Ärger um Linkshändigkeit

Hallo ihr Lieben,
eigentlich hätte ich nicht gedacht, dass ich mal ein Schwiegeromapost verfassen miss, aber hier ist in den letzten Tagen so einiges ans Licht gekommen, was mich wirklich schockiert.
Schwiegeroma (Uroma der Kids) ist insgesamt eine eher schwierige Persönlichkeit, wenn man sie allerdings kennt und ihre Spitzen bezüglich der Kindererziehung überhört, ignoriert und nicht allzu persönlich nimmt, kann man ganz gut mit ihr umgehen.
Sie geht ganz gut (bzw davon ging ich bisher davon aus) mit den Kids um, der Große (4,5) ist ab und zu auch mal für ne Stunde bei ihr.

Nun zum eigentlichen Problem aktuell. Sie war Anfang der Woche bei uns und die Kleine (14 Monate) saß auf dem Boden und hat versucht zu malen. Mit der linken Hand. Ständig hat sie ihr den Stift weggenommen und versucht zu erklären, dass sie ihn in die rechte Hand nehmen - natürlich mit wenig Erfolg. Ich hab dann nur gemeint, sie soll sie doch lassen, sie wird irgendwann selbst entscheiden, welche Hand sie nimmt. Soweit hat sie das auch vorerst akzeptiert. Beim Essen hab ich ihr dann den Löffel hingehalten und sie hat ihn wieder mit der linken Hand abgenommen, dann wurde mir sofort in schob etwas giftigerem Ton gesagt, ich habe ihr den Löffel in die rechte Hand zu geben, wieder habe ich mich auf keine Diskussion diesbezüglich eingelassen. Nach dem dritten Löffel dann ist das für mich unfassbare passiert. Völlig aus dem nichts haut sie der Kleinen den Löffel aus der Hand und brüllt uns an, was das soll, sie habe nun oft genug gesagt, dass der Löffel in die rechte Hand "muss".
Nachdem ich die Kleine beruhigt hatte, die natürlich gebrüllt hat wie am Spieß, habe ich sie drauf angesprochen, was das sollte, wiederum wurde nur gebrüllt, ich habe darauf zu achten, dass die Kinder Rechtshänder werden 🤷‍♀️

Als sie dann gegangen war, hab ich mor den Großen geschnappt und mal zu ihrem Verhaltenbefragt, denn er ist ebenfalls Linkshänder (sowie wie auch mein Mann und ich).
Auch er wurde/wird immer wieder "korrigiert", wenn er bei ihr ust. Er hat sich nur nicht getraut, was zu sagen 😔

Mein Mann hat dann Tacherless mit ihr gesprochen, aber sie wird sich nicht ändern. Dazu ist sie in diesem Thema zu fest gefahren .
Konsequenz ist, dass der Große auf keinen Fall mehr alleine zu uhr geht. Es tut mir so Leid, dass ich das bisher nicht verhindern konnte. Und sobald sie bei uns ist, wird sie beim Essen etc nicht bei den Kids sitzen.

Findet ihr das zu hart? Oder habt ihr noch weitere Vorschläge, was wir machen könnten?

Wer meinem Kind derart grob den Löffel aus der Hand haut, kann auf der Stelle mein Haus verlassen und braucht nicht mehr wiederkommen! Du hättest ihr sofort etwas aus der Hand hauen sollen! So ein übergriffiges Verhalten muss man sofort unterbinden, sonst kommt das immer wieder!

Ganz ehrlich, wenn die meinem Kind so derbe den Löffel aus der Hand schlägt und anschreit, weil es früher so war und die linke Hand „Teufelswerk“ etc. war, der hätte ich eine geklatscht und sofort rausgeschmissen.

Es gibt immer noch viele Leute, denen es wichtig ist, dass die Kinder es „richtig“ lernen, mit der rechten Hand zu agieren.

Gesellschaftlicher Konsens ist auch immer noch, dass man zur Begrüßung die rechte Hand ausgestreckt bekommt, sei es im Geschäftsleben, Schule, bei Veranstaltungen, etc.

Aber das muss man nicht mit Gewalt oder Brechstange einfordern! Das würde ich mir auch nicht bieten lassen.

Unabhängig davon würde ich allerdings sehr genau schauen, ob die Kinder echte „Linkshänder“ oder sind das einfach abschauen und vorgelebt bekommen, mit links zu handeln.

Es ist aber auch ein himmelweiter Unterschied, ob man einem die rechte Hand zur Begrüßung gibt, oder ob man mit Links schreiben, malen oder essen soll.
Das eine kann auch ein Linkshänder ohne Probleme, das andere nicht.

Zur Te: Zu hart warst du auf keinen Fall. Du hast ja schon viel Rücksicht auf sie genommen wegen dem Alter, aber beim Löffel aus der Hand schlagen und Anbrüllen ist nun einmal Schluss, auch für die Uroma.

Hi


Abschauen funktioniert im Grunde nicht. Ich habe in der Familie nur Rechtshänder erlebt - auch mit eher vorsichtigen Kommentaren à la nimm den Löffel doch Mal in die rechte Hand! Ich hab willig probiert, genutzt hat es nix. Ein paar Sekunden später unbewusst und automatisch wieder die Hand gewechselt.

Meine Eltern haben es dann lassen - allerdings mit der Ausnahme beim Schreiben. Da haben sie mich gebeten mit rechts zu schreiben. Ich habe schulterzuckend akzeptiert (und da es wirklich als Bitte rüber kam auch keinen Schaden davongetragen - würde es bei meinen Kindern aber trotzdem anders machen).

Ich bin ansonsten noch immer astreine Linkshänderin, essen, zeichnen, jeder Sport (bin auch Linksfüßerin), basteln, arbeiten im Garten, kochen etc. Habe das meinen Kindern auch vorgelebt (schreiben haben sie mich übrigens kaum gesehen) - und es gab keinen Effekt. Die sind Rechtshänder. Haben immer mit der rechten Hand zugegriffen. Nicht wirklich probiert mit links was zu machen.

LG

PS: die "nimm die gute Hand" Kommentare der Großeltern habe vorsorglich sehr früh abgedreht.

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Linkshändig wird man nicht, das ist man. Das Gehirn ist so angelegt. Umerziehung kann richtig schwerwiegende Folgen haben. Du hast da absolut richtig gehandelt, denn vom Umerziehen ist man heute aus gutem Grund weit weg. Sag das der Schwiegeroma.

Könntest du bitte erzählen, welche Folgen das hat? Denn meine Schwester musste auch in der Schule mit rechts schreiben obwohl sie linkshänderin war/ist.
Das interessiert mich wirklich sehr.

An die Fragestellerin: ich finde die Uroma sehr frech und unmöglich. Du hast das alles richtig gemacht.

LG

Ich weiß das, ehrlich gesagt, nicht mehr wirklixh. Ich bin srlbst Linkshänderin und habe mich damit mal befasst. Ist aber 20 Jahre her. Jedenfalls wird nach neuerer Forschung dringend davon abgeraten. Google das dochmal, vielleicht wirst du da fündig. Ich weiß nur noch, dass ich das erschreckend fand, was das alles zur Folge haben kann.

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Nein, ich finde dein Verhalten nicht zu hart.

Habt ihr der Oma mal in Ruhe erklärt, dass neue (naja, ist auch schon einige Jahre her) medizinische Forschungen zeigen, dass es zu teils schwerwiegenden Störungen führt, ein Linkshänder-Kind auf "rechts" umzuerziehen? Das man nicht zum Rechts- oder Linkshänder "wird", sondern das im Gehirn schon bei der Geburt so programmiert ist? Das es nachweislich zu Problemen führt, da rumzupfuschen? Dass die heutige Empfehlung eindeutig(!) dahin geht, die Kinder bzgl. der Händigkeit nicht umzuerziehen?

Übrigens denke ich nicht, dass der Große einen Schaden davon getragen hat, weil ihm seine Uroma manchmal Dinge in die rechte Hand drückt.

Ich bin so eine umerzogene Linkshänderin. Meine Kinder sind alle Linkshänder und das dürfen sie auch sein. Meine Eltern hatten auch ein paar mal versucht meine Kids umzuerziehen. Als ich sagte, sie sollen das bitte lassen, sagte meine Mama, das ich froh sein kann, dass sie mich umerzogen hat😏.

Ich hab bis heute zwei linke Hände und bin total ungeschickt. Ich denke generell, dass es nicht schlimm ist, wenn Großeltern Dinge anders handhaben, aber bei dieser Sache verstehe ich keinen Spaß.

Also ich bin ja bei diesen SM Postings immer recht kritisch, aber wenn jemand mein Kind anbrüllt weil es den Löffel mit der "falschen" Hand nimmt und noch nach dem Kind schlägt, wäre mir der Kragen geplatzt.
Alles richtig gemacht, die Konsequenz ist genau die Richtige #pro

Nein, ich finde es nicht zu hart.

Wie bereits gesagt wurde ist die Händigkeit angeboren und eine Umerziehung kann sich sehr negativ auswirken. Da Uroma das nicht akzeptieren wird bleibt nur die Konsequenz ihr die Möglichkeit zur Einflussnahme zu entziehen.

Und als Linkshänder (deren Mutter sich extrem gegen die Umerziehung gewehrt hat) kann ich nur sagen: Hand geben und Co krieg ich trotzdem hin obwohl ich, laut Oma, ja für alles die böse Hand benutze. ;)

Das ist so unfassbar traurig.... dieses umerziehen von Linkshändern ist ja etwas, was man eigentlich schon ganz lange ncht mehr macht. Vielleicht ist sie selbast auch umerzogen worden und kann das daher nicht aushalten wenn deine Kinder das so selbstverständlich dürfen.

Ich würde mit ihr mal in ruhe reden und sie danach fragen und ihr dann dazu auch empathie geben, falls es wirklich so war.

Hallo,

Das ist echt verzwickt mit den Generationen vor uns.
Deine Oma ist in Zeiten groß geworden wo Kinder noch geschlagen wurden wenn sie nicht artig waren. Linkshänder galten damals als nicht normal, und was andersartigkeit zu Zeiten des Nationalsozialismus bedeutet hat möchte ich mir nichtmal vorstellen. Kinder die irgendwie anders waren kamen in Heime und wurden für Medikamenten Tests frei gegeben.

Da ist es nicht verwunderlich, dass diese Generation heute immer noch panisch auf sowas reagiert. Das ist so tief drin, sowas kriegt man nicht mehr raus. Wahrscheinlich weiß Deine Oma dass es heute anders ist, aber es sind einfach Reflexe. Ich glaube wir alle haben schon Dinge gesagt oder getan die wir in unserer Erziehung erlebt haben, ohne das zu wollen (z.B. iss Deinen Teller leer dann gibt es schönes Wetter). Was man jahrelang eingetrichtert bekommen hat ist nur schwer wieder zu löschen, und ich weiß leider wovon ich rede. Aber das ist nicht Thema.

Die Oma kannst Du nicht ändern. Ich würde es auch so handhaben dass Du immer dabei bist. Wenn sie die Kinder angeht muss sie halt gehen. Das macht sie einmal und dann ist es ihr wahrscheinlich peinlich und passiert ihr nicht nochmal.

LG
Sunny

Mich würde ihr Gebrüll viel mehr stören und ich würde dagegen vorgehen...

Was soll sie denn erreichen, wenn sie die Kids nur zeitweise hat?
Ich denke, ihr Gebrüll und ihr gewalttätiges Handeln sind viel schlimmer.

Zu hart? Sicher nicht. Ich hätte sie nach dem Vorfall mit dem Löffel direkt mehr oder weniger höflich zur Tür gebeten.

Alleine "ich habe ihr den Löffel in die rechte Hand zu geben"...... hätte ich mir schon nicht bieten lassen. Was ich zu "tun habe" und "zu lassen habe", entscheide ich (in dem Fall DU!) selbst!!!

Sag ihr unmissverständlich unbekannterweise einen schönen Gruß von mir, dass das Körperverletzung ist, was sie da macht, ob sie es wahrhaben will oder nicht, da das ja eine Sache des Gehirns ist und keine schlechte Angewohnheit, wie sie in der Steinzeit das noch lernte.
Meine Tochter wurde 1982 zwangsumgewöhnt in der Schule, ich kam nicht dagegen an, trotz mehrfacher Vorsprache bei Lehrern und Direktor. Ich ließ sie dann zwar zuhause machen, wie sie wollte, aber die Verwirrung war bei dem Kind dann so perfekt, dass sie überhaupt nicht mehr wusste, mit welcher Hand sie zugreifen sollte und sie viele Probleme durch die ganze Schulzeit durch hatte, auch im praktischen Leben. Da gab es auch Unfälle. Das geht ihr heute noch manchmal so, wenn sie schnell zugreifen muss.
Aber dieser unwürdige Zirkus ist fast 40 Jahre her - und das muss auch diese Oma einsehen, wenn sie das Kind weiter um sich haben will. Da hilft nur eine unmissverständliche Ansage und bitte setzt euch durch, egal, ob es eine alte Frau ist.
LG Moni

Wegen der Händigkeit würde ich noch mal in Ruhe mit ihr Reden.

Zum Anbrüllen würde ich ihr aber mitteilen, dass sie dann beim nächsten Mal hochkant rausfliegt, sollte sie sich noch mal so benehmen!


Wurde sie selbst mit Gewalt umerzogen?
Manche frühkindlichen Erfahrungen sitzen tief.

Das könnte zwar beim Gespräch zur Händigkeit helfen.
Beim Thema Anschreien und Löffel aus der Hand reißen wegen eigener Vorstellungen (ohne Gefahr z.B. ins Auge stechen oder auf andere werfen), gilt der Rausflug.
Egal was früher war.

Als ich in die Volksschule kam, wurden schon Linkshänder-Füllfedern ausgeteilt. Das ist immerhin schon 24 Jahre her!

Die Schwiegeroma hat da noch sehr sehr alte Ansätze im Kopf. Das Schlagen wird eine davon sein.


lg lene

Mein mann wurde auch von seiner Oma mit Gewalt zum rechtshänder umerzogen und salopp gesagt hat er einen Schaden davon getragen. Seine Handschrift ist unleserlich, beim Essen wechselt er desöfteren die Hand usw.
Wenn ich sowas bei meinem Kind mitbekommen würde wäre was los. Man schult heute mit gutem Grund Linkshänder nicht mehr um.

Herje! Was für Probleme man nicht haben kann?! Also nicht du, Sie! Meine Schwiegermutter ist zwar sehr übergriffig und kann bis heute nicht so ganz verstehen warum ich überhaupt stille und viele Dinge so mache wie ich sie mache. Aber bei sowas (gut der ist völlig egal das unser Sohn Linkshänder ist, auch bedingt durch seine PVL und Spastik im rechten Arm) würde ich richtig ausflippen und mich zum ausflippen zu bringen braucht es viel. Vor meinem Mann würde sich solch ein Verhalten erst recht nicht trauen. Mein Mann hat zwar noch nie in seinem Leben eine Frau geschlagen. Würde sie aber sein Kind schlagen, wegen solch einem nonsense, würde ich ihm zutrauen reflexartig auszuholen und umgedreht ihr eine zu knallen und anschließend raus zu werfen. Aber davon unabhängig so übergriffig sie auch ist, die hat ihren Sohn nie geschlagen und würde auch ihre Enkel nie hauen!

Ich hätte sie sehr energisch der Wohnung verwiesen und sofern sie sich nicht beim Kind entschuldigt auch keinen Kontakt mehr gewährt und ich könnte zb niemanden mehr vertrauen ohne mein Beisein auf mein Kind aufzupassen, wenn ich sowas erleben würde. Vertrauensbruch schlechthin. Und ich wäre sogar knallhart und würde ihr mit einer Anzeige drohen sollte man jemals was derartiges erneut erlebt.