Mann Wochenbett Depression?

Hallo ich habe letzte Woche unsere zweite Tochter entbunden. Die Geburt war sehr schwer und am Ende musste ich zur Not op. Mein Mann hat dies allea mit bekommen und hatte unsere kleine bei sich während ich im op war. Die Woche war sehr hart. Er hat mich in Krankenhaus gewaschen auf Toilette gebracht usw . Und natürlich unsere große Tochter versorgt.
Seit Freitag bin ich wieder Zuhause. Er ist sehr abgewandt. Kümmert sich um alles geht einkaufen versorgt die große usw.
Wenn die große dann in der kita ist und wir mal bisschen Freizeit haben dann zieht er sich ins Wohnzimmer zurück. Was für mich auch ok ist mal für ne Stunde oder auch abends. Aber damn sind es halt auch mal 2 bis 3 h. die kleine nimmt er nur auf Nachfrage. Die große hat er 24 h getragen usw. Ich fühle mich sehr einsam und separiert. Er möchte auch nicht nochmal über die Geburt reden, sagt das ist für ihn abgehakt.
Bei der ersten Geburt hatte ich schlimme Wochenbett Depression. Kann es sein das er es jetzt hat oder ist er einfach überfordert? Ich lass ihn jetzt auch in Ruhe und versuch auch die große so oft es geht zu nehmen und im Haushalt erste Schritte wieder zu helfen. Ich bin gerade sehr traurig und vermisse meinen Mann. Hab ihn dies auch so gesagt. Da meinte er bloß ich kann mich ja mit ins Wohnzimmer setzen... Er ist eigentlich immer sehr ausgeglichen und ruhig aber sobald jetzt die große rum zuckt was ja normal ist wird er auch sehr ungeduldig

Eine Wochenbettdepression wird u.a. durch die Hormone verursacht und tritt bei Männern so eigentlich nicht auf. Ich vermute da steht was ganz anderes dahinter:
Sieh die Situation aus Sicht deines Mannes. Es war für ihn vermutlich ein traumatisches Ereignis, bei dem er um dein Leben bangen musste. Er hat in diesem Moment funktioniert und sich um alles gekümmert, auch danach. Aber während du es wohl ganz gut verarbeitet hast, scheint er das nicht zu tun. Vielleicht braucht er einfach Zeit, vielleicht bräuchte er aber beratende/therapeutische Hilfe. Frag am besten deine Hebamme, wo er sich hin wenden kann. Dränge ihn nicht, teile aber deine Gefühle mit. Alles Gute euch!

Jede Art von Erlebnissen und Veränderungen im Leben können Depressionen auslösen. Positive wie negative Ereignisse.
Ihr hattet eine sehr dramatische Geburt und Woche, was ihr beide durchgestanden haben müsst, mag man sich nur schwer vorstellen.
Also ja, er kann dadurch in eine Depression verfallen sein. Allerdings keinen Wochenbettdepression, die von Hormonen kommt.

Sprich mit ihm, erkundigt euch, wo er Hilfe bekommen kann. In der Regel ist der Hausarzt der erste Ansprechpartner. Wenn ihr eine Hebamme habt, kann die vielleicht auch helfen.

Alles gute für euch

Hallo, das hört sich ja nicht schön an, aber ich kenne das ähnlich. 😘
Nicht von nach der Geburt, sondern nachdem mein Mann von der zweiten Schwangerschaft nach einem langen und schweren Leidensweg zum Kinderwunsch Thema erfahren hat. Wir hatten das eigentlich schon abgehakt und hatten nur noch einen Zyklus in dem wir es so halbherzig versucht haben und wollten es dann aufgeben. Dann wurde ich verzögert und überraschend doch noch schwanger und hatte auch gleich wieder Komplikationen mit schweren Blutungen. Mein Mann konnte sich lange nicht richtig freuen und zog sich auch Sehr zurück. Das Ganze ging einige Monate und er wollte auch nie wirklich darüber sprechen. Erst jetzt im siebten Schwangerschaftsmonat löst sich das ganze ein wenig. Ich glaube bei ihm ist auch das Trauma von meiner Eileiter Schwangerschaft und eine Verletzung bei einer Ausschabung, nach der ich Not operiert werden musste wieder hochgekommen. Er hat das damals schon nicht verarbeiten können weil ich auch lange Depressionen hatte nach den ganzen Ereignissen.
Mein Mann hat damals gedacht ich sterbe und das hat sich bei ihm so eingebrannt, dass jede ähnliche Situation das Trauma wieder hoch holt. Mein Arzt hat mir damals gesagt, dass Männer in solchen Situation meistens extreme Angst um die Frau haben und nicht so sehr um das Kind in erster Linie. Sie fühlen sich dann oft, als würden sie ganz alleine dastehen, wenn so etwas passiert. Hilflos und machtlos. Und das ist glaube ich für Männer in punkto Ego noch etwas Schwerer, Weil sie meistens die starken für uns sein wollen.
Männer im allgemeinen, nicht alle, aber die meisten, gehen damit einfach noch mal anders um. Sollte es nicht besser werden die nächsten 2 Wochen, würde ich einfach fragen ob er sich mal mit jemand neutralem darüber unterhalten möchte, wir seinem Arzt oder irgend jemand dem er vertraut.
Hast du ihn schon gefragt, wie es ihm geht und was der Grund für sein Verhalten ist?
Vielleicht brauche ja einfach selbst noch ein paar Wochen um sich darüber klar zu werden, was ihn denn so verstört hat.
Deshalb zieht er sich wahrscheinlich auch so zurück.
Wie gesagt, ich kann verstehen wenn er das eine Zeit lang braucht, aber länger als vier Wochen würde ich mir das auch nicht ansehen ohne ihm Hilfe anzubieten von einer dritten Person seines Vertrauens. Vielleicht kann Ich auch die Hebamme helfen. Da ist jeder unterschiedlich in der Frage von wem er sich helfen lassen möchte.
Liebe Grüße

Über paar Ecken kenne ich einen Psychologen - ein mann, wo mein Mann unverbindlich einfach mal eine Stunde reden könnte ohne Therapie. Er meinte er braucht das nicht. Er kann immer alles allein verarbeiten. Seine Mama ist zeitig gestorben und er hat auch nie groß darüber geredet und ich habe Angst, dass nun diese Situation irgendwas in ihm ausgelöst hat . Ich hab ihm auch die telefonseelsorge empfohlen.
Nun ist er schon wieder seit dem 3 h im Wohnzimmer und guckt auf seinem Handy...

Hallo,

erstmal einen herzlichen Glückwunsch zum Baby! Ihr habt die letzte Woche viel durchgemacht und es ist normal, dass ihr erstmal erschöpft seid und viel Ruhe braucht.
Zu Deiner Frage: Eine Postpartale Depression kann sich sehr wohl auch bei einem Mann entwickeln. Denn entscheidend für die Diagnose sind nicht nur die hormonellen Schwankungen nach der Entbindung, sondern- so wie bei jeder Depression- auslösende Faktoren, Umwelteinflüsse sowie nicht ausreichende Bewältigungsstrategien.
Die Not OP, die Zeit danach, es war einfach sehr belastend. Und braucht Zeit, erstmal aufgearbeitet zu werden. Es heißt nicht gleich, dass Dein Mann eine Postpartale Depression entwickelt. Erst wenn die Symptome (Rückzug, Antriebslosigkeit, Freudlosigkeit rtc) über längere Zeit bestehen bleiben.
Es ist erst eine Woche her. Gib ihm und Dir Zeit. Bleib dran. Rede mit Deiner Hebamme. Erzähl ihm von Deinen Ängsten und Deinem Verdacht. Aber überfordere Dich auch nicht. Denn es ist auch für dich eine Zeit, wo viel zusammen kommt. Nimm Hilfe von außen an. Du hast sicherlich Anspruch auf Haushaltshilfe, wenn Du schon Mal eine Postpartale Depression hättest.
Alles Gute Euch.