Schwägerin

    • (1) 19.09.19 - 07:56

      Hey ihr Lieben :)

      Ich muss euch in einer Sache einfach mal um eure objektive Meinung und/oder eure Erfahrungen fragen.
      Es geht um folgendes:

      Aktuell bin ich mit meinem 2ten Kind schwanger. Meine Schwägerin ist mit ihrem Partner in Kinderwunschbehandlung seid knapp über einem Jahr.
      Mir war also - genau wie meinem Mann auch - bewusst dass keiner der beiden unbedingt Luftsprünge vor Freude macht wenn sie erfahren dass wir unser zweites Wunder erwarten.
      Was ich total verständlich finde, ist ja auch ein schwieriges Thema. Mein Mann hat seinen Bruder auch nicht vor der ganzen Familie von der Schwangerschaft erzählt, sondern unter vier Augen, damit dieser sich erst einmal mit der Neuigkeit auseinandersetzen konnte. Da war meine Schwägerin nicht dabei, sie hat es nachher dann von ihrem Mann erfahren.

      Wie gesagt, Begeisterungsstürme hab ich nie erwartet genauso wenig wie mein Mann. Er und sein Bruder unterhalten sich nach wie vor ganz normal, schreiben sich, alles ist gut. Meine Schwägerin ist da schon anders. Seitdem sie von der Schwangerschaft weiß behandelt sie mich wie Luft -kein Hallo oder Tschüss auf Familienfeiern (waren jetzt beide Male welche, bei denen man sowohl drinnen als auch draußen sitzen konnte), waren wir drinnen ist sie raus, war ich mit meinem Sohn draußen am spielen, ging sie rein). Versteht mich nicht falsch das ist kein Angriff gegen Sie, ich bin ihr da auch nicht böse, ich will euch mit diesem Beispiel nur die Situation schildern damit ihr ein ungefähres Bild davon bekommt.

      Dass von ihr kein "Glückwunsch zur Schwangerschaft" kam, versteht sich wohl von selbst wenn auch sonst kein Ton kommt.
      Ich bin auch ganz ehrlich niemand, der mit einem Ultraschallbild unter ihrer Nase rumwedelt und in ihrer Nähe spreche ich auch nicht über meine Schwangerschaft. Würde ich doch sehr anmaßend finden wenn man so etwas tut und man weiß dass es anderen wehtut.

      Aber wir gehören ja nunmal zur gleichen Familie. Was meint ihr, soll ich alles so belassen, sie einfach bei Feiern weiterhin grüßen ohne ein Gespräch zu erzwingen oder soll ich sie auf die Situation ansprechen?Ich kann verstehen dass eine Kugel vor der Nase für sie definitiv nicht toll ist aber meint ihr das Verhältnis wird nochmal besser ? Mein Mann findet die Situation mittlerweile lächerlich und sagt dass er ihr Problem langsam nicht mehr verstehen kann, denn sie ignoriert ihn genauso wie mich. Finde ich irgendwie nicht verwunderlich aber gut, wie sind denn eure Erfahrungen in dem Bereich oder gibt es irgendwelche Tipps die ihr für mich habt?

      Soll ich mich einfach weiterhin ruhig verhalten und abwarten / hoffen dass es bei ihnen bald klappt oder soll ich sie darauf ansprechen?


      Freue mich auf eure Antworten :)

      • (2) 19.09.19 - 08:04

        Hallo,

        Auch wenn ihr Verhalten vielleicht etwas doof rüber kommt, aber gebt ihr zeit.

        Ich war auch jahrelang in Kiwu Behandlung und habe auch immer so reagiert. Aber ich brauchte immer etwas Zeit. Für mich war es besser erstmal nichts zu den neu Schwangeren zu sagen, als alle anzuzicken. Weil eigentlich könnte ja niemand etwas für mein Pech.

        Hey,
        ich denke die Situation ist für das Paar einfach sehr belastend und dann ständig andere Paare zu sehen, bei denen die Zeugung eines Kindes wie ein Klacks erscheint und schon mehrere Kinder erwartet werden, ist sehr schwer.
        Dennoch bin ich auch der Meinung, dass bei all dem Stress und der Trauer keine Verbitterung eintreten darf.
        Ihr erwartet ja keine Freudensprünge, aber wissen die das auch?
        Du kennst deine Schwägerin am besten. Ich könnte mit so einer Stimmung nicht gut zurecht kommenden und würde wahrscheinlich das Gespräch suchen, ohne Ihr Vorwürfe zu machen (so schätze ich dich jetzt aber auch nicht ein).
        Ich würde ihr dein Verständnis für die Situation mitteilen usw und sie fragen, wie sie in Zukunft mit euch umgehen möchte, was ihr Wunsch ist.
        Wenn es etwas Abstand erstmal ist - okay.
        Aber du solltest ihr schon sagen, dass sich Grüßen schon selbstverständlich sein sollte und ihr keine Luft seid. Schildere ihr, wie du dich damit fühlst, denn du kannst ja nun mal auch nichts dafür, dass es bei Ihnen nicht klappt.
        Vielleicht kann sie ja auch etwas Verständnis für euch aufbringen, das weiß ich nicht.

        LG

        (4) 19.09.19 - 08:18

        Hallo,
        ich kann beide Seiten irgendwo verstehen, dennoch zeugt das Verhalten deiner Schwägerin nicht unbedingt von Charakterstärke.

        Ich kann ungefähr erahnen wie es ihr geht, denn auch mein Mann und ich befinden uns in der Kinderwunschbehandlung, nach mehreren erfolglosen Jahren des Übens.
        Vor ein paar Monaten verkündete dann meine kleine Schwester beim Familiengrillen, das sie nach einem Jahr Beziehung ungewollt schwanger wäre und sie sich trotzdem riesig freuen, beide schweben auf Wolke 9. Unsere Eltern auch, endlich das erste Enkelkind.

        Das war im ersten Moment ein echter Tiefschlag. Nach kurzer Gesichtsentgleisung gute Miene gemacht, beiden gratuliert und zu Hause erstmal eine Runde geheult. Das erste Mal seit klar ist, dass es auf natürlichem Weg nie klappen wird. Die schwangere Kollegin die mir im letzen halben Jahr mit wachsender Kugel gegenüber saß, hatte eigentlich immer ganz gut weg gesteckt.

        Nun ja sie ist meine Schwester, ich liebe sie. Sie kann nichts für ihr Glück und erst recht nichts für mein Unglück. Also habe ich einfach an meiner inneren Einstellung zu der Situation gearbeitet. Und das funktioniert. Ich habe ihr ein kleines Geschenk gekauft, habe sie alleine besucht und wir konnten ganz unbefangen über die Schwangerschaft und die Entwicklung reden. Ja, ich kann mich sogar richtig für sie freuen #verliebt ich werde Tante eines Jungen und ich freue mich darauf!

        Ich denke also, das deine Schwägerin auch versuchen sollte sich reflektierter mit der Situation auseinander setzen. Sowas tut einfach weh, man kann aber nicht andere für das eigene Unglück verantwortlich machen. Das fällt manchen leichter als anderen. Aber man kann dem Thema nirgendwo aus dem Weg gehen. Nicht in der Familie, nicht auf der Arbeit, nicht auf der Straße. Irgendwo ist immer eine schwangere, ein Baby, ein Kleinkind. Wenn man sich damit nicht auseinander setzt, wird man nur noch unglücklicher.

        Vielleicht solltest ein einfühlsames vier Augen Gespräch suchen. Ob es bei ihr was bringt kann ich dir natürlich nicht sagen.

        Gruß
        Puhbi

      • Ich war auch in der Situation deiner Schwägerin. Ganz so abgekapselt habe ich mich allerdings nicht. Den Raum verlassen + nicht grüßen ist schon sehr heftig und irgendwie auch unfair euch gegenüber... Ich kann es mir nur so erklären, dass sie vielleicht gerade eine schlimme Phase durchmacht. Vielleicht hatte sie eine FG oder gerade ist eine Behandlung gescheitert, von der ihr nichts wisst? Manchmal kann man auch nicht aus seiner Haut, gerade wenn sich der Kiwu vielleicht schon über Jahre zieht.
        Ich würde ihr erstmal noch etwas Zeit geben.
        Je nachdem, wie euer Verhältnis sonst insgesamt ist, würde ich sie aber irgendwann drauf ansprechen. Manchmal fällt es auch schriftlich leichter, dann kann man seine Gedanken besser sortieren und sie muss nicht gleich reagieren... Zeig Verständnis, mach ihr aber auch klar, dass euch die Situation "belastet" / kränkt. Offen miteinander umgehen ist meist doch der bessere Weg.

        • Vielen Dank schonmal für eure Antworten :) Die sind sehr hilfreich. Ich werde es wohl wirklich so machen wie ihr auch zum Großteil geschrieben habt, das erstmal auf sich beruhen lassen und in einer ruhigen Minute einfach mal das Gespräch suchen bzw. generell mal wieder versuchen überhaupt ein Gespräch mit ihr zu Beginnen und dann mal sehen ob sie sich eher zurückzieht oder nicht.

          Vielen Dank euch :)

      (7) 19.09.19 - 08:39

      Hallo,

      Da ich aus eigener Erfahrung schon ein paar Mal in den Schuhen deiner Schwägerin gesessen habe kann ich dir Folgendes sagen:

      Gib ihr Zeit. Jedes Mal wenn ein Familienmitglied schwanger wurde schaltete sich mein Fluchtinstinkt ein. In meinem Kopf leuchtete eine riesige rote Lampe und die Gedanken waren nur noch "weg, weg, weg!". Irgendwo ist das auch Selbstschutz. Es kann sogar sein, dass deine Schwägerin euch as übel nimmt, ähnliche Gedanken hatte ich auch ("Die wissen doch, dass wir jetzt schon so lange üben, wieso warten die nicht?". Diese Gedanken sind natürlich lächerlich und das wird deine Schwägerin auch merken. Trotz allem bin ich immer während der gesamten Schwangerschaft auf Distanz gegangen. Natürlich hab ich weiterhin mit den Schwangeren und Partnern geredet, aber eher oberflächlich und sobald ich konnte, habe ich die Flucht ergriffen. Es war zum Teil einfach extreme Eifersucht, und ich hatte Angst, dass ich böse und unfaire Sachen sage aus meiner eigenen Frustration heraus.

      Es hat sich bei mir irgendwann gelegt, es wurde besser. Aber lass ihr Zeit. Ich kann ihre Reaktionen vollends nachvollziehen auch wenn sie unfair und nicht gerechtfertigt sind. Mir hat vor Familientreffen immer gegraut. Eine Zeit lang habe ich sogar meine süsse, kleine Nichte nicht ansehen können. Das Gefühl ist einfach unbeschreiblich schmerzhaft.

      Konfrontieren würde ich sie erst, wenn sich das gar nicht legt. Wie lange weiss sie denn jetzt davon?
      Bei mir wars so nach 1-2 Monaten besser, wurde aber wieder schlimmer je näher der Entbindungstermin rückte, als der Bauch richtig gross wurde etc...

      Alles Liebe,

      dragonflies #blume

      • (8) 19.09.19 - 08:47

        Huhu :)

        Also ich bin aktuell im 7. Monat und gesagt haben wir es beiden in der ....11 Woche. Ich meine es war die elfte, jedenfalls kurz bevor die Babybombe innerhalb der Familie geplatzt ist

        • (9) 19.09.19 - 09:04

          Hmmm okay, dann zieht sich das ja schon eine Weile. Ich denke da kann es nichts schaden sie einfach mal drauf anzusprechen, ohne ihr Vorwürfe zu machen. Ob es was ändert sei mal dahin gestellt, man kann oft nicht aus seiner Haut raus.
          Sich erwachsen benehmen klingt auch immer so gut, wenn man nicht selbst in der Situation ist. Auf Dauer wärs mir persönlich zu anstrengend gewesen, die Schwangeren in der Familie so zu ignorieren, aber da ist jeder anders. Wenn sie zudem bereits ein Jahr lang in Behandlung ist scheint es ja wirklich nicht einfach zu sein.
          Verzwickte Situation. Ich verstehe euch, ich verstehe aber auch deine Schwägerin nur zu gut.

          Könnte man denn mal mit dem Bruder deines Mannes reden um herauszufinden wie es der Schwägerin geht und was ihre Gedankengänge sind?

    (10) 19.09.19 - 08:42

    Hallo,

    du schreibst gar nicht, wie weit du bist. Und wie lange die Schwägerin schon Bescheid weiß. Das tut oft auch etwas zur Sache.

    Ich kann deine Schwägerin gut verstehen. Das tut einfach verdammt weh und nicht jeder ist in der Lage sich da sofort zu reflektieren und sich "angemessen" zu verhalten.

    Bei mir hat es auch eine ganze Zeit lang gedauert. Und gerade WEIL ihr ja Familie seid ist es noch schwerer. Sie kann euch ja auch gar nicht aus dem Weg gehen. Bei Freunden kann man in der ganz schwierigen Zeit auch einfach mal den Kontakt reduzieren.

    Ich würde ihr Zeit geben... vielleicht irgendwie signalisieren, dass du für ein Gespräch bereit wärst. Mir hat es unheimlich geholfen, wenn ich meine Gefühle den Schwangeren gegenüber relativ offen äußern konnte, ohne Angst haben zu müssen dafür verurteilt zu werden.

    Glaube mir.. keine Kinderwunschfrau ist gerne so neidisch. Man verurteilt sich selbst noch zusätzlich für den Neid und dafür, dass man sich nicht freuen kann und sich am liebsten abkapseln würde.

    Gerade auch die 2.ten Kinder die kommen sind nochmal so schwer zu verkraften, weil man sich eben auch gewünscht und gehofft hat, dass man vielleicht bevor ihr das 2te erwartet selbst mal an der Reihe ist.

    Bei mir war z.B. die zweite Schwangerschaft einer Freundin sehr schwer, weil ich mir auch gewünscht hätte, dass ich vielelicht mit einer Freundin gemeinsam schwanger sein könnte. Und sie eben die letzte gewesen ist, wo das zweite Kind noch ausstand und der Kiwu noch offen war. Sprich. Alle meine Freundinnen haben ihre Familienplanung abgeschlossen und wir stehen immer noch ohen Kind da.

    Eine Freundin mit Kind sagte mir mal, dass sie meinen Schmerz versteht, aber das Ausmaß des Schmerzes nicht nachvollziehen kann, weil sie nie in der Situation war.
    Das war wirklich sehr tröstlich, weil es ehrlich war und ich es komplett so annehmen konnte.

    Also.. was ich sagen will, dazu gehören immer 2. Wenn deien Schwägerin gerade nicht grüßen oder euch ansehen kann, dann "mußt" du das aushalten, weil du es nicht ändern kannst. Ihr zusätzlich Druck zu machen denke ich kann auch nach hinten los gehen.

    Du klingst aber sehr reflektiert und verständnisvoll.. ich denke, dass ihr diese Situation meistern werdet. #liebdrueck

    • (11) 19.09.19 - 08:51

      Vielen Dank für deine Antwort. Genau so werde ich es auch handhaben. Ihr signalisieren dass ich nicht abgeneigt bin mit ihr zu sprechen, aber es auch nicht um die Schwangerschaft gehen muss.
      Das wäre auch wirklich unfair, ich meine da kann ich mich auch echt zurückhalten.

      Es steht sowieso nächsten Monat eine weitere Feier an und dazu würde ich sie sowieso noch gerne etwas fragen bezüglich eines Geschenks, weil sie da sozusagen direkt an der Quelle sitzt. Ich denke das wäre auch wieder eine Möglichkeit ihr zu zeigen dass auch ein ganz neutrales Gespräch möglich wäre :)

(12) 19.09.19 - 09:05

Ich kann mir vorstellen, wie belastend das für deine Schwägerin ist. Gleichzeitig wäre ich an deiner Stelle aber vielleicht auch etwas verletzt.
Wie war denn euer Verhältnis vorher? Hattet ihr immer viel und guten Kontakt und jetzt plötzlich nicht mehr?
Was bedeutet "kein Hallo und Tschüß"? Gehst du hin zur Begrüßung und willst ihr die Hand geben/ sie umarmen und sie ignoriert dich dann? Oder erwartest du, dass sie kommt, und bist im Moment auch eher passiv? Dann interpretiert sie dein Verhalten vielleicht auch negativ.
Wie lange geht das denn schon so? Vielleicht haben beide gerade einen Rückschlag erlebt, den sie erstmal verdauen muss.
Ich habe manche Schwangere auch gemieden, als ich unter unerfülltem Kinderwunsch gelitten habe. Das waren aber Menschen, die ich vorher schon nicht mochte, und deren Verhalten in der Schwangerschaft ich einfach nicht ertragen konnte (z.B. rauchen). Deswegen frage ich, wie euer Verhältnis vorher war.
Normalerweise sollte man sich so zusammenreißen können, dass man zumindest gratuliert. Wenn ihr sonst ein gutes Verhältnis habt und euch auch ohne eure Männer trefft, würde ich es ansprechen, ansonsten nicht.

(13) 19.09.19 - 09:05

Hallo!

Ich war in der Situation deiner Schwägerin. Und ja ich bin auch meiner schwangeren Schwägerin und meinem Bruder aus dem Weg gegangen. Denn der Schmerz und die negativen Gefühle waren sehr stark. Nur wer in einer solchen Situation war kann das nachvollziehen. Wer diesen Schmerz und den Neid etc nicht gefühlt hat sollte sich mit einem Urteil zurück halten.

Kinderwunsch behandlung ist sehr belastend sowohl körperlich als auch emotional. Dann auch noch mit dem Glück einer anderen Schwangeren konfrontiert zu werden, kann zu viel sein. Es kann sogar zu Depressionen führen. Das einzige was da hilft ist Zeit.

LG Morgain

  • (14) 19.09.19 - 09:38

    Und genau deswegen habe ich die Frage gestellt, denn ich war ja nicht in dieser Situation und kann mir nicht vorstellen wie es ist. Es ist für mich wirklich hilfreich zu hören wie es einem dann geht und was da für Gefühle im Spiel sind, vielen Dank dass du das so offen geschrieben hast.

    Ja das stimmt, ein Urteil von außen braucht da niemand, sowas fände ich auch sehr fehl am Platz. Aber so wie ich es hier herauslesen (auf alle Antworten bezogen), ist die Devise also "Zeit lassen, Raum geben und wenn signalisieren dass man ihr nicht böse ist, damit sie weiß wenn sie bereit ist, ist alles genauso wie vorher". Also vom Verhältnis her. Das war nämlich nie eng aber wir konnten miteinander sprechen und lachen, was aber meist bei Feiern der Fall war, ansonsten haben wir privat eigentlich nichts miteinander zu tun. Deswegen kann ich halt auch total verstehen dass sie da nicht ausgerechnet mit mir über alles spricht. Ist ja ein sehr privates Thema.

    Daher vielen Dank auch dir für die Antwort:)

(15) 19.09.19 - 09:28

Puh, ich bin auch in Kiwu-Behandlung, hatte eine FG und es ist natürlich belastend.

Aber was hat es mit mir zu tun, dass andere schwanger werden?

Wenn ich so wäre, wie deine Schwägerin, dann könnte ich nicht mehr vor die Tür gehen. Ich habe/hatte in der Zeit etliche schwangere Freundinnen, Verwandte und Kolleginnen. Ich habe mich für jede gefreut. Natürlich gibt es mir einen Stich ins Herz, wenn ich von einer neuen Schwangerschaft erfahre, aber das ändert nichts an meiner Situation.

Das einzige, worauf ich nicht klar komme, sind gut gemeinte Ratschläge nach dem Motto "entspannt euch" oder Menschen, die mir die Behandlung ausreden wollen, weil sie die für ethisch bedenklich und gefährlich halten.

Vielleicht meldest du dich einfach mal persönlich bei ihr und sagst ihr, dass ihr gerne miteinander reden könnt, wenn sie mag.

(16) 19.09.19 - 09:35

Meine Schwägerin hat genauso reagiert, als wir seinerzeit unser erstes Kind bekommen haben. Sie hat über ein Jahr weder mit mir, noch mit meinem Mann (ihr Bruder) gesprochen.
Wir fanden das ziemlich kindisch, da wir selbst zwei Jahre gebraucht haben, konnten wir aber auch ein Stück weit verstehen, wie belastend sowas ist und haben uns einfach normal verhalten, nicht aufgedrängt, das Thema in ihrer Gegenwart ruhen lassen, wie ihr es halt auch macht.
Irgendwann hat sie sich wieder so halbwegs eingekriegt und als sie dann kurz darauf selbst schwanger war, war auch wieder alles in Ordnung.
Deswegen, gib ihr Zeit. Manche kommen einfach schneller damit klar als andere.

(17) 19.09.19 - 10:13

Auch ich möchte dir antworten.
Ich hatte eine sehr gute Freundin die mit meinem Cousin verheiratet ist.
Sie wurde schwanger, leider eine Eileiterschwangerschaft, in einer Not OP musste der Eileiter entfernt werden. Ich wurde mit als erste informiert.
3 Monate Pause, der nächste Versuch- schwanger! Ich war beim Test dabei...
Unglaublicher Weise erneut eine Eileiterschwangerschaft, und wieder mit einer OP bei der der Eileiter nicht erhalten werden konnte! Ich habe sie im KH besucht, wir haben viel geweint... sie hatte Angst, nie ein Kind zu bekommen.
2 Monate später habe ich positiv getestet. Sie war die erste, nach meinem Mann, der ich davon erzählte. Ich konnte mein schlechtes Gewissen kaum ertragen.

Das ist jetzt über 4 Jahre her. Bei meiner 2. Schwangerschaft war das schlechte Gewissen noch größer... oft haben wir darüber geredet...oft geweint... ich bräuchte kein schlechtes Gewissen haben...
Sie wollte lange keine Ultraschallbilder sehen... dann keine Baby bzw Kinderfotos bekommen... sie hat in beiden Schwangerschaften nie meinen Bauch berührt, nie eine meiner Töchter strampeln gefühlt. Und weißt du was? Das kann uns niemand wiedergeben. Und das ist ganz furchtbar traurig. Für uns beide...
Ich hätte so gerne mehr mit ihr geteilt und habe es nicht getan um sie zu schützen, zumal sie es ja auch nicht wollte.
Sie durfte ein Baby adoptieren das 4 Monate Jünger ist als meine zweite Tochter.
Für sie ist jetzt alles gut... ich bekomme stolze Fotos und Videos. Aber mir wird immer bewusster wieviel sie verpasst hat... und somit sehen und hören wir uns eher selten.

Lass deine Schwägerin, sie kann nicht anders, aber nein, es wird nie wieder so wie früher...

(18) 19.09.19 - 11:01

Ich war selbst längere Zeit ungewollt kinderlos. Und ja, es war jedes Mal ein scheußliches Gefühl, wenn im Umfeld wieder jemand schwanger wurde.
Familienfeiern waren ein besonderes Grauen. Nicht nur dass alle Welt entzückt über die Schwangerschaft oder das frische Baby der Schwägerin, Cousine o.ä. sind und das ausführlich thematisieren (weswegen Abstand zu werdenden oder frischen Müttern auf solchen Veranstaltungen manchmal schon ratsam war, da diese ja von den anderen Anwesenden viel in Gespräche rund um's Kinderkriegen verwickelt werden).

Zu allem Überfluss kommt bei solchen Feiern ja immer irgendeine entfernte Großtante, Nachbarin oder so auf die Idee, die kinderlosen Frauen zu fragen, ob man denn nun nicht auch Lust auf ein Baby bekommen würde... "Schau mal wie toll deine schwangere Schwester aussieht ", "ihr seid doch auch schon so lange verheiratet....", "So langsam wird es bei dir aber auch Zeit", "So ein Baby steht dir aber auch gut".
Ätzend! Ich hätte jedesmal gerne spontan die Feier verlassen wollen und war ein paar Mal den Tränen nahe.

(19) 19.09.19 - 11:21

Meine Tante hat keine Kinder und ist Ende 60.
Irgendwann vor ein paar Jahren hat sie mir mal erzählt, dass es eine Zeit gab als mein Bruder und ich noch klein waren waren, in der sie meine Eltern nicht besuchen konnte, weil es zu schmerzhaft war.
Bis heute habe ich ein sehr gutes Verhältnis zu meiner Tante und meinem Onkel. Ich wäre selbst nie auf die Idee gekommen, dass es da so eine Problematik in der Vergangenheit gab.

Ich möchte dir auch raten, deiner Schwägerin einfach Zeit zu lassen. Notfalls auch Jahre.
Du weißt nicht, was da ihrem Umfeld gerade alles zusammen kommt. Vielleicht sind ihre Freundinnen und Kolleginnen auch gerade schwanger. Vielleicht gab es eine Fehlgeburt oder eine Diagnose, die die Aussicht noch verschlechtert hat.

Ehrlich gesagt würde ich sie auch nicht auf ihr Verhalten ansprechen. Wenn sie soweit ist und es für sie funktioniert, wird sie schon auf euch zukommen. Bis dahin verhalte dich einfach ganz normal so, wie du es vor der Schwangerschaft gemacht hast (ich gehe jetzt mal davon aus, dass ihr kein besonders inniges Verhältnis hattet sondern einfach in der selben Familie gelandet seid und normal miteinander auskommt).
Ich weiß nicht wie ich reagiert hätte, wenn mich damals schwangere Freundinnen oder Schwägerinnen auf meine Kinderlosigkeit angesprochen hätten. Zum Glück haben sie es nicht gemacht.

Wenn aus deiner Sicht unbedingt etwas unternommen werden soll, kann vielleicht dein Mann ja auch erstmal mit seinem Bruder sprechen? Andererseits klingt mir deine Aussage "Mein Mann findet die Situation mittlerweile lächerlich und sagt dass er ihr Problem langsam nicht mehr verstehen kann" auch nicht nach einer vielversprechenden Ausgangslage...
Lächerlich ist daran m.E. wirklich nichts, im Gegenteil für deine Schwägerin ist die Situation bitterer Ernst.

  • (20) 19.09.19 - 11:56

    Genau das sage ich ihm auch immer wieder. Ich bin auch nicht beleidigt mit ihr oder sonst etwas, ich würde ihr rein von meinem Bauchgefühl auch Zeit geben. Das ist denke ich einfach das beste und sie kann auf uns zukommen wenn sie bereit ist

(21) 19.09.19 - 11:24

Zu Angst, Neid, Wut und Enttäuschung kommt bei Deiner Schwägerin vermutlich auch noch Scham. Denn sie weiß ja, dass sie sich "kindisch" verhält, dass ihre Gefühle unangebracht und gesellschaftlich verpönt sind. Aber die Gefühle gehen halt nicht weg, nur weil man sie nicht fühlen will.

Wenn Du mal mit ihr sprichst, signalisiere ihr, dass das alles okay ist, dass Du nichts von ihr erwartest. Und bitte: Kein Mitleid, keine lieb gemeinten Aufmunterungen und keine "aber ich kenne eine Frau, die laut Ärzten unfruchtbar war, und bei der hat es auch geklappt"-Geschichten.

(22) 19.09.19 - 11:29

Das Alles hat in erster Linie mit ihr selbst zu tun. Sie muss unbedingt filtern lernen. Ihr bisher unerfüllte Kinderwunsch hat NICHTS mit deiner Schwangerschaft zu tun. Sicher erinnert sie es an ihren Wunsch, aber man muss da echt unbedingt differenzieren. Ich habe eine Totgeburt, Eileiterschwangerschaft und Fehlgeburt hinter mir und konnte trotzdem mit voller Freude das Neugeborene meiner Schwester auf den Arm nehmen. Es erinnert, aber man muss unbedingt dieses Schuldgefühl loswerden was man auch auf Andere proijziert...Das ist nämlich unfair, selbst wenn man sich dessen nicht befreien kann. Man muss es tun und das vor Allem für sich selbst! Andere Familien sind andere Geschichten...Man hat immer seine eigene!

  • (23) 19.09.19 - 11:36

    Soll die TE das ihrer Schwägerin so sagen?

    (24) 19.09.19 - 12:14

    Das stimmt ja alles, aber ich frage mich, was die TE damit anfangen kann.

    Und auch die Schwägerin muß das alles nicht...wahrscheinlich würde es ihr helfen, wenn sie sich öffnet, reflektiert und die Freude der anderen teilt. Aber MÜSSEN tut sie es nicht.

    Wenn mir jemand anderes sagt, was ich muss, dann bekomme ich Ausschlag.

(25) 19.09.19 - 11:34

Ich persönlich kann so ein ablehnendes Verhalten nicht nachvollziehen, auch wenn sie selbst versuchen, ein Kind zu bekommen. Das zeugt von Neid und der Schwäche, sich nicht für andere freuen zu können. Wir haben selbst jahrelang einen unerfüllten Kinderwunsch gehabt und sind in Behandlung gewesen, aber ich habe mich immer ehrlich über die Schwangerschaften und den Nachwuchs meiner Bekannten gefreut in der Zeit, auch wenn es mir einen Stich versetzt hat.
Aber was können denn die anderen für mein eigenes Schicksal? Wenn man so reagiert wie Deine Schwägerin frustriert man sich nur noch mehr mit der Situation.

Was Du tun könntest... käme mir darauf an, wie wichtig und eng der Kontakt zu ihr ist. Wenn es eh nur oberflächlich läuft, würde ich gar nichts weiter machen. Wenn sie Dir schon am Herzen liegt, würde ich das persönliche und ehrliche Gespräch suchen.

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