Vergleich - Familienleben hier und dort

Huhu,

mir ist kein richtiger Titel eingefallen... und ich weiß es kann keiner Helfen, aber vielleicht aufmunternde Worte geben :/

Ich bin keine Deutsche, bin aber hier groß geworden und gut eingelebt. Von meiner Herkunftsfamilie lebt noch meine Cousine und mein Onkel in unserem Herkunftsland. Kontakt ist lose, aber herzlich. Wir waren jetzt zwei Wochen dort und als wir zurück kamen fühlte ich mich sehr komisch.

Meine Cousine hat drei Kinder. (2, 4, 9) Dort gibt es so was wie Teilzeit nicht. Also rechtlich schon, aber die Eltern nutzen kaum, weil das extrem unüblich ist. Das Leben is teuer, alle müssen viel arbeiten... Die Kinderbetreuung ist "sicher". Die kleinen gehen von /:00 bis 17:00 in die Kita/Kiga, Große geht in eine Ganztagsschule. Meine Cousine und ihr man haben die Kinder also nur abends für paar Stunden. An den Wochenenden werden die Kids gerne von Großeltern betreut. d.h. auch an den Wochenenden is nicht viel mit Familienleben. Dafür gehen sie gerne aus, Partys, oder einfach mal daheim ausspannen nach einer "harten Arbeitswoche"

Ich arbeite Teilzeit, hab ein Kind - 4 Jahre alt. Er geht von 8:30 bis 15:30 in KiGa. Und er ist eine Nachteule. Vor 21:30 nicht im Bett. Ich hole Kind direkt nach der Arbeit ab. Wir gehen noch auf den Spielplatz, oder Einkaufen oder irgendwelche Hobbys (Kleinkind-Turnen, in diesem Altern nur in Begleitung mgl bei uns, ab und zu Singkreis) Dann Abendessen, Spielen, Lesen dies und das... Wenn Kind im Bett ist machen mein mann und ich schnell irgendwelche Kleinigkeiten im Haushalt und oft sind wir dann so müde dass wir selbst schon um halb elf im Bett sind. Die Wochenenden sind auch immer mit Kind organisiert. Es gibt keine Partys und kein Ausgehen. In unserem Freundeskreis gib es so was nicht. Man plant nur Aktivitäten, die mit Kindern zusammen möglich sind.

Mein Mann und ich haben je einen Tag in der Woche "frei" für unsere Hobbys, und natürlich wenn sonst was ansteht wie Abendessen mit Arbeitskollegen, oder irgend eine spezielle Einladung abends wo einer von uns hingeht und der andere zu Hause bleibt.


Großeltern nehmen den Enkel ab und zu mal an einem Samstag für 3-4 Stunden.

Also im Vergleich zu meiner Cousine habe ich sehr viel Familienleben, während bei ihr alles um Job, Karriere und Partys geht und wann sie es schafft, ihre Kids bei ihren Großeltern abzuladen.

So verrückt das klingt, ist es dort "norm". Ihr ganzer Freundeskreis ist so.

Mich haben sie alle nur komisch angeschaut als ich erzählt habe, dass wir nach dem Kindergarten noch alle zum Spielplatz gehen, Hobbys mit Kind, am Wochenende mal ein Abenteuerspielplatz oder Grillen mit Kindern. Es gab Fragen wie "Wie oft wir ausgehen können, wie oft wir richtig Party machen" und "Warum es auf meiner Karriereleiter so langsam vorangeht. Und im selben Atemzug, warum ich nur ein Kind habe...

hmmm.... bin ich zu sensibel, dass mich das alles jetzt mitnimmt.

Ich liebe mein Kind über alles. Und ich liebe Familienwocheneneden. Aber wie sehr wünschen mein Mann und ich, einfach mal unbeschwert wie früher auszugehen. Abends mehr Zeit für uns zu haben...

Natürlich wird sich nix ändern, wenn wir noch ein Kind bekommen würden, oder noch ein drittes. Aber ich muss zugeben, wir sind nicht so belastbar und wir lieben unser Kind jetzt immer mehr. Wir sind beide definitiv keine Babyeltern. Die ersten zwei Jahre waren ein Alptraum für uns.

Und jetzt, wo ich gesehen habe, wie andere leben können mit mehreren Kids: Vollzeit jobs, Karriere, An den Wochenenden ausgehen, ausschlafen...

Ich werde neidisch #heul#heul#heul#heul#heul

In welchem Land ist es denn so, wie du es beschreibst?
Würde mich einfach mal interessieren...

Frankreich

Dacht ich mir schon fast. Aber jenachdem wo in Frankreich ist es nicht so teuer. Viele bekannte wohnen in frankreich weils dort günstiger ist als bei uns

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Ich arbeite auch teilzeit, momentan elternzeit, und unternehme sehr viel mit den kindern (5jahre und Zwillinge 7monate)ich war noch nie besonders der Partymensch und seit ich kinder habe garnichzmeht es fehlt mit auch nicht. Die grosse war vlt 10 mal bei der oma zur übernachtung weil sie es wollte.
Eine Angehörige ist das absolute gegenteil. Arbeitet vollzeit und meistens ist das kind am we bei ddn grosseltern.

Ich persönlich verstehe soetwas nicht wie man sein kine so abschieben kann.
Ich habe es schliesslich nicht bekommen damit jemand anderes es grosszieht.

Gut wenn man aus finanziellen Gründen vollzeit arbeiten muss(bei uns ist das Leben aucg sehr teuer) , ist das natürlich völlig was anderes , habe im umkreis aber die erfahurng gemacht dass diese eltern an we und freien tagen sehr viel mit den kindern unternehmen und auch am liebsten nur teilzeit arbeiten wollen es aber eben finanziell nicht geht.


Also aus meiner sicht sollte sie eigentlich neidisch auf dich sein

Das mit Abschieben verstehe ich auch nicht. Erst recht nicht, wenn man so viel arbeitet.

Neidisch bin ich auf die freien Wochenenden, ausschlafen, ausgehen, Freizeit genießen, Zeit nur mit Erwachsenen verbringen, nicht ständig schauen, wie man in der Planung alle Kids unterbringt.

Bei uns im Freundeskreis sind z.B zwei Pärchen mit Kids, die noch Mittagsschlaf brauchen, aber nur zu Hause schlafen. Die sind net immer dabei. Wenn wir uns verabreden, z.B. in einem Indoorspielplatz im Winter kommen von 5 Pärchen mind. 2 zu spät. weil irgendwas mit Kids war. Beim Grillen entspannt rumhängen, futtern und quatschen geht auch nie, weil immer irgend ein Kind weint, ein anderes Kind jemandem was wegnimmt, ein - zwei Kinder bei uns sitzen und "mitquatschen" und und und...

Da bin ich halt neidisch. Weil ich auch sooo gerne einfach unter Erwachsenen Zeit verbringen würde. Und am nächsten Tag ausschlafen :(

Diese Zeiten kommen ja auch wieder. Geniesse die zeit mit deinem kind. Und glaub mir dein kind wird es dir iergendwann danken.

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>>>Ich werde neidisch<<<

Das ist doch albern.

Ihr organisiert euer komplettes Leben um euer Kind herum, das habt IHR doch so entschieden.

Wie deine Cousine das handhabt, finde ich extrem, du bist das andere Extrem.

Wir organisieren unser Leben um unser Kind herum, weil es anders nicht klappt. Wir könnten am Wochenende theoretisch abwechseln ausgehen. Die Frage is halt nur: Mit wem? In unserem Freundeskreis haben inzwischen alle schon Kind und da sind alle Mütter so: Tagsüber irgendwas mit Kids unternehmen.

Ab und zu geht einer von uns halt nur mit Männern bzw. nur mit Frauen aus: Coctailabend,Biergarten, Kino... aber wir können kaum zusammen ausgehen. Geld für Babysitter fehlt. Großeltern wollen/können nicht öfter einspringen.

Wenn Großeltern mal einspringen, dann machen wir natürlich was zu zweit. Aber das ist wie gesagt, nur alle paar Wochenenden der Fall.

Dann zB mit befreundeten Paaren mit dem babysitten abwechseln. Einmal ihr bei Ihnen, dann wieder umgekehrt. Oder in absehbarer Zukunft Übernachtungsverabredungen für euren Sohn. ;)

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Das klingt wirklich anders - ob beneidenswert weiß ich nicht. Aus Kindersicht wäre ich lieber Euer Sohn!
Grundsätzlich habt ihr ja die Wahl und entscheidet euch bewusst für ein Leben als Famille und das ist ja auch wunderbar so. Die kommenden Jahre werdet ihr auch weiterhin so viel mehr Freiheiten dazugewinnen, wenn zunehmend Freunde, Hobbies, Schule... wichtig werden.
Ich bin derzeit mit dem 3. Kind im Elternzeit (4 Monate bis 6 Jahre ist die Altersspanne) und bin schon fast neidisch über die Beschreibung Deines Lebens. ;) Zeit für Hobbies oder als Paar ist derzeit naturgemäß gar keine und dass alle drei bei Freunden oder Großeltern „ausquartiert“ werden können, wird auch in Zukunft wohl eher Seltenheitswert haben. Das fehlt uns schon, aber auch das ist ja letztlich eine begrenzte Zeit...
Viele Grüße!

Zusatz: wenn euch das Ausgehen fehlt, nehmt doch 1- 2 Mal pro Monat einen Babysitter und setzt das einfach um! Wir haben das vor der Geburt der Jüngsten zwar nicht so regelmäßig geschafft wie erhofft, aber bei diesen Gelegenheiten sehr genossen. Ich bin mir sicher ihr könnt einen guten Kompromiss finden.

Warum denn ganz oder garnicht??

Macht doch einen Tag im Monat an dem der kleine bei Oma ist und ihr Zeit für euch habt.

Ich als Kind hätte lieber die Familienzeit .. aber mal bei Oma schlafen ist auch cool 😉

Ich finde du/ihr macht es genau richtig so. Allerdings würde ich mein Kind falls möglich VL Mal am WE zur Oma bringen so könntet ihr doch auch Mal was alleine und gemeinsam machen.
Oder Mal einen Babysitter kommen lassen.
Du brauchst absolut nicht neidisch seinglaub mir Es gibt dich nichts schöneres als die Freiheit zu haben sein Kind so aufwachsen zu sehen. Das was deine Freunde oder Familie machen eher befremdlich. Das ist ja schon krass da frag ich mich ob man wirklich Kinder in die Welt setzten sollte wenn man keine anderen sorgen hat das Kind möglich schnell wieder abladen zu können um Party zu machen.lg

Ich bin au dem Grund aus Frankreich geflohen. Als mein Sohn ein Jahr alt war ging ich Vollzeit an zu arbeiten. War ja sehr spät dran, alle anderen Mütter fingen wieder nach ein paar Wochen an und gaben ihr Kind an eine Tagesmutter. Den ganzen Tag! Ich werde nie vergessen wie mein Baby an der Tür der Tagesmutter verzweifelt geschrien und geweint hat, wenn ich morgens zu Arbeit bin.
2 Wochen habe ich das ausgehalten, meine Koffer gepackt, den Mann verlassen der schon mittags zu Hause war aber das Kind teotzdem Bei der Tagesmutter gelassen hat... und habe hier mit einer halben Stelle angefangen.
Ja, alles hat seine zwei Seiten. Wir Frauen hier sind dadurch abhängiger, altmodischer... whatever. Uns bleibt eine steile Karriere oft verwehrt weil wir so lange aussteigen... aber ich möchte selber mein Kind großziehen. Vor allem wenn es noch so klein ist und so leidet, wenn ich den ganzen Tag weg bin. Es ist unfair, dass wir Frauen meist die monetäre Sicherheit durch halbtagsjobs aufgeben, aber es liegt vielleicht im mutterblut.
Mit taten die Frauen in Frankreich immer leid.
Ich habe beides erlebt und bin immer wieder dankbar, dass ich 3 Jahre Elternzeit hatte.
Deine Cousine ist ein Extremfall. Kann ich nicht verstehen wie man da eine Beziehung zum Kind bekommen soll.
Du bist das Gegenteil und kannst doch wenigstens einmal im Monat mit deinem Mann mal losziehen

Alles hat seinen Preis. Für jede Option, die wir wählen, schließen wir in diesem Moment eine andere aus. Wer jedes Wochenende gemütlich ausschlafen und dann Netflix gucken möchte, weil die Kinder bei Oma und Opa sind, frühstückt dann eben nicht mit den Kindern und albert mit ihnen am Tisch herum und geht dann gemeinsam in den Zoo. Wer das WE mit den Kindern verbringen will, kann eben nicht jedes WE fett Party machen und am nächsten Tag den Kater pflegen.

Ich wäre mir dem von dir geschilderten Leben nicht glücklich, weil ich die verhältnismäßig kurze Zeit mit meinen Kindern in vollen Zügen genießen und auskosten möchte. Jetzt sind sie 7 und 8 und wir kriegen Stück für Stück wieder mehr Freiheiten zurück. Wir sind froh, um jede intensiv genossene Kuschelstunde der süßen Baby- und Kleinkind Zeit, denn jetzt spielen die zwei lieber morgens draussen mit den Hasen oder hüpfen auf dem Trampolin, als zu uns ins Bett zu kriechen und uns zum Bilderbuch-Vorlesen zu nötigen ;-)

Ich persönlich finde, alles im Leben hat seine Zeit, es geht nicht alles immer auf einmal. Das muss es auch gar nicht.

Mutter sein ist auch Arbeit.


Sind dir die geschichtlichen Hintergründe bewusst? Egalité.


https://www.sueddeutsche.de/leben/familienpolitik-die-franzoesische-legende-der-karrieremachenden-muetter-broeckelt-1.3854632

Hallo.

Sicherlich gibt es kulturelle Unterschiede.

Aber auch sonst sind Menschen und Lebensweise einfach verschieden.

Unser kleinster ist 3,5 und wir würden niemals 2 oder mehr kleine Kinder haben wollen. Andere lieben das (unsere große ist 15)

Uns ist schon immer wichtig das abends um 8 "ruhe" ist. Wie möchten dann noch etwas Zeit für uns haben und keinen zwerg hier rum turnen haben.

Unser kleiner schläft einmal im Monat bei oma und alle 2/3 Wochen kommt abends eine "nanny" für 3 stunden.
Wir lieben Zweisamkeit und gehen gerne ins Restaurant, mal kino, mal Therme etc. Uns ist das wichtig. Wir sind und möchten nicht nur Eltern sein und schaffen uns bewusst kleine Inseln.

Wir fahren auch einmal im Jahr alleine in den Urlaub und lieben die Ruhe, Zweisamkeit und machen können worauf man Lust hat.

Für andere wäre das undenkbar.
Wichtig ist, das man so glücklich und zufrieden ist, wie es ist.
Wenn man das nicht ist, muss man schauen was man ändern kann.

Ich wäre da gar nicht neidisch, mir würden eher die Kinder deiner Verwandten leid tun, das würde mich traurig machen.

Krippe, Kindergarten für 7-8 Stunden jeden Tag (wie jerzt bei euch) finde ich schon extrem viel, im Vergleich DAZU haben wir deutlich mehr Familienleben :-).

So ist es immer mit den Vergleichen :-).

Deine Verwandten könnten meine Eltern sein.Mutter Bürgermeister Vater Arzt. Nach einen anstrengenden Arbeitstag mussten Sie abends mit Freunden oder allein beim ausgehen entspannen.
Freitag und Samstag war Party Sonntag musste man sich davon erholen.
Familienzeit war am Wochenende zum Mittagessen im Restaurant Aber da mussten wir Kinder still sitzen und den Mund halten, danach im Gänsemarsch je zwei Geschwister Händchenhaltend (rausgeputzt wie die Pfingstochsen ) vor den Eltern herlaufen. Damit man sah die perfekte Familie XYZ bekommt alles unter einen Hut . Arbeit Karriere und 4 gut erzogene Kinder.

Das wir aber auf einen Bauernhof bei den Großeltern nebenbei mit erzogen wurden und später allein machen konnten was wir wollten, interessierte keinen.
Es gab teure Urlaube ,oder auch Ausflüge aber immer mit den Hauptgedanken das meine Eltern Ruhe und Entspannung brauchten.

Weißt du wie neidvoll wir zu den Freunden geschaut haben? Wenn Mama mal mit draußen saß und spielte, oder Papa vom Nachbarskind mit ihm Federball spielte. Wenn Freunde keine Zeit hatten weil Familie eine Fahrradtour machte , oder Baden ging.Wenn man zu Freundin ABC ging und Mama gerade mit ihr Kuchen backte.

Wir hatten Omi und Opi und wenn die keine Zeit hatten gab es noch eine uralte Tante im Hof. Mit Problemen waren wir allein gestellt.

Mein Mann war in Wochenkrippe und Wochenkindergarten das hieß Montag früh weg und Freitags Abend wieder nach Hause. Seine Eltern waren in Schichten Arbeiten am Wochenende stand Haushalt und Besuche an. Zeit für die Kinder blieb nicht viel aber etwas.

Deine Kinder wachsen glücklich auf die Zeit die ihr jetzt mit Ihnen verbringt könnt ihr nie wiederholen.
Was spricht eigentlich jetzt gegen mal Party machen ,oder mal ausschlafen. Einfach mal ein Wochenende ohne Kinder.

Kinder sind so schnell groß.
Ich sehe es an meinen.Vorgestern noch hatte ich ein Schreibaby im Arm was habe ich mir gewünscht mal eine Nacht durchzuschlafen ,gestern sprang die andere Tochter mit sehr guten Kleidchen,weil wir zur Hochzeit wollten,in eine Pfütze die sich als Schlammloch entpuppte....Was habe ich manchmal die Kinder verflucht und hätte am liebsten die Zeit zurück gedreht und wäre Kinderlos geblieben........ und heute sind Sie alle drei Erwachsen :-D
Die Zeit ist so schnell vorbei.Und deine Kinder werden mal sagen"Wir hatten eine schöne Kindheit"
Das Klingt doch besser als wie "Eltern? Ach die die mich in die Welt gesetzt haben.." Das sagt meine Schwester über unsere Eltern.

Was spricht eigentlich jetzt gegen mal Party machen ,oder mal ausschlafen. Einfach mal ein Wochenende ohne Kinder.


---> Wir haben hier nur ein Großelternpaar. Und schaffen es nicht, unseren Sohn mit Übernachtung zu nehmen. Sie sagen selbst, sie sind zu alt für einen quirligen Jungen "der nur Unsinn" im Kopf hat. Sie sind sehr ängstlich und nicht mehr die schnellsten.


Ab und zu ist der Kleine am Samstag für paar Stunden bei ihnen. Mehr geht nicht.



Klar, mein Mann und ich stehen am Wochenende abwechselnd auf, einer bespaßt das Kind, der andere darf etwas länger im Bett bleiben.

Aber ich hab mich gestern einfach mal dem Gedanken hingegeben, wie herrlich es wäre von alleine aufzuwachen und nicht weil ich ein "mamaaaaa" höre

"So verrückt das klingt, ist es dort "norm". Ihr ganzer Freundeskreis ist so. "

Wie viel "norm" hast du mitbekommen?

Wenn ich meinen Freundeskreis aus Schulzeiten (Gymnasium) beschreiben würde oder meine Klassenstufe von damals, dann kämen folgende Worte sehr häufig vor

- Drogen
- Alkohol bis zur nicht mehr Erinnerung
- Drogen
- Frauen/Mädchen, die erwarten, dass der Partner ihre Gedanken zu lesen hat
- usw.

davon distanziere ich mich. Manche haben es geschafft. Mit Therapie, Entzug, Leben wollen. Die Schläge und verbale Misshandlungen zu Hause werden immer ein Teil ihres Lebens bleiben. Sie haben sich da rausgearbeitet.
Andere haben es nicht geschafft. Aus aus Elternhäusern mit Liebe und guten voraussetzungen.


Was ich damit sagen will: wie viele Menschen kennst du dort, wie viel Einblick hast du in die Norm.


Wenn ich Verwandte besuche im Ausland, lerne ich auch deren Freundeskreise kennen. Viele Verwandte, viele Freundeskreise.
Ein großer Freundeskreis z.B. 20 Personen mag zwar groß erscheinen und an eine Norm erinnern.

Wenn ich mir aber aus 15 Familien (von Verwandten) die Freundeskreise zu je 5 Personen ansehe, komme ich auf 75 Personen, die so ganz andere Werte, Lebensarten haben.

Was davon ist Norm?

Wie gehst du damit um?

Für mich habe ich gelernt aus jedem das Beste mitzunehmen? Was gefällt mir? Was wirkt gut auf mich? Das nehme ich mit und versuche es zu Hause. Auch wenn es ihr "seltsam", "anders" oder "selten" ist.

Manchmal bekomme ich auch einen Spiegel vorgehalten. Manche Eigenarten habe ich eben doch aus der Verwandtschaft gelternt oder mitbekommen. Dann erfreue ich mich an der Ähnlichkeit (mal nicht anders sein) und sehe in den Spiegel und frage mich: will ich wirklich so sein?
Nein?
Was kann ich ändern, dass es mir und meinem Kind gut geht?

Hm, aber wenn es um die Betreuungszeit geht, da gibt es doch auch bei uns mittlerweile Möglichkeiten.
Unser KiGa hat wie die meisten nur bis 16.00 Ihr auf, aber in der Nachbarstadt gibt es ein Krankenhaus mit Betriebskita, evtl nehmen die auch "externe" Kinder auf.
Auch Tagesmütter können Kinder von Kindergarten oder Schule abholen und bis abends betreuen.

Am Wochenende Party: was spricht gegen einen Babysitter?

Für uns wäre das nichts. Unsere Kinder schlafen z.B. viel besser, wenn abends beide Eltern Zuhause sind - was leider gar nicht so oft vorkommt.

Umgekehrt ist es doch in Frankreich viel schwieriger bis unmöglich, seine Kinder Zuhause zu betreuen: Schule geht regulär bis 17.00, schon in der Grundschule.

In Frankreich hat man zumindest werktags keine Wahl. Hier schon. Also macht es dich, wie es für euch gut ist...

LG!

Der Finanzielle Aspekt spricht gegen einen Babysitter... Wir wohnen in einer Großstadt. Babysitter kosten hier 15euro aufwärts.

Wenn wir zum Beispiel ins Kino gehen wollen würden: 3h Babysitter - mind. 45euro. Leider zu teuer :(

Naja,
wenn beide Vollzeit arbeiten ist das eben eher drin.
Was ich meinte war: wir hier haben die Wahl. Die meisten Franzosen nicht. Selbst wenn man es im Kleinkind-Alter anders macht: ab 5 ist der Tag für die Kleinen lang, damit Mama und Papa eben Vollzeit arbeiten. Geht hier aber auch - gerade in einer Großstadt sollten die Rahmenbedingungen gut sein...

LG!

"Meine Cousine hat drei Kinder. (2, 4, 9) Dort gibt es so was wie Teilzeit nicht. Also rechtlich schon, aber die Eltern nutzen kaum, weil das extrem unüblich ist. Das Leben is teuer, alle müssen viel arbeiten... Die Kinderbetreuung ist "sicher". Die kleinen gehen von /:00 bis 17:00 in die Kita/Kiga, Große geht in eine Ganztagsschule. Meine Cousine und ihr man haben die Kinder also nur abends für paar Stunden. An den Wochenenden werden die Kids gerne von Großeltern betreut. d.h. auch an den Wochenenden is nicht viel mit Familienleben. Dafür gehen sie gerne aus, Partys, oder einfach mal daheim ausspannen nach einer "harten Arbeitswoche"

Ganz ehrlich auf deine Cousine bin ich nicht neidisch. Das wäre für mich kein Familienleben. Wenn ich soviel Party machen möchte, setze ich keine Kinder in die Welt. Ich möchte sehen wie meine Kinder groß werden, mit ihnen etwas erleben. Das heißt jetzt aber nicht, dass ich komplett auf Party oder Weggehen verzichte. Das war zwar immer ziemlich selten, aber durchaus einrichtbar. Da spielten sogar die Omas mit, wenn es sich in Maßen hielt. Und ganz ehrlich, man wächst mit seinen Aufgaben. Und das werdet ihr eurem Kind oder später mit mehreren Kindern auch. Und steh da drüber, auch wenn dich deine Cousine und Co. komisch ankucken.

LG Hinzwife

Wir leben in D, haben auch drei Kinder und machen es auch so, Beide Karriere, arbeiten bis spät abends, zwei Kindermädchen halten uns den Rücken frei.
Am Wochenende sind wir auch viel alleine oder zu zweit unterwegs....

Ich wohne in Frankreich und zumindest in der Gegend, wo ich wohne, versuchen die Mütter schon, wenn es finanziell irgend geht, länger als die paar Wochen Mutterschutz zu Hause zu bleiben. Elternzeit gibt's halt nicht, deshalb muß man sich das leisten können. Ich kenne einige, die Teilzeit arbeiten, das ist absolut nicht unüblich, hier ist Mittwoch schulfrei, daher versuchen sich die Mütter den Mittwoch freizuhalten, um ihn mit den Kindern zu verbringen.
Zumindest in den Kreisen, in denen ich verkehre, wird auch sonst versucht, viel Zeit mit den Kindern zu verbringen, sowohl abends nach der Arbeit als auch am Wochenende. Nur mal so als Gegendarstellung zum Bild der karrieregeilen Französin, der ihre Kinder egal sind...