Treibt Mann uns in finanziellen Ruin? Selbstständigkeit

    • (1) 20.09.19 - 20:30
      MutterOhneNerven

      Hallo, mich würde eure Meinung interessieren...

      Mein Mann hat große Pläne sich selbstständig zu machen in der Baubranche.

      Leider muss ich sagen dass ich ihn einfach dort fehl am Platz sehe, da er weder ein Geschäftsmann, noch fleißig, ordentlich oder diszipliniert ist.

      Seine Unterlagen die er für unsere Steuererklärung sammeln muss, fliegen im Haus rum, werden von A nach B verlegt und schließlich verloren (in seinem Büro)!!

      Dann bekomme ich Sätze zu hören die mich so wütend machen wie :

      " wenn ich eine große Firma habe, dann mache ich eine kleine auf und wenn ein Arbeiter eine Gehaltserhöhung will, dann gebe ich ihm einfach 10 % Firmenanteil"


      "wenn ich viele Arbeiter habe, baue ich für sie ein Großes Haus mit Wohnungen, so kann ich sie motivieren und ans Unternehmen binden"

      " wir müssen unser Haus ausbauen bis 2020. Denn es gibt einen Zuschuss vom Staat (ca. 2.000 € MaterialGeld Rückerstattung) wenn man für ca 50.000 e ausbaut!!!"

      (nein wir haben nicht 2.000 e gespart, sondern dann 48.000 ausgegeben! Das sind so Sachen die merkt er nicht.)

      "wenn wir ausziehen, können wir unser Haus 10 Jahre lang vermieten und wenn dann die Leute es kaufen wollen nach 10 Jahren, können wir einfach die Miete die sie 10 Jahre lang gezahlt haben vom Preis abziehen :)"

      Zu seinen Talenten zählt auch irgendwelche Verträge zu unterschreiben und sich unnötiges aufschwatzen zu lassen.
      Er kann sehr schlecht nein sagen und will jedem einen Gefallen tun.

      So durfte ich schon Oft doppelte adac Mitgliedschaften, Versicherungen, Kredite u. Ä. Widerrufen.....

      Ich habe keinen Bock mit 2 Kleinkinder Vollzeit arbeiten zu gehen, während mein Mann sich versucht irgendwo zu verwirklichen. Im Endeffekt sehe ich mich schon seinen Papierkramm nach der Arbeit erledigen... Ich weiß es kann nur schief gehen und ich muss ihn dann aus der Pampe ziehen und schauen wie wir finanziell alles hinbekommen. Mir ist jetzt schon schlecht.. Und jaa, ich bin froh wenn das Baby endlich da ist und ich bald etwas arbeiten gehen kann!!!! Aber aufopfern für Tagträumereien meines Mannes werde ich mich nicht.

      Seine Gedanken machen mich so unglaublich wütend, er ist ein ganz lieber Mann, aber das ist es ja auch. Er ist vieeel zu gut um auf dem Markt überleben zu können!

      Ist so ein Selbstständiger nicht dem Untergang geweiht? Welcher Geschäftsführer denkt so?? Oder denke ich falsch??

      Sry kann darüber mit niemandem reden. Ich höre diesen Bullshit jeden Tag. Das waren nur paar Auszüge die mir eben eingefallen sind.

      Was meint ihr?

      Ja und unser Haus ist geerbt! Nicht selbst finanziert oder gebaut...

      Was denkt ihr, soll ich ihm eine Chance geben? Und wenn ja, für wie lange??

      Danke für das gelese von meinem Problem :D ich freue mich über jedeMeinung

      • Gib ihm eine Chance - aber bring vorher alles in Sicherheit, was Dir gehört, egal wie. Wem gehört das Haus?
        Der Mann hat von null und nichts eine Ahnung und nicht mal Du bezeichnest ihn als gewissenhaft und fleißig? Darauf hat der Markt gewartet.. Ich habe meinem Mann 25 Jahre bei seinem Nebengewerbe geholfen und das war schon Arbeit genug, gerade auch bürokratiemäßig. Freu Dich auf die Steuerprüfung, wenn dem Finanzamt was nicht gefällt - die nehmen Dir alles auseinander, auch eure privaten Ordner. Wenn seine Steuererklärung nicht lupenrein ist, wird er geschätzt, super, teurer geht nicht.
        Es gibt von verschiedenen Anbietern/Schulungseinrichtungen "Existenzgründerseminare", den Besuch eines solchen würde ich zur absoluten Bedingung machen, damit er überhaupt erstmal hört, wie man sich eine Existenz aufbaut. Jeden Monat ist bei uns die Rubrik in der Zeitung voll mit Gewerbeabmeldungen/Insolvenzen - dann reitet er euch so richtig in die Scheiße. Der Mann ist nicht mal in der Lage, eine doppelte ADAC-Mitgliedschaft zu merken und will eine Firma leiten? Na dann - herzlichen Glückwunsch zum Untergang.
        Der Mann soll anständig arbeiten gehen, um seinen Beitrag zum Familienunterhalt zu leisten und nicht so einen unendlichen Nonsens von sich geben. Mit welchem Kapital baut er denn seine Firma auf? Schulden? Mach den Mist nicht mit!
        LG Moni

        • (3) 21.09.19 - 05:24

          Hallo.

          Das Haus gehört ihm. Da wir aber gerade ziemlich viel bzgl. Dieser Sache streiten, bezweifle ich dass er mir das Haus überschreiben wird!! Ist aber auch eine Sache die verlange ich auch nicht von ihm...

          :/ eig. Laufen die Finanzierungen die wir haben alle auf ihn...

          LG und danke für deine Antwort

          • Mit den Schulden, die er offenbar schon hat, gibt ihm wahrscheinlich ohnehin keine seriöse Bank einen Kredit, den er ja ganz offensichtlich braucht.
            Hauptsache, DU Unterschreibst nichts mit.
            Nur so nebenbei, viele Selbstständige "vergessen" leider, in eine Krankenversicherung einzuzahlen, was sehr schnell zur Katastrophe werden kann. Von einer Alterssicherung ganz zu schweigen. Das Geld spart man sich doch.#gruebel
            Sieh zu, dass Du mit den Kindern selber versichert bist, wenn er tatsächlich seinen Job hinschmeißt.
            LG

      Hallo!

      Ich bin selbst selbständig und komme aus einer ebensolchen Familie, meine Eltern haben einen Familienbetrieb, mein Mann hat da gerade die Geschäftsführung übernommen und ich arbeite dort auch mit neben meiner eigenen Firma.

      Es fliegen schon manchmal auch Quittungen lose in Taschen herum, aber sie werden wieder schnell gefunden.

      Das, was du da über deinen Mann schreibst, würde mir auch Angst machen!

      Fleiß und Disziplin muss man unbedingt ganz viel mitbringen, weil der Spruch stimmt ... selbstständig heißt schon selbst und das ständig. Man ist einfach bis in alle Konsequenzen dafür verantwortlich, egal, ob man krank ist oder Lust hat. Wenn ein Mitarbeiter krank ist und kein Ersatz da, dann muss man selbst es machen, neben der eigenen Arbeit. Wenn ein Mitarbeiter einen Fehler macht, trägt man dem Kunden gegenüber die Verantwortung und so weiter.

      Ganz besonders wichtig ist es aber, „Geschäftsmann“ zu sein. Man muss gut im Kopf rechnen können, sehr gut verhandeln können und vor allem, vorausschauend rechnen können... eine der schwierigsten Erfahrungen für mich war, dass es einen Unterschied gibt, ob man das Geld auf dem Papier oder Konto hat. Mitarbeiter bindet man am besten wenn man pünktlich Lohn zählt, aber was passiert, wenn ein Kunde nicht zahlt?

      Und man sollte sich selbst und Umgebung gut, sehr gut, einschätzen können und dementsprechend ausgleichen wo nötig. Ich bin ganz ehrlich, als Geschäftsfrau bin ich nur Durchschnitt. Ich verhandle nicht wirklich hart, man könnte in jedem Fall mehr herausholen-mein Mann und mein Vater sind da zum Beispiel viel viel besser. Aber ich glaube, ich bin ganz gut darin, gute Aufträge zu besorgen - also achte ich bei der Durchführung darauf, eine gute Projektleitung zu haben, die gut handeln kann.
      Und trotzdem ist es oft ein Eiertanz, ich habe regelmäßig schlaflose Nächte, weil irgendwer schon ewig nicht zahlt und es ist ein Kampf ... regelmäßig zahle ich mir manchmal mein eigenes Gehalt mit Wochen Verspätung aus ...

      Ich mache es aber immer weiter, weil ich die Freiheit schätze und auch irgendwie nichts anderes kann, ich war noch nie Festangestellte ...

      Jedenfalls sollte Euch bewusst sein, dass es eine Familienentscheidung ist, wenn sich einer selbstständig macht, es beeinflusst das gesamte Leben.

      Hoffentlich hilft dir das weiter!
      In jedem Fall würde ich vorsichtig sein, mich gut beraten lassen und Schritt für Schritt gehen. Es kann gut gehen, aber auch schon nach wenigen Monaten in private Insolvenz enden ...

      Liebe Grüße!

      Dein Mann ist ein Träumerle und kein Unternehmer. Welcher Unternehmer verschenkt Geschäftsanteile einfach so, anstatt mehr Gehalt zu zahlen?
      Um Deinen Mann von der Wolke runterzuhören, sollte er eine Planungsrechnung aufstellen:
      - wie hoch könnten seine Umsätze pro Monat sein?
      - welche betrieblichen Fixkosten gibt es und wie hoch sind diese pro Monat?
      - welche sonstigen Kosten gibt es?
      - daraus den Gewinn berechnen (Umsätze ./. Kosten)
      - wie hoch sind die privaten Lebenshaltungskosten pro Monat? (Auch Krankenversicherung, Rentenversicherung)
      - Reicht der Gewinn, um wenigstens die privaten Kosten zu decken?
      - wie viel Startkapital hat er? Finanzierung?
      - welche Gesellschaftsform u.a. wegen Haftung?
      Etc.etc.

      Entweder er hat schön geträumt oder er hat die Geschäftsidee und er kann von seinem Unternehmen leben.

    Ah du kacke. Mein Mann war selbständig. Mal hat er so viel Geld verdient, das man nicht wusste, wohin damit und mal mehrere Monate fast nix. Es war total unvorhersehbar. Und er war kein Träumer und hätte auch Geschäftssinn. Hat aber leider nicht an seine Rente gedacht. Besser gesagt, zu spät. So dass er nicht lang genug eingezahlt hat und es daher keine Witwenrente für mich gibt.

    Niemals würde ich je wieder, sollte ich es überhaupt nochmal wagen, einen selbständigen heiraten. Never Ever.
    Was arbeitet er denn im Moment?

    • (11) 21.09.19 - 05:34

      Huhu. Er ist in der Produktion.

      Arbeitet 2 Schicht. Ist von der Schichtarbeit so genervt was auch eines der Gründe ist, weshalb er selbstständig sein möchte...
      Das versteh ich einerseits, dass Schicht blöd ist, aber andererseits ist Selbstständigkeit auch kein Zuckerschlecken.

      • Wie niedlich. Genervt von Schichtarbeit? Die meisten Selbständigen, die ich kenne, arbeiten etwa 12-14 Stunden am Tag...

        Kann er sich nicht auf einen anderen Job bewerben? Selbstständig ist ja nicht die einzige Alternative zu dem was grade ist.
        Selbstständig heißt man arbeitet selbst und das ständig...

        Er ist von Schicht genervt? Selbstständigkeit bedeutet Doppelschicht - TÄGLICH - und ja, auch Wechselschicht.

        Süß

        Als Selbstständiger arbeitet er in noch mehr Schichten!

        - Produktion/Leistung
        - Büro: Rechnungen schreiben
        - Büro: Fristen einhalten und co
        - Termine: Banken, Verhandlungen
        - Kurse: Weiterbildungen, die notwendig sind
        - Familie: ja, wenn sie denn reinpasst bei guter Organisation
        - Personal: Verwaltung, Bewerber anheuern, sonstiges
        - Betriebswirtschaftliches, was sonst so anfällt mit Krankenkassen, Neuerungen, Änderungen (Anzahl der Mitarbeiter, Grenzen)

        Meine Mutter arbeitete im Familienbetrieb mit. Um weg zu kommen von den unregelmäßigen Arbeitszeiten nahm sie sich als AUSZEIT einen "450 Euro" Job mit festen Arbeitszeiten (1x die Woche 2-3 Stunden), wo sie ihre festen Aufgaben, Abläufe und Uhrzeiten hatte.

        Selbständigkeit heißt selbst und ständig.

        Die Schlaf-schicht kann sehr unregelmäßig sein. Dann wenn sie gerade reinpasst.
        Dann wenn man zufällig gerade den Kopf frei hat und sich nicht die Gedanken um die Zahlungen, finanziellen Sorgen, Projektplanung etc. kreisen.

        Mein Vater konnte es sehr gut. Seine Einteilung war top.
        Er hatte seine Schichten siehe oben gut im Griff.
        Manche Schichten hatten die gleichen Zeitspannen - nicht die gleichen Uhrzeiten! Öffnungszeiten von x bis y (variabel/mit Organisation wer stattdessen da war)
        Bankttermine etc. zu deren Zeiten.
        Nachtschichten: alles bürokratisches lief eben nachts, wenn er noch die Konzentration hatte. Wechselschicht, weil er nicht jede Nacht arbeiten wollte/konnte.
        Wenn es tagsüber ruhig war, erledigte er auch da einiges. Oder mal am Wochenende (sofern erlaubt).

        Wenn er als selbständiger KEINE verschiedenen Schichten hat, gibt es nur zwei Möglichkeiten

        a) er hat Dauerschichten von 14-18 Stunden (eine Schicht am Stück)
        b) nix zu tun, weil es nicht läuft. Dann hat er zwar viel zu tun mit Insolvenz und allem, kann nachts trotzdem nicht schlafen. Aber die Schichten wären deutlich kürzer und es wären nur noch die bürokratischen, weil der Betrieb flach liegt.


        Wenn das zwei Optionen für ihn sind als Alternative?

        Sonst hätte er eben noch mehr Schichten, die er dann alleine organisieren müsste und Feierabend ohne Uhrzeit

        Ist ihm bewusst, dass er vom Feierabend mir träumen kann, wenn er selbständig wird?

        Da arbeitet man den ganzen Tag und grübelt dann noch nachts, wie man die nächste Rechnung zahlen soll. Mit meiner heutigen Erfahrung, würde ich mich trennen. Klingt hart und übertrieben. Ich weiß. Wenn das Finanzamt aber auch dein Konto pfänden will, weil dein Mann seine Steuerschuld nicht bezahlt hat und du an der Kasse stehst und deine Karte gesperrt ist, ist das nicht lustig.

        Natürlich. Wenn es gut läuft, läuft es. Aber das kann ich mir bei den Aussagen deines Mannes nicht vorstellen.

        Und wenn es gut läuft, muss man das Geld zurücklegen für schlechtere Monate. Und das ist dann auch weg.

        Wenn er es unbedingt machen will, lässt du eure gemeinsame Veranlagung beim Finanzamt trennen. Das ist das mindeste, das du absichern kannst.

        Ich hoffe, er kommt zur Vernunft.

        Also den Satz find ich ja auch geil, auf Schichtarbeit hat er keinen Bock mehr, wie stellt er sich eigentlich seine SElbstständigkeit vor????

        Ela

Hallo, das klingt tatsächlich wie ein One-Way-Ticket ins Verderben. Nicht jeder ist für die Selbständigkeit geschaffen.

Setz dich in einer ruhigen Minute mit deinem Mann zusammen und besprich das mit ihm. Im Moment, wo offensichtlich eine Elternzeit deinerseits ansteht, ist das ein definitiv schlechter Zeitpunkt, ist aber eine gute Gelegenheit für ihn, dir (und ihm) für die nächsten 2-3 Jahre zu zeigen, dass er organisatorisch alles im Griff hat/haben könnte. Hat er kein Einsehen, dann schlage ihm vor, einen detaillierten Businessplan inklusive aller Finanzen zu erstellen. Dann lasst diesen von einer Unternehmensberatung auf Herz und Nieren prüfen. Kostet zwar was - ist die Investition aber bei Euch wert. Hat er danach noch immer kein Einsehen, dann unbedingt einen Ehevertrag abschliessen mit allen Eventualitäten.

Ich sag da Mal ganz böse lass ihn weiter träumen. Ich gehe davon aus daß ihr seinen "Traum" nicht so aus der Portokasse bezahlen könnt sondern dafür einen hohen Kredit aufnehmen müsst. Wenn er der Bank keinen vernünftigen Wirtschaftsplan vorlegen kann und das bezweifele ich nach deinem Treat, bekommt er von denen eh keinen Cent, falls er Wiedererwarten einen bekommt unterschreib bloss nicht und schau zu das du dein Geld in Sicherheit bringst, am besten vom Notar noch einen Ehevertrag aufsetzten lassen der dich dann finanziell etwas absichert.

LG
Visilo

(20) 21.09.19 - 05:19

Hallo

Was arbeitet dein Mann?
Hat er Erfahrung in der Baubranche?

  • (21) 21.09.19 - 05:29
    MutterOhneNerven

    Hay, er arbeitet in der Produktion. Ganz normaler angestellter, 2 Schicht.

    • (22) 21.09.19 - 09:56

      Dann sollte er vielleicht versuchen, sich dort hochzuarbeiten und fortzubilden. Dann kommt er in höherer Positionen, verdient mehr und hat keinen Schichtbdienst mehr.
      Mein Mann ist Gruppenleiter in der Produktion. Er arbeitet zwar auch sehr viel, aber immer zur gleichen Zeit ;-)

(23) 21.09.19 - 05:31
MutterOhneNerven

Sein Vater hat ein "Bauunternhemen"

Das schon sehr lange, aber auch nur ein Einmannbetrieb, dass nicht sonderlich gut läuft, aber ihn grad so über Wasser hält.

Welches Gewerk in der Baubrache möchte er ausüben?
Hat er den evtl notwendigen Meisterbrief
Die meisten IHK‘s und Handwerkskammern haben Existenzgründungskurse
Dann braucht er einen Businessplan

Die Banken wollen Sicherheiten
Das wird das Haus sein und eine Bürgschaft von Dir. Wenn das Haus auf eurer beide Namen steht

Die würde ich Verweigern

Wie schon geschrieben wurde es ist ein ewiger Kampf und manchmal bekommt man wochenlang kein Geld

Mit seiner Sozialen Ader sollte er besser in der Gewerkschaft aktiv werden.

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