"Das macht man nicht!"

Guten Morgen.

Mit geht eine Kleinigkeit nicht aus dem Kopf.

Neulich war ich mit meiner 3 jährigen Tochter schwimmen. Sie war im Becken unterwegs, ist dabei nicht kontaktscheu und war auch mal bei einem anderen Vater. Plötzlich hörte ich diesen sagen "das macht man nicht...wo sind denn deine Eltern?" Meine Tochter schien verunsichert, ich machte mich bemerkbar, sie kam zu mir. Als ich den Blick des Vaters auffangen konnte, sagte ich beschwichtigend, dass ich nicht gesehen habe, was passiert ist. Er antwortete, dass sie mit ihm geredet hat. Auf meinen offenbar immernoch fragenden Blick sagte er "man spricht nicht mit Fremden!"

Ok. Reagiert habe ich darauf nicht, er hat auch sofort weggeschaut und ist mit seinem Kind in ein anderes Becken gegangen.

Wenige Minuten später schwimmt die Kurze neben mir her, schaut einen anderen Mann an und fragt mich "ist das ein Fremder?"

Mich hat die Art des Mannes tatsächlich ein wenig geärgert. Ich habe länger darüber nachgedacht, wie ich das sehen soll, aber bin immernoch anderer Meinung, als der andere Vater.

Es geht nun um zwei Aspekte. Ja, meine Tochter ist sehr offen anderen Menschen gegenüber, ja, dabei ist sie leider auch sehr distanzlos. Sie quatscht andere an, schwimmt diesen dann auch nach und möchte weiterquatschen, geht die angesprochene Person auf sie ein, scheut sie auch absolut keinen Körperkontakt.

Ich verstehe, dass das auch nicht jeder mag. Entweder gar nicht, oder aber auch die Intensität. Ich rufe sie oft zurück, aber es ist ja auch kein Problem, dass ein Erwachsener ihr selbst gegenüber äussern könnte "ich möchte das nicht".

Der zweite Aspekt, generell finde ich es überhaupt nicht verkehrt, offen auf Andere zuzugehen. Schließlich wird sie auch überall von anderen angesprochen. Von etwaigen Gefahren gehe ich auch nicht aus, bzw sind für.mich kein Argument. Ich bin froh ein offenes und nicht schüchternes oder ängstliches Kind zu haben. Ich gehe auch offen auf andere zu, mische mich positiv wie negativ ein, wenn ich das für richtig halte und das finde ich besser, als die "das geht uns nichts an"/ Wegschaumentalität. Hinschauen und Kommunizieren ist integrierend, ich erkenne darin wirklich nichts negatives. Aber natürlich muss sie akzeptieren lernen, dass sie dabei die Grenzen Anderer wahren muss. Dagegen habe ich wie gesagt gar nichts. Im Gegenteil, das lernt sie am besten, wenn sie die Rückmeldung von anderen Personen selbst hört.

Gestört hat mich lediglich diese Verallgemeinerung "das macht man nicht"

Wie seht ihr das? Ich bemühe mich seit meinem Gedankengang, diese Floskeln selbst nicht anzuwenden. Ich denke, sie findet nur begründbare Anwendung wenn es um essenzielle Dinge geht zB Gesetzeseinhaltung : man stiehlt nicht! Alles andere kann ich auf mich beziehen, ich möchte nicht, dass du xy tust.

Meiner Tochter habe ich erklärt, dass der Mann das nicht wollte, dass sie aber trotzdem weiter auch Fremden reden darf, wenn derjenige nichts dagegen hat. Ich denke, ich werde es auch weiter so handhaben.

LG

P.s. bevor das hier irgendwie ausufert, es kommt natürlich auf den Kontext an, natürlich würde ich sie im Restaurant nicht jeden Tisch anquatschen lassen, oder abends an fremden Türen klingeln lassen, oder ähnliches. Es geht um Situationen, wo es einfach oft vorkommt wie Spielplätze etc. Nicht um Situationen, in denen natürlich Andere idR in Ruhe gelassen werden möchten.

Vielleicht hat sich der Vater etwas seltsam verhalten, indem er eine persönliche Grenze oder ein persönliches Gefahren-Empfinden als gesellschaftliche Norm “Das Nacht man nicht“ formuliert hat. Ich würde das allerdings einfach als Rückmeldung nehmen, wie das Verhalten deiner Tochter bei anderen Menschen ankommen kann.
Ich z.B. stehe gar nicht drauf, egal wo, von fremden Kindern zugetextet oder gar angefasst zu werden und habe meinen Sohn immer zurückgepfiffen, wenn mir seine Kontaktfreude zu bunt wurde. Ich empfinde das nicht als Beschneidung seiner Offenheit, sondern als mein Erziehungsauftrag, dem Kind deutlich zu machen, dass nicht jeder immer Lust auf Gespräche und Körperkontakt hat.

Darüber hinaus finde ich es durchaus wichtig, ein Gefahrenbewusstsein zu schaffen, nicht mit dem Holzhammer, aber mir ist schon wichtig, dass mein Sohn die frühkindliche Vertrauensseligkeit gegenüber allen Menschen genauso ablegt wie das magische Denken im Straßenverkehr. Es meint es halt nicht jeder gut mit jedem, das ist eine Wunschvorstellung und ich verstehe auch das Bedürfnis, das Kind möglichst lange in dem Glauben zu lassen, dass die Welt ein durchweg freundlicher Ort ist, die Realität ist aber anders und ich finde, wie müssen unsere Kinder schützen, bis sie selbst ein Gefahrenbewusstsein entwickelt haben.

Ich würde der Formulierung nicht zu viel Bedeutung beimessen. Vielleicht war dem Mann die Kontaktaufnahme unangenehm und er wusste sich nicht anders zu helfen. Gerade im Schwimmbad kann ich das gut verstehen, denn heutzutage muss man da ja vorsichtig sein, dass nichts überinterpretiert wird, sonst heißt es dann, er hätte das Kind... usw.

Ehrlich gesagt, bin ich auch manchmal etwas "hilflos", wenn mich kleine Kinder ansprechen und gar zu offen sind. Als Erwachsener hat man da nunmal andere Grenzen, will das Kind aber auch nicht vor den Kopf stoßen. Ich sage dann nach einer kurzen Zeit auch oft, komm wir suchen deine Eltern - o.ä...

Jedenfalls handhabe ich es bei meiner Tochter (3) so, dass ich sie schon ermutige freundlich auf Fremde zu reagieren. Guten Tag sagen, Bitte / Danke, höflich Fragen stellen in Geschäften und auch Fragen anderer zu beantworten (z.B. beim Friseur)... Andererseits beobachte ich schon genau, dass sie auf Fremde nicht zu offen zugeht oder unterbinde die Kontaktaufnahme auch mal konkret...

... ich finde, du differenzierst sehr viel. Wenn dies und das und jenes, dann okay, sonst nur dann und dann... und ich bezweifle sehr, dass eine 3Jährige das auch so kann. Kinder müssen ja erstmal lernen zwischen ihren und den Bedürfnissen anderer zu unterscheiden, sie müssen erkennen, dass verschiedene Situationen ein jeweils anderes Verhalten erfordern - und dafür brauchen sie Hilfe. Das Kind einfach mal machen lassen und eigene Erfahrungen sammeln lassen halte ich grundsätzlich nicht für verkehrt, allerdings nicht wenn es um solche Dinge geht.

Es gibt einen Unterschied zwischen "offen und kommunikativ" und "aufdringlich und distanzlos". Du erwartest, dass andere Menschen deinem Kind ihre Grenzen mitteilen. Viele Eltern reagieren aber sehr allergisch darauf, wenn man ihrem Kind etwas sagt. Du bringst andere Leute in unangenehme Situationen, wenn du darauf wartest, dass sie deinem Kind sagen, dass sie sich gestört fühlen. Ist es nicht vielmehr deine Aufgabe, darauf zu achten?

"Das macht man nicht" gilt auch nicht nur für Gesetze. Natürlich hat jeder ein anderes Empfinden, aber es gibt ja schon gewisse gesellschaftliche Regeln. Manche machen mehr Sinn, manche weniger, wir könnten jetzt über viele Beispiele diskutieren. Aber grundsätzlich sollte man seinem Kind schon vermitteln, dass ein bestimmtes Verhalten erwünscht ist, oder? Zumindest dass manche Verhaltensweisen andere stören könnten oder ihnen unangenehm sein könnten. Die Freiheit des Einzelnen hört bekanntlich da auf, wo die des Anderen eingeschränkt wird. Der Vater in deinem Beispiel hat vielleicht übertrieben reagiert (dafür müsste man wissen, was dein Kind gesagt hat und ob es Körperkontakt gesucht hat), aber vielleicht hat er sich auch nur Sorgen gemacht? Um ein Kind, dass mit jedem Fremden sofort mitgehen würde? Oder um sich selbst, der durchaus Probleme bekommen könnte, wenn andere Badegäste die Situation falsch einschätzen? Weiß man nicht.

Das alles nur mal als Denkanstöße. Ich war nicht dabei und kann nur mutmaßen und vieles ist Auslegungssache und Interpretation.

"...Du bringst andere Leute in unangenehme Situationen, wenn du darauf wartest, dass sie deinem Kind sagen, dass sie sich gestört fühlen. Ist es nicht vielmehr deine Aufgabe, darauf zu achten? ..."

Grob geht es doch genau darum. Woher soll ich wissen, ob das Jemand möchte oder nicht? Ich reagiere natürlich, wenn mir auffällt, dass Jemand das nicht möchte und es sich nicht traut zu sagen.

Allerdings werden meine Kinder tagtäglich von anderen angesprochen in unzähligen Situationen. Weil sie hübsch sind? Weil sie Offenheit ausstrahlen? Hinz und Kunz grüßt, geht auf Gespräche ein, spricht von selbst etwas an, mischt sich vielleicht auch bei Konflikten ein. Meist ist es freundlich gemeint und meist haben wir alle da auch nichts gegen. Habe ich keine Lust, einen schlechten Tag, oder die Einmischung ist für mich unangebracht, sage ich das.

Ich kann nicht hellsehen, daher verbiete ich eben nicht generell, dass meine Kinder offen auf Andere zugehen, da sie es jeden Tag auch von Anderen erleben.

LG

"Woher soll ich wissen, ob das Jemand möchte oder nicht?" "Ich kann nicht hellsehen"

Empathie ist das Zauberwort. Kinder müssen das erst lernen, Erwachsene sollten das schon einigermaßen hinbekommen. Du hast selbst geschrieben, dass deine Tochter anderen Menschen hinterher läuft oder schwimmt und sie weiter zutextet, distanzlos ist und direkt Körperkontakt sucht. Sorry, aber das hat nun mal nichts mit dem normalen Miteinander zu tun. Grüßen, Smalltalk, freundlich sein, aufeinander achten - das sind positive Dinge. Aber spätestens wenn mein Gegenüber die Situation verlässt, signalisiert derjenige ganz eindeutig, dass er nicht mehr reden will. Wenn man dann hinterherläuft und weiter redet, dann ist das nicht kontaktfreudig und offen sondern schlichtweg penetrant und nervend.

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Was für eine ellenlange Schilderung...
Ich verstehe den Vater durchaus und mag selbst solche distanzlosen Kinder nicht. Meine Große ist auch so und ich passe wirklich auf, dass sie anderen nicht zu sehr auf die Pelle rückt. Vielleicht wollte der Vater keinen Körrkontakt, wusste aber nicht so recht, wie er die Situation lösen sollte, ohne beleidigend zu werden.
Was hätte denn der Vater ansonsten äußer sollen, um deine Tochter von sich wegzuschicken? "Hau ab, du nervst!"? "Ich will nicht von dir angefasst werden!" "Bitte schwimm woanders hin!"? Ich denke ehrlich, du hättest dich über jeden anderen Satz ebenso aufgeregt.

Letztlich geht es ja in den beschriebenen Situationen um zwei Apekte:

1.) Das Austarieren von Nähe und Distanz. Kontaktfreudigkeit und Offenheit auf der positiven Seite, Distanzlosgkeit / Grenzen-Überschreitung, vielleicht auch tendenziell Respektlosigkeit auf dem negativen Ende der Skala. Das ist schwierig auszutarieren, zumal das Gefühl individuell und auch kulturell sehr verschieden ist.

2.) Das Kindeswohl/ den Schutz vor Übergriffen. Tatsächlich hat mich dein Post darüber nachdenken lassen, ob offene, (körper-)kontaktsuchende Kinder stärker gefährdet sind als andere?! Grundsätzlich bin ich da kein ängstlicher Mensch, glaube nicht, dass an jeder Ecke ein Kinderschänder lauert, weiß, dass sexuelle Übergriffe meist im Bekannten-/Familienkreis vorkommen (und "Fremde" daher nur einen kleinen Teil des Problems darstellen) und habe auch keine fachliche Expertise auf diesem Gebiet. Darum meine Gedanken dazu: Einerseits denke ich, dass Täter sich geziehlt eher schüchterne Kinder ausssuchen, von denen wenig Gegenwehr zu erwarten ist (was deine Tochter dann eher nicht betrifft), andererseits kann ich mir vorstellen, dass so offene Kinder viel leichter auch "mitgenommen" und gelockt werden können, weil die natürliche Scheu so gering ist. Keine Ahnung?!

Ich finde auch, dass es für den Lerneffekt des Kindes besser wäre, wenn der Mann "Ich möchte das nicht" statt "das macht man nicht" gesagt hätte. Aber ich kann ihn auch verstehen. Mich persönlich würde das auch eher nerven, wenn ich im Schwimmbad so von der Seite angequatscht werde und vielleicht auch noch mein Bedürfnis nach Individualabstand unterschritten wird. Und ich finde es auch gar nicht so leicht, mich bei einem jungen Kind dagegen "zu wehren". Weil ich tendenziell freundlich bleiben/ das Kind nicht vor den Kopf stoßen möchte. Und weil manche Kinder, die so distanzlos "kontaktig" sind mir häufig ein Gefühl von Bedürftigkeit nach Aufmerksamkeit und Anerkennung hervorrufen (ob das jetzt bei deiner Tochter der Fall wäre, weiß ich nicht, da ich weder deine Tochter noch die Situation kenne). Insofern war der Ausspruch des Mannes vielleicht auch nur eine unbeholfene Art, sich gegen dem unerwünschten Kontakt zu wehren?!

Eigentlich ging es.mir in meinem Post vorrangig um den Gedanken kann was "mach man nicht" im Allgemeinen. Und da ja nur Gesetze einen objektiven Allgemeingültigkeitsanspruch haben, habe ich überlegt, dass man diese Floskeln eigentlich generell überdenken sollte.

Es ging mir nicht darum, nun den Vater auseinanderzupflücken. Er hat ja das gute Recht, das nicht zu wollen. Ich fand es nur unglücklich. Es war mein Gedankensnatsoß zu diesem Thema.

LG

》Tatsächlich hat mich dein Post darüber nachdenken lassen, ob offene, (körper-)kontaktsuchende Kinder stärker gefährdet sind als andere?!《

Ja, sind sie.

》Einerseits denke ich, dass Täter sich geziehlt eher schüchterne Kinder ausssuchen, von denen wenig Gegenwehr zu erwarten ist《

Nein, gerade nicht. "Fremdtäter", die sich Kinder auf Spielplätzen o.ä. suchen, sind meist Opportunisten. Sie nehmen in aller Regel das am leichtesten verfügbare Kind. Also das Kind, welches von sich aus den Kontakt sucht und keine Scheu hat, sofort ins Gespräch einzusteigen.
Mein Onkel war Kripo-Beamter bei der Mordkommission. Er hat zu meiner Mutter mal gesagt, er sei gottfroh, dass wir Kinder Fremden gegenüber so unzugänglich sind.

"Ja, meine Tochter ist sehr offen anderen Menschen gegenüber, ja, dabei ist sie leider auch sehr distanzlos. Sie quatscht andere an, schwimmt diesen dann auch nach und möchte weiterquatschen, geht die angesprochene Person auf sie ein, scheut sie auch absolut keinen Körperkontakt."

Und genau dieses Verhalten empfinde ich als sehr unangenehm. Offen gegenüber anderen Menschen zu sein, ist prima, aber hinterher rennen oder gar antatschen geht echt zu weit.

LG

Die oben beschriebene Situation dauerte wenige Sekunden. Ich schrieb schon, dass ich sie dabei nicht grenzenlos gewähren lasse.

Sehe ich genauso wie du👍

Uff, ich sehe da mehrere Aspekte. Zum einen war es z.b. meinem Mann immer sehr unangenehm, wenn fremde Kinder an ihm geklebt haben. Ich kann mich an eine Situation im KiGa erinnern, wo ein kleines Mädchen bei meinem Mann auf den Schoß geklettert ist und ihn umarmt hat. Er guckte mich hilfesuchend an, weil er auch nicht als "!Kinderschänder" da stehen will. Ich kann ihn da schon verstehen.
Ein anderer Aspekt ist noch (mein Großer war als kleines Kind völlig distanzlos, hat alles und jeden angefasst und umarmt) dass deine Tochter lernen muss, dass sie eben nicht jedem um den Hals fallen kann, bzw. ansprechen kann. Das bringt sie u.U. in große Gefahr, das wollte ihr der Vater wahrscheinlich verdeutlichen--vielleicht ging es ihm auch wie meinem Mann oder er war genervt.
Klar ist man als Eltern froh, ein aufgeschlossenes Kind zu haben. Aber dennoch nicht ZU aufgeschlossen. Ach, ist schwer. Bei meinem Großen hat sich das normalisiert als er 5 war.
Der Kleine war immer höflich und offen, aber nicht so vertrauensselig wie der Große.

Ehrlich gesagt fühle ich mich auch immer etwas unwohl wenn mich fremde Kinder ansprechen und mir diese alles mögliche erzählen.
Ich meine ich bin eine fremde Person, ins Internet z.b stellt man doch auch keine privaten Daten und wenn mir dann ein Kind erzählt wie alt sie ist, wo sie wohnt, wie lange sie z.b hier Urlaub machen, ect. find ich das nicht gut (ich weiß ja nicht was deine Tochter dem Mann erzählt hat)

Generell möchte ich auch nicht das mein Kind mit fremden Leuten spricht, wenn ich daneben bin und es sehe dann ok. Aber nicht wenn ich nicht dabei bin.

Und JA, ich finde das macht man nicht,einfach auch fremde zugehen und ihnen alles mögliche erzählen.

Nach dem Weg fragen oder wenn man die Eltern nicht mehr findet kann man gerne einen Erwachsenen fragen (wobei ich meinen Sohn beibringe an wem er sich wenden kann, z.b Polizei, Verkäufer an der Kasse, usw)

Es kann auch sein,dass er einfach nicht in eine komische Situation kommen wollte!

Männer sind in der Hinsicht oft die gearschten.
Schwimmt ein Kind in Badeanzug zu einer fremden Frau im bikini und spricht mit ihr, finden das mehr Menschen "niedlich" , als wenn ein Mädchen im Badeanzug zu einem fremden Mann in Badehose schwimmt...

Da wird dann schnell nicht mehr darauf geachtet, dass das Kind zum Mann kam und nicht umgekehrt

Hallo,

ich finde die Antworten, die du bisher schon bekommen hast, sehr treffend.

Mir persönlich geht es auch so, dass es mir sehr unangenehm ist, von fremden Kindern "vollgequatscht" zu werden, die mir dann auch noch körperlich zu nahe kommen.
Klar, eine Mutter kann das vermutlich schwer verstehen, dass nicht jeder Mensch von Herzen gerne mit ihrem Kind redet, spielt, kuschelt etc. Es ist aber so.

Wenn man als MANN im SCHWIMMBAD von einem 3-jährigen Mädchen belagert wird, hat das aber nochmal eine ganz andere Qualität. Ich finde, der Mann hat das schon gut gemacht.

Als Kind musste ich leider selbst die Erfahrung machen, dass nicht alle fremden Menschen lieb sind und wurde auch mal Opfer eines sexuellen Übergriffs eines pädophilen Mannes. (Spätestens dann, wäre es auch für dich sicher auch "ein Argument", deine Tochter zurück zu holen, wenn sie wildfremde Männer im Schmimmbad in Beschlag nimmt.)

Meiner Tochter werde ich deshalb beibringen, eine gesunde Distanz zu wahren.
Das hat auch nichts mit "Wegschaumentalität" zu tun. (Das ist ein ganz anderes Thema und hat mit deiner geschilderten Situation wirklich nichts zu tun.)

Liebe Grüße

Hallo,

In dem Moment hat er doch dasselbe gemacht - mit dir (Fremde!) und mit deinem Kind (Fremde!) gesprochen. Ich halte nichts davon, seinem Kind einzutrichtern, nicht mit Fremden zu sprechen. Wird es niemals beim Bäcker ein Brötchen kaufen oder im Supermarkt? Wird es niemals einen neuen Lehrer kennenlernen? Einen Trainer beim Sport? Alles FREMDE erstmal.

"Sie quatscht andere an, schwimmt diesen dann auch nach und möchte weiterquatschen, geht die angesprochene Person auf sie ein, scheut sie auch absolut keinen Körperkontakt."

Das ist für mich allerdings ein NoGo. Warum schreitest du da nicht ein? Ich würde das als belästigend empfinden. Sich unterhalten, okay - aber wenn ich wegschwimme, dann hinterherschwimmen und Körperkontakt suchen? Das ist grenzüberschreitend. Da würde ich sie begleiten und umgehrnd stoppen. Mit 3 solltest du im Schwimmbad sowieso in Greifweite sein, auch wenn sie Schwimmflügel trägt.

VG
 

Ich verhalte mich exakt so, wie du es beschreibst. Mir ging es genau darum, dass ich es bescheuert finde, ein Kind zu lehren, nicht mit Fremden zu sprechen.

Sehe ich, dass sie Jemanden belagert, schreite ich ein. Und natürlich begleite ich mein Kind, aber nicht mit ständigem Körperkontakt. Ich sitze im 50cm Becken nahe der Rutsche und lasse sie selbst das sehr überschaubare Kleinkindbecken durchschreiten und selber zur Rutsche gehen. Ich konnte ob der Schwimmnadakustik nur nicht verfolgen, was zwischen ihr und dem Vater geschehen ist.

LG

Ich denke, der Mann war einfach nur überfordert und wollte möglichst schnell raus aus der Situation (hatte wohl Angst, es könnte so aussehen, als ob ER sich an das kleine Mädchen ran macht). Ich würde die Worte nicht auf die Goldwaage legen.

Übrigens finde ich diesen Generalverdacht, unter dem Männer stehen, schrecklich!

Hallo
Pässe gut auf dein Kind auf denn es wird das erste sein was bedenkenlos mit jemandem mitgeht.

Alles andere wurde schon gesagt

Zwischen offen und distanzlos ist aber auch ein großer Unterschied.
Meinen älteren Töchter sind eher offen!Hatte ich mal das Gefühl sie gehen zu weit, bin ich immer eingeschritten. Deshalb habe ich keine schüchternen Menschen aus ihnen gemacht.
Ich selber mag es auch überhaupt nicht wenn mir Fremde Kinder zu nahe kommen. Mich umarmen oder ähnliches. Das geht einfach zu weit und sollte ein Kind lernen. Dabei muss man ja nicht jeden "Fremden" zum Angstobjekt machen!
Es gibt auch Erwachsene Menschen die einem schnell um den Hals fallen. Obwohl man sie kaum kennt. Finde ich auch nicht schön. Man möchte nicht jeden Menschen umarmen. #nanana

Finde da hat man als Eltern die Aufgabe seine Kinder zu bremsen!

Wenn man genau liest, geht doch nichts anderes aus meinem Post hervor, als wie du es beschreibst. Ich möchte nicht, dass sie andere umarmt, das tut sie auch nicht. Es ging mir nur darum, dass ich es unpassend finde, einem Kind beizubringen, dass man generell nicht mit Fremden spricht.

Das dürfen andere Eltern natürlich gerne anders für sich entscheiden.

"Es ging mir nur darum, dass ich es unpassend finde, einem Kind beizubringen, dass man generell nicht mit Fremden spricht."

selbst nicht schnell genug reagieren, obwohl man um die art seines kindes weiß, sich aber im anschluss beschweren, wie andere leute die situation meistern, die man selbst hätte meistern müssen, finde ich schwierig.

Ich kann die Antworten hier nur zum Teil verstehen. Ich finde es völlig unnötig dem Kind zu sagen, dass man das nicht macht. Auderdem, woher soll ein Kind bitte wissen, was der Mann gerade meinte? Das macht man nicht ist schon sehr diffus..

Und nein, nur weil ein Kind aufgeschlossen ist, bedeutet das noch lange nicht, dass das besagte Kind direkt mit geht. Das könnte auch einem introvertierten Kind passieren. Ich persönliche freue mich über aufgeschlossene Kinder und quatsche gerne, Distanzlosigkeit habe ich kaum bis nie erlebt. Mit fremden Menschen redet man nicht? Ist mir neu🤔 Wie sollen Kinder überhaupt ein Gespür dafür bekommen, zu erkennen ob das Gegenüber an Smalltalk interessiert ist, wenn es dies nicht lernen kann. Kinder merken in der Regel, ob es sich um einen Menschen handelt der die Späße lustig findet oder nicht. Wenn Kinder ignoriert werden, gehen sie doch meistens eh weg.

Also nein, ich habe eher wenig Verständnis für die Situation des Mannes..

Aufdringliche Körperkontakt oder hinterherlaufen trotz Desinteresse ist natürlich nicht gut, da würde ich auch einschreiten.

Danke dir. Du hast den Kern verstanden.

Es ging mir auch überhaupt nicht darum, das Verhalten des Vaters auseinanderzuklamüsern. Es ist sein gutes Recht, auch im Schwimmbad mit seinem Kind seine Ruhe haben zu wollen. Ich fand nur diese Verallgemeinerung so unpassend. In unzähligen Schwimmbadbesuchen, kam es nun erstmals vor, dass Jemand nicht offen mit ihr war, also stört es offenbar die Wenigsten. Mich übrigens auch meist nicht und wenn, dann sage ich es halt.

Ein sehr offenes fremdes Mädchen wollte auf dem Spielplatz, dass mein Mann ihm beim Klettern hilft.
Mein Mann hätte geholfen, aber ich wollte das nicht. Sonst hätten die Eltern womöglich von oben im Haus zugeschaut und gesehen, wie ein "Fremder Mann" ihrer Tochter am Hintern rumgrapscht.

Ach Gott, in was für einer Welt leben wir denn, dass direkt davon ausgegangen wird, dass sexuelle Handlungen vollzogen werden?

Ich hoffe, du hast dem Mädchen geholfen?

Nein hab ich nicht.
Ich bring meinen Kindern bei, dass sie nur so hoch klettern sollen, wie sie ohne Hilfe schaffen.

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Ich glaube sogar, dass der Mann das nicht mal böse gemeint hat sondern einfach dachte, dem Kind in dem Fall zum Eigenschutz was mitzugeben mit der Formulierung. Ich hab auch schon zu anderen Kindern den Satz gesagt, in ganz verschiedenen Situationen. War nie böse gemeint, höchstens "korrigierend", wenn keine Begleitperson in der Nähe war.
Zuletzt im Garten, als ein Kind ständig den Ball in Richtung unseres gedeckten Tisches schoss, an dem ein paar Leute Kaffee tranken. Auf das normale "hör damit auf" kam grinsend "waruuuum?" da sagte ich auch dann sehr nachdrücklich, weil "man" das nicht macht, da sonst was kaputtgehen oder jemand verletzt kann.
Es ist schwierig, den Kindern den Unterschied zwischen Freundlichkeit/Offenheit und Distanzlosigkeit beizubringen, aber man muss es eben immer wieder aufgreifen. Ich mag es auch nicht, wenn ich von Kindern buchstäblich verfolgt werde, obwohl ich Kinder wirklich mag und auch nicht allzu ungeduldig bin. Aber irgendwann sag ich schon auch sehr direkt, jetzt geh zu deiner Mutter, ich mag nicht mit dir spielen und nein, du kriegst auch nichts von meinem Eis.;-)
LG Moni

Aber Du hast diese Situationen jetzt differenziert, genauso würde ich es auch unterschreiben. Denn jemanden verletzen oder etwas beschädigen kann man allgemeingültig verbieten in der Ballspielsituation.

In der anderen Situation sagst du, dass DU das nicht möchtest. Genau das meinte ich und da stehe ich genau auf deiner Seite.

LG

Naja, Frauen erklären sowieso eher ausführlich als Männer. Ich würde das nun nicht überbewerten und zutode analysieren, wie er das nun formuliert hat.
Hätte auch mein Mann so sagen können "das macht man nicht".

Ich würde diesem Satz gar keine große Bedeutung beimessen. Er hätte es auch anders sagen können. „Hey, ich möchte nicht angequatscht werden!“ finde ich wesentlich unhöflicher - aber wäre ja auch ein Empfinden des Gegenübers. Also das wie er es gesagt hat, mit welchen Worten, finde ich da relativ unerheblich! Es kommt grob aufs Gleiche raus! Also sein Ziel in Ruhe gelassen zu werden hat er erreicht, ohne vorher jedes Wort auf die Goldwaage gelegt zu haben.

Und ja, ich finde tatsächlich, dass man das nicht macht. Also anderen hinterherschwimmen, anquatschen usw.

Ich selber komme aus so Situationen schwer raus, weil ja immer irgendwo eine Mutter hintersteckt, die für das Wohl ihres Kindes mit Krallen kämpft, und das Verhalten vielleicht ganz niedlich findet. Ich habe auf so Diskussionen und Kämpfe mit anderer Leuts Mütter keine Lust.

Quatschst du einfach so Leute beim schwimmen an und schwimmst denen hinterher? Nein? Weil man das tatsächlich einfach nicht macht!

Schande über mich, mal wieder habe nicht haargenau geschrieben.

Meine Tochter hat diesen Mann nur kurz angesprochen.

Natürlich schwimme ich niemandem hinterher, natürlich quatsche ich niemanden voll, der das nicht möchte. Natürlich schreite ich ein, wenn meine Tochter das tut. Dazu kann man sagen, das macht man nicht. Meinetwegen. Aber das ist in der Situation nicht passiert.

Aber natürlich komme ich mit anderen Menschen ins Gespräch. Oft, egal wo ich bin. Und wenn zwei Menschen ins Gespräch kommen, hat immer einer angefangen, den anderen anzuquatschen. Ich finde nicht, dass man das nicht macht.

"Ja, meine Tochter ist sehr offen anderen Menschen gegenüber, ja, dabei ist sie leider auch sehr distanzlos. Sie quatscht andere an, schwimmt diesen dann auch nach und möchte weiterquatschen, geht die angesprochene Person auf sie ein, scheut sie auch absolut keinen Körperkontakt."

und jetzt stell dir mal vor, der mann hätte sich nicht so vehement und schnell abgegrenzt (wenn auch blöd formuliert, aber vielleicht war er in dem moment auch überfordert; da ist man nicht unbedingt der spitzenrhetoriker), sondern hätte sich deinem und für ihm fremden kind freundlich zugwandt ... und das ganze hätte jemand schon länger beobachtet ... und hätte hysterisch (über)reagiert, wie das ja so manche tun, in unserer übersexualisierten und überinformierten welt ...

... der mann wäre am arsch gewesen!

"Im Gegenteil, das lernt sie am besten, wenn sie die Rückmeldung von anderen Personen selbst hört."

nein, darauf kannst du dich nicht verlassen, weil viele menschen einfach scheu haben, einem kleinen kind drüber zu fahren ...

... es ist an dir als mutter, dein distanzloses kind "unter kontrolle zu haben" und zu erziehen! und eben frühzeitig einzugreifen, wenn nötig.
dann würde sich nämlich auch diese "fremd - nicht fremd" diskussion erübrigen, da du sicher andere argumente hättest, um deinen kind klar zu machen, welche verhalten geht und welches eben nicht.

Du schreibst von hysterischen Überreaktionen - ganz frei scheinst du davon aber auch nicht zu sein, wenn du meinst, ein Mann sei "am Arsch", wenn er sich einem Kind freundlich zuwendet und dabei von Fremden beobachtet wird.

Ich weiß auch nicht, wie die Welt ausgerechnet beim Thema Kindesmissbrauch "überinformiert" sein sollte. Im Gegenteil ist es ein Fortschritt, dass es nicht wie früher tabuisiert ist, nachdem die Dunkelziffer riesig ist und ein Kind im Schnitt 8 Anläufe braucht, bis ein Erwachsener ihm glaubt.

Das alles hat aber herzlich wenig mit dem Fall einer freundlichen Zuwendung zu tun. Hier dann gleich auf die Idee zu kommen, der Mann sei fällig, wenn er bei einem harmlosen Kontakt gesehen wird, ist weltfremd. Nur ein kleiner Prozentsatz von Tätern muss überhaupt mit Sanktionen rechnen, umso weniger ist ein Mann "am Arsch", der ein Kind nicht gleich in seine Schranken weist.

ruhig, brauner ... ganz ruhig ...

"Du schreibst von hysterischen Überreaktionen - ganz frei scheinst du davon aber auch nicht zu sein, wenn du meinst, ein Mann sei "am Arsch", wenn er sich einem Kind freundlich zuwendet und dabei von Fremden beobachtet wird."

diese aussage bezog sich nicht auf mich persönlich und meine eigene wahrnehmung, sondern um eine allgemeine hysterie, wenn sich männer kinder auch nur nähern ... nutz mal die suchfunktion ... und lies nach, was mütter schon für einen zwergenaufstand machen, wenn es männliche erzieher gibt ... so eine mutter möchte ich mal erleben, wenn sie beobachtet, wie ein mann in schwimmbad nicht seinem eigenen kind zugetan ist.

"Ich weiß auch nicht, wie die Welt ausgerechnet beim Thema Kindesmissbrauch "überinformiert" sein sollte."

damit meinte ich die informationsflut, die wir heutzutage zu allen möglichen themen erleben ... einschließlich vieler medien, die reißerisch sind und übertreiben ... und natürlich dass wir viele themen überhaupt nur durch die medienpräsenz mitbekommen oder vermehrt mitbekommen ...
... und genau das führt dazu, dass es menschen gibt, die an jeder ecke einen "schwarzen mann" sehen und meinen, dass das böse überall lauert.

vielen leuten fällt es schwer, informationen ins richtige verhältnis zu setzen ...


"Im Gegenteil ist es ein Fortschritt, dass es nicht wie früher tabuisiert ist, nachdem die Dunkelziffer riesig ist und ein Kind im Schnitt 8 Anläufe braucht, bis ein Erwachsener ihm glaubt."

da bin ich ganz bei dir ... du hattest mich gründlich missverstanden ... oder wolltest mich vielleicht auch falsch verstehen.

"Das alles hat aber herzlich wenig mit dem Fall einer freundlichen Zuwendung zu tun. Hier dann gleich auf die Idee zu kommen, der Mann sei fällig, wenn er bei einem harmlosen Kontakt gesehen wird, ist weltfremd. Nur ein kleiner Prozentsatz von Tätern muss überhaupt mit Sanktionen rechnen, umso weniger ist ein Mann "am Arsch", der ein Kind nicht gleich in seine Schranken weist."

DAS nenne ich weltfremd und naiv ...

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"Nicht um Situationen, in denen natürlich Andere idR in Ruhe gelassen werden möchten."

Aha. Und im Schwimmbad möchte man nicht in Ruhe gelassen werden? Vielleicht wollte der andere Vater einfach mal Zeit mit seinem Kind verbringen und sich nicht um ein nervtötendes, distanzloses fremdes Kind kümmern, dass ihn auch noch dermaßen belatschert, dass es ihm nachschwimmt.

Was du "offen" nennst, nenne ich ungezogen, unhöflich und nervig. Ich finde solche Kinder furchtbar. Und ja: Das macht man nicht, dass man Fremde einfach anquakt ohne jeden Anlass und ihnen dann auch noch nachdackelt, wenn sie von sich aus Distanz suchen. Diese Verallgemeinerung ist also völlig korrekt.

Das ist genau das Problem an dieser Formulierung: Es ließe sich endlos darüber diskutieren. Hätte er stattdessen einfach gesagt "Bitte lass das, ich möchte das nicht" wäre der Fall für jeden glasklar gewesen und alles gut. Ich bemühe mich auch, mich immer persönlich auszudrücken, meinem Kind zu sagen was ICH möchte oder nicht möchte und ermuntere es auch, das gleiche zu tun.
Aber man kann eben nicht davon ausgehen, dass jeder seine Grenzen gut kennt und kommuniziert. Ich hätte zu meinem Kind gesagt "Schau, der Mann wollte damit sagen, dass er nicht mit dir reden wollte" und gut ist. Wenn mein Kind zB in der Ubahn jemanden anspricht, der das offensichtlich nicht möchte sage ich "Siehst du, dass das Mädchen Musik hört? Dann möchte sie wahrscheinlich nicht reden." oder Ähnliches. Ich sage auch immer wieder, dass es wichtig ist den Leuten ins Gesicht zu schauen und das mann dort oft sieht, ob das für den anderen okay ist oder nicht. Natürlich muss mein Kind dafür noch hundert weitere solche Situationen erleben, um ein gefühl dafür zu bekommen, bis dahin bin ich eben "Übersetzer".

Ich bin absolut deiner Meinung. Ich habe es nahezu identisch meiner Tochter erklärt. Auch in anderen Situationen versuche ich es dir ähnlich zu erläutern.

Es ging mir allgemein darum, mal nachzufragen, denn nachdem ich darüber nachdachte, habe ich natürlich gemerkt, dass ich diese unglückliche Floskeln selber auch mal verwende. Aber das ist in einzelnen Situationen von mir dann auch falsch.

Eher um dieses generelle Thema ging es mir hier.

Ich glaube auch, dass der Mann das gar nicht negativ oder böse gemeint hat, sondern eher den "man spricht nicht einfach mit Fremden"-Erziehungsaspekt verdeutlichen wollte und wer weiß was diesem Menschen schon widerfahren ist? Da du dich als offen ggü. anderen Mitmenschen betitelst, solltest du ja wissen, dass nicht immer gleich das Schlimmste damit gemeint ist. Ich kenn eine Mutter, die rief ihrem Kind zu "Dreh dich weg", als eine ältere Frau sie angesprochen hat. Es gibt also Eltern, die das ganze rigoroser sehen, aber da steckt nun auch keine böse Absicht hinter.

Ich selbst mochte diese fremden Kinder, die mir offen ggü. getreten sind auch nicht so besonders, aber da mein Kind sehr, sehr zurück haltend sind, helfen ihm diese Kinder wiederum sehr auch Kontakte zu knüpfen, wenn er mit mir allein ist. Insofern, finde ich das gar nicht mehr so schlimm, wie noch früher, ich nutze das eher zum "anbändeln" zwischen den Kids. Aber die Welt ist bunt und es sieht nunmal jeder anders und du wirst mit dieser "Art" Kind wohl immer mal wieder in solche Situationen kommen. ;-)

Offenheit: ja. Ich lasse mein Kind machen. Beobachte aber, wie die Erwachsene Person darauf reagiert. Gefahr für's Kind / Hilfestellung Kind, wenn es die Grenzen nicht erkennen kann.

Grenzüberschreitungen: nein! Da greife ich schnell und strikt ein.

"Ich kann nicht hellsehen, was andere an Grenzen haben."

Kann ich auch nicht.
Bei Freunden, kann ich es einschätzen. Da lasse ich mein Kind mehr machen. Sie kann Freunde besser einschätzen; Freunde können mein Kind besser einschätzen.

Bei Fremden: im Zweifel gilt das Strengere.
Nachschwimmen, zutexten? No Go. Da lenke ich mein Kind, begleite es.

Sagt ein Erwachsener deutlich, dass es für ihn/sie ok ist, werte ich es als ok.
Sagt ein Erwachsener nichts oder noch nichts, gilt es als "nicht ok"


Wenn mich fremde Kinder anquatschen reagiere ich lächelnd und lasse es stehen.
Wenn sie distanzlos oder übergriffig werden, sage ich etwas, deutlich.
Das passt meist den Eltern deutlich nicht.

Dazu muss es aber nicht kommen. Da finde ich es die Aufgabe der Eltern, mitzuinteragieren. Vor allem bei nachschwimmen, zutexten etc. Das gehört für mich u den gesellschaftlichen Dingen, wo ich von meinem Kind/anderen Mitmenschen erwarte: es ist nur dann ok, wenn es als ok gesagt wird. Sonst ist es grenzüberschreitend!


Umgekehrt ist der Rahmen: jemanden ansprechen und um Hilfe bitten, ist ok. Hier ist es ok, solange nichts gesagt wird.


Für mein Kind habe ich den Rahmen abgesteckt. Grobes Ziel:

Erlaubt: ansprechen, um Hilfe bitten, hallo, danke, bitte, Treffpunkt (Ausflüge)

STOPP: hinterher gehen/schwimmen, zutexten wenn jemand den Bereich verlässt, weiter reden wenn sich jemand abwendet. Keine Namen, Daten, Wohnort

Bei Stopp habe ich unterstützend eingegriffen und mein Kind beg-leitet und gelenkt.
Nicht mit "macht man nicht" , sondern mit: jetzt ist gut. Hier ist stopp.


Ich selbst habe Schwierigkeiten Mimik zu erkennen. Auch mir selbst helfen diese Grundregeln.

Bei Freunden ist es einfacher. Da gibt es grundlegende Verhaltensmuster und die Sicherheit auf Ehrlichkeit, dass sie etwas sagen. Das kann und will ich von Fremden nicht erwarten! Es ist super, wenn sie es machen, sind aber nicht verpflichtet.
Das ist MEINE Aufgabe, mich selbst im Griff zu haben und MEINE Aufgabe als Mutter, meinem Kind einen KLAREN DEUTLICHEN Rahmen zu schaffen, an dem sie sich orierentieren kann.

Abweichungen sind erlaubt, wenn sie GESAGT werden. Alles andere, das nicht gesagt wird, hat einen Rahmen.

Ich machs nicht anders und bin überrascht, wie falsch der Text aufgenommen wurde.

Weil es umgekehrt klingt.

Es klingt so, als würdest du Offenheit mit Distanzlosigkeit verwechseln und erst einschreiten, wenn Grenzen überschritten werden. Nicht vorher.


Mein Kind braucht 3 abgesteckte greifbare Regeln

1. Mindestmaß
2. soll
3. Höchstmaß

Alle Abweichungen sind im Einzelfall zu klären. Diese kommuniziere ich nur im Einzelfall / wenn Menschen sie kommunizieren.

Sonst gilt das Soll, an dem sie sich orientieren soll.

Der Mann hat das Mindestmaß genannt.
Du beschreibst sehr ausführlich, das Höchstmaß und darüber hinaus.

Woran orientiert sich deine Tochter?
Welche Grenzen kann sie einhalten? Nicht irgendwelche Einzelfallsituationen, sondern konkret die KLAR GÜLTIGEN?

Ausnahmen mache ich bei meiner erst, wenn die KLAREN Regeln GUT klappen.



"das macht man nicht" bringt nicht viel".
Aber das ist nicht die Aufgabe des Mannes. Er hat damit SEINE Grenze abgesteckt! Das ist wichtig.

Ob er es gut findet, wenn dein Kind mit fremden redet, kann dir herzlich egal sein.
ER will NICHT. FERTIG.
GRENZE abgesteckt!

Wo bei EUCH die Grenzen liegen, musst du abstecken.
So, dass sie für DEIN KIND verständlich sind!


Dazu braucht man keine Gedanken lesen. Zunächst gilt bei Fremden: KLARE "allgemeine" Grenzen. Individuell andere, können kommuniziert werden (wenn es für diejnigen ok ist). Erst mal gilt: bis hierhin und nicht weiter! Das sollte dein kind aus dem ff lernen.

Deine lange Beschreibung lässt jedoch Zweifel offen, ob du aus Angst vor zu wenig Offenheit, zu viel Distanzlosigkeit zulassen könntest. Mit der Begründung des Mindestmaßes, das Höchstmaß beschreibst ..... anstatt dich auf das SOLL (Mittelweg) zu konzentrieren.

Mein Kind und ich selbst auch, brauche diese drei "Werte".
Grenzwert unten, Grenzwert oben .... und dazwischen ist erlaubt / Soll - dieser Bereich wäre super.

Bei deinem Text schwankt es zwischen dem Mann (Extrem unten) und deinen Schilderungen (extrem oben) und pendelt sich nirgendwo ein.

Mit 3 Jahren habe ich im Schwimmbad aber ganz sicher gewusst was mein Kind im Detail macht!
Du findest Sie ist etwas distanzllos und findest es in Ordnung,damit kann man leben muss aber die Konsequenzen tragen....ließt sich als wäre der Mann angenervt von Deinem Kind.
So ist es eben.

Mit drei Jahren darf dein Kind im Kinderbecken keine 2m von dir weg sein? Ich sitze mit im 50cm tiefen Wasser und sie darf das ca 7m breite Becken allein durchqueren. Auch darf sie selber rutschen. Dabei habe ich sie im Blick, höre im lauten Schwimmbad aber nicht jedes Wort.

Und ich kommuniziere auch mit anderen Kindern, wenn diese auf mich zukommen.

Hi, hast Du Dir deinen Text nochmals durchgelesen? Ich bin nicht der Meinung, dass fremde Menschen deiner Tochter gegenüber äußern sollten, wenn es Ihnen zu viel mit ihr wird. Du solltest das eigentlich merken und deine Tochter aus der Situation holen.

Und was ist in ein paar Jahren, wenn das Kind größer wird, zur Schule geht und Du ihm beibringst nicht mit Fremden mitzugehen? Die Kleine wird wahrscheinlich überhaupt nicht mehr wissen was zutun ist wenn ihr vorher jahrelang eingeredet wurde es ist OK mit Fremden zu reden......??????

Ja richtig. Weil meine 3 Jährige als 6 Jährige noch immer auf dem intellektuellen Reifegradniveau einer 3 Jährigen sein wird. Sie wird kein natürliches Schamgefühl entwickeln und nicht differenzieren können. Denn bereits jetzt würde sie ohne mit der Wimper zu zucken mit den in meiner Nähe befindlichen mitgehen weil ich ihr das so sage *augenroll*

Was liest du eigentlich daraus, dass ich sage, dass ich es gut finde, freundlich und offen auf andere zuzugehen? Meine 6 Jährige ist ebenfalls freundlich, offen, kommunikativ. Jedoch würde sie nicht ohne weiteres überall mitgehen, weil das zwei Paar Schuhe sind.

Übrigens gibt es schöne TV Berichte, in denen auch schüchterne Kinder, deren Eltern jede Hand für das Gegenteil ins Feuer legen würden, sehr wohl nach kleinster Überredung mit Fremden mitgehen.

Das kann ich nicht für meine Kinder ausschließen. Allerdings werde ich Ihnen deshalb keine Menschenfurcht eintrichtern. Ich werde auf sie aufpassen, solange ich kann und ihnen vorher beibringen, was ich für sinnvoll halte. Und fremde Menschen freundlich zu behandeln, andere zu grüßen, ohne Scheu andere anzusprechen... usw, dabei bin davon überzeugt, dass das alles keinen Unterschied macht, wenn Ihnen wirklich jemand an die Wäsche will.

"wenn ihr vorher jahrelang eingeredet wurde es ist OK mit Fremden zu reden"
Warum sollte es mit 5 oder 6 oder 7 NICHT okay sein, sich eine Eiskugel zu kaufen und dem neuen Referendar in der Schule zu antworten oder einen Erwachsen um Hilfe zu bitten, wenn Mama im Einkaufszentrum nicht zu sehen ist? Das sind FREMDE!!!