Traum/ eigentlich zufrieden

    • (1) 08.07.19 - 13:12

      Hallo,

      Kennt ihr das? Ihr seit eigentlich mit eurer lebenssituation total zufrieden und dann kommt ein dummer Zufall und ihr überlegt ob es nicht doch anders möglich wäre. Bei uns ist es der Immobilienkauf. Wir haben eine tolle 4 Zimmer Wohnung, für uns absolut perfekt und vor allem bezahlbar. Wir können uns ein super leben leisten und müssen uns absolut nicht einschränken.
      Jetzt ist gegenüber vor einigen Monaten ein Reiheneckhaus freigeworden. Die Nachbarn haben es unglaublich günstig erworben wei sie die alte Nachbarin gut gekannt haben. Das Haus wäre perfekt für uns. Und jetzt drehen sich meine Gedanken immer wieder um einen Hauskauf obwohl sich unsere Lebensqualität ( zeit mit den kindern, urlaub, Essen gehen usw)dadurch verschlechtern würde. Sagt mir bitte dass ich einfach zufrieden sein soll und diese Gedanken endlich begraben sollte.

      Was denn nun...
      Ist das Haus perfekt für euch, oder würde sich eure Wohnqualität verschlechtern?

      Beides geht nicht.

    Wir haben vor 7 Jahren die Möglichkeit gehabt das Elternhaus meines Mannes zu bekommen und haben es aus den von dir genannten Gründen abgelehnt. Wir haben 3 Kinder und können mit ihnen problemlos 1-2 mal in den Urlaub fahren und auch hier vor Ort viel erleben. Eine Immobilie würde uns dahingehend schon einschränken. Wir haben eine schöne 5 Zimmer Wohnung was es im Berliner Stadtrand nicht so oft gibt und Leben gerne hier. Ich lebe im jetzt und hier und nicht im irgendwann wenn ich einmal rentner bin. Also ich brauch kein Haus.

  • Hallo.

    Ich finde deine Gedanken gar nicht so verwerflich und auch recht natürlich. Es wird immer etwas geben, was besser ist, als das, was wir haben. Obwohl wir rundum zufrieden sein können (und sicherlich auch sind).

    Uns geht es ebenfalls gut. Wir haben ebenfalls lange nach einer Immobilie gesucht. Unsere Wohnung (Eigentum) hatte 110qm und aufgrund ihres schlechten Schnitts für 2Erw und 2Kinder zu klein. Wir haben aber nichts gefunden und das, was mein Mann sich vorgestellt hatte, hat mir persönlich Angst gemacht. Die Summen die da gefallen sind, konnte ich mir überhaupt nicht vorstellen. Er hätte gerne einen Bungalow, freistehend, großer Garten. Aber bei den Grundstückspreisen wurde es einfach zu viel. Als dann die oberen Mieter ausgezogen waren, haben wir kurz überlegt und dann gekauft. Und nun haben wir genau das Gegenteil von dem was er wollte. 4 Etagen, kleinere Garten. Dennoch freistehend... aber es ist absolut gut und okay. Und trotzdem hat man manchmal den Gedanken, wenn man so schöne Häuser sieht.

    VG

    • Ob es wirklich besser ist ist fraglich. Wir hätten dann ein Haus aber ich müsste z.b. wieder Vollzeit arbeiten, es wäre uns nicht möglich gemeinsam Elternzeit zu nehmen, das teure Hobby meines Mannes wäre ein Problem usw. Das Haus ist nicht mal freistehend d.h. wir hätten immer noch Nachbarn.
      Weisst du wir suchen gar nicht nach einer Immobilie weil wir ja wissen wie sehr uns das einschränken würde. Aber jetzt seh ich das Haus halt jeden Tag mit anderen Augen 😉

(9) 08.07.19 - 13:48

Was kostet so ein Reihenhaus bei euch in der Gegend ? Nicht das, was so günstig verkauft wurde, sondern regulär ?

Wenn die Kreditrate nicht höher als die Miete wäre, dann ok.
Ansonsten aber würde ich an deiner Stelle das Leben genießen ohne mich für mein ganzes Leben zu verschulden.

Zumal ein Reihenhaus auch kein freistehendes Traumhaus ist :-)

  • (10) 08.07.19 - 13:56

    Zwischen 600.000 und 900.000. Das schätze ich so auf 850.000 weil der Garten für diese Verhältnisse recht gross ist.
    Es geht ja nicht nur um die Kreditrate, du musst ja auch noch Rücklagen bilden, umbauen erneuern usw.

    • (11) 08.07.19 - 14:03

      Bei uns schaut es mit immobilen auch nicht grad rosig aus.
      Wobei sie trotzdem noch viel billiger sind als in München.
      Ein Neubau Reihenhaus kostet so 550.000 Euro und ich muss ehrlich sagen, dass es mir zu teuer ist.
      Ich hätte sehr gerne ein Haus, aber nicht für diesen Preis, zumal man dann immer noch Nachbarn hat, es ist also nicht meine traum immobile.
      Für 300.000 Euro würde ich eins kaufen 😂

Hattest Du nicht neulich noch geplant, mehrere Wochen oder Monate zusammen mit Mann und Kindern reisen zu gehen? Da passt ein möglicher Hauskauf irgendwie gar nicht ins Bild. Klingt eher so, als seist Du allgemein doch nicht ganz so zufrieden mit allem und suchst nach Abwechslung vom Alltag.

Ich persönlich würde reisen gehen und mir keine Immobilie anschaffen (schon gar nicht in München), wenn ich nicht einen Großteil ohne Kredit finanzieren könnte. Muss aber jeder selbst für sich entscheiden. Ich würde mich mit einem Kredit sehr in meiner Freiheit beschränkt fühlen.

Ich empfehle aus folgenden Gründen, den Gedanken zu begraben:

Es ist ja nicht so, dass ihr euch seit langer Zeit mit dem Gedanken beschäftigt, sondern offenbar ist die Idee ja nur durch einen "dummen Zufall" aufgekommen, wie du dich selbst ausdrückst.

Ich fasse zusammen:

Wohnung:
- Ihr seid mit eurer Situation total zufrieden
- tolle 4-Zi-Wohnung, perfekt und bezahlbar
- ihr müsst euch nicht einschränken

Haus:
- Vollzeit arbeiten
- keine gemeinsame Elternzeit
- hoher Kredit
- Hobby nicht mehr möglich

Nachdem es sich um ein Reiheneckhaus handelt, habt ihr wie bisher auch direkte Nachbarn. Einen Vorteil würde ich noch in einem Garten sehen, den die Wohnung sicher nicht hat, dafür aber das Haus. Erwähnt hast du das nicht, so dass ich davon ausgehe, dass das für euch keine besondere Priorität habt.

Ich sehe hier bezogen auf das Haus überwiegende Nachteile. Ihr lebt nur ein einziges Mal und das solltet ihr für euch und nicht für ein Haus tun. Diese ganzen Einschränkungen, angefangen vom Druck einer hohen finanziellen Belastung bei gleichzeitiger Einschränkung der Lebensqualität gehen durch Verlust des Hobbys, weniger Familienzeit - das steht doch in keinem guten Verhältnis zum schlichten Haben des Hauses.

  • Ich hatte in einer Antwort weiter unten geschrieben dass das Haus einen grossen Garten hat. Und wie du richtig angenommen hast wäre das auch der Mehrwert den ich gerne für meine Kinder hätte. Aber du hast es sehr treffend zusammengefasst. Danke.

    • Entschuldige bitte, stimmt, das hattest du ja geschrieben.

      Wenn du dich nicht zufällig für Gartenarbeit begeisterst, ist damit aber auch viel Arbeit verbunden bei gleichzeitig weniger Zeit, weil du dann ja Vollzeit arbeiten müsstest. Mir scheint, dass das der einzige Pluspunkt bezogen auf das Haus ist, während auf der anderen Seite erhebliche Nachteile stehen, die für mich schwerer wiegen.

      Und was ich noch ganz vergessen, du aber längst geschrieben hast: An einem Haus kann man sich wunderbar abarbeiten, es müssen Rücklagen in ganz anderem Ausmaß gebildet werden wie bei einer Wohnung. Weniger Zeit, aber mehr Fläche, die bewirtschaftet und gereinigt werden muss.

      Aus eigener Erfahrung:
      Wir sind vor rund 14 Jahren an den äußersten Stadtrand in eine Doppelhaushälfte gezogen. Wir hatten vorher zwei Haushalte, vor allem meiner war mehr als überschaubar. Ja, schön ist es schon. Aber natürlich teurer. Wir mögen beide keine Stehrumchen, so dass die Putzarbeit im Hinblick auf die Fläche sich in Grenzen hält. Das ändert aber nichts daran, dass nun x Fenster mehr zu putzen sind, vorher keine und nun drei Treppen, Gartenarbeit lassen wir erledigen, weil wir beide keine Neigung dazu haben, kostet wieder mehr oder wir müssten halt eigene Zeit mit ungeliebter Arbeit verbringen.

      Die Rechnung geht bei uns noch auf, aber am wertvollsten ist für mich immer Zeit, sei es nun für die Familie oder um eben außer mit Arbeit auch mit schönen Freizeitaktivitäten zu verbringen.

      • Du hast es toll zusammen gefasst. Ich glaube mich juckt einfach der Gedanke weil ich weiss wie günstig das Haus verkauft worden ist. Zu diesem Preis hätten wir sofort gekauft uns aber auch nicht sonderlich einschränken müssen.
        Danke für deinen sehr empathischen Beitrag.

        • Ich habe mitbekommen, dass du schon länger haderst bezüglich eines Immobilienkaufs.

          Als Jugendliche hatte ich auch immer die verklärte Vorstellung vom eigenen Haus, bin auch im freistehendem Haus mit riesigem Garten groß geworden. Meine Kindheit war toll. Meine Eltern haben und hatten mit dem Haus und insbesondere mit dem Garten aber jede Menge Arbeit an der Backe. Das wird auch nicht leichter, wenn man älter wird und die Gartenarbeit rein körperlich nicht mehr schafft.

          Als ich erwachsen wurde, habe ich mich mal in Ruhe hingesetzt und mir die Vor- und Nachteile überlegt. Für mich war relativ schnell klar, dass mir eine zentral gelegene ETW aus vielen Gründen lieber ist als ein Haus - unabhägig von den Kosten. Dass eine ETW weniger kostet als ein Haus, ist nur ein netter Bonus. Ich hab weder Zeit noch Lust für regelmäßige Gartenarbeit, Reparaturen, Putzen,...

          Ich kenne auch genug (wohlhabende) Leute, die sich nicht eine Immobilie ans Bein binden wollen und lieber flexibel bleiben. Die leben ein ganzes Leben lang zur Miete und sind glücklich damit.

          Ich will meine Ressourcen (Zeit, Geld) nicht in ein Haus stecken. Dafür reise ich zB einfach zu gerne. Wenn Gartenarbeit nicht gerade dein erklärtes Hobby ist und dir Freude macht oder dich entspannt, würde ich ganz deutlich von einem Garten Abstand nehmen. Außer dir ist es wert, einen Gärtner dafür zu engagieren.

          Mir kommt vor, du haderst oft mit deinen Entscheidungen (auch bzgl. Elternzeit, Reisen,...). Das verstehe ich, ich bin auch sehr entscheidungsunfreudig. Aber wenn ich mal eine Entscheidung getroffen habe, dann stelle ich die nicht mehr in Frage, sondern lebe damit - auch mit den Konsequenzen.

          Ich würde dir empfehlen, dir mal wirklich klar zu werden (mit deinem Partner), was du eigentlich willst - Haus oder Wohnung? Eigentum oder Miete? Stadt oder Land (diese Entscheidung habt ihr ja schon getroffen)? Und dann nicht mehr mit der Entscheidung zu hadern, sondern glücklich zu sein mit genau dem Leben, dass IHR euch ausgesucht habt. Dadurch, dass du mit deinen getroffenen Entscheidungen lebst und sie nicht immer wieder hinterfragst, sparst du dir viel innere Energie, die du woanders nutzbringer einsetzen kannst.

Hallo

Ich denke es ist Typ und einstellungssache. „ Einfach zufrieden“ klingt finde ich zu einfach.
Ich bin auch ein Mensch der sich und sein Leben häufig hinterfragt und auch an mir arbeitet. Natürlich muss man schauen das es nicht unstetig und unzufrieden wird.
Eigenheim bzgl Immobilienkauf ist ja auch Typsache.
Den einen ist das unheimlich wichtig, anderen wieder völlig egal. Meinem Mann war und ist eine „sichere und Planbare“ Wohnsituation wichtig und wenn ich jetzt so in unserem Garten sitze oder es bei uns mal ein wenig lauter wird, bin ich auch sehr froh darum.
Uns ist es das einschränken absolut wert.
Wie wichtig ist euch das bzw. wie groß wären denn die Einschränkungen?
Ich weiß ja nicht wieviel Zeit ihr mit der Entscheidung habt, horcht in euch rein. Wie Fühlt ihr euch mit der einen oder andern Entscheidung?

#winke

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