Unterhalt nach dem Studium? Seite: 2

                • Ich kenne kaum Leute, die neben dem Studium so gejobbt haben, dass es beruflich etwas gebracht hätte. Die meisten haben gekellnert oder waren an der Kasse.

                  • Dann kennst du aber die falschen Leute bzw nur einen bestimmten kreis. Ich habe sowohl neben Schule als auch Studium immer gearbeitet und zwar in Jobs, passend zu meinem Studium. GerAde die 5 Jahre studieren waren enorm schwierig dadurch aber deine Vorrednerin hat recht, ich hatte dadurch einfach enorme Vorteile.

                    • Ich kenne nicht nur einen bestimmten Kreis, das sind schon unterschiedliche Fachrichtungen. Ich gebe ohne Probleme zu, dass es Fachrichtungen gibt, in denen dieses Networking und die Erfahrung im Studium wichtig ist. Aber es gibt doch Einige, in denen es ohne wirklich gut geht.

                        • Ich schlage mal mein Studium vor.

                          Ich arbeite in einem medizinischen Teilbereich, wo Pflichpraktika vorgesehen sind. Unbezahlt natürlich. Ohne fertige Ausbildung nimmt dich jedoch kein Röngten oder Labor zum Arbeiten an, da deine Qualifiaktion nicht ausreicht um dich "auf Menschen loszulassen".


                          Da ginge eben nur kellnern oder Bürojob. Doch meine Ferien waren vl 3 Wochen davor oder danach. Dann war wieder Schule angesagt.


                          lg lene

                          • Hallo!
                            Mein Cousin zum Beispiel hat dennoch neben dem Studium (Medizin) regelmäßig im Labor zb gearbeitet. Wie du sagst, große Sachen konnte er nicht übernehmen, aber das spielt ja keine Rolle. Er hat viel mitnehmen können und das is das wichtigste.

                            • Ein Medizinstudium bleibt lange Zeit nur Theorie (4Jahre) und später erst die Praxis, dann der Facharzt.

                              Bei meiner 3jährigen Fachausbildung an der Fachhochschule hat man wie gesagt keine Zeit dazu. Schule, 4 Wochen Praktikum, 3 Wochen "Ferien", Schule, 4 Wochen Praktikum, usw.


                              lg lene

                        Also ich bin Lehrerin. Die Ref-Stellen werden nach Noten vergeben. Nach dem Ref ist die Erfahrung von vor dem Ref kaum noch, wenn überhaupt relevant. Gleiches gilt für Jura wegen Ref. Ärzte*innen haben ein Jahr unbezahltes Pfkichpraktikum, lernen da oft Leute kennen und sammeln da ihre Erfahrung. Vor dem Abschluss medizinisch arbeiten, schwierig. Chemiker*innen haben wegen Labor-Praktika haben für fachbezogene Nebenjobs wegen der Praktika von morgens bis abends oft keine Zeit, zumindest die vielen, die ich kenne. Ich denke, dass es bei Ingenieur*innen sehr anders ist. Aber das ist schon fachabhängig.

                        • Hi :)
                          Auch bei Jura muss ich sagen sehe ich es ganz anders. Jura war mein zweistudium (hab es aber zwei Jahre erstmal angefangen bevor ich entschieden habe, dass das nicht 100% meins is), für das ich um ehrlich zu sein eeeeeeeeewig gebraucht habe. Aber meine nebenjobs beim Anwalt waren hier schon ziemlich hilfreich. Vor allem als es darum ging einen echt coolen Teilzeit Job zu bekommen bei einer echt tollen kanzlei

                          Ich vermute es ist weniger von der Studienrichtung abhängig, sondern vom Land.
                          Habe gerade beim Bundesamt für Statistik (Schweiz) etwas recherchiert, hier gehen 80% aller Studenten einer (Teilzeit-)Erwerbstätigkeit nach, sch.....-egal in welcher Branche sie jobben. Weil sie nämlich das Geld brauchen.
                          Aber, und das ist auch erwiesen: egal was sie gejobbt haben, nach Studienabschluss fassen diejenigen die gejobbt haben schneller Fuss im Berufsleben.

                      (36) 03.07.19 - 07:46

                      Maschinenbau, Elektrotechnik, Chemie, Wirtschaftsmathematik,...

                      Ich habe nie behauptet, dass es nicht von Vorteil sein kann, sondern dass es in einigen Fachrichtungen nicht die Regel ist, dass die Mehrheit fachbezogene Nebenjobs macht. Außerdem würde ich behaupten, dass es dann gerade in diesen Jobs auch nicht dazu führt, dass man am Ende Schwierigkeiten hat, eine Stelle zu finden, weil man keinen Nebenjob in dem Milieu gemacht hat. Das ist mein ganzes Argument, mehr nicht.

              Ok, hast du in deinem Berufsleben einmal mit jemandem Mitte 20 ohne irgendwelche Arbeitserfahrung gearbeitet, frisch ab Studium?
              Und hast du in deinem Berufsleben einmal mit jemandem gearbeitet, der frisch ab Studium kam, noch keine Praxis hatte, aber mehrjährige Arbeitserfahrung in anderen Bereichen mitbrachte?
              Dann kennst du den Unterschied.

              Beispiel aus dem Bereich Materialwissenschaften/Verfahrenstechnik, hier in der Schweiz: ETH Absolventen aus reichem Haus, deshalb ohne Berufs- und ohne Arbeitspraxis dafür mit Master: maximal 20 Prozent finden innerhalb von 2 Jahren nach Abschluss eine Stelle in der freien Wirtschaft (Dauerpraktikumsstellen nicht mitgezählt).
              ZHAW Studenten (praxisorientierter, international weniger prestigeträchtige Uni) mit selbigem Abschluss, zwangsläufig mit Arbeitserfahrung da dies zu den Aufnahmebedingungen gehört: 100% haben innerhalb von 2 Jahren nach Abschluss eine Festanstellung in der freien Wirtschaft (von denen die dies anstreben natürlich).

              • Ja, das habe ich mir gedacht, dass du aus so einem Bereich stammst. Da ist das tatsächlich so. Mir als Lehrerin hätte es keine besseren Karrierechancen gebracht. In einer Antwort an Larissa habe ich ja schon beschrieben, dass es doch einige Fächer gibt, bei denen es nicht so viel bringt, nebenher etwas fachbezogenes gejobbt zu haben. Es ist halt fachabhängig.

                • Als Mutter von sechs Kinder kann ich dir sagen, dass es extreme Unterschiede gibt zwischen extrem wohlbehüteten jungen Lehrkräften ohne Arbeitserfahrung und solchen, die seit sie 14 waren gejobbt haben....
                  Dass es auf Karrierechancen wenig Einfluss hat glaube ich dir. Wobei hier ist es durchaus so, dass die Chancen bei begehrteren Stellen steigen je mehr man bereits mitbringt. Mehrjährige Erfahrung als Pfadfinderführerin, durch Eigenleistung finanziertes Studium usw. zahlt sich aus.

                  • Von den Leuten, die ich kenne, hat trotzdem so gut wie niemand einen Nebenjob gemacht, der etwas mit dem zu erlernenden Beruf zu tun hatte. Das waren Kellnerjobs, Kassenjobs, Bürojobs an der Uni (nicht wissenschaftliche Mitarbeiter oder so, sondern so Studi-Papierkram). Und woran du bei den Lehrkräften deiner Kinder erkennen kannst, ob diese neben dem Studium gejobbt haben, frage ich mich auch. Aber hier sind ja auch viele der Meinung, dass es Qualitätskriterium sei, ob Lehrer*innen selbst Kinder hätten... Das kann ich so auch nicht bestätigen.

                    • Man erkennt diejenigen Junglehrer die ausser Schule und Studium noch nichts geleistet haben immer, intuitiv und sehr schnell, glaubs mir, das Zauberwort heisst "fehlende Reife". Mag sein, dass sie genau so leicht eine Anstellung bekommen, gerade als Referendare, für Schüler und Eltern ist es trotzdem spürbar, spätestens in herausfordernden Situationen.

                      • Ah, confirmation bias! Wenn du sie unreif findest, dann haben sie keinen Nebenjob gemacht. Wenn du sie reif genug findest, dann schon. Wie schön, wenn man Mechanismen nimmt, bei denen man nicht Unrecht haben kann. Ich bin dann Mal raus. Du hast dein Vorurteil, dass junge Leute nur daran reifen können, dass sie neben dem Studium gejobbt haben und alle, die das nicht taten sind verwöhnt. Dass sie einfach sparsam sind und deshalb mit Bafög ausgekommen sind oder ein Stipendium bekommen haben ist ja keine Option.

                        "Wenn du sie unreif findest, dann haben sie keinen Nebenjob gemacht. Wenn du sie reif genug findest, dann schon"

                        Von ein bisschen mehr Hintergrundwissen, Faktenkenntnis dürftest du ausgehen, möchtest du aber nicht, da du dich dann nicht aufplustern und angegriffen fühlen könntest.
                        Ich sagte schon, ist vermutlich einfach ein kultureller Unterschied, andfere Länder, andere Sitten....

        (45) 03.07.19 - 07:41

        Und oben schreibst du, ob es sinnvoll ist vor Gericht zu gehen....

        Am besten noch mit Prozesskostenhilfe.

        Wegen was und warum überhaupt?

        • (46) 03.07.19 - 07:51

          Na, wenn er nur noch den September zahlt und dann nicht mehr.

          • (47) 03.07.19 - 08:16

            Wie ist denn das Verhältnis zum Vater? Ist er stolz auf sein schlaues Kind, das jetzt den Master macht?

            Oder ist das Verhältnis wenigstens neutral?

            Ich würde für 1000 Euro nicht riskieren, das Verhältnis zum Vater nachhaltig zu belasten, indem ich ihn vor Gericht zerre. Selbst wenn das Verhältnis jetzt schlecht ist, vergibt sie sich damit die Chance darauf, dass es je besser wird.

            • (48) 03.07.19 - 08:21

              Nun, es ist eher distanziert.
              Frage ist, wenn sie sich einen Anwalt nimmt, ob das was bringt.

              • Ernsthaft? Was für eine undankbare, unselbstständige Göre zieht ihr da ran?
                Wer bezahlt den Anwalt? Ach ja stimmt, der "Erzeuger", sofern er vor Gericht unterliegt. Ansonsten wohl "der Staat", der bereits eine Masterausbildung finanziert hat, oder denkt Töchterlein die homöopathischen Semesterbeiträge wären kostendeckend?

                (50) 03.07.19 - 09:20

                An Deiner Stelle würde ich sie dahingehend beraten, sich jetzt zum (wegen mir) Januar zu bewerben. Wenn sie dann eine Zusage hat, kann sie ja mit ihrem Vater reden (sie, nicht ein Anwalt!!), ihn vorsichtig auf die Dreimonatsfrist hinweisen und fragen, ob er für diesen Zeitraum kulanterweise noch einen Teilbetrag übernimmt. Und ich würde sie anhalten, mit ihren Einkünften in den kommenden Monaten sparsam zu haushalten, damit sie auch auf eigenes Geld zurückgreifen kann.

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