Regretting Motherhood...?

Hallo.
Ich muss es einfach mal los werden...
Ich weiß nicht genau was mit mir los ist, ich weiß nur es geht mir nicht gut...
Ich habe einen fast 3 jährigen Sohn mit meinem Partner mit dem ich über 7 Jahre zusammen bin.
Absolutes Wunschkind, über 1 Jahr versucht schwanger zu werden, dann mit einigen Behandlungen nachgeholfen und dann war das große Glück da. Die Schwangerschaft war traumhaft, schon als es näher zum ET ging merkte ich dass ich "unglücklich " darüber war dass die ss vorbei sein sollte.
Die Geburt war nicht einfach, KS stand im Raum aber wir schafften es noch natürlich. Ich trug schwere Geburtsverletzungen davon die mir noch Monate lang Probleme bereiteten. Von Anfang an fühlte ich mich unfähig, versuchte zu funktionieren. Ich erkannte nicht was er hatte wenn er schrie, arbeitete immer alles nacheinander ab. Schon da dachte ich, mir fehlt das Mutti Gen. Vor der Geburt machte ich mir Gedanken, ob es reicht 1 Jahr Zuhause zu bleiben. Als er auf der Welt war, beneidete ich meinen Partner dass er jeden Tag auf Arbeit gehen durfte. Mir fiel die Decke auf den Kopf. Natürlich gab es auch schöne Momente, wir machten Kurse, besuchten Kollegen und Freunde, draußen rum war ich immer stolz auf dieses kleine Wesen und genoss die Bewunderung die ihm entgegengebracht wurde. Auch Zuhause war nicht alles schlecht, ich weiß nicht wie ich das hier ausdrücken soll ohne dass ich als gefühlskaltes Monster rüberkomme.
Es gab gute Phasen, es gab schlechte Phasen. Es gibt tausende Fotos und Videos, gerade habe ich wieder welche angeschaut und bedauere auch dass ich Die babyzeit gar nicht so genossen habe...
Als er in die Krippe ging und ich wieder arbeiten ging es mir erstmal besser. Nicht den ganzen Tag Baby bzw. Kleinkindkram, Begegnungen mit Erwachsenen, intellektuelle Forderung.
Aber es kommt immer wieder durch... ich bin genervt vom ständigen trotzen, wüten,ningeln. Von der fremdbestimmtheit, von den ewigen Planungen was es zu essen gibt weil ja immer das Kind berücksichtigt werden muss. Mal spontan was unternehmen? Hat das Kind schon gekackert? Wann muss er Mittagschlaf machen, wann muss er was essen usw. Ich bin so unflexibel, dass ich spontane Dinge mit Kind hasse, ich brauche Sicherheit. Und am Ende schaffe ich es doch alles zu meistern. Ja das macht mich dann auch wieder stolz aber nur kurzzeitig. Versteht mich bitte nicht falsch, ich liebe diesen kleinen Sonnenschein. Ich bin stolz auf ihn, ich bewundere ihn, seine Cleverness, seinen Spürsinn, seine Freude an einfachsten Dingen. Er ist der hübscheste Junge den ich je gesehen habe. Ich leide mit ihm wenn er Schmerzen hat ,Fieber hat, krank ist. Aber es geht mir nicht gut. Ich bin genervt wenn ich zum 20.mal sein Spielzeug wieder aufbauen soll, zum 10.mal die Geschichte vorlesen soll, es abends keine Ruhe gibt und er 5 mal im Bett noch nach Mama und Papa ruft. Ich merke selbst dass ich keine Geduld habe, ich versuche mich anzustrengen. Mein Partner weiß nichts von diesen ambivalenten Gefühlen, er sieht nur meine Ungeduld und kritisiert das natürlich. Er hat ja recht, es bringt nichts wenn ich dem Kind gegenüber laut werde, dies fällt mir so schwer mich da in den Griff zu kriegen.
Ich habe so ein schlechtes gewissen..ich wolltedieses Kind so sehr und ich bin unfähig. Ich bin unfähig ihn nachts zu beruhigen. Er wacht schreiend auf, ich verliere nach 3 Minuten die Geduld, mein Partner muss helfen, bei ihm ist der kleine sofort ruhig und schläft weiter. Ich weiß selber dass er meine Ungeduld spürt und sich sio nicht selber beruhigen kann. Aber ich kann einfach nicht aus meiner Haut.
Ich möchte das auch nicht so vor meinem Partner zugeben denn ich denke, so etwas was ich denke darf nicht sein.
Er weiß dass ich von Anfang an zu kämpfen hatte, aber ich denke dass er nicht weiß wie schlimm es in mir aussieht. Er sieht mich traurig, ich begründe das mit einzelnen Situationen in denen ich hilflos bin aber dass ich das ganze Kinderding bereue, nein das kann ich nicht aussprechen. Und was sollte es ändern wenn ich es aussprechen würde?

Danke, ich musste es mal los werden. Den gedanke mir professionelle Hilfe zu suchen hatte ich schon, aber ich traue mich nicht. Dieser Schritt erscheint mir so unüberwindbar. Ich wüsste gar nicht wie ich bei meiner Ärztin anfangen sollte. Und ich schäme mich, ich schäme mich so sehr, auch vor allen anderen außer meinem Partner die das dann vielleicht erfahren würden

Mag sein, dass hier jetzt gleich verbale Steine fliegen, aber für mich klingt das sehr normal.

Du hast die Erwartungshaltung, dass du immerwährend glückselig sein musst, weiö sich dein KiWu erfüllt hat. Musst du aber nicht. Kinder nerven, kinder stinken, Kinder machen Dreck und Arbeit und sind anstrengend. Das ist so, das ist normal und nach dem 5. Mal Geschichte lesen habr auch ich keine Lust mehr.

Das ist aber doch alles vollkommen normal und glaube mir, es wird mit zunehmendem Alter besser, wenn die Kinder selbstständiger werden.

Und warum sollten Jetzt Steine geworfen werden 🤔😅deine Antwort ist völlig normal

Wenigstens gibt es bei dir schon Geschichten. Ich stecke noch in den Tierbüchern fest mit der allgegenwärtigen Frage "Wie macht der/die/das XXX?"


lg lene

Hi, Ich glaube nicht daß du eine schlechte Mutter bist und dein Kind bereust.ich glaube dir geht es wie vielen Müttern,die einfach nicht für die Baby & Kleinkind Zeit gemacht sind.du schreibst ja selbst das du Muttergefühle hast .es mangelt an Geduld für"Kleinigkeiten"und das fremdbestimmte,diese Punkte verschieden ja umso älter die Kinder werden.vielleicht helfen dir diese Denkanstöße.

Geht/Ging mir auch so. Zum Glück bleiben Kinder nicht ewig klein- dann hätte ich keine bekommen.

Es gibt wohl Frauen denen die ganzen Opfer die man bringt nicht so viel ausmachen, Ich bin auch völlig genervt von der Fremdbestimmung und der wenigen Zeit alleine.

Aber was ist die Alternative? Keine Kinder? Man schneidet die Lebensader hinter sich ab. Nichts das bleibt wenn man geht. Ich habe mir immer Kinder gewünscht und stehe auch nach wie vor noch hinter dieser Entscheidung.

Das Kind weggeben ist wohl keine Option. Da du deine Entscheidung nicht zurück nehmen kannst musst du einfach schauen was dir fehlt. Mal ein Samstag alleine in der Stadt? Wie oft kommst du privat ohne Kind raus? Ich fahre manchmal mit einer kinderlosen Freundin in die Sauna, ins Kino usw.

Probiere nicht die perfekte Mutter zu sein und deine Bedürfnisse sklavisch unterzuordnen. Kein Kind hat eine schlechte Kindheit weil die Mama mal keinen Bock auf die zehnte Geschichte hat oder es mal anschnautzt. Aber eine dauerhaft unzufriedene Mutter wirkt sich schon negativ aus.

Versuch nicht alles perfekt zu machen und verabschiede dich von unrealistischen Erwartungen. Dann gibt es unterwegs mal ne Pommes weil du nix vorbereitet hast. Dann mach halt abends mal ne halbe Stunde Kika an und ruh dich aus. Bald musst du keine Windeln oder Snacks mehr mitschleppen. Bisschen wird da heute auch übertrieben, die Kinder sind alle wohlgenährt und überstehen auch mal ne Stunde oder zwei ohne Futter.

Es wird einfacher werden und dann bekommst du deine Freiheit in kleinen Schritten wieder.

Alles gute für euch

Oh ja, da wird teilweise echt übertrieben.
Letztens war ich das erste Mal beim Krabbel-Turnen und nach ca 30 min fangen ein paar Eltern an Snacks und Brote auszupacken und die Kinder saßen dann da und aßen anstatt zu Turnen. 🤔
Da habe ich mir auch gedacht, ob die Kinder nicht mal die 1 h und 15 min aushalten können. Zumal Essen in der Turnhalle eigentlich nicht mal erlaubt ist, aber der Leiter hat da nichts gegen gesagt.

Danke für deine Antwort.
So perfektionistisch bin ich gar nicht, was das essensthema betrifft.
Es ist schon so wie du schreibst.
Er bekommt nicht immer das super tolle gesunde frisch gekochte Essen. Er ist eh ein mäkeliger Esser, da reicht auch ein Käsetoast und es gibt auch mal McDonalds. Ich habe damit auch kein Problem.
Es dreht sich in meinen Gedanken auch nicht immer um sein Essen, gutes Beispiel, letztens waren wir unterwegs und kamen an unserem damaligen Lieblingspizzadienst vorbei (sind mittlerweile 30km weiter weg gezogen). Wir haben beide etwas mitgenommen was der kleine nicht isst. Und erst im Auto dämmerte uns dass er ja von meiner scharfen Pizza kosten wollen könnte. Naja wir konnten ihn dann zu Nudelauflauf überreden den wir noch im Kühlschrank hatten.
Und genau solche Situationen lassen mich dann denken dass ich keine gute Mutter bin weil ich da eben nur an mich denke.

Aber ihr habt schon recht, ich bereue nicht dieses Kind. Heute waren wieder so viele Situationen wo ich so stolz auf ihn war und auch dachte "Mensch das ist MEIN Kind, ich hab das gemacht und hab es schon so weit gebracht". Aber genauso war auch wieder eine Situation wo ich bei einer Stunde dauerbrüllen keinen Zugang zu ihm fand und wirklich verzweifelt war, wütend wurde, ihn anschrie und selber zu weinen anfing.
Ich habe mich dann natürlich entschuldigt und wir haben dann auch zusammen in den Mittagschlaf gefunden aber genau solche Situationen lassen mich dann zweifeln weil ich es einfach nicht hinbekomme und so hilflos daneben stehe.

Vielleicht bereust du es gar nicht generell, sondern hast einen nicht so guten Umgang mit negativen Emotionen?

Vielleicht überwiegen bei dir einfach Ärger, Stress, Wut, Angespanntheit, Ungeduld.

Ehrlich gesagt kenne ich das fast alles was du geschrieben hast selbst sehr sehr gut. Ich habe jetzt professionelle Hilfe und bin gerade dabei es anders zu lernen. Im Prinzip geht es bei mir darum mit Emotionen anders umzugehen, die negativen nicht so auszuleben und die positiven zu verstärken. Es wundert mich selbst, dass es zu klappen scheint!!

Ich glaube viele Mütter sind genervt etc, aber bei mir war es echt extrem. Dein Text klingt für mich als wäre es bei dir ähnlich. Du kannst bestimmt etwas an deiner Situation ändern! Sprich es doch beim Kinderarzt an, der kennt sich besser als der Hausarzt mit Beratungsangeboten bzgl Kindern aus! Ich habe das Glück, dass unser Kinderarzt selbst auch noch Verhaltenstherapeut ist und wohl ein ganz gutes Gespür hat. Er hat mich von sich aus angesprochen und es mir angeboten. Jetzt mache ich bei ihm ein paar Stunden Verhaltenstherapie.

Vielen Dank für eure Antworten, es tut gut zu lesen dass es anderen ähnlich geht und dass es wahrscheinlich nicht so schlimm ist wie ich selber denke. Auf keinen Fall würde ich mein Kind wieder zurück geben wollen.
Der Punkt mit den negativen Emotionen ist ein guter Denkanstoß. Es stimmt dass ich schlecht mit Ärger, Wut etc umgehen kann und mich schnell zurück ziehe, beleidigt bin, auch schnell anfange zu weinen. Ist natürlich für die Partnerschaft auch nicht förderlich. Es kommt dazu dass wir eine Krise zu meistern haben , aus anderen Gründne kurz vor einer Trennung standen aber daran arbeiten- was auch gut klappt im Moment. Trotzdem schwebt diese Angst immer mit, bei jeder kleinen negativen Stimmung, dass es doch zur Trennung kommt. Ich weiß auch dass ich mir oft zu viele Gedanken mache, zu viel negativ sehe, zu viel grübel, zu viel zweifel.
Diese negativen Emotionen dem Kind gegenüber waren aber auch schon vor unsere Krise da.

Zum Punkt 'Zeit für uns', die ist da. Wir haben Unterstützung, der kleine ist regelmäßig bei den Großeltern, schläft dort auch mal 3 Wochenenden nacheinander. Ich habe ihn nicht 24/7 um mich, bin kein Dauerbespaßer, das kam vielleicht etwas falsch rüber. Er kann durchaus 30/45 Minuten allein spielen. Und trotzdem fühle ich mich nicht gut? Das lässt mich dann wieder zweifeln. Wie sollte das denn aussehen wenn ich z.b. alleinerziehend wäre?

Ein wichtiger Punkt ist denke ich auch dass der kleine ein Frühaufsteher ist und immer zwischen 5 und halb 6 wach ist. DAS MACHT MICH FERTIG. Klar liege ich jetzt auf dem Sofa und er spielt für sich ,ich kann da auch nochmal 20 Minuten die Augen zu machen aber man ist halt erstmal wach und das ist nicht das selbe wie wenn man mal bis 8 durchschlafen könnte. Und wenn dann morgens halb sechs eine Diskussion über die Größe der Milch dazu kommt, weil es dem Werten Herrn nicht passt (es ist genauso viel wie immer drin aber er bildet sich ein es sei weniger) dann krieg ich zu viel. Das muss ich mir doch sonntags halb sechs nicht antun, aber ich muss es aushalten.
Klar auch hier habe ich Unterstützung, wir wechseln uns ab mit aufstehen, einer hat immer einen Wochenendtag wo er länger schlafen kann. Wir legen uns auch zum Mittagschlaf mit hin aber das nervt mich dann schon wieder weil man nix schafft Zuhause.



Naja genug Erklärungen, ich muss schauen wie ich damit klarkomme. Ich gehe nochmal in mich, schaue wie es sich entwickelt und ob ich dann doch Hilfe brauche.
Vielen Dank erstmal für die positiven Rückmeldungen.

Die Frage ist: ist es so, wie die anderen Schreiberinnen vermuten? Und vielleicht normal oder eine Belastungsstörung oder einfach das Alter des Kindes und die familiäre Gesamtsituation.
Das kann man ändern, behandeln, des geht vorbei.

Oder bereust du es wirklich und aus tiefstem Herzen?
Dann ist es super, wie du das "trotzdem" machst. Und du musst due Zeit arbeiten lassen. "Rücksendeticket" gibt es nicht. Aber vermutlich willst du dein Kind auch gar nicht "zurückschicken" und liebst es! Das glaube ich dir!
Du würdest dich evtl gerne in den Zustand ohne Kind zurückabstrahieren ohne das Kknd je gekannt zu haben.

Ich finde es gut, dass du darüber sprichst.

Hallo liebe TE,

mir ging es lange Zeit ähnlich wie dir. Mein Sohn ist und war ein unfassbar anstrengendes Kind, die Geburt traumatisch. Ich hatte genau die gleichen Gedanken wie du.
Ich habe mir tatsächlich Hilfe geholt und viel daran gearbeitet. Dabei habe ich zum einen gelernt, viel besser und rechtzeitiger auf meine Bedürfnisse zu hören. Mich nicht mehr nur aufzuopfern. Auch Mütter dürfen mal Tage haben, an denen es etwas entspannter läuft. Ich bin kein 24/7 Bespaßungsclown, sondern möchte auch noch andere Dinge im Leben haben. Erwartungen runterschrauben, es muss nicht immer alles perfekt sein.
Zum anderen hat mir dieser Gedanke geholfen:
Mit dem starken Kinderwunsch steht man an einem Scheideweg des Lebens. Entweder es klappt nicht weil man nicht schwanger wird/der Partner nicht möchte/die Lebensumstände es nicht erlauben usw usw und dies führt bei starkem Kinderwunsch mit großer Wahrscheinlichkeit zu einer Depression oder ähnlichem. Es würde einem damit nicht gut gehen.
Oder man bekommt ein Kind und stürzt damit ins Chaos. Landet in einer 100%igen Fremdbestimmung, oft Überforderung und viel viel Arbeit. Diese Situation gilt es zu meistern, was sehr schwer ist. Damit geht es einem auch nicht immer gut. Aber wenigstens kann man hier gestalten und Kinder werden älter, man bekommt wieder Freiheiten zurück. Deswegen finde ich diese zweite Alternative MIT Kindern erstrebenswerter als die Alternative mit dem unerfüllten Kinderwunsch, an dem man ggf. sein Leben lang zu kämpfen hat.

Mir hat geholfen, mir das so bewusst zu machen.

Denke nochmal über professionelle Hilfe nach. Mir hat es so gut geholfen, dass ich sogar noch ein 2. Kind bekommen habe und bisher gut mit den erneuten Entbehrungen zurecht komme. Hätte ich selber nie gedacht.

Ich wünsche dir und deiner Familie das Allerbeste!

Hallo!

Ich kann dich verstehen, habe auch 2 Kleinkinder.. Aber da meine Mutter mich häufiger angeschrien hat und ich weiß wie sich das anfühlt, habe ich an mir gearbeitet und mir passiert das eigentlich so gut wie gar nicht und wenn es mir mit meiner fast 3jaehrigen mal passiert, entschuldige ich mich sofort und erkläre, dass das nicht ok ist und auch Mamas Fehler machen. Ich habe das Gefühl, dass das die Situation dann ganz gut rettet. Ich denke manchmal ueber eine verhaltenstherapie nach, da ich ein solches Verhalten ggue Kindern auch nicht fuer ausnahmsweise akzeptabel halte. Es schädigt das Selbstwertgefühl und das ist das wichtigste was ein Mensch heute braucht. Zudem kann ich dir Alfie kohn unconditional parenting empfehlen, auf deutsch liebe und Eigenständigkeit glaube ich. Alles nicht so einfach..

Alles Gute!

Hallo,

hast Du mal Deine Schilddrüse checken lassen?

Sie ist "Dreh- und Angelpunkt" des Körpers und oft verantwortlich, wenn negative Gefühle sich so extrem äußern.

Danach bzw. parallel dazu solltest Du Dir tatsächlich therapeutische Unterstützung suchen. Das muss Dir überhaupt nicht peinlich sein- erstens kann Jeder in die Situation kommen und zweitens erfährt Niemand davon, wenn Du das nicht möchtest. Mit Deinem Mann solltest Du allerdings unbedingt offen reden, denn die Tatsache, dass er nicht weiß, wie es Dir wirklich geht, belastet Dich letztlich zusätzlich.

Übrigens finde ich das, was Du von Deiner Beziehung zu Eurem Sohn und Deinem Umgang mit ihm schreibst, gar nicht so extrem negativ. Wichtig ist, dass Du auch positive Phasen und Erlebnisse wahr nimmst- und genervt sind wohl die allermeisten Eltern mal von ihrem/n Kind/ern. Kleiner Tipp: man darf auch nach der 9. Geschichte sagen, dass es jetzt erstmal reicht mit Vorlesen (rechtzeitig vorher ankündigen) ;-). Muss bzw. sollte bei Dreijährigen nicht mehr auf jeden Wunsch/jede Forderung sofort reagieren.

Wichtig ist, dass Du auch von der Arbeit abgesehen für Dich sorgst. Dir kleine Auszeiten im Alltag sowohl mit Kind (z.B. einen Kaffee und zehn Minuten lesen, nachdem Ihr zu Hause seid nach Kita und Arbeit), als auch ohne mit Freunden bzw. auch mit Deinem Mann schaffst. Wenn sich alles ausschließlich um's Kind dreht, ist das m.E. irgendwann gar nicht mehr so "entzückend", sondern anstrengend und ja- möglicher Weise auch frustrierend.

Ich hoffe, das hilft Dir ein wenig weiter?!

Liebe Grüße,

Kathrin

Die Schilddrüse ist eingestellt, bin damit seit 9 Jahren in Behandlung und unter regelmäßiger Kontrolle. Aber danke für den Tipp.

Es dreht sich nicht alles ums Kind (habe weiter oben schon geantwortet dass wir viele Auszeiten haben) und ich erfülle ihm auch nicht jeden Pups sofort.
Genau weil ich das eben nicht mache und er ja auch (bis auf sich aktuell häufende Trotzanfälle) ein eher unkompliziertes Kind ist, zweifel ich ja dass ich trotzdem so genervt bin und irgendwie ausgelaugt.

Wo steht, dass Du ein Spielzeug 20x aufbauen musst und ähnliches? Nirgends. Stell mal 50% weniger Ansprüche an Deine Perfektion und es wird besser werden. Ich hab noch nie eine Geschichte 10x vorgelesen. Auch ein Dreijähriges kann sich mal eine Weile selber beschäftigen. Wenn ich Kinder zum Beaufsichtigen da habe, sitze ich auch nicht die ganze Zeit davor. Ich male z.B. mit ihnen und sag dann, so, jetzt machst du alleine weiter, ich koch uns was Gutes...o.ä.
Das muss man nur durchsetzen, dann klappt das. Viele Mütter verwechseln sich mit einem Daueranimateur - und dann hängts einem zum Halse raus, kann ich voll verstehen. Kann man aber ändern..Zuerst wird der Zwerg vielleicht protestieren, aber irgendwann begreift er es schon und Du hast einen Freiraum mehr. LG Moni

Hui, jetzt mach ich mir ja ein paar Gedanken. Mir geht's genauso wie dir. Aber ich dachte, dass es normal ist. Denn bis auf wenige Ausnahmen ist es auch bei meinen Freundinnen so. Und wir alle lieben unsere Kinder.
Ich tu allerdings inzwischen auch nicht mehr so als würde mir permanent die Sonne aus dem Hintern scheinen. ;-) Ich finde es ungesund, dass die Mutterschaft immer als dieses glückselige Nonplusultra dargestellt wird. Ich gehe fast voll arbeiten, habe einen Haushalt zu führen und zwei kleine Kinder. Ich finde da darf ich auch mal angenervt sein. Und was meinst du wie ich mich auf die Zeit freue, wenn die Kinder selbstständig werden. Schon jetzt mit 4 und 6 haben wir wieder deutlich mehr Freiräume.
Hab kein schlechtes Gewissen wegen deiner Gefühle und wenn du denkst, dass es doch um mehr geht, dann guck mal nach einer Therapie oder vielleicht würde auch eine Kur helfen.

Ich habe zwei absolute Wunschkinder und trotzdem erwische ich mich, wie ich es manchmal "bereue" noch das zweite bekommen zu haben. Das ist ein süßer kleiner Junge und ich liebe ihn wirklich genau so wie den ersten.
Aber der große ist für seine 2 1/2 Jahre schon so selbstständig und ich merke, wie ich es genieße, dass er durchschläft, dass er mal 5 Minuten allein spielen kann, etc. Der kleine ist ein anstrengendes Baby, war Schreibaby und ist auch jetzt mit 10 Monaten immer noch unzufrieden, kann sich noch nicht von a nach b fortbewegen und es nervt mich wirklich, dass ich immer irgendwie noch dieses riesige Kind immer bei mir habe, immer Körperkontakt, immer das Geheul. Mein Leben könnte so entspannt sein. Aber gut, wir haben uns dafür entschieden, da muss ich jetzt durch, muss auch jeden Tag an meiner Geduld arbeiten. Ich hoffe wirklich, dass es besser wird, wenn er ein bisschen größer ist und ich auch mal wieder Mensch sein darf. Ich glaube, dass das tatsächlich normale Gefühle sind und eben nicht jeder für die Entbehrungen gemacht ist.
Ich freue mich über jeden Schritt, den meine Kinder in die Selbstständigkeit machen und vor allem freue ich mich auf die Zeit, wenn sie dann auch einmal ein paar Tage nicht da sind. Aber momentan geht das mit dem kleinen noch nicht und den großen wollen die einen Großeltern nicht und bei meiner Mutter darf er erst bleiben, wenn er richtig sprechen kann und trocken ist... Aus diversen Gründen.

Mir geht es auch ähnlich wie dir und deswegen bekomme ich nicht den Eindruck, dass du es tatsächlich bereust, Mutter geworden zu sein. Es ist doch normal, dass es eben Dinge aus dem alten Leben gibt, die man trotz aller Liebe für sein Kind vermisst. Und an manchen Tagen vermisst man sie vielleicht ein bisschen mehr. Ein Kind zu haben ist eben ein riesiger Einschnitt ins Leben. Meine Tochter war ebenfalls ein absolutes Wunschkind und trotzdem dachte ich in den ersten Tagen nach der Geburt, mein Leben wäre vorbei. Sie war kein schwieriges Baby, nur ich hatte völlig verklärte Vorstellungen vom Leben mit Kind gehabt. Ich wollte sie ganz am Anfang sogar wieder weggeben, weil ich dachte, ich kann das nicht. 😱
Nun ja, sie ist gerade zwei geworden und wir warten aktuell darauf, dass der kleine Bruder endlich schlüpft. 😜
Ich finde, man merkt jetzt schon, dass es einfacher wird, je älter sie werden. Man bekommt Stück für Stück ein bisschen Freiheit zurück und je nachdem, was für ein Typ man ist, hat man immer mehr Spaß mit seinen Kindern, je älter sie werden. Ich freue mich schon, wenn wir mal gemeinsam Brettspiele spielen oder was basteln und backen können. Die geborene Babymama bin ich nämlich auch nicht, auch wenn ich Babys total süß finde und weiß, dass ich beim kleinen Bruder entspannter sein werde als bei meiner Tochter.

Ich verstehe dich so gut. Ich konnte s geschrieben haben. Ich bereue es nicht Kinder bekommen zu haben aber ich schaffe es nicht mich voll und ganz darauf einzulassen. Meine beiden sind 4 Jahre und 10 Monate. Manchmal fühlt es sich an als wäre ich nur Beobachter in der Familie, als wenn ich immer am Rand stehe obwohl 2 an mir zerren. Auch fällt es mir schwer mich voll und ganz an ihnen zu erfreuen. Aber.. Ich habe erkannt das ich das Problem bin und das ich so nicht weitermachen will und kann. Mein Mann und teils auch Familie wissen davon aber reden es runter. Ich bin gerade dabei mir einen Therapeuten zu suchen denn ich möchte nicht das meine Kinder später so voll Zweifel sind wie ich selber.
Dir alles Gute!

"Von Anfang an fühlte ich mich unfähig, versuchte zu funktionieren. Ich erkannte nicht was er hatte wenn er schrie, arbeitete immer alles nacheinander ab. Schon da dachte ich, mir fehlt das Mutti Gen."

Ich vermute, eure schlimme Geburt hat ursächlich zu deinen Problemen jetzt beigetragen.

Es klingt ein wenig so, als hättest du keine richtige Bindung zu deinem Kind entwickeln können.

Ich würde an deiner Stelle mal die Geburt aufarbeiten und versuchen, die Bindungsproblematik professionell oder mit einer geeigneten Gesprächspartnerin (spezielle Hebamme etc.) aufzuarbeiten.

Du musst dich für nichts schämen! Euch wurde damals etwas Schlimmes angetan und du konntest in deiner Mutterrolle vermutlich nicht richtig ankommen.

LG

Hallo!

Ehrlich gesagt, beim Lesen deines Textes habe ich mich an vielen Stellen erkannt. Und ich bereue meine Kinder nicht. Sie sind mittlerweile 5 und 6 und ich kann mein Leben ohne sie nicht vorstellen. Nichtsdestotrotz habe ich bei weitem nicht so viel Geduld wie mein Mann ihnen gegenüber hat.

Als die Kinder 2 und 3 waren bin ich oft an meine Grenzen gekommen. Da habe ich auch manchmal gedacht wie schön das Leben ohne Kinder doch wäre. Ich war froh, wenn die zwei im Bett waren und ich auf der Couch. Ich war genervt, wenn in der Nacht geschrien wurde. Ich war glücklich, wenn die Kinder mal für ein paar Tagen bei meinen Eltern waren und mein Mann und ich die Zeit zu zweit hatten.

Als mein Sohn ein Baby war, stand ich morgens mit ihm im Arm, habe meinen Mann angeschaut und dabei geheult. Ich wollte so viel lieber an seiner Stelle sein und arbeiten gehen.

So, das ist die eine Seite... die andere Seite ist, dass ich diese zwei Kinder unglaublich liebe. Wenn sie krank waren, habe ich mit ihnen gelitten, wenn man Sohn weinend im Kindergarten blieb, hat es mir fast das Herz zerrissen. Wenn die Erzieherinnen erzählen wie sozial und hilfsbereit meine Tochter ist und wieviel weiter mein Sohn im rechnen ist als seine Freunde, bin ich bereit zu platzen vor Stolz.

Mittlerweile würde ich nicht mehr denken oder sagen, dass ich ein Leben ohne Kinder lieber hätte. Wenn meine Tochter zu mir kommt und sagt: "Mama, ich liebe Dich" ist es das Schönste auf der Welt.

Vielleicht gibt es ja solche Mütter, die immer geduldig sind, sich für die Kinder aufgeben, deren Leben sich nur um die Kinder dreht... ich bin nicht so und es ist auch ok so wie es ist.

Mach dich bitte nicht verrückt. Ich denke, dass du eine ganz normale Frau und Mutter bist!

LG