"Hilft ja nichts" - ich ärgere mich aber trotzdem!!

Ich bin gerade in einer Situation in der ich mich furchtbar ärgern muss. Es ist nichts tragisches aber etwas sehr ärgerliches. Mein Mann ist in derselben Situation und jetzt bekomm ich schon wieder diesen unsäglichen Satz gesagt - "hilft ja nichts". Als ob mir das jetzt irgendwie sagen soll: hilft ja nichts - also hör auf dich zu ärgern, ich machs auch so. Aber gerade deshalb regt man sich doch auf - weil man das ärgerliche nicht ändern kann. Also ich merke wie ich von solchen Ereignissen nicht runter komme, ihn hingegen lässt das kalt. Wie macht er das? Ist "hilft ja nichts" eine zauberformel, die ich bloß nicht verstehe?

Ich bekomm das schon immer zu hören von verschiedenen leuten und das regt mich dann nur noch mehr auf. Würde es echt gern verstehen.

Oder velleicht gibt es noch so einen Ärgermenschen, der mir sagen kann, was tatsächlich hilft??

Na nichts ;-)

Es kommt schon ein bisschen auf die Situation an, aber ich kann das oft auch ganz gut. Akzeptieren, dass man das jetzt eben nicht ändern kann. Es wird doch auch nicht besser, nur weil man sich endlos in seinen Ärger reinsteigert, ganz im Gegenteil, damit schadet man ja nur sich selbst. Heißt nicht, dass man nicht mal seinem Ärger Luft macht, aber dann ist es auch wieder gut.

Hey
Es gibt situationen da lohnt es sich nicht zu ärgern genauso wie es Situationen gibt wo man sich noch lange ärgert,da ich nicht weiß was dich ärgert kann man dir schlecht helfen..


Lg

Ich würde das auch zu meinem Mann sagen.
Aus dem Grund, dass er sich viel zu sehr, wegen nichts ärgert.

Es reicht doch sich kurz zu ärgern (tu ich ja auch), aber dann sollte man es abhaken.
Denn wenn ich mich nur kurz ärgere, habe ich den Rest des Tages für Schöneres Zeit.
Wenn ich mich den ganzen Tag ärgere, vermiese ich meinen eigenen Tag und den meines Partners und habe dabei nichts gewonnen.

Das Ergebnis ist dasselbe. Aber man hat ein schöneres Leben.

Will nicht heißen, dass ich schon immer diese Einstellung hatte.
Habe es nur mit der Zeit gelernt, dass lange Ärgern leider nichts bringt.
Man kann es also lernen, wenn man möchte.

>>>Aber gerade deshalb regt man sich doch auf - weil man das ärgerliche nicht ändern kann.<<<

Nicht "man", DU regst dich auf :-).

Wenn du dir einen Tag Urlaub genommen hast, weil ein Handwerker kommen sollte und der sagt dann ab, ist das sehr ärgerlich, ein Tag Urlaub ist weg und nichts wurde erledigt.
Da ärgert man sich erst mal heftig.
Du kannst dich dann bis zum Abend aufregen und ärgern und damit ist der komplette Tag versaut.
Du kannst aber auch überlegen: WAS mache ich mit dem freien Tag?
Die einzige Person, der du schadest bei "Dauer-Ärger" bist du selbst.

Ich mag den Spruch von Karl Valentin:
*Ich freue mich, wenn es regnet, denn wenn ich mich nicht freue, regnet es auch.*

Ich sehe das auch so, wie von einigen hier beschrieben (bzw. wie dein Mann:-p:-p: es gibt Dinge, die ich nicht ändern kann- kurz Ärger/Wut rauslassen tut manchmal gut, mich langfrsitig darüber zu ärgern raubt mir nur glücklichere Lebenszeit...
Wie man dahin gelangt? Keine Ahnung... was glaubst du, was dir helfen könnte, den Ärger loszulassen??

Ansonsten mag ich in dem Zusammenhang diesen Spruch:

Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Ich sehe es inzwischen genauso wie Dein Mann, das Leben ist viel zu kurz um sich über Dinge lange zu ärgern die man nicht (mehr) ändern kann.

Früher dachte ich auch dass mir das Ärgern hilft, dass ich so ein Wutmensch bin der daraus Kraft schöpft ... aber inzwischen merke ich dass mir das Ärgern eher schadet. Ich hatte vor einigen Jahren stressbedingte körperliche Probleme. Tinitus, Herzrasen. Ich hab gelernt mich nicht mehr so aufzuregen, mich nicht mehr so zu stressen, und wenn ich mich mal wieder unnötig ärgere klingelt es halt wieder für ein paar Tage im Ohr. Das heißt mir zeigt mein Körper inzwischen ganz klar dass ne Runde Joggen um den Ärger wegzulaufen viel besser hilft als sich drüber ärgern.

Das ist eine Typfrage:
Ich hab mich bei "Mensch ärgere dich nicht" immer extrem geärgert. *lach*

Hallo,

ich sage mir den Satzt selbst sehr oft und mir hilft es tatsächlich, dass ich mich abrege bzw. meine Energie nicht mehr für den Ärger verschwende. Wenn irgendwas nicht läuft wie geplant, ist es sinnlos, sich darüber aufzuregen. Man kann es eh nicht ändern. Es bringt nichts darauf rum zu reiten und sich dadurch noch mehr aufzuregen. Ich sage mir dann, hilft jetzt nichts und mache einen Haken an die Sache. Das heißt, ich belaste mich nicht mit Dingen, die ich nicht beeinflussen kann. Ich denke, es ist eine Charaktersache.

LG
Michaela

Hallo,
ich denke, man kann das lernen.
Ich bin auch jemand, der sich ewig lange über ärgerliche, unnötige Dinge aufregt.

Mein Mann sagt immer, man muss den Ärger kanalisieren und auf denjenigen lenken, der alles verbockt hat.
Das hilft wirklich: wenn im Beispiel oben ein Handwerker meinen Urlaubstag "beansprucht" und ich dann womöglich noch einen Tag Urlaub nehmen muss, falte ich einmal den unzuverlässigen Handwerker zusammen, dann geht es mir etwas besser - und ich habe hoffentlich für's nächste Mal etwas bewirkt.

Manchmal hilft mir auch, Dinge nicht so wichtig zu nehmen. Wenn z.B. in Schule und Kindergarten organisatorische Unfähigkeit vorherrscht, stelle ich mir die Schulzeit als Ganzes vor und hake die Grundschulzeit als unwichtig ab. (Natürlich ist sie nicht unwichtig!! Aber ein einzelnes Vorkommnis ist im Verlauf von 4 Wochen extrem ärgerlich - auf 12 Jahre verteilt nicht mehr so.)

LG!

Ganz ehrlich, ich seh es ähnlich wie dein Mann... Kurz ärgern, "Hilft ja nichts!" und dann zusehen, wie man trotzdem was positives aus der Situation machen kann... Den meisten Stress macht man sich selber und unnötig aufregen kostet nur unnötig Energie...

Humor ist, wenn man trotzdem lacht!

LG

Ich denke wirklich das ist eine Charakter Sache. Ich bin eher der gelassene Typ. Reg mich vielleicht mal kurz auf, aber dann ist es schnell vergessen. Meine beste Freundin kann sich wochenlang über ein und dieselbe Sache aufregen. Aber sie kann auch einfach nicht anders. Man redet mit ihr man macht aber es bringt nichts. Sie weiß es selber, kann aber nicht aus ihrer Haut. So kann sie nicht verstehen das ich mich nicht so aufrege.

Klingt jetzt furchtbar abgeklärt, ist aber so: Offenbar hattest Du noch keine wirklich schlimmen Situationen im Leben durchzustehen. Schwerste Krankheiten, Todesfälle, Verluste lieber Menschen. Sei froh! Da relativiert es sich nämlich ganz schnell, über was man sich aufregen möchte - oder eher doch nicht.
Dein Mann hat Recht, könnte auch mein Spruch sein. Und wenn die Kacke wirklich am Dampfen ist, sage ich noch "Augen zu und durch, es hilft ja nix".
Aber darauf kommt man erst im Lauf des Lebens, ich bin früher auch wegen jedem Mist an die Decke gehüpft, aber es half - garnichts. Trainier Dir mal ein bisschen Gelassenheit an, hilft der ganzen Familie - und Deinen Nerven.
LG Moni

Hallo,
ich denke man darf sich auch mal so richtig ärgern, aber wenn das zur Endlosschleife wird, hat man irgendwann keine Lust mehr darauf und sagt eventuell den von Dir besagten Satz.
Man kann gern mal Dampf ablassen, aber wenn die Situation nun mal nicht zu ändern ist, nervt das Gejammer irgendwann.
Ich mag Menschen, die sich immer und immer wieder über das gleiche auslassen und meckern was das Zeug hält, nicht ab.
LG

Wenn man durch die Energie des Ärgerns nichts mehr verändern kann, ist ärgern Energieverschwendung. Und warum sollte ich mich ärgern, wenn es eh nichts bringt?

Ist doch so ähnlich wie Grübeln, damit meine ich dieses Im-Kreis-Denken, ohne dass man zu einer Lösung kommt. Wenn ich mich beim Grübeln erwische, denk ich mein Mantra: Drop the thought. Und dann lasse ich die Gedanken fallen. Kann man üben, man kann auch üben, sich weniger ineffizient zu ärgern.
Du kannst dir ein Gummiband um den Arm machen und es schmerzhaft gegen den Arm schnippsen lassen, wenn du dich beim Ärgern erwischt. Dann konditionierst du dich wie ein Pawlowscher Hund...

Oder du meditierst oder atmest mal ein paar Minuten ganz bewusst. Hilft auch.

Manchmal nutze ich aber auch die Energie meines Ärgers, um eine Situation, die mich ärgert, zu verändern. Das funktioniert aber nun mal nicht, wenn ich gerade ne Macke ins Auto gefahren habe. Die bleibt drin.

Shit happens, magste sicher auch den Spruch, ne? ;-)

Ich finde, es lohnt sich nur, sich über Sachen zu ärgern, auf die man auch Einfluss hat. Dann kann man den Ärger in positive Energie umsetzen, um etwas zu ändern.

Bei allen anderen kann man sich seinen Emotionen kurz hingeben und sie herauslassen, aber dann ist es auch gut. Dann muss man das Beste draus machen.

Ich habe etwas gebraucht, bis ich zu dieser Einstellung gefunden habe, seitdem geht es mir besser.

Hallo,

Also, ich ärgere mich auch gern mal ordentlich. Manchmal hab ich das Gefühl, ich kann meinen Kopf dampfen fühlen🤭 da geht das Temperament oft mit mir durch.
Ich könnt mich manchmal auch Tage über etwas ärgern, wenn ich mich nicht Bremse!
Ich ärgere mich auch gern über Situationen, die sich nicht ändern lassen, weil ich sie ja gern ändern würde. Never-Ending-Story😂
Der Satz, hilft ja nix, heißt für mich, bzw kommt dann zum Einsatz, wenn wirklich nichts mehr hilft😅 also für mich so wie ein Signalwort, dass ich alles versucht und in Erwägung gezogen habe, was ich an einer Situation ändern könnte/helfen würde. Wenn wirklich nichts mehr geht, ist das so quasi der Moment, wo ich loslasse. Z.b die Lieblingstasse ist zerbrochen, es hilft kein kleben, nachkaufen scheitert auch... hilft ja nichts oder nützt ja nichts, wie ich es gern sage. Also nützt auch all der Ärger darüber nichts! In dem Moment schließe ich praktisch Frieden mit dem Ärger und weiß, dass ich alles getan und versucht habe. Dann darf der Ärger auch abziehen.

Wenn es mal wirklich dicke kommt. Nicht nur so ein bisschen grrrrrrr, hilft mir auch gut den Ärger zu erörtern. Was ärgert mich genau, wo staut er sich? Im Kopf, im Bauch, im Hals? Wo steckt es mir quer und was kann ich daran ändern. Was genau ärgert mich? Ärgere ich mich aus Prinzip oder Enttäuschung. Manchmal frage ich mich auch, was mir der Ärger bringt! Kann er mir sogar mal nützlich sein? Dann kann ich den ärger eigentlich immer sehr gut kanalisieren. Oftmals entlädt er sich in Trauer oder Wut und verpufft dann.
Ärger ist eine Emotion von vielen, jeder geht damit anders um. Ich muss Dinge oftmals verstehen können, damit ich damit Abschließen kann, jemand anderer Schaft das so. Jeder tickt anders. Einige werden regelrecht cholerisch, das trifft mich zum Glück nicht😅 aber damit umzugehen, lässt mich gelassener werden. Gibt auch Dinge im Leben, auf die wir keinen Einfluss haben. Im Laufe der Zeit relativiert sich auch viel. Z.b was hab ich mich früher über die Nachbarn geärgert, wenn sie am Wochenende gelegentlich gefeiert haben und zu laut waren. Blöde, laute, nervige Nächte. Trafen mich so zwei mal im Monat. Heute habe ich eine 2,5 jährige Tochter, die die ersten sieben Lebensmonate Tag und Nacht brüllte. Noch heute ist sie vier mal die Nacht wach. Will trinken, die letzten Zähne brechen durch, träumt schlecht oder ist krank... ich hab nie wieder vernünftig geschlafen... was waren im Vergleich dazu, die zwei mal im Monat lärmenden Nachbarn!?
Ich erlaube dem Ärger Teil meines Lebens zu sein, auch er hat eine Funktion, aber ich erlaube ihm nicht, mein Leben zu sein und schon Gar nicht eine Hauptrolle darin zu spielen.

Alles gute und lass dich vom Ärger nicht ärgern👋🏼🍀

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Hallo,
wenn ich mich so fühle wie du, dann denke ich immer an diesen Spruch. Das hilft mir.
Ich versuche dann zu unterscheiden, kann ich das was mich jetzt ärgert beeinflussen oder muss ich es hin nehmen.

LG

„Nicht mein Affe, nicht mein Zirkus“ oder „das ist eine andere Welt“ ...

Hey, bist Du mit einem Zwilling meines Mannes zusammen? der Text könnte von mir sein. Und im Gegenteil zu einigen Stimmen hier verstehe ich Dich sehr gut. Sei eine Sache über die Du Dich ärgerst für die Welt noch so nichtig ( und rational weisst Du das auch) ist sie das für Dich in dem Moment des Ärgern eben nicht - und daher solltest Du Dich auch ärgern dürfen. Immer alles runterschlucken und eitel Somnenschein machen mit der Argumentation andern geht es viel schlechter tut der Seele auch nicht gut. schlimmstenfalls beginnt man sich einzureden wie supi alles ist, was eben nicht so ist.
Ein Partner der einem (gefühlt ) das Recht sich zu ärgern abspricht, und somit auch nicht solidarisch beim ärgern ist, macht es nicht leichter.
Ich ärgere mich dann über meinen Mann und seine mangelnde Solidarität oft mehr als über das ursprüngliche Thema. Beispielsweise: Lieblingspulli beim waschen kaputt gegangen. Anstatt das er sagt oh nein, wie ärgerlich der sah so toll an Dir aus, lass uns schauen ob wir denn nochmal kaufen könnten kriegt man zu hören: Du hast doch so viel andre Pullis, andere Menschen könnten sich jetzt nicht mal einen neuen kaufen... ärger Dich doch nicht über sowas unwichtiges... Was mir in so Situationen hilft besser damit umzugehen:
- mir vor Augen zu führen warum er so reagiert (er hat gute Gründe)
- auf die Lösungsvorschläge zu hören und das andere auszublenden.
- was mich ärgert nicht so sehr mit ihm aber mit anderen besprechen

"An Zorn festhalten ist wie Gift trinken und erwarten, dass der andere dadurch stirbt." mutmaßlich Buddha