Beziehung Schwiegermutter und Enkelkind

Hallo Zusammen,

ich schreibe anonym, da mir meine Gedanken peinlich sind, aber es beschäftigt mich immer mehr und deswegen möchte ich ein paar neutrale Meinungen.

Zuerst zu meiner Vorgeschichte - vielleicht kann man mich somit besser verstehen.
Meine Eltern waren noch sehr jung als ich geboren wurde. Somit wurde ich hauptsächlich von den Omas betreut. Zu diesen habe ich bis heute ein wesentlich besseres Verhältnis als zu meiner Mutter (seit einigen Monaten komplette Funkstille).
Dies belastet mich schon sehr, da ich eine 12 Jahre jüngere Schwester habe und diese bei meinen Eltern schon immer an erster Stelle war - was ich oft deutlich zu spüren bekam.
Deswegen zog ich mit 18 Jahren während meiner Ausbildung aus. Eine große Hilfe und Unterstützung war in dieser Zeit meine jetzige Schwiegermutter und meine Omas.
Alles mittlerweile 15 Jahre her. Mein Verhältnis zu meiner Schwiegermutter war immer gut. Vor 6 Jahren kam mein großer Sohn. Vor 1,5 Jahren meine Tochter. Leider ist meine Tochter krank und wir hatten und haben einige Krankenhausaufenthalte hinter uns. In dieser Zeit kümmerte sich meine Schwiegermutter um meinen Sohn, da sie in der gleichen Straße wohnt und nur 12 Stunden arbeiten geht. Ich danke ihr sehr dafür, anders hätte ich diese Zeit nicht überstanden und ich weiß ich kann mich immer voll auf sie verlassen. Mein Sohn ist allerdings ein richtiges Mama Kind und für ihn war diese Zeit sehr schwer und er hat mich sehr vermisst. Bei meiner Tochter hingegen fühle ich mich teilweise so überflüssig. Sie sieht ihre Oma natürlich mehrmals die Woche und liebt sie. Wenn Oma da ist und sie sich verletzt hat darf nur Oma trösten, Oma darf nur wickeln und anziehen, Oma wenn geht wird geweint ohne Ende, zu mir will sie partout nicht her. Das macht mich sehr traurig. Ich gebe alles für sie kümmer mich jeden Tag um sie, bleibe wegen ihrer Krankheit noch länger von der Arbeit zuhause damit ich mich um sie kümmern kann (Arzttermine, Therapie usw). Bei allen 14 Krankenhausaufenthalte war stets ich bei ihr und habe mich um sie gekümmert und gesorgt - und dann diese "Ablehnung". Sind wir bei Bekannten oder meinen Omas geht sie keinen Meter von mir weg und weint wenn ich den Raum verlassen aber ist Schwiegermama da bin ich luft. Es verletzt mich einfach. Ich weiß ich soll froh dass es eine weitere bezugsperson gibt bei der ich sie im Notfall auch lassen könnte. Aber meine Angst ist dass sie die oma irgendwann lieber mag als mich - sowie es bei mir ist.
Jetzt fliegen wir nächste Woche in den urlaub und oma kommt auch mit da ich viel zeit mit meinem sohn verbringen wollte. Jetzt habe ich jedoch total angst dass sich meine tochter nach dem Urlaub noch mehr an die oma klammert und ich komplett abgeschrieben bin. Am liebsten würde ich alles absagen.
Ich weiß dass alles total blöd ist und meine tochter mich liebt und die oma hilft wo es nur geht. Aber ich kann nicht raus aus meiner haut und nehme mir jetzt schon öfter Sachen vor damit wir keine zeit für die oma haben. Ich habe ein mega schlechtes gewissen. Meine schwiegermutter hilft mir seit Jahren. Wie kann ich besser mit der Situation umgehen. Kenne das von meinem sohn nicht er hat sich immer gefreut wenn er mich gesehen hat und kam immer direkt zu mir. Mit meiner Schwiegermutter reden empfinde ich schwierig weil ich mich schäme dass ich "eifersüchtig" auf sie bin.

Irgendwie kann ich deine Gedanken schon verstehen, aufgrund deiner eigenen Geschichte. Andererseits kann ich dir auch nur sagen, was du schon selbst weißt: Dass es ein großes Glück ist, dass deine Tochter noch eine zweite so wichtige Bezugspersonen hat.
Die "Gefahr", dass sie Oma mehr liebt, sehe ich nicht. Du bist ja wahrscheinlich schon allein zeitlich gesehen ein viel wichtigerer Bezugspunkt und du gibst ihr ja bisher auch keinen Anlass, dich weniger zu lieben. Das was zwischen dir und deinen Eltern war, hatte ja Gründe...
Und wenn ich mal von mir ausgehe, wöllte ich auch keine Rangfolge bei meinem Liebsten aufstellen, sondern mag viele Personen in meinem Leben gleich gern.

Falls dich das noch etwas beruhigt: Wenn wir bei meinen Eltern oder auch Schwiegereltern sind, heißt es von meiner Tochter oft: "Geh weg Mama!". Ich bin eigentlich total abgeschrieben. Und gerade das ist meine größte Freude. Sie ist sonst ein Mama-Kind aber ich freu mich so, dass sie so eine tolle Beziehung zu den Großeltern hat. Etwas was ich auch hatte bzw. habe und mir sehr gewünscht habe für meine Kinder! Ich hoffe, es bleibt so!

Zum Schluss nur noch der Gedanke: Pass auf, dass du deine Tochter emotional nicht unter Druck setzt. Wenn du sie versuchst zu entfremden, wird das wohl eher schief gehen, als wenn du sie ihre Liebe teilen lässt!

Ich verstehe dass dich die Situation unsicher macht, dass du über die Zurückweisung traurig bist.
Dennoch denke ich nicht, dass sich deine Geschichte wiederholt. Möglicherweise befindet sich deine Tochter in einer Phase. Möglicherweise ist ihre Wahrnehmung über deine Begleitung im Krankenhaus eine andere als deine. Aus Erwachsenensicht hast du sie betreut und bist ihr beigestanden.
Aus Kleinkindersicht warst du dabei, hast aber nicht verhindert dass ihr Schmerzen zugefügt worden sind, dass sie Angst hatte. Dadurch muss sie erst wieder lernen, dass du verlässlich bist, in der Lage bist sie zu beschützen.
Bei meiner Tochter war das jedenfalls so.

Natürlich besteht auch die Möglichkeit, dass einfach die Seelenverbindung zwischen Oma und Enkeltochter eine ganz besondere ist.

Mensch Mädel, du verennst dich da gewaltig in was.
Für meine Kinder bin ich auch out, wenn Besuch da ist, oder wir irgendwo sind.
Dein Kind liebt dich doch.
Es ist doch nur so, wenn Oma anwesend ist.

Du implizierst deine Geschichte in die deiner Tochter.
Nur es besteht ein gewaltiger Unterschied,denn du schiebst dein Kind nicht ab und behandelst beide Kinder gleich. Zumindest gehe ich davon aus.

Erfreue dich daran, dass du eine tolle Schwiegermutter hast.
Eifersucht ist völlig fehl am Platz. Damit zerstörst du die gute Beziehung zweier Menschen.
Ich wäre froh, wenn meine Kinder so eine Oma hätten. Zeit zum Durchschnaufen und dazu noch mit dem guten Gewissen, dass mein Kind gut aufgehoben ist.
Ihr seid eine Familie, da darf jeder jeden gern haben.

Ja, Eifersucht ist blöd, aber du bist Dir dessen bewusst und das ist schon viel wert.Ich sehe aber keinen Grund für eine Wiederholung der Geschichte. Du kümmerst dich sicherlich mit einer anderen Intensität um deine Kinder als es deine eigene Mutter getan hat. Deine Tochter ist noch sehr klein und wird sich in den kommenden Jahren immer mehr an dich binden. Und entscheidend ist, wie sie dann als Teenager rückblickend denkt. Eine andere Sache die mir noch eingefallen ist. Du erwähnst deinen Partner/ Mann gar nicht. Wie ist denn sein Verhältnis zu den Kindern. Wenn du schon ein derzeitiges Ranking aufstellst, ist es für ihn sicherlich noch schwerer, erst an 3. Stelle zu kommen. Akzeptiere deine Gefühle und vertraue deiner Tochter sich später mit 18 ihre eigene realistische Einschätzung geben kann. Kinder spüren, wer sie liebt. Und ich bin sicher, dass sie später sagen wird, dass sie mit sehr Liebenden Eltern und Großeltern aufgewachsen ist. Was kann es Schöneres geben!

Vielen lieben Dank für eure netten Antworten. Hatte schon Angst dass ich mir anhören kann ich wäre undankbar und würde die Hilfe meiner Schwiegermutter nicht schätzen. Doch das tue ich sehr denn ich habe ihr viel zu verdanken und sie war immer für mich da!
Jedoch bin ich mir bewusst, dass es bescheuert ist wenn ich auf meine Schwiegermutter eifersüchtig bin, aber nach jeder Situation in der ich wieder nur die zweite Geige bin, kommt es wieder hoch. Ich denke darüber ständig nach und habe verdammte Angst ich könnte für mein Kind nicht so wichtig sein. Dabei bemühe ich mich sehr eine bessere Mutter zu sein als meine eigene und vor allem beide Kinder gleich zu behandeln...
Mein Mann findet es klasse dass beide Kinder seine Mutter so mögen. Jedoch lieben unsere Kinder meinen Mann auch sehr und freuen sich auch arg wenn er von der Arbeit nach Hause kommt - komisch dass es mich da nicht "stört" bzw irritiert... Mein Mann findet es auch super dass die Kleine wenigstens bei seiner Mutter bleibt (ansonsten will sie bei niemand bleiben) damit ich auch zeit mit dem Großen verbringen kann oder Arzttermine usw.
Ich weiß einfach nicht woher diese Panik kommt oder was ich dagegen tun könnte. Ich möchte das gute Verhältnis nicht zerstören.

....ich kann dich gut verstehen, aber versuche dir keine Sorgen zu machen. Wenn meine Mutter zu Besuch ist oder wir bei ihr, dann habe ich nichts zu melden. Und wenn mein Mann und ich unseren Sohn zu Oma und Opa zum übernachten bringen, dann kommt häufig "ihr könnt jetzt gehen" oder "ihr seid ja immer noch da".

Das macht mich nicht eifersüchtig. Ich bin froh das er ein so gutes Verhältnis zu den beiden hat und es ist mir lieber so, als hätten wir jedesmal Theater. Jedoch ist es schon anders, ob es die eigene Mutter oder die Schwiegermutter ist ;-)

Nimm es so an wie es ist. Du bist die Mama und bleibst die wichtigste Person in ihrem Leben. Wenn sie aber ein so gutes Verhältnis zur Oma hat und die beiden sich prima verstehen, dann lass sie und unterstütze das.

Zum Abschluss nur ein Gedanke. Kann es sein das sie dich unterschwellige entlasten möchte? Weil ihr beide durch ihre Erkrankung einiges durchgemacht habt, du immer dagewesen bist etc.? Kinder spüren mehrmals man denkt.

Hallo,
zu deinen Gedanken fällt mir ein Buch ein: “Ich will ja loslassen, doch woran halte ich mich dann fest?“ da geht es um innere Glaubenssätze, guck dir das vielleicht mal an. Alles Gute 🍀

Du hast geschrieben, dass Deine Tochter bereits 14 KH-Aufenthalte hinter sich hat & DU immer da warst. Hut ab dafür & das hast Du definitiv richtig so gemacht!! Dennoch: evtl. verbindet Deine Tochter v.a. DICH mit ihren KH- und Krankheitserfahrungen (unbewusst natürlich) - und Oma ist hauptsächlich da, wenn es ihr gut geht & sie gemeinsam Spaß haben. Vielleicht hilft dieser Gedanke dir, um mehr Verständnis für das Verhalten Deiner Tochter zu bekommen.

Hallo,

ich fühle manchmal so ähnlich, am anfang war es am schwersten. mein kleiner hatte mich auch oft ausgegrenzt, bei meinem vater und ich habe mich dann so überflüssig gefühlt, wusste auch nix mit mir anzufangen. es war toll, das er sich bei meinen eltern so schnell wohlgefühlt hat und er hat da auch schnell mal ne nacht geschlafen.. und dazu noch die gedanken, na toll, ich wsr die gabze zeit an deiner seite und nu sind opa und papa mit an erster stelle😓

aber denke, es ist wirklich so, mit uns verbinden so gute wie auch schwere zeiten, wir saßen bei den untersuchungen bei, haben sie in den op begleitet und so weiter...

dennoch vertrauen sie uns, merkt man ja, wenn man woanders ist und sie trotzdem an einem klammern bzw lehnt sie dich ja nicht ab.

also sie liebt dich und es ist auch super wenn sie deine schwimu so liebt u vertraut. und ich denke du solltest deine vergangenheit aufarbeiten und verarbeiten, das du bei der kleinen besser loslassen kannst. sie wird dir nicht wegrennen, ausser du klammerst zu sehr..

also vertraue dich jemanden an u sag es genauso so, wie du es hier beschrieben hast, wenn man mit einer person spricht, ist es auch nochmal anders und vielleicht auch hilfreicher🤗

geniesse bewusst die zeit mit deinem sohn, der freut sich bestimmt riesig auf die exklusiv zeit mit dir.

liebe grüsse