Angst meine Oma zu verletzen

Hallo an alle

Ich schreibe euch heute weil ich Meinungen von außen brauche.

Dafür muss ich kurz ausholen.
Durch meine " besondere " Familien Geschichte weiß ich, das eine gute Familie zu haben nicht selbstverständlich ist.
Gerade meine Mutter und meine Oma sind die wichtigsten Personen für mich.
Mir war schon immer klar das wenn ich mal eine Tochter haben werde wird diese den Namen meiner Mutter bekommen. (Als zweitnamen)

Nun zur Situation:

Ich erwarte nun bald meine zweite Tochter und ich würde ihr gerne (auch als zweitnamen) den Namen des ersten Kindes meiner Oma geben.
Leider ist ihre erste Tochter (um dessen Namen es geht) damals mit 8 Jahren tötlich verunglückt. Das war 1965.
Ich würde gerne meiner Tochter ihren Namen geben (nicht als rufname also eher symbolisch) um ihrer zu gedenken und zu ehren.
Wenn ich meine Mutter und meine Oma anschaue kann man ahnen was für eine unglaubliche Frau sie geworden wäre und sie gehört einfach nicht " vergessen".

Ich habe mit meiner Oma noch nie richtig über sie gesprochen aus Angst sie zu verletzen bzw alte Wunden aufzureißen.

Nun stellt sich mir die Frage, ist mein Gedankengang überhaupt ok?
Würde sie es eher verletzten da es eine X ja schon in der Familie gibt/gab.
Oder würde sie sich darüber freuen.?

Natürlich ist das individuell und kann mir hier keiner beantworten.
Aber ich wäre sehr dankbar zu hören was ihr darüber denkt.
Da wir nie wirklich über sie gesprochen haben weiß ich auch gar nicht wie ich sie darauf ansprechen sollte.
Ich werde sie natürlich vorher fragen aber wie beginnt man so ein schwieriges Thema.?

Was meint ihr.?
Ist das ok (blödes Wort in so einer situation)
Oder ist das respektlos?
Ich habe solche Angst sie zu verletzten.

Und wie würdet ihr so etwas ansprechen bzw fragen?

Vielen Dank für eure Meinung und noch eine schöne Woche für alle.

Ich finde die Idee sehr, sehr schön. Ich würde die Oma fragen, ob sie damit einverstanden ist und ihr den Hintergrund erklären, wie du es uns erklärt hast-du willst die Verstorbene Tochter, deine Tante, ehren und ihrer gedenken.

Vielen Dank für seine Antwort:)

Was sagt denn deine Mutter dazu? Vielleicht hat sie auch einen Rat für dich?

Hallo

Meine Mutter habe ich nicht gefragt und werde ich auch nicht.
Das soll dann etwas nur zwischen mir und meiner Oma (erstmal) sein.

Lg

Hallo,

ich kann deine Angst nicht ganz nachvollziehen...

Wieso sollte es deine Oma verletzen? Es ist doch wunderschön, dass du ihr die Ehre erweist, und den Namen ihrer verstorbenen Tochter aufgreifst.

Ich könnte mir eher noch vorstellen, dass die Mutter deines Mannes enttäuscht wäre, da du für deine Töchter nur Namen aus DEINER Herkunftsfamilie als Zweitnamen aufgreifst und für die 2. Tochter jetzt nicht ihren Namen als Zweitnamen nutzt.

Aber gut...was deine Oma betrifft: Sprich sie einfach direkt darauf an und frag sie, ob sie das schön finden würde.
Einen Eiertanz brauchst du da nicht veranstalten.

Liebe Grüße

Generell kann man das durchaus machen. Allerdings würde ich vorher Rücksprache mit der Oma halten, ob es für sie in Ordnung ist.

Andere Frage: was sagt denn dein Mann dazu? Man liest hier öfter mal solche Dinge und irgendwie hört sich das oft so an, als würden das die Frauen alleine entscheiden.
Eigentlich würde ich sagen, dürfte dein Mann den Zweitnamen entscheiden, du durftest dies bereits bei der 1. Tochter.

LG

Hallo
Danke für deine Antwort.
Ich hatte ja geschrieben das ich sie auf jeden Fall vorher fragen würde.

Was das andere angeht.
Mein Mann und ich suche die Namen für unsere Kinder gemeinsam aus.
Ich habe ihn also nicht überredet oder es allein entschieden.
Das auch Namen aus seiner Familie weitergegeben werden, darauf legt er keinen Wert.

Lg

Hi,
ich habe meiner Tochter als zweitname den Vornamen meiner, da leider ein jahr zuvor, verstorbenen Oma gegeben.
Mein Opa war darüber sehr sehr glücklich.
Ich finde deinen Gedankengang schön, es wird niemand ersetzt, sondern an jmd erinnert.
Ich würde an deiner Stelle die Oma einfach fragen, wenn sie es nicht möchte, dann lässt du es einfach - du kanntest die Tante ja selbst nicht. Ich glaube aber eher, dass es sie freuen wird. Dadurch dass es ja kein Rufname wird, hört sie den Namen j auch nicht ständig (falls sie damit ein Problem hätte).
Also einfach ansprechen.
lg

Vielen Dank für deine Antwort:)

Also ich finde die Idee ganz wundervoll!!!
Meine Tochter heißt wie meine Oma (als Rufname), sie ist die Mutter meiner Mutter und gestorben als meine Mutter hochschwanger mit ihrem ersten Kind war. MeineMutter war sehr jung und konnte nie die Kinder meiner Mutter kennenlernen. Wir verraten Namen erst mit der Geburt und meine Mutter war sehr gerührt von dieser „Geste“.

Frage deine Oma ob es ok ist- oder überrasche sie- sie wird sich freuen- ganz bestimmt!

*meine Oma konnte nie die Kinder meiner Mutter kennenlernen.

Vielen lieben Dank für deine Antwort.
Das klingt wirklich toll. :)

Ich hatte auch schon überlegt ob ich es quasi als Überraschung mache.
Fänd ich auch toll nur hätte ich zu viel Angst weil ich nicht weiß ob ihr das wirklich gefallen würde.

Lg

Hallo, ich persönlich finde die Idee wundervoll. Ob du bei deiner Oma alte Wunden aufreißt oder damit verletzt kann ich aber nicht beurteilen. Dafür müsste ich wissen, warum über die verstorbene Tochter nicht gesprochen wird. War das ein Wunsch deiner Oma oder wurde es einfach totgeschwiegen “weil man darüber nicht spricht“. Wir haben drei Töchter im Säuglingsalter beerdigen müssen und reden gerne über die kurze Zeit mit unseren Kleinen und spekulieren was aus ihnen geworden wäre. Es hilft uns, dass es kein Tabuthema ist. Ich würde mich in einigen Jahrzehnten freuen, wenn ein Enkelkind einen Namen der drei bekommen würde. Liebe Grüße.

Hallo

Vielen Dank für deine Antwort.
Tut mir leid was ihr durchmachen musstet.

Warum darüber nicht gesprochen wird, kann ich gar nicht sagen.
Es war einfach nie Thema.

Lg

Mein herzliches Beileid!

Ich persönlich finde es nicht schön. Du willst jemandem Gedenken, den du gar nicht kennst.
Ich fände es schöner, den Namen der Oma als Zweitnamen zu wählen. Das erste Kind hat den Namen der Mutter, das zweite den der Oma. Finde ich passender als dem Namen einer als Kind verstorbenen Großtante. Ich weiß nicht, ich hätte eh kein gutes Gefühl dabei, meinem Kind bewusst den Namen eines Verstorbenen Kindes zu geben.

Schöne Idee,vielleicht deine Mama erst raten und die Oma ...

Unsere Tochter ist mit fünf Monaten nach einer Herzoperation gestorben.
Ich fände es sehr schön, wenn einer meiner Söhne oder zukünftigen Enkel einer Tochter ihren Namen als Zweitnamen geben würden.
Frag deine Oma, ich kann mir kaum vorstellen, dass sie das nicht schön fände.

😢😢😢
Das tut mir leid, wie fürchterlich!

Das ist lange her und uns geht es wieder gut.
Aber ich erinnere mich gern an sie, vielleicht geht es der Oma ja auch so.

Genauso, wie du das hier tust:" Oma, ich möchte etwas mit dir besprechen und habe Angst, dich zu verletzen. Es geht um Elisabeth. Ich weiß, das ist ein sensibles Thema, aber wir würden gerne unser Baby als Zweitnamen Elisabeth nennen. Wie wäre das für dich?"
#pro

Wir haben unsere Tochter nach meiner Grossmutter und meiner Urgroßmutter benannt. Meine Großmutter war lange vor meiner Schwangerschaft schon krank und bettlägerig bzw. Nur noch im Rollstuhl. Sie hat meine Tochter noch kennenlernen können und sie hat sich so gefreut, dass wir ihr ihren Namen und den Namen meiner Urgroßmutter gegeben haben. Doppelt schön war, dass der namens Vorschlag von meinem Mann kam, weil er den Namen einfach schön findet. Also für alle etwas positives. Mein Opa sagt heute, nachdem meine Großmutter bereits verstorben ist, dass sie in unserer Tochter weiterlebt. Die kleine gibt ihm viel Kraft den Tod meiner Großmutter zu verarbeiten und er freut sich, dass sie ihren Namen trägt.
Wenn wir noch ein kleines Mädchen bekommen sollten, überlege ich ihr den Namen der Großmutter meines Mannes zu geben. Auch ein schöner Name, aber diesmal bin ich mir aussuchen dran😅 bzw. Habe das letzte Wort darüber.

In deinem Fall würde ich einfach fragen, was deine Oma davon hält oder ob es für sie zu schmerzhaft wäre...
ich denke nicht, dass du sie verletzen würdest. Vielleicht verletzt sie die Erinnerung, aber nicht deine Frage. Du fragst nämlich, weil du deine Tante ehren möchtest und ihr einen Platz einräumen möchtest, nicht aus einem gemeinen Grund. Das wird an Gefühl auch bei deiner Oma ankommen.

Alles gute

Ich finde die Idee ganz toll und kann mir nicht vorstellen, dass deine Oma was dagegen hat #liebdrueck

Als ich mit meinem Sohn schwanger war, hatte wir lange überlegt ob wir ihn dem Namen von meinem Opa als Zweitnamen geben. Mein Opa liebte Kinder über alles und hatte sich nichts mehr gewünscht als Uropa zu werden - leider ist er 2 Jahre vor der Geburt seines ersten Urenkels (mein Sohn) verstorben.

Wir hatten dann den Fehler gemacht und unsere Namensüberlegungen (zumindest die Zweitnamensüberlegung) in der Familie kundzutun und meine Schwiegermutter ist nahezu explodiert. Sie fühlte sich und ihre Familie zurückgesetzt. weil unser Sohn keinen Namen aus ihrer Familie erhalten sollte. Meinem Mann war und ist sowas nicht wichtig und er hatte die Idee mit dem Namen meines Opas (zudem er auch ein sehr inniges Verhältnis hatte)
Da wir zu der Zeit eh ein sehr angespanntes Verhältnis zu meinen Schwiegereltern hatten und keinen riesen Streit haben wollten, sind wir dann von der Namensüberlegung abgerückt und unser Sohn (und später auch unsere Tochter) haben Namen erhalten die noch nie in unseren Familien vertreten waren.

Jetzt 12 Jahre später hätte ich anders gehandelt.

Also, ich finde es generell schwierig, wenn man Kinder Amen gibt um toten zu gedenken. Ich glaube Dass man den Kindern damit Lasten aufbürdet. Was, wenn dann z.b. alle Angst haben, dass diese Tochter auch mit 8 Jahren stirbt ? Es wäre ja die gleiche Konstellation, wie bei deiner Oma

" Anna lebt, Rosi stirbt " Luisa Maria lebt sofie Rosi stirbt.

Ich habe mal ein Buch über familienkonstellationen und Geschichten gelesen " von uralten lasten" da würde davon abgeraten. Ich würde es nicht machen. Man stülpt den Kindern damit etwas über, was nicht sein sollte.

Hallo
Erstmal danke für deine Antwort.

Was genau meinst du mit der selben Konstellation?
Und warum sollte sich die Geschichte wiederholen nur weil sie den gleichen Namen hat?

Lg

Ich bin der Meinung, dass man Aufgaben z.b. übernimmt. Wenn meine Eltern etwas nicht gelernt haben, dann bekomme ich diese "lebrnaufgabe" evtl. Auch gestellt und hebe es an meine Kinder weiter, wenn ich es nicht löse.

Nehmen wir an, deine mutter war die grosse Tochter und die kleine ist mit 8 Jahren gestorben. Die beiden sind 3 Jahre auseinander. Deine Tochter sind auch 3 Jahre auseinander, die grosse heisst wie deine mutter, die kleine wie die Tante.

Es wiederholen sich die Themen und du wiederholst das leben deiner Oma. Wenn du die Aufgaben nicht löst.

Es ist eine eher esoterische Sichtweise aber es gibt dazu Forschungen und Literatur. Ich googel mal wie sich das nennt.

Das funktioniert vor allem bei famiengeheimnissen gut. Auch wenn die Nachkommen gar nicht wissen Was genau los war.

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Hallo,

dann bin ich wohl die Einzige, die diese Namensgebung etwas seltsam findet. Sie war die mit acht Jahren verstorbene Tochter der Oma. Du hast absolut keinen Bezug zu ihr. Hätte deine Mutter dir damals den Namen ihrer verstorbenen Schwester gegeben, könnte ich das nachvollziehen. Aber so absolut nicht.

Eher glaube ich, dass die Oma weniger begeistert sein wird, als du es dir jetzt ausmalst.

Ich persönlich finde die Idee, dem eigenen Kind den Namen eines verunglückten Menschen zu geben, nicht so beruhigend. Ich verstehe Deinen Gedankengang der Ehrung, sehe es aber etwas anders.

Ich würde meinem Kind ungern einen mit Trauer und Unglück belasteten Patron in Form des Namens mit ins Leben geben. Wie eine Altlast, die direkt weitergegeben wird...

Mag abergläubisch klingen, ja. Wäre für mich trotzdem ein Tabu.

Wenn Du es gerne machen möchtest, ist es doch ein guter Anlass, Deine Oma anzusprechen und zu sehen, wie sie reagiert und ob sie offen für ein Gespräch ist. Einfach den Namen vergeben ohne voriges Gespräch könnte nach hinten losgehen. Kommt auf Deine Oma an, kann man als Außenstehender schwer einschätzen.

Meine Erfahrung sagt, dass Menschen offener über Schicksalsschläge sprechen, als man denkt, wenn man sie behutsam darauf anspricht.