Mythische Wesen und was erzählt man den Kindern?

Hallo zusammen#winke

Mein Mann ist Isländer und dort wohnen wir auch. Unser erstes Wunder ist unterwegs#verliebt

Gerade eben waren wir spazieren. Da hat mein Mann wieder angefangen, von den Kobolden zu reden, die hier leben. Eigentlich ist er evangelisch, aber in unserem Kuhdorf (er ist hier aufgewachsen) nehmen sie das noch sehr ernst. Ich habe es vor ein paar Jahren mal gewagt, zu sagen, dass es keine Trolle gibt... böser Fehler#schwitz Ich mag die Geschichten, aber im Gegensatz zu meinem Mann glaube ich sie nicht.

Wir haben uns dann ein wenig 'gestritten' (eher eine Diskussion ohne Einigung, als ein Streit), wie wir das mit unserem Kind machen wollen. Er möchte ihm von Kobolden, Trollen, Elfen und den Jólasveinar (Weihnachtsgesellen, so Wichtel, die zu Weihnachten Streiche spielen) erzählen, als ob es wahr ist. Ich habe kein Problem damit, die Geschichten zu erzählen, aber eben nur als Märchen.
Ich bin selber ohne Christkind, Zahnfee und was es da sonst noch gibt aufgewachsen und finde das gut so. Ich empfinde es einfach als Lüge dem Kind gegenüber und möchte das nicht.
Mein Mann sagt, wenn ich unserem Kind sage, dass es keine Trolle,... gibt, ist das, als würde ich sagen, dass Jesus und Amerika nie existiert haben (wörtliches Zitat...).

Nun die Frage: Wie regeln wir das am Besten? Was würdet ihr euren Kindern in so einer Situation sagen?

Raquel

P.S. Das soll jetzt keine Grundsatzdiskussion zum Christkind werden. Ich verurteile niemanden, der seinem Kind davon erzählt, ich möchte es nur selber nicht tun.

Ich verstehe nicht, warum man heute alles, aber auch wirklich alles entzaubern MUSS und auf einem Wahrheitsfanatismus besteht, der teilweise schon groteske Züge hat. Mein Gott, Kinder lieben Fabelwesen, Feen, Trolle, Märchen, darum lieben sie die Eisprinzessin und vieles mehr.
Ich finde die isländischen Trolle und Feen wunderschön, warum denn auch nicht? Man kann die Geschichten doch wie Märchen erzählen und es einfach offenlassen, was das Kind darüber denken will.Das könnte Dein Mann sicher auch akzeptieren. Er wird ja kaum sagen, dass er schon mit einem Troll gefrühstückt hat.
Kinder erfinden doch auch selber Geschichten, willst Du ihnen dann sagen, sie sollen nicht lügen oder wie?
Spätestens wenn sie in die Schule kommen, kommen sie in der Realität an - leider.
Ich kenne kein einziges Kind, welchem das Christkind oder ein Märchen/ eine Fabel geschadet hat, im Gegenteil, sie erzählen es ihren Kindern wieder. Trolle und Feengeschichten sind doch wirklich sehr hübsch und wenn Dein Mann dran glaubt, finde ich das sehr liebenswert und garantiert nicht verwerflich. Dein Kind wird sich schon bald ein eigenes Bild machen, ganz sicher. In unserer Gegend gibt es auch ein paar besondere Geschichten aus dem vorletzten Jahrhundert, die passiert sein sollen....Kinder finden das einfach nur toll, ob wohl sie sich sicher denken, dass das dubios ist. LG Moni

Tolle Antwort! Ich sehe es genauso. 😊

Er wird ja kaum sagen, dass er schon mit einem Troll gefrühstückt hat.

Das sagt er nicht, aber er schwört, dass er schon mal gesehen hat, wie sich ein Berg in einen Troll verwandelt hat...

Das mit dem 'Wahrheitsfanatismus' sehe ich etwas anders, aber so denkt ja jeder unterschiedlich;-)

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Den Vergleich mit Jesus finde ich passend, den mit Amerika eher daneben. An Jesus glaubt man, oder eben nicht. Amerika gibt es tatsächlich nachweislich und daran besteht kein Zweifel.

Demzufolge würde ich das halten, wie mit allen Religionen: Dem Kind nicht sagen, es gibt keine Fabelwesen, sondern sagen, man glaubt nicht daran. Das kann auch Dein Mann Dir nicht verbieten.

Den historischen Jesus zweifelt doch so gut wie niemand an und schon gar kein seriöser Historiker. Der Zweifel bezieht sich doch auf die Frage, ob er der Sohn Gottes ist. Der Mann sagte aber, dass es das gleiche wäre zu sagen: Es gab Jesus nie.

Nein, nicht um den Sohn Gottes geht es, sondern um eine Person, die Wunder vollbringen kann.

Das ist eine schwierige Frage. Ich verstehe ihn in seiner Kultur, in der es eben scheinbar so ist, dass es Trolle GIBT - er glaubt an sie vielleicht wirklich vergleichbar an einen Gott einer Religion, die man am Partner, so finde ich, eben akzeptieren muss. Natürlich hast Du einen anderen Hintergrund, und der steht Dir genauso zu. Das ist eben einfach die Krux in Beziehungen mit Partnern aus unterschiedlichen Kulturkreisen: Ihr müsst einen Weg finden, der für Euch beide in Ordnung ist.

Ich bin selbst jeder Religion sehr abgeneigt. Für mich sind diese Trolle aber eher ein kulturelles Gut, deswegen wären sie für mich nicht problematisch. Vor dem Hintergrund, dass Euer Kind in der isländischen Kultur aufwachsen wird, würde ich argumentieren, dass es dazugehören dürfen sollte - alle Kinder in seinem Umfeld werden an Trolle glauben! Ihn davon auszuschließen würde ich nicht gut finden. Vielleicht kannst Du Dich darauf einlassen und eine neue Welt kennenlernen, als Bereicherung für Dich. Auch wenn Du selbst anders aufgewachsen bist, hast Du Dich ja dafür entschieden, Deiner Heimat den Rücken zu kehren und woanders neu zu starten. In gewisser Weise gehört es meiner Meinung nach dann auch dazu, sich für die Kultur der neuen Heimat zu öffnen. Das würde mir sehr viel leichter fallen, wenn es um magische Geschichten über Trolle geht, als wenn ich meine Tochter verhüllt zur Schule schicken müsste - worauf man sich bei einer Auswanderung in den Iran zb ebenfalls einlassen müsste.

Hallo,

wir halten das so, wie du dir das vorstellst. Wir erzählen unseren Kindern Geschichten, aber eben als das was sie sind: Geschichten und Märchen.

Ich hätte ehrlich gesagt auch ein großes Problem damit, meinen Kindern ins Gesicht zu lügen und zu behaupten, dass es Trolle und andere Fabelwesen wirklich gibt.

Das Problem ist, dass dein Mann das anders sieht. Ihr müsst Kompromisse finden. Vielleicht könnt ihr euch darauf einigen, dass Papa eben daran glaubt, du aber nicht. So ist es doch auch. Ich würde mich keinesfalls dazu nötigen lassen meinem Kind etwas weiszumachen, von dessen Gegenteil ich überzeugt bin.

LG

Hi,
ganz pragmatisch, Papa erzählt davon, du nicht.
Und wenn das Kind alt.genug ist zu hinterfragen, warum du nicht daran glaubst, kannst du doch einfach sagen, wo ich herkomme glaubt man nicht daran, hier schon.
und das wars.

:) Ich fühle mit dir, die gleiche Diskussion hatten wir auch. Allerdings nicht unter uns als Paar sondern mit Freunden.

Mein Partner und ich sind nicht religiös. Infolgedessen wird es bei uns weder Weihnachten noch Ostern geben, für uns ist es aber ok wenn unser Kind diese Feiern bei der Oma erlebt. Die Begründung wird sein, dass unterschiedliche Menschen an unterschiedliche Dinge glauben. Wir glauben eben nicht dass es den Weihnachtsmann und den Osterhasen gibt. Ähnlich würde ich es in deiner Situation wohl auch handhaben. Wenn der Papa davon erzählt, ok. Wenn das Kind mich fragt würde ich eben sagen, dass ICH nicht an Trolle glaube.

Anlügen kommt für uns beide nicht in Frage. Darüber ging dann auch die Diskussion mit Freunden. Das wäre ja kein Lügen, viel mehr würden wir unserem Kind die Welt aus egoistischen Gründen "entzaubern" und das wäre ja einfach Tradition wo man mitmachen kann und muss. Kann man bestimmt, muss man aber nicht. Wir werden unserem Kind andere zauberhafte Dinge bieten die eben nicht auf, in erster Linie gut gemeinter, Flunkerei basiert. Wir bleiben da lieber authentisch.

Ich kann ja alles nachvollziehen... aber dem Kind Weihnachten nehmen hier in Deutschland? Das finde ich sehr traurig fürs Kind. Hier in unserer Umgebung feiern sogar die Muslime Weihnachten für Ihre Kinder. Es gibt ein tolles Essen und Geschenke. Die erzählen ihren Kindern auch nicht von Jesus.

Sie machen es damit ihre Kinder genau das selbe „feeling“ wie die anderen Kinder haben. In der Schule und im Kindergarten ist Weihnachten immer ein Thema.
Meinst du nicht, deine Kinder kommen da etwas außen vor? Klar sie feiern Weihnachten dann woanders ist ja auch okay. Aber denkst du nicht sie würden es toller finden wenn ihr sie begleitet oder wenigstens Heiligabend ein schönes Essen macht und ein wenig Geschenke?

Oma
Und Opa sind eben nicht Mama
Und Papa.

Es ist tatsächlich eine sehr bewusste Entscheidung zu der wir stehen.

Weihnachten hat nunmal den religiösen Hintergrund den es hat. Den kann ich nicht wegreden und es fühlt sich falsch an diesen Tag zu feiern. (So wie für uns eben auch keine kirchliche Trauung in Frage kommt.) Die Oma wohnt mit uns im Haus, insofern werden wir den 24. sicher gemeinsam mit ihr verbringen, aber es ist eben dann explizit Oma die das feiert.

Oma ist, da hast du Recht, nicht Mama und Papa. Aber mit Mama und Papa gibt es dann andere schöne Dinge. Wir werden gemeinsam die Wintersonnenwende, ergo ein Julfest, feiern und uns eigene Rituale und Traditionen schaffen. Eine besinnliche Stimmung mit Kerzen, Keksen und Geschenken von der unser Kind berichten kann kann ich auch ohne Weihnachten haben.

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Ich sehe es genau so wie Witch71 - du sagst du glaubst nicht dran, fertig. Eltern müssen nicht immer identisch reagieren und identische Meinung haben.

K

Hallo,

ich finde jetzt gar nicht das es was mit lügen zu tun hat #gruebel

Ich persönlich finde es sehr schön, wichtig und heilsam mit Geschichten, Märchen und Religion (welche auch immer) aufzuwachsen.

Ich persönlich glaube nicht an Gott, aber an eine kosmische Ordnung, Karma, den Sinn des Lebens, Wiedergeburt und oder das es Dinge gibt, die nicht immer logisch zu erklären sind. Wie grau wäre die Welt ohne Glaube und wie ungerecht.

Man könnte auch sagen - nur weil DU noch keinen Troll gesehen hast, heißt das ja nicht das es keine gibt.

Ich würde auch sagen bzw. sage meinen Kindern, das ich noch keine Engel, Feen, Kobolde etc. gesehen habe, ich aber schon glaube das es mehr gibt als wir sehen können.

Man könnte auch sagen - nur weil DU noch keinen Troll gesehen hast, heißt das ja nicht das es keine gibt.

Das sagt mein Mann auch immer. Er sagt, dass er selber schon mal einen gesehen hat. Kobolde sowieso;-)

Als ich ihn mal gefragt habe, weshalb er daran glaubt, obwohl er Christ ist (in der Bibel steht ja nichts von Kobolden), meinte er nur trocken: In der Bibel steht auch nicht, dass es keine Kobolde gibt.
Da weißt du auch keine Antwort mehr...

Wir werden es wahrscheinlich wirklich so machen, dass wir vom Glauben daran reden (zumindest ich, für meinen Mann sind es Tatsachen). Aber wenn ich das so mache, hat er da kein Problem mit.
Auf die Idee hätten wir auch selber kommen können...

Lass deinen Mann erzählen, er würde ja nicht lügen, da dies beinhaltet, dass er wissentlich die Unwahrheit sagt.
Da er dran glaubt, ist es somit keine Lüge.

Und du erzählst die Geschichten einfach nicht und gut ist.

Sollte euer Kind dich wirklich mal direkt fragen, ob es diese Wesen gibt, kannst du einfach wahrheitsgemäß antworten, dass es Menschen gibt, die daran glauben und andere, die dies nicht tun. Und euer Kind kann selbst entscheiden, ob es dran glauben möchte oder nicht.
Das du nicht dran glaubst, würde ich nur auf Nachfrage sagen.

Ich würde mir eher Sorgen machen, dass dein Mann als Erwachsener daran glaubt.

Ich muss aber auch zugeben, dass ich von isländischen Gepflogenheiten keine Ahnung hab.

Ist halt schwierig, wenn ihr beide dazu unterschiedliche Einstellungen habt.
Verbieten kannst du es deinem Mann nicht.
Er dir aber auch nicht.
In unserer Familie gibt es das berüchtigte Christkind, den Osterhasen,den Nikolaus und die Zahnfee.
Ich finde es nicht schlimm, wenn meine Kinder daran glauben. Ihr funkeln in den Augen von der Magie ist einfach herzerfreuend. Natürlich werden sie irgendwann die Wahrheit erfahren.

Ich stell mir das komisch vor, wenn euer Kind in den Kindergarten bzw. in die Schule kommt und er vermutlich der Einzige oder einer von wenigen ist, der nicht daran glaubt und natürlich seine Mitschüler damit konfrontiert.

In einem TV Beitrag über Island erzählte eine Frau auch Geschichten von Trollen usw.die in der Natur wohnen, in Felsen usw. Als die Reporterin fragte, ob sie wirklich daran glaube, sagte sie strahlend....mit einem Augenzwinkern "selbstverständlich, alle Isländer glauben daran".....Trolle usw. sind einfach ein Teil der isländischen Seele und alter Überlieferungen, warum auch nicht. Deswegen sind sie sicher keine weltfremden Spinner sondern haben sich etwas sehr Schönes bewahrt. Das muss nicht "um der absoluten Wahrheit willen" totgeredet werden, finde ich ;-) Wie Du schreibst, das Funkeln in den Augen von Kindern (oder auch mal von Erwachsenen) ist doch schön.
LG

Danke für die Information.
Wieder was gelernt.

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Die Frage, die ich mir stellen würde, wäre, ob unser Kind einen Nachteil durch solche Geschichten, Sagen und Märchen hätte.
Ich für mich beantworte das ganz klar mit einem Nein, denn meine Oma hat mir ständig solche Geschichten erzählt, als ich klein war und ich fand das sehr spannend, sehr gemütlich und einfach lieb. Sie hat damit nicht nur meine Fantasie angeregt, sondern mir auch schöne Momente beschert, in denen wir zusammen staunen und lachen konnten.

Heute weiß ich, dass vieles davon erfunden war oder einfach eine Frage des Glaubens ist, aber meine Oma liebe ich nach wie vor für ihren großen Ideenreichtum und ihre liebevolle Art, mir ihren Glauben näher zu bringen. Für mich ist und war sie nie eine Lügnerin, sondern einfach ein herzlicher, warmer Mensch, der mich gedanklich in schöne, geheimnisvolle Welten entführt hat. Deswegen fällt es mir schwer, das Ganze als Lüge zu definieren bzw. die Person als Lügner zu bezeichnen. Es war für mich sehr schön und nicht traumatisch.

Nochmal zur Ausgangsfrage: Welche Nachteile hätte euer Kind durch die Legenden und Geschichten? Meinst du, es wird euch hassen, wenn es für sich selber entscheidet, dass es keine Tolle gibt? Meinst du, es wird psychisch angegriffen? Hat dein Mann einen Schaden, weil er mit diesen Geschichten aufgewachsen ist? Dein Mann ist ein Lügner, weil er an sowas glaubt und das eurem Kind sagen möchte?

Ich persönlich finde es gut, wenn dein Mann das alles an euer Kind weitergibt. Das erweitert den kulturellen Horizont und regt die Fantasie an. Wenn du das nicht machen möchtest, musst du es doch nicht tun. Du kannst deinem Kind sagen, dass du daran nicht glaubst, so kann es sich selber ein Bild machen und entscheiden, ob es daran glauben möchte oder nicht. Ich bin zwar grundsätzlich der Meinung, dass Eltern an einem Strang ziehen sollten, aber in dieser Thematik sehe ich das nicht so. Ihr seid da halt einfach unterschiedlich.

Ich sehe ernsthaft mal wieder das Problem nicht.
Dein Mann erzählt von Fabelwesen, du nicht. Sollte das Kind dich fragen, ob es die gibt, würde ich antworten, dass noch niemand welche gesehen hat, und es niemand sicher wissen kann, und du nicht dran glaubst.

Kinder glauben doch eh, was sie wollen, atheistische Eltern können strenggläubige Kinder haben und umgekehrt...

Ich würde in erster Linie die Frage stellen, wie wichtig dir es ist, dass dein Kind nicht an Trolle glauben soll. Es gehört in dieser Kultur halt einfach dazu. Deinem Mann scheint es ja sehr wichtig zu sein. Ich würde in diesem Punkt meinem Mann die Freiheit lassen und die Beiden eben an Trolle glauben lassen. Zumal es dort wahrscheinlich alle Kinder tun. Ich finde nichts Schlimmes daran und würde es deswegen auch nicht 'verbieten' oder groß darüber diskutieren.

Mir ging es nicht darum, meinen Kindern später zu verbieten, als Trolle,... zu glauben, sondern dass mein Mann wollte, dass wir ihnen erzählen, dass es sie gibt, als wäre das eine wissenschaftliche Tatsache.

Das mit dem Verbieten war auch nicht so gemeint, wie es vielleicht rüber kam, deswegen die ".
Wie ich so gelesen habe, ist es wohl aber für alle Isländer Tatsache. Gerade mit den Strassen, ist schon krass 😅 (aber auch ganz schön, zur Abwechslung zu unserem, manchmal engstirnigen, deutschen Denken) Deshalb fände ich es eben auch nicht schlimm, wenn dein Mann es euren Kindern als Tatsache erzählt. Wenn ihr euch aber doch auf das Wort 'Glaube', anstatt 'Tatsache' einigen könnt, dann hättet ihr ja einen Kompromiss gefunden.

Ich finde den Vergleich mit Jesus bzw. Gott eigentlich sehr passend. So viele Menschen glauben daran, obwohl ihn keiner von uns je gesehen hat! Im Endeffekt sind es ja vielleicht auch alles nur Märchen? 🤷‍♀️ (ich möchte wirklich keine religiöse Diskussion anfangen...)
Zum Thema Weihnachten kann ich den schönen Weihnachtsfilm "Das Wunder von Manhattan" nur empfehlen 😉 Er behandelt im Prinzip genau das Thema.

In eurem Fall würde ich sagen, das diese Trolle, Feen und Co. nun mal einfach zu der Kultur deines Mannes gehören! Ich finde es hat nichts mit Lügen zu tun, wenn er eurem Kind davon erzählt. Er glaubt nun mal daran, ich sehe darin nichts verwerfliches. Und da euer Kind vermutlich in Island aufwachsen wird, besteht ja auch keine Gefahr, das es gehänselt wird wenn es an solche Dinge glaubt. An deiner Stelle würde ich das ganze selber vermutlich nicht ansprechen. Wenn euer Kind dich irgendwann mal dazu befragt, dann kannst du immer noch sagen, das es wie bei vielen Dingen im Leben ist: manche Menschen glauben dran, andere nicht. Ich würde meinen Mann die Geschichten erzählen lassen, und das Kind dann irgendwann selber entscheiden lassen, ob es daran glauben möchte oder nicht.

Danke, den Film werden wir uns mal ansehen.

Das würde ich machen, wie bei Religionen auch:

Familienperson A glaubt daran
Familienperson B glaubt nicht daran
Familienperson C kann sich vorstellen, dass es das gibt oder auch nicht, ist nicht sicher
Familienperson D glaubt an etwas anderes.

Zu sagen, es gibt etwas nicht, finde ich schwierig. Damit hätte ich als Kind Probleme gehabt.
Zu sagen, ICH glaube (nicht) daran, fand ich ok. Damit kam ich gut klar.

Bei uns glauben verschiedene Familienmitglieder verschieden. Sowohl verschiedene Religionen, als auch innerhalb der gleichen konfession unterschiedlich intensiv.


Selbst mein Kind glaubt anders als ich. Das ist in Ordnung.
Wir reden gerne darüber, weil wir akzeptieren, dass wir unterschiedlich glauben.


Aufgewachsen ist mein Kind damit, dass ich es offen gelassen habe. Ich weiß nicht, was es gibt. An x glaube ich, an y glaube ich nicht. Wissen kann ich es nicht!

Bei Märchen und co.: als Kind glaubte ich an Fabelwesen. Magische Phase und weil ich es glauben wollte. Das erleichterte mri den Alltag. Trotzdem habe ich es nicht zum Lebensmittelpunkt gemacht. Als Erwachsene glaube ich nicht mehr daran. Manchmal finde ich es schade, manchmal sinnvoll.

Auch wenn ich mir manchmal sicher bin, ich würde nicht sicher sagen, dass es etwas (nicht) gibt.
Als Erwachsene betrachte ich es nur anders.
Auch aus der Entstehungsgeschichte von Mythen. Wie kamen diese Wesen zu stande?
(wie nachts im Bett, wenn die Schatten durch das Licht "Figuren" ergaben), geschichtlich: warum glaub(t)en die Menschen daran? Was hilft ihnen beim Überleben?

Auch wenn ich Bauernregeln gerne belächle, weil sie in meinem Alltag keine Rolle mehr spielen, so finde ich es dennoch spannend, wie sich manche! (nicht alle) davon bereichernd auf das Leben meiner Vorfahren ausgewirkt haben. Wetter, Ernte, Wettervorhersage. Von einem Verwandten habe ich mir einen Kurzkurs geben lassen in Sachen Wetterkunde. Bauernregeln helfen mir dabei als Eselsbrücke, mir etwas zu merken.


Bei Glauben gibt es in dem Sinn kein richtig oder falsch, sondern eben viele Facetten.

Mein Leben würde ich trostlos empfinden, wären da nicht ein paar Kindheitsmythen dabei (gewesen). Wobei mir nordische Fabelwesen näher sind als die Religion, mit der ich überwiegend aufgewachsen bin.

Eine Freundin hat Biologie studiert und schließt andere Wesen nicht aus.
Nicht im Sinne der Mythen.
Allerdings sagt sie: es gibt so viele Kleinstlebewesen wie Bakterien, Insekten usw. die wir mit bloßem Auge gar nicht sehen. Die Natur bietet so viel mehr, was wir nicht sehen.
Für manche sind es Feen, für andere Einzeller oder Zellklumpen. Die Frage ist, was machen wir daraus.
Müssen wir wirklich jedes Detail sehen um es zu glauben? Müssen wir alles wissenschaftlich benennen, damit es "leben" darf? was ist dann mit all den Tiefseetieren und Pflanzen, die wir noch nicht erforscht haben?

So lange wir anderen keinen Schaden zu fügen, ist es doch egal, wie wir es nennen.


Wie gesagt, mein Kind kommt gut damit klar, dass ich an anderes glaube, als sie. Beides ist möglich. Wir haben beides (noch) nicht gesehen und beides noch nicht nicht gesehen ;-)
Und als "Schnittschnelle" / Gemeinsamkeit ist bei uns die Liebe, die uns zusammenhält.

Danke für die ausführliche Antwort.
Ich habe kein Problem mit Glauben an sich (bin auch Christin), schwierig ist es halt, wenn man an verschiedene Dinge glaubt, vor allem, weil mein Mann es weniger als Glaube, als als Tatsache sieht.

Aber ich denke, wir fahren ganz gut, wenn wir vom Glauben an diese Wesen reden. Dann fühlt es sich für mich nicht nach einer Lüge an und mein Mann ist trotzdem zufrieden:-p

Oh Mann, einfach vom Glauben als von der Existenz reden... dass wir da nicht selber drauf gekommen sind#klatsch
Manchmal sieht man echt das Offensichtlichste nicht.

Danke für eure Antworten!#danke

Ich finde es grausig, wenn Eltern ihren Kinder nicht von Zahnfee, Weihnachtsmann, Osterhase und Co. erzählen. Bei ihm sind es halt Kobolde und Wichtel. Lass dem Kind seine Fantasie. Ich finds toll!

Hallo,
ich sehe, ehrlich gesagt, das Problem nicht.

Wenn ich ein Märchen erzähle, sage ich auch nicht dazu, dass das alles nur erfunden ist.
OK, manchmal schon: wenn ich merke, dass ein Kind Angst bekommt, vor dem Wolf z.b. Je nach Alter des Kindes sind dann mal Gespräche über echte Wölfe fällig.

Anfangs glauben Kinder ja an alles.
Und diese so genannte "magische Phase" finde ich so wichtig!!

Meine 5jährige Tochter hat in diesem Jahr gemeint: "ich glaube, den Mp3-Player hat gar nicht das Christkind gebracht. Da war nämlich eine Geschichte drauf, die hat Opa als CD im Schrank." Den Zusammenhang hat sie erkannt, als wir eine CD auf den Mp3-Player gespielt haben.

Auch das Nachdenken: wie macht das Christkind (oder der Jultroll oder die Jonasveinar) das eigentlich? Wie kann so ein kleiner Troll so ein großes Fahrrad bringen? Das ist in meinen Augen der Anfang von wissenschaftlichem, eigenständigen Denken. Das sollte man Kindern nicht komplett abnehmen, indem man immer und von Anfang an sagt, was in Wirklichkeit möglich ist und was nicht.

LG!

PS
Und dass Isländer auch als Erwachsene noch ganz offiziell an Trolle und Elfen glauben und ihr Haus lieber kleiner bauen, als eine Elfenwiese zu beschädigen finde ich auch eine sehr liebenswerte kulturelle Eigenart. Lass dein Kind ruhig einen echten Isländer werden und vertrau darauf, dass es trotzdem über den Tellerrand sehen kann.

Sehr spannend sind übrigens die Sagas, die gerade Stück für Stück aus Kopenhagen nach Island zurück geführt werden.
Es gibt z.B. eine, in der zwei Riesen eine Straße gebaut haben sollen. Vor ein paar Jahren wurde neben der Straße ein altes Grab entdeckt - es enthielt die Gebeine von zwei Männern, die für die damalige Zeit ungewöhnlich groß waren. Europäer vom Festland vielleicht.
Mehr Geschichtsschreibung und weniger Märchen, als man früher mal dachte.

Was die Jólasveinar angeht, ist die Familie von meinem Mann sehr traditionell. Hier bringen sie keine Geschenke (gerade in der Hauptstadt hat sich der Weihnachtsmann auf die Jólasveinar übertragen). Bei ihm spielen sie nur Streiche. Einer klaut die Würste, einer knallt die Türen zu,...

Ich bin halt selber anders aufgewachsen, da fällt es manchmal schwerer, sich darauf einzulassen.

Hallo,

nach meiner Erfahrung erledigt sich das "Problem" von ganz alleine.

Ich habe meinen Kindern auch das Blaue vom Himmel herunter erzählt. Bei der Kleinen tue ich das immer noch. In der Wildwiese in unserem Garten ist eine große Buchenwurzel, da wohnt eine Fee. In den Hecken vor dem Haus Elfen und was so alles im Wald am Ende der Straße wohnt, war Gegenstand unzähliger Gute Nacht Geschichten.

Meine Kinder griffen auch ganz oft Impulse von mir auf und erzählten Geschichten weiter. Damit wurde aus der "Tatsachenschilderung" ein Erzählspiel, bei dem sie wohl intuitiv begriffen, dass das alles nicht so GANZ wahr ist. Und das, obwohl ich auf Nachfragen immer gesagt habe: "Na klar gibts die Fee in der Wurzel!"
Ich hab da nie so drüber nachgedacht wie du.

Unser Sohn hat von ganz alleine irgendwann begriffen, dass es Geschichten sind. Und ich denke, er hat sehr viel positives mitgenommen. Er erzählt seiner Schwester jetzt selbst solche Geschichten, spielt stundenlang ohne sich zu langweilen und ist ein richtiger Bücherwurm.

Das muss jetzt nicht alles von den Geschichten kommen. Aber sie geben Kindern das Gefühl mit, wie aufregend das Leben ist und wohin uns unsere Vorstellungskraft tragen kann. Um es mit Albert Einstein zu sagen: "Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt".

LG

Er glaubt doch tatsächlich daran. Also wäre es für ihn lügen, wenn er das als Geschichte erzählt. Seid doch einfach ehrlich. Der Papa erzählt davon als etwas, an das er glaubt. Ich rede zum Beispiel so über Gott mit meinen Kindern. Ich erkläre ihnen, dass manche Menschen glauben, dass es Gottheiten gibt, dass ich aber nicht dazu gehöre.

Nur weil du nicht daran glaubst, heißt das nicht, dass es sie nicht gibt!

Die Kinder lieben "Wunderwesen" & ich würde sie so lange im Zauber lassen, wie sie es glauben! Irgendwann entdecken sie, dass es nicht so ist.... Mein 11-jähriger Sohn hat vor 1 Woche meinem 5-jährigem Neffen eine geniale Nachtwanderung mit Piratenschatzsuche beschert, weil er diese "Märchen" hatte & somit weitergeben konnte (in vollem Wissen, dass er "lügt)... Und wir alle hatten großen Spaß dabei!

Gerade in Island nimmt man diese Sachen sehr ernst. Dort gibt es ja auch geschützte Feenhügel und dergleichen.
Ich finde das toll und die kindliche Phantasie würde sich auch ohne eure Hilfe genug zusammenreißen...

Also ich stehe voll auf der Seite deines Mannes.