Trotzphase extrem

Ich bin fertig und brauche Rat.

Tochter wird nächsten Monat vier und ich kann nicht mehr. Sie trotzt jeden Zag und es wird jeden Zag schlimmer. Es ist langsam so weit, dass ich nichts mehr machen möchte mit ihr. Heute hole ich sie um halb 4 von der Kita ab, gehe noch ne runde auf den Spielplatz mit ihr und dann einkaufen. Alles zu Fuß bzw im Biggy weil die Wege weit sind.
Im Edeka nimmt sie einen kleinen Kinder Einkaufswagen den am Ende ich durch den Laden schieben konnte. Wir haben nicht viel gekauft, sie hatte vorher schon ein Eis; deswegen gab es an der Kasse kein Ü-Ei und dann geht’s los...
hab schnell bezahlt und wollte den Wagen zurück bringen, da wollte sie ihn behalten. Hab ihn ihr irgendwann abgenommen und wieder an die Kette gehängt und sie ist völlig ausgerastet. Kletterte an diesen Stangen wo die wägen stehen, stand hinter den wägen, hat geschrien, geheult... die Leute gingen in den Laden, kamen raus... nach 20 Minuten bat ich meinen Vater zu kommen, was weitere 29 Minuten gedauert hat, aber keine Verbesserung brachte. Leute habe versucht sie abzulenken... nix. Sie wollte den Wagen mitnehmen, meinte es sei ihrer. Hab ihr das erklärt, bin auch selbst mal weggegangen. Nix. Nach 50 Minuten haben wir sie dann gepackt und sie zum Auto geschleppt. Sie ist sehr groß, dementsprechend schwer, da braucht man Kraft. Vor allem hat sie sich gewehrt und auf dem Parkplatz führen Autos.
Im Auto hat sie weiterhin Tamtam gemacht, wir haben Sie erstmal reingesteckt und die Türen geschlossen, aber aufgrund des Wetters mussten wir die ja immer wieder öffnen. An anschnallen war nicht zu denken.

Irgendwann war ich völlig fertig, zittrig, hab geheult und sie würde nach einer Stunde endlich ruhiger.

Sowas passiert immer wieder in letzter Zeit. Ich weiß nicht wie man da reagiert, bin unter der Woche alleine mit ihr und völlig überfordert. Sie ist sonst sehr lieb und schlau und aufgeweckt und hat dann diese ausrastet und eine Aggressivität in sich.

Eine Frau kam vorbei und meinte, sie kennt das von ihren Enkeln, aber bei ihrer Tochter sei dann irgendwann Schluss. Ja toll, was heißt das? Ich kann die im Laden nicht anschreien, was eh keine tolle erziehungsmaßnahme ist, Gewalt auch nicht. Wie zeigt man dass Schluss ist?
Wir waren insgesamt 2h am Edeka für 10 Minuten einkaufen.

Mein Mann meinte letztens nach so einer Aktion sie müsse zum Psychiater. Da war ich sauer auf ihn, weil‘s ja doch normal ist in dem Alter. Aber ich weiß halt nicht was man macht. Bleibe echt lange ruhig und erkläre alles (sie ist aber nicht mehr aufnahmefähig in den Momenten), aber irgendwann kann ich einfach nicht mehr.

Warum bitte nimmst du sie mit zum Einkaufen?

Ach und was hat sie noch im Buggy verloren, für lange Strecken Bollerwagen, Fahrrad was auch immer.

Darum geht es doch jetzt hier gar nicht.

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Da fällt mir nur ein was ein... konsequentes durchzuziehen deiner Regeln. Sie tanzt dir ganz schön auf der Nase Rum...eines ist mal sicher... so würde mein Kind nicht mir mir umspringen

Du schreibst sie sei in solchen Momenten nicht mehr aufnahmefähig. Dann lass bitte auch die Erklärungen in solchen Momenten. Das macht alles nur schlimmer. Kurze Ansagen. Nach der Eskalation kannst du immer noch erklären.

Ja also groß erklärt hab ich es nicht. Nur immer wieder ruhig aber bestimmend gesagt, dass wir diesen Wagen nicht mitnehmen können.

Ich bin ja für Erklärungen und respektvollen Umgang miteinander, aber sowas würde ich mir nicht so lange antun und viel früher konsequent ein- und durchgreifen.
Ich erkläre ein mal... vielleicht auch zwei Mal, aber dann wird eine Konsequenz angedroht "wenn du jetzt nicht da weg kommst, dann hole ich dich da weg"
Mein zweijähriger weiß mittlerweile, dass ich da absolut konsequent bin und nicht weiter diskutiere. Oder er hält die Konsequenzen aus. Aber so viel Tamtam ziehe ich mor nicht rein.

Aber wie zieht man etwas durch? Sie rausziehen, dann macht die auf dem Parkplatz weiter oder rennt weg?
Sie ist 1,10m groß und wiegt 22 Kilo, tragen geht da nicht so leicht.

Ich würde sie definitiv packen und ins Auto tragen. Das Geschrei wäre mir sowas von egal. So ein Verhalten lässt man einer 4 jährigen nicht durchgehen.
Ich weis du meinst es nur gut, aber 40 Minuten rum stehen und warten bis das Kind kommt geht gar nicht.

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Sie ist nicht grundsätzlich so. Phasenweise. Im Moment sehr sehr stark.
Sie kann genauso gut mit in den Supermarkt kommen, akzeptieren dass es nichts gibt und geht mit nach Hause. Im Restaurant sitzen und mit uns essen ohne Gemecker... also es geht alles grundsätzlich

Hallo. Ich würde mir überlegen, ob ich sie wirklich zum Einkaufen mitnehmen muss. Meine müssen leider immer mit. Meine Kleine wird im September 4 und ist manchmal kaputt nach dem Kindergarten. Ich lasse tatsächlich wenig Ausnahmen zu. Also kein Kindereinkaufswagen. Wenn ich merke, dass sie kaputt ist und ich nicht viel brauche, setze ich sie mitten in den Einkaufswagen. Das findet sie toll und ich komme schneller durch.
Ansonsten versucht sie auch sehr oft ihren Willen mit gnadenlosem Geschrei durchzusetzen. Im Gegensatz zu ihrem Bruder ist sie dabei auch kaum zu stoppen. Glücklicherweise kommt das selten unterwegs vor. Meistens hilft es sie zu fragen, ob sie eine Umarmung möchte.
Ich wünsche dir gute Nerven weiterhin.

Es ist ja auch so, dass es jeden Tag neue Situationen gibt, die vielleicht bis dato immer gingen und dann auf einmal einen Trotzanfall triggern. Wenn es diese Ausraster am Einkaufswagen vorher gegeben hätte, hätte ich es ja gar nicht so gemacht. Was gekauft wird, besprechen wir schon vorher, weil es da früher schon mal ähnliche Momente gab. Und wer weiß, was als nächstes kommt.

Hallo! Bei mir gäbe es kein Eis vorher, sondern hinterher und auch nur, wenn es anständig geklappt hat.
Mein Sohn wiegt 23 kg und es sollte möglich sein sie „unfallfrei“ aus dem Laden zu bekommen.
Ich habe das Gefühl, dass sie bei dir vorher keine klaren Ansagen bekommt.

Sowas kommt doch immer auch auf die Gestaltung des Nachmittags an. Vorher Spielplatz, Eis und auf denn heimweg noch ‚schnell‘ zum Supermarkt.
Klar, meistens gibt es ein Eis nach dem Einkaufen wenn es gut lief (was bisher auch immer ging), aber den heutigen Nachmittag haben wir halt anders gestaltet.

Dann weist du für das nächste Mal schon, dass es kein "anders" mehr gibt.

Mein Sohn braucht auch extrem seine Routine. Er bekommt zB nach dem Einkauf ein miniTütchen Haribo. Wenn ICH den Ablauf ändere und er vorher schon Süßes hatte, kann er ja nix dafür. Wenn er dann sein Tütchen erbittet, dann bekommt er es trotzdem. Es ist seine Routine.

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Hallo,

ich kann mir gut vorstellen, dass du fix und fertig bist nach der Aktion, klingt ja wirklich sehr anstrengend.
Zum Verständnis: sie ist so groß, schwer und stark, dass du sie nicht raustragen kannst/in den mitgebrachten Buggy verfrachten?
Zu der geschilderten Situation: ich hätte sie wahrscheinlich schnellstmöglich aus dem Supermarkt gebracht, irgendwo in eine ruhige Ecke am Parkplatz, wo sie sich in Ruhe hätte ausbrüllen können und den Einkaufswagen nicht mehr gesehen hätte. Vor allem hätte das für dich die Situation entschärft, weil du keine Kommentare und Blicke von anderen Leuten hättest aushalten müssen.

Für mich liest es sich so, als würdest du in solchen Situationen zu viel erklären wollen, deine Tochter ist da aber nicht aufnahmefähig. Wenn sie es nach zweimal erklären nicht begreift, ist sie in dem Moment nicht in der Lage dazu, und dann solltest du nicht mehr diskutieren.
Ja, rumschreien ist sicher nicht die tollste Erziehungsmethode. Aber versuche doch darauf zu achten, deiner Tochter deine Grenzen deutlich zu machen: du warst in der Situation sicherlich auch genervt und wütend, das darf sie auch mitbekommen, nur durch deine authentische Reaktion kann sie ihr Verhalten einordnen. Erziehung ist ja Beziehung 😉 dass ich damit keine körperliche oder psychische Gewalt meine, ist klar. Laut und klar seine Grenzen setzen ist m. E. aber nicht psychische Gewalt.

Und was mir zu der Situation auch noch einfällt: vielleicht solltest du deine Tochter noch stärker für ihre Umgebung sensibilisieren und dass es nicht in Ordnung ist, dass sich die Leute im Supermarkt 50 Minuten lang ihr Gebrüll anhören müssen. Mit 4 Jahren wird sie nämlich sicher verstehen, dass sie nicht allein auf der Welt ist und ein gewisses Maß an Rücksicht die Voraussetzung für das soziale Miteinander ist.

Alles Gute, verlier deine Gefühle und Befindlichkeiten nicht aus den Augen und lass deine Tochter daran teilhaben. Bei aller Liebe und Verständnis.

Liebe Grüße, c

Danke! Das war wirklich ein konstruktiver Beitrag. Ja, raustragen in einer ruhigere Ecke wäre was gewesen, aber ich war auch froh, dass sie wenigstens nicht in der Nähe von fahrenden Autos war. Das wäre auf dem Parkplatz schwieriger geworden.

Hinterher rede ich immer mit ihr über diese trotzanfälle. Sie weiß dann nie warum was so war. Von den Wagen hat sie sogar gerade noch im Bett zwei Stunden später geredet. Im Moment haben Gegenstände jeglicher Art eine Riesen Bedeutung für die, sogar Müll :-/ aber das war wirklich neu.

Erstens: sofort weg vom Ort des Geschehens. Pack Sie, klemm sie unter den Arm, über die Schulter, wie auch immer. Geh mit ihr raus an einen Ort, an dem sie schreien kann und nicht in Gefahr ist, falls sie weg rennt. (Ecke am Parkplatz etc) Dort soll sie erst mal den größten Frust ablassen. Den Buggy klaut keiner. Das is das geringste Problem.
Meine Tochter war mit 4 sogar noch größer als deine, ich kenne das Problem, ein wütende, ja fast rasendes Kind weg zu schleppen, aber in dem Moment geht es nicht darum, was du körperlich leisten kannst sondern nur um sie.
Zweitens: wenn sie vom Schreien ins weinen über geht, nimm sie in den Arm und versuch sie zu beruhigen. (Ja ich find die Wägen auch ganz toll, aber die gehören ja nicht uns sondern dem Laden. Die anderen Kinder wollen ja auch mal fahren...) Mit 4 ist man alt genug zu teilen.
Drittens: ablenken. So, jetzt holen wir unseren Buggy, wenn du magst kannst du den noch schieben und ich leg den Einkauf rein, wir basteln unseren eigenen Einkaufswagen, und den musst du nicht teilen, weil der uns gehört.

Im allgemeinen musst du dir ein härteres Fell zulegen. Sie wird nicht immer 4 bleiben und wenn du nicht bald was tust, tanzt sie dir auf der Nase rum wie sonst was.
Klar ist schreien blöd, manchmal hilfts aber nichts. Genauso wie streng sein und Konsequenzen zeigen.
Wenn sich meine so dermaßen aufgeführt hätte, wäre sie die nächste Zeit beim Einkaufen nicht mehr dabei und das Eis wäre auch gestrichen.

Klar, Eis ist gestrichen, Glotze auch. Ich weiß nicht warum hier der Eindruck aufkommt ich wäre im Erziehen des Kindes völlig inkonsequent. Und wie gesagt, mir wurde auch schon oft gesagt, dass sie sich super benimmt und ich sie gut ‚im Griff hätte‘.

Und bei Ikea haben wir es neulich genauso gemacht. Gepackt und abwechselnd mit meinem Mann durch das Geschäft ins Auto getragen.

Und sie ist noch keine vier. 3 Jahre 11 Monate. Wird dann mit vier nochmal größer und schwerer sein wenn sie in ihrer Kurve bleibt.

Bitte lass dir nichts einreden. Ich bin gerade richtig genervt wenn ich mir die meisten Kommentare durchlese. Du warst mit ihr in einer Extremsituation und manche Leute nutzen das Forum hier nur um sich selber mal wieder auf die Schulter klopfen zu können das würde ihnen ja nie passieren. Schwachsinn! Ich muss gestehen, ich wäre und war genauso. Man kann es sich eben nicht vorstellen wenn man es selbst nicht SO erlebt. Manche Eltern wissen nicht was richtiges trotzen bedeutet und schreiben sich das ihren vermeintlichen Erziehungskompetenzen zu. Ich hab kein Patentrezept für dich (hab hier selber schon meinem Frust abgelassen) aber soviel kann ich mittlerweile sagen: mit Konsequenzen setzen hat das weniger zu tun, mehr mit dem Temperament deines Kindes und seiner Regulationsfähigkeit ( wie einige schon richtig geschrieben haben, in dem Moment sind die kids einfach überwältigt von ihren Emotionenund können de factonicht anders handeln). Wie man das erzieherisch beeinflussen Sinne von dem Kind damit helfen kann damit es lernen kann damit umzugehen, das kann man zb in "So viel Freude, so viel Wut" von Nora Imlau nachlesen. Da steht auch, dass es meist schon hilft sich bewusst zu machen dass man nicht als Eltern versagt hat, wenn man ein extremes trotzkind hat. Ich bin seither wesentlich ruhiger und davon profitiert auch mein Sohn. Wenn man denken muss man selbst oder das Kind ist nicht richtig, erzeugt das viel Druck. Und das spüren auch die Kinder. Ich muss mir immer wieder sagen das bin nicht ich, die was falsch macht, oder mein Kind, das unerzogen ist oder sogar anormal, damit ich mich nicht dazu hinreißen lasse mich ungerecht zu verhalten.

Ich wünsche dir viel Durchhaltevermögen!!

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Ich kenne so etwas. Ich glaube dir und da kann man in dem Alter echt auch nix mehr mit Gewalt machen ohne Verletzungen. Alle die sowas sagen haben kein Kind dass sich so dermaßen wehrt wie das der TE denk ich mal. Ich hatte so schlimme Phasen auch oft mit meiner Tochter als sie 2-3 war, hab meiner besten Freundin (auch Mutter) oft davon erzählt, aber sie war so dermaßen geschockt als sie es mal miterlebt hat, das hätte sie sich nie so vorgestellt, weil sie mein Kind so nicht kannte.

Kurzfristig half bei mir am besten: Irgendwas unerwartetes machen, das Kind ablenken.
Das ganze möglichst neutral sehen: Wie ein Theaterstück was aufgeführt wird, einfach mal zuschauen. Wenn bei uns so ein Anfall war hab ich mich wenn möglich z.B. hingesetzt, Müsliriegel gegessen und gewartet bis das wütende Kind bereit war weiter zu gehen.
Ehrlich gesagt wenn in dem Moment ein Lolli hilft, oder ein Handy Video warum nicht? Mit einem Eis für1€ hättest du dir zwei Stunden Gebrüll erspart. Man muss es sich ja nicht immer schwieriger machen als nötig.
Wenn ein Kind so außer sich ist, ist es ja eh nicht der richtige Zeitpunkt um etwas zu "lernen" oder Machtkämpfe auszutragen.
Beziehung geht für mich vor Erziehung.

Langfristig half es am meisten den Alltag zu entzerren. Oft war meine Tochter rückblickend total übermüdet und ausgepowert:-(. Hätte ich das früher erkannt und weniger Programm (oft auch noch unter Zeitdruck) gemacht, wären uns vielleicht manche schlimmen Situationen erspart geblieben.
Ich denke deine Tochter war vielleicht einfach erschöpft nach dem langen Tag und den vielen Eindrücken.
Meine Tochter schlief oft zu wenig und war bis spätabends aufgedreht weil sie einfach so schlecht zur Ruhe fand. Und dann hatten wir bei jeder Kleinigkeit einen Wutanfall nach dem anderen :-(
Manchmal kam dann auch noch irgendein Infekt /Schmerzen dazu sodass sie sich anscheinend unwohl fühlte, auch die Rahmenbedingen waren nicht ideal (Stress, Beziehungsprobleme, Sorge um krankes Geschwisterkind).
Also du hast mein vollstes Mitgefühl und ich wünsche dir dass es bald besser wird.
Wir hatten echt genau solche extremen Phasen wie ihr auch (allerdings etwas früher), jetzt ist meine Tochter 4,5 und es gibt nur noch sehr selten solche Ausraster bei ihr.

Vielen lieben Dank. Bin immer noch nur am heulen. Und ich glaube auch, sowas kennen die wenigsten, weil die meisten tipps in der Situation einfach nicht durchzuführen waren.

Aber du hast recht mit der Erschöpfung. Ich muss da nochmal mehr drauf achten. Wir hatten gestern nach der Kota eine ähnliche Situation. Hab sie zu Fuß abgeholt und es ging los, ob ich ihr was mitgebracht hätte. Nein, weil es auch nicht jeden Tag was geben kann. Dann ging sie an...
Wir kamen zum Glück noch ins Treppenhaus, dann war mir alles egal und ich habe ihren Rucksack Und ihre Schuhe die sie sich inzwischen ausgezogen hat unten stehen lassen (Wohnung im Mehrfamilienhaus) und bin mit ihr hoch. Da hat sie rumgebrüllt, ich hab sie aber nicht ignoriert. irgendwann ging’s ins heulen über und ich nahm sie in den Arm, hab sie getröstet und sie ist eingeschlafen. Mittagsschlaf um 16 Uhr. Mit dem Ergebnis dass sie abends gut drauf aber erst um 10 im Bett war.

Ja, es ist glaube ich wirklich viel und mit weniger Programm oder Aktionen kann ich wahrscheinlich am meisten erreichen. Ist halt doof im Sommer dann nachmittags in ner Wohnung mit Mini-Balkon zu sitzen... zumal zuhause dann immer schnell das Thema TV aufkommt, was ich nur am Abend zulasse...

Bald wird es anders und wir haben Garten. Da können wir zuhause mehr machen!

Danke für dein Verständnis

Das ist ein wichtiger Punkt- weniger Übergänge einplanen, mehr Ruhezeiten und exklusive Spielzeiten, Raum geben um Reize zu verarbeiten... merke ich auch immer wieder wie sehr das mit der Stimmung zusammen hängt.

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Ich hätte das Theater so lange gar nicht mitgemacht.

Ich hab damals in dem Alter angefangen meinem Sohn Aufgaben während dem Einkauf zu geben. Er bekommt nur einen Wagen wenn er ihn danach auch wegbringt. Im Laden ist er Obst und Gemüsebeauftragter und darf sich danach was kleines aussuchen etc. Damit ihm nicht langweilig wird.
Ich lass mir nicht auf der Nase rumtanzen. Mein Sohn wiegt jetzt auch so viel wie deine Tochter und ich hab ihn mir auch schon unsanft am Arm geschnappt. Es wird nicht besser wenn du mit ihr im Laden diskutierst und sie in der Situation verhaart.

Liebe Ruthi,

trotzende Kinder sind anstrengend... und wütendes Kindergeschrei bringt einen nervlich an die Grenzen, vor allem nach einem langen Tag.

Mir hilft es da gut, mich in das Kind hineinzuversetzen.

Deine Tochter hatte bereits einen langen Kitatag hinter sich. Man mag es nicht glauben, aber für Kinder ist ein Tag in der Kita ebenso anstrengend wie ein Arbeitstag für Erwachsene. Es ist oft laut, ein Tag voller (neuer) Reize und das Kind muss sich über an viele Regeln halten und sich zurück nehmen.

Danach ist erstmal die Luft raus...

Nun geht es aber noch zum Spielplatz. Es ist schön, aber auch anstrengend dort und auch im Supermarkt warten jede Menge neue Reize, Versuchungen und Regeln.

Vielleicht ist es deiner Tochter einfach zu viel gewesen. Das leckere Schokoei musste im Supermarkt bleiben und gab den Anstoß den ganzen Druck (oder vielleicht auch Stress) des Tages mal so richtig rauszulassen. Und wo kann man das besser als bei Mama oder anderen geliebten Bezugspersonen.

Wenn du weißt, dass deine Tochter zur Zeit zu Ausbrüchen wie diesem neigt, würde ich nach der Kita zu Hause erstmal eine Pause einlegen.

Sicher ist es schön, auf dem Heimweg gleich Einkäufe zu erledigen oder einen Abstecher auf den Spielplatz zu machen. Eine Pause tut euch beiden vielleicht aber auch erstmal gut.

Ich kenne das von meinen Kindern. Wir kommen gegen 15:00/15:15 Uhr von Arbeit und Kita zurück. Beide (3&5 Jahre) brauchen zu Hause circa 45 Minuten Ruhe und einen Snack. Dann haben sie sich soweit akklimatisiert und ausgeruht, dass wir Spielverabredungen, Termine oder Einkäufe entspannt erledigen können.

Unternehmungen direkt nach der Kita sind für aus alle sehr stressig und ich schaue dass ich alles weitere erst nach eine Ruhephase einplane.

Evtl. ist das eine Möglichkeit, die auch deiner Tochter hilft, sodass sich Wutausbrüche wie dieser bald vermeiden oder besser händeln lassen.

Ich sage meinen Kindern auch schon vor dem Einkaufen genau was wir brauchen und ob sie sich etwas aussuchen können oder nicht. Das erspart mir im Nachgang Diskussionen und Stress.

Ich könnte meinen Sohn auch nicht wegtragen wenn er so wütend wäre. Er hat circa die gleichen Körpermaße wie deine Tochter und ich verstehe wie viel Krafteinsatz nötig wäre um das zu stemmen.

Dass sie in der Öffentlichkeit so auffällt ist für dich natürlich auch nochmal mehr belastend als zu Hause. Man spürt die Blicke aller im Rücken und das ist unangenehm. Auch das spüren Kinder und drehen dann gerne nochmal so richtig auf.

Erklärungen sind sinnlos, wenn Kinder so richtig außer sich sind. Es kommt nicht an. So schwer es ist... aussitzen, aushalten, begleiten, ruhig bleiben. Deine Tochter spürt deine Anspannung.

Mit der Zeit wird sie lernen mit ihren Gefühlen besser umzugehen. Um sie zu unterstützen hilft es bei vielen Kindern, Gefühle auszusprechen und zu spiegeln... „Du bist wütend, so wütend, weil du keine Schokolade bekommst!“ Das hilft um Gefühle später artikulieren zu können.

Ich wünsche dir viele starke Nerven, Ausdauer, Geduld und auch etwas Verständnis für deine Tochter. Impulskontrolle zu lernen ist ein langer Prozess.

Liebe Grüße,

Maybe

Vielen lieben Dank.
Ja du hast recht, ich muss es zeitlich entzerren und sie ist sicher ziemlich müde, was das ganze verstärkt. Es tut halt auch weh, wie letztendlich sie kn dem Moment leidet. Ich bin ja auch echt lange cool geblieben und ausdauernd. Als es dann rum war , bin ich quasi erst zusammengefallen. Vielleicht schaffen wir es in den Ferien, dass es besser wird.
Liebe Grüße

Hallo, ich finde den Beitrag von Maybe extrem sinnvoll. Mein Sohn ist noch lange nicht in der Trotzphase, aber trotzdem habe ich hier mal aus Neugier reingeschaut, weil mir auch nicht ganz klar ist, wie man da am allerbesten reagiert. Abgesehen vom Spiegeln, wofür ein Kind, was gerade so richtig ausrastet, wahrscheinlich kaum empfänglich ist, wüsste ich auch nicht so richtig weiter.
Was ich noch vorschlagen wollte, auch wenn es vielleicht die totale Schnapsidee ist: vielleicht könnte man beim nächsten Einkauf mit Verweis auf die beschriebenen Situation einen Kinder-Einkaufswagen verwehren ("Das hat ja letztes Mal leider gar nicht gut geklappt") und sie stattdessen mit dir zusammen den großen Wagen schieben zu lassen. Und wenn das gut klappt, könnte man beim darauffolgenden Einkauf den kleinen Wagen wieder erlauben. Lass mich aber gern berichtigen, falls die Idee hirnrissig und nicht praktikabel ist 😅.

LG und starke Nerven! 😊

Puh, das klingt wirklich extrem und sehr anstrengend und belastend für dich, das tut mir leid. Aus dem eigentlichen „trotzalter“ sollte sie mit fast vier ja schon raus sein. Ich habe eine sehr willensstarkes und emotionales Kind in ähnlichem Alter und hier gibt es auch immer wieder nervenaufreibenden Situationen (gerade nach dem Kindergarten- müdes, überanstrengtes Kind), aber bei weitem nicht in diesem Ausmaß! Als unser Kind noch etwas jünger war sind wir eine Zeitlauf immer sofort nach der Kita heim mit ihr, zur Erholung. Spielplatz nach der Kita ging einfach nicht mehr (auch wenn es der Wunsch des Kindes war). Ich finde das mit dem Psychiater so verkehrt nun auch nicht (im übrigen auch nichts schlimmes), aber der erste Gang wäre zum Kinderarzt. Dort die Problematik schildern und um Rat bitten. Eine Erziehungsberatungsstelle wäre auch eine gute Anlaufstelle, oder der Psychologe im Kindergarten (falls vorhanden). Empfehlen kann ich auch, Emotionen zum Thema zu machen, über wir zu sprechen und darüber, wie man damit gut umgehen kann. (Hier haben wir gefühlskarten, die finde ich hilfreich). Insgesamt braucht euer Kind Hilfe dabei, mit Frustration umzugehen. Beobachtet mal, wann es besonders eskaliert. Wenn sie müde, oder „fertig“ ist; beim einkaufen, bei dir, bei deinem Mann, daheim, unterwegs...was sind Auslöser? Was könnt ihr umstellen, ändern, wie könnt ihr eurer Tochter helfen?

Ich denke da ist die Antwort sehr eindeutig:
Faktor Müdigkeit und nur mit mir. Bei keinem anderen benimmt sie sich so. App ist eh nur 1,5 Tage pro Woche für sie da, da passiert es nur wenn ich dabei bin und in der Kita können sie es sich nicht vorstellen.

Dann würde ich versuchen nach dem Kindergarten konsequent sofort heim zu gehen, ausflipper passieren bei den engten Bezugspersonen, das ist normal, weil die Kinder das Vertrauen haben, trotzdem geliebt zu werden.

Ohne Kritik und ich habe mir auch keine Antworten durchgelesen:

Aber nach einem (ich schätze 8 Stunden) Kindergartentag, Spielplatz und Eis... da braucht’s bei keinem Kind mehr viel.

Weniger ist mehr wenn Kinder eh schon so lang weg sind. Ist ja bei uns erwachsenen nicht anders.

Ja du musst einkaufen aber dann mach dass doch am Abend, Wochenende, nach ner Pause für euch beide, ohne Kind, mit Zweitbetreuung ect.

Geht alles vorüber 😉

Ein Kind in diesem Alter ist einfach völlig platt, wenn es bis halb 4 im Kindergarten war.
Da prasseln über Stunden tausende Reize auf einen ein - und dann noch die Aufregung, dass Mami jetzt da ist..

Ich würde da gar nichts mehr machen, weder Spielplatz noch einkaufen. Sondern ab nach Hause und chillen.

Kannst du die Einkäufe irgendwie anders organisieren? Also schnell vor dem Abholen noch reinflitzen oder der Papa kauft ein, oder oder..

Meine Jüngste ist 5,5 und auch bei ihr vermeide ich nach langen Kindergarten- Tagen jegliche Action. Weil ich weiß, dass ein Tropfen genügt, um das Fass zum Überlaufen zu bringen...

LG Claudi

Meine Kinder hatten auch durchaus große Ausdauer beim trotzen ungewöhnlich finde ich die Situation nicht aber da wär bei mir vorbei .
Kann sein das dein Kind zusätzlich müde war aber trotzdem kein Grund sich auf der Nase rum tanzen zu lassen . Grundsätzlich habe ich meinen Kindern nie etwas an Extra gekauft beim einkaufen daher hatten wir die Diskussion schon mal nicht das würde ich an deiner Stelle erstmal sein lassen kommuniziere beim nächsten Mal gleich es gibt nichts kein Eis , kein Ü - Ei etc. und ziehe es auch durch irgendwann wenn es ein paar Mal gut geklappt hat kannst du als Belohnung wieder drüber nachdenken . Bei den Einkaufswagen das Spielchen hätte ich mir ein paar Minuten angesehen und wenn nichts hilft und sie sich nicht beruhigen lässt dann hätte ich mein Kind in den Buggy verfrachtet und angeschnallt das ist natürlich nicht einfach mit einem tobenden Kind aber trotz groß und schwer bei einem 4 jährigen Kind nicht unmöglich das wäre mir ziemlich egal gewesen und wenn ich es gar nicht hinbekommen hätte dann Buggy stehen lassen , Kind unter den Arm und irgendwo hin wo Platz ist und das Kind ausbocken lassen irgendwann beruhigen sie sich wieder . Das der Parkplatz zu gefährlich ist , ist klar aber es findet sich immer ein Platz . Es hilft wirklich nur konsequent sein du kannst ja schlecht immer jemand anrufen nur weil du noch einkaufen musst das Kind nicht mit zum einkaufen zu nehmen halte ICH auch nicht für die richtige Lösung davon ab das es auch nicht für jeden praktikabel ist . Es wird sicher noch einige Male Nerven und Kraft kosten aber konsequent bleiben zahlt sich aus .

Und wenn du sie vielleicht einfach noch eine Weile den Wagen hättest schieben lassen? Zwei Stunden hat das Theater ja eh gedauert, ob sie wirklich nach zwei Stunden immer noch nicht genug gehabt hätte? Und ob du dann einem aufgeweckten Kind nicht hättest erklären können, dass der Wagen dem Ladenbesitzer gehört und man den Wagen auch dann nicht mitnehmen darf, wenn man einen Euro reinsteckt? Hier hätte das wohl auch die Kassiererin erklärt, das hätte vielleicht eher überzeugt.

Ich kenne so ein Verhalten dann, wenn das Kind sich etwas ausgemalt hat, wie es laufen soll, und dann läuft es anders. Ich erinnere mich sogar selbst an solche Sachen aus meiner Kindheit. Was wäre denn so schlimm, wenn man sie eine Weile machen lässt?Wenn sie sich erst mal so reingeschraubt haben hilft ja eh nix mehr.

Hallo,

ich glaube, ich bin eine der wenigen hier, die genau nachvollziehen können, was ein so wütendes Kind bedeutet. Solche Situationen kenne ich von meinem Sohn auch. Diese unbändige Wut, dieser Zorn... und ich konnte verbal nicht zu ihm durchdringen. Wenn ich versuchte zu reden, schrie er noch lauter. Ich durfte ihn nicht anfassen, aber ich durfte auch nicht aus seinem Blickfeld gehen. Alles führte dazu, dass sein Schreien und Toben noch heftiger wurden. Einfach hochnehmen und gehen? Das war nicht möglich, ich hatte nicht die Kraft dazu!

Diesen Jähzorn zeigte er sporadisch auch im Kindergarten. Die Erzieherinnen empfahlen mir den Gang zum Psychologen/ Psychiater und ich war darüber empört.

Nach der Einschulung hatte er bis zur zweiten Klasse auch solche Wutanfälle und der Lehrer bat uns, ihn bei einem Psychologen vorzustellen. Das haben wir dann auch gemacht. Letztendlich kam nichts bei raus, er hat keine psychische Störung/ Krankheit. Aber wir haben wirklich hilfreiche Tipps im Umgang mit seiner Wut erhalten und auch mit ihm wurde offen gesprochen.

Mein Sohn ist jetzt 12 und diese schlimmen Anfälle von damals sind vorbei. Jetzt gehen die pubertären Anfälle langsam los 😉.

LG,

ez

Genauso ist es. Tragen ist nicht, wegziehen nicht möglich und dann noch zwei Kilometer an einer Straße neben mir herlaufen schon gar nicht...
In der Kita, bei Oma & Opa und Freunden ist sie total ausgegelichen, hat diese Wut nicht. Nur mit mir. Ich hoffe, es geht irgendwann vorbei.

Die gehen vielleicht auch nicht so mit ihr um.
(Ich meine das gar nicht so böse, wie es vielleicht klingt. Die stecken emotional auch nicht so drin und stehen weniger unter Strom, da ist es auch leichter cool zu bleiben. Und mir sind auch schon die Nerven durchgegangen und ich hab auch schon zu heftig auf solche Anfälle reagiert.)

Mir hat die Kleine so leid getan bei der Beschreibung. Vielleicht hat sie sich schon total auf das Ü-Ei im Laden gefreut. War ihr denn klar, dass es nichts mehr gibt, wenn sie ein Eis hatte? Vielleicht hat sie bereut, das Eis genommen zu haben (als Erwachsene versteht man ja nicht mehr, wie solche Entscheidungen einen Beinaheweltuntergang verursachen;-)). Und dann musste der Wagen zurück, als ihr bewusst wurde, dass sie ihn nicht lang genug hatte...und das muss dann ohne Rücksicht auf Verluste durchgezogen werden (ich weiß, du warst im Stress), sie wird von zwei Menschen, die sie liebt, mit Gewalt ins Auto geschleppt...
Ich sag nicht, dass mir das nicht genauso hätte passieren können, manchmal sind die Nerven dünn und man weiß nicht mehr, was man tun soll. Aber ich versteh so gut, dass sie so ausgetickt ist.

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Hallo,

unsere Tochter war in der Trotzphase auch ziemlich krass drauf.
Da war sie zwar noch jünger als 4 und sie war immer klein und zierlich, aber sie dann ins Auto zu kriegen oder ähnliches war kaum möglich.
Beruhigen konnte man sie auch nicht und Schimpfen half ebenfalls nicht.

Ich habe es irgendwann so gemacht, dass ich sie ein paar Meter zur Seite getragen habe. Da konnte sie auf dem Boden liegen und wüten, so viel sie wollte.
Ich habe in der Zeit ein bisschen mit dem Handy gesurft oder mir die Gegend angeguckt und ab und zu mal freundlich nachgefragt, ob sie bald fertig ist.

Bei Situationen, wie bei Euch mit dem Einkaufswagen, gab es beim nächsten mal keinen Kinder-Einkaufswagen mehr. Wer nicht mit Privilegien umgehen kann, bekommt eben keine mehr.
Einkaufen gehen würde ich trotzdem. Damit müssen Kinder leben, finde ich.
Unsere Kinder waren immer recht friedlich, wenn sie im Wagen sitzen durften.
An Deiner Stelle würde ich den Spielplatz ausfallen lassen, wenn Du noch einkaufen willst oder ihn auf nach dem Einkaufen verlegen. Die Kinder sind nach dem Kindergarten schon ausgepowert genug.

Irgendwann hat sich unsere Tochter bei einem Trotzanfall übrigens in eine Pfütze geschmissen.
Da war sie klatschnass, und saß dann in nasser Kleidung 15 Minuten lang im Auto bis wir zu Hause waren.
Danach hat sie sich nie wieder auf den Boden geworfen. ;-)

Unsere Tochter brauchte in dem Alter kurze, knappe Ansagen und Konsequenz.
Freundlich säuseln und erklären hat bei ihr selten funktioniert und aus jeder Inkonsequenz hat sie hergeleitet, dass das ab jetzt immer so läuft.
Dann hatte man beim nächsten mal richtig "Spaß". #schwitz

Und lass' Dich nicht von Müttern mit pflegeleichten Kindern verunsichern. Die haben bei unserer Tochter damals nur noch große Augen gemacht, wenn sie richtig losgelegt hat.

Dafür ist unserer Tochter jetzt, mit 12, ziemlich egal, was Gleichaltrige so machen. Willensstärke hat durchaus Vorteile. ;-)

LG

Heike