Rechte der Großeltern

Hallo zusammen!

Ich würde generell einfach gerne wissen, ob ihr denkt Großeltern haben gewisse Rechte, oder dürfen "Extrawürste" geltend machen, nur eben weil sie den Titel führen als Eltern der Eltern, oder ob sie sich ihre "Rechte" zumindest in gewissen Dingen "verdienen" müssen. Z.B. ob das Kind mal alleine mit ihnen unterwegs ist. Man hat ja nicht immer ein gutes Gefühl dabei, oder Gründe die erst einmal dagegen sprechen.
Das Verhältnis der Großeltern zu den Eltern ist ja auch manchmal schwierig/distanziert und es fehlt Vertrauen.

Ich frage, weil mein Mann und ich eine Diskussion darüber hatten, weil wir uns BEIDE (!) immer wieder über seine Mutter ärgern, und er aber sagt: sie ist doch die Oma (....), alte Leute kann man eh nicht mehr ändern (....), solange es unserer Tochter ja nicht schadet/wehtut (....), sie war schon immer stur und ignorant, steh da doch drüber (....) Schwierig!

Und ja: ich bin manchmal ein nerviger Prinzipienmensch und wenn man schon eh nicht gut mit einer Person kann, werden aus kleinen Mücken, in der Summe, schnell Elefanten.

Also wie seht ihr das? Und wie schafft ihr es über gewisse Dinge hinwegzusehen, weil es ja Oma und Opa sind?

Ich finde, Großeltern haben das Recht, ein bisschen zu verwöhnen und die Regeln alle nicht ganz so eng zu sehen wie die Eltern.
Allerdings auch nur in einem gewissen Rahmen.

Spezialzeit mit dem Enkelkind alleine: Warum nicht, wenn das Verhältnis gut ist, und es sich anbietet. Ich würde da aber nie so eine feste Regel "Jeden Freitag für 2h" draus machen, sondern so ein bisschen nach Gefühl und wie es sich anbietet: Heute sind wir zu Besuch bei Oma und Opa, Kind geht alleine mit Oma spazieren, während Mama, Papa und Opa im Garten Unkraut jäten.
Meine eigenen Großeltern haben weiter weg gewohnt, deshalb hatten meine Geschwister und ich im Grundschulalter jeder eine Woche, in der wir alleine bei unseren Großeltern leben durften. Fand ich damals ziemlich cool und besonders, weil man durch die Entfernung die Großeltern sonst immer mit den Geschwistern und den Eltern teilen musste.

Ich würde da nichts erzwingen und vor allem immer gucken, wie gut das Verhältnis zum Enkelkind ist.
Pauschal kann ich nicht sagen, über wie viel "man hinwegsehen muss". Das ist oft so eine Einzelfallfrage. Allgemein ist es für mich allerdings wichtig, dass die Großeltern nicht gegen die Erziehung der Eltern arbeiten. Da ist für mich die Schmerzensgrenze.

<<Ich finde, Großeltern haben das Recht, ein bisschen zu verwöhnen und die Regeln alle nicht ganz so eng zu sehen wie die Eltern.
Allerdings auch nur in einem gewissen Rahmen.>>

Ich sehe es exakt so wie Satos.
Bei uns wird der Rahmen vorsätzlich ignoriert. Die Grosseltern sind der Ansicht sich von uns "Kindern" nichts sagen lassen zu müssen. Teils überreissen sie es auch kognitiv nicht, es ist nicht wirklich ein Gespür fürs Kind da.
Wir setzen da Grenzen durch wo es uns wichtig ist. Mitgeben ist keine Option im Moment.da das Kind eh fremdelt bei ihnen. Da bin ich ein bisschen froh drüber. Ich hatte kein gutes Gefühl. Mein Mann sagt sie kriegen ihn nicht vor der Einschulung allein.

Mein Mann und ich führen diese Diskussion auch immer wieder. Ich finde es in Ordnung wenn es bei Oma in manchen Punkten lockerer zu geht. Süsskram, ggf Schlafenszeit etc.
Wenn mir etwas wichtig ist, und ich das vorher sage, möchte ich aber auch das dies eingehalten wird.
Mein Mann sieht es wie deiner als „Recht“ der Großeltern an, manchmal was mit den Enkeln allein zu machen. Ich fühl mich damit nicht immer super, denk mir aber, dass er das besser einschätzen kann als ich und das er ja auch groß geworden ist...

Ließt sich leider sehr anstrengend und ich bin sehr dankbar,alle meine drei Schwiegertöchter sind ganz wunderbar und lassen uns Großeltern sein ohne sich einzumischen.
In einigen Jahren wirst Du auch in dieser Situation sein und da frage Dich,was wünscht Du Dir?
Meine Schwiegermutter war nicht einfach,aber mein Gott ich habe Sie gelassen und nicht versucht zu erziehen,Sie war trotzdem eine gute Oma.
Nicht immer alles so kompliziert machen.

Das ist mir zu pauschal ausgedrückt. Wie steht es denn mit dem Thema Gewalt?
Mein Mann und ich verbieten dem Opa unserer Kinder mittlerweile den Kontakt. Aus gutem Grund. Er hinterging uns mehrmals, machte den Kindern megateure Geschenke, um sie auf seine Seite zu ziehen, erlaubte den Kindern gefährliche Dinge, die wir verboten hatten und redete uns in die Erziehung rein. Außerdem klapste er unsere Tochter mehrmals und hält einen bissigen Hund, den er - trotz ausdrücklichen Verbots - an die Kinder gelassen hat. Unsere Große war mehrmals wegen ihm in Lebensgefahr.
Bleibst du pauschal bei obiger Meinung?

Hier geht es aber nicht um Euch sondern um den Ausgangstest auf den geantwortet wurde.
Zwischen Gewalt und ablenendem Verhalten sind Welten...

Rechte unserem Kind gegenüber hat keiner. Jeder der Zeit mit unserer Tochter alleine verbringen möchte muss sich erstmal unser Vertrauen verdienen. Ich mein das eigene Kind ist das wertvollste was man hat und das gebe ich doch niemandem mit dem ich nicht vertraue nur weil jemand meint er habe das Recht dazu.
Wenn das Verhältnis gut ist, vertrauen da ist und man sieht das es dem Kind gut geht spricht selbstverständlich garnichts dagegen das auch andere Leute, und da rede ich jetzt nicht nur von Großeltern, Zeit mit unserer Tochter alleine verbringen, warum auch? Wenn da Verhältnis aber nicht so gut ist und man dem Menschen nicht vertraut dann gibt es da für mich auch keine Diskussion.
Ich habe aber grundsätzlich „lange“ gebraucht bis ich meine Tochter wirklich mal für ein paar Stunden abgeben konnte. Jedenfalls hat man mir das immer gesagt 😂
Und über gewisse Dinge hinwegsehen kann man meiner Meinung auch nur wenn das Verhältnis stimmt. Da ist man dann einfach entspannter, wenn das verhältnis nicht gut ist legt man irgendwie immer alles auf die Goldwaage 🤷🏼‍♀️

Ja genau, es nerven dann sogar Kleinigkeiten, die sich dann halt hochschaukeln, wenn es generell in der Basis hapert.

Also, im juristischen Sinne: ja, solange sie euer Vertrauen nicht massiv verletzt und gut zum Kind ist. LG

Ich frag da jetzt interessehalber, weil ich die juristischen Rahmenbedingungen null kenne: gibt es laut Gesetz ein Recht der Großeltern am Enkelkind?

Nein gibt es nicht!

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Also ich höre da sehr auf mein Bauchgefühl. Ich habe meinen Sohn alleine zu den Großeltern gelassen kurz bevor ich selbst soweit war - weil ich gemerkt habe, dass ER soweit war und ich nicht glucken wollte. Hat super geklappt und seitdem passiert das sehr regelmäßig. Die Großeltern hätten ihn schon gerne vorher mal alleine gehabt, das habe ich aber abgelehnt.
Er darf dort natürlich andere Sachen und mehr Sachen und speziell die Opas sagen nie nein 😏 Darüber sehe ich hinweg. Das war bei uns damals auch schon so. Verwöhnen gehört für mich dazu. Wenn ich dabei bin, gelten aber meine Regeln und das setze ich zur Not auch durch. Das finde ich schon wichtig. Insgesamt denke ich den Kindern zuliebe sollte man sich da entspannen und sehe es eher wie dein Mann: Solange es den Kindern dort gut geht (davon gehe ich mal einfach aus), gibt es keinen Grund für mich, Uneinigkeiten zwischen uns Erwachsenen auf die Beziehung zwischen Enkel und Großeltern abfärben zu lassen. Und glaub mir, solche Uneinigkeit gibt es insbesondere mit meiner Schwiemu zur Genüge 😏 Also, ja. Ich schaffe es über viele Dinge hinweg zu sehen, weil es Oma und Opa sind.

"... sich Dinge verdienen müssen..."

Das hört sich schon ein bisschen daneben an...
So nach dem Motte, die Oma darf mit ihrem Enkelkind in den Zoo, weil sie vorher so brav war und schön das gemacht hat, was ihr Mama und Papa aufgetragen haben.
Ja, da würde bei mir der Zoo auch ausfallen.

Ich würde da ganz einfach zwischen absolut notwendigen Dingen (Kindersitz im Auto o.ä.) und dem Rest unterscheiden.
Ich muss mich darauf verlassen können, dass das Kind nicht ungesichert Auto fährt, aber es ist mir völlig egal, ob die Kinder bei den Omas zu viel Fernsehen, zu viele Süßigkeiten bekommen, Limo trinken, spät ins Bett gehen, ständig Geld zugesteckt bekommen usw
Bei der einen Oa saßen sitzen sie zB fast ausschließlich vor dem Fernseher und essen Unmengen ungesundes Zeug. Ja und? Sie sind da ja nicht 3 mal die Woche und sie genießen die Zeit bei der Oma. Alle paar Wochen werden sie einen solchen Tag oder zwei verkraften.

Wenn du schon weißt, dass du ein Prinzipienreiter bist, muss du da vielleicht anfangen an dir zu arbeiten und lockerer werden. Sonst machst du dir das Leben nur unnötig schwer.

Ich glaube nicht das er darum geht das omi schön brav sein muss.
Ich bin aber auch der Meinung das man sich vertrauen verdienen muss wenn man Zeit mit einem kleinen Kind alleine verbringen möchte das ist ja nicht Perse schon da nur weil man Oma oder Opa ist. Wenn man weiß wie die eigene Kindheit oder die Kindheit von Mann verlaufen ist und das nicht grade schön war dann möchte ich wissen das sie mit meinem Kind nicht so umgehen. Und das muss man eben erstmal beweisen. Ich denke das das grundsätzliche Verhältnis da einfach eine Riesen Rolle spielt und darauf baut dann alles auf.

Naja, eines der größeren Enkel wurde von ihr letztes Jahr mit 4 Jahren schon mal im Kaufhaus vergessen, als sie alleine mit dem Enkel unterwegs war.... das ist für mich schon ein Grund zu sagen, ganz alleine bist du nicht mit meiner Tochter unterwegs.

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Ich glaube nicht, dass Großeltern Rechte am Kind haben und es ist meiner Meinung nach völliger Blödsinn, dass sich die Großeltern Rechte verdienen müssen.

Aber ich finde, Kinder haben ein Recht auf Großeltern.

Ich finde es immer traurig, wenn ich hier lese, dass der Kontakt zu Großeltern eingeschränkt wird, nur weil man selbst mit Ihnen nicht klarkommt. Solange das Kindswohl nicht gefährdet wird, sollte man einfach mal einen Schritt zurücktreten und überlegen, was die persönlichen Differenzen mit der Großeltern-Enkel-Beziehung zu tun haben: meistens nichts.

Wenn Kinder gerne zu den Großeltern gehen, ist doch wunderbar. Die Kinder lieben es, dort verwöhnt zu werden und ich schalte halt auf Durchzug. Manches muss später nochmal den Kindern erklärt und zurechtgerückt werden, selten werden die Großeltern zurechtgewiesen, wenn was wirklich nicht geht. Aber meine Differenzen mit den Großeltern werden niemals die Beziehung meiner Kinder zu den Omas und Opa belasten.

Suma

Großeltern haben rechtlich gesehen ein Umgangsrecht und können dieses auch einklagen. In Familien, die schon immer belastet waren, verzichten die aber meistens darauf. Und es wird eher angewendet wenn durch Trennungen das Kind plötzlich entzogen wird.

Ich denke - ihr solltet - sofern ein irgendwie geartetes Interesse der Großeltern am Kind besteht - dieses auch berücksichtigen und einen regelmäßigen Kontakt ermöglichen. Dennoch steht Wohl und Gesundheit des Kindes immer an erster Stelle. Wenn sich also abzeichnet, dass die Großeltern es in bestimmten Punkten gefährden, dann könnt ihr selbstredend Regeln aufstellen und bei Missachtung auch Konsequenzen durchziehen, die letztendlich dazu führen könnten, dass der Kontakt eher oberflächlich, sporadisch und stets durch euch begleitet bleibt.

Ihr solltet aber bedenken, dass so Sachen wie die Oma raucht...die Oma gibt Süßigkeiten....die Oma lässt das Kind Fernsehen... Zwar nicht gerade pädagogisch wertvolle Kriterien sind, aber auch kein Grund für einen generellen Kindesentzug. Das wären dann eher Kriterien wie seelische, psychische und körperliche Gewalt.


Und ihr solltet bedenken, dass der Prozess der eigenen Identitätsfindung ein Kernprozess des Kindes ist und eine durch Kontaktabbrüche unvollständige Identitätsfindung zu Problemen beim Kind führen kann. Das Kind sollte seine Wurzeln, sofern diese noch leben, kennen lernen können. In erster Linie sind das die Eltern. Da aber viele Eigenschaften eine Generation überspringen sind auch die Großeltern nicht unbedeutend. Das heißt nicht unbedingt, dass sie eine intensive Bindung haben müssen, nur dass es von Vorteil für das Kind sein kann sie wenigstens oberflächlich zu kennen und zu wissen aha so sind die, so leben die, so sehen die aus.

Noch dazu können sich Großeltern auch für das Enkelkind zum positiven weiterentwickeln. Mein Vater hatte eine sehr schwere Kindheit, die von vorne bis hinten - wenn er nicht gerade von der Oma zu sich genommen wurde - ein Fall fürs Jugendamt war. Ich habe daher auch keinen richtigen Kontakt zu diesen Großeltern. Ich hätte in der Pubertät die Möglichkeit gehabt sie alleine zu treffen, wollte das aber nicht, da ich sie in den vielen Verhaltensweisen die in meinem Vater leben und gegen die er immer wieder einen verzweifelten Kampf geführt hat, glaube ich zur Genüge kennengelernt habe, denn mein Vater hat einige ihrer Fehler in überforderten Momenten wiederholt.

Irgendwann gelang es ihm mit Therapien aus der Spirale der Gewalt zu finden und sich bei uns zu entschuldigen und sich eigentlich total zu wandeln. Es war aber immer klar sollte er irgendwelche Ausbrüche vor meinen Kindern haben, würde ich sie nehmen und gehen und sie nicht mehr alleine bei ihm lassen.

Meine Eltern sind ausgesprochen liebevolle Großeltern geworden und haben mit ihren Enkeln so viele Dinge besser machen können als mit uns. Ich weiß, dass es da einfach Klick gemacht hat und in den 11/12 Jahren ist es nicht vorgekommen dass irgendwas passiert ist. Sie haben sich für ihre Enkel einfach positiv weiterentwickelt und es wäre falsch gewesen sie nicht zu beteiligen. Meine Kinder haben mittlerweile schon viel Zeit mit ihnen allein verbracht.

Meine eine Tochter hat zudem ein eher instabiles Verhältnis zu ihrem leiblichen Vater. Der ist eigentlich ein gebildeter Mann, Pazifist, hat eine religiöse Ausbildung,...aber leider schon viele Jahre lang an einer psychischen Krankheit. Trotzdem vielen Dinge vorgefallen sind,weshalb ich den Umgang mit Absprache mit dem Jugendamt immer wieder einschränken musste, weil er einfach manchmal nicht er selbst sein kann, aber nicht immer einsichtig genug das zuzugeben, trotzdem, und trotzdem er kaum als Vater wirklich in Erscheinung treten kann und das Verhältnis höchst ambivalent ist, ist meiner Tochter dieser Kontakt sehr wichtig. Und sie ist einfach da mit rein gewachsen und weiß sehr gut damit umzugehen. Das war einfach ein Prozess. Sie weiß, sie kann sich nicht unbedingt auf ihn verlassen. Sie weiß, er kann sich um vieles nicht kümmern. Und bei solchen Sachen kommt sie auch gar nicht auf die Idee diese Erwartung an ihn zu stellen, aber sie haben trotzdem ein auf ihre ganz eigene Art liebevolles Verhältnis....etwas dass nicht unbedingt von außen betrachtet zu erwarten wäre. Es gibt Dinge die hat er ihr Nähe gebracht, die sie fortführt. Sie spielt z.B. ein Instrument, dass ihr Vater sehr liebt. Und ich muss sagen, dass egal, wie ich das sehe , der Kontakt für sie wichtig ist. Ich muss nur schauen, dass er nicht Aufgaben übertragen bekommt, die er nicht stämmen kann, um sie zu schützen.

Was ich damit sagen will: Es ist keine einfache Geschichte bei der es eine einfache vorhersehbare Lösung gibt. Deshalb solltet ihr auch keine zu schnelle Entscheidung fällen, sondern euch langsam und vorsichtig vorwärts tasten und die Grenzen suchen in denen ein Umgang evtl. möglich und sinnvoll ist. Ein Kind wird von etwas widrigen Umständen außerhalb seines familären Kerns nicht zerstört, solange es einen gesunden Alltag hat. Den bildet ja ihr. und kann durchaus mit der Zeit unterscheiden, wem es in welchem Punkt vertrauen kann.

Hi
Ich habe nicht alle Antworten gelesen, kann dir aber sagen wie es bei uns gehandhabt wurde.
Grundregel war, dass nicht gegeneinander gearbeitet wird und dass die Großeltern weniger "Extrawürste" hatten je mehr sie im Alltag eingebunden waren.
Das lief schon bei mir als Kind so und es hat für mich Sinn gemacht.
Ist das Kind nur ab und an bei den Großeltern (alleine) macht es keinen Sinn sich über etwas verwöhnen /Regel beugen aufzuregen. Sind die Großeltern jedoch Teil des (Wochen) Alltags sieht das anders aus. Einmal im Monat zwei Eis bekommen macht kein Kind krank/dick. Zweimal die Woche Zuckerschock müssen Eltern nicht hinnehmen.
Kein Spaß verstehe ich bei gesundheitsgefährdendem Verhalten (war bei meiner Oma so, die glaubte, dass die Allergie meiner Cousine nur eingebildet war #klatsch), gegen die Eltern schießen oder gegen deren Überzeugung handeln (nicht pillepalle sondern ernste Themen)
Eigentlich lief das ganze entspannt ab, richtig Streit gab es nie und alle verstehen sich immer noch gut.
Nur den Satz "die haben ja schon Kinder groß bekommen" finde ich bescheuert, liegt aber an meiner Arbeit ;-)

Also ich bin weder der Meinung, dass Großeltern automatisch irgendwelche Rechte haben, noch dass sie sich den Umgang mit Enkelkind verdienen müssen.

Wenn man eine gute Beziehung zu seinen Eltern hat und weiß, dass es ihrem Enkelkind bei ihnen gut geht, sehe ich keinen Grund, der dagegen spricht, ihnen Zeit allein mit ihrem Enkel zu lassen. Das heißt natürlich nicht, dass ich finde, dass Großeltern jederzeit unangekündigt vorbeikommen können oder den Nachwuchs nehmen, wann immer es ihnen passt.
Wenn das Kind Zeit bei den Großeltern verbringt, finde ich, können sie in einem gewissen Rahmen ruhig auch eigene Regeln anwenden. Ich selbst durfte bei meinen Großeltern auch mehr fernsehen und Süßigkeiten essen als zu Hause. Meine Großeltern haben natürlich trotzdem jederzeit drauf geachtet, dass es nicht ausartet. 😉

"Also wie seht ihr das? Und wie schafft ihr es über gewisse Dinge hinwegzusehen, weil es ja Oma und Opa sind? "

Auf alle Verwandtschaftspersonen bezogen, sowohl meine, als auch die des Kindsvaters:

1. ist das Grundvertrauen komplett da. Dürfen sie alles.
Das ist recht einfach. Den Menschen, denen ich vertraue, haben gesunden Menschenverstand! Sie handeln im Sinne und zum Wohle des Kindes.

Sie dürften alles, weil sie nicht alles machen würden!

Verwandtschaftsstatus/Freundesstatus: egal


2. Vertrauen ist etwas, das sich entwickelt. Eine Pflanze, die man pflegt.
Sie dürfen mehr/anders, weil sie nicht die Erziehungsaufgabe haben.
Aber sie dürfen nicht alles.

Im Zweifel hilft ein Gespräch. Vertrauen ist eine Pflanze, die aus Kommunikation, darüber reden können, erwachsen darauf reagieren wachsen kann. Beidseitig!

Ich bin vorsichtiger, lasse vieles aber auch machen. Grenzen spreche ich an.


3. no go
Egal welcher Verwandtenblutsfamiliensonstigeszweig es ist.

Wem ich nicht soweit vertraue, dass die Person mit Respekt anderen Menschen begegnet, darf "nichts". Wer bereit ist mir zu schaden, braucht es bei meinem Kind gar nicht erst zu versuchen.

Das sind wenige, aber mit deutlicher Gefahr. Wem ich mich selbst nicht als erwachsene Person anvertrauen würde, dem vertraue ich auch mein Kind nicht an.



Ergebnis: es kommt nicht auf den Verwandtschaftsgrad an, sondern auf Vertrauen.

Ich vertraue nicht jedem! Aber wem ich vertraue, dem/der gerne.

Prinzipienreiterei mag ich gar nicht!
Erbsenzählerei betreibe ich nur und ausschließlich bei meinem Konto und meinen Ausgaben! Nicht menschlich! Sondern wirklich nur meiner finanziellen Situation mir selbst gegenüber!

Im Zwischenmenschlichen ist Vertrauen da oder als Pflanze oder aus ernsthaften (oft leider wiederholten) Gründen nicht. Da ist es dann nicht ein bisschen aufregen, sondern existentielles.

Da ich diese Bereiche unterscheide(n kann), fällt es mir auch leichter dort locker zu lassen und mich mit meinem Kind zu freuen und Vertrauen zu pflegen, wo ich es mit Vertrauen "versuche" (manchmal fällt es mir schwerer zu Vertrauen auf Grund eigener Erfahrungen mit ANDEREN Menschen. Das ist aber mein Problem und soll nicht das meines Kindes sein. Also versuche ich auch die Pflanze des Vertrauens zu pflegen, sofern es beidseitig ist).

"Vertrauen ist eine Pflanze, die aus Kommunikation, darüber reden können, erwachsen darauf reagieren wachsen kann. Beidseitig!"

Das hast du schön geschrieben. :-)

Es kommt ganz darauf an wie alt die Kinder sind, wieviel Umgang bisher gelebt wurde und wie oft man ihnen die Dinge, welche von den Eltern nicht gewünscht sind, schon erzählt hat.

Wie geht man z.B. mit Großeltern um, welche die Kinder seit Geburt nur einmal die Woche zum Kaffee trinken sehen und sich dabei auch nicht mit ihnen beschäftigen? 2 Mal im Jahr ein Ausflug mit den Eltern zusammen. Parallel dazu ist das Verhältnis vielleicht durch Familienereignisse schief gerückt und es wird schlecht über einen erzählt, dann ist kein Vertrauen mehr da und die Feiertage und Geburtstage sind eher nur ein gezwungenes Beisammensein, weil es Familie ist. Und nach 10 Jahren (weil vielleicht in Rente) wollen sie dann Zeiten mit den Kindern haben.

Dein Gefühl als Mutter ist das Wichtigste für die Kinder. Wenn es dir dabei nicht gut geht, dann ist es nicht gut.

Großeltern waren bereits Eltern. Sie hatten ihre Zeit bei ihren Kindern. Großeltern müssen sich nach den Wünschen der Eltern richten.

Hallo,

ich finde nicht, dass das Verwandtschaftsverhältnis Großeltern-Enkel automatisch zu irgendetwas "berechtigt".

Damit ich mein Kind jemandem anvertraue, muss ich ihm - wie das Wort schon sagt - vertrauen. Dieses Vertrauen ist in den allermeisten Fällen ja vorhanden. Man vertraut seinen Eltern und wenn mein Mann mir versichert, dass ich seinen Eltern vertrauen kann, tue ich das. Schließlich kann ich mich auf ihn verlassen und vertraue ihm. Ist das nicht gegeben, wird es natürlich schwierig.

Ich finde es grundsätzlich nicht in Ordnug, die Wünsche der Eltern extra zu missachten, obwohl es weder schlimm ist noch Zusatzarbeit bedeutet. Nur weil man Oma ist, darf man sich eben nicht bewusst über alles hinwegsetzen, wie es einem so in den Sinn kommt und weil man meint, dass es doch den eigenen Kindern auch nicht geschadet hat. Das ist ein Vertrauensbruch und man muss sich nicht wundern, wenn man das Kind nicht mehr ohne Eltern sieht.

Manche Wünsche von Eltern sind natürlich recht eigenartig, aber sie sind dennoch zu respektieren. Was tut die Oma denn, worüber ihr euch so aufregt? Schadet es oder nicht? Kannst du darüber hinwegsehen oder nicht?

LG

Da war halt mal die Sache, dass sie den 4 Jahre alten Sohn vom Schwager im Kaufhaus vergessen hat, und später auch noch darüber gelacht hat.
Dann, dass der SV ein kleiner Raser ist und letztens auch ein Baustellenschild auf der Autobahn mitgenommen hat, dass aber von SM belächelt wird, es ist doch all die Jahre noch nie was passiert (stimmt nicht) und es wäre übertrieben, dass sie nicht mit unserer Tochter Auto fahren dürfen.
Wenn ich ihr sage unsere Tochter will nicht mehr, weil sie sich auf ihrem Schoß schon wegstößt, bekomme ich gesagt, sie ist doch die Oma und ich übertreibe. Aber sich mit einem zehn Monate alten Kind mal zu spielen tut sie nicht. Es muss dann hoppe Reiter sein bis sie weint🤨
Sie ist entsetzt, dass ich nachts noch stille. Sie ist beleidigt wenn wir von ihr gekaufte Klamotten nicht anziehen, weil sie nie nach der Größe unserer Tochter fragt und immer alles zu klein ist. Sie ist zu stur um zu fragen. Letztens kam eine riesige Tüte mit mehreren Stofftier Flamingos an fürs Kinderzimmer, weil es ja modern !!! ist, obwohl wir ihr vorher schon mal gesagt haben, bitte lass Stofftiere, unsere Tochter hat genug von denen, niemand braucht 100 Stofftiere, erst recht nicht in dem Alter, und, sorry, sie weiß wie das Kinderzimmer thematisch eingerichtet ist und da passen keine x- verschiedene Flamingos rein.
Und mein Mann und ich sagen es lieber ehrlich, bevor man es hinten im Schrank versteckt oder bei ebay verkauft. Das ist für uns auch keine bessere Variante, nur damit man Omas Gefühle nicht verletzt. Sie ist nämlich ein Mensch, sie macht solche Dinge bewusst obwohl wir nein sagen. Und das ist das ärgerliche.
Und wir haben wirklich nicht viele "Regeln":

Keine Süßigkeiten im Säuglingsalter und sowieso nur das, was wir erlauben, weil sie gerade erst in der Umstellung zu fester Nahrung ist und noch nicht alles verträgt/essen kann.

Bei Klamotten wenigstens vorher einfach nur die Größe erfragen, weil in der Regel ein oder zwei Nummern zu groß besser sind als zu klein oder genau passend.

Ein schlafendes Kind wird nicht geweckt, sondern in Ruhe gelassen und ein müdes Kind wird uns zurückgegeben.

Und das sind nicht alle Beispiele. Manche mehr, manche weniger gravierend, aber durch den Ärger über die gravierenden Dinge, ärgert man sich über die kleinen Dinge immer zu viel. Das weiß ich auch.

Ich finde es schade, dass soviele junge Eltern heute gegen die Großeltern ihrer Kinder kämpfen, weil diese nicht alles so machen, wie die Eltern. Oft geht es um Machtspielchen auf Kosten der Kinder. Ich bin 42, zwei meiner Großeltern leben noch und ich werde nie vergessen, wie schön die Ferien bei ihnen waren und wie viel Raum sie noch immer in meinem Leben einnehmen. Wir wurden verwöhnt, mein Opa hat mich an einem Stück Schokolade schlecken lassen, als ich 6 Monate war-oh Gott, da würden wahrscheinlich viele den Kontakt abbrechen😨. Und mit 16 habe ich mit ihm mal eine geraucht....
Meine Mutter hatte nie Großeltern und das hat ihr sehr gefehlt.
Großeltern müssen sich nichts verdienen und Kinder haben das Recht auf Großeltern. Ich weiß auch, was schlechte Großeltern sind, zu denen will man als Kind dann sowieso nicht.

Ich würde mein Kind nur einem Menschen anvertrauen, den ich köperlich, psychisch und auch charakterlich mag und weiß, dort ist mein Kind gut aufgehoben.

Da kann Titel davor sein was wolle. Onkel, Cousine, Oma, Nachbarin - mir egal. Der Mensch muss mit meinem Kind klar kommen können.


lg lene