Endlos genervt von Dramaqueen

Guten Morgen.

Also auf jeden Fall für euch. Unserer ist schon gelaufen. Wir haben eine 6 -Jährige Tochter. Ein super kluges, charmantes, witziges Mädchen, die stets überall positiv auffällt, überall präsent ist. Wir bekommen unzählige positive Rückmeldungen.

Ja, mir ist bewusst, dass sie in ihrer Entwicklung viel mitmacht, gerade eingeschult, die ersten Wackelzähne, kognitiv weite Kinder sind emotional oft nicht so weit, man darf sie nicht überschätzen, man sollte bedenken bla bla bla. Ist ja in jedem Alter irgendwas, für das man endlos Verständnis aufzubringen hat. Und das darf ja anscheinend noch gut 10 Jahre so weiter gehen. Juhuu.

Wir erziehen liebevoll aber konsequent. Wir erklären, aber es gibt seit Anbeginn einige fixe Regeln, die einfach stehen sollten. Es geht ja um selbstverständliches, was zum Alltag dazugehört, wo einfach irgendwann kekn Erkläten oder überreden mehr nltig sein sollte. Manches klappt, vieles nicht. Wir haben schon von aussen Jemanden draufschauen lassen, mit dem Ergebnis, dass keine nennenswerten Erziehungsfehler vorhanden sind. Ihr Verhalten, was man sah, bzw was wir berichteten, sei anstrengend, willenstark, aber durchaus normal.

Aber ich habe nun trotzdem keinen Bock mehr. Ich habe keine Lust mehr zu streiten, keine Lust mehr mich totzuerklären, keine Lust mehr abzulenken, nett zu überlisten oder was weiß ich. Ich will nicht mehr taktieren, um an mein Ziel zu kommen. Ich bin kein Clown, ich möchte, dass sie in Situationen, die für uns Erwachsene sind, einfach mal mitläuft, weil wir es so oft für sie tun.

Wenn ich ihr manchmal(!) sage, sie muss nun mal etwas tun, weil sie einfach mit muss, wenn Papa und ich etwas machen wollen, kann sie doch einfach mal den Schnabel halten und machen. Aber nein.

Das konkrete Beispiel heute. Wir Erwachsenen möchten eine kleine Runde joggen gehen. Beim Frühstück haben wir ihr das gesagt, dass wir uns gleich anziehen. Wir joggen, sie fährt Rad. Und schon geht's los: sie will auch joggen. Also erklärt, dass sie das nicht schafft. (Nein, wir möchten es nicht testen, wir wissen, dass sie es nicht schafft, wir beiden Erwachsenen möchten einfach mal ohne Diskussion eine Runde joggen). Ewiges Rumgenosere. Nächste Baustelle die Anziehdiskussion. Auch da, jede Taktik egal. Man kann ihr vorgeben, was sie anziehen soll - Konflikt. Sie dürfte selbst aussuchen, hat aber ihrer Ansicht nach nur hässliche Sachen, die sie wohlgemerkt selbst beim Kauf aussuchen durfte aber nach 3x tragen gefallen sie ihr doch nicht mehr- Konflikt. Nur Rumgeschreie, wie gemein wir Eltern sind. Irgendwann ist sie doch angezogen, da geht die Diskussion wieder los, dass sie mit joggen will. Mit dem Ergebnis, dass wir nicht gehen, weil wir keinen Bock haben, das alle unseren Aktivitäten von ewigen Konflikten und Gezicke begleitet werden.

Versteht ihr was ich meine? Wir gehen weitaus oft genug auf ihre Bedürfnisse ein. Wir unternehmen Dinge, die sie mag, sowohl exklusiv, alsauch gemeinsam. Wir Erwachsenen haben aber nunmal auch Bedürfnisse, die einen Geltungsbereich haben sollten. Wir erklären es ihr auch in ruhigen Minuten. Sie ist nicht blöd, sie ist nicht emotional eingeschränkt, das nicht zu verstehen. Und trotzdem vermiest sie uns durch dieses ewige Dramagehabe sehr oft die Stimmung.

Ich glaube, ich suche gar keine Tipps. Eher Zuspruch. Bin ich so schief gewickelt, dass ich zuviel von ihr erwarte? Sie kann doch mal akzeptieren, auch mal gelegentlich die eigenen Bedürfnisse zurückzunehmen. Das ist meiner Ansicht nach nicht zuviel verlangt, oder doch?

Schönes langes Wochenende für die dramafreien Familien!

Oh hallo,

einige Antworten hier kann ich nicht nachvollziehen. Ich habe 3 Kinder und ab einem gewissen Alter erwarte ich das manche Dinge einfach mal hingenommen werden. Zumal wenn man das Kind kennt und weiß wo es endet wenn es auf halber Strecke eben keine Lust mehr hat. In der Schule kann der Lehrer auch nicht immer alles ausdiskutieren bei 20 Kindern. Ich bin ganz bei dir. Manchmal muss man sich einfach mal fügen. So ist das im Leben. Ich jedenfalls diskutiere nicht alles aus.

👍

Ich danke dir!

Übrigens sind sie 27 Kinder in der Klasse. Die arme Lehrerin. Glücklicherweise macht sie einen sehr kompetenten Eindruck. Aber wenn man hier manchmal liest, werden vermutlich die schwereren Kämpfe sogar manchmal mit den Eltern ausgetragen.

LG

Guten Morgen,

mein erster Gedanke war bei deinem Beispiel : warum joggt ihr dann nicht einzelnd??
Nacheinander.
Der jeweils zuhause ausharrende macht aber konsequent was anderes, als sich in der Zeit um die Maus zu kümmern.
Oder, je nachdem wie zuverlässig sie und wie die Wohnsituation ist: sie bleibt die halbe Stunde vor dem Fernseher o.ä. und ihr lauft in Ruhe mit Handy für den Notfall oder Nachbarn.

Liebe Grüße und viel Geduld

Ja, im Endeffekt ist sie allein geblieben, aber ehrlich gesagt, ist mir das über 45min noch nicht ganz wohl.

Ausserdem lässt sich das ja auch auf andere Situationen übertragen. Es gibt einfach manchmal Gelegenheiten, in denen sie bei uns mitlaufen muss, auch, wenn es ihr nicht passt. Und ich habe keinen Bock mehr drauf, da immer Kämpfe auszufechten.

Na ja, aber sie ist ein Mensch. Vielleicht braucht es eher einen Roboter, den man dann mitlaufen lassen kann, wie man lustig ist. Aber einem Menschen seinen eigenen Willen aufzwingen, geht nicht. Finde ich jedenfalls.

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Bis zu einem gewissen Punkt, ist das normal (ich habe drei Kinder: 6, 8 und 10 Jahre). Die Frage ist nur, wie ihr Erwachsenen damit umgeht.

Klar testen die Kinder aus, möchten mal Mitspracherecht, Freiheiten usw., aber sie sollen schließlich auch lernen, das sie nicht alleine auf der Welt sind, und man Rücksicht aufeinander nehmen sollte.

Warum lasst ihr euch immer auf Diskussionen ein? Mag manchmal ja sinnig sein, aber die Joggingdiskussion war doch völlig überflüssig. Wenn ihr es euch dann noch vermiesen lasst, dann weiß sie ja auch, das sie lange genug quängeln muss, um ihren Willen zu bekommen. Ihr habt Kontraproduktiv gehandelt - sie unterstützt.
Da hätte ich ihr die Wahl gelassen: mit dem Fahrrad mitkommen oder kurz alleine zu Hause bleiben. Mehr nicht!

Reagiert ihr wirklich konsequent, oder immer so Larifari? Wenn letzteres der Fall ist, würde ich als Kind auch lieber diskutieren und quängeln.

Meine Älteste hat auch oft über anziehen diskutieren wollen und morgens ein Drama gemacht. Mittlerweile hat sich das gelegt, kann sie ohne Gezeter prima selber. 🤣 Sie zieht sich an, oder geht im Schlafanzug. Muss ja nicht in die Schule sein, aber ehrlich gesagt, würde ich es da fast drauf ankommen lassen. Dann kommt sie mal zu spät...wird ihr sicher nur einmal passieren. Oder dann geht sie zu Oma in Pyjama,...oder oder oder.
Wer sich benimmt wie ein Baby, wird auch behandelt wie ein Baby. Babies dürfen kein fern sehen, keine Süßigkeiten, verabreden sich nicht,...usw.

Mir fiel zu deinem Satz, dass das sicher noch 10 Jahre so weiter geht ein, das meine Mutter mit einem Lächeln immer sagt „Kinder sind nur bis 25 schwierig!“ 🤣

Das hört irgendwann auf in diesem kleinen Maße, aber Pubertiere sind da nicht einfacher. Also solltet ihr jetzt reagieren.

Ich denke durchaus, dass wir konsequent sind.

Ich schreib weiter unten, dass sie nun die für mich(!) logische Konsequenz zu tragen hat, nämlich, dass ich heute auch nicht bereit bin, etwas für sie zu tun. Also geht sie heute Mittag nicht zur Spielverabredung. Ich hab es erst nicht geschrieben, um hier nicht noch einen Nebenschauplatz zu öffnen, aber nun gut.

Bzgl des Joggens haben wir einmal erklärt. Aber sie akzeptiert es ja nicht. Ich gehe dann auch nicht weiter drauf ein, Motzen tut sie ja trotzdem. Manchmal reden wir danach, wenn sie sich beruhigt hat. Empathie ist ja auch ein Lernprozess.

LG

Genau. Empathie ist ein Lernprozess.... Hast du das schon gelernt?

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Schickt sie doch in ein bootcamp,da wird ihr gehorseim eingeprügelt..denn nix anderes erwartest du,Gehorsam!

Sie ist ein kind!!egal ob kleinkind,teenie oder jugendliche wir werden die nächsten jahre immer wieder diskutieren,erklären und zurück stecken müssen..du erwartest von einer 6!!!!jährigen ein Verhalten das den eines Erwachsenen gleicht..
Wo ist das Problem wenn sie mit joggt?dann wird halt nur ne kurze strecke gelaufen,ich persönlich finds furchtbar wie und was du alles verlangst,klar erwachsene haben bedürfnisse aber dieses verstehen kinder in dem alter nun mal nicht.
Im Endeffekt erwartest du von deinem kind eine Gegenleistung dafür,dass ihr ihre Bedürfnisse stillt..ohje vllt mal alles überdenken,
Von mir bekommt eher dein kind Zuspruch,deine Einstellung ist grauenhaft..sorry

Ja, was verlange ich denn zuviel?

Tut mir leid, aber auf so einen Blödsinn gehe ich nicht weiter ein.

Sie erwartet von einer 6 jährigen einfach nur das sie MAL was ohne Diskussionen macht. Nicht das sie zurücksteckt. Versteht sie in dem Alter mit Sicherheit. Ist doch schön wenn sie gemeinsam Bewegung an der frischen Luft haben. Wenn von vornherein klar ist das sie die Strecke bzw das Tempo nicht bewältigt, wo ist das Problem zu sagen du fährst Rad und wir laufen. Sehen wir ja heutzutage was rauskommt mit diesem permanenten erklären und gemeinsam nach Lösungen suchen.

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Moin,

das nervt schon beim Lesen.

Deine Tochter möchte etwas mit Dir/Euch machen? Reagiert genau wie sie. Meckert, motzt, mosert. Verderbt ihr den Spaß. Seid stur, egoistisch und zickig.

Und danach fragt sie, ob Euer Verhalten lächerlich und nervtötend war. "Ja"? Super, genau das denkt Ihr über ihr Verhalten (NICHT ÜBER SIE!). Will sie so wirken? "Nein"? OK, dann muss sie das ändern.

Ich würde ihr heute in genau nichts entgegenkommen und ihr auch den Grund sagen: Sie hat Euch das Joggen unmöglich gemacht - warum solltet Ihr etwas tun, das sie möchte?
Deine Tochter ist alt genug, um ihr Verhalten zu reflektieren und Rücksicht zu nehmen. Was Su schreibst, klingt nach totaler Ego-Zicke. Einschulung und Wackelzahn sind da absolut keine Entschuldigung. Apropos Wackelzahn: Meinen ersten habe ich beim Seilspringen ausgespuckt und bin weiter gesprungen. Warum ist das heute so ein großes Ding? Einschulung war früher auch was Normales und keine Entschuldigung für irgendwas.

Kann es sein, dass Deine Tochter genau so "toterklärt" ist wie Du? Nur so ein Gedanke...

LG und starke Nerven, andiamo

Was meinst du mit deinem letzten Satz?

Es wird ja immer von Augenhöhe, in ruhigen Situationen darüber reden, ergründen, warum ein Kind etwas macht usw gepredigt. Natürlich versuche ich, ihr vieles kindgerecht zu erklären. Aber eben darauf habe ich nach einigen fruchtlosen Malen keine Lust mehr. Ich habe eigentlich den Eindruck, dass es ausgewogen ist. Ich erkläre ein paar Mal, dann setze ich aber irgendwann Dinge, die selbstverständlich sein sollten voraus. Ärger gibt es dann nur, wenn sie es dennoch nicht tun will.

Und ja, auch wenn sich dein Beitrag vermutlich für Viele herzlos liest und das streng verbotene Strafen enthält, genau so Handhabe ich es heute. Ihre Verabredung für heute Nachmittag habe ich abgesagt. Natürlich mit einer Entschuldigung für die andere Mutter bzw deren Tochter, die ja gar nichts dafür kann. Dennoch habe auch ich nun keine Lust, mich heute Nachmittag terminlich anzustrengen, sie zu kutschieren, abends wieder Gezeter zu haben, weil sie ja kein Ende finden wird...

In den letzten Tagen bin ich mehrmals mit ihr durch den Regen gestapft, weil sie überraschend von Nachbarn ausrangierte Inliner geschenkt bekam und es leider so regnete. Sie wollte so gern fahren. Also sind wir oft bei schlechtem Wetter raus. Sie braucht meine Hand. Kein Ding, ich mache ja auch durchaus gern anstrengende und unangenehme Dinge für meine Tochter. Aber wenn man nie ein wenig Verständnis zurück bekommt, nervt es.

LG

Hallo,

mit meinem letzten Satz meine ich, ob Du Deiner Dramaqueen evtl. zu viel erklärst; in Deinem ersten Post schreibst Du, dass Du Dich "toterklärst". Manchmal ist weniger mehr, und manchmal ist mMn auch gar keine Erklärung nötig. Ihr seid die Eltern, Ihr bestimmt manche Dinge einfach. Demokratie gilt im Staat, nicht in der Eltern-Kind-Beziehung.

Ich bin ein älteres Semester mit vier erwachsenen Kindern, und mir ist klar, dass die jungen Eltern heute
Manches anders machen als wir früher. Ihr macht ganz sicher ein paar Dinge besser als wir, andere von früher finde ich immer noch besser. Ich glaube, dass Kinder mit einem Übermaß an Erklärung und Diskussion schnell überfordert sind. Ich habe auch erklärt und diskutiert, aber es gab auch mal ein "Wir machen das jetzt so, wie ich das will!". Damit habe ich gute Erfahrungen gemacht.

Aber Du hast ja gerade geschrieben, dass Du diesbezüglich ausgewogen handelst, also wirst Du da wohl richtig liegen.

Übrigens: 1. Warum sollten angemessene Strafen schlimm sein? 2. Finde ich, dass heute nichts zu tun was sie möchte, keine Strafe ist, sondern eine Konsequenz aus ihrem Handeln - sie hat mit ihrem Verhalten die Stimmung aller verschlechtert. Du hättest beim Joggen Kraft und Energie getankt. Die fehlen Dir jetzt, und darum bleibst Du zu Hause.

LG, andiamo

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Dein Streitbeispiel lässt mich fragen, ob du deine Tochter wirklich ernst nimmst oder nur irgendwie dahin kommen willst, deinen Willen durchzusetzen. Lasst sie doch mitjoggen. Wenn sie nicht mehr kann, geht einer mit ihr nach Hause und läuft seine Runde später.
Dieser Dauerterror soll euch was sagen. Nimm sie wirklich ernst. Hetz sie nicht durch den Alltag.
Besonders letzteres hilft bei meinem Kind sehr gut. Habt ihr auch ein Einzelkind? Wir ja. Gerade die sind ja immer allein mit Erwachsenen, die immer die Macht haben. Und Kinder merken, wenn sie nur Pseudoentscheidungen treffen dürfen, hinter denen sich permanent nur die Pläne der Erwachsenen verbergen.
Dein Kind nervt dich. Das spürt es. Lass es nicht allein. Nimm seine Bedürfnisse so wahr wie deine. (Und echte Bedürfnisse sind nicht endlos Süßigkeiten essen oder Kleidung kaufen...)
Das ist nicht bös gemeint, nur ehrlich. Bei uns war es zu Zeiten ähnlich. Mir hat Jesper Juul als Lektüre geholfen. Und Entschleunigung im Alltag.

Wieso gehst du davon aus, dass ihre Bedürfnisse nicht oder nicht ausreichend ernst genommen werden.

Sie wächst mit Kindern aus der Familie eng auf. Sie ist selten allein. Auch da muss sie lernen, Rücksicht zu nehmen. In manchen Klnstellationen passt es, in anderen ist es schwieriger. Ja, gerade mein Mann ist ein Kandidat, der im Spiel oder beim Toben öfter Mal nicht auf ihr Nein hört. Da sage ich oft, dass ihr Wort auch ernst genommen werden soll, wir erwarten ja auch, dass sie hört, wenn Jemand sagt, bis hierhin und nicht weiter.

Ja, sie darf einige Entscheidungen treffen. Aber nicht alle. Und wir beiden Eheleute wollten joggen. Nicht einer, nicht einzeln, nicht unterbrochen. Sie muss auch nicht aus dem halben Kinofilm gehen, weil er einen von uns Eltern langweilt. Wir unternehmen Dinge für sie, weit mehr, als wir für uns einfordern. Manchmal kann sie auch einfach das tun, was wir gerade brauchen.

Oder nicht?

„Ich will nicht mehr taktieren, um an mein Ziel zu kommen. Ich bin kein Clown, ich möchte, dass sie in Situationen, die für uns Erwachsene sind, einfach mal mitläuft, weil wir es so oft für sie tun.“

Diese Aussage von dir hört sich für mich eben danach an, dass deine Bedürfnisse zählen, dein Ziel soll durchgesetzt werden. Du rechnest auf: Ich hab was für dich getan, jetzt zu was für mich.

Joggen ist kein notwendiger Alltag. Arbeiten, Einkaufen. Arztbesuche, da müssen Kinder aus meiner Sicht mitlaufen und kooperieren. Das betrifft sicher auch Regeln in der Schule, in Vereinen etc. Hier hat dein Kind kein Problem, sagst du. Wahrscheinlich sieht es da den Sinn hinter den Regeln. Und hinter deinen/euren Regeln eben nicht. Da sieht es anscheinend nur den Zwang, sich euren Bedürfnissen anzupassen.

Nur du kannst aber im Endeffekt ergründen, ob da was dran ist. Manchmal hilft es ja auch schon, Situationen gedanklich aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten.

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Wenn sie gerne laufen möchte, warum kuckt ihr nicht nach einem Verein für sie? Dann habt ihr diese Diskussion nicht zu Hause wegen dem Laufen. Das ist dann ihr Ding.

Tja und die Kleiderdiskussion, Ohrenstöpsel rein und lass sie doch anziehen, was dort vorhanden ist im Kleiderschrank. Natürlich mit dem Hinweis, sich nach dem Wetter zu richten. Ich würde nichts mehr kaufen, wenns noch passt. Soll sie doch zusehen wie sie mit den restlichen Klamotten zurecht kommt. Da würde es bei mir keine Diskussion geben.

Aber mal eine andere Frage. Hat sie genügend Freunde? Mir kommt es so vor, als ob sie eher am Rockzipfel bei euch hängt.

LG Hinzwife

Hallo,

Verstehe ich grundsätzlich schon. Ich bin auch dafür, dass Kinder lernen auch mal zurückzustecken und dass nicht alles nach ihrer Nase läuft oder laufen kann. Entwicklungspsychologisch ist sie mit 6 noch nicht unbedingt so weit, dass sie das "sich selbst zurücknehmen" leicht schafft. Empathie und eine dezentrierte Betrachtungsweise beginnt erst sich zu bilden mit 4/5 Jahren. Sehr wahrscheinlich fällt es deiner Tochter sehr schwer, aus ihrer egozentrischen Denkweise herauszukommen. Das ist nicht so selbstverständlich wie wir Erwachsenen immer annehmen. Zum Teil hat ein Kind in dem Alter noch Schwierigkeiten zu erkennen, dass andere halt etwas anderes wollen, als es selbst. Sie muss es also erst verstehen und dann auch noch akzeptieren und dann zusätzlich ihre eigene Impulisivität unterdrücken und ihre Frustration regulieren.

Hört sich kompliziert an, oder? Dass ihr das nicht immer gut gelingt, das ist leider normal. Dass ihr dennoch darauf bestehen solltet, dass sie sich manchmal fügen muss, ist selbstverständlich. Wie sonst sollen Kinder lernen, dass andere Menschen auch Bedürfnisse haben?

Ich kann dir also nur raten, nicht zu streng mit ihr zu sein, und sie trotzdem weiterhin solchen Situationen auszusetzen.

Alles Gute, :-)

Dragonflies #blume

Hallo,
bei uns ist es ähnlich. Unsere Tochter ist fünf und geht noch in den Kindergarten. Nach dem Kampf morgens beim Anziehen fühle ich mich total ausgepowert. Vom Umfeld und auch Fachleuten bekommt man zu hören, man müsste doch nur konsequenter sein.
Wenn wir einen Familienausflug planen, auf den sich unsere Tochter auch freut, startet der oft schon mit Tränen, da es keine Schuhe gibt und auch keine Jacke, die angezogen werden können. Ein Unterhemd oder eine etwas dickere Hose anziehen ist sowieso unmöglich. Und zum Ausflug mag sie dann auch nicht mehr. Es gibt noch ganz viele Beispiele.
Sie macht dafür viele andere Sachen ganz toll und wir sind sehr stolz auf sie. Aber bei ganz vielen Dingen muss man gefühlt kämpfen und hat manchmal einfach nicht die Kraft oder Zeit dafür.
Leider habe ich noch keine Lösung dafür gefunden.

Ich habe mir nun alles durchgelesen....
Du hast für alles war Dir hier von einzelnen Personen als Reflexion angegeben wird eine sehr „hart“ wirkende Erklärung.
Leider ließt sich alles sehr nach Gehorsam und damit nach Dressur....aber dies schiebst Du gleich ganz unfreundlich von Dir.
Wir haben 6 Kinder großgezogen und drei Stiefkinder und natürlich passen Wille und Wunsch nicht immer zusammen und es müssen Kompromisse her.
Frage Dich selbst wieviel Zeit Ihr wirklich für das Kind habt und Dinge macht FÜR SIE.
Ist sie die ganze Woche in der Schule und danach in Fremdbetreuung und soll auch sonst funktionieren....
Du kannst jetzt selbstverständlich erneut unfreundlich antworten aber vielleicht fragst Du Dich selbst warum es wirklich so ist.,die Pubertät ist leider nicht einfacher,was genau willst Du da machen?

Hallo.

Wo, ausser auf die Bootcamp-Antwort bin ich unfreundlich? Ich antworte total sachlich, hinterfrage aber, wenn ich anderer Meinung bin.

Ich sehe es doch genau wie du! Heute hätte sie sich mal unserem Wunsch fügen müssen, wo wir es doch odt für sie tun - das dann meist ohne zu Murren. Davon ab, geht sie ja eigentlich gern Radfahren.

Ich versuche oft, sie Entscheidungen, die sie betreffen mit treffen zu lassen. Ja, sie geht und ging lange in die Fremdbetreuung. Sie ging mit 3 in den Kindergarten. Sie musste im ersten Jahr nicht immer, wenn sie nicht wollte. Ich finde, Pflichten gehen früh genug im Leben los. Sie musste gehen, wenn ich es terminlich nicht anders konnte, das habe ich stets kommuniziert. Sie durfte daheim bleiben, wenn sie wollte und es ging.

Später habe ich sie teils vorm Mittagessen abgeholt, oder im Sommer lange gelassen, da sie dort viele Freunde hatte. Oft kam ich nach dem Mittag und sie bat, länger bleiben zu dürfen. Passt es in den Terminplan, gerne, dann ging ich wieder.

Wir gehen gemeinsam auf Spielplätze, schwimmen, in den Wald, in den Tierpark, ins Kino, sie wird in die Haushaltsarbeit eingebunden - manchmal wenn sie möchte, manchmal auch verpflichtend, wenn es um kleine, altersgerechte Dinge geht... Sie hat Spielverabredungen, trifft oft Verwandte Kinder in unterschiedlichem Alter. Wir spielen Karten, Gesellschaftsspiele, Ball, toben... Aber sie muss auch mal sich selber beschäftigen.

Sie hat sich selbst für die Nachmittagsbetreuung in der Schule entschieden. Wir besprechen jeweils am Vortag, ob sie eine AG wahrnimmt, oder ob ich sie frühestmöglich abhole. Den erlaubten freien Tag nehmen wir immer wahr.

Ich habe damals entschieden, dass sie den Seepferschenkurs macht und danach habe ich darauf bestanden, dass sie den Folgekurs besucht, um das Erlernte zu festigen. Danach durfte sie selbst entscheiden, ob sie weiter schwimmen wollte, wollte sie nicht mehr regelmäßig. Ok.

Ich ging mit ihr reiten. Sie war Feuer und Flamme wurde aber nach einem kleinen Vorfall sehr unsicher. Also habe ich erklärt und entschieden, dass wir erstmal pausieren. Es war mir einfach zu aufwendig und teuer um nach 7min im Schritt immer abzubrechen. Jetzt möchte sie wieder, das wird sie ab Frühjahr dürfen.

Wie gesagt, sie wird einbezogen, aber wo sie die Tragweite noch nicht einschätzen kann, treffe oder verfeinere ich die Wünsche und Entscheidungen.

Und ja, gelegentlich muss sie sich unseren Wünschen fügen. Ich sehe noch immer nicht das Problem. Ich finde es sehr bedenklich, dass die Antwort nahezu immer lautet, man muss noch mehr auf das Kind eingehen. Ich denke und sehe einfach zu oft, dass die Erwartungshaltung an die Kinder, was den sozialen und empatischen Umgang betrifft, eher zu niedrig sind.

Bloß weil ich anderer Meinung bin, wirkte ich hoffentlich nicht erneut unfreundlich. Aber ja, gereizt bin ich gerade. Vermutlich spiegelt sich das in meinen Zeilen.

Ich habe all deine Antworten durchgelesen und wollte dir einfach nur sagen, dass du dich sehr reflektiert anhörst. Und ich finde, das hört sich gut an was du da machst, wie du mit deiner Tochter umgehst!
Hab Geduld, wenn du die Schiene so weiter fährst, wird sich das schon irgendwann ändern. Da bin ich mir ganz sicher!!!

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Man macht ,tut, versucht mit allen Mitteln um schwanger zu bleiben sobald das kind aber da ist wird nur noch rum genôgelt.
🤔

Ich finde auch, man sollte dankbar sein, dass man sein Kind hat und deshalb sollte zu jeder Zeit die Sonne aus dem Hintern scheinen 😊

Ich kann so ein verhalten nicht nachvollziehen.
Man hat noch totale sonderwunsche bei den Kinder wie die sein sollen.
Alle kinder sind nun mal so.
Ich weis echt nicht was man sich unter kinder vorstellt?!
Sitzen nicht bewegen, nicht reden, immer anstandig sein.
Man sollte es zu schätzen wissen das man Kinder hat!
Andere tun seid jahren fur 10-15 mal ICS /IVF tausende Euros ausgeben damit sie endlich Eltern werden , und wenns doch net klappt wird adoptiert.

Und diese Dame hat kein bock mehr!
Das arme kind

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Ich weiß was und wie du es meinst. Ihr wollt nicht getrennt joggen und ihr wolltet auch nicht nur eine kleine Runde joggen, sondern einfach gemeinsam und in Ruhe joggen und das Kind mitnehmen. Ich finde erklären wichtig, das macht ihr, aber es gibt einfach manchmal Situationen die nicht eingehend klärungsbedürftig sind und in denen die Kinder einfach mal zu machen haben. Punkt. Spätestens in der Schule und im Berufsleben muss man auch machen was gesagt wird. Da kann man auch nicht bocken. Das muss man nunmal lernen zu akzeptieren. Das Kind ist 6 und kann sehr wohl schon Rücksicht nehmen und verstehen. Einen anderen Tipp, als schon genannt wurde, kann ich auch nicht geben. Ich wollte dir nur meinen Zuspruch mitteilen.

Jedes Kind muss lernen sich anzupassen (in einem gesunden Rahmen und ohne Selbstaufgabe).
Lieber früher als später - gibt nichts schlimmeres wie ignorante „erwachsene“.

Ihr habt das Recht zusammen joggen zu gehen. Will Sie mit dann hopp, hopp ohne Drama - wenn nicht ohne Drama daheim bleiben.

Meiner ist seit er drei war entweder mit oder nicht. Zwanzig Minuten sind immer drin und gehen auch rum.

Nur weil ich Mutter bin muss ich nicht alles diskutieren. Man macht soviel da darf einem auch das Recht und das durchziehen von Erziehung gegeben sein.

Und die wenn Kinder Empathie lernen sollen dann bitte auch beide Seiten.
„Mein liebes Kind, ich möchte joggen, ausruhen, lesen ect, weil mir geht es so oder so. Möchtest du dich dazu setzen, mit hinlegen, mitfahren oder gehts du spielen (in dein Zimmer)?“

Wir haben das gleiche hier, bloß in männlich. Plietsch, empathisch, aber oftmals zum egozentrischen Dramaking mutierend. Wir wollen spazieren und das Kind nicht: Kind mimt den ganzen Weg lang den sterbenden Schwan und verdirbt uns damit die Stimmung. Kind muss mit einkaufen? Endlosdiskussionen, Gezeter.

Bei uns muss Kind halt trotzdem mit und wir stellen die Ohren auf Durchzug. Gebetsmühlenartig erkläre ich ihn, dass Familie Geben und Nehmen ist. Dass mal die einen, dann die anderen auf ihre Kosten kommen und das einige Dinge gemacht werden müssen, auch wenn sie keinen Spaß machen.

Manchmal switche ich bei Dingen, die ihm Spaß machen, und quengele rum, um ihm nach 5 Minuten zu fragen, ob er da Parallelen erkennt und aufzuzeigen wie doof es ist, wenn einem jemand die Stimmung verhagelt bei etwas, worauf man selbst gerade total Lust hat.

Es wird langsam besser. Sehr gut funktioniert, wenn wir Aktionen, wo wir Protest erwarten, langfristiger ankündigen (also ich sage ihm bereits am Abend zuvor, dass wir morgen nach der Schule einkaufen gehen müssen) oder wenn wir wirklich auf die Metaebene gehen und ihm sagen, dass uns das gerade wichtig ist zu spazieren und das wir uns sehr wünschen, dass er einfach mitzieht und danach machen wir dann was, was ihm Spaß macht.

Mein Mann und ich streiten sogar häufig darüber, ob ich durch meine bedürfnisorientierte Erziehung einen kleinen Tyrannen herangezogen habe, dabei habe ich eigentlich, so mein Empfinden, immer auch die Bedürfnisse der Erwachsenen betont und berücksichtigt.

Ich bin optimistisch, dass sich sein Verhalten ändern wird. Ich bleibe einfach am Ball und veratme den gelegentlichen Impuls, mein Kind an die Wand klatschen zu wollen. Wichtig ist, denke ich, weiterhin konsequent darauf zu bestehen, dass auch die Bedürfnisse der Eltern wichtig sind, das Respekt keine Einbahnstraße ist und Familienleben auch das Ergebnis von Kompromissen ist.

Der Weg ist umständlicher als ein Kind von klein auf zum Spuren und Gehorchen zu erziehen, aber ich wollte keinen kleinen Befehlsempfänger erziehen, sondern jemand, der die eigenen Bedürfnisse spürt und artikulieren kann. Ich bin der festen Überzeugung, dass aus solchen Menschen psychisch gesündere Erwachsene werden.

Also rede ich mich dir den Mund fusselig und bete und hoffe, dass nicht die Winterhoffs dieser Welt Recht behalten und das Kind später die Weltherrschaft an sich reißen wird...

Ich danke dir für diesen herrlichen Beitrag!!! #ole

Zeig mir eine dramafreie Familie ;-)
Mal im Ernst, Kinder sind wertvoll und du liebst deine Tochter, wie ich meine. Aber Kinder können auch furchtbar anstrengend sein. Wir Erwachsenen haben auch Bedürfnisse, ganz klar. Mein Tipp für Dich, weil ich damit gute Erfahrung gemacht habe: Befriedige deine Bedürfnisse losgelöst von der Kompromissbereitschaft deiner Tochter. Heißt, dass Du mal joggen gehst, wenn sie beispielsweise in der Schule oder im Hort ist, oder bei einer Freundin oder einer Verwandten/Bekannten. Dann könnt ihr die gemeinsame Zeit entspannter verbringen und das machen was ihr alle drei wollt und findet in dem Rahmen Kompromisse.
Alles Gute Euch

Hallo
Ich finde du siehst das schon richtig.
Manche antworten hier kann ich nicht verstehen.
Hier scheint man oft nur als "gute Mutter " zu gelten wenn man schon im Kreißsaal als eigener Mensch, nicht mehr existiert.
Das ganze sein und Streben sich nur noch ausschließlich ums Kind dreht, Geduld ohne Ende, auch bei der 1999678 Erklärung immer noch lächelt und überhaupt immer die Sonne scheint.

Ich finde überhaupt nicht das du von deiner 6 jährigen zu viel verlangst und ja, Konsequenzen sind hier angebracht.
Ich habe selbst eine Tochter und da sie Einzelkind ist, ist es schon fast automatisch so das sie total verwöhnt wird.
Ja ich mache viele Dinge die mich nicht interessieren ihre Augen aber zum leuchten bringen.
Aber ich habe ihr von Anfang an "beigebracht" das es darum geht das alle in der Familie glücklich sind und auf ihre "kosten" kommen.
Nein, das ist kein aufwiegen und nein ich finde auch nicht das man sowas erst ab einen bestimmten Alter lernen kann/sollte.
Natürlich kann ich da nicht mit ihr reden/umgehen wie mit einen erwachsenen.
Dennoch kann man das Kindern sehr wohl nahelegen.

Ich finde ihr macht das schon richtig.
Doch so wie sich eure Tochter benimmt solltet ihr meiner Meinung nach konsequenter sein.
Denn jetzt hat sie ja mit ihren gezicke erreicht was sie wollte.
Quengeln und Mama kann nicht wie sie mal möchte.

Alles gute

Hy Du,

da hast Du aber interessante Anworten/Tipps erhalten.

Also ich lese aus deinem Beitrag folgendes raus:

Dir geht es NICHT darum ihren WILLEN zu brechen oder Deinen Willen durchzusetzen. Es geht doch darum, dass jeder in einer Familie Bedürfnisse. Uhr wolltes joggen und Tochter wollte auch. Aber mit 6 Jahren kann sie das einfach nicht richtig einschätzen aber DU als Erwachsener. Also muss Du NEIN sagen.
Klar wird sie motzig, aber sie lernt doch auch durch dein NEIN eine Grenze kennen.
Wo man die Grenze setzt ist Einstellungssache - das siehst Du ja an den Anworten von anderen. Da musste ich echt schlucken und mich fragen:Ui, wer erzieht da wen.

Geht mich aber nix an.

Ich selber halte es so - Wenn ich finde, dass meine Kinder diese Entscheidung treffen können, dann lass ich selber entscheiden. Sonst setze ich die Grenze und DANN IST DAS SO - einmal kurz und knapp erklärt und das sind dann Tastachen.

In deinem Fall: Kann sie das schon einschätzen? Nein, also muss ich das für sie tun. Kurz erklären und dann hätte sie bei mir mit müssen mit dem Rad. Wäre sie älter gewesen, dann wäre gekommen: Entweder Rad oder daheim bleiben.

Je älter meine Kids werden, desto mehr lasse ich auch Disussionen in bestimmten Bereichen zu. Müssen Kids ja auch lernen, genauso wie NEIN sagen.

Was mir aber beim lesen so bei mir ankommt: Hör mehr auf dein bauchgefühl als auf Meinungen von "außen" -- niemand kennt die Situation/dein Kind besser als Du

Hallo,

mein Mann hat auch die Tendenz bei den Kindern, auf Teufel komm' raus, solche Sachen durchdrücken zu müssen.
Ja, wenn man lange genug motzt und Konsequenzen androht, klappt es irgendwann. Nur hat dann die ganze Familie schlechte Laune.
Damit hat keiner etwas gewonnen.

Sich Alternativen überlegen, wie das Kind kann entweder zu Hause bleiben oder Fahrrad fahren oder man joggt getrennt, schont die Nerven aller Beteiligten.
Das Kind hat damit nicht "gewonnen", sondern man hat einen Kompromiss gefunden.
Gewonnen hätte es, wenn es langsam nebenher hätte joggen dürfen.

Solche Alternativen gibt es häufig.
Die Sachen, die sein müssen, müssen sein.
Aber nicht alles, was man sich als Erwachsener überlegt hat, muss genauso laufen, wie ursprünglich geplant.
Wenn man das erwartet, macht man sich mit Kindern selbst unnötig das Leben schwer.

Wie oft wechselt ihr die Konflikttaktik? Grade bei Dauerbrennern ist man geneigt mal diese und dann wieder jene Taktik zu probieren. Also z.B. bei Kleidung mal den Konflikt der Auswahl und mal den Konflikt des Vorgegebenen. Das würde ich nicht machen, mein Favourit wäre zwei Outfits zur Auswahl, basta! und dann das Durchziehen bis es klappt, beide Elternteile müssen sich einig sein.
Wenn Du etwas erklärt hast, dann hast du es erklärt. Wenn Du die Erklärung immer wieder und wieder wiederholst, dann wird es zur Rechtfertigung. Und wo jemand das Bedürfnis hat sich zur rechtfertigen, lohnt es den Hebel anzusetzen.
Einmal erklären, und bei nächsten Mal in gleicher Sache "Schatz, das habe ich Dir doch gestern/whenever erklärt und Du hast das doch auch verstanden. Nein bleibt nein. Joggen bleibt Joggen" und gut. Muss sie nicht gut finden, darf sie auch so sagen, wenn es höflich bleibt, aber keine Endlosschleife draus machen.
Alleine diskutiert es sich schwer.

Sie will Grenzen haben, zeigt ihr, dass ihr die bieten könnt.
Zeigt ihr, dass ihr nen längeren Atem habt als sie, denn es ist toll zu wissen, dass immer jemand für mich da ist, wenn mir die Puste ausgeht.
Und wenn ein Thema mal durch ist, dann ist es meist für lange Zeit durch und ein Kampfplatz weniger. Es wird neue geben, jede Entwicklungsphase hat neue Baustellen, aber grade deswegen ist es wichtig, das alte Kampfplätze zu Ruheinseln geworden sind bevor noch ne Baustelle dazukommt.

Ich persönlich finde dich - ja falsch gewickelt!! Kindererziehung benötigt viel Geduld und viele Wiederholungen. Wenn Du jetzt in diesem Minialter mit 6 Jahren schon "keinen Bock" mehr hast finde ich das nicht Kindgerecht. Kindererziehung benötigt Empathie und zurückstecken der Erwachsenen. Das heißt nicht sich permanent zu verbiegen aber Du wirst Dich noch umschauen wie oft Du noch Diskussionen führen wirst bis Deine Kinder ausziehen. Ich kann Dich nur belächeln meine Kinder sind 17, 15 und 5 und der Zwergenaufstand meines willensstarken 5jährigen ist eine Lachnummer gegenüber den Themen der älteren. Wünsche Dir das Du anfängst umzudenken....

Hallo,

Ja, ich gebe dir Recht: Kinder müssen Rücksicht lernen. So wie Verantwortung, bestimmte Regeln und noch viele andere Dinge. Aber ich finde, dass Kinder das in einem anderen Kontext lernen sollten. Zum Beispiel, dass man leise ist, wenn jemand schläft, dass man seine Sachen selbst wegräumt, um anderen nicht noch mehr Arbeit zu machen, dass man sich im Unterricht benimmt, um die Klasse nicht beim Lernen zu stören und so weiter und so weiter.

Aber das Jogging-Problem finde ich absolut unpassend und ich finde es dazu auch hausgemacht. DU willst Joggen und dein Kind MUSS mit Fahrrad neben euch herfahren, egal ob es möchte oder nicht. Da würde ich mit sechs Jahren auch auf die Barrikaden gehen. Da würde ich doch auch als Erwachsene auf die Barrikaden gehen. Wenn mir jemand sagt: „Ich will Joggen, du MUSST mit, aber da du zu langsam bist, MUSST du mit Fahrrad fahren“, würde ich wahrscheinlich auch nicht wollen.
Meiner Meinung nach hätte man deiner Tochter die Wahl lassen können auf dem Fahrrad mitzukommen. Ganz nach dem Motto: „Wir gehen eine Runde joggen, wenn du möchtest kannst gerne mit dem Fahrrad mit.“ Wenn sie Fahrrad fahren will, kann sie also mitfahren. Ansonsten bleibt sie eben kurz zuhause. Hätte sie dann Terz gemacht und gesagt, dass sie mit euch joggen will, hätte man auch darauf eingehen können und eine Lösung finden können. Zum Beispiel erstmal anerkennen, dass die Tochter sich für das Joggen interessiert. Und dann anbieten, wenn sie gerne Joggen möchte und vielleicht auch gerne ab und zu mit euch Joggen möchte, du sie darin unterstützt und ihr gerne hilfst die Ausdauer zu verbessern. Du hättest zum Beispiel direkt für morgen einen gemeinsamen Probelauf ausmachen können und gleichzeitig klarstellen, dass JETZT aber Mama und Papa laufen gehen. Morgen ist dann die Zeit, in der die ganze Familie laufen geht. Hätte sie dann immer noch gemurrt: Einfach weiter murren lassen und joggen gehen. Wahrscheinlich wärst du dann auch ein wenig verärgert gewesen, aber nach der Laufrunde wärst du sicher wieder runtergekommen und auch deine Tochter hätte Zeit gehabt runterzukommen. Und vielleicht wäre es erst gar nicht so weit gekommen.

Noch eine Sache dazu, dass du deine Tochter als egoistisch bezeichnest. Betrachte doch mal dein Verhalten. DU willst Joggen. Deshalb MUSS deine Tochter mit dem Fahrrad mitfahren. Ob sie will oder nicht ist egal. Sicher, du willst an deine Bedürfnisse denken und das ist auch nicht falsch. Aber deine Tochter deshalb dazu „zwingen“ zu wollen (klingt etwas sehr hart – nicht so gemeint 😉) mitzukommen, obwohl sie das nicht möchte, nur damit du deine Bedürfnisse durchsetzt, ist ebenso egoistisch. Und ganz ehrlich: Kinder lernen von dem Verhalten ihrer Eltern. Was lernt dein Kind denn aus dieser Situation? Wenn ICH etwas will, dann MÜSSEN die anderen auch. Und das spiegelt sie in ihrem Verhalten wider und du sitzt am Ende da und fragst dich: „Warum ist mein Kind so egoistisch?“. Wie oben erwähnt hast du Recht - Kinder müssen Rücksicht lernen. Aber ich denke, deine Tochter lernt Rücksicht eben nicht aus dieser Situation.

Okay, das ist jetzt ziemlich lang geworden. Sorry.

Ich wünsche dir und deiner Familie, dass ihr in Zukunft in solchen Situationen ohne Streit zueinanderfindet und trotz allem Ärger noch einen schönen Feiertag 😊

Super Beitrag, trifft die Sache genau, finde ich. Bei dir wird auch klar, warum sich in diesem Fall durchsetzen eben nicht bedeutet, das Kind zu sozialem Verhalten zu erziehen. Konnte ich gar nicht so gut formulieren.
Ich will der TE gar nicht unterstellen, dass sie immer so handelt. Aber ich finde, relativ viele Eltern sind so unterwegs und denken, ihr ‚Zwingen‘ sei gute Erziehung. Das finde ich schade.

Genauso sehe ich das auch.

Lass sie doch mitjoggen, mit Pausen. Wenn sie nur hässliche Sachen hat "andere haben gar nichts" "du hast dir die Sachen selbst ausgesucht". Wenn sie die Jacke nicht anziehen will, dann geht sue eben so und friert. Oder okay, dafür haben wir eben keine Lust auf deine Aktivitäten. Und zumindest einmal fest durchziehen. Nein wir gehen nicht in de Zoo, wir konnten auch nicht joggen.

Hallo,

ich schreib nur schnell weil ich eigentlich auch nen Dramatag hinter mit hab und nur noch mit meinem Tee auf die Couch will #tasse Ich hoffe Euer Stress hat sich wieder etwas gelegt.

Was mir ehrlich gesagt etwas auffällt ist dass ein bisschen der Eindruck entsteht dass Euer Kind Dich / Deinen Mann spiegelt.

Du schreibst selbst Dein Mann hört wohl immer wieder beim Toben nicht auf wenn sie versucht Grenzen zu setzen ...
Du sagst Du hast keine Lust dass sie ewig diskutiert, schreibst aber selber dass du keine Lust hast alles totzudiskutieren ... also lebst du ihr ja vor dass man wenn man etwas erreichen will es durch hartnäckiges Diskutieren zu erreichen versuchen kann.

Dramaqueen ... endlos genervt, mein Morgen ist gelaufen ... ihr tut Euch da vielleicht beide nix. Drama machen alle Terrorzwerge, die Kunst ist es ihnen vorzuleben dass alles halb so wild ist. Indem man eben NICHT alles ewig durchdiskutiert. Manchmal ist es besser einfach zu sagen "du weißt was ich zu dem Thema sage" und einfach sich ruhig hinsetzen. Öfter mal sagen "ich diskutiere nicht". Das Gezicke einfach ignorieren. Wenn keiner drauf eingeht, warum weitermachen. Ich weiß, es ist sauschwer und unser Türrahmen hat schon bald ne Delle da wo ich den Kopf gegenlehne :-) Aber bei uns hat funktioniert dass ich die Dramatik rausgenommen habe, einfach nicht mehr alles wiederholt habe oder neue Argumente gesucht habe sondern "es ist wie es ist. PUNKT" Ne Eieruhr zum Anziehen hinstellen, sagen "Wenn die 5 Minuten nichts ausgesucht hast gebe ich vor, dann nochmal 5 Minuten einstellen zum anziehen und wenn die durch sind gehe ich durch diese Türe ob du was anhast oder nicht ist mir egal dann bleibst du eben hier" und dann nach 5 Minuten auch aus der Türe gehen. Kind ignorieren, sich selber fertig machen, Abgang. Mach z.B. durch eine Eieruhr für Dein Kind ersichtlich wie ihr "Rahmen" aussieht. Damit wird es nicht endlos ausdehnbar sondern Dein Kind sieht vielleicht dass es ein Ende gibt und kann dann vielleicht lernen wo die Grenze sein wird weil sie sie ja kommen sieht?

Alles Liebe und trink nen Tee ... oder Rotwein ;-)

Weißt du, diese Tipps sind in der Theorie ja toll, aber was bringen sie mir in Situationen, in denen sie durch Handlungsverweigerung schlicht ihr Ziel erreicht? Darf ich sie dann bspw gegen ihren Willen mit körperlicher Kraft anziehen? Sie kann nunmal nicht immer zu Hause bleiben?

Was bringt es mir, wenn ich nicht mehr diskutiere, sie aber weiter wettert? Die Unruhe ist dann trotzdem da.

Wir haben schon Erfahrung mit dem Timetimer, aber jeden Granitblock vermag er nicht zu schmelzen.

Und das Thema Drama. Ja, wir sind beide total angenervt, weil einfach nichts hier mal easy laufen kann. Es sei denn natürlich, es geht nach der Nase unserer Tochter. Wobei das Anziehdrama dann dennoch in Top kommt. Ich denke, irgendwann darf man dann mal frustriert sein, wenn einem jede Aktivität vermiest wird.

Lies dich hier mal durch, während die einen propagieren, sich klar zu positionieren und fertig, verlangen die Anderen, stets und immer Verständnis zu haben, Kompromisse zu finden.

Ich versuche auf mein Bauchgefühl zu hören. Wie gesagt haben wir sogar schon professionell draufschauen lassen. Da gab es nichts zu beanstanden. Zwei, drei zusätzliche Tipps. Nur leider hat die Tochter einen anderen Plan und kämpft erbittert, diesen durchzuziehen. Dabei sagt sie abends gelegentlich selnst, wie schön es war, weil es keinen Streit gab. Ja toll. Finde ich auch, nur leider bin ich nicht der Streitinitiator. Aber ich sehe mich auch nicht zuständig, mein Kind immer auf 100 Prozent Zufreidenheitslevel zu halten, damit sie nicht anfängt zu streiten. Das ist nunmal realitätsfern...

So, ich bin müde, mehr sinnvolles kommt mir nicht mehr aus den Fingern. Gute Nacht.

"Was bringt es mir, wenn ich nicht mehr diskutiere, sie aber weiter wettert? Die Unruhe ist dann trotzdem da."

Ganz einfach! Du lebst ihr nicht mehr genau das vor was Dich so an ihr nervt!!! Dein Kind ist Dein Spiegelbild, ihr findet beide kein Ende, wie soll das denn funktionieren? SIE wird bestimmt nicht mit einem Schlag erkennen dass es blöd ist und damit aufhören, DU musst es ihr vormachen! Lebe ihr doch bitte endlich nicht mehr vor dass man endlos (mit)diskutiert! Irgendwann wird sie lernen dass Lamentieren sinnlos ist wenn der andere nicht mehr mitmacht.

Immer Kompromisse finden ist genau kontraproduktiv, Dein Kind kann nicht damit umgehen dass etwas nicht nach seinem Kopf geht, kann keine Entscheidungen treffen, für mich klingt es ehrlich gesagt schon nach nem sozial-emotionalen Defizit, woher auch immer es kommt. Dein Kind braucht in meinen Augen strikte Grenzen die es irgendwann abschätzen kann und kein Rumgeeiere, und muss lernen mit negativen Gefühlen umzugehen. Wer hat denn "professionell draufgeschaut"?

Ich finde es eigentlich ganz toll, dass sie auch joggen wollte - das würde bestimmt nicht jedes Kind sagen. Ich wäre auf ihren Wunsch eingegangen, hätte ihr gesagt, sie radelt eure Erwachsenenrunde mit & danach macht ihr noch eine (kleinere) Runde mit ihr zusammen. Somit wäre auf jedes Bedürfnis eingegangen werden, jeder hätte Kompromisse gemacht & die Klamottenfrage hätte sich auch nicht gestellt, da sie sicher nicht 5 verschiedene Outfits für's Joggen hat.

Das wäre in der Situation echt eine gute Idee gewesen.