Neuer Job

Hallo liebe Urbianer,

mein Mann hat einen neuen Job angenommen worüber wir uns beide sehr freuen. Er fühlt sich dort sehr wohl und spricht quasi seit Monaten von nichts anderem mehr. Gestern musste er auf Geschäftsreise (sie haben ihm eine Frau mitgeschickt, da diese sich in dem Gebiet gut auskennt) was auch grundsätzlich ok für mich ist. Konnte ihn immer erreichen und ich vertraue ihm auch voll. Trotzdem war es ein komisches Gefühl für mich, auch wenn das vielleicht albern ist, dass sie 9 Stunden zusammen im Auto saßen und 9 Stunden wieder zurück. Ab September wird er versetzt und dann kann er nicht mehr pendeln, da es zu weit ist. Ich schaue schon seit Wochen nach einem neuen Haus für uns und möchte gerne so schnell wie möglich mit, da ich ihn schon sehr vermisse, wenn er weg ist. Heute sagte er mir dann, dass er die erste Zelt doch erstmal in der Stadt eine Wohnung nehmen will und dass wir dann in Ruhe gucken. Das ist für mich eigentlich auch total ok.
Die Kinder haben zurzeit Sommerferien und er hat noch viel Resturlaub. Eine Woche waren wir jetzt zusammen weg. Mehr Urlaub wollte er nicht nehmen, da er so gerne bei der Arbeit ist.

Irgendwie häule ich mir schon den ganzen Abend die Augen aus, weil es für mich schon schwer ist, dass so viel Neues auf uns zukommt. Wenn er doch nur einmal sagen würde, dass er auch gerne bei uns ist.
.Ich verstehe es ja. Auf der Arbeit bekommt er dauernd gesagt wie toll er arbeitet und hier warten zwei Kinder und die Ehefrau und erwarten im schlimmsten Fall noch was von ihm. Ihr kennt die Abende...manchmal ist es etwas wild.

Er versteht gerade nicht warum ich traurig bin und ich wollte das mal los werden. Ich fühle mich gerade ein bisschen alleine mit den Kindern.

Danke fürs lesen.

>>>Eine Woche waren wir jetzt zusammen weg. Mehr Urlaub wollte er nicht nehmen, da er so gerne bei der Arbeit ist.<<<

Das halte ich, sehr vorsichtig ausgedrückt, für seltsam.

Gibt es da jemanden, den oder die er zu sehr vermissen würde?

Er hat doch eben erst diese Position aufgenommen.
Da würde ich auch keine drei Wochen Urlaub nehmen!
Wie sieht das aus?
Bei was neuem hält man sich erstmal zurück und gibt Gas

Eben erst?

Er ist schon seit Monaten in dieser Firma, die TE schrieb, "Er fühlt sich dort sehr wohl und spricht quasi seit Monaten von nichts anderem mehr." und "Mehr Urlaub wollte er nicht nehmen, da er so gerne bei der Arbeit ist."

Also keine taktischen Erwägungen.

Nein, das auf keinen Fall. Das Unternehmen lobt ihn halt wo es nur geht und sie halten sehr viel von ihm - sowie ich auch. Sie haben ihn auch angeworben. Er ist auch nicht der Typ der fremdgehen würde. Er ist sehr ehrlich und da vertraue ich ihm schon.

Es ist eher so das Gefühl, dass ich mich gerade so wertlos fühle und es hier Zuhause dagegen langweilig ist. Er war noch nie so der Urlaubstyp. Aber die Kinder wollten wir ja beide und für mich ist das halt auch schwer, dass ich von der Spülmaschine nie gesagt bekomme wie toll das ist, dass ich sie ausräume und auch die Kinder loben einen ja nicht- was ja auch ok ist. Er hat da auch Verständnis und weiß das zu schätzen.

Hi

Nur eine kleine Anmerkung von mir zur Kollegin: Kolleginnen wird er immer wieder einmal haben. Hilft nix. Und glaub mir: nur weil sie eine Frau ist heißt das noch lange nicht, dass sie deinen Mann attraktiv findet. Oder was von ihm will - oder er von ihr.

Meiner kriegt auch ständig "der Kollege" und "ein Kollege" (jeweils verschiedene) hat xy gemacht, oder was gesagt, oder mir geholfen oder xy. Was soll ich tun? Ich arbeite in einem sehr männerlastigem Bereich, es kommt nicht oft vor, dass ich von einer Kollegin erzählen kann, mein Mann muss damit leben, und tut es auch - und muss sich übrigens auch keine Sorgen machen :-)

LG

....teilweise kann ich dich gut verstehen. Leider gehöre ich auch zu den festen, die wenig Lob und Anerkennung für das bekommen, was sie jeden Tag leisten. Ich gehe 20Stunden arbeiten, Regel den Haushalt und unseren Alltag - wirklich alles und habe einen autistischen Sohn. Mein Mann kann es einfach nicht, Punkt. Ich weiß sagen er mich liebt und schätzt, aber er ist nicht der Typ, der redet. finde ich oft sehr traurig, es macht auch einsam, aber so iset.

Ich möchte gar nicht hier groß von mir schreiben, wollte dir aber zeigen das du nicht allein bist.

Dein Mann bekommt genügend Aberkennung um Job, deshalb geht er gern. Gerade wenn jetzt etwas Neues ansteht. So sind die Männer!

Du hast die Kinder und den Haushalt, aber sonst nichts. Und ich denke das Nachtisch unzufrieden. Was hast du abends zu berichten? Ich persönlich finde das überhaupt nicht schlimm. Du hast einen harten Job Tag für Tag. Das sehen die Männer aber selten.

Unterschwellig fehlt dir etwas oder? Wäre es nicht eine Option sich einen Halbtags- oder Minijob zu suchen? Einfach für dich und dein Selbstwertgefühl.. Es tut gut!!!!! Du kommst raus, hast etwas für dich und kannst deinen Mann am Abend erzählen.

Ich hoffe du verstehst mich nicht falsch.

Ich habe tatsächlich einen Minijob und der tut mir total gut. Er ist allerdings an 2 Abenden die Woche und ich muss ihn dann bald aufgrund der Veränderung aufgeben. Ist wahrscheinlich alles etwas viel Neues gerade. Ich mochte unser altes Leben so gerne. Wir sind glücklich und ich habe Angst, dass das bald anders wird.

Danke für Deine Antwort. Es kam wohl alles zusammen. Bisher schaute ich immer nach Häusern (obwohl mir das auch schwer fiel, da ich sehr gerne hier wohne), aber natürlich lieber als Familie zusammen bin. Jetzt bin ich quasi ausgebremst und trotzig, obwohl er fairerweise sagt, dass man sich ja mal hier und da was angucken kann.

Mir fehlt es momentan glaube ich einfach, dass man in Elternzeit keinen geregelten Tagesablauf hat und man am Ende des Tages nicht sieht was man gemacht hat (da das Haus und der Garten ja wieder komplett unordentlich sind). Ich weiß das mein Mann uns sehr vermisst, wenn wir nicht da sind, durch seine Rehazeit und einen Kurzurlaub meinerseits, da er mal wieder nicht wollte. Seitdem fährt er immer mit.

Es tat einfach mal gut sich das von der Seele zu schreiben.

Ist hier bei uns ähnlich. Vertrauen ist wichtig, aber auch ich habe ihn schon mal spät abends angerufen, um ein komisches Gefühl los zu werden.
Aber herzlichen Glückwunsch deinem Mann, ein Job, der Spaß macht und in dem man sich verwirklichen kann, das tut gut. Gerade jetzt beim Wechsel steckt die Familie zurück. Das wird auch wieder besser.

Blöd sind die vielen einsamen angeben Abende für dich. Alles Gute.

Ich weiß ja nicht, wie alt die Kids sind. Aber selbst arbeiten ist das Zauberwort!

Ich fand es schon ohne Mann, der ständig vom super Job schwärmt, extrem frustrierend zuhause. Ich brauche einen fordernden Job, bei dem ich Anerkennung erhalte und erwachsene Menschen um mich habe, für meinen Seelenfrieden.

Und das "Gleichgewicht" zwischen den Partnern wird auch automatisch wieder hergestellt.

LG Claudi

Liebe TE,

ich sehe es ebenso wie meine Vorschreiberin! Nicht nur Männern tut es gut, vom Chef gelobt zu werden. Vielleicht ergreifst Du die Chance und suchst Dir jetzt schon eine schöne Arbeit am neuen Wohnort. Dann hast Du auch etwas neues, spannendes, worauf Du Dich freuen kannst. Dann muß ja dort auch noch Krippe/Kiga gefunden werden und schon gibt's auf einmal richtig viel zu tun für Dich, was nicht Kinder, Küche, Haushalt bedeutet. 😊 Wär das nicht ein Plan?

Liebe Grüße

Darüber habe ich auch schon nachgedacht und das werde ich auch machen. Da die Stadt wo wir hinziehen von den Preisen her so teuer ist, werden wir wohl eher ins Umland ziehen. Ich wollte erstmal gucken wohin genau, damit ich nicht so weit fahren muss. Aber umschauen könnte ich mich schon mal. Ein guter Gedanke. Das lenkt mich etwas ab. Die Kinder sind 8 und 4 Jahre alt

Ich kann nachvollziehen, wie du dich fühlst. Ich bin noch in Elternzeit, mit 2 relativ kleinen Kindern und mein Mann ist selbstständig und sehr erfolgreich. Er liebt seinen Job, auch wenn er nahe am Burnout schrammt, weil er jeden Tag einen vollgepackten 11-12 Stunden-Tag hat und trotzdem nie fertig ist. Bei uns ist das Problem, dass er für nichts außer seine Arbeit Zeit hat (am Wochenende schon mal). Alles rund um Familie und Kinder sowie Haushalt bleibt an mir. Ich liebe es, mich um die Kinder zu kümmern und vermisse meine Arbeit nicht. Trotzdem bin ich im ständigen Zwiespalt glücklich zu sein, weil wir uns durch seine Arbeit ja auch vieles leisten können (haben zum Beispiel gerade ein Haus in der Großstadt gekauft, tolle Urlaube...), ich zu Hause bleiben kann und auf der anderen Seite bin ich oft traurig, weil ich mich alleinerziehend fühle und wir doch eigentlich beide eine Familie wollten. Ich wäre schon glücklich wenn ein gemeinsames Abendessen mit der ganzen Familie keine Ausnahmen sondern die Regel wäre oder wenn wir die Kinder zusammen ins Bett bringen könnten. Dann denke ich mir wieder, wie undankbar ich doch bin, weil es uns allen sehr gut geht und dann fühle ich mich wieder einsam. Ein ständiges hin und her.
Vielleicht hilft es dir, wenn du dir etwas suchst, was du gerne machst, einen Sport, etwas Künstlerisches oder Caritatives. Es hört sich für mich so an, als wärst du in deiner Rolle nicht glücklich, vielleicht sogar etwas neidisch auf den beruflichen Erfolg und die damit verbundene Freude deines Mannes. Das habe ich nicht. Ich finde tatsächlich dass seine eigenen Kinder zu erziehen und ihnen alles beizubringen, was sie für ihr Leben brauchen, der größte und tollste Job der Welt ist. Du hast es in der Hand aus deinen Kindern tolle Persönlichkeit zu machen. Das ist doch weit mehr als ein Bürojob oder Dienstleistungen an fremden Leuten (die dir gar nicht nahe stehen) zu vollbringen. Was für ein qualitativer Unterschied! Was du leistest und arbeitest ist das Beste überhaupt. Du machst aus deinen Kindern so erfolgreiche Personen, die damit erst in der Lage sind, sich erfolgreich in ihrem Job zu verwirklichen. Ich sehe das so. Jeder Job prallt gnadenlos am Muttersein ab. Dass das eine sehr selbstherrliche Anschauung der klassischen Mutterrolle ist, ist mir schon bewusst. Was fehlt, und da gebe ich dir Recht, ist das ausgesprochene Lob für die harte Arbeit. Aber wenn du genau hinschaust, dann siehst du, was du für ein großartiges Dauerprojekt geschaffen hast, deine Kinder. Schau was sie können und wer sie sind! Sind es nicht die besten Kinder der Welt? Bestimmt! Und du bist daran „schuld“ ;)

Hallo,

danke nochmal für Eure Antworten. Ich glaube ich habe einfach etwas Angst vor dem Neuen und irgendwie Angst, dass mein Mann sich auf der Arbeit wohler fühlt als Zuhause und vor allem was so kommt. Er liebt uns, das weiß ich auch, aber er geht jetzt in gemeinsamen Unternehmungen nicht direkt auf. Das ist aber wahrscheinlich bei vielen Männern so.

Unsere Ehe läuft super. Wir sind 10 Jahre verheiratet und verstehen uns sehr gut. Da gibt es jetzt kein Problem, aber ich glaube wenn man sich - zumindest anfangs - nur an den Wochenenden sieht und kleine Kinder hat, geht doch viel Zeit als Paar verloren die man sonst an den Abenden hatte. Das macht mir irgendwie Angst. Auf der anderen Seite nimmt er Rücksicht, dass meine Freundinnen ja hier sind und unser Sohn ja hier in die Schule geht. Aber das sehe ich dann wieder verkehrt herum. Ich habe lieber ihn als alle meine Freundinnen - auch wenn sie mir sehr wichtig sind. Ist gerade wahrscheinlich einfach eine blöde Situation :-).

Ich verstehe ihn ja auch, dass er nicht unser Haus verkaufen will und ein neues kaufen will, bevor er nicht mal einen Tag in der neuen Firma gearbeitet hat.

Aber schön, dass man Euch hat. Vielen Dank für die ganzen Antworten!

Hallo!

Ich verstehe dich sehr gut und schicke dir mal eine ganz liebe Umarmung <3

Mein Gefühl sagt mir, dass das mit dem Job nur ein Symptom eines tiefer gelegenen Problemes ist. Kann es sein dass du tief drinnen Angst hast, dein Mann würde das Leben mit euch als Familie nicht mehr so schätzen und würde sich eher nach "Außen" orientieren?

Wenn dem so ist hilft nur Reden Reden Reden. Wenn die Kinder im Bett sind und schlafen dann koche für dich und deinen Mann ein schönes Essen, zünde eine Kerze an und schaffe eine schöne Atmosphäre und dann rede mit ihm über deine Gedanken. OHNE Vorwürfe zu machen, sondern mit vielen ICH-Botschaften.

An seiner Reaktion wirst du letztendlich merken, ob deine Befürchtungen die Wahrheit sind.

Ich wünsche dir alles Gute!