Mein Vater demütigt mich

Guten Morgen!

Mein Thema ist etwas komplex und damit ich ein umfassendes Bild meiner Situation abgeben kann muss ich kurz von meiner Kindheit erzählen.

Meine jüngere Schwester und ich leiden seit unserer Kinheit an unserem sehr dominanten, unterdrückenden und beleidigendem Vater. Auch Schläge kamen immer wieder vor. Dabei genügte es schon, wenn wir bei bestimmten Themen andere Meinungen hatten, dass er uns als dumm, Idiotin usw beschimpfte. Bei meiner Mutter machte er das noch ärger, er demütigte sie permanent, auch in Anwesenheit von anderen und ließ nie ein Widerwort zu.
Als ich eine Jugendliche war spitzte es sich besonders zu. Er erlaubte mir fast nichts, und als ich einen Freund hatte (ich war schon über 18!) durfte ich nicht bei ihm übernachten, obwohl wir anständig waren, gute Noten hatten, keine Drogen nahmen oder ähnliches. Wenn ich es einmal durfte knpüfte er viele Bedingungen daran (Haus putzen, seine Hose hochnähen usw). Ich fühlte mich eigentlich immer unter Druck und konnte nie frei leben so wie ich wollte, musste immer "perfekt" sein und parieren. Wenn Verwandte zu uns kamen (die ER einlud) durfte ich sowieso nie weg, musste Tee und Kaffee servieren usw. Wenn er sich mit meiner Mutter stritt und sie heulte und er danach wegfuhr sagte er meiner Schwester und mir sehr oft, wir wären Schuld an seinem Elend.
Dies führte dazu dass ich mit 24 den erstbesten Mann heiratet, einfach um von zuhause rauszukommen. Die Ehe ging aber in die Brüche und auch heute kann ich mir von meinem Vater immer noch anhören, was ich IHM damit angetan hätte...
Mittlerweile bin ich 37, wieder verheiratet (diesmal sehr glücklich!) und Mama von 2 süßen Kindern. Ich habe auch beruflich viel geschafft, habe studiert und bin Unternehmerin und erfolgreich. Mein Vater hat in seinem Leben beruflich nichts erreicht, trotzdem gibt es kein Treffen ohne dass er mich belehrt wie ich leben soll, wofür ich mein Geld ausgeben soll, wie ich mich ernähren soll, wie ich meine Kinder erziehen soll usw.
Meine Schwester und ich haben beide eine chronisch entzündliche Darmerkrankung. Er meint wir wären selber daran Schuld weil wir "falsch" gelebt und die "falschen Entscheidungen" getroffen hätten.
Auch heute noch, obwohl ich schon so alt bin, macht er mich immer noch runter. Er schreibt mir vor, wann ich meine Oma anzurufen habe und wenn ich es nicht dann mache wann er will schreibt er mir blöde sms mit Texten wie :" ich bin enttäuscht von dir... ich kann auch anders fräulein... ich warne dich...".
Zu meinen Kindern ist er aber sehr sehr lieb und der allerbeste Opa. Meine große Tochter liebt ihn, da er viel mit ihr unternommen hat. Deswegen ist es für mich schwer, den Kontakt komplett abzubrechen, da er mich mit den Kindern oftmals sehr unterstützt hat, oft mit dem Hund gassi gegangen ist usw. Wenn ich etwas gebraucht habe war er immer da. Er hat mir dann halt immer Vorhaltungen gemacht, aber er war da.

Gestern ist es dann eskaliert. Ich erzählte meinem Schwager dass ich mir ein Tattoo stechen lassen will und plötzlich mischte er sich ein und sagte :" Schlampenstempel oder was? Wie dumm kann man denn nur sein sowas zu machen? Das gehört sich nicht, du bist ja blöd usw". Ich habe ihm darauf kontra gegeben (natürlich niveauvoller als er!) indem ich fragte, warum er so mit mir spricht und dass wir ja gsd alle freie menschen wären die frei für sich entscheiden dürften. Dann bin ich aufgestanden um in der Küche das Fläschchen für mein Baby herzurichten. Aus einmal steht er neben mir und schreit mich mit erhobenem Finger sehr aggressiv an, dass wenn ich Respekt vor ihm hätte, ich ja wissen müsse dass er das nicht so gemeint hätte und es eine Frechheit von mir ist ihm derart zu widersprechen. Daraufhin habe ich (wir waren im Haus meiner Schwester) meine Sachen eingepackt und meinen Kindern gesagt dass wir jetzt nach Hause fahren. Plötzlich schreit er durchs ganze Wohnzimmer VOR den Kindern (wie in meiner Kinheit er immer vor uns geschrien hat), dass ich eine Schande für die Familie sei, dass ich mich schämen solle meinen Vater so respektlos zu behandeln und dass er mich warne... Ich fragte ihn dann vor allen (ganze Familie war da) wovor er mich denn wanen würde? Dass er mich wieder schlägt? Da dann bitte schlag mich halt.... so waren meine Worte. Danach ist er beleidigt weggefahren.

Nun herrscht Funkstille und ich weiß genau, dass er NICHTS einsieht. Meine Schwester stärkt mir den Rücken und findet es sehr mutig von mir, dass ich mich gegen diese erneute Demütigung nun endlich gewehrt habe.
Ich weiß, dass ich recht habe, trotzdem fühle ich mich schlecht und schuldig... Ich weiß nicht, wie ich weiter vorgehen soll, alleine schon wegen meiner Kinder. Wenn sie nicht wären, wäre ich wahrscheinlich schon ausgewandert nur um ihm zu entkommen. Gleichzeitig habe ich ihn ja auch lieb und bin so traurig dass ich so über ihn denken muss...
Mein Mann steht übrigens vollkommen hinter mir.

Habt ihr vielleicht einen Rat für mich? Ich wäre sehr sehr dankbar.

Ich war eine zeitlang in einer ähnlichen Situation. Fast fünf Jahre wollte ich keinen Kontakt zu meinem Vater. In die Enkel/Opa Beziehung wollte ich mich jedoch nicht einmischen, da er ihnen gegenüber wirklich sehr lieb war. Also hat entweder mein Mann sie zu ihm gebracht u abgeholt oder er konnte selbst kommen und sie an der Haustür entgegen nehmen.

Aber: bei deinen Exemplar von Vater, würde ich auch den Kontakt zu den Kindern verbieten. Er ist scheinbar schon ein spezielles Exemplar, dem ich es durchaus zutrauen würde deine Kinder zu manipulieren.

LG

Danke für deine Antwort! Ich kann mir momentan auch gar nicht mehr vorstellen mit ihm zu reden, obwohl ich schon weiß dass er irgendwann ankommt , aber nur um mir wieder reinzudrücken wie schlecht ich bin und mich runterzudrücken. Er will es soweit treiben dass ICH mich bei IHM entschuldige.
In der Vergangenheit habe ich das oft gemacht, meiner Mutter zuliebe. Sie ist so ein schwacher Mensch. Schon als Kind sagte sie mir, ich solle doch machen was papa verlangt damit sie nicht mit ihm streitet. Sie hat es nie geschafft sich von ihm zu trennen, redet immer noch von "Liebe".... da könnte ich kotzen. Deswegen ist auch das Verhältnis zu meiner Mutter belastet, da ich komplett den Respekt vor ihr verloren habe weil sie damals als wir Kinder waren nicht für uns eingestanden ist.

Sorry aber du bist doch genauso schwach wie deine Mutter!
Sogar noch schwächer.
Deine Mutter hat klein beigegeben weil sie mit ihm zusammen leben muss.
Du bist vor über einem Jahrzehnt ausgezogen und lässt dich trotzdem so behandeln 🤷🏻‍♀️
Und du sprichst auch von liebe.
Du schützt deine Kinder auch nicht.
Was glaubst du wie es für sie ist wenn sie merken wie der Opa über ihre geliebte Mama redet ? Das tut ihnen doch auch weh.

Verachte deine Mutter nicht weil sie Schwach ist, denn du bist es auch.

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Hallo,

ich muss sagen, dass ich sehr entsetzt bin. Dein Vater geht furchtbar mit dir um. Sorry, aber er ist ein Ar***loch.
Was dein Vater da macht, ist ja Psychoterror. Ich hab leider keinen anderen Rat an dich, als den Kontakt komplett einzustellen. Er ist toll zu deinen Kindern und mit dem Hund rausgegangen? Ist ja schön, dass er sich nicht bei jedem wie ein Sadist benimmt, aber das macht euer Verhältnis ja doch nicht besser.
Ich glaube kaum, dass Du mir solchen Demütigungen bis an den Rest seines Lebens leben willst. Und Du sagst selbst, er sieht nichts ein.
Die einzig logische Konsequenz ist deshalb für mich ein Kontaktabbruch.

Für mich sind das Seelensauger. Und die sollte man aus seinem Leben aussortieren.

LG und alles Gute für dich.

Danke für deine Antwort. Ja ,"Sadist" trifft es leider genau.
Schon oft habe ich mir ausgemalt, dass mein Leben wenn er mal gestorben ist sich viel leichter anfühlen würde. Dann fühlte ich mich schrecklich mies dass ich sowas schlimmes über meinen eigenen Vater denke.

Wenn ich an einen Kontaktabbruch denke fühlt sich das irgendwie erleichternd für mich an, gleichzeitig aber macht es mich traurig. Wenn er irgendwann mal stirbt (er hat ein Herzleiden) würde es mich fertig machen im "Bösen" mit ihm auseinander gegangen zu sein.

Warum sprichst du immer von VATER?

Dir würde es leid tun.....Du gehörst ganz dringend in Therapie. Das meine ich nicht böse.
Du bist das ebenbild deiner Mutter und bist nicht in der lage deine kinder zu schützen.

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Um gotteswillen. Wie kann man nur denken dass so ein furchtbarer Mensch ein guter Opa ist. Mag sein dass er lieb zu den Kindern ist aber wsd macht das mit ihnen wenn er dich vor ihnen bedroht und schreit? Und alle inklusive deinem Mann sind zu feige ihm Paroli zu bieten!
Ich würde meinem Vater einen langen Brief schreiben, schildern was er dir angetan hat und ihm den kontakt untersagen wenn er sich zukünftig nicht in den Griff bekommt. Hast du und deine Schwester schon mal über eine Therapie nachgedacht. So ein Terror geht nicht spurlos an einem vorbei. Alles gute für dich.

Danke für deine Antwort!

Mein Mann war gestern nicht dabei, aber glaub mir wenn er dabei gewesen wäre hätte er ihm ordentlich paroli gegeben. Mein Mann sagte auch dass er meinem Vater wenn er ihn sehen sollte die Meinung reinsagen wird.
Das Arge ist ja, wäre mein Mann dabei gewesen, hätte mein Vater sich das NIEMALS getraut. Vor ihm macht er immer den supercoolen lieben Papi.

Meine Schwester ist bereits in Therapie.

Dein Mann sollte auch ohne aktuellen Anlass bei ihm aufschlagen und ihm zur Räson bringen.

Tut mir echt leid für dich. Aber sei wer du bist. Lass dir doch nichts mehr vorschreiben. Und du solltest schon den Mut und Kraft aufbringen dich zu wehren und den Kontakt wenn nötig einzuschränken.

Meine Eltern sind auch schwierige Fälle. Die Kindheit war alles andere als schön.

Aus mir ist trotzdem etwas geworden. Und darauf bin ich sehr stolz. Meine 2 Kinder haben ein zuhause und und und.

Jetzt wo ich 34 bin. Und meine Eltern immer Kontakt wollen bin ich eiskalt. Ich lasse sie nicht an uns heran. Nur das allernötigste. Besonders Spass macht mir heute sie immer wiedermal an früher zu erinnern. Ich werfe ihnen gerne Dinge vor ohne Reue zu erwarten. Mir gefällt es einfach Rache zu nehmen. Dafür könnte man mich als schlecht ansehen aber die Dinge sind nun mal so.

Mein persönlicher Favorit war. Als ich ihnen sagte. "Ich freue mich schon wenn ihr alt und gebrechlich seit und ihr mich braucht. Dann kommt meine Zeit. Ich hoffe ihr wisst was ihr dann zu tun habt"

Die Gesichtsausdrücke göttlich.

Ich bin sicher kein Monster. Aber es ist erstaunlich was aus einem Menschen werden kann.

Kümmert euch gut um eure Kinder. Grosseltern kommen etwas weiter unten dran

Du sagst, du möchtest deiner Tochter den Opa nicht nehmen, weil er toll zu ihr ist, und weil sie ihn liebt.
Das ehrt dich. Leider ist es im Leben so, dass Verluste dazugehören.

Dem Kind vorzuleben, dass man sich demütigen lasst, nur um ihm den Opa "zu erhalten", ist ein zu grosses Opfer und vermittelt ein ungesundes Rollenbild.

Du hast Schuldgefühle, deinem Vater gegenüber, weil er ja immer da war/ist.
Das ist ja gerade das Perfide an diesem emotionalen Missbrauch. Es gelingt ihm am Ende dich als Täter hinzustellen und er ist das Opfer. Du schreibst ja, dass er das sogar so formuliert.

Dein Mann steht hinter dir, das ist doch wunderbar. Mit der jetzigen Situation fängt aber auch dein Mann ganz schön viel auf. Er wäre bestimmt froh, wenn er seine Familie geniessen könnte, ohne das Vater-Drama, welches über seiner Kernfamilie lastet.

Aus all diesen Überlegungen fände ich einen Kontaktabbruch die sinnvollste Lösung.

Hallo!
Danke für deine Antwort.

Das mit dem Rollenbild habe ich so noch nie bedacht. Das hilft mir sehr, vielen Dank!

Du beschreibst es auch richtig, dass er es immer so umdreht dass ich am Ende die Schuldige bin, auch wenn er mich schlecht behandelt hat. Er versteht es, mir permanent Schuldgefühle zu machen. Auch meine Mutter ist leider ähnlich. Sie machte es so: " ach bitte komm und entschuldige dich bei papa, denn sonst lässt er es wieder an mir aus und dann ist mama traurig und die ganze familie zerbricht. Das wäre doch schlimm wenn dein falscher stolz zu sowas führt..."

Puh, das ist heftig, destruktiv und manipulativ.
Ich glaube du darfst doppelt stolz auf dich sein, was du erreicht hast TROTZ so einem familiären Hintergrund.
Hoffentlich gibt dir dein Mann und deine Kinder die Kraft dich endgültig zu befreien.

Am besten Kontakt abbrechen, alles andere ist sinnlos...er wird sich nicht ändern. Meine ganze Familie ist eine absolute Katastrophe und ich hab zu niemanden mehr Kontakt...das ist auch nicht immer einfach, aber am Ende besser als ständig darunter zu leiden. Ich wünsche dir viel Kraft und alles gute für dich und deine Familie🍀❤

Eine Ideallösung wird es nicht geben, darüber solltet du Dir klar werden. Ich wäre klar der Meinung, dass du den Kontakt zu diesem Mensch komplett abbrechen solltest, um dich endlich vor ihm zu schützen. Als Kind wäre dies die Aufgabe deiner Mutter gewesen, jetzt bist du erwachsen und musst es selbst tun!

Hallo.

Beim Lesen habe ich mich immer nur eins gefragt....Warum in Gottes Namen hast du immer noch Kontakt zu so einem Menschen? VATER kannst du ihn ja nun wirklich nicht betiteln! WARUM hast du überhaupt zugelassen das er deine kinder jemals zu Gesicht bekommt? Damit diese es ertragen müssen das ihre mami von opa nieder gemacht wird? Damit sie zuschauen müssen was für ein ekelhafter Mensch ihr opa ist.
Damit sie erleben wie schwach und klein ihre Mami vor opa ist?
Deine kinder wird das alles sehr prägen!

Du solltest endlich die Reißleine ziehen und dich ganz klar Distanzieren. Vorallem deine kinder vor dem lieben opa schützen.

Eine Therapie zu beginnen ist sicherlich der richtige Weg.

Alles Gute!

Liebe TE,

es tut mir leid dass du bzw ihr so lang mit so einem Menschen klarkommen musstet. Bei dem was du schreibst... da schrillen so viele Alarmglocken bei dir dass ich Kopfschmerzen bekomme.

Wenn du ganz ehrlich bist... Bringt dir dieser Kontakt etwas auf emotionaler Ebene? Denn mit den Kindern kann auch ein Babysitter helfen, mit dem Hund ein motivierter Jugendlicher aus der Nachbarschaft. Du hälst dich an dem bisschen was er dir gutes tut verständlicherweise fest....aber der Preis ist zu hoch.

Brich den Kontakt ab.

Es wachsen viele Kinder ohne Opa auf...und du hast keine Garantie dafür dass er immer der nette Opa ist. Jede Fassade bröckelt irgendwann, das hat der letzte Vorfall definitiv gezeigt. Und dann wirft er deinen Kindern die gleichen Dinge an den Kopf.

Es ist ok wenn sie traurig sind. Aber du kannst ihnen kindgerecht erklären dass Opa Sachen sagt die dich traurig machen und du dann lieber selbst schöne Dinge mit ihnen unternimmst.

Fazit: Nicht du handelst falsch sondern dein Vater. Du hast etwas besseres verdient. Du bist mehr wert als das!

Ich danke dir von Herzen für deine Antwort. Jetzt sitze ich da und weine... aber du hast soo recht. Danke!

Manu, fühl dich gedrückt!

Guten Morgen,

"Ich weiß, dass ich recht habe, trotzdem fühle ich mich schlecht und schuldig... Ich weiß nicht, wie ich weiter vorgehen soll, alleine schon wegen meiner Kinder. Wenn sie nicht wären, wäre ich wahrscheinlich schon ausgewandert nur um ihm zu entkommen. Gleichzeitig habe ich ihn ja auch lieb und bin so traurig dass ich so über ihn denken muss... "

NEIN! Du fühlst Dich bitte nicht schlecht und schuldig.
Du hast ihm nichts getan und so wie ich es lese, hast Du ihm auch schon früher keine Probleme gemacht.
Sondern Du hast seine Probleme zu den Deinigen gemacht.
Wenn ihm dieses stockkonservative Leben gefällt, dann ist das seine Sache, aber zieh Du Dir bitte den Schuh nicht weiter an.
Als junger Mensch, wenn man noch im Haushalt der Eltern lebt, hat man leider oft keine Wahl - da sitzen die Eltern am längeren Hebel. Was aber schade ist, denn heutzutage muss sich niemand mehr päpstlicher als der Papst aufführen.

Du gehst Deinen Weg, bist fleißig und erfolgreich - er reitet z.B. immer noch auf Deiner Scheidung herum.
Wir leben in einem Zeitalter, wo beinahe jede 2. Ehe geschieden wird, selbst auf dem Dorf lockt sowas als Tratschthema inzwischen keinen Hund mehr hinterm Ofen hervor.
Wir haben im Freundeskreis sogar einen Geistlichen, der zu dem Thema nur "Isso! Muss jeder selber wissen!" sagt. Er kann Ratschläge geben aber er kann und darf sich nicht einmischen, fertig.

Er belehrt Dich, warum - weil er ein sehr kleines Selbstbewusstsein hat.
der kann das nicht verknusen, dass Du Erfolg hast, er kann sich nicht wirklich für Dich freuen. Eher "sucht" er krampfhaft nach Gründen, über die er meint Dich belehren zu müssen, nur um weiterhin den Häuptling rauskehren zu müssen.

"Auch heute noch, obwohl ich schon so alt bin, macht er mich immer noch runter. Er schreibt mir vor, wann ich meine Oma anzurufen habe und wenn ich es nicht dann mache wann er will schreibt er mir blöde sms mit Texten wie :" ich bin enttäuscht von dir... ich kann auch anders fräulein... ich warne dich..."."

Du rufst Deine Oma dann an, wenn es Dir passt und wenn dir danach ist.
Das hat er nicht zu bestimmen.
Hier würde ich ihn notfalls einfach blockieren. Den Zahn musst Du ihm ziehen.
Ziehe Deine Grenzen durch. Wenn er Dich auf dem Handy terrorisiert, dann sperre ihn.
Wenn er Dich darauf anspricht, dann sag ihm sachlich und ruhig (das machst du ja gut!) dass Du bereit bist, die Sperre aufzuheben, wenn er seinen Kommunikationsstil überdenkt und aufhört Dich zu kontrollieren und Dir Pflichten aufzutragen.
Wenn er sich daran hält, ist alles in Butter. Wenn er wieder Terror macht, dann kommt die Sperre. Basta.


Mit was bitte will er Dich denn bedrohen?
Schläge? Fernsehverbot? Ohne Abendessen ins Bett? Hausarrest? ;-)
Und selbst wenn er Dich enterbt - das würde mich persönlich in diesem Fall nicht groß jucken.
Er soll lieber mal darüber nachdenken, was mit ihm geschieht, wenn er Dich weiterhin so behandelt. Denn irgendwann wird auch er mal Hilfe brauchen.

Er hat nie gelernt, loszulassen und will den Patriarch weiterhin rauskehren, denn das scheint das einzige zu sein, wo er früher Macht ausüben konnte. Als ihr Kinder wart oder junge Menschen ohne Kohle. Da ist es leicht, Machst auszuüben nach dem Motto "Du machst das, was ich sage!"

Beruflich konnte er nichts reißen (ohne das abwertend zu meinen), hat wahrscheinlich die "hohen Tiere" in seinem Beruf bewundert, wäre auch gerne so geworden aber hat es nicht geschafft bzw. konnte sich nicht aufraffen. War lieber der "Maulwerker", aber hat nichts durchgezogen.
Diesen Frust lässt er nun an Euch aus.


Dass er Dich im Haus Deiner Schwester und vor Euren Kindern anplärrt und Dich beleidigt. "Schlampenstempel" geht gar nicht.
Wie hat Deine Schwester darauf reagiert? Waren sicher alle fassungslos, oder?

Du lässt Dir Dein Tattoo bitte stechen und freust Dich dran - auch hier geht es ihn nichts an, was Du mit Deinem Körper machst und auch hier zeigt sich seine konservative Denke. Denn Tattoos sind heute mehr als in Kneipen gestochene Anker, Knasttränen oder A*schgeweihe. :-p Da sind echte Kunstwerke dabei und es gibt sogar Ärzte, Anwälte und Co mit Tattoos. Unser geistlicher Freund hat auch ein christliches Symbol auf dem Oberarm tätowiert, man sieht es nicht bei seinen Messen aber er hat es und steht dazu.

"Zu meinen Kindern ist er aber sehr sehr lieb und der allerbeste Opa. Meine große Tochter liebt ihn, da er viel mit ihr unternommen hat. Deswegen ist es für mich schwer, den Kontakt komplett abzubrechen, da er mich mit den Kindern oftmals sehr unterstützt hat, oft mit dem Hund gassi gegangen ist usw. Wenn ich etwas gebraucht habe war er immer da. Er hat mir dann halt immer Vorhaltungen gemacht, aber er war da. "

VORSICHT!
Wenn mir jemand Vorhaltungen macht, braucht er mir auch nicht helfen.
Helfen soll immer freiwillig sein aber nicht, um sich hier zu brüsten.

Und zu deinen Kindern mag er aktuell (noch!) lieb sein.
Jedoch habe ich Bedenken, wie sich das entwickelt, wenn die Kinder älter werden.
Dann sind das keine kleinen süßen Babys mehr mit dem Schnulli im Mund, die zum Opa bewundernd aufblicken, sondern das können bockige Schulkinder sein, renitente Teenager und auch da wird mal irgendwann das Thema "Freizeit, Freiheit, erste Liebe, erster Freund...etc" eine Rolle spielen. Dazu kommen auch Dinge wie Mode, Kleidungsstil und als junge Erwachsene vielleicht auch mal ein Piercing oder Tattoo.

Und dann? Plärrt er dann mit Deinen Kindern auch herum, führt sich auf und unterdrückt sie?

Deswegen ist es gut, wenn Du jetzt anfängst, Dich abzunabeln.
Jemand, der mich bedroht, den habe ich nicht lieb.
Und es müssen sich nicht immer die Kinder ändern, manchmal müssen sich auch mal die Eltern ändern.

Bildlich: Du musst dem alten konservativen "Schlangenopa" nun einige Giftzähne ziehen!
Nach und nach, Zahn für Zahn.
Er muss erfahren, dass er mit diesem Verhalten bei Euch nicht mehr weiterkommt, Dass er gegen Betonwände rennt. Dass er blockiert wird. Dass ihr Euch nicht mehr von ihm kontrollieren und maßregeln lasst.
Wenn er DAS spürt, wird er hoffentlich umdenken und sich in Zukunft zusammenreißen.

Das wird einiges an Kraft kosten, aber zieh es durch.
Du scheinst auch sonst eine sehr zielstrebige Frau zu sein.
(Stell dir vor, ich wäre Angestellte in Deinem Unternehmen und würde Dich andauernd so behandeln, was machst Du? Genau. Der freche Flamingo fliegt hochkant raus! Basta!:-p).
Zeige ihm, dass Du auch im privaten Leben die Powerfrau bist und kein kleines Mäuschen mehr.

Ich wünsche Dir dabei viel Glück.

Hallo,
Du hast ja schon einiges gelesen. Ich fand die Idee mit dem Brief ganz gut und natürlich unbedingt die Therapie. Dass du dich und sie nicht richtig schützen kannst, kommt ja nicht von ungefähr und ist nicht deine Schuld. Wenn du dich aber weiter so vor deinen Kindern behandeln lässt, wird das auch nicht spurlos an ihnen vorbeigehen. Die müssen ja auch ein Gefühl dafür bekommen, was ok ist und was nicht. Es gibt ein buddhistisches Sprichwort, das besagt: Wenn du das Problem nicht lösen kannst, löse dich vom Problem. In diesem Sinne wünsche ich dir ganz viel Kraft! Viele Grüße

Kontakt ganz schnell abbrechen, so, dass er auch die Kinder nicht sehen kann. Und wenn du Hilfe brauchst bezüglich Hund, würde ich mir auf einen Hundesitter engagieren.
Und du solltest definitiv eine Therapie machen, damit du deine Vergangenheit aufarbeiten kannst. Wünsche dir von Herzen alles Liebe💙

Der Text erinnert mich an meinen Vater, auch wenn er nicht ganz so schlimm war, unterm Strich aber dasselbe Verhalten. Schau, er behandelt euch so, weil er genau weiss, dass ihr es schluckt. So jemandem muss man knallhart zeigen, dass man sich NIE respektlos behandeln lässt, sonst wird er immer ärger. Ich lese raus, dass weder du, noch deine Schwester und Mutter ihm jemals echte Konsequenzen aufgezeigt habt.

Bei uns zuhause war es dasselbe. Meine Schwester und Mutter haben seine volle gemeine Seite abbekommen, viele Beleidigungen usw.
Ich dagegen habe ihn nie ernst in seiner Rage genommen und war nie Zielscheibe seiner Pöbeleien. Er spürt nämlich ganz genau, dass ich mich niemals so behandeln lassen würde!

Das klingt jetzt ein wenig so, als seist du ja selbst schuld, so möchte ich das gar nicht stehen lassen. Wenn du aber ein eher lieber und zurücksteckender Charakter bist und ihm nicht konsequent genug entgegnen kannst, musst du dich vor ihm schützen! Ich würde tatsächlich zu einem kompletten Kontaktabbruch raten.

Bei einer Freundin von mir ging das Jahre ohne Kontakt (auch trotz Kind/Enkel) und der Vater hat sich wirklich eines Tages bei ihr offiziell entschuldigt und um Vergebung gebeten. Seitdem haben sie wieder regelmäßig Kontakt und er ist wie ausgewechselt.

Das läuft leider nicht immer so, aber auch auf die Gefahr hin, dass dein Vater sich nie ändert oder einsichtig wird, würde ich mich strikt von ihm fernhalten.

Du scheinst nicht der Typ für einen offenen Machtkampf zu sein und solche Menschen brauchen entweder knallhart Kontra oder man muss sie meiden.

Ich habe angefangen zu lesen und es ist fast wie bei mir. Ich habe mit 40 entschieden keinen Kontakt mehr haben zu wollen. Ich habe gelitten und immer wieder Kontakt gehalten. Bin doch die Tochter. Aber nein. So einen Kampf verliert man. Seit dem ich keinen Kontakt mehr habe geht es mir wesentlich besser. Meine Schwiegereltern sind für mich wie Eltern. Und mein Leben ohne meine Eltern ist besser und gesünder für meine ganze Familie. Mein Sohn vermisst nichts. Er hat vieles mit erlebt. Den Kontakt nur weil es der Opa ist aufrecht zu erhalten ist falsch. Es gibt Menschen die einem das Leben vergiften und dein Vater ist so ein Mensch. Du kannst stolz auf dein Leben und das Erreichte sein. Hut ab. Manche werden in ihrem selbstwertgefühl so geschädigt das sie das nicht schaffen können. Zieh den Stecker und schau in die Zukunft. Dir und deiner Familie alles gute.

Versuche, die Situation mit den Augen deiner Kinder zu sehen: sie haben mitbekommen, wie ihr Grossvater ihre Mutter vor anderen beleidigt und wie ein Kind behandelt hat. Deine Reaktion darauf war sehr erwachsen und gut.

Jetzt solltest du dein weiteres Handeln so gestalten, dass deine Kinder dich weiterhin als ihr Vorbild nehmen können. Sie sollen sehen, dass ihre Mutter ein erwachsener Mensch ist, der nicht so mit sich umgehen lässt. Der nicht aggressiv ist, aber aufrecht.

Eine Möglichkeit wäre, ein Grundsatzgespräch zu führen mit deinem Vater. Sag ihm unter vier Augen in einem ruhigen Gespräch, dass du nicht zulassen kannst, dass er dich so respektlos behandelt, schon gar nicht vor einen Kindern. Dass du eine Entschuldigung erwartest und, sollte so etwas noch einmal vorkommen, den Kontakt abbrechen wirst, damit deine Kinder nicht so ein furchtbares Bild als Normalität kennen lernen.

Tut mir wahnsinnig leid, was ihr da für einen „Vater“ habt. Kein Wunder dass ihr Kinder Darmerkrankungen habt, da der Darm ja auch der Spiegel der Seele ist, woran ganz bestimmt nicht ihr sondern die Gewalt eures Vaters Schuld trägt.
Ich würde den Kontakt abbrechen oder nur auf das Nötigste reduzieren, aber trotzdem den Kontakt mit den Enkeln erlauben, natürlich nur, wenn er sich ihnen gegenüber nie so verhält.
Ich finde es sehr mutig von dir, dass du ihm mal Konter gegeben hast. Du bist nicht schwach wie deine Mutter! Lass dir da bloß nichts von Außenstehenden einreden. Wenn ein Kind von Geburt an in eine devote Rolle gedrängt wird, ja sogar die eigene Mutter gelernt hat, sich zu unterwerfen und Demütigungen gefallen zu lassen ist es äußerst positiv und bemerkenswert dass du endlich nicht klein beigegeben hast. Gib nicht nach. Lass dir nie wieder so etwas gefallen. Geige ihm die Meinung bei Bedarf. Sag ihm was für ein Thyrann er ist, wie kaputt er eure Kinderseelen und deine Mutter gemacht hat. Ich würde ihm ja einen Brief schreiben, in dem du ihm alles sagst, was dich immer schon belastet hat und in dem du ihm auch sagst, dass du ihn den Kontakt zu seinen Enkeln nicht verwehrst, aber nur unter deinen Bedingungen. Ich denke er würde dir nicht zuhören, wenn du ihm das sagst. Vielleicht liest er jedoch deinen Brief. Für dich kann so ein Brief auch sehr heilsam sein. Lass dich nie wieder brechen. Du hast einen tollen Anfang gemacht!

Vielen Dank für deine lieben Worte! Das bestärkt mich!

Es tut trotzdem so verdammt weh...

Momentan bin ich nur am Weinen und fühle mich wie in einem dunklen Loch ohne Ausweg. Ich reflektiere viel und weiß, dass in mir ein schwerverletztes inneres Kind lebt um das ich mich jetzt endlich kümmern muss. Die Wahrheit zu erkennen, dass mein eigener Vater dieses Kind so verletzt hat, ich emotional fast nicht zu ertragen. Ich hoffe dass ich das alles irgendwann bewältigen kann.

Mach doch mal einen Termin mit einem Psychologen aus. Das ist nichts verwerfliches sondern tut dir vielleicht ganz gut, alles aufzuarbeitende und eines Tages gestärkt und frei mit dem Thema abschließen zu können. Ich wünsche dir auf alle Fälle alles Gute und bleibe weiterhin so stark!

Hallo,

So wie du es beschreibst, tippe ich darauf, dass dein Vater eine schwere narzisstische Persönlichkeitsstörung hat. Diese Persönlichkeitsstörung ist sehr tückisch und hinterlässt bei Kindern viele psychische Wunden und Selbstwertprobleme.

Das beste was du machen kannst ist die Therapie. So kannst du hoffentlich aus der minderwertigen Kleinkindtochterrolle raus und kannst dich mit dem verletzten Kind in dir aussöhnen.

Dass du deine Kinder schützen solltest sehe ich auch so. Notfalls mit absoluter Kontaktverweigerung. Dein Vater wird dich dafür wahrscheinlich aufs übelste strafen, aber du bist jetzt die Erwachsene, die für den psychischen Schutz ihrer Kinder sorgen muss.

Eine tolle Frau hat mal folgenden Satz zu mir gesagt: " Eltern sein muss man sich verdienen." Du bist deinem Vater nichts schuldig und schon gar nicht Schuld an seinem Verhalten und seinem Charakter. Nicht alle Menschen taugen zum Elternsein und manchmal ist es für das eigene Wohlergehen auch besser, wenn sich der ein oder andere Weg trennt. Du willst nicht im bösen auseinander gehen? Wo ist denn jetzt das Gute an eurer Beziehung?

Alles Gute für die Zukunft und viel Kraft!

Chris