Schwiegerfamilie- akzeptieren oder lassen

    • (1) 08.07.19 - 15:40
      Janeinjein

      Hallo, ich versuche mich mal kurz zu fassen, ansonsten würde das hier den Rahmen sprengen. Die Familie meines Mannes ist sehr unzuverlässig. Sie wohnen ca. 4 Std Fahrt entfernt. Gerne kündigen sie einen Besuch vorher groß an. Fragen wir dann aber , kurz vor dem genannten Tag, nach Details, wird abgesagt " wir hatten sehr viel zu tun" " wir haben kein Geld" "wir müssen noch einkaufen". Das war uns bis vor ein paar Monaten noch relativ egal, auch wenn es natürlich ärgerlich ist.
      Jetzt ist aber unser Kind auf der Welt. Aus der Ferne wird er stark bejubelt. Geht es dann aber wieder um einen Besuch, wird groß getönt, und dann doch wieder abgesagt. Dieses Jahr schaffen sie es nicht zu kommen, weil 2(!) Termine anstehen. Die Unzuverlässigkeit beschränkt sich im Übrigen nicht nur darauf, sondern auf alle Bereiche. Viel Gerede, nichts dahinter.

      Ich will meinem Kind nicht seine Großeltern nehmen, aber wie soll das bitte werden, wenn er etwas größer ist, und sich auf die Menschen freut? Eigentlich möchte ich ihn davor schützen. Auch weil ich ahne, dass sobald die Geschwister meines Mannes Kinder bekommen, unser Krümel sowieso nur noch auf dem Abstellgleiß steht.

      Wie würdet ihr reagieren?

      • Wieso fährt ihr nicht hin?

        • (3) 08.07.19 - 15:56

          Waren wir schon sehr oft, so ist es nicht. Aber wenn die Großeltern sagen "wir kommen an Ostern/Weihnachten", und bei der Absage kein Wort des Bedauerns kommt, drängen wir uns dann auch nicht auf. Zumal uns immer wieder gesagt wird, wie schwierig es ist, wenn wir dort sind (zu wenig Platz, zu wenig Zeit).

          • OK, das wäre mir dann ehrlich gesagt auch zu blöd. Ich würde dem Kind dann einfach nicht sagen das sie sich angekündigt haben, dann ist die Freude wenn sie kommen groß und wenn sie nicht kommen, gibt es keine Enttäuschung.

        (5) 08.07.19 - 17:17

        Um deinen Kindern Enttäuschungen zu ersparen, würde ich geplante Besuche nicht mehr ankündigen.
        Und falls dann ein Termin im Jahr doch mal stattfinden sollte, ist es eine willkommene Überraschung für die Kinder und es gibt keine Enttäuschungen mehr.

        Ich kündige unzuverlässigen Besuch nicht mehr an.

        • (7) 08.07.19 - 18:04

          Vielen Dank für deine Antwort.
          Das ist jetzt ja zum Glück auch noch möglich. Aber sie wird auch mal mit ihm telefonieren oder sonst wie kommunizieren wollen, wenn er etwas größer ist. Und dann wird es heißen "die Oma kommt..." "die Oma bringt mit.. "
          Hätten sie ansonsten kein Interesse an ihm wäre es einfacher. Aber sie will immer alles von ihm wissen, ihn sehen (oder auch nicht), ihn hören. Nur wenn's dann ernst wird, wirds anscheinend schwierig. Wir erwarten von ihnen gar nichts mehr und fordern auch nichts ein ,wie "es wäre schön wenn ihr kommt". Das kommt immer ungefragt.

          • (8) 08.07.19 - 19:14

            Wenn dein Kind so alt ist, dass es diese leeren Versprechungen selbst erlebt, dann ist dies doch "perfekt", um daraus zu lernen, dass Oma/Opa unzuverlässig sind und ihre Versprechen meistens brechen. Es ist zwar traurig, aber so lernt ein Kind, dass nicht jeder Mensch ehrlich ist und auch, wie man mit solchen Menschen und Enttäuschungen umgehen kann. Selbstschutz wird zudem auch gelernt. Ihr müsst euer Kind nicht vorbeugend schützen, aber ggf. beistehen und darauf vorbereiten, wenn solche Besuche angekündigt werden.
            Besuche von den Großeltern würde ich auch nicht ankündigen, falls sie im unwahrscheinlichsten Fall doch kommen, ist die Überraschung groß. Auch wenn es die Großeltern sind, muss das Enkelkind keinen Kontakt haben, es darf aber, wenn es möchte. Verhalten sich Oma/Opa so, wird die Lust auf sie ziemlich madig gemacht und daran sind sie selbst Schuld.

    Ich würde da mal ein Gespräch ansetzen, dass das so nicht mehr geht. Wenn sie kommen wollen, dann sollen sie kommen und nicht immer aus irgendwelchen Gründen absagen. Oder aber man kündigt gar nicht erst groß an. Sollte es danach nicht besser werden, würde ich zum schutz des Kindes ihm einfach erst erzählen, dass die Großeltern kommen, wenn sie schon fast vor der Tür stehen.

    • (10) 08.07.19 - 16:42

      Danke für deine Antwort!
      Das haben wir schon versucht. Dann wird uns vorgeworfen, dass wir Streit suchen würden und wo denn das Problem ist, sie ja auch ein Leben hätten usw.

      • Ich hatte ein ähnliches Problem mit einer sehr guten Freundin. Sie konnte einfach nicht nein sagen, wollte uns immer eine Freude bereiten - öfter, als sie konnte. Der Wille wäre da gewesen, aber es ist dann allzu oft an ihrer Planlosigkeit oder Geldmangel gescheitert. Ich (und andere Freundinnen) haben ihr dann mal ehrlich gesagt, dass das auch für den Besuch-erwartenden Part doof ist. Man hält sich den Tag extra frei, kauft Verpflegung ein, überlegt sich Aktivitäten, richtet Gästezimmer her, etc. Dann soll sie lieber gleich realistisch einschätzen, ob ihre Zusagen möglich sind oder nicht. Sie war natürlich zerknirscht und die verursachten Aufwände taten ihr sehr leid. Sie hat sich die Worte sehr zu Herzen genommen. Wir sind schon über 20 Jahre befreundet#liebdrueck

        Bei deinen Schwiegereltern lese ich aber keinerlei Einsicht heraus:
        "...sie ja auch ein Leben hätten "
        Ja, ihr auch. Und ihr werdet euer Leben nicht mehr nach Besuch richten, der nie stattfindet.

        Du schreibst, es gab schon mehrere Probleme mit den Leuten. Wenn keine Einsicht da ist, hilft nur gesunde Distanz. Muss ja kein Kontaktabbruch sein. Aber ehrlich, veräppeln lassen müsst ihr euch auch nicht.

(12) 08.07.19 - 16:40

Okay, beim Durchlesen ist mir aufgefallen, dass es sich anhört ,als würden wir nur nehmen und nicht geben..
Ich stelle mir folgendes Szenario vor: Die Großeltern telefonieren (in ein paar Jahren) mit meinem Kind und sagen ihm "wir schicken dir ein Feuerwehrauto" , dann weiß ich schon, dass das nicht passieren wird. Von 20 Versprechen die in Euphorie gegeben werden, wird vielleicht eines gehalten. Ich hoffe ihr versteht. Soll ich dann meinem Kind sagen:" mein Schatz, freu dich nicht zu sehr. Manchmal versprechen die Großeltern etwas was sie nicht halten" ?(was ich nicht machen möchte, weil es ihn in eine Zwickmühle bringen wird emotional) oder soll ich lieber jetzt schon den Kontakt auf ein Minimum reduzieren?

Wir würden eigentlich gerne den Kontakt ganz abbrechen, weil so viele unschöne Dinge passiert sind. Aber ich denke an mein Kind und überlege, ob ich meine Gefühle zurückstecken sollte. Zumal sie sich ja auch nur alle Jubeljahre sehen werden.

  • Glaub mir, sowas lernen Kinder sehr schnell, welche Versprechen eingehalten werden und welche nicht. Und welche Personen unzuverlässig sind in ihrem Leben.

    Es sind sicher ein zwei Enttäuschungen, die du mit deinem Kind durchstehen musst. Aber das gehört nunmal genauso zum Leben dazu wie die schönen Dinge. Traurig, aber wahr.


    lg lene

(14) 08.07.19 - 16:47

Ich würde ihnen sagen, dass sie einen Tag vorher Bescheid geben sollen- wenn es bei euch dann nicht passt, haben sie eben Pech gehabt. Wenn das Interesse an euch und eurem Sohn nicht so groß ist, müsst ihr das akzeptieren und dementsprechend damit umgehen. Großeltern sind nicht automatisch wichtige Bezugspersonen für ein kind, auch wenn es natürlich wünschenswert ist

(15) 08.07.19 - 18:04

Ich sehe da kein Problem....ihr erklärt es dem Kind dann so, wie es ist - Pläne habensich geändert, Opa ist krank geworden o.ä.! Einem kleineren Kind kann man auch erst vom Besuch erzählen, wenn Oma und Opa tatsächlich auf dem Weg sind, dann sind das immernoch über 3 Std. Vorfreude!

(16) 08.07.19 - 18:56

Hallo,
Da die Großeltern meiner kleinen auch schon des öfteren einen Tag vorher abgesagt haben, oder nur der Opa kam, hab ich mir angewöhnt ihr nur noch ca 30 Minuten bis Ankunft der Großeltern zu erzählen, dass sie gleich kommen. Sie wohnen ca 2 Std Fahrt von uns entfernt. Das "Gute" daran war, dass es sich schon gezeigt hat, als sie noch ganz klein war. Jetzt mit 3,5 Jahren versteht sie es natürlich und die Enttäuschung möchte ich ihr ersparen. Ich weiß, dass ich sie nicht vor allem schützen kann aber um ihre Beziehung zu den Großeltern mit ständigen Enttäuschungen nicht zu gefährden, haben wir uns für diesen Weg entschieden.
Lg
boehmin

(17) 08.07.19 - 19:02

Hallo,
Ich kann dich verstehen, mich würde das auch mega nerven, aber gerade bei dem Thema mit dem Kind, würde ich dir empfehlen erstmal abzuwarten. Manchmal sind Dinge, bei denen man Probleme vorhersieht, für das Kind gar kein Thema. Oder es mag zb Oma nicht und ist froh, wenn sie doch nicht kommen.

Jop, kennen wir hier.

Den Kids haben wir es dann auch so gesagt wie es ist. Sie müssen ja auch mit Enttäuschungen klar kommen. Und das wird nicht anders wenn sie erwachsen werden.

(19) 09.07.19 - 13:45

Kinder bekommen oft schnell raus, wer es ernst meint und wer nicht.

bei uns gibt es solahce auch in der Verwandtschaft (meine Seite; viele zuverlässige und einige, die sind wie sie sind)

Anfangs war mein Kind traurig. Dann hat sie schnell gemerkt: große Klappe nichts dahinter.

Auch war meine Reaktion nicht unwichtig dabei.

Habe ich mich riesig gefreut und es klappte dann nicht, machte sich mein Kind mehr Hoffnungen.
War ich entspannt, ließ die anderen reden, guckte mein Kind mich an, freute sich zwar über die großen Töne, traute dem Braten aber nicht so ganz.

wenn etwas freudig erwartetes doch nicht klappte, erklärte ich ihr kindgerecht, dass es ok ist. Ok, traurig zu sein und ok, dass es doch nicht klappt. Sonst zuverlässige haben gute nachvollziehbare Gründe, die sind, wie das Leben so ist, nicht vorhersehbar.

Nicht zuverlässige brauchten keine Gründe. Da planen wir das eigentliche gar nicht erst ein.

Schützen brauchte ich da mein Kind. Nur eben nicht noch die Hoffnungen/Erwartungen schüren ... und da sein, wenn sie traurig war.

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