Moralapostel

Guten Abend,


mein Schwager ist vor 14 Tagen zum Veganer geworden. Davor war er ein halbes Jahr Vegetarier und hat vor einem Monat begonnen, alles, wo Lab-Enzym drinnen ist, zu meiden. Schließlich halt Veganismus, da es so doch einfacher ist.

Alles schön und gut. Soll jeder so leben wie er will. Auch ich habe Phasen, wo ich auf Fleisch verzichte zB. Und auch einige meiner Freunde sind Veganer (gesundheitsbedingt) oder Vegetarier. Hier wird bei uns genauso zum Essen eingeladen ohne Probleme.

Da eine Freundin viele schwere Lebensmittelallergien hat (Eier, Milch, N7sse, ...) bin ich dankbar, dass wir alles vertragen und keine Einschränkungen haben.

Mein Problem jetzt ist aber die Einstellung meines Schwagers, ALLE bekehren zu müssen. Es nervt bei jedem Treffen das Thema serviert zu bekommen.
Klar sage ich auch, wir sollten unseren Fleischkonsum REDUZIEREN, aber er redet immer vom Komplettverzicht. Das wir evolutionsbedingt nicht da wären, wo wir jetzt sind ohne Fleisch, ist ihm egal.

Habt ihr auch so nervige Leute um euch? Wie blockt ihr das ab? Einem engen Familienmitglied kann man ja nichr laufend aus dem Weg gehen. Sonst ist er außerdem ein echt toller Kerl. Nur dieses eine Thema ....

In meinem Kulturkreis wird man verkloppt, wenn man tierische Lebensmittel verschmäht, daher kenne ich keinen😂😂😂

Spaß beiseite. Ich hatte so einen Kollegen, immer total blass um die Nase und absoluter veganismus-Terrorist. Er versuchte jeden ständig zu bekehren. Da schmeckte das Steak uns dann umso besser:)

Ich hab ihn öfter mal aufgezogen, zb wenn er Obst gegessen hat. „Naaaa, isst du da etwa FruchtFLEISCH?“ 😂

Wenn du ihn angrinst und dich nicht darauf einlässt, wird er es irgendwann lassen. Entspann dich.

Das würde ich gar nicht so an mich ranlassen

Ja, wahrscheinlich nervt es gerade nur so, weil er es eben erst seit 14 Tagen ist und ich nur gesundheitsbedingt Veganer kenne. Also keinen, der es sich freiwillig so ausgesucht hat.

Ich hoffe nur, wenn er mal Kinder hat, dass die normal essen dürfen, sonst kann es sein, dass ich mich da massiv einmische. Aber seine Frau ist "nur" vegetarisch, da sie selbst sagt, das reicht ihr so.

Was allerdings besser sein soll, Dinge wie Vitamin B12 oder so als Tablette zu nehmen, weiß ich leider auch nicht. Da ist er dann schnell auf ein anderes Thema gesprungen.

Ignorieren endet derzeit in beleidigte Leberwurst die eine Familienfeier gecrasht hat 🤦‍♀️🤦‍♀️ Als ob er 5 wäre.

lg lene

Gestern habe ich gelesen, dass in Australien ein paar das Kind entzogen wurde, weil durch die Veganer Ernährung es massiv unterernährt war....https://www.google.com/amp/s/www.bbc.com/news/amp/world-australia-49430857

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https://www.youtube.com/watch?v=z0O_VYcsIk8

Musste da grad dran denken#rofl

Ja, so Leute kenne ich auch.
Mein Favorit war eine, die darauf beharrt hat, wie böse wir Fleischesser sind und wie schlimm das für die Umwelt und die Tiere ist (seltener Fleischkonsum, dann immer im Bioladen des Vertauens um die Ecke gekauft, wo sie dir auch noch sagen können, wie das Tier hieß, weil es vor wenigen Tagen noch zwei Dörfer weiter auf dem Feld stand. Wo ihre Sojaprodukte herkamen, wusste sich nicht. Es stellte sich dann heraus, dass es nicht biologischer Anbau in Brasilien war ...

Je nach Stimmung halte ich da mit guten Fakten gegen, oder ich lass sie einfach reden (auf der einen Seite rein, auf der anderen raus). Wenn es zu schlimm würde, würde ich das klipp und klar sagen.

Dieses scheinheilige "nur bio, nur vom Bauern des Vertrauens, es stand auf allen Weiden der Welt und hatte einen Vornamen" ist aber genauso NERVIG und SCHEINHEILIG wie diese Vegan Religion.

Auch Bio Fleisch das einen Vornamen hatte ist totes Fleisch! Und es wurde definitiv nicht tot gestreichelt! Es wird genauso gezüchtet um getötet und gegessen zu werden.
Du bist damit kein besserer Mensch als ein Supermarkt Fleisch esser. Auch wenn du es noch so gern sein möchtest!

Wer also von veganern nicht bekehrt werden möchte, der sollte andere doch auch mit seiner öko Fleisch Sekte in ruhe lassen und die Leute das essen lassen was sie wollen. EGAL woher es kommt!

Der gleichen Meinung bin ich auch.

Die Fleischfresser, die Veganer umkehren wollen sind genauso schlimm wie umgekehrt.

Darum bin ich ja so genervt gestern gewesen, weil mein Schwager eben keine Ruhe damit gab, obwohl alle schon mit den Augen rollten und sagten, er solle aufhören damit. Im Endeffekt hat er die Familienfeier gesprengt, da fast alle dadurch aufbrachen, um ihm endlich zu entkommen.

Er ist aber auch extrem penetrant und nur seine eigene Meinung zählt. Andere lässt er nicht mal ausreden.

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Ich würde ihn das ins Gesicht sagen. Vielleicht weiß er nicht, wie nervig er ist.

Ich bin Vegetarier und war mal 1,5 Jahre Veganer.

Mich nerven die Leute, die jedes Mal einen dummen Spruch machen müssen von wegen "du musst mal ein richtig saftiges Steak essen", "deinen Sohn musst du aber anders ernähren als die Mädchen. Der braucht Fleisch, um stark zu werden!" (, sei dazu gesagt, meine Mädchen dürfen frei entscheiden, was sie essen wollen. Aber sie sind freiwillig Vegetarier)
"warum isst du vegetarische schnitzel? Dann kannst du doch gleich Fleisch essen"
"Tofu am besten in Öl anbraten, dann gleitet es besser in den Mülleimer"
"an deinen Kaninchen ist kaum was dran. Das reicht nur für einen kleinen Weihnachtsbraten"

Usw...

Man kann jetzt darüber streiten und hier eine Diskussion bzgl Ernährung, Weltproblemen usw anfangen.
Aber mir reicht es hiermit zu sagen, dass viele Leute einfach nerven.. Einige sind Vegetarier, einige Veganer, einige davon Fleischesser. Ob sie nerven, hat weniger mit deren Ernährung zu tun, als vielmehr mit deren Charakter 😉

Ich halte meinen Mund, obwohl ich Vegetarier bin. Wenn ich mich doch provozieren lasse, darf ich mir nämlich nur wieder anhören "lustig, wie schnell Vegetarier drauf anspringen, wenn man sie ärgern will".

Sag ihm einfach, dass es dich nervt und wenn du Informationen haben willst diesbezüglich, du dich melden wirst bei ihm. So lang soll das Thema ruhen und fertig. Vielleicht bringt das ja was.

Ich hoffe, er kriegt sich da auch wieder ein.

Gestern hat er damit nämlich die Familienfeier gesprengt, da er eben nicht aufhörte.

Auweh. Gleich die ganze Feier gesprengt? Wie das?

Da sollte der Rest der Familie an einem Strang ziehen, damit sowas nicht wieder passiert. Wie stehen die anderen dazu?

LG

Ich bin Vegetarierin, die meist vegan lebt. Ich kenne viele Veganer*innen. Die allermeisten, die ich kenne, wollen einfach nur in Ruhe gelassen werden und nicht mit jedem ihrem Veganismus diskutieren. Ich finde Veganer*innen, die andere bekehren wollen, exakt genauso nervig, wie Fleischesser*innen, die mit mir meinen Vegetarismus ausdiskutieren wollen. Ich würde ihn echt mal darauf ansprechen: "Ich habe nichts dagegen, dass du dich vegan ernährst und ich finde es auch super, dass du dich damit für Tiere einsetzt. Ich möchte aber nicht das selbe machen und möchte darüber nicht diskutieren. Bitte lass das von nun an sein." Lass aber dabei die Argumente, warum er Tierisches essen sollte, weg!
Tut mir echt leid, dass so drastisch zu sagen: Dass wir ohne Fleischkonsum evolutionär nicht da wären, wo wir jetzt sind, ist ein richtig dummes Argument. Das hat nämlich nichts mit dem hier und jetzt zu tun. Dass Vorläufer des modernen Menschen erst große Gehirne entwickelt haben als Fleisch zur gegessen wurde (plötzlich größere Mengen Kalorien), hat doch nichts mit jetzt zu tun, wo wir jeder Zeit genügend Kalorien durch pflanzliche Nahrungsmittel zu mir nehmen kann, ist also kein Grund, weshalb man heute Fleisch essen müsste. Interessiert ihn also zurecht nicht.
Mir erschließt sich übrigens nicht, warum es nicht okay ist, dass er euch heute nervt, es aber okay ist, dass du dich "massiv einmischst", wenn er mal Kinder hat. Vegane Ernährung bei Kindern geht. Sie ist halt nur wirklich schwierig. Hier ein Artikel von der deutschen Gesellschaft für Kinder und Jugendmedizin, der urteilt, dass es zwar Risiken gibt, dass vegane Ernährung bei Kindern aber dann durchgeführt werden kann, wenn die Eltern viel Wissen darüber haben.
https://www.dgkj.de/meldungen/2018/presseinfo-vegan-oder-vegetarisch-wie-gesund-ist-das-fuer-kinder-und-jugendliche/

Genau der gleichen Meinung bin ich auch.

Jeder Fanatismus (ich das ist es bei ihm gerade) ist nervig, egal ob Fleisch/vegan oder Religion zB.

Ich hoffe, er kriegt sich mit den Wochen ein.
Auf Diskussionen lasse ich mich eh nicht ein. Ich war nur so genervt gestern, da er damit die Familienfeier gesprengt hat.

Was andere essen juckt mich eigentlich gar nicht. Allerdings finde ich, dass wir als fleischesser wirklich konsequent auf die waren aus der massenproduktion verzichten sollten. Die falschen leiden, die falschen werden durch uns reich und diejenigen die ihre tiere gut und artgerecht behandeln, und bio verkaufen, verdienen nicht genug. Das ist das einzige was mich wirklich schon lange beschäftigt und traurig macht. Unsere gesellschaft ist sehr ignorant. Und wenn wir die tiere schon futtern dann sollen bis dahin wenigstens ein artgerechtes schönes leben haben.

Sollte jeder sehen und sollte im Unterricht gezeigt werden:

https://www.youtube.com/watch?v=R-rDurOJ0B4

Ich habe auch einen Veganer und viele Vegetarier um mich. Missionarisch ist keiner von denen, aber wenn jemand meint, er müsse ihre Entscheidung mit fadenscheinigen Begründungen kritisieren, sind sie sich für eine Diskussion nie zu schade. Der Veganer hat übrigens einen eigenen Naturschutzverein und arbeitet für eine grössere Naturschutzorganisation, der betreibt das mit Leib und Seele und ist insofern authentisch, dass er sich da seit über 10 Jahren treu ist. Einer, der quasi gestern umgeschwenk hat, müsste mich da nicht bekehren wollen, der soll erst mal zeigen, dass er es durchziehen kann. Ich esse zwar Fleisch, muss aber gestehen, dass der teilweise Verzicht auf tierische Produkte absolut machbar und vernünftig wäre. Ich scheiterte da an meiner eigenen Bequemlichkeit.

Dem habe ich nix hinzuzufügen. Schön geschrieben!

14 Tage und er nervt "jedes Mal"? Wie oft seht ihr euch denn in 2 Wochen? Mir wäre das zuviel. Sag doch kipp und kar, dass ihr es so macht, wie ihr es richtig findet, nichts anderes macht er. Man muss aber nicht jeden Lebensstil durchdiskutieren. Du isst eben Salamibrot und er Frischkornbrei zum Abendessen - so what?
VG

Wer ist ein Schwager?
Ein Schwager ist jemand, den man sich nicht aussuchen kann🤣.
Klär ihn doch mal über das Palmöl in seinen Veganen Produkten auf.

Es gibt auch genügend (vegane) Produkte, die nicht auf Palmöl basieren.
Produkte aus konventionell gewonnem Palmöl sollte jeder meiden, ob nun Veganer oder nicht...

Ganz ehrlich ich kenne auch Vegetarier und jemand der sich einige Zeit Vegan ernährte. Finde ich voll OK. Ich bin übrigens bekennende Fleisch"fresserin" und das meiste Fleisch zieh ich mir auch noch selbst. So gesehen weiß ich was ich esse und gemästet wird es auch nicht.

Ich war bei einer Freundin zu Besuch die meinte es gäbe halt keine Wurst sondern vegane Sachen. Meine Antwort: "Kackegal, ich ess was auf den Tisch kommt". Somit sterbe ich ja nicht wenn ich mich woanders anpasse. Aber mich versuchte von den oben genannten Personen bisher auch keiner zu bekehren, man akzeptiert sich gegenseitig! DAs es ist wo es meiner Meinung nach drauf ankommt.

Wenn mir einer so käme wie dein Schwager würde ich wohl irgendwann sauer werden oder deutliche Worte finden. Denn ER kann gerne so leben und das ist voll OK ( schreibst du ja auch) aber mich ständig damit belästigen muss nicht sein. Dann würde ich mir nämlich ebenso manche Fragen stellen denen er offenbar ausweicht!

Oder ich würde ihm irgendwann ins Gesicht knallen das er gerne so leben kann aber mich endlich damit in Ruhe lassen soll weil er NERVT! Traurig wenns manche nicht anders verstehen würde. -Ich versuche ihm ja auch nicht auf den Sack zu gehen und zu bekehren.

Ela

Oh ja, so jemanden haben wir auch in der Familie... Nervig hoch drei. Ich sollte dauernd mit dem Argument der Massentierhaltung bekehrt werden und dass ich ja noch nie bei einer Schlachtung dabei gewesen sei. Von wegen!
Wir halt im Ausland und schlachten selbst, d.h. jegliches Fleisch das bei uns aufm Teller landet ist 100% BIO aus Freilandhaltung und ja, wir suchen uns die Hühner selbst aus und die Kälber und Lämmer sehen wir täglich beim Nachbarn oder auf der Weide. Wir essen mitnichten täglich Fleisch und sind eher BEWUSSTE Genuss-Esser.

Hallo

Mein mann und seine schwester sind vegetarier. Mit meinem mann hab ich da keine diskusionen, auch im zusammenhang mit unseren kindern. Die kinder entscheiden selber was sie wollen und was nicht. Wenn er fpr uns kocht, würde ich nie verlangen dass es fleisch dazu gibt. Wenn ich fleisch essen möchte mach ich das selbst. Wenn die kinder kein fleisch wollen, dann ist das so, wenn sie wollen genau das gleiche.
Aber meiner schwägerin musste ich schon mal meine meinung sagen. Ich hab meiner tochter aufschnitt gegeben, da kam sie angelaufen und meinte zu ihr, bääh fleisch, tote tiere sollte man nicht essen. Da hab ich ihr gesagt, dass ich das nicht möchte. Sie muss für uns nicht mit fleisch kochen, ich schaue immer darauf dass bei uns auch vegetarier mitessen können. Wenn sie vegetarier grossziehen möchte, dann soll sie doch selber kinder machen. Auch wenn meine tochter ihr patenkind ist, bei diesem thema muss sie sich nicht einmischen, das geht sie nichts an. Wenn unsere tochter bei ihr ist verlang ich nicht dass sie ihr fleisch hinstellt, aber wenn zuhause das so ist, dann hat sie ihre gedanken nicht so auszubreiten vor den kindern. Ich möchte nicht dass ihnen sowas eingeredet wird sondern dass sie irgendwann sich selber damit befassen können und entscheiden wie sie leben wollen, seit da hat sie nix mehr gesagt im zusammenhang mit unseren essgewohnheiten.
Ich bin auch keine grosse fleischesserin, sehr selten esse ich fleisch, aber wenn dann mit genuss.

Würde einfach mal klare worte sprechen.

Glg alyal

Ui, das würde mir auch auf den Keks gehen.

Ich kenne eine Frau, die ziemlich plötzlich zu einer extremen Veganerin wurde, und alles und jeden angeprangert hat, der anders lebte. Sie ist mit Plakaten durchs Dorf gezogen, hat Freunden die Freundschaft entzogen, weil sie zum goldenen M gingen, und hat ihre Kinder nicht auf Kindergeburtstage geschickt, wenn sie wusste, dass es dort zB Würstchen gab.
Neulich sah ich ein Profilbild mit ihr, mit einem Döner in der Hand.
Auf die Frage, wie man von einem so extremen plötzlich wieder voll umsdhwingt, kam als Antwort: ich wollte abnehmen - und das geht vegan nicht.
Da weiß ich gar nicht was schlimmer ist. Das eine oder das andere Extrem.

Ich mag sowas auch nicht. Vegetarier und Veganer die einen Bekehren wollen...& natürlich auch die Fleischfresser die belehren wollen. Da würde ich auch mal was zu sagen, das mir immer anhören könnte ich nicht. Leben und leben lassen.

Missionare mag keiner, das ist klar. Das Verhalten deines Schwagers hat aber wenig mit einer bestimmten Ernährungsform zu tun, dafür aber viel mit gestörter Kommunikation. Ob es nun um Erziehungsfragen, Ernährung oder was auch immer geht – andere von oben herab zu belehren ist Ausdruck schlechten Benehmens. Das kenne ich aus meinem Umfeld eher nicht. Was man hier alles im Thread lesen konnte – durchs Dorf ziehende Extremveganer, Ernährungsterroristen, aber auch die sich stolz auf die Brust schlagenden und Veganer verspottende Fleischesser, dieses ganze affektierte Gehabe – das kenne ich nur aus Foren und nicht aus dem echten Leben.

Für den Fall, dass mir wirklich mal ein Moralapostel am Tisch gegenüber sitzen würde, könnte ich mir vorstellen, ihn einfach darum zu bitten, mich mit dem Thema in Ruhe zu lassen. Das wird ja wohl nicht so schwierig sein, wenn nicht die ganze Familie aus Trampeln besteht.

Im Familien- und Freundeskreis gibt es keine Veganer, dafür aber mehrere Vegetarier. Keiner davon macht seine Ernährungsform unaufgefordert zum Thema, im Gegenteil – rockabella hat das auch so formuliert – möchten sie in Ruhe gelassen werden. Bei den Betroffenen fällt das auch gar nicht weiter auf, im Restaurant bestellen sie eben etwas anderes und auch Familienessen sind bei uns nicht nur fleischlastig.

Ich esse Fleisch, allerdings so, wie es früher üblich war, dh. in Maßen und nicht in Massen. In meiner Kindheit gab es noch den Sonntagsbraten, der eben etwas Besonderes war, weil es nicht jeden Tag Fleisch oder Wurst gab. Die DGE empfiehlt 300 – 600 Gramm pro Woche, davon ist der Durchschnitt weit entfernt. Ich meine schon, dass es Sinn macht, das eigene Ernährungsverhalten einer kritischen Prüfung zu unterziehen. Vielleicht sieht mancher auch schon in der schlichten Anwesenheit eines Veganers einen wandelnden Vorwurf.

Neukonvertiten sind immer die Schlimmsten, das wird sich legen 😉

Ich bin Vegetarierin, mein Mann Veganer (zum Teil wegen Intoleranzen). Nach unserer Erfahrung fangen die Fleischesser immer die Diskussion an und rechtfertigen sich dann. Ich will das alles gar nicht hören, das nervt mich auch. So lange ich selbst kein Fleisch essen/kaufen/zubereiten muss, ist alles gut.

In meinem Umkreis gibt es ein paar Vegetarier und meine beste Freundin ist aus gesundheitlichen Gründen Veganerin (war vorher Jahrzehnte vegetarisch unterwegs).

Da ist niemand missionarisch unterwegs. Bei Einladungen gibt es immer was für Vegetatier und wenn dort eingeladen wird, esse ich, was da angeboten wird.
Die Familie meiner veganen Freundin ist gesplittet. Ihr Mann bekennender Fleischfresser und die Jungs sind Vegetarier.
Das funktioniert recht gut.

Einzig meine Schwägerin nervt mit ihrem Tierschutzfimmel. Ernährt sich vegetarisch, hat mehrere Hunde und Katzen wechselnder Anzahl und ist ja soooo für die Umwelt und den Tierschutz.
Fährt aber mit dem fetten SUV in den Wald, um mit den Hunden spazieren zu gehen und füttert selbstverständlich Fleisch an ihre Hunde und Katzen.
Als es mir irgendwann mal zu blöd wurde, hab ich gefragt, wie das Fleisch ins Tierfutter bei ihr zuhause kommt - ob die Artgenossen sich dafür freiwillig unters Messer legen - da war dann mal Ruhe.

Vor allem weil man Hunde und Katzen auch vegetarisch oder sogar vegan ernähren kann!
https://www.vetmeduni.ac.at/hochschulschriften/diplomarbeiten/AC12256171.pdf

Immer wenn er mit dem Thema anfängt würde ich genüsslich etwas Speck essen ;)

Ich selbst esse seit ca. 7 Jahren klein Fleisch mehr - man könnte auch Vegetarier sagen, ich mag aber diese Schubladen nicht. Ich mag aber auch Leute wie deinen Schwager nicht, die andere "bekehren" wollen, nur weil sie gerade mal einen "Flitz" haben. Bei mir kann jeder essen was er möchte, ich schreibe auch meiner Restfamilie nichts vor. Entweder, jemand kommt von selbst drauf oder eben nicht. Dogmatisches Bekehrenwollen ist sowieso Gift für jede an sich gute Idee.

Mir geht es manchmal eher umgekehrt, dass ich mich erklären soll, weshalb ich denn kein Fleisch essen würde. Ich sage es kurz, vermeide auch die Bezeichnung Vegetarier und je nachdem, wie nachgefragt wird, antworte ich entsprechend. Ich lasse mich aber nicht in Diskussionen verwickeln oder versuche, mich zu rechtfertigen. Meist klappt das gut.