Ex Mann nimmt Kleinkind mit auf Jagd

Hallo Ihr Lieben :)

Kurz zu uns: ich bin geschieden und wir haben einen gemeinsamen 4 jährigen Sohn.

Mein Ex Mann geht auf Jagd und nimmt, wenn er ihn denn mal sieht, ihn mit auf jagd. Nicht unbedingt zum schießen aber er stellt Fallen auf um dann die gefangenen Füchse zu schießen. Schusswaffen hat er ihm schon mit 3 gezeigt.

Ich komme damit aktuell überhaupt nicht klar und kann auch mit meinem ex Mann über dieses Thema nicht sprechen.

Könnt ihr evtl was dazu sagen oder hat ihr Erfahrungen damit oder ganz allgemein?

Daaaanke euch :)

Womit kommst du nicht klar?

Ist doch was völlig natürliches, dass Jägerskinder mit auf die Jagd und in den Wald kommen.
Ordentliche Kleidung und Kindergehörschutz mitnehmen und los.

Das würde mir auch nicht gefallen. Allerdings haben wir damit auch gar nichts am Hut.
Hat er denn mit dem Jagen erst nach eurer Trennung angefangen? Ansonsten musst du doch gewusst haben, dass dein Sohn damit groß werden wird. Ist halt das Hobby des Vaters.

Als ich klein war, habe ich meinen Vater begleitet. Warum denn nicht?

Wenn er ein richtiger Jäger ist und ordentlich mit den Waffen umgeht und diese auch definitiv weg schließt damit das Kind keinerlei Möglichkeit hat die Waffen allein zu benutzen – dann ist es ein Wunder schönes Hobby, das Vater und Kind miteinander teilen. Gemeinsame Zeit im Wald, in der Natur…

Ich habe keine Jäger in der Familie, aber ein Mitbewohner in einer wg in Studienzeiten (er studierte Forstwirtschaft) hat immer so viel davon erzählt und hat auch regelmäßig unglaublich leckere Dinge nach Hause gebracht, die ist auf dem freien Markt gar nicht zu kaufen gibt… gönn es deinem Kind.

Wie erklärst du deinem Kind woher das Fleisch auf seinem Teller kommt? Für Bauern- u. Jägerkinder ist das normal.
Mein Vater war zwar keines von beidem. Trotzdem hielt er früher Hühner und Hasen für den Eigenbedarf.

Wenn dein Ex verantwungsbewusst an die Sache rangeht finde ich es nicht schlimm.
Wir haben 3 Jäger in der Familie, unter anderem auch den Papa. Also wird wohl auch der Zwerg mal mitgehen wollen und dürfen.

Hallo,

auch bei uns am Land ist es normal das die Jäger ihre Kinder mitnehmen, die können

das von klein auf lernen wenn sie es wollen.

Wenn das alles ordentlich abläuft seh ich da kein Problem.

MfG Kelly

Puh, sehen ja alle locker. Was sagt denn dein Sohn dazu? Das wäre mir wichtig. Und feige Fallen aufzustellen um dann das verletzte Tier zu schießen finde ich echt schlimm. Hat irgendwie nix mit Jagd zu tun in meinen Augen, kenn mich aber damit nicht aus.
Besser als so nen Sesselpupservater ist es aber allemal, solang es dem Kind gut geht dabei!

Das gleich habe ich auch gedacht, als ich das mit den Fallen gelesen hab 😑

Verletzte noch lebende Tiere in einer Falle? Dann kennst du nur Jäger, die gegen das Gesetz verstoßen, sorry. Bitte googeln bevor man sowas postet. Die Jagd hat ziemlich viele Vorschriften was sowas angeht.

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Hallo,

ich bin Jägerstochter :-)
Ich bin mit dem Thema Jagd aufgewachsen, hatte kein Problem damit, tote Tiere zu sehen, war mit auf dem Hochsitz, und sehr oft beim Füttern (ohne Tier-Kontakt - nur Mais für die Wildschweine verstreuen). Mein Vater hat es allerdings so gehalten, dass er zwar ein Gewehr mitnahm, wenn ich mit ihm ging, aber er sagte immer, dass er in meinem Beisein nur schießen würde, wenn ein verletztes oder krankes Tier käme. Dazu kam es nie. Ich war als Scheidungskind etwa alle 14 Tage bei ihm, aber ich habe bis heute keine Ahnung, wo in diesem Haus sich der Waffenschrank befindet - hat mich aber auch nie interessiert.

Eine Freundin meiner Tochter hat auch einen Jäger als Papa. Sie war auch schon mit bei der Jagd.

Aus meinen Erfahrungen kommen Kinder gut mit der Jagd klar. Voraussetzung ist natürlich, dass der Jäger sich entsprechend verantwortungsbewusst verhält.
Was sagt denn dein Sohn über seine Erfahrungen?

Ich habe übrigens eben mal kurz gegooglet, und unter bestimmten Voraussetzungen ist die Jagd auf u.a. Füchse mit Fallen, in denen sie unversehrt gefangen werden, erlaubt. (Das zu den Bedenken in einigen anderen Antworten)

Viele Grüße
Angel08

Aber nur weil es erlaubt ist, muss man es doch nicht gutheißen. ICH würde diese Art der Jagd nicht meinem Kind vermitteln wollen.

Das sind Lebendfallen, so, wie der Tierschutz Katzen fängt.
Die Füchse müssen nun mal entnommen werden. Das ist einfach so. Wir haben keinen natürlichen, sich selbst regulierenden Wald. Recherchier doch mal ein bisschen. Jäger sind in der Hauptsache keine Tiermörder, sondern Leute, die sich um die Tiere im Wald kümmern und dort regulierend eingreifen, wo es nötig ist. Und das ist es.

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Was genau stört Dich denn?

Mein Papa war zwar kein Jäger, aber Angler. Ich hab früh gelernt einen Fisch zu fangen und zu töten. Als ich etwas älter war zeigte er mir, wie ich ihn ausnehme und als ich alt genug für den Herd war wurde mir die Zubereitung gezeigt. Empfand ich nie als schlimm. Auch nicht, dass regelmäßig nachts gefangene Aale in der Badewanne bis zum nächsten Morgen verweilten und dann zum "häuten" an meinem Schaukelbalken genagelt wurden. Vielleicht ist das so ein Dorfding. Unsere Nachbarn haben geschlachtet. Da lief das Blut ausm Keller übern Bürgersteig. Ganz normales Bild. Ich kann mich nur den anderen anschließen, so lange er es Verantwortungsbewusst händelt ist es absolut ok.

Seh ich auch so, das ist wirklich der Unterschied zwischen Stadt und Dorf.
Dorfkinder wissen ja auch nachweislich eher, wo Milch, Eier und Schnitzel herkommen ;-)
LG Moni

Ja, das stimmt 😉 Ich hab abends immer beim Bauern nebenan die Milch geholt. Hab im Heuboden bei ihm gespielt und saß stundenlang bei den kleinen Ferkeln im Stall. Bis der Viehtransporter kam. Und ich wusste genau wo sie hin gehen 🤷🏼‍♀️

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Ich habe zwei Jäger in meinem Bekanntenkreis und beide nahmen ihre Kinder von klein auf frühmorgens mit in den Wald. Beim Schießen waren sie da noch nicht dabei, nur zum Beobachten der Tiere. Waffen kannten sie aber ebenfalls von klein auf und wussten, dass sie die nichts angehen.
Die Jagdgesetze sind sehr restriktiv und der (sehr teure) Jagdschein ruckzuck weg. Deswegen gehe ich davon aus, dass dem Kind vom Vater nichts gezeigt wird, was ungesetzlich ist.
Wenn Du nicht damit klarkommst, heisst es noch lange nicht, dass es unrecht ist, was Dein Exmann macht. Dass es auch Dinge im Leben gibt, die nicht nur aus rosa Wölkchen bestehen, kann ein Kind durchaus lernen, je früher, desto besser, dann ist es nichts Besonderes mehr. Dorfkinder erleben, wie z.B. Hühner geschlachtet und gerupft werden, die sie dann knusprig gebraten verzehren usw.
LG Moni

Ich würde mir da gar nicht so Sorgen machen. Jäger töten ja auch nicht total wahllos Tiere.
Dein Sohn kann durchaus sehr viel von den Ausflügen profitieren. Ein Jäger kann sehr viel beibringen. Fußspuren lesen, Lebensweise der Tiere, über den Wald. Und Jäger haben ja auch so verschiedene Aufgabengebiete. Viele helfen den Bauern während des Mähdreschens, dass keine Rehkitze im hohen Gras getötet werden.
Jäger sind keine Verrückten, die nur aus Spaß Tiere töten möchten...

Meine Freundin ist auch so aufgewachsen. Hat später dann selbst einen Jagdschein gemacht. Ihre Swester ebenfalls.

Was genau stört dich denn? Hast du Angst, dass dein Exmann euer Kind nicht ausreichend schützt und er verletzt werden könnte? Oder die Tatsache, dass dein Kind Waffen gezeigt bekommt bzw. das Jagen oder Fallen aufstellen?

Es geht hier, denk ich nicht darum, ob jeder einzelne von euch für oder gegen Jäger ist und ob das normal ist oder sein muss ein Kind mit zunehmen.

Es geht darum, ob es dem Kind damit gut geht. Ich bin auf dem Land groß geworden und fand es furchtbar, wenn mein Vater die Hühner geschlachtet hat.

Ob natürlich oder nicht, ob man einem Kind erklären muss wo das essen herkommt oder nicht... , was ich sehr fraglich finde mit 3 jahren und ich esse selber kein Fleisch.

Es geht darum, ob es dem Kind gut geht. Es gibt empfindsamer Kinder, die dann schlecht schlafen oder traurig sind.

Auch nicht jedes Landkindkind kommt damit klar. Wie du bereits schreibst, hier muss man auf das Wohl des jeweiligen Kindes achten. Ich kenne einige, die heute kein Fleisch essen, weil sie das in ihrer Kindheit kaum verkraften konnten.

Mich wundert, dass nur vereinzelt gefragt wird, wie es dem Kind dabei geht, dafür aber umso mehr Beiträge zum Sinn der Jagd.

Hat das Kind denn Interesse gezeigt oder wird es einfach mitgenommen, ist es sensibel, wie wird ihm der Vorgang erklärt und kann er das Gesehene verarbeiten? Das sind doch die Fragen, um die es geht, wenn man Fragen des Kindeswohls beurteilt.

Es ist auch nicht so, dass alle Bauernkinder mit dem Anblick des Tötens so toll klarkommen. Meine Mutter ist in den 40er Jahren auf einem Hof aufgewachsen und ihr graust es heute noch. Das ist also eine Frage des Einzelfalls, da kann man Bedenken doch nicht einfach mit einem einfachen "alles-so-natürlich" abtun. Nein, der Schinken wächst nicht auf dem Silbertablett. Es gibt aber andere und vor allem kindgerechtere Wege, die Herkunft der fleischlichen Nahrung zu erklären und darum geht es hier ja nicht mal.

Wie möchte er eigentlich erklären, dass er Füchse tötet? In Luxemburg ist die Fuchsjagd seit 2015 verboten. Keines der Horrorszenarien, die der Jagdverband dort aufgestellt hat, ist eingetreten. Er müsste dem Kind also erklären, dass er mit dem Töten Schaden abwendet, der aber in den Ländern, in denen das verboten ist, nicht eintritt.

Finde nichts verwerfliches daran (wohne am Land)
Ich persönlich könnte das nicht, aber wenn er es wirklich professionell macht dann spricht nichts dagegen.
Die jagt ist ja nichts schlimmes, Jäger schießen ja nicht einfach drauf los, sonder "sortieren" die kranken Tiere aus bzw schauen das die tierpopulation im Gleichgewicht bleibt.

Wie gesagt, wenn er es wirklich professionell richtig macht spricht nichts dagegen. Würde ich aber dem Kind auch so erklären, warum man auf die jagt geht.

Nur weil man gerne auf Tiere schießt, ist in meinen Augen falsch.

Ich verstehe jetzt so gerade dein Problem nicht. Was ist daran jetzt schlimm?