Kind verweigert immer mehr Lebensmittel

    • (1) 12.07.19 - 11:28

      Ich war gestern mit den Kindern bei meiner Schwester und habe wieder eine Situation mit Ihrer 7 Jährigen Tochter mitbekommen. Wir haben anschließend auch darüber gesprochen, hatten aber irgendwie beide nicht so die richtige Lösung. Daher die Frage, wie macht ihr das?

      Ihre Tochter war schon immer eine sehr gute Esserin und hat auch wirklich von klein auf so gut wie alles gegessen.
      Gestern gab es zu Mittag Spaghetti mit Tomatensoße vom Vortag. Am Vortag hat sie es verschlungen ohne etwas zu sagen. Gestern sagt sie, sie mag die Soße nicht weil da Tomatenstückchen drin sind. Sie war nach der Schule bei einer Freundin kurz zum spielen und da gab es ebenfalls Tomatensoße aber ohne Stückchen.
      Jetzt kommen solche Situationen immer häufiger vor, seit dem sie sich öfter mit Freundinnen trifft und dort auch Mal mit isst.
      Es darf keine Gemüse mehr ins Essen, kein Kräuter, keine Zwiebeln oder Knobi. Brot nur noch weiß und ohne Körner, zum Abend keine Tomaten oder Gurken zum Brot. Morgens kein Obst. Am liebsten nur noch Nutella usw.
      Alles Dinge, die sie vorher gerne gegessen hat.
      Das sie etwas wählerischer wird ist ja ok, aber das nimmt schon ganz andere Dimensionen an.

      Jetzt wäre es für uns beide keine Alternative ihr ständig eine Extrawurst zu kochen oder ihr ein Brot anzubieten. Denn dann würde sie gar nicht mehr Mittag essen. Aber zu sagen entweder du isst das oder gar nichts wäre vielleicht auch etwas hart. Es ist ganz offensichtlich nur eine Zickerei. Wenn Sie diese Mal vergisst, kommt es auch vor dass sie ganz normal wieder isst.
      Bisher ist sie schon oft hungrig ins Bett gegangen,weil meine Schwester ihr das ständige Nutellabrot verweigert hat. Auf Alternativen, die sich aussuchen darf lässt sie sich auch nicht ein.
      Zum verzweifeln.

      • "Es ist noch kein Kind am gedeckten Tisch verhungert".

        So sehe ich das. Und ja, ich würde wohl durchziehen, dass sie dann eben nichts isst. Aber ich würde gewiss nicht immer ein Nutellabrot schmieren.

        Der Geschmack meiner Töchter hat sich ebenfalls verändert. Meine Große hat früher Spaghetti Bolognese geliebt. Heute (sie ist 9) isst sie die Sauce nicht mehr. Dann isst sie die Nudeln halt trocken. Dazu isst sie meist Rohkost. Oder halt nix. Meine Kinder müssen den Teller nicht leer machen. Sich aber satt essen. Wer nicht vernünftig isst, bekommt aber auch nichts Süßes.

        Was den Belag von Brot/ Brötchen angeht, sind sie beide sehr schräg. Die Große isst nur Honig, Nutella, Frischkäse. Manchmal Marmelade. Keine Wurst, kein Käse. Die kleine hingegen isst das auch. Sie mag nur keine Marmelade. Sie darf kein Weißbrot. Da sie auch nicht gerne Körner essen, bin ich auf Dinkel umgestiegen. Wenn Nutella überhand nimmt, gibt es das nur noch am Wochenende.

        LG

        (3) 12.07.19 - 12:07

        Unsere 5 Jähriger ist genau so😊 heute ist super lecker, die Soße wird mit Löffel gegessen, morgen ist es wieder total 🤢. Mag er es nicht essen, darf er sich ein Brot machen, aber nur mit Wurst, Käse... keine Marmelade. Oft ist es so, dass es doch ein bisschen schmeckt😀 hat sich aber auch schonmal ein Brot gemacht.

        Hallo,

        Das scheint ja kein "Ekel" an sich zu sein, sondern eine gewisse Anpassung an den... ich nenne es jetzt mal Lebensstil der Freunde. Das ist doch schon eine gute Grundlage.
        Ich war früher sehr, sehr mäkelig, was Essen anging, weil ich viele Sachen nicht mochte. Ich wurde nie gezwungen, bestimmte Dinge zu essen, extra gekocht wurde aber auch nicht. Ich habe eben das gegessen, was ich von dem auf dem Tisch stehenden Essen wollte, und wenn das Kartoffeln mit Soße, oder Nudeln pur war. Manchmal eben auch ne Schüssel grünen Blattsalat.
        Wie schon oben geschrieben, wird sie am gedeckten Tisch nicht verhungern. Mit 7 Jahren kann man ihr auch erklären, dass sie eben nicht jeden Abend ein Nutella-Brot bekommt und sich gerne etwas anderes nehmen kann. Wenn sie das nicht will - dann geht sie eben hungrig ins Bett. Es ist ja dann ihre Entscheidung. Sie hat die Möglichkeit bekommen, etwas zu essen, gezwungen wird sie aber nicht.
        Ich denke, dass das eine Phase ist, die wieder vorbeigeht. Das, was die Freunde in die Schule mitbekommen, sah für mich auch immer leckerer aus als mein blödes Pausenbrot 😉 und sie scheint ja momentan Anregungen aus Bekanntschaften zu ziehen, wie es da abläuft.
        Mein 2 1/2-jähriger bockt auch gerne rum, es ist immer ne Lotterie, ob er das gestern heißgeliebte Essen auch am anderen Tag noch isst 😑 da suche ich dann eher (aber auch nicht immer!) noch mal Alternativen, weil er eben noch so klein ist und eh isst wie ein Spatz, aber wenn er mal definitiv versteht, dass er nicht immer ne Extrawurst bekommt, dann geht er halt auch auf eigene Verantwortung hungrig ins Bett 🤷‍♀️
        Nehmt es locker und macht kein großes Drama daraus, das wird schon wieder.
        Liebe Grüße!

      • (5) 12.07.19 - 12:18

        Aussitzen. So würde ich das machen. Wenn es ihr nicht schmeckt nur weil sie es woanders gesehen hat... Na geht's noch? Dann gibt's eben nichts mehr.
        Am besten das Nutellaglas unerreichbar hoch stellen, dann kommt sie nicht auf die Idee, sich doch mal selbst eins zu machen.
        Bei uns wird gegessen was auf den Tisch kommt. Wieviel und vor allem was (Fleisch Gemüse Sauce Kartoffel etc etc) entscheidet jeder selbst. Wenn mein Kind nur nackte Nudeln essen will, bitte. Aber mich dann nochmal in die Küche zu stellen und was anderes zu machen - never.

        (6) 12.07.19 - 12:23

        Ich würde das nicht mitmachen, bei Sachen, ie sie vorher gegessen hat. Ich würde ihr klar machen, das es unterschiedliche Arten gibt zu kochen und dass bei den Freundinnen halt aners gekocht wird, dass aber deswegen das eigene Essen hier nicht schlechter ist.

        Ich glaube, da möchte jemand Grenzen testen und schauen, wie weit sie damit kommt. Würde ich mich nicht drauf einlassen.

        • (7) 12.07.19 - 12:34

          Sie sagt wohl auch ganz oft, wenn die Freundin xy das nicht mag, dann bekommt sie etwas das sie mag. Also sie schaut es sich definitiv dort ab.
          Sie ist nur trotz gutem Essen sehr schlank. Ich kann meine Schwester schon verstehen, das sie auch Angst hat ins Untergewicht zu rutschen.
          Aber ihr bisher ausgewogene Ernährung nur wegen so einem Blödsinn abzugewöhnen ist halt auch schade

          • Vielleicht sollte deine Schwester ihre Tochter erst dann mit der Freundin treffen lassen, nachdem das Essen dort beendet ist...

            Meine Mutter hat für meinen jüngeren Bruder (Nachzügler, 14 Jahre jünger) immer extra etwas gemacht. Er hat nur noch paniertes Zeug und Pommes gegessen. Sie war der Meinung, sie könne ihn nicht hungern lassen.... im Nachhinein weiß sie, dass es ein Fehler war. Heute ist er 19 und seine Ernährung ist nicht wirklich besser. Das macht sich natürlich auch an der Statur bemerkbar.

            Wenn deine Schwester Bedenken wegen dem Gewicht hat, sollte sie vielleicht zusätzlich auf eine Kalorienreiche Ernährung achten.

            Ich bin etwas irritiert, dass es bei alles scheinbar immer zwei Tag nacheinander das gleiche gibt, wenn ich das richtig verstanden habe? Darauf hat doch auch kein Erwachsener bock, oder wollt ihr jeden Tag Sushi essen? Vielleicht hilft es ihr eine Wahl zu geben. Also nicht fragen, was möchtest du essen, sonder, möchtest du Fischstäbchen oder Nudelauflauf? So als Beispiel.
            Viel Glück ;)

            • Zwischen zwei Tagen hintereinander das Gleiche und jeden Tag Sushi liegt ein großer Unterschied. Zudem schmecken bestimmte Dinge wie Gulasch, Chili,.... am 2. Tag besser. Ich ändere lediglich die Beilage.

              • Oh man, das war doch nur überspitzt gemeint... aber der Grundgedanke ist doch klar oder?

                • Wenn man jeden Tag das Gleiche essen müsste, ja. Ich glaube aber, dass kaum einer von uns oder unseren Kindern so leben MUSS, dass es jeden Tag das Gleiche isst.

                  Unsere Kinder kennen doch gar keinen Hunger. Seien wir mal ehrlich. Daher reagiere ich immer sehr genervt, wenn die Mädels mal wieder nur was zu nörgeln haben. Ich denke bzw so las es sich heraus, dass die TE Abwechslung beim Essen hat und ihre Tochter durch die Freundin am Essen Zuhause rumnörgelt.

                  • Jaaa, am Ende sind es Luxusprobleme... aber du kannst dein Kind ja schlecht nach Afrika schicken, im ihm klar zu machen, wie gut und lecker es hier isst und wie gut es ihm auch sonst geht... Gab ja schon gute Tipps, auch von mir denke ich (Kind wählen lassen)...

                    • Stimmt, kann ich nicht. Aber sie darüber aufklären, dass es tatsächlich Kinder gibt, die so leben MÜSSEN und daran sterben. Nur weil es ein Luxusproblem ist, heißt es nicht, dass man sie nicht darüber aufklären sollte.

                      • Naaa das finde ich schwierig. Glaubst du echt damit etwas zu erreichen? Kinder denken völlig anders als Erwachsene und ihnen zu sagen, wie gut sie es haben, kommt da glaube kaum an. Ist es bei dir an gekommen, wenn deine Eltern so was gesagt haben? Im Gegenteil, oft werden Kinder dadurch noch trotziger... zudem interessiert es doch nicht mal die Erwachsenen, welche Probleme die Menschen in anderen Ländern haben... das ist dann eher scheinheilig... tut mir leid.

            (16) 13.07.19 - 23:53

            Ich würde gerne jeden Tag Sushi essen 😍😉

    (18) 12.07.19 - 12:31

    Na ja, ich mag auch nicht jeden Tag alles gleich.

    An einem Tag liebe ich Tomatensoße, am nächsten kann man mich damit jagen.
    Mein Kind sagt spätestens am dritten Tag, dass sie keine Nudeln mehr sehen kann.


    Da ich mit sehr viel Druck beim Essen aufgewachsen bin, mag ich das gar nicht.

    bei uns gibt es die Regelung: man muss nicht alles mögen, aber man hat sich so zu verhalten, dass anderen nicht der Appetit vergeht.

    Ich koche, jeder entscheidet für sich, was/wie viel davon gegessen wird.

    Da mein Kind und ich einen grundsätzlich anderen Geschmack haben, kombiniere ich sowieso.
    Fisch mit Kartoffelbrei. Eine ist den Fisch, die andere den Kartoffelbrei. Wenn wir guter Laune sind, probieren wir auch schon mal vom anderen. Ohne Zwang.

    Es gibt was es gibt und jeder isst DAVON, was in Ordnung ist. Wenn nichts genehm ist, dann eben Pech. SAGEN darf man das.
    Jammern, streiken, motzen, würgen, stochern, meckern uvm. ist tabu. derjenige wird dann des Tisches verwiesen und kann wieder kommen, wenn sich die Person zu benehmen weiß.

    Das klappt bei uns recht gut.

    Ist es mal so, dass alles nur zum *geht heute gar nicht* ist, dann darf das gesagt werden! Bei manierlichem Verhalten ist dann auch ein Brot ok. Wenn sich mein kind das selbst machen soll, ist das Gekochte dann doch wieder besser ;-) Das kommt aber bei ihr selten vor, meistens isst sie von dem was da ist, etwas.

    In manchen Phasen hat sie dann auch einfach keinen Hunger. Das ist auch ok.
    Wenn sie sehr viel später Hunger bekommt, kann sie gerne was vom Rest haben oder ein Brot essen.
    Voraussetzung: ohne meckern, motzen etc.

    Finde ich nicht bedenklich.

    Mein knapp 5 jähriger mag auch keine Saucen, also gibt es für ihn Nudeln, Reis Kartoffeln usw eben ohne alles. Dazu ein bisschen Rohkost. Wenn gar nichts geht bekommt er ein Brot mit Butter oder Käse. Obst und Rohkost werden bei uns allerdings zum Glueck (noch) gerne gegessen. Ich frage ihn vor jeder Mahlzeit, ob er auch von der Sauce möchte, das erspart Frust (denn ich kenne es auch, dass etwas gestern noch gut war, heute allerdings mag er es nicht mehr).

    Ich finde es wichtig, aus Essen keinen Machtkampf zu machen und sich anzuschauen, was ein Kind so über den Tag verteilt isst, nicht nur eine Mahlzeit inspizieren. Solange von allen Lebensmittelgruppen etwas gegessen wurde, mache ich mir keine Platte wenn es nur mal Nudeln gibt. Außerdem essen meine Kinder Gemüse lieber roh, also lasse ich so. Zum einen stecken da noch mehr Vitamine drin und zum anderen ist dieses warme Essen doch eh so eine Erwachsenen-Erfindung. Essen wird nicht nahrhafter, bloss weil man es warm macht.

    Nutella gibt es bei uns nur ab und zu, wenn ich nicht möchte, dass meine Kinder ständig eine bestimmte Sache essen, kaufe ich diese nicht mehr bzw suche eine Alternative, die fuer mich ok ist. So handhaben wir das in den meisten Bereichen. Wir Eltern bestimmen den Rahmen und darin können die Kinder frei wählen.

    • Klar wird essen nahrhafter, wenn man es gart. Und besser verträglich.
      Sag ich dir jetzt als reizdarmpatient.
      Außerdem hat uns deswegen die evolution nur zahnstummelchen gelassen, weil wir gegartes essen essen.
      Es gibt studien dazu, dass die verwertung von bspw. Fleisch effektiver abläuft, wenn es gegart verzeht wird. Auch bei anderen Spezies.

      • Sorry, ich hätte mich differenzierter ausdrücken sollen. Ich bezog mich mit gekocht hauptsächlich auf Obst und Gemuese.

        Also wenn Kind zb lieber (gekochte) Nudeln mit ein paar rohen Tomaten isst anstatt mit Tomatensauce oder ein bisschen Gurke und Paprika anstatt der Gemüsepfanne. Denn bei Obst und Gemüse ist es ja tatsächlich so, dass es an Vitaminen verliert wenn es gekocht wird.

        Von Fleisch und Co rede ich gar nicht, als veganer denke ich oft nicht dran, dass andere Menschen ja Fleisch kochen ;-)

(22) 12.07.19 - 13:21

Denn dann würde sie gar nicht mehr Mittag essen.

Dann ist das so, was soll man sonst machen... Meine Tochter ist auch so mäkelig und von Besucherkindern kenne ich da auch!

(23) 12.07.19 - 15:23

Ich verstehe nicht, warum da so ein Aufsehen drum gemacht wird.
Soll sie die Nudeln halt pur essen. Je mehr darüber geredet oder anderes verlangt wird, desto mehr wird es instrumentualisiert.

Einfach lassen. Im Zweifel gibts ein Knäckebrot und Apfel. Die wenigsten Erwachsenen sind so heikel mit dem Essen.

Das Kind wird schon nicht verhungern oder vor Nährstoffmangel auseinander brechen.

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