Schwester hat Brustkrebs und kommt nach Kontaktabbruch wieder "angekrochen"

Hallo zusammen,

ich habe eine jüngere Schwester, die ca. 400 km weit weg wohnt.
Vor ein paar Monaten haben wir den Kontakt abgebrochen, weil wir heftig gestritten haben.
Grund war eigentlich, dass von ihrer Seite kein Interesse an mir und meiner Familie bestand.

Gemeldet habe grundsätzlich ich mich bei ihr.
Sie hat den Geburtstag meiner Tochter vergessen und den von meinem Mann. Darauf angesprochen, hat sie nur gemeint, dass man meinen Mann halt einfach nur schwer ins Herz schließen kann und es wohl nicht so schlimm sei.
Sie hätte gerne eine „Beziehung“ ohne Verpflichtung, d.h. keine Geschenke, Info über große Neuigkeiten, wenn man man einen Geburtstag vergisst, sollte es kein Weltungergang sein etc.

Solche Freunde brauche ich nicht in meinem Leben und nach einem heftigen Streit (weil sie auch nicht zum Geburtstag meiner Tochter kommen wollte, obwohl ich ihr das Zugticket besorgen wollte und sie noch nie einen Geburtstag mitgefeiert hat), haben wir den Kontakt abgebrochen. Es ging mir ok damit, denn eigentlich war ich bisher immer diejenige, die Zeit in unsere Beziehung investiert hatte.

Nun hat sie mich vor 2 Wochen angeschrieben, dass sie Brustkrebs hat. Ich habe natürlich sofort geantwortet und nun schreiben wir uns auch wieder regelmäßig.
Nur habe ich seit Tagen irgendwie so ein schwer beschreibbares Gefühl. Meine Schwester tut mir total leid und ich habe ihr auch alle Hilfe angeboten. Nur hat das alles für mich so einen Beigeschmack von Freunden, die in guten Zeiten nie für dich da sind und in schlechten Zeiten „angekrochen“ kommen.

Jahrelang hat sie es nicht interessiert, wie es uns geht und die Welt musste sich um sie kreisen. Auch hat ihr der Kontaktabbruch nichts ausgemacht.
Nun ist diese Diagonse und ich fühle mich verpflichtet, wieder voll für sie da zu sein.
Auf der anderen Seite möchte ich das eigentlich gar nicht. Aber sie ist ja meine Schwester und das Pflichtgefühl nagt an mir.
Versteht ihr was ich meine?

Hattet ihr schon mal so eine (ähnliche) Situation und wenn ja, wie seid ihr damit umgegangen?
Arschbacken zusammenkneifen oder meinem Gefühl folgen und doch auch „Abstand“ gehen?

Liebe Grüße

Manchmal merken einige erst bei so essentiellen Dingen wie einer Krebserkrankung, wie wichtig Familie sein kann. Ich würde (zumindest versuchen) nicht nachtragend zu sein und ihr noch eine Chance geben. Nicht alles stehen und liegen lassen nur weil sie es will, aber auch nicht die Tür verschließen.

Ja, so möchte ich es auch handhaben.

Mein erster Impuls war wieder "Ich komme, wann immer du mich brauchst. Gib Bescheid, wenn ich was für dich tun kann. Ich lasse alles stehen und liegen und bin für dich da" etc.

Wenn sie meine Hilfe braucht und ich kann mir das einrichten, dann bin ich gerne für sie da.

Zudem werde ich auch noch ein wenig beobachten, ob sie sich wirklich geändert hat, oder sie einfach die Aufmerksamkeit "genießt" (klingt total fies, ich weiß :-( Aber leider kenne ich meine Schwester zu gut und weiß, dass sie so "drauf ist".)

>>>klingt total fies, ich weiß<<<

Klingt nicht nur so.
Was ich von deinem Beitrag insgesamt halte, lasse ich besser ungeschrieben.

weitere 28 Kommentare laden

Hallo,
mein Bruder war noch nie auf einem Geburtstag unseres Kindes und vermutlich würde er auch den Geburtstag meines Mannes vergessen, würde er ihm nicht bei Facebook angezeigt. Mir gratuliert er allerdings immer.
Für mich wäre das kein Grund für einen Kontaktabbruch, weil ich meinen Bruder trotzdem liebe und mich ihm verbunden fühle. Mir ist es nicht so wichtig, ob er meinem Mann gratuliert oder nicht, genauso würde er es mir nicht zum Vorwurf machen, wenn ich den Geburtstag seiner Partnerin vergessen sollte. Davon hängt unsere Beziehung zueinander nicht ab und auch wenn ich mich mehr in unsere Beziehung einbringe als er, wäre ich jederzeit für ihn da, wenn er Sorgen hat oder schwer krank wäre. Er kann immer auf mich zählen, weil das für mich Familie bedeutet und ich danach handle und das auch richtig finde.

Ich lese immer nur von deinem Mann und eurer Tochter. Hat sie DIR denn gratuliert oder sich mit dir ausgetauscht? Dass sie deinen Mann nicht mag, liest man heraus, aber wie geht sie denn mit dir unabhängig von deinem familiären Anhang um?

Unser Verhältnis war eigentlich schon immer ein wenig "angespannt" (von Konkurrenzdenken und ein wenig Missgunst geprägt).
Ich war immer „der Liebling“ meiner Eltern (stimmt so nicht, aber das hat sie sich so zurechtgelegt).
Ich war immer die bessere in der Schule.
Ich bin diejenige, die eine höhere Schulbildung hat, die zuerst geheiratet hat, die zuerst ein Baby bekommen hat (sie ist noch kinderlos) etc.


Ich habe mir in unseren Erwachsenenjahren immer Mühe gegeben, ihr zu zeigen, dass ich an ihr interessiert bin.
Es gab immer Karten zu allen möglichen Anlässen. Ich hab ihr immer geholfen (finanziell und auch mit Muskelkraft).
Ich habe ihr und ihrem Freund einen Adventskalender gebastelt etc.

Von ihr kam seit sie weggezogen ist sehr wenig. Wie gesagt, Kontakt und die Nachfrage, wie es ihr geht, ging zu 95% von mir aus.
Mich hat sie in 2 Jahren nicht einmal von sich aus gefragt, wie es mir geht.
Bilder von meiner Tochter wollte sie auch nie haben. Es war ihr egal.
An Weihnachten hat meine Tochter ein Päckchen bekommen. Eine DVD und eine Tasse. Die beiden Sachen musste ich selbst in Geschenkpapier einpacken, weil sie es nicht gemacht hat etc.

Das sind so viele Dinge gewesen, die mir gezeigt haben, dass wir alle (und auch ich) ihr nicht wichtig waren.
Es sind ihr die 10 min. Aufwand nicht wert gewesen, mir zu schreiben, wie es mir geht.
Das Weihnachtsgeschenk einzupacken. Mir auch mal was Gutes zu tun etc.

Das mag alles sein. Trotzdem ist sie Deine Schwester und furchtbar krank.
Für mich wäre es selbstverständlich, ihr zur Seite zu stehen. Alles andere wäre echt grausam. #zitter

weitere 14 Kommentare laden

Ich schließe mich meiner Vorschreiberin an: vielleicht ist deine Schwester jetzt aufgewacht und merkt, wie wichtig du ihr eigentlich doch bist.

Gib ihr die Chance! Es ist Familie, es ist deine Schwester.

Du musst nicht dein ganzes Leben jetzt für sie umkrempeln und immer sofort springen, wenn sie was möchte. Aber den Kontakt wieder aufnehmen und offen sein dafür, dass sich eure Beziehung wieder bessert, das ist in meinen Augen nicht zu viel verlangt.

Ja, ich möchte auf jeden Fall offen sein und ihr soweit Hilfe zukommen lassen, wie es mir möglich ist, ohne dabei nun mich zu vergessen.

Und dann sehen wir, ob sich an ihrer Einstellung wirklich was geändert hat und es ihr "ernst damit ist".

Hätte sie keinen Krebs, wäre sie immer noch nicht aufgewacht. Das ist schlimm!!! Von solchen Leuten distanziere ich mich!

Meiner Meinung nach macht es eben einen himmelweiten Unterschied, ob es um Kleinigkeiten wie einen Anruf zum Geburtstag geht oder um eine existenzielle Bedrohung des eigenen Lebens wie zum Beispiel durch eine Krebserkrankung.

Mein Bruder ist mein Bruder und wird das auch bleiben, wenn er mal nicht zum Geburtstag meiner Kinder auftaucht oder den Kontakt sonstwie schleifen lässt. In so einer Situation könnte er auf mich zählen.

Ich finde es schlimm, wenn man Beziehungen so definiert, wie Du es offensichtlich tust.

Unser Verhältnis war von kleinauf etwas „schwierig“. Meine Schwester war schon immer sehr missgünstig auf mich und hat mich als Konkurrenz gesehen.
Immer hat sie etwas negativ ausgelegt.

Beispiele: Ich habe ihr und ihrem Freund einen Adventskalender gebastelt. Sie hat uns gekaufte Adventskalender geschickt. Prompt kam die Antwort "Wuhuuu, ja, du bist so viel besser als ich!"

Und es geht hier für mich nicht um Kleinigkeiten.
Wenn eine Person so gar kein Interesse an mir zeigt und ich ihr nicht wichtig bin, warum sollte ich dann Kontakt mit ihr halten?

In 2 Jahren hat sie mich nicht einmal von sich aus gefragt, wie es mir geht! Immer gingt der Kontakt von mir aus.
Auch sonst bestand kein Interesse an mir und meiner Familie.
Keine Nachfragen, wie es ihrer Nichte geht. Wie es uns geht.

Sie kam nur ein einziges Mal bei uns vorbei und blieb auch keine Sekunde länger: Da hat sie einen Schlafplatz benötigt, weil sie in Bayern etwas zu erledigen hatte.

Und dieses Gefühl des jahrelangen „Ich melde mich, wenn ich etwas brauche, ansonsten bist du mir egal“ hat dazu geführt, dass ich den Kontakt (nach vielen Versuchen meinerseits das Verhältnis zu entspannen) abgebrochen habe.

Beispiele: Ich habe ihr und ihrem Freund einen Adventskalender gebastelt. Sie hat uns gekaufte Adventskalender geschickt. Prompt kam die Antwort "Wuhuuu, ja, du bist so viel besser als ich!"
=
Sehr anstrengend

weitere 14 Kommentare laden

Hey,

also dass du grundsätzlich traurig warst, wie eure Beziehung früher war, kann ich ein Stück weit nachvollziehen da es einfach sehr menschlich ist, wie du die Dinge siehst... allerdings bin ich auch der Meinung, dass du deiner Schwester damals wie heute wahnsinnig Unrecht tust!

Du kannst doch nicht einseitig und für alle verpflichtend festlegen, wie euer Kontakt auszusehen hat!!! Deine Schwester ist ein eigenständiger Mensch und braucht da nicht dich für eine Meinung, die hat sie schon allein. Du gehst doch bestimmt nicht in der Annahme durch die Welt, jeder müsste genau deine Meinung teilen oder er ist unten durch?
Deswegen den Kontakt abzubrechen finde ich mal echt extrem übertrieben!

Und nun deshalb in dieser schlimmen Situation deiner Schwester nicht beizustehen? Mir fehlen die Worte! Warst du das tatsächlich, die so tut, als wäre ihr die Familie heilig?
Geburtstag vergessen ist eine Todsünde, aber was du jetzt vorhast scheint dagegen okay zu sein?
Egoistisch ist noch harmlos, da fällt mir einiges anderes zu ein....

Du schreibst, solche Freunde bräuchtest du nicht in deinem Leben... Erstens ist es FAMILIE und das mit dem Leben hat sich im schlimmsten Fall bei deiner Schwester auch bald erledigt! Wärst du jetzt nicht 100% für sie da, könntest du dir da noch selbst im Spiegel in die Augen sehen?

Geh doch mal in dich und denke über die Bedeutung von Familie, Barmherzigkeit und Vergebung nach und dann triff eine gute Entscheidung!

Nein, ich gehe auf keine Fall davon aus, dass jeder meine Meinung teilen muss.

Ich bin der Meinung, dass es genügend Menschen gibt, die einfach „nicht miteinander können“ und dass das auch ok ist.
Wenn eine Person so gar kein Interesse an mir zeigt und ich ihr nicht wichtig bin, warum sollte ich dann Kontakt mit ihr halten?

Du schreibst, es wäre ja FAMILIE! Ja, und von meiner Familie wünsche ich mir zumindest ein Mindestmaß an Interesse.
Aber meiner Schwester ist mein Leben total egal. Sie meldete sich nur, wenn sie Hilfe beim Umzug benötigt hat, es ihr gerade schlecht ging (Trennung) oder sie Geld für die Kaution gebraucht hat.

In 2 Jahren hat sie mich nicht einmal von sich aus gefragt, wie es mir geht! Immer ging der Kontakt von mir aus.
Das hat nicht was mit „Sie hat einmal den Geburtstag vergessen!“ Nein, das war ein Dauerzustand! Über Jahre.

Ich habe viel unternommen, um ihr zu zeigen, wie wichtig sie mir ist. Ich habe gebastelt, Karten geschrieben, nachgefragt, Blumen geschickt, wenn sie krank war etc.
Aber wenn nach Jahren so gar nichts kommt und man merkt, dass man der Person einfach nicht wichtig ist, was macht man dann?

Was hättest du denn gemacht?

Ich muss mich nicht aufopfern für Personen, denen ich einfach nicht wichtig bin. Das empfinde ich keineswegs egoistisch!

"Und nun deshalb in dieser schlimmen Situation deiner Schwester nicht beizustehen?"

Und das stimmt so auch überhaupt nicht. Ich habe ja geschrieben, dass ich nach ihrer Antwort sofort jegliche Hilfe angeboten habe.

Nur möchte ich nicht wieder einmal alles stehen und liegen lassen und nur noch für sie da sein und mich und meine Familie wieder hintenanstellen. Denn das habe ich jahrelang gemacht, als sie mich mal wieder gebraucht hat (Geld leihen, Umzug helfen, Wohnung ausräumen etc. Da habe ich alle meine Termine umdisponiert, um ihr zu helfen).

DU musst wissen, ob Du damit umgehen kannst, wenn sie stirbt und ihr habt keinen Kontakt mehr.. Die Entscheidung kann Dir keiner abnehmen.
LG Moni

Nein, ich möchte den Kontakt auf jeden Fall aufrechterhalten.

Ich möchte nur nicht wieder alles "stehen und liegen lassen" und nur für sie da sein.
Ich weiß, dass es eine schlimme Phase in ihrem Leben ist, aber ich möchte einfach nicht mehr mich und meine Familie in dem Maße hintenanstellen, wie ich es die Jahre davor gemacht habe.

Ich werde auf jeden Fall für sie da sein, aber ich muss für mich ein Maß finden, dass auch für mich ok ist und ich mich nicht mehr "aufopfere".

So würde ich es auch handhaben.

weitere 2 Kommentare laden

So wie ich das sehe, willst du den Kontakt ja nicht abbrechen, sondern für dich einen Weg finden, dass es für dich auch passt.

Dieses "Blut ist dicker als Wasser" hat mich schon immer gestört. Gerade für die Familie Welten für mich "strengere Regeln!" Wenn ich einem Familienmitglied nicht wichtig bin, warum sollte ich mich da noch für so eine Person aufopfern?

So, wie du es handhaben willst, finde ich gut. Ihr behaltet Kontakt und du bist für deine Schwester da, nur steht sie eben nicht mehr an erster Stelle.

Hi.
Ich kann dich verstehen!
Es ist deine Schwester und als Familie sollte man schon Interesse haben/zeigen! Ich finde den Kontaktabbruch zwar sehr krass, sber manchmal geht es nicht anders. Scheinbar hat es ihr ja auch nichts ausgemacht (denn etwas dagegen unternommen hat sie ja scheinbar auch nicht).

Ich habe hier auch so ein Exemplar „Geben und Nehmen“- mein Mann darf bei seiner Familie immer springen wenn sie pfeifen, wenn er/wir aber mal Hilfe benötigen ist keiner da. Ich habe mal ein Jahr lang jedem Geburtstags-/Weihnachtskarten geschrieben, um zu sehen, was da so zurückkommt... nichts. Mein Kontak zu den ganzen Leuten ist auch eher auf das Nötigste beschränkt, ich investiere meine Zeit dann lieber in Leute, die es zu schätzen wissen. Und auch meine Hilfe ihnen ggü.ist sehr eingeschränkt (wie man in den Wald ruft...). Leider versteht mein Mann das nicht.

Nun ist deine Schwester sehr krank und ich finde deine Reaktion gut: sei für sie da,aber stelle dein Leben und deine Familie nicht (wieder) hinten an.

Schau einfach, was die Zeit bringt, vllt.bekommt deine Schwester ja noch einen Sinneswandel und sie merkt, dass da etwas ungerecht gelaufen ist.

Ich wünsche dir und deiner Schwester alles Gute!

Danke für deinen empathischen Beitrag.

Natürlich werde ich für sie da sein, aber eben in einem gesunden Maße.

Und ja, der Kontaktabbruch war krass, aber letztendlich nur aktiv. Denn der wäre passiv sowieso gekommen, da nur ich mich jahrelang bei ihr gemeldet habe. Hätte ich das nicht mehr forciert, wäre der Kontakt sowieso eingeschlafen.

Was für ein Fehler, diesen Thread zu lesen, mit all diesen kleinlichen Bösartigkeiten, mit Kontaktabbruch zu einer Schwester (wäre ich froh, wenn ich eine hätte!!!) weil zwei Jahre offensichtlich mal andere Dinge im Vordergrund standen, weil keine gebastelten Adventskalender kamen und wegen zwei vergessener Geburtstagsanrufe. Und jetzt, im Angesicht des Todes, Aufrechnen und Ärger, weil ein Geschenk nicht eingepackt würde.

Vielleicht ist deine "Schwester" wirklich ohne dich besser dran. Hoffentlich sind meine Kinder mal nicht so gemein zueinander.

Wer hat denn gesagt, dass ich sowas verlangt habe?

Ich wäre mit einem einfachen Interesse an mir und meinem Leben zufrieden gewesen. Ab und an nachfragen, wie es mir geht. An meinen Geburtstag denken und das wars!

Du wärst froh gewesen, so eine Schwester zu haben, die sich einen scheiß für dich interessiert? Und sich nur meldet, wenn sie was von dir braucht?

Nunja, ich hoffe tatsächlich, dass deine Kinder nie so zueinander sein werden.

Hi,

sorry, aber ich glaube, dass jemand, der keine Schwester hat, sich da sehr schlecht einfühlen kann. Genauso wie jeder "weiß", dass Kinder anstrengend sind, das aber erst wirklich einschätzen und nachempfinden kann, wenn er selbst welche hat. Daher würde ich mich an deiner Stelle mit solchen Verurteilungen etwas zurückhalten. Niemand hier weiß, was da in der Familie wirklich abgegangen ist zwischen den Geschwistern, da liegt mehr begraben, schätze ich mal.

Gruß
Gae

weitere 4 Kommentare laden

Ich habe mit meinen Schwestern auch des Öfteren Streit und Kontaktabbruch für lange Zeit. Allerdings würde ich bitterlich heulen und die vergeudete Zeit bereuhen, wenn sich eine meldet und sagt sie hätte Krebs. Es ist trotzdem Familie, auch wenn man sich nicht eins ist und auch wenn man sich ab und zu beschissen behandelt fühlt. An deiner Stelle würde ich mich was schämen.

Warum sollte ich mich schämen?

Weil ich ihr dennoch sofort beistehe, obwohl ich ihr jahrelang scheiß egal war? Weil ich ihr sofort angeboten habe trotz schwieriger Schwangerschaft zu ihr zu kommen, und dass, obwohl ich ihr jahrelang nicht wichtig war?

Wie gedagt, es geht hier nicht um "Kontaktabbruch weiterhin" und "helfen". Da sein ist für mich selbstverständlich, egal was war. Nur einfach nicht mehr in dem Maße, wie früher, wo ich alles andere (meine Familie und mich) hintenangestellt habe um für sie da zu sein.

>>An deiner Stelle würde ich mich was schämen. <<

Warum soll sich die TE schämen? #kratz Sie ist doch dennoch für ihre Schwester da, nur eben nicht mehr so aufopferungsvoll.

Was sollte die TE denn deiner Meinung nach tun? Wieder alles stehen und liegen lassen und alles vergessen was war und vollen Einsatz für ihre Schwester zeigen?

Reicht es nicht, dass sie für sie da ist? Und wenn es aus der Ferne ist?

Ich finde es sooooo nervig die anruferei an Geburtstag&Co....mache ich bei Kindern uns nicht bei erwachsenen Menschen.....anstrengend

Eine Nachricht reicht mir vollkommen. Muss nicht einmal eine Karte sein. Eine WhatsApp reicht. Muss nicht einmal an dem Tag sein.

Aber irgendein Zeichen "Hey, ich denke an dich, weil du mir wichtig bist". Das kam in dem ganzen Jahren nie von ihr.

Die Nachrichten der letzten Jahre, die von ihr kamen fingen alle an, mit "Hey Du, ich bräuchte... Geld, Hilfe beim Umzug, eine Ausrede, weil ich nicht ehrenamtlich als Wahlhelfer arbeiten will, ein" Alibi"...

Ich hasse das auch. Und wir habe ne riesige Familie mit sehr vielen Kindern. Da an alle zu dunken und ja an dem richtigen Tag zu schreiben. Ich hasse das.

weiteren Kommentar laden

Es liest sich so, als wärst Du ihr gar nicht egal. Sie hat vielleicht nur subjektiv immer das Gefühl gehabt, bei Dir läuft alles super, Du bist viel toller und erfolgreicher als sie und wenn sie sich bei Dir meldet, kriegt sie das (absichtlich oder unabsichtlich) wieder unter die Nase gerieben. Aber im Grunde weiss sie, was sie an Dir hat und deswegen konnte sie jetzt nicht länger schweigen. Dazu muss man sich auch erst einmal überwinden, das kann sicher nicht jeder!

Ja, das kann wirklich so sein.

Nur weiß ich nicht, was ich hätte anders machen können. Ich habe jahrelang versucht ihr zu zeigen, dass sie mir wichtig ist, dass ich an sie denke etc. Und egal was ich gemacht habe, habe ich in ihren Augen nur deswegen gemacht, um ihr eins "reinzudrücken".

Wie soll da aber eine gesunde Beziehung entstehen? Nichts tun, ist doof. Etwas tun, ist in ihren Augen genauso doof.

Ich fand es die Jahre über ziemlich aufreibend, weil ich das Gefühl hatte, ihr nicht wichtig zu sein, egal was ich mache. Und der Kontaktabbruch war für mich ein Schutz (abgesehen davon, wäre der Kontakt sowieso abgerissen, da ja nur ich mich bei ihr gemeldet habe).

Und ich habe ihr nie etwas vorgehalten. Ich wäre zufrieden gewesen, wenn sie mir ab und an geschrieben hätte und Interesse an mir gezeigt hätte.

Ich habe mich z. B. super über ihren gekauften Adventskalender gefreut, weil ich wusste, dass sie dabei an uns gedacht hat. Ich dachte, sie freut sich auch über meinen, aber dem war nicht so. Ich fand mich nie toller, erfolgreicher oder besser. Das hat sie aus mir gemacht und ich konnte nie was dagegen tun.

weitere 8 Kommentare laden

Hi,

ich schließe mich der Meinung von Frühchenomi an.

Aber ich glaube fast, dass da viel "unter der Decke" existiert, das eure Beziehung (beiderseits) trübt. Ihr solltest da mal miteinander sprechen (Therapie mit externer Anleitung?), da ich mir vorstellen kann, dass beiderseits einiges aufgearbeitet werden muss.

VG
Gael

Habe ich ihr bereits angeboten. So eine systemische Familienaufstellung z. B.

Wollte sie nicht. Therapie auch nicht. Sie hat ja kein Problem.

Ich habe jetzt nicht alle Beiträge genau gelesen, sondern nur überflogen, aber es scheint, als ob sich die Diskussion hier im Kreis dreht.

Fest steht ihr habt unterschiedliche Erwartungen an eure Beziehung und lebt diese auch auf eurer Seite aus. Du wünscht dir eine innige Beziehung mit viel Kontakt und Eigeninitiative und meldest dich deswegen oft und bastelt ihr einen Adventskalender. Sie möchte nur Kontakt bei wichtigen "Neuigkeiten". Das lebt sie aus indem sie Unterstützung bei ihrer Krebserkrankung, Umzug etc. einfordert. Prinzipiell habt ihr da einfach komplett unterschiedliche Bedürfnisse und müsstet das mal ohne Aufrechnen miteinander klären.

Was ich mich dabei gefragt habe: War sie denn für dich da, wenns bei dir "gebrannt" hat? Hast du bei ihr Unterstützung eingefordert? Oder war das vielleicht nicht nötig, weil es bei dir keine Schwierigleiten gab und du kannst deswegen nicht abschätzen, ob sie im Notfall für dich da wäre und es somit ein Geben und Nehmen in ihrem Sinne wäre. Verstehst du was ich meine? Also du holst ihre Kühe vom Eis und sie deine, wenn nötig, aber mehr Kontakt ist nicht nötig/gewünscht.

Ich würde sie konkret fragen, was sie für Erwartungen an deine Unterstützung während ihrer Krebserkrankung wünscht und dann für mich überlegen, ob das für dich machbar ist.

Sonst läufst du wieder Gefahr zu viel Beziehung zu wollen und ihr "auf die Nerven zu gehen" mit einem Zuviel an Geschwisterliebe. Du sehnst dich nach "Mehr" und machst deswegen Dinge, die du eigentlich nicht willst, wie beim Umzug zu helfen trotz Geburtsverletzungen. Geh nicht über deine eigenen Grenzen und akzeptiere, dass deine Schwester und du nicht die Beziehung habt, die du dir wünscht. Nehme das an, was sie bereit ist zu geben.

Ich wünsche euch alles Gute!

Ganz wundervoll geschrieben. Vielen Dank!

Du hast es ziemlich gut auf den Punkt gebracht und darüber habe ich eigentlich zu wenig nachgedacht.

Wenn es bei mir "gebrannt" hat, hat sie mir schon beigestanden, aber nur soweit es ihre Freiheiten nicht beschnitten hat. So war sie 3 Tage nach der Trennung (mein Ex- Mann hat mich von heute auf morgen verlassen) für mich da, aber nur solange bis eine Party angefangen hat. Ich hätte in so einer Situation alle Termine abgesagt, die nicht lebensnotwendig wären.

Da sind dann schon wieder unsere unterschiedlichen Erwartungen. Vielleicht wollte ich mehr, als sie zu geben bereit war. Ich wollte ihr unbedingt wichtig sein und habe mich an jeden Strohhalm geklammert.

Funktierte nicht so gut.

Ich denke, hier liegt der Kern eures Problems (very hat es ähnlich beschrieben):
- bei dir gibt's nur ganz oder gar nicht, alles stehen und liegen lassen oder "ich bin ihr scheißegal"
- deine Schwester steht dir zur Seite, aber stellt ihre Bedürfnisse nicht hinter deine

Auf lange Sicht ist die Variante deiner Schwester ressourcenschonender. Schon bei der 1.Hilfe lernt man "Eigenschutz vor Fremdschutz". Wenn man sich vor lauter Aufopferung selbst vergisst, kann man irgendwann niemandem mehr helfen.

Ich finde deine Schwester in einigen deiner genannten Punkte durchaus egoistisch und auf ihren Vorteil bedacht. Im Zweifel steht sie dir aber zur Seite (z. B. als dich dein Ex-Mann verlassen hat).

So sehr ich hilfsbereite Menschen mag (bin selber manchmal zu hilfsbereit) - aber so extrem hilfsbereite Menschen wie du, die sofort alles stehen und liegen lassen, ihr eigenes Leben auf den Kopf stellen nur für meine Problemchen, etc.... Boah ne. Da hab ich so ein schlechtes Gewissen. Da ziehe ich mich lieber zurück.

Ich denke, ihr könnt zueinander finden, wenn ihr euch einfach akzeptiert ohne der Erwartung, die andere müsse genau so handeln und fühlen wie man selbst.

Deine Schwester hat ihre permanente Abwehr gegen dich scheinbar stark verinnerlicht. Ich denke, ohne einen Mediator (das Wort "Therapie" schreckt viele ab) kommt ihr aus der verfahrenen Situation kaum raus.

weitere 3 Kommentare laden

Ich habe das ganze hier mal überflogen, und mir fällt eines auf. Sobald du Gegenwind bekommst, rechtfertigst du dich, oder reagiert in meinen Augen etwas schnippisch. ( ist natürlich durch das Schreiben auch schnell falsch verstanden)
Das wäre mir für ständigen Kontakt auch zu mühsam.

Zum Thema Geburtstage, ich nehme meinen Geburtstag nicht so wichtig, und damit leider den anderer manchmal auch nicht. Das heißt nicht, das ich denjenigen nicht mag oder sogar lieb habe den ich mal wieder vergessen habe. Ich bin da einfach eine Niete.

bei mir wäre es kein „Anstand“ meiner Schwester beizustehen, sondern eine Selbstverständlichkeit. Egal wie der Kontakt die letzten Jahre war

Alles Gute euch!

Hi du! Ehrlich gesagt kann ich deine Gedankengänge gut verstehen und finde es nicht fair von einigen Seiten die Vorwürfe zu machen. Klar klingt es im ersten Moment schlimm und du wünscht deiner Schwester nichts schlechtes. Aber du hast zu ihr eben nicht diese super tolle Bindung. Somit kann ich verstehen wenn man eben auch etwas anders reagiert. Aber ich sehe es auch so das es gut ist das du für sie da sein willst. Manche Menschen überlegen angesichts einer Krankheit wirklich was im Leben eine Rolle spielt. Du wirst sehen wie es sich entwickelt und wirst es wohl erstmal auf dich zukommen lassen müssen. DAs würde ich auch machen und dann letztendlich darauf meine Schlüsse ziehen. Endet es böse hast du dir nichts vorzuwerfen weil du für sie da gewesen bist. Wenn sie hinterher wieder in alte Muster fällt weißt du was du zukünftig daraus machst.

Ela

Danke für deine empathischen Worte!

Krebs ist eine Sch****Krankheit. Auch wenn ihr euch nicht nahe seid durch die ganzen Streitereien finde ich es gut von dir voll für sie da sein. Das bedarf auch nicht unbedingt großer Worte. Manchmal hilft einfach nur zuhören, wenn es ihr z.B durch die Chemotherapie nicht so gut geht. Frage doch mal, was sie gerne möchte. Auch wenn es dir vielleicht schwerfällt. Vielleicht gibt es doch noch etwas gemeinsames. Manchmal kommt das einfach so.

Eine Krebserkrankung geht, ob wann es will oder nicht die ganze Familie an. Und es ist sicher nicht einfach den schwankenden Gemütszustand eines Krebserkrankten zurechtzukommen. Hat deine Schwester Freunde vor Ort? Das wäre auch ganz wichtig, da du sicher nicht dauernd vor Ort sein kannst.

Und zum Thema "Aufopferung" oder "häufig präsent sein", da könnte ich durch die Decke gehen aus eigener Erfahrung bei Krebserkrankung in der Familie. Das kann man von keinem Menschen verlangen. Nicht der Krebserkrankte selber erwartete das von mir, nicht meine Mutter, sondern ein Teil seiner Kernfamilie mehr oder weniger sehr häufige Präsents von mir. Was ich nicht ständig leisten kann, weil ich selber einen pflegebedürftigen Angehörigen habe und ja auch noch arbeite. Der Krebserkrankte freute sich immer sehr auf den Besuch und von der Familie bekommt man eins zwischen die Hörner, weil nicht genug. Da hatte ich echt meine Probleme mit. Für mich war Qualityzeit wichtiger als "Pflichtbesuch" (wo ich schon nicht mehr weiß, wo man das alles zeitlich noch unterbringen soll), wo man dann noch sagt sorry in einer halben Stunde muss ich ganz schnell wieder weg, weil ich noch Termine habe, die man nicht einfach immer absagen kann. Nein, die Besuche mit dem Kranken möchte man ja auch selber absprechen. Da brauch mir kein Familienangehöriger reinfunken.

Und du musst dich nicht für deiner Schwester aufopfern und deine Familie vernachlässigen. Sondern einfach nur für sie da sein, auch wenn es nur übers Telefon oder über Skype (finde ich noch besser). So wie es für euch beide passend ist.

Ich wünsche dir viel Kraft für die nächste Zeit und einen lieben Gruß

Hinzwife

Danke für deinen lieben Kommentar!

Ja, ich glaube, ich bin da selbst Schuld, da ich meine Grenzen nicht frühzeitig gesetzt habe und dann eine "Gegenleistung" für meine Mühen (die über meine Grenzen gingen) erwartet habe.

Ich habe mich "aufgeopfert" und mehr gemacht, als ich eigentlich wollte und konnte. Und dann kam von meiner Schwester so rein gar nichts. Da ist Enttäuschung vorprogrammiert.

Das wird diesmal anders laufen. Ich will für sie da sein, aber auch meine Grenzen dabei nicht überschreiten. Und akzeptieren, dass meine Schwester einfach eine andere Definition von "Beziehung" hat.

Hut ab, dass du doch so über die hier vorgebrachten Dinge nachdenkst, bitte nicht als arrogant auffassen, ich meine das wirklich ernst. So oft passiert das nicht, häufig wird gar nicht mehr geantwortet oder böse ausgeteilt, wenn nicht die erhofften Zusprüche kommen. Ich wünsch dir alles Gute :-)

weiteren Kommentar laden

Sie ist deine Schwester.

Für mich bedeutet das nichts. Ich sehe durch unser bisheriges Verhältnis keine "höhere Wertung" für sie.

Sie hat für mich keinen besonderen Stand, da einfach zu viel vorgefallen ist.

Ich habe Freunde, die mir alle mehr am Herzen liegen und für die ich in so einer Situation ebenfalls da wäre.

Das bin ich für meine Schwester nun auch, egal was war. Aber einfach nicht mehr so wie früher, als ich sie eben "höher geschätzt" habe und dachte, für Familie muss man doppelt so viel tun/da sein.

Guten Morgen, ich habe mir die anderen Kommentare jetzt nicht durchgelesen und halte mich kurz. Wahre Liebe ist bedingungslos! Verzeihen kann heilend sein! Du tust deine Schwester keinen Gefallen damit, wenn du ihr in dieser schweren Lebenssituation nur halbherzig hilfst und es sich für dich nicht richtig anfühlt! Dann lieber ein klärendes Gespräch den Kontakt weiterhin locker halten, aber nicht aus schlechtem Gewissen heraus und an Gegenleistung geknüpft dem Menschen beistehen. Alles Gute dir und deiner Schwester!

Vielleicht war mein Eingangspost für viele nicht so verständlich, wie ich ihn gemeint habe.

Denn genau darum ging es mir, vielen Dank. Ich möchte für sie da sein, das steht außer Frage, aber einfach nicht mehr so "aufopferungsvoll" wie damals. Jetzt in so einem Maße, dass es auch für mich passt und ich nicht aus reinem Pflichtgefühl etwas mache, weil man das "eben so macht" und sie ja "Familie" ist.

Ich möchte ein gutes Mittelding finden von "Ich kann die letzten Jahre nicht einfach so vergessen" und "Egal was war, ich bin für dich da und lasse alles stehen und liegen für dich!"

>>Wahre Liebe ist bedingungslos.<<

Gibt es bedingungslose Liebe? Das ist eine ernstgemeinte Frage, über die ich lange nachgedacht habe.

Die größte Liebe, die ich bisher empfunden habe, ist die zu meiner Tochter. Aber eigentlich ist diese nicht "bedingungslos". Denn sie erfüllt die Bedingung, dass sie MEINE Tochter ist. Verstehst du, was ich meine.

>>Du tust deine Schwester keinen Gefallen damit, wenn du ihr in dieser schweren Lebenssituation nur halbherzig hilfst und es sich für dich nicht richtig anfühlt!<<
Finde ich einen super Tipp!

weitere 10 Kommentare laden

Sie ist keine Freundin, sie ist deine Schwester! Da sollten andere "Regeln" gelten dürfen.
Sie hat Angst und braucht dich. Sei nicht dumm und steh ihr bei, andernfalls bereust du es vielleicht irgendwann. Was ich natürlich nicht hoffe!

Alles Gute für deine Schwester #klee

"Sie ist keine Freundin, sie ist deine Schwester! Da sollten andere "Regeln" gelten dürfen."

Habe ich jahrelang so praktiziert! Jahrelang habe ich es extra gut gemeint, extra viel gemacht, extra mehr getan etc. Ich habe alles für sie stehen und liegen lassen, wenn sie mich gebraucht hat. Weil ich dachte, dass man eben für die Familie noch mehr da sein muss und mehr "Opfer" bringen muss, als für andere.

Für sie galten diese "Regeln" aber nicht. Ich war ihr egal. Da hatten wir beide einfach andere Erwartungshaltungen.

Ich bin trotz allem für sie da. Wir wissen beide bereits seit Jahren, dass wir zu über 90% Brustkrebs bekommen werden. Deswegen habe ich mir auch extra viel Mühe gegeben unser Verhältnis "schön" zu gestalten.

Ihr war das nicht wichtig. Ich war ihr nicht wichtig. Und jetzt hat es sie als erste getroffen und vielleicht ist es tatsächlich so, dass sie nun anders über diese Beziehung denkt.

"Sie hat Angst und braucht dich."
Das weiß ich und deswegen haben wir wieder Kontakt und ich habe ihr alle Hilfe angeboten, die ich leisten kann. Jedoch nicht mehr in dem Maße wie früher.

Habt ihr denn mal darüber gesprochen? Hast du ihr gesagt, wie verletzt du bist, dass du ihr offenbar nie wichtig warst?

Meine Schwiegerfamilie ist leider auch keine von der Sorte, wo man viel gemeinsame Zeit verbringt. Zu Geburtstagen wird - wenn überhaupt - eine whats app geschickt. Feiertage feiert inzwischen jeder unter sich mit der eigenen Familie.
Den Sohn der Nicht meines Mannes habe ich vor 2 Monaten nach 6 Jahren kennen gelernt!
Kontakt/ ein Treffen kommt eigentlich nur zustande, wenn wir uns melden/kümmern.
Wenn wir uns sehen, ist alles super und sie sagen, das müssen wir öfter machen. Nur leider bleibt es nur bei diesen Sprüchen ...

Glaub mir, ich würde auch lieber heute als morgen alle zum Mond schießen.
Aber wäre einer davon lebensbedrohlich krank, wäre alles was war, für mich vergessen.
Denn da müsste schon mehr passieren ... ;-)

weitere 2 Kommentare laden

Ich finde Du hast den Kontakt wegen Kindergarten abgebrochen.

Mein Mann hat ein paar mehr Geschwister. Niemand kommt extra wegen dem Geburtstag der Kinder (Nichten/Neffen) angereist. Nichtmal wegen denen der Erwachsenen.
Auch werden Geburtstage mal ganz vergessen. Wir haben nicht mitgekriegt dass eine Nichte geheiratet hat usw. Mit manchen telefonieren wir öfter, mit Manchen gar nicht oder sehr sporadisch, Geschenke gibts außer zu echten Großereignissen gar nicht. Aber weißt Du was? Wir lieben sie trotzdem Alle. Und ich denke sie uns auch. Unsere Familie funktioniert. Wahrscheinlich gerade WEIL wir allesamt da nicht solche Prinzipienreiter sind.

Gut. Du bist da eben anders. Ist ok. Aber dann komm auch damit selber klar und erwarte kein Mitleid von Anderen (uns hier). Das Du Deine Schwester jetzt im Stich lässt finde ich persönlich mehr als unterstes Niveau. Eben weil ich deine genannten Dinge für Kinkerlitzchen halte. Aber das ist meine Ansicht. Du musst mit deinem Gewissen klarkommen.

"Unsere Familie funktioniert."

Das freut mich für euch. Das Verhältnis zu meiner Schwester war bereits seit unseren Kindheitstagen angespannt.

Ich verstehe, dass man ein Verhältnis von 20 Jahren nicht einfach in weinige Sätze packen kann und dann erwarten kann, dass unbeteiligte Personen das nachvollziehen können. Denn die "Geburtstagsgeschichte" war nur der berühmte Tropfen.

Unser Verhältnis war schon immer geprägt von Missgunst und Konkurrenzdenken.
Ich habe jahrelang versucht unser Verhältnis zu kitten und mir extra viel Mühe gegeben, dass sie sieht, wie wichtig sie für mich ist.

Wir haben eine Krebsgeschichte in unserer Familie und wussten bereits früh, dass wir beide auch daran erkranken werden. Auch das war ihr egal und ihr Desinteresse an mir blieb. Wie gesagt, ich habe nicht viel verlangt, aber ab und an eine Nachfrage, wie es uns geht und eine WhatsApp zum Geburtstag. Auch das war anscheinend schon zu viel verlangt. Aber wenn sie was gebraucht hat, dann kam prompt eine Nachricht. Das ist der Grund, warum wir nach jahrelangem einseitigen Versuch der "Beziehungsherstellung" den Kontakt abgebrochen haben.

Nun ist die Diagnose im Raum, es hat sie zuerst getroffen. Das ist furchtbar, aber wir wussten es. Und natürlich stehe ich ihr bei, egal was war. Nur eben nicht mehr in dem Maße, wie damals.

Und ich will gar kein Mitleid. Habe ich nie gewollt. Wo liest du das raus?
Ich wollte eure Meinung zu dem Thema, aber wie gesagt, ich verstehe, dass es schwierig für ganz unbeteiligte Personen ist, sich hier reinzufühlen, wenn man so eine Situation nicht selbst erlebt hat. Denn es ging nicht nur um diese "Kleinigkeiten", es ging um unser jahrelanges einseitiges Geben und Nehmen.

Je mehr Kommentare ich von dir lese, desto mehr bin ich der Überzeugung, dass du deine Schwester mit deiner "Hilfsbereitschaft" besser ganz verschonst!

Du schreibst, keiner könnte das Verhältnis zwischen dir und deiner Schwester verstehen, aber DU bist diejenige, die hier etwas nicht verstehen kann! Das Problem bist du selbst mit deiner ständig wertenden Art und dass du dich als das Maß aller Dinge siehst! Andere Standpunkte kannst du kaum nachvollziehen, geschweige denn akzeptieren und respektieren!!!

Ich denke jedoch, dass dir noch 100 Leute schreiben können, dass deine Schwester eigentlich nichts schlimmes getan hat und dass du auf dem Holzweg bist. Du bist total von dir überzeugt und reflektierst dein Verhalten gar nicht! Okay, ist dann halt so, aber warum schreibst du denn erst hier? Wolltest du die Bestätigung von anderen haben, dass du toll bist und deine kranke Schwester doof?

Ich denke, mit deiner negativen Energie die du ausstrahlst, solltest du dich von deiner Schwester fern halten. Sie braucht gute Menschen um sich um genug Kraft zu haben und wieder gesund zu werden!

Wie man wegen Pillepalle so nachtragend sein kann, verstehe ich nicht. Ich finde das abstoßend und würde jemanden wie dich sicher auch nicht gerne anrufen und einladen wollen!

Vielleicht hat dich diese frühere Erfahrung mit der Krebserkrankung in eurer Familie ja so geprägt, dass du das selbst nicht merkst, da kann man sich aber sehr gut Hilfe von außen holen, was ich dir auch empfehlen würde. Ich gehe aber eher davon aus, dass du lieber auf alle anderen schimpfst statt den Blick auf dich selbst zu richten....

weiteren Kommentar laden

Ich habe hier so viele empathische und konstruktive Impulse erhalten, dafür sage ich DANKE!

Es gab tatsächlich ein paar "Augenöffner", die ich bisher so einfach nicht betrachtet hatte.

!! Fakt ist (und dies wurde hier gerne überlesen): Seit der Diagnose bin ich für meine Schwester da. Egal, was früher war und habe ich bereits jegliche Hilfe angeboten !!

Mir ging es lediglich um das Maß an Hilfe und Zuwendung.

Bisher war unser Verhältnis davon geprägt, dass sie jahrelang kein Interesse an mir gezeigt hat und ich im Gegenzug immer habe alles stehen und liegen gelassen, wenn es bei ihr "gebrannt" hat. Und dieses Ungleichgewicht kann so nicht funktionieren.

Meine Versuche ihr EXTRA viel Liebe zukommen zu lassen (selber basteln, Karten schicken, liebevoll ausgesuchte Geschenke, Termine absagen, wenn sie eine Krise hatte etc.) haben wohl durch unsere Kindheitsgeschichte eher das Gegenteil bewirkt.

Ich muss akzeptieren, dass sie einfach andere Erwartungen an unsere Beziehung hat als ich. Ich wünschte mir eine innige Schwesternbeziehung und habe dafür auch alles (auch über meine eigenen Grenzen) dafür getan. Total verkehrt, das weiß ich nun. Sie dagegen wollte eine "lockere" Beziehung ohne Verpflichtungen und Info bei wichtigen/großen Neuigkeiten.

Und darauf zielte mein Eingangspost ab. Nicht, ob ich ihr nun zur Seite stehen soll oder nicht. Denn das steht für mich außer Frage!! Es geht nur um das Maß und mein Pflichtgefühl, dass leider immer noch sehr vorherrschend ist.

Ich denke nun, dass ich nach vielen Beiträgen hier nun auch eine andere Sicht auf unser Verhältnis habe und sehr von mir auf andere geschlossen habe. Ich habe mehr erwartet, als sie einfach zu geben bereit war. Und das muss ich akzeptieren.

Im Gegenzug möchte ich mich nun auch nicht vergessen. D.h. ich bin für sie da, aber diese Aufopferung, dieses "alles stehen und liegen lassen" für sie, wird es so nicht mehr geben. Ich gebe, was ich geben kann, muss aber auch meine Grenzen wahren. Und dabei muss ich nur versuchen mein Pflichtgefühl (schließlich muss man in so einer Situation viel mehr geben!) im Zaum zu halten.

Nochmals DANKE für die Kommentare, die nicht die Absicht hatten nur "draufzuhauen", sondern auch konstruktive Beiträge/Impulse geliefert haben #blume

Hallo,

ohne jetzt alles gelesen zu haben, erscheinst Du mir als eine durchaus besonnene, reflektierte und menschliche Person.

Ich kann Dich und Deine Situation gut verstehen, denn auch ich habe ein schwieriges Verhältnis zu meiner Schwester. Es ist bei uns noch nicht soweit, dass wir garkeinen Kontakt mehr hätten, aber ich bin mir absolut sicher, dass es irgendwann so kommen wird. Es wird keinen aktiven Kontaktabbruch geben, aber ein „im Sande verlaufen“ und was soll ich sagen, es berührt mich nicht mehr.
Die Gründe für unserer Differenzen sind vielfältig und sicher nicht nur auf Ihrer Seite zu suchen, aber sie sind inzwischen so groß, dass sie unüberwindbar sind.

Käme sie jetzt mit einer solchen Diagnose, hätte ich ein ähnliches Problem. Im Grunde ist sie Familie und es täte mir auch sehr leid, aber sie steht mir nicht nah, ich habe keinen erwähnenswerten Anteil/Interesse an Ihrem Leben und das beruht auf Gegenseitigkeit. Nur weil sie meine Schwester ist, muss ich nicht an Ihrer Seite sein, um das durchzustehen. Es würde auch niemand von jemandem verlangen dem Vater, der geschlagen hat, die Hand zu reichen und ihn zu pflegen, wenn es dazu käme. Wieso sollte das bei Geschwistern anders sein? Nur weil die Differenzen nicht körperlich waren?

Manche mögen Deinen Begründung hier für Kleinigkeiten halten, Dich für egoistisch und lieblos, aber hier in einem Beitrag, eine Geschichte zu schildern, die vermutlich über Jahre lief und einfach viel Kraft gekostet hat, ist schlicht nicht möglich. Ich denke nicht, dass Du das bist. Ich denke, der Kontaktabbruch war nur das Ende einer langen Kette. Es war bestimmt keine einfache Entscheidung, aber Du hast damit eine Grenze gezogen, die Du nicht mehr überschreiten möchtest und das ist o.k.

Folge Deinem Gefühl ohne schlechtes Gewissen. Du MUSST garnichts und Du bist auch kein schlechter Mensch, wenn Du auf Abstand gehst.
Gib Ihr die Hilfe, die Du von Herzen bereit bist zu geben, alles andere wäre auch nur falsch. Wenn das dann für beide Seiten reicht, um sich wieder etwas anzunähern, umso besser.

Ich wünsche Euch alles Gute

Ich danke dir sehr für deinen Beitrag!!

Ich merke hier ganz deutlich, dass Menschen, die eine ähnliche Erfahrung gemacht haben hier sehr empathisch kommentieren und sich versuchen reinzuversetzen.

Es ist einfach schwierig über etwas zu urteilen/sprechen, von dem man eigentlich noch nie betroffen war. Es ist das eine, sich das vorzustellen und gedanklich für sich festzulegen. Und es ist was ganz anderes, wenn man tatsächlich in so einer Situation steckt.

Wie du schon sagst, ich habe jahrelang auf vollem Herzen und aufrichtig versucht ihr eine gute Schwester zu sein. Wahrscheinlich ist das falsch angekommen oder war einfach nicht die beste Lösung.

Und ja, mittlerweile (nach all den Jahren) habe ich mich distanziert. Es hat mich abstumpfen lassen und ich habe mich auch emotional von ihr gelöst.

Ich finde ihre Situation unendlich traurig. So etwas hat einfach niemand verdient. Und ich wünsche ihr auch von Herzen nur das Beste. Das würde ich auch einem Arbeitskollegen wünschen. Aber es tangiert mich nicht mehr so, wie es mich vor Jahren berührt hätte. Dafür ist für mich zu viel vorgefallen.

DANKE für deinen Bericht!

Ich habe mit meinem älteren Bruder seit Teenagerzeiten wenig Kontakt. Wir leben etwa 300 Kilometer auseinander und telefonieren im Schnitt drei Mal im Jahr. Meine Kinder kennt er kaum, er hat sie eine Handvoll Male erst getroffen. Er fragt auch nie, wie es uns geht. Wir schreiben uns noch nicht einmal über WhatsApp. Mich macht das traurig, er hätte bestimmt ein toller Onkel sein können. Aber so ist er nunmal.

Würde ich heute erfahren, dass er eine lebensbedrohende Krankheit hat, käme es mir ganz sicher nicht in den Sinn, in einem Internetforum danach zu fragen, wie ich mich nun zu verhalten habe. Denn das liegt auf der Hand. In so einem Moment vergisst man alles, was davor war. Ganz egal, wie das Verhältnis bisher war, ich würde bis zum letzten mit ihm gemeinsam kämpfen. Immer.

weitere 3 Kommentare laden

Hallo

ich habe mir ein paar deiner Antworten durchgelesen.

Ich denke, wenn es jetzt nicht um deine Schwester, sondern um eine entfernte Verwandte ginge, wäre dir nicht so unwohl bei deinen Gedanken gerade. Sehe es doch einfach so. Sie ist biologisch deine Schwester, aber emotional eben nicht sehr nah.

Was nützen dir also die Antworten von Leuten hier, die zwar wenig Kontakt zu den Geschwistern haben, dieser aber herzlich ist?

Stell dir doch einfach vor, du arbeitest in einem Verein, der Krebspatienten betreut und Patientin "Sch. Wester" wurde dir zugeteilt. Du betreust sie so gut es geht, aber eben nur soweit es dich nicht vor die Hunde gehen lässt und deine eigene Familie zu kurz kommt. Immerhin ist es "nur" Vereinsarbeit. Verstehst du was ich meine?

Oder die Erkrankung lässt deine Schwester doch erkennen, was wichtig ist im Leben und der Kontakt wird wieder mehr und intensiver.

lg lene

"Ich denke, wenn es jetzt nicht um deine Schwester, sondern um eine entfernte Verwandte ginge, wäre dir nicht so unwohl bei deinen Gedanken gerade."

Ja, da hast du Recht. Und eigentlich habe ich zu vielen meiner Freunde ein innigeres Verhältnis als zu meiner Schwester.

Hier kämpfen gerade mein Kopf/Pflichtgefühl und mein Herz. Und in der Vergangenheit habe ich hauptsächlich auf den Kopf gehört. Nun fühlt sich das nicht mehr stimmig an, aber das "schlechte Gewissen" bleibt, denn es kommen immer die Gedanken "Du musst wieder alles für sie tun".

Ich habe mir hier aber bereits zahlreiche Impulse rausgezogen. Und es ist ok, so wie ich fühle und handle! Ich bin für sie da, aber einfach (durch unsere Vergangenheit und Vorgeschichte) "distanzierter". Ich muss nach allem was passiert ist, nicht alles vergessen und vergeben und in den Modus "Für dich lasse ich wieder alles stehen und liegen" fallen. Es ist ok!

Vielen Dank für deinen Kommentar #blume