Wunsch gegen Wunsch

Guten Morgen zusammen,
Ich möchte mal ein paar neutrale Meinungen einholen.
Wie haben zwei tolle Kinder, die Große ist 4 Jahre alt, die Kleine wird bald 2 Jahre alt.

Im Gespräch waren immer drei Kinder, obwohl wir wussten, dass wir dann ggf.anbauen oder umbauen müssen.

Nun ist die Realität allerdings anders. Ich bin mit zwei Kindern sehr gut ausgelastet.
Die letzten 4,5 Jahre habe ich wirklich alles für meine Kinder gegeben. Ich kann dazu an zwei Händen abzählen, wie oft ich etwas für mich ALLEINE gemacht habe.
Ich habe es mir einfach auch zu wenig eingestanden und gegönnt.
Nun bin ich froh, dass die zwei Mäuse aus dem allergröbsten raus sind.

Mein Mann möchte gerne ein weiteres Kind und ich, ich kann es mir wenig vorstellen.
Einfach, weil ich weiß, dass es auf meine Kosten gehen wird.
Das hört sich jetzt fies an, ich weiß. Aber ich werde wieder schlaflose Nächte haben. Der Alltag mit drei kleineren Kindern ist, wie ihr wisst, nicht ohne. Meine beiden Mädchen sind schon immer sehr anspruchsvoll gewesen. Sie sind tolle Mädchen und wir sind auch sehr stolz auf sie. Aber die ersten zwei Jahre waren immer sehr sehr anstrengend, was sicher auch am Schlafmangel lag.

Mein Mann kümmert sich toll um die Kinder. Ich würde es ihm auch gerne ermöglichen ein weiteres Kind. Einfach, weil er ein toller Papa ist.
Er nimmt sie mir auch ab, nach Feierabend.
Aber, wie es in der Realität ist, mache ich dann natürlich erstmal alles liegengebliebene und dann ist auch schon Abendbrotzeit und Bettgehzeit. Und da die Nächte auch noch teilweise schlecht sind bei der Kleinen, gehe ich früh ins Bett.
Ewig warten können wir nicht, da ich stark auf die 40 zugehe und es mir dann immer weniger vorstellen kann.

Tja und nun steht eben auf der einen Seite mein Wunsch nach mehr Freiheit, wieder etwas arbeiten gehen und auf der anderen Seite der Wunsch meines Mannes.
Ich bin sicherlich nicht total abgeneigt,, ich habe einfach Respekt davor. Und die berufchtung wieder hinten anzustehen.
Soll ich mich darauf nun einlassen und hoffen, dass diese schweren ersten Jahre schnell rum gehen? Oder setze ich mich durch und mache klar, dass ich es mir einfach nicht mehr vorstellen kann und will, dass ich mehr Zeit für mich brauche.

Hmmm. Ich weiß es einfach nicht.

Hör auf dich. Bleibt bei den zwei Kindern. Oder ändert das Modell, dein Mann bleibt Zuhause, du arbeitest mehr. Das wäre sicher immer noch anstrengend genug, aber du wärst wahrscheinlich nicht so frustriert, weil du das Gefühl hättest, es bliebe das Meiste an Dir hängen.

Hallo,
hast du keinen Job, in den du zurück könntest? Dann soll eben beim dritten Kind dein Mann Elternzeit nehmen. Zumindest ab dem 1.Geburtstag. Oder sogar ab 6 Monaten - da bekäme er dann noch 8 Monate Elterngeld.

Er würde automatisch den gesamten Haushalt schmeißen - und wenn er dann wieder einsteigt, hat er einen guten Blick auf das "Gesamtkonzept Haushalt".

Selbst wenn du weniger verdienst als er: vielleicht könnt ihr vorher etwas zurücklegen, um das aufzufangen?

LG!

Danke für deine Meinung,
Doch. Ich werde im nächsten Jahr auch wieder in meinen Beruf zurück kehren.
Theoretisch könnte ich auch Vollzeit für uns verdienen, da sich unsere Gehälter nicht so unterscheiden.

Aber mir kommt auch die Idee, dass wir vielelicht auch beide Teilzeit arbeiten könnten. Vielleicht wäre das eine Option.

Ich habe einfach nur die Befürchtung, dass er das alles nicht schafft und es dann zusätzlich an mir hängen bleibt.
Generell mache ich das alles sehr gerne. Also Haushalt und Kinder.
Er ist halt nicht so der Haushaltstyp. Man muss ihm eher etwas hinter her räumen.
Daher glaube ich, dass ich dann damit unzufrieden sein werde.
Ist doof, ich weiß. Aber ich fühle mich dann wieder so verpflichtet.
Da muss ich mal drüber nachdenken, was der Weg wäre um es halbwegs unter einen Hut zu bekommen.

Hallo,
genau deshalb habe ich vorgeschlagen, dass er mindestens ein Jahr Elternzeit macht. Oder zwei. z.b. vom 1.-3. Geburtstag.

Dann wäre er "gezwungen" sich in den Haushalt einzuarbeiten. Dann trägt ihm keiner mehr was hinterher - mit welcher Ausrede auch?

Wenn das dann nicht gut klappt, ist die Ausgangsposition für "Teilzeit-Beide" zumindest eine ganz andere. Das könnte man dann immer noch anschließen - vorausgesetzt, du kannst deine Stunden so flexibel anpassen; er hätte ja dann das Recht auf Teilzeit nach Elternzeit.

LG!

Hallo, ich würde in eurer Situation kein 3. bekommen wollen. "Ihm zuliebe" funktioniert selten. Wie du schon sagst, die Hauptarbeit liegt bei dir!
Wäre es eine Option, dass er Elternzeit nimmt und du arbeiten gehst, er die Nächte, den Haushslt, alle Termine usw. mit den Kindern übernimmt? Dann würde ich nochmal drüber nachdenken. Sonst nicht.
VG

Danke für deine Meinung,
Das wurde mir ja oben auch vorgeschlagen. Darüber muss ich tatsächlich mal nachdenken.
Ich habe einzig die Befürchtung, dass dann viele Dinge liegen bleiben.
Mein Mann ist nicht so der Ordnungstyp. Zudem schaffe ich 20 Sachen, in der Zeit in der er 2 erledigt. Ach ja. Alles nicht so einfach zu entscheiden.
Aber die Idee, dass mein Mann mehr Elternzeit nimmt, ist nicht verkehrt.
Nur die Frage wie es dann mit dem Stillen ist. Ich werde mir darüber Gedanken machen.

Wäre es finanziell möglich, dass dein Mann ein Jahr Elternzeit nimmt oder sogar länger?
Falls ja, würde ich dem Kinderwunsch eventuell zustimmen, wenn ein kompletter Rollentausch vollzogen wird.

Ganz unabhängig davon sieh mal zu, dass du dir deine Freiheit und Auszeiten zurückerarbeitest. Sofort.
Wir Frauen reißen häufig alles an und und meinen, es würde ohne uns nicht laufen. Wir gehorchen dem uns ungeimpften Programm, dass Mama immer für die Kinder und den Haushalt da zu sein hat und gehen abends nicht ins Kino, weil die Küche noch nicht gemacht ist oder K1 gerade einen kleinen Schnupfen hat.

Ich würde erst Mal eine paar Monate versuchen, die klassische Rollenverteilung aufzubrechen, aushalten zu lernen, dass es nicht immer piccobello zuhause aussehen muss und ein Hobby beginnen oder sonst etwas für dich tun.

Und dann guckst du, ob du in einem Jahr vielleicht doch noch ein Kind bekommen möchtest.

Danke dir für deine Meinung,

Da sprichst du wahre Worte.
Ja, wir könnten die Rollen tauschen, es wäre finanziell kein Problem.
Wobei ich dann tatsächlich eher dazu tendieren würde, dass wir beide Teilzeit arbeiten und es uns teilen.

Du hast mich gut enttarnt. Leider neige ich eben auch zu dem genannten Verhalten und habe mich sehr stark zurückgestellt.
Mein Mann würde mir jede Freiheit gönnen, aber ich sehe halt dann immer nur die Pflichten. Da muss ich tatsächlich stark an mir arbeiten.
Vielleicht ändert sich mein Wunsch dann auch. Wer weiß.
Danke, dass du es noch mal so klar in Worte gefasst hast.
Damit sollte ich mich wohl als erstes auseinandersetzen.

Ich bin genauso. Mein Mann macht morgens eine Woche lang die Brotdosen fertig, dann reiße ich das wieder an mich, weil mir seine Farbzusammenstellung nicht gefällt.

Er sagt, er übernimmt fortan komplett die Wäsche und ich hyperventiliere, weil ich dann Angst habe, dass dann an Tag X Hose Y nicht gewaschen sein könnte.

Er sagt, leg dich aufs Sofa, lies ein Buch. Ich liege dann fa und werde verrückt vor schlechtem Gewissen, dass ich nicht mit am Tisch sitze und ein Brettspiel mitspiele oder wenigstens in der Zeit bügle.

Der Feind wohnt in uns. Kein Wunder, dass Bekloppte wie wir manchmal aus dem letzten Loch pfeifen. Wir haben nur ein Kind, mein Mann ist der Meinung, ein zweites würde unsere Ehe nicht überleben und wenn ich ehrlich bin: ein bisschen hat er Recht. Ich kann so wenig runter von meinem Perfektionismus und er bekommt es dann ab, wenn ich mich total übernommen habe, das ist nicht so gesund.

Mach das besser. Ich arbeite weiter an mir.

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Ich würde nochmal mit deinem Mann sprechen, ob er mit 2 Kindern auch glücklich werden kann, weil du nicht wieder von Vorne anfangen möchtest. Da du das Kind trägst, austrägst, dir die Nächte um die Ohren haust, es hauptsächlich erziehst und damit die Eingeschränkte bist, finde ich, dass dein Wunsch in allererster Linie beachtet werden sollte. Außer der Wunsch deines Mannes ist sehr stark und du könntest es dir auch irgendwo vorstellen und wärst dann nicht unglücklich, wenn die ersten Jahre wieder turbulent werden. Dann kann ja sein Wunsch berücksichtigt werden. Werde dir vielleicht erstmal klar, was du wirklich möchtest bzw. was nicht.

"Wunsch gegen Wunsch"

Man kann beide Wünsche sehr gut kombinieren, indem du arbeiten gehst und dein Mann in den ersten zwei Jahren den Haushalt mit Kindern wuppt.
Wäre das für dich eine Option? Dann würde ich es ihm so vorschlagen.

Wenn nicht Dein Mann bereit ist, zuhause zu bleiben und wieder das meiste an Dir hängenbleibt, dann belass es einfach bei zwei Kindern. Ist auch Arbeit und Geld genug, die groß zu kriegen. Den Männern wird ja auch das Recht zugesprochen, kein weiteres Kind mehr zu wollen, dann gilt das für eine Frau sowieso. Sie hat immerhin die Schwangerschaft und Geburt auch noch durchzustehen. Wenn Du dann heute schon weisst, dass auch die ersten Jahre allein an Dir hängenbleiben, gibts nur das einfache Wörtchen "nein". Du hast alles Recht der Welt, nun auch mal durchzusetzen, was DU möchtest. LG Moni

Der gleiche Gedanke kam mir gerade auch... wenn ich jetzt einen Beitrag eröffnen würde mit „Was kann ich tun - ich will ein 3. Kind, mein Mann aber nicht!“ kämen reihenweise Antworten mit „Wenn er nicht möchte, musst du das akzeptieren. Einen Kompromiss gibt es nicht usw.“
Auch die Mama hat das Recht nein zu sagen!

An die TE:
Auch du als Mama kannst nein sagen zu einem weiteren Kind. Dieses Recht wird schließlich hier immer allen Väter zugesprochen, wenn Mama noch eines möchte aber er nicht 😉.
Ich bin aber immer dafür, dass man in Ruhe darüber spricht. Die Gründe des anderen für sein ja/nein kennen- und verstehen lernt. Und vielleicht ergeben sich daraus neue Sichtweisen und die Meinung ändert sich oder aber Verständnis und Nachvollziehbarkeit! Die Entscheidung muss meiner Meinung nach zusammen getroffen werden, sonst kommen ggf. in ein paar Jahren Vorwürfe oder dergleichen. Manchmal braucht es auch einfach nur noch etwas Zeit!

Ich habe aber das Gefühl, dass du einem 3. Kind gar nicht abgeneigt bist, dem Kind selbst zumindest nicht. Es sind die Umstände und das „drum rum“ die dich Zweifeln lassen!?
Vielleicht hilft es dir/euch aufzuschreiben was „für“ ein Kind spricht und was dagegen (z.B.: Nachts aufstehen) und besprecht GEMEINSAM ob es für die augenscheinlichen Nachteile Lösungen gibt die für euch BEIDE passen.
Und dann würde ich das ganze so weit es möglich ist einfach mal testen. Gib deinem Mann Zeit sich umzustellen und sich an ggf. neue Aufgaben zu gewöhnen und gib dir die Zeit manche Dinge gelassener zu sehen und zu lernen, dass dein Mann das auch (gut) schaffen kann. UND lerne dir Freiräume zu verschaffen und auch umzusetzen... 1 mal die Woche nur du - Freundin treffen, ins Kino gehen, zum Sport, Nähkurs, Kochkurs, bei der VHS eine neue Sprache lernen - was immer dir Spaß machen würde.
Lasst das mal ein halbes Jahr so laufen und dann seht ihr ja wie es passt und ob eine weitere Umstellung auf „Baby“ klappen würde.

Alles Gute euch

Ja, lasse dich drauf ein. Schlafmangel ist ein temporäres Problem. Das geht schnell vorbei. Der Wunsch deines Mannes geht tiefer. Er wäre auch in 5 oder 10 Jahren noch traurig. Kinder bereichern das Leben und dein Mann scheint ja ein guter Vater zu sein, der dir auch Freiräume gibt. Das du die nicht nutzt, dafür kann er ja nichts und dawirdein drittes Kind auch keinen Unterschied machen.

Eine Frau muss jetzt ein Kind kriegen, weil der Mann sonst traurig ist?! Also das sollte wirklich kein Grund sein Kinder zu kriegen! Beide Partner müssen mit der Entscheidung glücklich sein.

Wenn er dann noch da ist... 50% aller Ehen gehen in die Brüche und 90% der Kinder bleiben bei den Müttern.... merkst du was?

Hallo,

ich würde unter diesen Umständen kein Kind bekommen. Wenn Kinderwunsch nicht von beiden ausgeht, sollte man kein Kind bekommen. Man bekommt das Kind ja nicht für den anderen, sondern mit dem anderen.

Hättest du wirklich Kinderwunsch, wenn dein Mann Elternzeit nimmt und den Haushalt übernimmt? Es wäre doch auch dann eine Entscheidung ihm zu Liebe, oder nicht?

LG

Was genau vermisst er denn?