Würdet ihr euch wieder für Geschwisterkinder entscheiden?

Würdet ihr euch wieder für Geschwisterkinder entscheiden?

    • (1) 03.07.19 - 15:40
      wirrerKopf

      Hallo zusammen,

      der Titel ist sehr krass gewählt. Ich weiß.

      Dieses Thema gab es zu Hauf. Und sind es immer wieder andere Ausgangssituationen.

      Unser Kind ist ein absolutes Wunschkind. Wir lieben es abgöttisch. Das vorne weg.

      Meine Schwangerschaft empfand ich die meiste Zeit als furchtbar. Ich konnte wochenlang nur liegen, weil mir so was von übel war. Da kam die ärgste Magen-Darm-Grippe, die ich hatte, nicht ran. Die Geburt war, trotz Einleitung und PDA, echt ok. Das Stillen fand ich schrecklich. Ich habe nach 6 Monaten abgestillt. Bin wieder arbeiten gegangen, mein Mann nahm 1,5 Jahre Elternzeit.

      Unser Kind (3) ist ein viel schlafendes, aufgewecktes Wesen, das nicht sonderlich bockt und trotzt. Von außen hören wir immer wieder wie lieb sie sei. Und wenn ich mir andere Storys so anhöre, haben wir es wirklich gut. Krank ist sie auch kaum. Sie hat keine Allergien, etc pp.. Sie geht gern in die Krippe, auch dort gibt es überhaupt keine nennenswerten Probleme.

      So.... mein Mann und ich leben ganz allein. Ohne Familien und Freunde (wohnen alle sehr weit weg). Wir arbeiten 37h und 40h. Unsere Arbeitgeber sind sehr Familienfreundlich und wir haben flexible Arbeitszeiten. Haushalt machen wir ebenfalls selbst. Aber wir sind am Limit. Vor allem da mein Mann gerade einen höheren Posten bekommt und dafür büffeln muss. Freizeit also nur, wenn die Kleine schläft (ab 19:00 / 20:00). Oder mal am Wochenende, wenn die Großeltern zu Besuch sind, oder einer von uns allein weg fährt. Wir leben in einer 3-Zi-Whg in einer sehr teuren Gegend (Münchner Umland). Der Immobilien-Markt ist schrecklich. 4 Zimmer oder gar Haus trotz gutem Einkommens viel zu selten und dann zu teuer.

      Also, wir sind eigentlich voll ausgelastet und ich habe bis vor einem Jahr noch gesagt, dass ein Kind vollkommen reiche. Mein Mann sagt ganz klar, er wolle kein zweites Kind mehr.
      Aber mittlerweile und trotz aller rationalen Gründe, die dagegen sprechen, ist mein Kinderwunsch so groß, dass ich immer kurz vorm Heulen bin, wenn ich erfahren dass Kollege xy oder eine Freundin ihr zweites Kind erwarten.
      Mein Mann bleibt hart: Eins reiche ihm vollkommen.

      Unsere Kleine redet ständig davon, dass sie eine Schwester möchte und von allen Seiten werde ich regelmäßig gefragt, wann denn nun unser zweites kommt.

      Es tut mir in der Seele weh. Ich bin selbst Einzelkind und war schon immer irgendwie einsam. Trotz der vielen Freunde und Cousins.

      Ich weiß nicht, was ich lesen will. Vll, dass jemand sich meinen Post durch liest und schreibt: "Was? Allein, VZ arbeitend, Kind abgeschoben und trotzdem noch ein zweites wollen? Warum habt ihr überhaupt das erste bekommen?"

      Aber eigentlich möchte ich Erfahrungsberichte, von Eltern die ähnlich leben. Eine Hausfrau, die auch noch Familie im selben Haus hat, die sie mehrmals wöchentlich unterstützt, kann unsere Situation nicht nachvollziehen.

      Und gibt es Eltern hier in ähnlichen Lebensumständen, die sagen: Wären wir bloß bei einem Kind geblieben? Ich kenne sogar einen Kollegen, der allein mit Frau und Kindern hier lebt, der sein zweites "bereut".

      Wahrscheinlich musste ich es mir einfach mal von der Seele schreiben. Ich weiß weder aus noch ein, in dieser Sache. Hoffe immer, dass mein Mann sich noch mal umentscheidet, glaube aber eigentlich nicht daran.

      Wie seid ihr damit klar gekommen, dass euer Partner nur ein Kind will und sich daran bis heute nichts geändert hat?

      Viele Grüße

      • (2) 03.07.19 - 15:50

        Mit 2 x Vollzeit wäre ich persönlich kinderlos geblieben, für mich fällt da immer etwas/jemand hinten über, meist sind das die Kinder.

        Von Großeltern/Familie in der Nähe würde ich Familienplanung nie abhängig machen.

        In unserer Situation würde ich auf jeden Fall wieder mehrere Kinder bekommen wollen :-).

        Grüsse

        • (3) 03.07.19 - 20:50
          Schonwiedersonquatsc

          ... 2 x Vollzeit ist keinesfalls ein Hindernisgrund, Kinder zu haben, was ein Blödsinn, der lediglich einige Damen seit den 50er Jahren und vor allem nur in den alten Bundesländern umtreibt ... Milliarden andere Familien in Tausenden Jahren davor und in nahezu allen anderen Ländern dieser Welt machen es anders, da arbeiten beide Elternteile, die Kinder wachsen trotzdem zufrieden auf. Da können es die betreffenden Damen noch so oft schreiben und herumschreien, um sich selbst eine Selbstbestätigung zu geben, weil sie ja sonst woanders keine bekommen: eine Kindheit ist nicht verloren, nur weil die Mutter arbeiten geht.

          • (4) 04.07.19 - 10:33

            Ich habe geschrieben "für mich persönlich" - daran gibt's gar nichts zu bemängeln. Was "du persönlich" findest, steht auf einem ganz anderen Blatt, das entscheidet jeder für sich und nicht ausgerechnet du für die Allgemeinheit #kratz. An einer persönlichen Erfahrung oder auch Meinung ist nichts "Blödsinn" oder "Quatsch" oder "kein Hinderungsgrund" :-)!

          • "seit den 50er Jahren und vor allem nur in den alten Bundesländern umtreibt ... Milliarden andere Familien in Tausenden Jahren davor und in nahezu allen anderen Ländern dieser Welt machen es anders, da arbeiten beide Elternteile, die Kinder wachsen trotzdem zufrieden auf. "

            Das ist leider totaler Blödsinn!

            Weder gehen Frauen seit "tausenden" von Jahren und überall auf der Welt der modernen Form der Sklaverei nach, noch sind die Kinder - wie man ganz deutlich an Beispielen aus Frankreich oder Italien sieht, immer glücklich und zufrieden - sondern haben sehr häufig frühkindlichen, emotionalen Stress.

            Ich komme aus den "neuen Bundesländern" und habe persönlich erfahren was es mit einem macht, wenn man zu früh in die Krippe kommt und "staatlich" aufwächst.

            Deine Behauptungen sind einfach nur falsch und an den Haaren herbei gezogen. Genauso könnte man sagen "arbeitende Mutter mit permanent schlechtem Gewissen."

            DAS wäre genauso falsch. Auch wenn es solche Mütter sicher gibt.

            Manche Antworten sind so undifferenziert und lapidar hingerotzt, das man nur mit dem Kopf schütteln kann... #augen

            • (6) 05.07.19 - 09:01

              ***
              Weder gehen Frauen seit "tausenden" von Jahren und überall auf der Welt der modernen Form der Sklaverei nach
              ***

              Doch, in den meisten Teilen der Welt und auch historisch betrachtet, betreut kaum eine Frau ausschließlich ihre 1-2 Kinder und pflegt einen kleinen Haushalt, wie das hier in einer kurzen Zeit ab den 50ern war.

              Viele Frauen weltweit gehen zwar ihrer Arbeit im Bereich des Hauses nach, aber haben zum einen oft wesentlich mehr Kinder und zum anderen sind sie in der Landwirtschaft, im familieneigenem Restaurant, als Schneiderin o.ä. oft sehr ausgelastet und die Kinder laufen nebenher.
              Kaum eine Frau weltweit sitzt mit einem 3-Jährigen da und stapelt Klötzchen.

              LG, Nele
              mit Junge (11) und 3 Mädchen (8, 17 Monate und 26. SSW)

        Von anderen Familienmitgliedern machst du dich nicht abhängig, aber von dem Mann, mit dem du Kinder hast?
        Mir ging es selbst mal so: Kinder bekommen, während ich selbstständig war, aber nur so spaß-selbstständig, um ein Taschengeld nebenher zu haben und meine Krankenversicherung und kleinere Dinge selbst zu finanzieren. Und dann war der Kerl weg.
        Da steht man ziemlich blöd da. Kann einem nicht passieren, wenn man finanziell unabhängig ist. Daher würde ich nie einer Frau raten, sich auf dieses "klassische" Modell einzulassen und den Mann Kohle ranschaffen zu lassen, während man selbst 24/7 für die Kinder da ist.
        Ich glaube auch nicht, dass meine Kinder Schaden genommen haben, eine Kita besucht zu haben und mal bis max. 16 Uhr im Hort der Grundschule zu bleiben. Die haben da ihre sozialen Kontakte, lernen Dinge, die sie von mir nie lernen könnten. Diese ganze soziale Interaktion kann man doch den Kindern gar nicht bieten, wenn man ständig nur aufeinander gluckt, bin ich fest überzeugt.

        • (8) 04.07.19 - 11:10

          Warum sollte ich mich abhängig vom Mann machen wollen #kratz? Es gibt auch Teilzeit mit, ich würde sagen, ziemlich gutem Verdienst - UND Zeit ab Mittag für die Kinder :-).

      (9) 05.07.19 - 08:51

      2x Vollzeit = man muss kinderlos bleiben??? Was ist denn das für ein pauschaler Blödsinn?

      Das kommt ja wohl drauf an, wie die VZ gestaltet ist. Ich habe flexible Arbeitszeiten, Home Office nach Bedarf und einige Wochenendtermine (Veranstaltungen) gehen wunderbar mit Kindern. Ich sehe meine Kinder mehr als manche Mutter mit 25 oder 30 Stunden.

      Und da das alles so gut klappt, bekomme ich jetzt das 4. Kind (werde allerdings auf 30 Stunden dann reduzieren).

      LG

      • (10) 05.07.19 - 10:29

        Wer lesen kann, ist klar im Vorteil! Ich habe geschrieben "ich persönlich"!
        Wie du das handhabst oder wo du deine Prioritäten setzt, ist mir völlig schnurz.

(11) 03.07.19 - 15:54

Ja, wir würden uns jederzeit wieder für unseren Sonnenschein entscheiden.

Wir sind beide berufstätig im Homeoffice, mein Mann 40h, ich 30h. Keinerlei Kinderbetreuung, nicht mal Kindergarten gibt es. Schwiegerfamilie ist zwar gegenüber, aber keinerlei Unterstützung.
Auch kein Babysitter o.ä.

Gut, wenigstens ist das Haus gebaut, abbezahlt, das passt.

Wir haben lange überlegt, ob wir wirklich noch mal ein Baby haben wollen, obwohl der Große mit seinen fast 10 Jahren schon wirklich sehr selbständig ist. Nochmal Windeln & Co antun, ich müsste Arbeitszeit reduzieren etc. Aber letztendlich sind wir sehr froh, dass wir uns für ein Baby entschieden haben. Jetzt sind wir einfach komplett :)

Worauf wir aber beide bestanden haben - eine Haushaltshilfe musste her, sonst wäre das alles nicht zu wuppen. Haushalt ist somit - bis auf's Kochen - komplett geoutsourced.

Hallo
Generell solltest du dir bei deiner Aussage „einsam trotz Freunden und Cousins“ bedenken, dass du hier die Bilderbuchvorstellung vom Leben mit Geschwisterkind im Kopf hast. Wie es wirklich gewesen wäre, kannst du nicht wissen.
Dann sagst du, ihr seid aktuell (noch) total ausgelastet und auch die Schwangerschaft und die erste Zeit ist noch nicht so lange her. Zusätzlich ist dein Mann gerade wegen der neuen Position sehr beschäftigt. Du sagst ja auch, rational ist es, alles in allem, gerade kein guter Zeitpunkt.
Vielleicht sieht das bei deinem Mann auch wieder anders aus, wenn alles etwas ruhiger ist.
So ging es uns. Im ersten Jahr hatten wir zwangsweise einiges an Unterstützung, hatten aber dennoch viel Stress. Dann standen wir auf eigenen Beinen und haben einige Jahre viel geackert. Unsere Tochter war vom Typ her sehr unkompliziert. Trotzdem konnten wir uns einige Jahre absolut kein weiteres Kind vorstellen.
Ich will dir natürlich nicht sagen, dass dein Mann sicher auch seine Meinung ändert. Aber in der Situation kann ich mir gut vorstellen, dass er gerade einfach keinen Kopf dafür hat. Wie alt seid ihr denn?

LG

  • (13) 03.07.19 - 16:33

    Hallo,

    Danke für deine Antwort mit einigen Denkanstößen.

    Mein Mann ist 35, ich bin 33. Unsere Kleine wird nächstes Jahr 4. Ein paar Jährchen hätte ich noch.

    Das ist die Hoffnung, die ich habe. Dass mein Mann, wenn er erst mal fertig und alles ruhig ist, seine Meinung ändert. Aber daran will ich mich nicht klammern, da er sehr straight ist.

    Ja, das kenne ich aus dem familiären Umfeld. Es gibt da einige Geschwister, die sich nie leiden konnten oder keinen Kontakt mehr habe.


    LG

    • Ich weiß, dass man beim Kinderwunsch nicht unbedingt mit Logik rangehen kann, aber du warst ungern schwanger, dein Mann hat den größten Teil der Elternzeit genommen, weil dir das offensichtlich auch keinen Spaß gemacht hat und auch mit vier Jahren seid ihr gefühlt noch am Limit.

      Bis dahin kann ich mich gut hineinversetzen - aber meine "Konsequenz" war eine andere - nämlich ICH kein Kind mehr. Und da dein Mann die EZ genommen hat, kann er ja auch nachvollziehen, was es heißt, von daher verstehe ich ihn, dich aber so gar nicht. Manche sind gerne schwanger, manche wollen gerne nochmal ein Baby, manche freuen sich, wenn die Babyzeit vorbei ist (ich) - aber auf dich trifft offenbar gar nichts davon zu, deshalb kannst du dich nur selbst fragen, was genau du da eigentlich möchtest und das meine ich nicht abschätzig.

Dass dein Mann kategorisch nur eins will, scheint mir ein größerer Hinderungsgrund als alles andere, denn das kann man alles irgendwie regeln.

Wir würden uns jederzeit wieder für (viele) Kinder entscheiden, wir bekommen gerade das Vierte.. Ich bin Einzelkind und wollte immer Geschwister bzw. selbst mal mehrere Kinder. Familie / Unterstützung vor Ort haben wir auch nicht.

Allerdings arbeite ich nur 20 - 25 Stunden, und hab nicht vor, das in absehbarer Zeit zu steigern. Wobei ich nicht finde, dass man sich rechtfertigen muss, wieso man Kinder kriegt und trotzdem VZ arbeitet, das würde für uns bloß nicht passen.

Ich drück dir die Daumen für eine Lösung!

  • (16) 03.07.19 - 16:34

    Danke für deinen Erfahrungsbericht.

    Wahrscheinlich will ich deswegen irgendwas gegen ein zweites Kind lesen. Damit mir seine Entscheidung nicht mehr so weh tut.

(17) 03.07.19 - 18:00

Hi,

ich hab 2 (11 und 13) Kinder und bin seit 8 Jahren allein erziehend. Ich hab dabei nie weniger als 80 % gearbeitet, zum Glück oft bei zumindest teilweise freier Zeiteinteilung, aber mit großer Verantwortung. Der Kleine hat einen Pflegegrad von 3, die Große ist nur durchschnittlich betreuungsintensiv. Meine Eltern konnten in Notfällen helfen, oft gab es aber auch Vereinbarungen mit anderen Eltern zur gegenseitigen Hilfe, eine Weile hatten wir auch ein Au-pair.

Um der Wahrheit die Ehre zu geben, jongliere ich mein Leben meistens am Rande des Wahnsinns. Irgendwo herrscht immer Chaos, ständig muss umorganisiert werden, Ruhe ist im Prinzip nie. Die Kinder haben und hatten immer Priorität, die Arbeit musste manchmal eben auch bis 11.00 Uhr nachts warten. Ich selbst bin mir nicht ganz sicher, wie hier überhaupt alles so klappen kann, aber ich frage da lieber gar nicht nach. Es läuft gut und das reicht. Das ist so ähnlich, wie die Hummeln, die eigentlich nicht fliegen können :-D.

Unser Leben ist verrückt, chaotisch, aufregend und wundervoll und es führt mich regelmäßig an meine Grenzen. Aber ich wollte diese beiden Kinder. Unbedingt! Und ich würde sofort wieder beide bekommen. Ich liebe die Dynamik, die sie untereinander haben und die wir als Familie haben. Ich liebe, wie unterschiedlich sie sind und wie sie sich ins jeweilige Leben entwickeln. Und ich weiß, das sich alles irgendwie regeln lässt, heute, morgen, irgendwann... Egal. Die beiden sind mein Glück und zurzeit auch das Zentrum meines Universums.

Ich glaube aber auch, dass ich die Kraft für dieses Leben daraus ziehe, dass es meine ureigene Entscheidung war. Ich wollte das. Und ich hab jedenfalls mein zweites Kind schon sehenden Auges bekommen. Es stand um meine Ehe da schon wirklich schlecht. Aber ich wollte zwei Kinder. Unbedingt. Das macht es leicht. Und am Ende hab ich einen Haufen Geschichten zu erzählen, wenn ich alt und gelangweilt bin. Wer will später schon immer nur übers Wetter reden ;-).

Wenn einer von Euch nicht will und der andere nicht sicher ist, lasst es vielleicht lieber. Offensichtlich ist es ja jetzt schön.

Liebe Grüße
die Landmaus

  • (18) 04.07.19 - 10:42

    Wow, Du bist eine starke Frau. Alle Gute weiterhin!

    • (19) 04.07.19 - 23:49

      Danke :-)

      Ich wollte Dir noch sagen, dass ich Dir von Herzen wünsche, dass Du Dir erlaubst mit Deiner Entscheidung, wie auch immer sie ausfällt, glücklich zu werden. Hadere nicht zu lange, das Leben entwickelt sich immer anders als man denkt. Es gibt einen Spruch, den ich sehr gerne mag. Vielleicht hilft er Dir ja auch weiter: Wenn Du Gott zum Lachen bringen willst, mach ein paar Pläne...

(20) 03.07.19 - 18:13

Zunächst: Das ist immer eine gemeinsame Entscheidung. Vielleicht kannst du deinen Mann mit Argumenten überzeugen, aber wenn du ihn überreden musst, ist es, denke ich, auch nicht gut.

Das Gerede von anderen würde ich getrost ignorieren (ist schwer), aber die haben sich nicht in euer Leben einzumischen und gerade Kinder sind ein sehr persönliches Thema.

Eigene Erfahrungen habe ich nur indirekt über meine Eltern:
Die nächste Familie hat nähestens 1,5h Autofahrt entfernt gewohnt.

Nr. 1 kam im Studium meines Vaters - meine Mutter hat aufgehört zu arbeiten.
Nr. 2 kam direkt nach Studienende - Umzug, erster Job, meine Eltern waren nicht steuerpflichtig ...
Nr. 3 kam ebenfalls in dieser Phase
Nr. 4 kam bei besserem Verdienst
Nr. 5 dann auch ...
Meine Mutter hat nur kurzzeitig einen Minijob angenommen (450€). Möglich für sie, weil ich im ländlichen Bereich aufgewachsen bin (Miete ziemlich niedrig) und abzusehen war, dass mein Vater irgendwann auf ein angeglichenes A14-Gehalt hochgestuft wird.

Das Geld war nie Dicke, aber genug.

Bereut haben sie keinen von uns;-)

Es gibt natürlich auch einige Unterschiede zu eurer Situation, aber vllt. hilft es trotzdem.

Wenn ich mich GEGEN Geschwister entschieden hätte, dann hätte ich statt 3 Söhnen nur einen und das bedeutet 2 wundervolle Kinder wären nicht geboren worden.
Egal wie anstrengend die 3 waren/sind--ich bereue nichts #schein
Aber klar, grade die 2 Großen mit ihren 2 Jahren Abstand waren schon Stress pur, das war mir vorher so in der Form nicht bewusst.

(22) 03.07.19 - 18:36

Ich bin gluecklich mit meinen 4. Wohne in deiner Gegend. Ganztags arbeitend. Genauso wie mein Mann.

(23) 03.07.19 - 18:58

Hi ebenfalls aus dem Münchner Umland 🤗
Mein Mann muss sich damit abfinden, dass ich kein Kind mehr will.
Es spricht einfach zu viel dagegen, ich bin auch nicht bereit, nochmal so eine HorrorSchwangerschaft durchzumachen, gekrönt von der schrecklichen Geburt.
Wir haben weder das Geld noch den Platz noch die Möglichkeit umzuziehen, ich arbeite, KiGa läuft, nächstes Jahr Schule, ich will nicht nochmal komplett von vorn anfangen.
Wir haben ein gesundes Kind, wir können gut leben, zwar kein Luxus wie Urlaub etc, aber es mangelt an nichts wichtigem. Es wäre egoistisch und unfair gegenüber meiner Tochter das alles für noch ein weiteres Kind aufs Spiel zu setzen. Den Löwenanteil an Erziehung, Betreuung, Haushalt etc mache ich allein. Ebenso die Schwangerschaft. Genau so habe ich es meinem Mann gesagt, der gern noch eins hätte.
Manchmal reicht ein Wunsch leider nicht aus.

  • (24) 04.07.19 - 11:07

    So wie Du denke ich auch meist. Wir müssen trotz der hohen Kosten hier mit 2mal VZ den Euro nicht zweimal umdrehen. Wir leben gut.
    Und dann kommen wieder die Fragen, nach weiteren Kindern, oder die Bekannten bekommen Geschwisterkinder. Ich bin noch nicht ganz angekommen anscheinend. Unzufrieden an sich wahrscheinlich.

Naja, da dein Mann absolut gegen ein zweites Kind ist, stellt sich ja die Frage gar nicht, ob du ein zweites Kind bereuen könntest. Es müssen natürlich beide das Kind wollen. Du könntest natürlich auch einfach noch ein paar Jahre warten, dass er seine Meinung vielleicht ändert.
Wir haben eine ähnliche Situation wie ihr. Keine Großeltern, die regelmäßig da sind, 3-Raum-Wohnung, berufstätig (Freund Vollzeit, ich 80%). Wir bekommen jetzt unser zweites Kind und ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass ich es jemals bereuen werde, zwei Kinder zu bekommen. Im Gegenteil, ich wollte immer mehrere Kinder haben und hätte es bereut, kein zweites Kind zu bekommen. Ob Geschwister eine gute Beziehung zueinander haben oder nicht kann man vorher nie wissen. Aber das Risiko gehe ich ein. Bei uns sind sogar drei Kinder angedacht. Allerdings haben wir die Möglichkeit, in absehbarer Zeit zu bauen. Auf Dauer mit zwei, geschweige denn drei, Kindern in einer Drei-Raum-Wohnung käme für uns nicht in Frage.

Top Diskussionen anzeigen