Vollzeitjob und psychische Erkrankung mit Kind 16 Monate

Hallo an Alle

ich kämpfe seit ich 14 bin mit Schizophrenie und habe Mitte Juni weil ich dachte ich schaffe es endlich eine Vollzeitstelle angenommen. Es ist toll und macht Spaß...eigentlich. ich merke nur dass ich nicht mehr kann. Bin zur Zeit krank geschrieben. Ich bin noch in der Probezeit bis Mitte Dezember und habe so Angst ich schaffe das nicht. Ich mache eine befristete Elternzeitvertretung und weiß nicht ob man da Stunden reduzieren kann. Auf jeden Fall käme das nicht so gut an. Ich habe zur Zeit einfach nur Panik vor den Arbeiten und bin fix und fertig. Wollte mir das mal von der Seele schreiben. Wie geht ihr mit großem Stress um? Wie schafft ihr dieses Vollzeitarbeiten? Dazu habe ich noch eine Familie, eine Tochter von 16 Monaten. Aber mein Mann ist sehr unterstützend und hilfsbereit. Nur arbeitet er auch 30h die Woche und ich möchte nicht, dass er sich auch noch aufreibt. Weiß aber gerade nicht wie ich ihn da noch unterstützen kann.es ist einfach alles viel zu viel.

Alles Liebe

Hallo,


ich finde es sehr gut das du trotz deiner Tochter und deiner Krankheit eine Vollzeitstelle angenommen hast. Wenn es dich aber zu sehr belastet und du es nicht mehr schaffst solltest du aus meiner Sicht mit deinem AG reden und versuchen die Stunden zu reduzieren bzw leider den Job ganz aufgeben. Ich weiß, genau das möchtest du nicht. Du solltest aber auf dich achten.

Das dein Mann dich unterstützt ist sehr gut. Versuche mit ihm über deine Sorgen zu reden, denn ein gemeinsam gegangener Weg ist einfacher wie ein allein Gang.

Freundliche Grüße und viel Kraft.

blaue-Rose

Hi,

ich hab einen fast volle Stelle ein "nornales" Pubertier und ein autistisches Pubertier mit Pflegegrad 3. Ich bin mit beiden seit vielen Jahren alleine. Und ehrlich gesagt, hab ich keinen Schimmer, wie ich das überhaupt alles schaffe. Ich lebe letztlich in dauernder Überforderung und in verdrängter Sorge zusammen zu brechen.

Ich würde dieses Lebensmodell so schon niemandem empfehlen, wärst Du aber eine Freundin, würde ich Dir ganz dringend davon abraten, so weiter zu machen. Eine Elternzeitvertretung ist im Prinzip ein prekäres Arbeitsverhältnis ohne Perspektiven. Da macht es wenig Sinn, die eigene eher labile Gesundheit zu gefährden. Sprich mit dem Arbeitgeber, ob Du Stunden reduzieren kannst. Wenn er damit nicht einverstanden, würde ich mich im Zweifel lieber kündigen lassen und einen vom Umfang passenden Job suchen, statt krank zu arbeiten oder zu riskieren, dass sich meine Gesundheit verschlechtert.

Liebe Grüße
die Landmaus

Hi! Ich kann dir nur den Rat geben sehr gut auf dich zu achten. Gerade bei Schizophrenie ist übermäßiger Stress ja absolut nicht gut und sollte nach Möglichkeit vermieden werden. Achte da bitte gut auf mögliche Frühwarnzeichen. Hättest du vielleicht die Möglichkeit deine Stunden zu reduzieren? Vielleicht auf 25-30Stunden? Das würde vielleicht etwas Druck für dich rausnehmen. Liebe Grüße.

Wahnsinn was du momentan leistest! Vollzeit arbeiten mit so jungem Kleinkind ist schon ein ordentliches Packet aber dann noch mit einer chronischen Erkrankung dazu! Da du ja scheinbar deine Grenzen kennst, hast du dich krank schreiben lassen, was schon mal deine Selbstfürsorge und Achtsamkeit zeigt. Bitte hör auf dein Bauchgefühl und sorge für einen längerfristigen Plan zur Entlastung. Weiss dein Chef über deine Erkrankung bescheid? Wenn ja, such das Gespräch und bitte ihn um Stundenreduktion. Und wenn nicht, such ebenfalls das Gespräch und klär ihn auf. Wie er darauf reagiert kann keiner voraussagen ABER du bist wichtig egal ob mit Job oder ohne!

Ich finde es super und mutig, dass du versuchst Schritte vorwärts zu gehen.

Da ich aber den Umfang und Auswirkungen von Schizophrenie nicht einschätzen kann, würde ich das dringend mit deinem behandelnden Arzt besprechen.

Welche Tipps hat er? Was kannst du für dich tun?
Welche Unterstützungen gibt es, die passend zu deiner Krankheit sind?
Welche Möglichkeiten gibt es an finanzieller Entlastung/Therapieangeboten, Unterstützung Freizeit, Gruppe für dein Kind (wenn es größer wird)

Worauf musst du achten?
Welche Frühwarnzeichen solltest du sofort ernst nehmen?


Ich selbst arbeite bewusst nicht Vollzeit, weil ich es gesundheitlich (andere Gründe) nicht schaffe. Das ist ok. Finanziell geht es uns gut und ich verdiene das, was wir brauchen und so, dass was übrig bleibt.

Mein Ziel, meine Schritte: ich messe mich an mir selbst!
Nicht an anderen, nicht an der Gesellschaft.
Sondern an dem, was ich kann, was ich will, was mir gut tut und stoppe, wo es mir nicht gut tut.

Ich arbeite so, dass ich leben kann (gesundheitlich, finanziell, Freizeit/Erholung) und lebe so, dass ich arbeiten kann.
Ich messe mich nur an mir selbst, was ich wieder gelernt habe. Vor einigen Jahren/Monaten hätte ich nicht gedacht, dass ich es soweit schaffe.

Mag sein, dass es weniger ist als andere. Für mich ist es sehr viel mehr.


Besprich mit deinem Arzt, welche Möglichkeiten es gibt, welches Auffangnetz es gibt, falls, wenn, was wäre.....
das nimmt mir den Druck heraus. Ich arbeite, weil es mir gut tut. Falls es nicht mehr geht, gibt es Backups und Möglichkeiten.