2. Kind - ja oder nein?!

    • (1) 06.07.19 - 13:47
      Tilda16

      Hallo ihr Lieben,

      Ich weiß zu diesem Thema gibt es so
      Viele Beiträge, trotzdem würde ich gerne mal zu meiner speziellen Situation Meinungen hören, da ich einfach zu keinem Ergebnis komme.
      Ich bin 31 Jahre alt, mein Mann 32. Wir haben eine Tochter, die letzten Monat 3 Jahre alt wurde. Sie ist ein wundervolles Mädchen.
      Die ersten 1,5 Jahre fand ich super anstrengend. Sie hat Max. 2 Stunden am Stück geschlafen, hat viel geweint, hat quasi nur auf mir gelebt. Ich war einfach nur müde. Ich hab mich vorher so auf die Babyzeit gefreut und die Realität war einfach komplett anders. Trotzdem hab ich sie von Anfang an geliebt und habe es glaub ich gut gemeistert. Zumindestens habe ich von allen Seiten gehört, dass ich immer so „entspannt“ wirke und mein Mann sagt immer ich hab einen seeeehr langen Geduldsfaden. Trotzdem war ich total fertig. Wahrscheinlich, weil ich auch schlecht abgeben kann. Naja, alle haben mich vor der Kleinkind Zeit ab dem 2. Lebensjahr gewarnt (Trotzanfälle etc.) Ich muss sagen, seit dem sie 2 Jahre alt ist, ist es einfach nur toll. Sie kann sich verständigen, man kann mehr mit ihr anfangen und seit 3-4 Monaten ist sie auf einmal so selbstständig und man kann Kompromisse finden usw. Sie trotzt wirklich sehr wenig und ist total lieb und ausgeglichen. Trotzdem ist es natürlich ab und an anstrengend mit Arbeit und Kleinkind. Vorallem wenn Krankheit dazu kommt. Bis sie 2,5 Jahre alt war, waren mein Mann und ich uns einig, sie bleibt Einzelkind.
      Aber auf einmal wurde alles einfacher, sie schläft nach 2,5 Jahr eeeendlich besser, wenn auch nicht durch und irgendwie kam der Wunsch nach einem 2. Kind auf. Allerdings kann ich mich einfach nicht 100% dazu entscheiden.
      Ich habe Angst vor dem Schlafmangel, vor dieser erneuten Fremdbestimmung. Manchmal bin ich auf jedenfall für ein zweites Kind und dann denke ich wieder- sollen wir wirklich wieder von vorne anfangen? Jetzt ist es gerade so „entspannt“ und eingespielt. Was ist wenn das zweite noch anstengender ist? Oder als Kleinkind wird?
      Dazu kommt auf einmal eine große Angst vor eventuelle Behinderungen. Ich habe im engeren Bekanntenkreis im letzten halben Jahr 3 Freunde gehabt die ein behindertes Kind bekommen haben.
      Schaffe ich das? Will ich das zurückstecken meiner Tochter antun?
      Ich weiß leider genau wovon ich rede. Meine Schwester hat eine Behinderung. Ich musste oft zurückstecken, ständig mussten wir zu Ärzten usw. Ich bin seit 9 Jahren bei meinen Eltern ausgezogen. Meine Schwester wohnt immer noch dort und braucht viel Unterstützung. Meine Eltern sind nun fast 60 Jahre alt und haben immer noch ein Kind zuhause. Und sie haben mal sowas in der Art zu mir gesagt wie: „sei froh das du ein gesundes tolles Kind hast. Geh das Risiko lieber nicht ein.“
      Andererseits wäre es so schön, nochmal ein Kind beim aufwachsen zu begleiten. Nochmal so viel Liebe geben und zurück bekommen. Eine Schwester oder einen Bruder für meine Tochter zu bekommen. Wenn ich die babyfotos meiner Tochter sehe, will ich sofort ein zweites Kind. Dabei war die Zeit sooo anstrengend.
      Ich weiß garnicht genau was ich hören will, aber das Thema macht mich wahnsinnig. Vllt hatte ja jemand ähnlich Gedanken und sich dafür oder dagegen entschieden. Ich freue mich auf jede Antwort ;)
      Liebe Grüße
      Charlotte

      • (2) 06.07.19 - 14:20

        Man weiß nie wie es kommt.
        Ihr könntet ein behindertes Kind bekommen oder ein Schreikind. Ihr könntet aber auch ein absolut liebes Kind bekommen, das mit zwei Monaten durchschläft.

        Deine Sorgen sind durchaus verständlich und auch nicht kleinzureden.
        Meine Cousine war lange Einzelkind und als sie dann doch eine Schwester bekommen hat, war die schwerbehindert. Auch meine Cousine musste viel zurückstecken und muss bis heute viel helfen.
        Trotzdem, so ist mein Eindruck, ist sie froh, eine Schwester zu haben und auch ihre Eltern sind froh, das zweite Kind zu haben.

        Bei diesem Thema solltet ihr als Paar im Gespräch bleiben und nichts überstürzen. Versucht vielleicht einfach mal den "worst case" durchzuspielen und zu überlegen, wie ihr damit umgehen würdet. Wenn du eine behinderte Schwester hast, gelingt euch das wahrscheinlich realistischer als mir, die ich meine Cousine im Schnitt 2x im Jahr sehe.
        Ihr könnt euch Rat holen, aber ihr solltet euch auch nicht reinreden lassen.
        Im Endeffekt ist jeder Mensch unterschiedlich und jede Situation unterschiedlich.

        Alles Gute euch!#liebdrueck

        Hey.

        Im Endeffekt könnt nur ihr das entscheiden 😊

        Mein 1. Kind ist auch so gewesen als baby, wie du es beschreibst. Nur auf mir geschlafen. Viel geschrien etc.
        Er wird bald 4 und ist immer noch anstrengend manchmal.
        Hat auch einen ganz schönen Dickkopf.

        Vor kurzem hab ich meinen 2. Sohn entbunden. Und ich habe das Glück. Das er wirklich das Gegenteil ist.
        Sehr ruhig. Schreit nicht viel. Man kann ihn auch mal ablegen 😂
        Klar gibt es für nichts eine Garantie.

        Aber ich kann von mir sagen, das ich wesentlich geduldiger bin als damals und besser auch mit allem umzugehen weiß.
        Da man ja vieles schon kennt und gewohnt ist.

        Lg 😊

        • (4) 06.07.19 - 21:13

          Danke für die Antwort 😊 ich wünsche dir, dass dein zweites Kind so pflegeleicht bleibt :) das wäre natürlich meine Traumvorstellung. Meine Tochter wäre sicher auch eine sehr tolle große Schwester. Sie liebt Babys und fragt auch sehr oft nach einer Schwester. Und wenn Freunde mit Babys zu Besuch sind ist sie ganz vorsichtig und ruhig. In solchen Situationen, ist der Wunsch nach einem 2. Kind natürlich besonders groß.

      (5) 06.07.19 - 14:28

      Hallo.

      Deine Gedanken sind total nachvollziehbar. Obwohl ich zwei total anstrengende Kinder habe, ertappe ich mich dabei, wie ich kleine Babies manchmal sehnsüchtig anschaue. Ich war total gerne schwanger und fand die Babyzeit bei meiner Ersten meistens ziemlich easy und habe es geliebt.

      Ich weiß aber auch, dass meine Beiden mich bereits so viel mehr fordern, als leicht zu stemmen ist. Ich habe seit meiner Zweiten immer den Spruch im Ohr "ein Kind ist kein Kind". Und egal, welches ich meiner anstrengenden Mädels ich einzeln betreue, dieser Spruch ist ja sowas von wahr. Zwei Kinder sind viel, viel mehr, als doppelt so anstrengend - aus meiner Sicht! Sicherlich sehen das aber auch viele Mütter anders.

      Du schreibst, du möchtest nochmal ein Kind aufwachsen sehen. Aber dein Kind ist doch erst 3. Es liegt doch noch sehr, sehr viel gemeinsames Aufwachsen und Entwickeln vor euch.

      Deine Sorge wg einer Behinderung kann ich nach deiner Schilderung auch nachvollziehen. Besonders den Satz, dass deine Eltern mit 60 immernoch ein Kind zu Hause haben. Diesen Gedanken kenne ich, wie schwer es sein muss, dass die elterliche Verantwortung in diesem Ausmaß niemals aufhören wird, obwohl ich selber nicht betroffen bin. Vermutlich istbes sehr unwahrscheinlich, aber ausgeschlossen eben nicht.

      Mein Fazit für mich wäre, dass der Grund, dem ersten Kind ein Geschwisterkind zu geben, nicht der richtige ist. Bekommt ein zweites Kind, wenn ihr selber es absolut wollt. Macht euch bewusst, dass es leicht, aber vielleicht auch bedeutend anstrengender werden kann, da ihr zu einem gewöhnlichen Baby dann immer noch ein Kindergartenkind haben würdet. Die können auch nochmal schwierig werden.

      LG

      (6) 06.07.19 - 15:27

      Hallo,

      ich war genau in deiner Situation. Erstes Kind total anstrengend, Geburt traumatisch, monatelang nachts stündlich wach, ich habe mich nur noch in die Mutterrolle zurück gezogen, hatte nach 1,5 Jahren eine Depression. Ich habe mich therapieren lassen und viel über mich gelernt.
      Als mein Sohn dann 2 wurde, ging es mir wieder richtig gut und er wurde schlagartig einfacher, ähnlich wie bei dir. Manchmal ist es noch anstrengend mit ihm aber machbar. Ein paar Stunden Fremdbetreuung haben mir auch sehr geholfen, gearbeitet habe ich nur Teilzeit.
      Jedenfalls kam ziemlich plötzlich der Kinderwunsch. Und das obwohl ich auch lange dachte, er bleibt ein Einzelkind. Angst vor einem kranken/behinderten Kind hatte ich auch. Mit jedem Kind fordert man das Schicksal heraus. Aber der Kinderwunsch war stärker und ich wurde sofort schwanger. 😉 da wollte unbedingt noch jemand zu uns.

      Ich habe vor 1,5 Monaten meine wunderschöne Tochter entbunden. Die Geburt war nicht einfach und endete im Notkaiserschnitt. Und trotzdem konnte ich gut mit der 1. Geburt abschließen. Ich möchte definitiv kein weiteres Kind mehr bekommen, wie fühlen uns absolut vollständig. Ein wunderschönes Gefühl!

      Und meine Tochter ist ein total entspanntes Baby. Das klingt komisch aber auch das heilt so manche Wunde, da ich jetzt weiß, dass ich bei meinem Sohn nichts falsch gemacht habe. Er hat einfach ein anderes Temperament. Aber er ist genau richtig, wie er ist.

      Ich bin gespannt, ob sie weiterhin entspannt bleibt oder sich das noch stark verändert. Ich bleibe auf jeden Fall skeptisch. So einfach schlafende Babies bin ich einfach nicht gewöhnt. 😉 der Große wird bald drei und liebt seine Schwester total. Auch nach mehreren Wochen hat sie oberste Priorität für ihn, wenn er von der Tagesmutter kommt, fragt er als erstes nach ihr. Wirklich schön zu erleben.

      Ein zweites Kind zu bekommen war die mutigste Entscheidung meines Lebens. Und wenn mein Mann viel arbeitet ist es auch sehr anstrengend alleine mit beiden. Aber ich fühle mich nicht mehr so machtlos und ohnmächtig wie beim ersten Kind. Ich weiß, dass die Freiheiten wiederkommen, dass irgendwann beide zuverlässig durchschlafen usw. Ich bin gespannt, was die Zukunft bringt.

      Alles Gute für dich und viel Erfolg bei der Entscheidung.

      • (7) 06.07.19 - 21:18

        Danke für deine ausführliche Antwort. Ich wünsche dir weiterhin alles Gute! Hört sich ja toll an wie es bei euch nun gekommen ist.
        Ich denke auch oft, ich möchte das ganze nochmal mit der Erfahrung, die ich durch das 1. Kind habe nochmal erleben. Ich glaube nämlich auch, dass ich entspannter wäre und nicht bei jeder kleinigkeit unsicher wäre. Und Einschränkungen kennt man ja nun auch schon. Beim ersten hat sich die komplette Welt ja auf einmal geändert.

    Hallo.

    Vielleicht gebt ihr euch einfach noch etwas Zeit und seht in 1, 2 oder 3 Jahren klarer. Macht euch keinen Druck. Zwischen den 1. Und 2. Kind liegen bei uns 12 Jahre. Wir haben unser "herzkind" mit 13 Monaten aufgenommen und anfangs dachte ich "oh so groß schon" aber im nachhinein war es genau richtig. Nicht jeder ist eine geborene baby mama und ich freue mich über jedes größer werden.

    Lasst euch einfach noch etwas Zeit.

    Alles Gute

    (9) 06.07.19 - 18:10

    Der Vorteil ist, dass euer Altersabstand so groß ist, dass eure Tochter schon etwas selbständig ist. Man weiß nie, was kommt. Daher kann man weder zu etwas raten noch eine Prognose abgeben.

    Wir wussten nicht, ob wir ein 2. Kind wollen. Nachdem es beim 1. Kind 5 Jahre gedauert hat, haben wir es einfach darauf ankommen lassen. Nr. 2 war daher deutlich früher unterwegs als eigentlich "geplant". Und dann kam, was nicht vorhersehbar war. Nr. 2 war ein Extremfrühchen mit 16 Wochen Klinik und Nr. 1 war erst 25 Monate alt. Nr. 2 ist durch die Frühgeburt nicht gesund, aber ich möchte sie nicht mehr hergeben. Sie macht Nr. 1 zu einem verständigen und hilfsbereiten Menschen und bereichert unseren Alltag.

    Unser Alltag ist allerdings seit 3 Jahren eine große Herausforderung. Ganz langsam fängt nun auch Nr. 2 an, etwas selbständiger zu werden, das dauert aber noch, bis ich sie mal aus den Augen lassen kann.

    Wenn ihr es nicht ausschließt, dann lässt es drauf ankommen und schaut, was das Leben für euch bereithält.

    (10) 06.07.19 - 21:09

    Danke schonmal an euch alle für eure ausführlichen Antworten :)) ich fand tatsächlich alle hilfreich!! Vielleicht sollten wir wirklich noch ein Paar Monate abwarten. Evtl ist der Kinderwunsch dann ja größer als die Ängste. Ich glaube das Problem beim zweiten Kind ist einfach, dass man nicht mehr die rosarote Brille auf hat wie vor dem ersten Kind, sondern genau weiß, was auf einen zu kommt :-P

    • (11) 06.07.19 - 22:26

      Luxusproblem !

      Wir sind in KiWuBehandlung fürs Geschwisterkind und all die „Nachteile“, die du da aufzählst, erscheinen mir völlig lächerlich. 😱😱😱
      Was würde ich für ein Baby geben!

      Unser erstes Wunschkind hat erst mit 2,5 Jahren vernünftig durchgeschlafen und ewig müde war ich auch, aber das ist null und nichtig im Vergleich dazu ungewollt kinderlos zu sein.

      Überhaupt wird von Leuten, die vom lieben Gott ihre Kinder quasi „hinterhergeschmissen“ bekommen, wegen allen Kleinigkeiten und Lapalien geklagt und gemotzt.
      So undankbar!

      • (12) 06.07.19 - 22:39

        :D warum so gereizt?? Ich bin alles andere als undankbar. Ich bin so dankbar so ein tolles gesundes Kind zu haben. Und genau deswegen, habe ich „Angst“ dieses Glück aufs Spiel zu setzen.
        Mal abgesehen davon, hat es bei uns beim ersten Kind auch nicht sofort geklappt. Ich habe eine Auto immun Krankheit und es hat sehr lange gedauert bis es geklappt hat. Ich musste mich vielen Untersuchungen unterziehen, Tabletten nehmen usw. Die Schwangerschaft war auch alles andere als einfach und von der Geburt will ich überhaupt nicht sprechen. Im Endeffekt ein Kaiserschnitt mit Vollnarkose.
        Das alles hat aber überhaupt nichts damit zu tun, dass ich Ängste bezüglich eines zweiten Kindes habe.
        Ich weiß einfach auch, was es bedeutet ein behindertes Kind zu haben. Meine Eltern haben Echt 30 schwierige Jahre hinter sich!! Mussten immer zurückstecken, haben immer Sorgen über Sorgen und können nicht einfach mal für 2 Wochen in den Urlaub ohne sich Gedanken zu machen. Geschweige denn die Angst was ist, wenn sie mal nicht mehr sind.
        Ich könnte genauso sagen LUXUSPROBLEM!
        Ihr habt doch ein Kind bekommen. Seit froh.

        Mache ich aber nicht. Denn jeder empfindet etwas anderes als schlimm. Jeder muss sein eigenes Päckchen tragen.

        Ich finde deine Antwort unpassend. Natürlich wünsche ich jedem das er die Anzahl Kinder bekommt die er sich wünscht- aber wieviele Kinder das sind ist doch völlig unterschiedlich.

        Der eine will vier und jemand anderes findet ein Kind völlig ausreichend, oder auch gar keines. Man ist doch nicht undankbar nur weil man unsicher ist ob man noch ein Kind möchte.

(14) 06.07.19 - 23:36

Hallo, ich habe mich auch nach meinem ersten Kind sehr schwer mit der Entscheidung getan, ob wir noch ein weiteres Kind bekommen. Mein Sohn war sehr anstrengend, brauchte sehr viel intensive Zuwendung von mir und darüberhinaus sehr oft krank. Ich liebe meinen Sohn auch über alles, aber ich konnte mir nicht vorstellen das alles nochmal durchzustehen. Wir haben es dann doch gewagt. Letztes Jahr wurde dann mein zweites Kind geboren und ich muss sagen. Es ist alles anders. Mein zweites Kind ist super pflegeleicht. Es schläft zwar auch beschissen, aber das stört mich nicht so und ansonsten ist es mega entspannt. Derzeit denke ich ernsthaft über ein drittes nach. Hätte mir das jemand vor einem Jahr erzählt hätte ich ihn ausgelacht...

  • (15) 07.07.19 - 10:03

    Danke für deine Antwort.
    So kann es also auch gehen, erst unsicher und jetzt evtl sogar ein drittes. Darf ich fragen welchen altersabstand ihr zwischen den beiden habt?

    • (16) 07.07.19 - 15:37

      Hallo, meine Kinder haben 5.5 Jahre Abstand. Das war für uns auf jeden Fall richtig. Es hätte auch ein größerer Abstand sein können. Wir haben aufgehört zu verhüten und ich bin sofort schwanger geworden ohne das wir es total drauf angelegt hätte. Es sollte halt irgendwie so sein. Während der Schwangerschaft habe ich mir große Sorgen gemacht "wie soll ich das schaffen, wie wird es bloß" und haben meine Freunde schon alle gewarnt, dass ich nach der Geburt für 1,5 Jahre weg vom Fenster sei...war aber nicht so. Ich war unheimlich viel unterwegs, war viel im Urlaub und habe auch mit meinem Sohn das letzte Jahr vor der Einschulung viel unternommen. Es war wirlich einfach schön.

(17) 07.07.19 - 08:08

Hallo Charlotte,
Ich finde ihr macht euch da absolut realistische und wichtige Gedanken. Eure Bedenken sind nicht übertrieben, aber der Wunsch auch sehr nachvollziehbar.
Für uns kann ich nur sagen dass wir uns erst seit der Geburt der 2. Tochter als „richtige“ Familie fühlen (nicht rational, schwer zu beschreiben). Es kommt eben eine neue Beziehungskomponente dazu - die Geschwisterbene. Wunderschön, wie die beiden spielen, die Kleine sich an der Großen orientiert und die Große sich um die Kleinere sorgt. Da wird geholfen, gestritten, getröstet, gibt es Eiversucht aber auch ganz viel Zusammenhalt.
Als Mutter hatte ich unterschätzt wie anstrengend das Ausbalancieren der verschiedenen Bedürfnlsse ist und das Gefühl nicht mehr allem gerecht werden zu können. Bei einem Kind geht das noch ganz gut, bei zweien divergiert es oft eben 180 Grad. Ein Kind will sich selber abschnallen, das andere muss dringend aufs Klo, das Baby will in Ruhe zuhause Dauerstillen, die Große aber auf den Spielplatz. Das Baby macht die Nacht zum Tage, aber morgens um sechs steht die Große am Bett und dann beginnt der Familienalltag. Aber sobald das 2. dem Babyalter entwachsen war, wurde es sehr viel leichter und meist ist es mit zweien entspannter als mit einem Kind bei uns. Weil sie miteinander spielen und ich weiß dass sie aufeinander acht geben. Wenn ein Kind Hilfe braucht oder Blödsinn macht, ist die Schwester dabei und holt mich wenn sie es nicht selber lösen können.
Wir haben jetzt das 3. Kind und irgendwie vergessen den Haken „pflegeleichtes 3.“ bei der Bestellung zu setzen und bekamen ein völlig normales 3. Baby, das nicht sprichwörtlich „so mitläuft“, eher ein großes Ruhebedürfnis hat und die ersten Monate auf mir wohnte. Unsere 2. hingegen war entspannt und lag als Baby oft lange im Gitterbettchen, hat das Familienleben beobachtet und lange Spielplatzausflüge im Kinderwagen verpennt. Dafür war die Trotzphase mit ihr eher anstrengend, die war dafür bei der Grossen mehr wie bei deiner. Man weiß es einfach nicht, es ist ein neuer kleiner Mensch! Aber das Erleben „alles ist eine Phase, es wird vorbei gehen“ hilft tatsächlich sehr gelassen zu bleiben!!
Und es ist einfach ein Wunder nochmal ein Kind ins Leben zu begleiten, aufwachsen und zu einer Person reifen zu sehen.
Alles Gute für eure Entscheidung!
Eine andere Charlotte

  • (18) 07.07.19 - 10:05

    Danke für deine Antwort :) sehr schön geschrieben. Ich denke auch oft das ich mich mit zwei kindern irgendwie „komplett“ fühlen würde. Irgendwie fehlt etwas. Ganz komisch. Ich wünsche euch alles Gute 😊

(19) 08.07.19 - 09:25

Hey! Ich kann deine Gedankengänge gut nachvollziehen. Ich hatte sie bei Kind 2 und 3 auch. Meine Entscheidungshilfe war, dass ich selbst Einzelkind bin und daher auf jeden Fall ein zweites Kind mit allen Eventualitäten wollte. Vor dem 3. Kind hatte ich dann 2 Fehlgeburten, wovon eine aufgrund von Trisomie 21 und Monosomie x passierte. Aus mir unerklärlichen Gründen hat mich das in meinem Wunsch sogar noch bestärkt, denn ich hätte auch dieses kranke Kind (sofern lebensfähig) gerne kennen gelernt.
Mein erster Sohn war so wie deine Tochter. Lieb aber ein Schlafmonster (bis heute zum Teil und er wird 7), mein zweiter Sohn hat fast ein Jahr lang nur geschrien, meine Tochter ist erst 12Tage alt und ähnelt eher dem Großen. Ja, es ist anstrengend und möglicherweise ein behindertes Kind großzuziehen erst recht. Aber ich kann dir sagen, dass es einfach toll ist, verschiedenene Charaktere am Tisch sitzen zu haben. Und ob man nun ein Kind oder mehrere hat. Es gibt immer den Tag, an dem man sich auf eine einsame Insel wünscht. Kaputter als kaputt geht ja nicht. Das schafft auch ein Kind. ;-)
Und ich unterstelle unserer heutigen Elterngeneration auch, dass Geschwister eines behinderten Kindes sehr geliebt und mit genug Aufmerksamkeit groß werden können. Das haben meine Eltern (noch im Krieg geboren) sogar ohne weiteres Geschwisterkind nicht besonders gut hinbekommen. Wir sind da heute viel bedürfnisorientierter und dann kann ein besonderes Kind auch auf besondere Weise bereichernd sein. Zumal die Wahrscheinlichkeit immer noch größer ist, ein gesundes Kind zu bekommen.
Ich denke, man bereut eher, was man nicht gewagt hat, wenn man grundsätzlich ein positiv eingestellter Mensch ist.
Alles Gute!

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