Verwirrt: Kind ja oder nein?

Liebe Urbianer,

ich hab das Problem, dass mir Herz und Verstand zwei verschiedene Dinge sagen.

Mein Mann und ich sind Mitte 20 und seit 8 Jahren ein Paar, es läuft sehr gut in unsere Beziehung. Ich steige grade nach dem Studium in den Beruf ein und er beginnt ein Bachelorstudium, nachdem er schon einige Jahre gearbeitet hat. Seit ich ein Tennager war, wollte ich immer später mal Kinder haben. Ich hab auch sehr gerne Babysitting gemacht, mich viel mit jüngeren Cousins und Cousinen beschäftigt und fand das alles super und war mir sehr sicher. Mein Mann möchte generell auch gerne Kinder haben, aber er meinte es wäre auch nicht schlimm, wenn nicht. Er könne sich beides gut vorstellen. Jetzt ist es natürlich so, dass wir noch jung sind, und eigentlich mit der Entscheidung Kind ja oder nein noch ein wenig Zeit hätten. Nur leider wissen wir, dass es medizinisch schwierig werden wird und wir auf alle Fälle in eine Kinderwunschklinik müssten. Da ist ja besser, eher früher anzufangen, damit man überhaubt gute Chancen hat (?!)

Jetzt denke ich irgendwie: will ich das überhaupt? Auch wenn wir ja noch ein paar Jahre zum Überlegen haben, grade weil mein Mann ja jetzt noch mal studiert und ich erst mal einige Jahre arbeiten möchte, muss ich immer wieder darüber nachdenken.

Zum einen ist da der Beruf, bei dem ich ja bestimmt auch eine gewisse Zeit fehlen würde, sowohl im Zuge der Behandlung (inkl Ausreden etc) als auch wenn es klappen sollte. Wie schafft ihr Mütter das, euch im Beruf zu entfalten und Gas zu geben, wenn man dann wieder ausgebremst wird? (Ehrlich gemeinte Frage, interessiert mich wirklich, auf keinen Fall böse gemeint oder so) Mein Mann meint er würde auch eine Zeit lang die Kinderbetreuung übernehmen, aber bei den Kinderwunschbehandlungen ist man ja als Frau mehr eingebunden und bei der Geburt und in den ersten Monaten wegen des Stillens auch (wenn man das macht).

Und wie geht man mit der Unsicherheit so einer Behandlung um? Das kostet ja sicherlich Energie und nimmt einen sehr in Anspruch. Da muss man ja schon 100 prozentig dahinter stehen. Aber wenn es dann nicht klappt?

Es wäre so gesehen natürlich einfacher, ich hätte keinen Kinderwunsch. Ich fühle mich im Job sehr wohl und möchte da gerne durchstarten. Außerdem hab ich Angst vor der Enttäuschung, es könnte nicht klappen. Deshalb sage ich mir oft: es ist einfacher so, so ist man unabhängiger, er ist noch mal in der Ausbildung, dann will er arbeiten, das passt eh nicht etc.

Aber auf der anderen Seite sagt mein Herz etwas ganz anderes! Ich werde richtig traurig, wenn ich Familien mit Kinder sehe und daran denke, dass ich vielleicht nie welche haben werde. Irgendwie möchte ich das tief drinnen! Aber ich weiß gleichzeitig, dass es für die Beziehung, unser Berufsleben etc bestimmt einfacher wäre ohne Kinderwunschbehandlung etc. Wenn wir nicht schon wüssten, dass es eher schwierig ist mit dem schwanger werden bei uns, würde ich die Gedanken wahrscheinlich eher auf Anfang 30 verschieben. Aber so hab ich irgendwie noch mehr den Wunsch, eine Art innere Entscheidung zu treffen, an der ich mich festhalten kann. Wie z.b. "ach ohne Kind ist es auch schön, wir bleiben zu zweit" oder aber "wenn er mit dem Studium fertig ist gehen wir in die Kinderwunschklinik".

Ich hoffe, ihr könnt mir vielleicht einfach Denkanstöße geben

Danke fürs "zuhören"

Hallo,

ich kann zu der ganzen Sache mit der Kinderwunschklinik leider nichts sagen, aber bei uns war es insofern ähnlich, als dass ich mit Mitte 20 nochmal studiert habe und auch etwas arbeiten wollte, bevor Kinder kommen.
Du schreibst viel darüber, dass es ja auch ohne Kinder ginge usw, aber ich denke: zumindest du hast einen wirklichen Kinderwunsch und eure Zeit ist begrenzt.
Wartet doch noch 3-5 Jahre und versucht es dann. Dann seid ihr noch nicht zu alt und jobmäßig fest im Sattel.

Und eines solltest du dir merken: die Arbeit ist sicherlich wichtig und du bist eine wertvolle Kollegin, ABER wenn du dann mal 1-3 Jahre nicht bei der Arbeit bist, erledigt sie trotzdem jemand und wenn man nicht allzu lange wegbleibt bzw Kontakt zu Chef und Kollegen hält, dann findet man auch wieder einen Einstieg.

Arbeiten musst du noch so lange. Es kann viel Spaß machen und sichert den Lebensunterhalt.
Noch ein ABER: Kinder aufwachsen zu sehen ist solch eine Bereicherung für das ganze Leben (auch wenn es anstrengend ist)! Wenn du bzw ihr einen Kinderwunsch habt, dann versucht es zumindest. Sonst macht ihr euch später vielleicht Vorwürfe.

Das ist nur meine Meinung. Entscheiden könnt ihr eh nur selbst 🙂

LG

Danke für deine Antwort, im Moment helfen mir alle möglichen Denkanstöße :-)

Ja du hast recht, vielleicht bereuen wir es oder ich zumindest.

Schöne Worte!

Hallo
„Nur leider wissen wir, dass es medizinisch schwierig werden wird und wir auf alle Fälle in eine Kinderwunschklinik müssten. Da ist ja besser, eher früher anzufangen, damit man überhaubt gute Chancen hat (?!) „
Da es nicht „DIE Kinderwunschbehandlung“ und „DAS Problem“ gibt, wird dir hier mit den Angaben keiner was sagen können.
Du bist dir offensichtlich selbst nicht so ganz klar wie eure Lage ist, das wäre doch ein guter Ansatz. Findet es heraus. Dann wisst ihr genau was euch erwarten könnte. Vielleicht braucht ihr nur ein bisschen Unterstützung?
Ich kann deinen Wunsch nach dieser inneren Entscheidung absolut verstehen. Von alleine wird das aber nicht kommen. Also wie gesagt, der erste Schritt wäre für mich eure Probleme abzuklären. Dann könnt ihr weiter schauen.

LG

Hi,

ja vielleicht hab ich auch ein bisschen Angst vor so einem Erstgespräch in der Klinik. Aber du hast wohl recht, ohne kommen wir nicht weiter.

Auf die Kinderwunschklinikthematik kann ich auch nicht eingehen, davon habe ich keine Ahnung. Aber je nach Grund, würde ich es wahrscheinlich erst normal probieren mit viel Spaß an der Sache.

Dieses "Karriere"ding ist interessant. Ich war nie bestrebt, Karriere zu machen. Ich wollte immer nur einen soliden Job für ein spießige Leben. Und ich habe in meinem Job einfach immer nur das Beste gegeben, ohne mich kaputt zu machen. Allerdings war mir immer klar, dass ich nach spätestens einem Jahr wieder Vollzeit arbeiten gehen wollen würde.
In der Elternzeit von Kind 1 bekam ich ein gutes Angebot zur Leitung einer Geschäftsstelle. Es war Zufall, dass ich die Ausschreibung nachts beim Stillen las. Ohne viel Tamtam bewarb ich mich und bekam die Stelle. Also hat mein Mann dann die Elternzeit übernommen. Bei Kind 2 habe ich durch Zufall eine interessante Stelle gesehen und deswegen etwas herumtelefoniert. Nun fange ich zum Jahreswechsel in der Behördenleitung an und mein Mann übernimmt die restliche Elternzeit. Die wissen, dass ich zwei kleine Kinder habe und entsprechende Freiräume brauche. Und die bekomme ich.

Wir haben das nicht geplant, nicht danach gesucht... es ist einfach passiert. Man muss manchmal nur mit offenen Augen durch die Welt gehen, flexibel sein und Chancen ergreifen.

Es ist echt schön zu hören, dass es doch einige verständnisvolle und flexible Arbeitgeber gibt. Das hätte ich gar nicht so gedacht, ich glaub in den Medien wird auch viel dieses Kind vs. Karriere Bild gezeichnet.

Männliche Eltern sind auch Chefs ;-)

Da fragt keiner blöd, warum er um 17:30h endlich los muss um das Kind aus der Kita zu holen. Da wird eher nur applaudiert
;-)

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Zur Kinderwunschklinik kann ich nix sagen, da wir das - ein Glück - nicht brauchten. Aber ich kann dir nur sagen, dass - auch wieder ein Glück ☺️ - eine Pause für die Kids heute kein Karriereknick mehr sein muss. Wenn man es richtig anstellt. So ist zumindest meine persönliche Erfahrung. Ich habe studiert, einen Doktortitel und bin beruflich ziemlich erfolgreich - klingt immer blöd das zu behaupten, aber ich denke ich kann das, in aller Bescheidenheit, so sagen. Gerade bekomme ich mein zweites Kind und es wird sicher nicht das letzte bleiben. Ich hab sogar noch in der Schwangerschaft den Job gewechselt um weiter aufzusteigen, es geht alles. Man muss da meiner Meinung nach mit dem nötigen Selbstbewusstsein rangehen. Wenn du gut bist, bist du gut ☺️ Für mich gab es nie die Wahl Kind oder Karriere und das hab ich meinen Arbeitgebern wenn nötig auch ganz klar kommuniziert (wobei ich mein Privatleben aus dem Job raushalte). Entscheide dich nicht jetzt schon für eine Seite! Steh dazu, wenn du beides willst. Gerade wenn dein Mann „modern“ eingestellt ist und auch etwas beitragen will - meiner auch - geht das alles. Das sollte kein Kriterium sein auf dass du deine Entscheidung basierst.

Danke dass du deine Geschichte und Perspektive teilst :-)

Ich bin auch so der Typ, der immer richtig Gas gibt. Wenn ich ein Projekt habe bin ich immer voll in die Sache vertieft. Vielleicht muss ich noch mehr Selbstbewusstsein aufbauen.

Hallo,
ich würde dir gerne schreiben wie es bei mir mit dem Job warum’s auf deine Frage „Wie schafft ihr Mütter das, euch im Beruf zu entfalten und Gas zu geben, wenn man dann wieder ausgebremst wird?“ eingehen.
Ich bin wie du mit Mitte 20 in den ersten Job nach dem Studium gestartet. Mit meinem Mann war ich zu der Zeit auch schon lange zusammen und wir wussten auch dass wir ein Kind wollen, aber uns zunächst erstmal im Job was aufbauen. Mit Ende 20 wurde dann der Kinderwunsch akut und wir haben dann unseren Sohn bekommen. Bis dahin hatte ich im Job ordentlich Gas gegeben und mir dadurch was aufgebaut. Nach der Elternzeit bin ich mit 80% wieder eingestiegen und außer einer kürzeren täglichen Arveitszeit hat sich nichts geändert. Ich hatte so nie das Gefühl ausgebremst zu werden. Und letztlich ändern sich durch ein Kind meist auch die Prioritäten, sodass der Job auch nicht mehr so im Vordergrund steht wie vorher.

Langer Rede kurzer Sinn 😅
Ich würde dir empfehlen einfach noch ein paar Jahre zu warten, die hast du auch mit Kinderwunschbehandlung noch. Bau dir was auf. Und dann startet voller Energie in die Behandlung. 😃

Alles Gute für euch, ihr werdet sicher euren Weg finden 😃

Danke für die Antwort,
das baut mich auf, vielleicht kann ich doch noch Herz und Verstand in Einklang bringen?

Hallo, ich kann das verstehen, ich hab auch mitte 20 studiert dann wollte ich Geld verdienen, dieses und jenes Projekt noch machen bevor ich bereit war zum Kind. Naja als wir dann unbedingt ein Kind wollten hat es nicht geklappt, das hat dann 3 Jahre gedauert mit Unterstützung von Kiwu Klinik. Aber jetzt alles gut wir haben eine 2 jährige Tochter, ich hab nach 1, 5 Jahren Elternzeit einen tollen neuen Job in Teilzeit gefunden und bin überglücklich mit Job und Kind.
Fazit, wollte dir nur sagen wartet nicht zu lange, ihr werdet es bereuen. Wenn du motiviert bist, bist du auch mit Kind erfolgreich im Job. Das Kinderkriegen wird im Alter immer schwerer, ich würde auf jeden Fall früher anfangen wenn ich nochmal davor wäre. Gruss und viel Erfolg, bei was auch immer, Job oder Kind oder Job und Kind 😊

Danke für deine lieben Worte,
ja wir müssen uns wahrscheinlich einfach auch trauen, mit ungewissem Ausgang.

Es freut mich sehr für euch, dass es bei euch dann geklappt hat!

Schreib das Mal im "Unterstützer Kinderwunsch Forum".
Da bekommst du Infos zur Behandlung.

Ich kann dir sagen, dass die Behandlung psychisch ein Ausnahmezustand ist!
Manchmal sagen wir, wir hätten nie angefangen, wenn wir das gewusst hätten...

Ich habe der Arbeit wegen Jahre, wirklich Jahre geschoben. Jetzt bin ich 36 und immer noch ohne Kind. Wahrscheinlich bleibt das so.
In meinem Leben gibt es nichts, was ich anders machen würde, wenn ich es nochmal tun könnte... Nichts AUẞER das mit dem Kind. ... DAS werde ich mir fast vor, dass ich da immer und immer wieder geschoben habe.
Bleiben wir kinderlos, werde ich bereuen, dass immer die Arbeit wichtiger war.

Wenn ihr euch ein Kind wünscht, macht einen Termin in der Klinik.
Lasst euch beraten, heiratet.
Dann ist schon 2020.. dann fangt irgendwann nächstes Jahr an.
Oder wenn dein Freund das Studium rum hat.
Er kann sich auch komplett um das Kind kümmern und du gehst nach 8 Wochen wieder arbeiten.
Das ist ja auch kein Ding und bei der Arbeit ist das zu verschmerzen.
So würden wir es auch machen.

Bis ein Kind dann da ist, ist eher 2021/2022...

Was für eine Behandlung braucht ihr?

Hallo,

das tut mir leid für euch, dass es noch nicht geklappt hat #blume

Wir haben schon vor einem Jahr geheiratet.

Ja, dass er dann auch bereit ist viel zu machen, ist wirklich schon mal eine gute Ausgangslage, das haben ja nicht alle. Im Moment möchte er sich erst mal auf den Studieneinstieg konzentrieren, das kann ich auch verstehen, für mich war das auch aufregend und ein guter Start ist wichtig. Daher würden wir noch ein bisschen warten, aber dass es dann noch dauert wahrscheinlich, mit Vorgesprächen und Untersuchungen etc. würde ich auch so einrechnen, denn wir müssten noch einiges abklären, grade bei mir. Wir wissen bisher nur, dass das Spermiogramm ziemlich schlecht aussieht, das hat er wegen Hodenhochstand schon relativ früh testen lassen (auch mit Kontrolle nach drei Monaten, das war aber leider nicht besser). Der Urologe meinte, man kann was machen, aber er würde uns in die Klinik überweisen. Meine Regel kommt auch irgendwie wann sie lustig ist, ich mach immer ein kleines R in den Kalender wenn sie kommt und mal sind es 23 Tage, mal 57. Aber da müssten wir wie gesagt noch genau gucken was das ist.

Ich musste gerade etwas schmunzeln. Ich weiß nicht, was es bei euch so schwierig macht und die Kinderwunsch Klinik unerlässlich. Ansonsten hätte dein Text von mir vor 10 Jahren sein können.
Mein Mann und ich hatten Kinder nicht fest in unserer Lebensplanung vorgesehen. Ich war eher so, man könnte in ca 3-5 Jahren mal über das Thema reden. Mein Mann hat Kinder eigentlich ausgeschlossen.
Dann hieß es, wir könnten auf natürlichem Weg keine Kinder bekommen. Unsere Gedanken dazu waren, dass es so wenigstens nicht die Falschen trifft, da ja Kinder eh nicht so weit oben standen. Verhütung dann allerdings auch nicht mehr und was soll ich sagen. Ich wurde natürlich auf natürlichem Wege schwanger! 😜
Es war zuerst ein Schock, aber ein schöner. Ich bin froh, dass uns das Leben diese Entscheidung abgenommen hat. Unser Kind ist unser größtes Glück und das Beste, was uns passieren konnte. Wir haben uns sogar ganz bewusst noch für ein zweites Kind entschieden.
Meine Lehre daraus : Leben ist das, was passiert, während man plant. Manchmal ist es gut, Dinge auf sich zukommen zu lassen.
Heute ist viel möglich in der Medizin und auch beruflich. Das wird sich alles finden und lässt sich nicht immer so im voraus planen. Tut, was euch glücklich macht!

Ich habe übrigens nach der ersten Elternzeit eine Führungsposition bekommen und habe meine Karriere weiter gemacht. Die Elternzeit war sehr gut, um da noch einmal mit etwas Abstand auf das Berufsleben zu schauen und sich zu fragen, wo man hin will.
Man bzw frau gerät nicht automatisch auf das Abstellgleis. Es kommt schon auf die jeweilige Branche an, aber es gibt Möglichkeiten, wenngleich es mehr sein könnten.

So viele Powerfrauen hier :-)

Danke, dass du von deinen Erfahrungen berichtest #blume

Ich möchte Dir nur sagen, als ich damals zu früh ungeplant schwanger war und die Frauenärztin mich vorsichtig durch die Blume fragte, wie ich dazu stehe, sagte ich: Im Gründe ist es egal, wann es passiert. Es passt nie perfekt ins Leben. Es gibt immer irgendwas, was nicht passt. Sei es, weil man noch was bestimmtes erlernen will oder beruflich etwas erreichen will, sei es weil die Beziehung hier da nicht so ist, wie man es wünscht, sei es weil das Geld knapp ist oder man was bestimmtes Erleben möchte. Es gibt immer Gründe ....den perfekten Zeitpunkt gibt es nicht." Auf ihrem Gesicht bereitete sich ein breites Lächeln aus und sie sagte "Das ist genau richtig, wie sie denken. Wenn ich das nur all meinen Patienten mitgeben könnte. Wie viele kommen zu mir.....und es ist zu spät. Denn das ist es irgendwann."

Hör auf deine innere Stimme. Man kann auch mit Kind beruflich durchstarten. Nur vielleicht anders...als man denkt. Aber was bringt es einem schon Topmanagerin zu sein, wenn man dann mit Kind feststellt, dass der Beruf unvereinbar ist mit seinem Herzenswunsch. Letztendlich wirst du beides wollen und beides wird Abstriche verlangen. Idealen in der Zukunft hinterher zu rennen bewirkt oft dass wir unsere Möglichkeiten im hier und jetzt gar nicht erkennen und ergreifen.

Ich hatte lange nicht den richtigen Partner. Arbeite gern, bin neugierig. Es ging gut voran. Bin eher eine späte Mama mit einem als familienunfreundlich verschrienen Beruf und ich bin ehrlich gesagt immer noch überrascht wie gut es weiter ging als Mutter. Ich bin im Mutterschutz befördert worden. Brauchte mehr Zeit für die Rückkehr als geplant da wir einige Baustellen gesundheitlich zu klären hatten. Das ging mega problemlos und ich hatte allen Support aus dem Senior Management den man sich wünscht. Als der Kleine ein Jahr alt war ist mir aus dem Bekanntenkreis eine sehr attraktive Stelle mit viel Potential angeboten worden, der Vorgesetzte kannte mich privat über seine Frau und wusste daher sogar dass wir am 2. arbeiten. Bewerbung lief entspannt durch alle Runden, 80% mit flexibler Mamazeit hätten sie mitgemacht, Zusage war da ohne dass das Ding in die Ausschreibung ging. Die hab ich letztlich abgesagt weil es sich nicht richtig angefühlt hat aber für meine Seele und die Ängste die ich lange hatte dass es mit Kind schwierig würde war es doch Balsam. So eine Option kommt wieder wenn die Kinder - wurde im Monat nach der Absage unerwartet flott wieder schwanger, daher ALLES richtig gemacht - gross genug dafür sind.
Zur KiWu: eigentlich weisst du noch nicht viel. Was spräche dagegen jetzt die Abklärungen zu machen und mehr Gewissheit über das tatsächliche Ausmass des Problems zu bekommen? Das dauert locker flockig mehrere Monate. Ggf muss Dein Zyklus normalisiert werden. Auch das dauert. Dann tust du aktiv was für die Familie die du dir wünschst und ich glaube dass Gewissheit viele Ängste abbauen kann...

Hallo,

Ich war wie du! Innerlich hatte ich schon diesen Kinderwunsch, dachte aber: Erstmal meinen Beruf, für den ich jahrelang studiert habe, machen, irgendwann dann vielleicht Kinder. Ich bin sehr engagiert und liebe Herausforderungen. Zudem bilde ich mich sehr gerne weiter. Ich finde man kann nie genug lernen. Und ich wollte immer erfolgreich sein in dem was ich tue.

Der einzige Unterschied zu uns ist, dass du bereits weisst, dass es ohne Klinik nicht gehen wird.

Als mein Mann und ich dann vor 2 Jahren heirateten dachte ich: ja, okay, jetzt können wir es versuchen. Gesagt, getan. Tja, ist jetzt fast zwei Jahre her, dass wir angefangen haben und nichts ist passiert. Mittlerweile waren wir in der Kinderwunschklinik und man rät uns zur ICSI. Woran es genau liegt? Keine Ahnung! Die Spermien meines Mannes seien zu langsam, obwohl laut WHO-Normen alles in der Norm war.
Ich kann dir gar nicht sagen wie oft ich mir in den letzten Jahren gewünscht habe, doch früher angefangen zu haben. Ich werd 30, mein Mann ist 33. Immer noch nicht sooo alt. Allerdings wollten wir schon ganz gerne mehrere Kinder. Mittlerweile sehe ich die Jobsache sehr viel differenzierter. Ich liebe meinen Job immer noch, aber es gibt auch andere Dinge, die mir mittlerweile wichtiger sind. Erfolgreich bin ich trotzdem. Dazu muss ich keine Führungsposition haben. Ich habe auf der Arbeit Menschen, die mich zu Rate ziehen und meine Ansichten und Vorschläge schätzen und respektieren. Ich kann Menschen helfen, mit denen es das Schicksal gar nicht gut gemeint hat. Das ist für mich Erfolg.

Life happens while you're making plans.

Ihr wisst, dass ihr auf die Klinik zurückgreifen musst, deshalb würde ich mir jetzt noch keinen Stress machen. Das geht auch in 2-3 Jahren immer noch wunderbar und ihr werdet nicht 2 Jahre "vergeuden" mit Herumversuchen. Im Leben kommt es immer anders als man denkt.

Ich wünsche euch, dass ihr die für euch passende Entscheidung trefft! ;-)

Alles Gute,

dragonflies #klee

"Ich werd 30, mein Mann ist 33. Immer noch nicht sooo alt"

Also ehrlich, das ist doch noch kein Alter, und bei der TE erst recht nicht. Ihr habt ja nur noch ein ganzes Jahrzehnt Zeit 😅 mit kinderwunschklinik spürt man natürlich den Zeitdruck früher aber dennoch, 30 ist nichts.

Ja, in der Theorie weiss ich das sehr wohl. Aber zeitweise schiesst da bei mir so eine Panik durch den ganzen Körper. Es ist ja nicht gesagt, ob es denn jetzt in der Kiwu klappt. Und mit steigendem Alter steigen natürlich auch die potentiellen Komplikationen. Mal ganz davon abgesehen, dass ich mich selbst schon mit 40 zu alt finde um Mutter zu werden. Da ist natürlich jeder anders! ;-)
Vor allem mein Mann hat bereits seit jungen Jahren einen sehr ausgeprägten Kinderwunsch und lange darauf verzichten meinetwegen. Er wollte immer jung Vater werden. Es macht mich sehr traurig, dass er so lange gewartet hat und jetzt will es nicht klappen. Wir sind seit 14 Jahren ein Paar.

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Du hast dir deine Frage doch eigentlich schon selbst beantwortet: du hast einen Kinderwunsch. Den kannst du nicht wegdiskutieren. An der erfülltes Wunsches müsst ihr früher oder später arbeiten. Eigene Kinder sind etwas so elementares im Leben, es gibt nichts, was das kompensieren könnte.

Zu deiner Frage mit dem Job: ich habe auch studiert und einen guten, sehr angesehenen Beruf mit sehr viel Verantwortung. Aber das macht nicht meine ganze Zufriedenheit aus. Ich bin die komplette Schwangerschaft ab der 6. Woche ausgefallen, habe nun ein Jahr Elternzeit und arbeite danach nur 50%. Es geht alles und die Prioritäten verschieben sich. Auch wenn es bei mir etwas gedauert hat, das so anzunehmen.

Ich sage mir oft, dass, wenn ich alt bin und auf mein Leben zurückblicke, sicher niemals sagen werde „ach, hätte ich doch mal mehr gearbeitet“. Ich denke, das dürfte auf die allermeisten so zutreffen.

Hallo 😊
Entscheiden müsst tatsächlich ihr 😊 ich kann dir schreiben wie es bei uns war.
Ich hab mich voll und ganz auf mein Studium und Karriere konzentriert und immer gesagt "Erst eine sichere Basis und dann Kinder"... nun ja. In der Theorie hatten wir alles perfekt geplant und mit 30 mit Kinderplanung angefangen. Nur... die Kinder sind Wunder und ein Geschenk und sie kommen nicht nach Plan. Sondern wenn sie es wollen 😊 Nach 1 Jahr ging es bei uns mit den Untersuchungen los und wir waren nach 3 Monaten in der Kiwu-Klinik. Viele Untersuchen mit vielen Gefühlsausbruchen, Enttäuschungen und Erkenntnissen. Nach der biochemischen Schwangerschaft und 3 erfolglosen Gvnp war ich psychisch am Ende. Uns stand als nächstes die IVF auf dem Plan. Ich war nicht in der Lage dazu. War am Ende mit meinen Kräften. Also haben wir uns eine Zwangspause verordnet. Durch den Jobwechsel hat die Pause 1 Jahr gedauert (wir haben in der Zeit nicht verhütet aber es passierte auch nichts). Nach 1 Jahr waren wir wieder soweit. Wir suchten uns eine andere Klinik aus mit einem Spezislisten zu meinem Problem und gingen hin. Schnell stellte sich raus, dass auch anscheinend mein Mann Probleme hat und wir eine ICSI brauchen. Also Papiere fertig gemacht (hat 3 Monate gebraucht mit allen Untersuchungen und Bürokratie) und ich reichte es bei der KK ein. An demselben Tag hab ich positiv getestet ❤ Wir wissen immer noch nicht wie es möglich war aber das Kleine Wunder kam nach 4,5 Jahren mit vielen Höhen und Tiefen ohne Vorwarnung zu uns. Und machte unser Leben vollkommen.
Und der Job... naja. Das steht für mich jetzt nicht an der ersten Stelle. Und ich bin trotzdem glücklich ❤

Lasst euch erst in der Klinik beraten (dauert je 3-6 Monate bis ihr einen Termin bekommt). Anschließend könnt ihr schon alle Untersuchen machen und später entscheiden ob ihr jetzt oder später die ernsthafte Schritte geht. Zumindest hättet ihr schon mal die Gewissheit "wo das Problem" ist. Und genau dort könnt ihr direkt nach 5 oder 10 Jahren ansetzen.

Alles gute für euch ❤

Danke für deinen Bericht :-)

Das freut mich für euch #herzlich

Mal gucken was bei uns noch so passiert. Ich hab jetzt ja viele Antworten bekommen und ich denke, wahrscheinlich ist es am besten wir warten noch mal ein Jahr bis mein Mann sich in seinem neuen Studium gut einleben konnte und ich mich in meinem Job und dann holen wir die Überweisungen und dann können wir ja immer noch gucken, wie sich das anfühlt und zu Not doch noch ein bisschen warten oder abbrechen. Sprech ich nachher mal an, was er dazu denkt, aber er meint ja immer, er findet beides gut.

Ich habe nach 5 Jahren Kinderwunschbehandlung inzwischen zwei zauberhafte Kinder, deshalb kenne ich mich etwas aus. Ich kenne eure Diagnose nicht, ich würde aber einen Termin im Kinderwunschzentrum machen, oft gibt es da eine gute Beratung bezüglich „Fruchtbarkeitsvorsorge“. Es stimmt, je jünger die Eizellen, umso höher die Erfolgsaussichten. Ihr könntet auch eine künstliche Befruchtung machen und die befruchteten Eizellen einfrieren lassen, im Eis bleiben sie jung, und dann ein zwei Jahre arbeiten und dann einsetzen lassen. Allerdings führt nicht jede befruchtete Eizelle zu einem Kind, da kann euch das Kinderwunschzentrum weiter beraten.

Da habe ich noch gar nicht so wirklich drüber nachgedacht, dass das ja thereotisch auch gehen würde.