Einfach nur noch traurig...

Unsere Tochter ist nun 3. Die Schwangerschaft war schon nicht leicht, nach der Geburt wurde ich sehr krank. Bis heute trauere ich den ersten Monaten nach, die ich mein Kind nicht versorgen, diese Zeit nicht erleben konnte. Unsere Tochter hat uns schon immer sehr gefordert, ließ sich nicht ablegen, hat viel und sehr intensiv geschrieen. Es wurde so mit 2,5 deutlich besser.
Bis dahin war der Alltag immer ein Kampf. Alles war ein Kampf, Anziehen, Ausziehen, Wickeln, Essen kochen (dauerte zu lange) usw. Dies belastet uns als Familie sehr und hat meinen Mann und mich schon viele Tränen gekostet.
Diese gute, deutlich entspannte Phase war nur von kurzer Dauer. Nun ist alles beim Alten. Wenn ihr was nicht passt schreit sie, als würden wir sie quälen.
Mein Problem: ich verliere den Spaß am Alltag.
Wir waren im Regen unterwegs, in Pfützen herumspringen...es war so toll, sie hatte riesen Spaß. Als wir dann gemeinsam hoch wollten, weil sie was trinken wollte, flippte sie im Hausflur aus. Sie wollte getragen werden, das schaffe ich aber nicht mehr. Nur ein Beispiel.
Diese Ausraster hat sie mehrmals täglich, aber nur bei Mama und Papa. Sie ist dann kaum zu beruhigen, nicht ansprechbar.
Das macht mich so fertig. Auf jeden schönen Moment folgt gefühlt so ein Ausraster. Ich kann das einfach nicht mehr ertragen, es macht mich unsagbar traurig, dass mich das so runterzieht. Ich kann mich kaum noch freuen, weil ich weiß, der nächste Ausraster ist nicht weit entfernt.
Familie darf auch mal anstrengend sein, aber so? Warum bin ich da so dünnhäutig?
Wie geht ihr, die ihr auch so fordernde Kinder habt damit um? Wie schafft ihr es Euch trotzdem am Alltag zu erfreuen bzw. Euch nicht so runterziehen zu lassen von diesen anstrengenden Situationen.
Es bleibt einfach das Gefühl, dass es nie genug ist, was ich tue. Und das Gefühl undankbar zu sein, keine gute Mutter zu sein.

Wie geht ihr mit solchen herausfordernden Tagen um, gerade, wenn sie sich häufen?

Also ich halte dieses Verhalten auch nicht für ganz normal. Sie hat mehr als nur einen starken Willen würde ich mal sagen. DAs du hier irgendwann auf den Zahnfleisch kriechst kann ich verstehen. Hast du schonmal versucht dir hier fachliche Hilfe zu holen? Hast du mit dem Kinderarzt gesprochen? Habt ihr einen guten Kinder- und Jugendpsychiater, ein SPZ??? Das sind die ersten Anlaufstellen die mir einfallen. Geht sie schon in den Kindergarten? Du schreibst ja auch das dieses Verhalten überall und bei jedem auftritt.
Mehr Tips fallen mir aktuell nicht ein und sonst kann ich dir nur gute Nerven wünschen. Du bzw. ihr habt es wirklich nicht leicht

Ela

„ Du schreibst ja auch das dieses Verhalten überall und bei jedem auftritt.“

Nein sie hat geschrieben, dass es nur bei Mama und Papa auftritt.

Hallo Ela,
danke für Deine Antwort und Dein Mitgefühl. Unsere Kinderärztin ist auch Kinder- und Jugendpsychiaterin und wir haben das Thema oft angesprochen. Sie sagt, dass sie eine Regulationsstörung ausschließen kann und unsere Tochter einfach sehr lebhaft ist und ganz besonderes Temperament hat. Sonst sieht sie ihre Entwicklung und auch diese Ausraster als im Rahmen an.
Sie beruhigt uns auch immer wieder. Das ist toll, aber es belastet uns halt trotzdem als Familie. Ach ja, sie geht in die Kita und zwar sehr gern. Das war damals meine Rettung. Schlimm genug, dass ich das so empfinde:-(

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Hallo,

also ich finde das Verhalten deiner Tochter „normal“ für eine 3-jährige.

Meine Tochter ist 2,5 Jahre und hat auch die typischen Wutanfälle. Auch mehrmals am Tag. Aber das ist normal in dieser Entwicklungsphase und überhaupt nicht unnormal.
Das Kind lernt doch gerade erst mit seinen Gefühlen und Emotionen umzugehen. Wir als Erwachsene sollten ihnen so gut es geht dabei helfen.

Ich lese zwischen den Zeilen, dass du bzw. dein Mann ziemlich stark unter Druck steht, wenn es um die Ausbrüche eurer Tochter geht. Diese Unruhe bzw. Unsicherheit überträgt sich auch auf euer Kind.

Wenn meine Tochter einen Wutanfall hat, weil ihre Amygdala wieder verrückt spielt, dann versuche ich verständnisvoll und geduldig mit ihr zu sein.

Sie möchte auch ab und zu hochgenommen werden, was ich in der 29. SSW nicht schaffe, zumal mit Zervixinsuffizienz nicht. Dann schmeißt sie sich auch auf den Boden und tobt. Dann setze ich mich neben sie, sage ihr, dass es ok ist das sie jetzt wütend ist und bleibe so lange sitzen, bis sie sich beruhigt hat und wir dann gemeinsam die Treppe hochgehen.

Versuche Verständnis für die Situation deines Kindes zu haben. Vielleicht auch die Erwartungen an das Kind etwas zurückschrauben.

Einer kleiner Tipp noch. Du scheinst emotional die Krankheit und die fehlende Bindung zum Kind noch nicht verarbeitet zu haben. Vielleicht versuchst du eine Therapie oder suchst Mütter, die es erlebt haben und tauscht dich aus.

Alles Gute 🍀.

Hallo du arme...

Ich glaube ich weiß wie du dich fühlst. Es ging und geht mir manchmal ganz genau so. Ich habe zwei Kinder. Sie sind jetzt 3 und 4. Beides sehr willensstarke temperamentvolle Kinder.
Es gab ein Jahr also mindestens eins wo es mir so ging wie dir. Ich war so traurig weil ich mir das anders vorgestellt habe. Ich wollte so gern eine glückliche Mama sein. Die Kinder haben so viel gewütet, geweint und geschrien. In meinen Augen permanent. Das hat mich so runter gezogen.
Das ist aber ein Strudel aus dem kommst du wieder raus.

Ich glaube nicht das deine Tochter unnormal ist. Jedes Kind hat diese Phasen. Mehr oder weniger ausdauernd und ausgeprägt.
Meine waren auch eher extremer. Besonders die kleine und sie ist es bis heute noch.

Ihr zieht euch gegenseitig runter. Du bist erwachsen u d du bist in der Lage euch da rauszuholen. Auch wenn du denkst deine Kraft reicht nicht.

Mir hat es wahnsinnig geholfen jeden und jeden Tag mit jemandem darüber zu reden. Ich hatte in der Zeit meine Freundin in ähnlicher Situation und es hat mir geholfen an schlimmen Tagen Kontakt zu halten und darüber zu reden.
Auch war es super sich vor Augen zu halten was alles gut geklappt hat an dem Tag. Wie oft haben wir gelacht. Wo hat sie gut mitgemacht. Wo ging alles problemlos.
Im ersten Moment denkst du: ja nix.

Stimmt aber nicht. Sie hatte einen wutanfall weil ihr einkaufen gehen wolltet beim anziehen und an der Kasse nochmal. Aber ging Auto fahren gut? Hat sie sich anschnallen lassen und ist sie die erste Hälfte brav im Wagen gesessen? Denk nach. Es gibt vieles was gut war. Konzentriere dich darauf. Immer mal am Tag und vor allem abends. Lass alles Revue passieren.

Deine Akkus sind leer. Überlege dir wie du immer wieder kehrende Ausbrüche vermeiden kannst.
Hat sie heute einen schlechten Tag? Ist dann Spielplatz immer schwierig? Dann macht was anderes. Geh in den Park. Ist einkaufen gerade ätzend? Bitte jemanden dir ein paar Sachen zu besorgen. Vermeide ab und an Sachen die euch derzeit beide triggern. Konzentriere dich auf Sachen die euch gut tun. Um euch zu erholen.
Es wird besser und geht vorbei. Versuch dich auf das gute zu konzentrieren und lass die Zeit arbeiten.

Setze dich nicht unter Druck das heute alles besser wird. Jeder Rückschritt macht dich wahnsinnig und traurig. Akzeptiere es wie es gerade ist. Sammel Kraft.

Ich fühle mit dir 😔ich habe auch so ein Gefühlsstarkes Kind, und weiß wie du fühlst. Ich versuche bei uns einfach drauf zu achten, Überreizung zu vermeiden. War der Kleine im Kiga, gestalte ich den nachm je nach Verfassung ruhig, auch wenn mir nach Programm wäre. Regelmäßig Schlaf und Zwischenmahlzeiten baue ich ein, da Hunger und müde einfach schnell für kippende Laune sorgen. Lektüre wie das gewünschteste Wunschkind der Welt treibt mich in den Wahnsinn finde ich sehr hilfreich. Und die eigene freie Zeit einfach was für dich tun. Ich merke mir tut es gut in der Natur zu sein. Da tanke ich viel Ruhe und Kraft. Außerdem gehe ich regelmäßig Blut abnehmen. Bei Vitaminmangel kann das eigene Nervenkleid dünn werden. Ruhiger wird mein Kind auch, wenn es mit den Händen was tun kann - Bügelperlen, kneten, Sand spielen. Vielleicht hilft dir etwas weiter davon .. alles gute Euch

Wenn mein Sohn(2) meint er muss es mal wieder auf die Spitze treiben,dann gehe ich wortlos und lass ihn stehen. Und solange er sich nicht beruhigt ignoriere ich ihn.
Wenn er wieder runter gekommen ist versuche ich ihm das zu erklären.