Jugendamt

Guten Abend,

Ich habe eine Frage zu einer bekannten.
Sie hat Angst das einer der Nachbarn das JA anruft und ihr die Kids weg nimmt.

Es geht darum, das sie und ihr Mann momentan leider viel mit den Kindern schimpfen muss (Kids sind 2 und 4)

Die Gründe dafür sind:

- Die beiden streiten (beißen, zwicken, schlagen sich) teilweise sehr heftig, im normalen Ton kommt man bei den beiden leider nicht durch bzw reagieren die beiden nicht

- Die Familie steckt mitten im Umzug. Ziehen in paar Tagen um. Das heißt, die zwei Kids sind sehr eingeschränkt, da überall Kartons etc stehen.

- Die Vermieterin und ihr Bruder stressen die beiden seit über einen halben Jahr.
Kinder sind zu laut, er läuft zu laut, etc.
Das heißt sie versuchen die beiden so ruhig wie möglich zu halten, um Stress zu vermeiden. Haben sogar ihr EheBett abgebaut um die Matratze auf den Boden gelegt, das die Kinder etwas toben können.
Wohnung haben die beiden auf Wunsch der Vermieterin auch mit Teppichen ausgelegt, das es nicht so laut ist mit den Kindern. Das heißt sie muss die Kids in der Wohnung komplett ruhig halten. (Besuch kann sie kaum bis garnicht empfangen)

- Die Mama leidet leider unter Emetophobie (Angst vor Übelkeit und Erbrechen bei sich selbst)
So nun ist es durch den gesamten Stress Mit der Vermieterin und anderen Perosonen dazu gekommen, das die Phobie seit paar Monaten extrem geworden ist und sie kaum noch raus kann, ohne Panik zu bekommen. (In vertraute Umgebungen kann sie gehen, wie zb zu ihrer Eltern auf den Bauernhof, den sie auch so oft es geht besuchen)

So, nun hat die Mami totale Angst das deswegen jemand das JA anruft und ihr die Kids weggenommen werden.
Leider geht es ihr mit dieser Belastung momentan noch schlechter, obwohl sie sich so auf das neue Zuhause freut mit den Kids und das es endlich besser wird. Da der große da dann auch endlich in die Kita kann (haben seit 2 Jahren keinen Platz bekommen)Und sie endlich ein Haus mit Garten haben.

Kann Evtl jemand sagen, ob das JA unter diesen Umständen etwas machen würde?

Liebe Grüße

Klingt so passiv, fremdbestimmt:
-die Eltern MÜSSEN mit den beiden Kleinkindern schimpfen
-Schuld an der Schimpferei sind die Kinder, die Vermieter usw.

Die Mutter (die Eltern? vom Vater ist nur beim Schimpfen die Rede) kann dem Bewegungsdrang, dem Bedürfnis sich auszupowern, der beiden Jungs nicht gerecht werden:
-wegen der Vermieterin
-wegen dem baldigen Umzug
-wegen ihrer Phobie

Verstehst du was ich meine? Schuld sind alle anderen plus "die Umstände".
Wenn ich das als Aussenstehende so lese, dann würde ich mir sogar wünschen, dass sich das Jugendamt einschaltet. Nicht um die Kinder wegzunehmen, sondern um die Eltern dabei zu unterstützen reflektiert und eigenverantwortlich die Erziehungsprobleme anzugehen.

Natürlich nicht! Wär ja schlimm wenn das JA Kinder wegnehmen kann, nur weil ab und zu geschimpft wird. Und mehr passiert Deinen Angaben nach jawohl auch nicht...

Ich frag mich aber auch, welcher Nachbar das JA einschaltet, wenn normal geschimpft wird. Ständiges Anschreien von Kindern gehört für mich nicht zum normalen Schimpfen...

Und mir würde nicht einfallen, meine Kinder rund um die Uhr ruhig zu stellen (wie macht man das überhaupt in dem Alter) geschweige denn die ganze Bude mit Teppich auszulegen. Die Vermieterin könnte mich mal gern haben ;)

Die

Da wäre ja bald kein Kind mehr zuhause und alle Heime überbelegt, wenn das JA sofort Kinder abholte, nur weil sie mal lauter sind als üblich.
Ich denke mal, diese Sorge kann sie abhaken. Es gibt doch sogar Gerichtsurteile, dass Kinder spielen dürfen. Gut sie selber braucht ja nicht gerade am Stück brüllen, konsequent sein kann man auch in normalem Tonfall - auch wenn es manchmal schwerfällt. Sie ist doch schon beim Umziehen - also wird auch nicht mehr viel passieren. Komplett ruhigstellen ist ja ein Ding der Unmöglichkeit, so ein Unsinn.
LG Moni

Ich frag mich auch immer, wie die Leute ständig auf die Idee kommen, dass das JA zu jedem heim kommt und die Kinder abholt...
Im Gegenteil. Die schauen ja, dass es irgendwie geht, dass das Kind in der Familie bleiben kann und bietet Hilfestellung wo es geht.
Und es ist richtig, dass es Urteile zu Kinderlärm gibt. Da kann die Vermieterin nicht so viel verlangen. Kann sich die Freundin nach ner anderen Wohnung umsehen? Ist zwar auch blöd, aber wenn es ihr schon so schlecht geht, dann muss sie ja irgendwas tun. Der Armen geht es sonst ja nur schlechter und der Teufelskreis geht weiter😟 Ich hoffe sehr, dass sie bald eine Lösung findet. Wie gesagt, so schnell werden einem die Kinder nicht weggenommen, wenn keine Kindeswohlgefährdung besteht.

>>>Kann sich die Freundin nach ner anderen Wohnung umsehen?<<<

Steht doch da: Die Freundin steckt mitten im Umzug.

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Meine Güte, da unten schreibt eine von "Familie dem JA melden", hier hat eine überforderte Mutter Angst vor dem Jugendamt - was ist nur los?!

Das ist keine Nazi-Gestapo-Behörde, was die tun, nennt sich Kinder- und JugendHILFE und nicht "Möglichst schnelle KinderWEGNAHME bei jedweder Meldung". Wie andere schon schrieben, es wird wenn dann erst Mal HILFE angeboten. Und nicht allein aufgrund von krakeelenden Nachbarn oder Vermietern sofort ein Kind aus der Famlie geholt.

Nein, deswegen kann ihr niemand die Kinder wegnehmen. Das Schlimmste, das ihr passieren kann ist, dass das JA mal vorbei kommt und ihr eventuell zu einer Familienberatung oder so rät. Als wir noch in der Wohnung wohnten, zog unter uns ein älteres, kinderloses Paar ein. Die haben mich nie auf Lärm angesprochen, aber man sah an ihren Blicken, dass sie etwas störte. Meine Jungs waren wild, haben hin und wieder gestritten und manchmal wurde auch ich laut. Dann stand einmal das Jugendamt vor unserer Tür. Angeblich würde ich meine Kinder schlagen. Sie sahen sich kurz die Wohnung an, beobachteten meine Jungs beim Spielen und redeten mit mir - ca. 30 Minuten, dann gingen sie wieder. Von der Schule meines Großen erfuhr ich, dass sie sich auch dort über sein Wohlergehen erkundigten, diese aber nichts Schlechtes berichten konnten. 1 Jahr später, warum auch immer, erkundigten sie sich nochmal in der Schule. War etwas unangenehm aber andererseits gut zu wissen, dass das Jugendamt so einer Meldung nachgeht. Ich hatte nie Angst, dass man mir meine Kinder wegnehmen könnte, denn ich habe nichts getan, was das berechtigen könnte. Meinen Jungs ging es gut, sie waren bloß ein wenig laut. Der Große war schon immer etwas laut und wild, der Kleine mitten in der Trotzphase.

Wegnehmen sicher nicht, dazu ist es zu wenig. Bedarf an Hilfe von außen, sehe ich bei der Beschreibung aber schon.

Rate deiner Bekannten -mit ihrem Mann- zu einer Familienberatung zu gehen, sobald der Umzug herum ist. Und sie soll sich stabilisierende Hilfe für ihre Krankheit holen. Am besten einen Stabilisierenden Klinikaufenthalt. Gerade wenn Phobien so eskalieren, helfen diese am effektivsten. Die gehen zwischen 1 und 6 Wochen, je nach Bedarf und Klinikangebot. Wenn sie rechtzeitig geht, reicht eine Woche und sie kann danach wieder raus gehen. Und auch die Angst und Panik vor der Vermieterin löst sich ein Stück weit, so dass sie in der neuen Wohnung unbelasteter starten können. Dadurch wird es kein Teufelskreis.

Wenn die Nachbarn öfters beim Jugendamt anrufen kann es schon Probleme geben ...
Vielleicht versuchen mit den Nachbarn zu reden das die Kinder noch klein sind und sehr lebhaft und wenn ein Kind bald eine Kita Platz hat das es dann ruhiger wird.
Möglichst Streit vermeiden mit den Nachbarn!
Im guten versuchen zu reden ,mit dem Jugendamt ist nicht zu spaßen wenn Sie erstmal einen auf den Kicker haben bekommt man Sie nicht mehr los ....

"mit dem Jugendamt ist nicht zu spaßen wenn Sie erstmal einen auf den Kicker haben bekommt man Sie nicht mehr los .."

So ein Quatsch!
Das JA ist eine unterstützende Behörde. Es muss schon massive KWG im Raum stehen, dass das Amt etwas gegen das Einverständnis der Erziehungsberechtigten machen darf. Oftmals sollten sie früher einschreiten dürfen.
Das Amt bietet erstmal verschiedene Hilfen an. Wenn man das Gefühl hat, dass das JA einen auf dem "Kicker" haben sollte, ist meist ein begründeter Verdacht vorhanden, dass etwas in der Familie schief läuft. Ist nicht angenehm, aber IM WOHLE DES KINDES!
Das JA bietet Unterstützung an und hat niemanden wahllos auf dem "Kicker".

So blauäugig kann man nur sein, wenn man noch kein Jugendamt erlebt hat.
Ja, die nehmen teilweise Kinder aufgrund vager Verdächtigungen aus Familien, besonders, wenn sie in letzter Zeit wegen Nichtstun negativ aufgefallen sind.
Nein, das ist keine Hilfsorganisation für überforderte Familien, sondern eher vergleichbar mit der Polizei.
Ja, wenn die Familien auf dem Kieker haben, lassen sie die meistens nicht mehr in Ruhe. Es sei denn, sie werden per Gericht in ihre Schranken verwiesen.
Nein, die sind nicht am Kindeswohl interessiert, sondern daran, dass ihnen niemand Untätigkeit vorwerfen kann. Dann lieber ein paar unschuldige Familien zerstören und Kinder in den Mühlen wechselnder Pflegefamilien und Heimen zu psychischen Wracks machen (was natürlich der Herkunftsfamilie angelastet wird).

Zum Jugendamt gibt es nur drei Dinge zu sagen: Alles schriftlich geben lassen, nie ohne Zeugen mit denen reden, und einen Anwalt einschalten, sobald sie Mucken machen.

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Als ich so viel Stress hatte, habe ich mich selbst ans Jugendamt gewendet: bitte um Tipps. Schilderung meiner Situation.

Um selbst Hilfe zu bekommen, brauchte es mehrere Anrufe und Versuche.
Als ich dann durchkam, war der Fall "zu wenig". Hilfe bekommen habe ich trotzdem, bzw Tipps, wo ich mich hinwenden kann (spart Kosten, wenn es andere Stellen machen)


Wenn mir dann jemand kam, von wegen Jugendamt nimmt dir das Kind weg (helfen waren sich diejenigen zu schade und reden sowieso), dann sagte ich nur Name, Stelle und wenn sie die Telefonnummer brauchen, können sie sich mich gerne fragen, ich hole sie kurz.

Dann war Ruhe im Karton.
Wer sich selbst kümmert, macht keinen Spaß anzuschwärzen.


Diejenigen, die es ernst meinten, erkannten, dass ich es ernst meinte und durchaus reflektieren kann. Dass ich durchaus bereit bin Hilfe anzunehmen! Also überlegten sie mit mir gemeinsam, welche Art von Hilfe möglich wäre. Z.B. mal aufs Kind aufpassen, andere Stellen usw.

Angst vor dem Jugendamt hatte ich keine. Wozu auch, ich habe ja selbst um Hilfe gebeten. Dann, wenn meine eigene Ideen ausgingen und ich in "schlechten Zeiten" kein mein Verhalten manifestieren wollte. Mir helfen Tipps von außen manchmal sehr. Also habe ich um Tipps gebeten.