Sohn hat kein Bock Seite: 2

      • Ich finde es gibt doch noch einen Unterschied zwischen diesem "auflaufen lassen" vom Lehrer und dem Umstand Hilfe zu verweigern. Ich denke mit Auflaufen lassen ist eher gemeint, dass Faulheit nicht belohnt werden sollte oder das Aufgaben nicht durch die Eltern erfüllt werden sollten, die zur Gestaltung des eigenen Lebens beitragen.

        Also, wenn er eine Ausbildung möchte, würde es nichts bringen ihm die Hausaufgaben zu machen, damit er gute Noten bekommt und seinen Abschluss schafft oder ihm die Bewerbung zu schreiben oder ihm bürokratische Wege abzunehmen. Soweit gehe ich mit. Er muss sich immer zuerst bewegen. Seine Ziele dürfen nicht zu ihm getragen werden oder überhaupt durch euch gesetzt werden.


        Ich sehe aber kein Problem darin, mit ihm immer wieder ins Gespräch zu kommen was seine Zukunftspläne anbelangt und wenn er um Hilfe bittet sehe ich auch kein Problem darin, ihm mein Wissen und meine Erfahrung zur Verfügung zu stellen, ihm Tipps zu geben und Hilfen anzubieten. Hilfe bedeutet nicht, dass ich ihm die Sache ansich abnehme, sondern dass ich schaue, was er bisher gemacht hat und ihm aufzeige, wo er etwas besser machen kann und wie er persönlich weiterkommen könnte. Man gibt also einen Anstoß, zeigt Interesse und ist Ansprechpartner, aber zur Umsetzung muss was von ihm kommen und er muss auch dran bleiben.

        Es spricht nichts dagegen mit ihm zusammen zu überlegen, was er dem Nachbarn sagen könnte. Nur sollte er sich eben zuerst Gedanken machen. Und ihr rundet das ab. Ihr habt mehr Lebenserfahrung. Natürlich seht ihr Dinge, die er noch gar nicht für voll nimmt.
        Ins offene Messer muss man die Kinder nun auch nicht laufen lassen. Eher sollten sie eine Ahnung bekommen, was ihnen blühen kann und wenn sie trotzdem nix tun, dann müssen sie die Konsequenz tragen, dass es auch nicht vorwärts geht.

        Jedenfalls würde ich nicht gleich abblocken, sondern seine Fragen an ihn zurück geben und erstmal hören, wie weit er mit seinen eigenen Überlegungen gekommen ist. Wenn er keine hat, würde ich ihm sagen, dass er jederzeit auf dich zukommen kann, sobald er sich eigene Gedanken gemacht hat. Wenn er welche hat, würde ich sie mir anhören und ihm den ein oder anderen Ratschlag zur Verbesserung geben.

        Es spricht auch nichts dagegen über ne Bewerbung drüber zu lesen und diese mit ihm zu verbessern. Nur muss er das halt annehmen wollen und sollte in Vorleistung gegangen sein, also sich selber was rausgesucht haben, sich Gedanken gemacht haben, einen ersten Entwurf wie es gehen könnte. Ich denke auch wenn man sie auflaufen lässt, sollte man ihnen das Gefühl geben da zu sein und zu helfen, sobald sie selber bereit sind etwas zu tun.

        Anschuldigungen wie, weil ihr nicht das und das gemacht habt, hab ich nicht das bekommen, würde ich aber konsequent zurückweisen. Ihr ward ja da, nur ist es nicht eure Aufgabe seine Aufgaben zu machen und sein Leben zu planen. Ihr unterstützt nur den Prozess den er selber in Angriff nimmt.

        Wenn er den Abschluss nicht geschafft hat, muss er selbstverständlich das Schuljahr wiederholen.

        Ihn auflaufen zu lassen, finde ich ganz Schlacht in diesem Moment. Hilf ihm lieber, lerne mit ihm, sorge dafür, dass er den Abschluss nächstes Jahr schafft!

        Meinem Sohn hatte ich auch geholfen bei der Wahl der Uni und der Bewerbung. Er war seitdem immer sehr selbständig und hat nie wieder Hilfe gebraucht. Was ist so schlimm daran, seinen Kindern auf den Weg zu helfen, den sie dann alleine weiter gehen können?

        • >>>Was ist so schlimm daran, seinen Kindern auf den Weg zu helfen, den sie dann alleine weiter gehen können?<<<

          Gar nichts, aber siehst du nicht den Unterschied zwischen deinem Sohn und dem der TE?

          Der Sohn der TE erwartet im Grunde, alles auf dem Tablett serviert zu bekommen und will die TE für die Folgen seiner Faulheit verantwortlich machen.

      (29) 13.07.19 - 10:38

      Der Junge ist doch erst 15! Jungs sind mit 15 noch voll in der Pubertätsphase. Der ist noch nicht annähernd "erwachsen". Und ich finde, man kann von einem 15 jährigen auch nicht erwarten, dass er sein Leben selbst in die Hand nimmt.
      Natürlich gibt es diese Exemplare. Es gibt aber auch welche, bei denen das länger dauert. Selbst Mädchen sind in dieser Phase noch nicht erwachsen.

      Er hat gefragt, ob du ihm sagen kannst, was er sagen soll. Ist doch schon mal super. Er hat also Interesse und möchte sich gut präsentieren. Er ist aber unsicher. Also fragt er seine Mutter (die Frau, die immer für ihn da sein sollte..) und die sagt "sag ich dir nicht". Find ich übel, ehrlich gesagt.

      Vielleicht sprichst du mal mit ihm darüber, ob diese "ist mir egal"-Haltung vielleicht aus Unsicherheit resultiert. Du musst ihn das ja nicht direkt fragen. Er würde es eh verneinen. Aber vielleicht findest du in einem Gespräch raus, ob es so sein könnte. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es an einem 15-jährigen spurlos vorbei geht, dass er seinen Abschluss nicht geschafft hat und dass er jetzt grad keine Perspektive hat.

      Ich kann dir nur sagen, hab Geduld. Hilf ihm aber nimm ihm nicht alles ab. Versuche herauszufinden, wo der Knackpunkt ist.

      Und ich kann dir sagen, dass auch aus solchen Kindern noch was werden wird. Ich hab das, was ich jetzt habe auch auf Umwegen erreicht. Realschulabschluss, danach wurde ich von der Fachoberschule geschmissen, weil ich zu oft geschwänzt habe. Danach habe ich eine Ausbildung gemacht, die ich sogar ziemlich gut abgeschlossen habe. Anschließend habe ich mein Abitur auf dem 2. Bildungsweg gemacht und habe studiert mit anschließender qualifizierter Weiterbildung zu meinem Ausbildungsberuf. Ich habe vielleicht ein paar Jahre länger gebraucht als andere aber ich bin meinen Weg gegangen. Heute habe ich einen gutbezahlten Job, einen tollen Mann, 2 Hunde und bald ein Baby.

      Bei meinem Bruder war es sogar noch übler. Der hatte zwischenzeitlich sogar mit Drogen zu tun, hat seinen Hauptschulabschluss in den Sand gesetzt und hat eine Ausbildung (die meine Eltern bezahlt haben!) abgebrochen weil er durch einen Drogentest gefallen ist. Inzwischen hat er eine Ausbildung gut abgeschlossen und hat sich in seiner Firma zum Teamleiter hochgearbeitet.

      Meine Eltern waren übrigens immer gute Vorbilder. Immer Arbeitstiere. Mein Vater hat sich niemals beschwert, dass er zur Arbeit muss und hat nach Feierabend noch am Haus gewerkelt. Meine Mutter hat selbst nach den Geburten Teilzeit gearbeitet und die Familie versorgt. Daran lag es ganz gewiss nicht.

    So wie du hier schreibst - kaltherzig und nassforsch im Tonfall und mit unterirdischer Grammatik und Rechtschreibung - wundert es kaum, dass dein Sohn keinEN (!) Bock hat und sein Leben nicht auf die Reihe bekommt.

    Wie steht es denn um deine (Schul- und Herzens-)bildung, Teuerste?!

  • Und warum bekommt so ein scheußlicher und kaltherziger Text auch noch zehn Sterne? Was stimmt mit euch nicht?!

    (33) 13.07.19 - 18:20

    Ich würde ihm helfen. Ich habe meinen Nichten auch bei den Bewerbungen geholfen. Sie haben mir einen Entwurf geschickt und ich habe diesen verbessert und aufgehübscht. Und dann habe ich sie zu allen Punkten in der Bewerbung auch gelöchert.
    So hat sich schnell herauskristallisiert, wie gut (oder schlecht) sie sich über den Beruf und die Firma informiert hatten.

    Leider werden Bewerbungen immer noch zu stiefmütterlich in der Schule behandelt.
    Er ist 15. Da darf geholfen werden.
    Aber eben nicht komplett die Arbeit übernommen werden

    Wäre es mein Sohn, dann hätte ich ab jetzt auch keinen Bock mehr drauf für ihn zu waschen, putzen, kochen oder als Fahrdienst zu fungieren.
    Auch das Taschengeld würde ich streichen.
    Ist doch auch eine Leistung von uns Eltern.
    Klar soll das Kind damit in erster Linie lernen mit Geld umzugehen, aber ich sehe es auch teilweise etwas wie ein Gehalt. Kurz um, ich gehe nicht arbeiten um einem 15jährigen ein Lotterleben zu ermöglichen.
    Klingt vielleicht etwas hart, aber er sollte dadurch für seine Zukunft lernen. Er wird als Erwachsener auch arbeiten müssen um sein Leben zu finanzieren.
    Du sagst er hat eine Konsole? Die darf er gerne haben, aber nicht mit meinem Strom.
    Mal sehen ob sich der Bursche dann nicht auf seine vier Buchstaben setzt und sich um ein Praktikum bemüht bzw. für die Schule lernt. Ich würde ihm schon Hilfestellung bei den Bewerbungen geben, aber sie keinesfalls für ihn verfassen, sondern lediglich sagen was er gut gemacht hat bzw. wo er noch verbesserungswürdig ist.
    Aber bis dahin würde ich ihn nur noch ernähren und ihm jeglichen Luxus streichen.

    Das einzigste was ich mit meinem damals 16 jährigen Sohn gemacht hatte, Bewerbungstext-Bausteine zusammengestaltet. Das wurde in der Schule nämlich nicht gemacht. Aussage der Klassenlehrerin, Sache der Eltern mit den Kindern. Ja dann hat er seine Bewerbungen geschrieben selbständig. Mit seinen grottigen Noten musste er selber klar kommen. Ausbildungsplatz hatte er in letzter Minute dann doch noch bekommen. Und seine Ausbildung auch abgeschlossen. Ab August geht er wieder zur Schule und mach seine Fachhochschulreife.

    Bloß nicht Zuviel helfen

    LG Hinzwife

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