes Kind, gib es mir mal, ich zeige dir wie es richtig geht“... wenn deine Schwiegermutter das so sagen würde, würdest du dich sicher nicht angegriffen fühlen. Gewiss nicht, weil stimmt ja, eine junge Mutter hat keine Ahnung von Babys, alle anderen wissen es immer besser. Sollte man wohl als Junge Mutter akzeptieren und glücklich darüber sein, dass jemand das Kind nehmen kann, der anscheinend da fundiertere Erfahrungen hat. Blöd nur, wenn sich Schwiegermutter und eigene Mutter dann plötzlich auch uneinig sind, aber beide ja nun Die erfahrenen sind. Was macht man dann?? Münze werfen?!

Es gibt hier solche und solche. Man sollte nicht alles auf die Goldwaage legen, da hast du sogar recht. Aber Kritik sollte auch nicht jeder Mutter wahllos die ganze Zeit, bei jedem Handgriff entgegengebracht werden. Da dürfen sich einige Omas (egal welcher Seite) gern zurück nehmen. Man muss niemanden ständig belehren, korrigieren und kritisieren, wenn das Wohl des Kindes nicht arg gefährdet ist. Nur weil man es selbst vor 30 Jahren anders gemacht hat!
Es hat auch etwas mit Kritikfähigkeit zutun, wenn Schwiegereltern nicht gleich beleidigt sind, dass Schwiegertöchter es eben anders machen.

Was hier oft völlig übersehen wird, ist, dass die Schwiegertochter auch eine völlig andere Erziehung genossen hat, als die Schwiegermutter den Sohn erzogen hat. Es ist eigentlich normal, dass beide Stile schon deshalb voneinander abweichen, die zeitgebundene Pädagogik erledigt ihren Rest... meistens jedenfalls. Oft hört man hier von fällen, die über das „normale“ maß hinausgeht. Diese Fälle kannst du nicht vergleichen.
Mache Frauen wissen auch, dass alles nicht böse gemeint ist, sind aber dennoch vollkommen von den Wünschen/ Forderungen/ Erwartungen und permanenten Kritiken und Einmischungen einfach genervt und machen sich mal Luft. Ist doch vollkommen ok, dafür sind Foren ja da. Keiner schreibt hier, bei mir ist alles so schön und toll ich brauche kein Rat, aber wollte das nur mal so schreiben...

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Hallo,

natürlich sollte man nicht jedes Wort der Schwiegermutter auf die Goldwaage legen - und immer auch daran denken, dass es die Mutter des Mannes ist. Nie würde ich den Kontakt in Frage stellen - aber es gibt schon auch Aussagen, die man nicht vergisst.

Beispiel - beim ersten Treffen nach der Fehlgeburt: "Na, wenns nicht klappt kannst du dir ja einen Hund anschaffen".

Ist man da wirklich zu empfindlich? ich denke nicht....

Gerade bei so einer schwierigen Sache, wie dem Umgang mit einer Fehlgeburt, finde ich es schwierig die Äußerungen zu bewerten. Trauer macht viele unsicher und auch unbedarft. Da fallen durchaus aus Unsicherheit auch Sätze, die gar nicht so gemeint sind.

Zu diesem Beitrag möchte ich mal eine andere Perspektive geben.

Meine Schwägerin ist 5 Jahre jünger als ich und seit 15 Jahren mit meinem Bruder zusammen (Jugendliebe...) vor drei Jahren haben sie geheiratet, jetzt kam das erste Kind.

Ich komme super mir ihr zurecht. Wir sind wie Schwestern. Alle denken immer, wir sind die eigentlichen Geschwister, nicht mein Bruder und ich...
Sie fragt mich oft um Rat, weil meine Mutter auch zu soch einer Schwiegermutter mutiert ist, die alles besser weiß.
Bei meiner Tochter habe ich schon mit den Augen gerollt, aber da war sie längst nicht so übergriffig, wie ich sie jetzt erlebe.
Natürlich macht sie das nicht aus Böswilligkeit, sie mag meine Schwägerin auch, dass weiß ich. Dennoch geht ihr Verhalten überhaupt nicht. Ich selber bin schon etliche Male dazwischen gegangen und habe sie ausgebremst, weil mir meine Schwägerin leid tat ihr so „ausgeliefert“ zu sein. Ich hab meine Mutter vor kurzem auch zur Seite genommen und ihr gesagt, dass sie sich mit ihrem Verhalten auch ganz böse und selbstverschuldet ins aus schießt und sich dann nicht wundern muss, wenn meine Schwägerin plötzlich sehr wenig Zeit hat!

Ich hätte auch nicht für möglich gehalten, das sie sich so aufführt. Immerhin ist es ihr 6 Enkelkind. Aber das erste der Schwiegertochter... bis auf mein Bruder sind wir alles Mädels. Meine Schwestern sagen auch, dass sie meine Mutter da nicht wiedererkennen.
Was sie meiner Schwägerin manchmal im Beisein von allen sagt🤦🏻‍♀️ unmöglich! Wir sind nur noch am meckern. Meine Nichte 17 (Tochter unserer ältesten Schwester) sagt selbst, Oma dreht durch.
Also es sind nicht immer nur die Schwiegertöchter, die sensibel alles auf die Goldwaage legen, sondern auch manchmal die Schwiegermütter die unsensibel sind!
Ich glaube, ich wäre nicht so geduldig, wie meine Schwägerin. Wäre es meine Schwiegermutter, hätte ich ihr wohl schon deutlich meine Meinung gesagt.
Meine Schwiegermutter hingegen war immer etwas bissig, nicht gemein oder fies, aber ich fürchtete schon das Thema Kinder, weil sie oftmals redet, bevor sie nachdenkt. Aber als unsere Tochter kam, war sie wie ausgewechselt. Ich hatte in den letzten 4 Jahren nicht eine reiberei mit ihr, schon gar nicht bezüglich der kleinen. Sie kann nicht oft genug sagen, wie toll sie mich im Umgang mit ihr findet. Klar, dass sie durch ihre Art ihre Enkeltochter sehen kann, wann immer sie möchte. Ich hab bei ihr nicht den kleinsten Zweifel. Die kleine geht oft mit ihr eine Runde Äpfel sammeln beim Nachbarn oder mit Oma und Opa der Nachbarschaft hallo sagen😂 mir alles recht, weil ich weiß, dass mich meine Schwiegermutter als Mutter respektiert und nichts macht, was ich nicht möchte. Das gab mir von Anfang an ein gewisses Vertrauen in sie...

Toller Beitrag! Danke, dafür. Hätte nicht gedacht, dass ich im 2000. SM Threasd mal noch was spannendes zu lesen bekomme.

Danke fürs mitteilen !

Ich seh das nen bisschen anders wie du. Ich hatte ein Schwiegermonster, im wahrsten Sinn des Wortes, und aktuell eine ganz liebe Schwiegermutti. Es geht beides und zu wünschen ist jedem eine liebe Schwiegermutti. Klappt nur leider nicht immer.