Ich habe mein Kind nicht mehr im Griff - Fall für den Psychologen?

Ich möchte hier gar nicht weiter meterlange Texte schreiben, ich werde mal in kurzen Stichworten unsere letzten Tage zusammenfassen. Diese waren der reinste Horror.
Meine Tochter wird in wenigen Tagen 6, ich muss mir gerade eingestehen , dass ich nciht mehr mit ihr klarkomme.

Ihre großen Geschwister sind immer sehr "pflegeleicht" gewesen. SIe war schon immer etwas spezieller, immer schon sehr stur und mit Dickkopf, aber seit einem Monat bin ich wirklich am Ende meiner Kräfte. Nun liebäugele ich mit einem Gespräch beim Psychologen. Bitte berichtet mal von Euren Erfahrungen dort bzw ob ihr das für sinnvoll erachtet.

Auch für hilfreiche Tips bin ich sehr dankbar. Ich wess in manchen Situationen keinen Rat.

Erstmal gibt es hier permanent Gebrüll. Wenn was nciht passt, geht es sofort los "Wääääähhhhh", ich sehe inzwischen sofort rot und bin auf 180, wenn das Dauergejaule losgeht.
Heute habe ich sie vom Kindergarten zu Fuß abgeholt, sie wollte erstmal nichts machen ("Nö, ich ziehe meine Schuhe nicht an!"), danach hat sie den kompletten Heimweg durchgejammert, 20 Minuten lang. Am Ende war ich so verzweifelt, dass cih sie hab stehenlassen (sie kam dann natürlich noch mehr jammernd hinterhergelaufen)

Zuhause haut sie ihre Geschwister. Nicht häufig, aber 2, 3 mal am Tag kriegen diese es ab.
Seit neuestem auch mich.
Auf eine Entschuldigung beharren ist sinnlos, man beisst auf Granit.

Sie ist teilweise rotzfrech in ihren Worten und super verletzend. Ich hab mich eben ins Bett zu ihr gekuschelt und ganz lieb erklärt, dass ich mir so sehr die liebe kleine Maus wünsche, die sie so oft ist. ich hab sie Gekrault, ihr Geschichten erzählt.
Irgendwann sagte sie "Wann gehst du endlich? Ich werd Dich nie mehr mägen, bis Du tot bist".

Ihre Frustrationstoleranz ist teilweise gleich null.
Wenn ihr ein Löffel nicht passt, kann sie schonmal brüllend am Tisch sitzen.

Ebenso lässt sie im Moment ihr Essen gerne stehen , weil ihr Bruder "zu laut schmatzt". Macht er gar nicht, aber sie rastet dann gerne mal aus "Ich ertrage das Geschmatz nicht" und zieht von dannen.

Schuld sind immer die anderen. Heute fiel ihr ein Keks runter, ich stand 5 Meter daneben "Mama, wääääääh, das ist deine Schuld, weil Du so geguckt hast". Dazu gibt es noch dutzende Beispiele.



Das war mal grob unser Tag.
Es ist so unberechenbar - es gibt Tage, da ist sie megalieb.
Und das traurige ist, dass sie die ganze AUfmerksamkeit auf sich zieht, ihre "braven " großen Geschwister kriegen so viel Aufmerksamket nicht ab.

Was sagt ihr dazu? Eine normale knapp Sechsjährige?
Oder ein Fall für Hilfe von aussen?

Hallo,

Das kommt mir sehr bekannt vor, unsere erste Tochter (auch 5) ist vom Wesen her ähnlich. In Ermangelung großer Geschwister lässt sie Frust vor allem am Papa und an mir aus.

Unterscheidet Du zwischen ihr als Wesen und ihrem Verhalten? Bei dem Kuscheln hast Du eigentlich die Situation zuerst ruiniert. Du hast ihr deutlich zu verstehen gegeben, dass Du den größten Teil von ihr (da ihr Verhalten mit Ihrer Person gleichgesetzt wird) ablehnst. Du hast durch die Blume gesagt, dass Du nur den kleinen angepassten Teil magst, der süß ist.
Wenn mein Partner mir sagen würde, er mag mich nur, wenn ich super drauf bin, ich würde an seiner Liebe zweifeln. Und zum Kuscheln wär mir dann auch nicht mehr. Ich verstehe ihre Reaktion total.
Wenn meine Tochter wütet sage ich ihr, dass ich sie immer liebe, auch wenn ich ein Verhalten (z.B. Treten...) nicht erlaube. Mir gelingt es nicht immer, klar zu unterscheiden, aber ich mache Fortschritte, und somit auch sie.

Beim Anziehen haben wir es auch oft schwer, besonders wenn Müdigkeit dazu kommt. Im Augenblick hilft uns am Besten, als letzter abzuholen, wenn die Erzieher auch heim wollen. Hast Du denn versucht, herauszufinden, warum sie nicht wollte? Unsere wollte neulich unbedingt mit einem anderen Kind gleichzeitig abgeholt werden. Da habe ich eben noch kurz gewartet, weil es machbar war. Oder wolltest Du einfach, dass sie pariert? Passen die Schuhe noch, war Sand drin, war was doofes in der Kita passiert und sie noch aufgeregt?
Wenn meine Tochter nach der Kita runter mit den Nerven ist, setze ich mich manchmal erst mal ein paar Minuten auf irgend eine Bank, Mauer.... Oft helfen 5 Minuten schon unglaublich. Uns beiden.

Ich denke, euch könnte eine Beratung oder ein Elternseminar echt helfen, wieder mit dem Mädel in eine gute Beziehung zu kommen. Vielleicht gibt es bei Euch die Lebenshilfe oder den Kinderschutzbund, manchmal bieten auch Kitas Kurse an.
Mir jedenfalls hilft es sehr. Zusätzlich scheint unserer Tochter die Ergotherapie gut zu helfen, ihre Körperwahrnehmung ist nicht so gut, das erschwert ihr das Leben.


Liebe Grüße
Aozora

Also ich finde nicht, dass es normal klingt. Zumindest in diesem Ausmaß. Was meint denn der Kindergarten? War es schon immer so? Oder ist es gerade eine anstrengende Phase bei euch in der Familie?
Ist sie generell sehr sensibel und kann Reize schlecht(er) verarbeiten, wenn sie selbst Essgeräusche stören?
Ich denke ein Blick von außen schadet meist nicht.
Rede doch mal mit der Kinderärztin oder schildere deine Probleme einfach mal unverbindlich einer Erziehungsberatung. Da hab ich schon mal gute Ideen bekommen, wie ich mit Verhaltensweisen der Kinder anders umgehen kann.
Wenn du mit den anderen Kindern gut klarkommst liegt es wohl weniger an dir, sondern ein Kind ist einfach herausfordernder oder eben in mancherlei Hinsicht spezieller.

Hallo,
das hört sich nach unserer Tochter an. Nur, dass sie die große Schwester ist und nicht die kleine. Wir haben noch einen Babyjungen und einen Dreijährigen, der auch oft von ihr gehauen wird. Anziehen ist ein ganz schwieriges Thema, Schuhe, Socken, Hosen,Jacken - alles kann zu einem riesigen Ausraster führen, so dass man das Haus nicht wie geplant verlassen kann.
Und das mit dem Schuldgeben, wenn etwas blödes passiert, ist hier auch so. Im Moment ist es ein bisschen besser geworden. Aber darüber nachgedacht, sich beraten zu lassen, habe ich auch schon.

Eine bekannte hat sehr gute Erfahrungen bei einer erziehungsberstungsstelle gemacht, dort gab es auch Einheiten mit dem Kind alleine. In unserem Kindergarten gibt es einen Psychologen (er ist nicht fest dort, sondern für mehrere Kindergärten zuständig), mit dem man bei fragen/Problemen einen Termin machen kann. Bei euch evtl auch? Das mit dem schmatzen würde ich nicht als Boshaftigkeit werten, es gibt Menschen, die sind sehr empfindlich gegenüber bestimmten Geräuschen (bei mir ist es kaugummikauen). Nach dem Kindergarten ist mein Kind auch erstmal fertig und oft grantig. 20 Minuten laufen können da schon lange sein. Dennoch klingt es für ne 6jährigr schon extrem. Zeigt sie an guten Tagen denn Einsicht, tut ihr ihr Verhalten denn leid?

Das ist Wackelzahnpubertät.

Wackeln die Zähne, wackelt die Seele.
Gibt Bücher dazu.

Ganz normal und eben unterschiedlich stark ausgeprägt. Trotzalter kennt jeder. Wackelzahnpubertät ist weniger bekannt.

Ich finde es immer grenzwertig, wenn hier Mütter schreiben, alles sei ganz normal. Manches Verhalten von Kindern ist eben nicht mehr normal und da sollte man mal forschen was da los ist. Es kann nicht sein, dass eine ganze Familie unter einem Kind leidet, Eltern an die Grenzen geraten, Geschwister hinten runter fallen. Die Welt dreht sich nicht nur um einen.

Ich hatte so ein Kind in der Klasse, laut Eltern alles völlig normal, Kind halt. Irgendwann hab ich sie davon überzeugt mal mit dem Arzt reden zu dürfen. Fazit:Kein normales Verhalten eines Erstklässlers. Info der Kita :sehr problematisch, Info der Folgeschule: sehr problematisch.
Manches Verhalten ist mit Pubertät nicht mehr zu erklären.

Liebe TE, holt euch Hilfe. Das schadet nichts. Beratung, SPZ, Kinderarzt, Psychologe...

Hallo,

Wackelzahnpubertät hin oder her, das Verhalten deiner Tochter ist nicht normal. Meine Kinder waren mit 6/7 Jahren auch anstrengend, aber nicht so. Sie bocken dann mal, Mädchen mutieren zu Dramaqueens etc., aber bei deiner Tochter stimmt irgendwas nicht. Und wie ich das hier auch ganz vielen anderen schreibe, deine Tochter kann da nichts für, sie macht das nicht, weil sie euch weh tun will. Sie weiß bsich gerade nicht anders zu helfen. Und das kann ganz viele Ursachen haben. Von Psychologen bei Kindern halte ich erst was, wenn feststeht, dass das Kind wegen bestimmten Gründen eine Therapie benötigt. Psychologen sind nur Therapeuten. Psychologen können Kindern mit Gesprächs- und Verhaltenstherapien helfen. Dazu muss aber erst mal geklärt sein, was sie behandeln sollen. Mein erster Gang wäre zum Kinderarzt um ein großes Blutbild machen zu lassen. Anschließend würde ich mir eine Überweisung zum Kinder- und Jugendpsychiater geben lassen. Diese können in verschiedenen Tests herausfinden, was mit deiner Tochter nicht stimmt. Das kann von ADHS, Wahrnehmungsstörungen, Hochsensibilität etc. alles sein. Steht dann eine Diagnose, könnt ihr damit gezielt nach Therapien suchen. Angefangen von Psychotherapie, Ergotherapie usw. wird euch dann das richtige empfohlen. Erziehungsberatung halte ich immer für sehr zweifelhaft. Klar, es gibt Eltern, die können nicht erziehen und sind mit Kindern überfordert. Da kann es helfen sich Hilfe zu holen. Du hast aber zum einen schon die älteren Geschwister erzogen und ich glaube nicht, dass das Problem an eurer Erziehung liegt. Deine Tochter hat irgendein Problem. Und das muss erst mal erkannt und dann behandelt werden.

LG
Michaela

Echt? Dein erster Schritt wäre, dass das Kind irgendeine Diagnose bekommt?

Das finde ich befremdlich.

Naja, eine Diagnose suchen kann ja auch bedeuten, dass es keine gibt. Dann kann man aber wieder ganz anders weitermachen.
Und wenn eine gefunden wird spart man sich evtl monatelanges rumexperimentieren...

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Es ist vollkommen egal, ob Andere das normal finden. Du kommst damit nicht zurecht. Also solltest du dir Hilfe holen.

Guten Morgen!

"Sie ist teilweise rotzfrech in ihren Worten und super verletzend. Ich hab mich eben ins Bett zu ihr gekuschelt und ganz lieb erklärt, dass ich mir so sehr die liebe kleine Maus wünsche, die sie so oft ist. ich hab sie Gekrault, ihr Geschichten erzählt"

Na, das ist aber auch rotzfrech und verletzend, findest du nicht? Du wünschst dir eine "liebe, kleine Maus"???? WEnn sie lieb und angepasst ist, ist alles gut, sonst nicht?

Ich denke auch, dass eine Erziehungsberatung deine erste Anlaufstelle sein sollte. Dein Ansatz scheint mir zu sein, dass sich deine Tochter ändern muss, dass allein mit ihr was nicht stimmt. Ich glaube aber, dass zuerst du dich und deine Sicht auf deine Tochter ändern musst, bevor sie was anders machen kann.

Während eurer Kuscheleinhait im Bett hätte ich ihr nicht gesagt, was ich mir wünsche. ich hätte ihr nicht gesagt, was sie zu tun hat. Ich hätte eher gesagt, was an dem Tag gut war und hätte gefragt, was für sie gut war. Vielleicht auch, was für sie (!) weniger gut war und was sie sich gewünscht hätte. Ganz sicher hätte ich mein Kind nicht zur "lieben, kleinen Maus" degradiert.

Ich schätze, sie bekommt genug Ansagen, wenn sie ihre Geschwister schlägt oder sich daneben benimmt. Da kann man sich überlegen, was angemessen ist, ob es wirklich immer der großen Aufregung bedarf, aber während der gemeinsamen Kuschelzeit geht es um positive Verstärkung, nicht um Kritik an ihrem ganzen Wesen.

LG

Also nun übertreibe mal nicht. Es war vielleicht nicht die beste Aussage der Mutter, aber bei weitem nicht rotzfrech. Schön, dass du nach Wochenlangem Terror der kleinen Dame so besonnen und korrekt reagieren würdest. Top Mama! Aber wirf der TE nicht vor, sie sei ebenso rotzfrech. Das find ich frech, von dir!

Und das kannst du mir nur anonym sagen?

Ich werfe der TE gar nichts vor, ich will nur eine andere Sichtweise aufzeigen.

"Top Mama! "
Danke schön! Dabei kennst du mich gar nicht. (*Ironie off*)

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Was sagt denn der Kindergarten? Vielleicht ist dort etwas unbewusst vorgefallen, warum sie in letzter Zeit so reagiert.

Also erstmal möchte ich dir Mut zusprechen. Ich finde es gut, dass du dir Gedanken machst, wie du der kleinen helfen kannst.
Klar könntest du auch warten, aber du musst auch an die Zukunft denken und euer Verhältnis soll ja nicht noch schlechter werden.

Wie Dir schon geraten würde, würde ich auch erstmal ganzheitlich auf die Suche gehen. Vielleicht findet man was, was behandelt werden kann/muss, vielleicht auch nicht.
Auch wenn hier viele gleich den moralischen Zeigefinger auspacken, dass ja alles nur an der Mutter liegt usw. solltest du dich davon nicht irritieren lassen. Die sind alle nicht in deiner Situation und es mich würde stark wundern, wenn diese Damen in jedem Moment so perfekt reflektiert reagieren würden, wie sie es hier vorgeben.

Aus Erfahrung in meiner Familie (kleiner junge mit 0 Frusttoleranz und extremen Problemen auch im Kindergarten, Zurückstellung der Einschulung usw.) kann ich dir sagen, dass ein guter Therapeut niemals nur das Kind behandeln wird, sondern immer auch die Eltern. Bei einer so engen Symbiose bringt es nämlich nichts an nur einer Schraube zu drehen.
Allerdings musst du da wirklich einen guten finden. So wenig wie es bringt nur das Kind zu behandeln, so wenig bringt es nur die Eltern zu behandeln.
In der Familie war das der Fall und alles musste sich plötzlich um dieses Kind drehen mit speziellen Elterntagen, Dauerbelohungen usw. Im Endeffekt hatte der Schlawiner ganz schnell raus, dass er sich nur daneben benehmen muss und schon wird er nach Strich und Faden verwöhnt. Doof sind die kleinen ja nicht 😂

Nach einem Therapeutenwechsel wurde er dann mal mehr in die Verantwortung genommen. Ganz kindgerecht natürlich, aber ihm wurde schon aufgezeigt, dass es sich nicht immer hinter seinen Eltern mit seinem Verhalten verstecken kann.
Nach wenigen Monaten war er natürlich kein anderes Kind (will man ja auch nicht), er hat immer noch einen starken Charakter und braucht etwas mehr Führung als sein Bruder, aber ER war glücklicher, ausgeglichener, hat sich nicht mehr seinen Gefühlen so ausgeliefert gefühlt. Und darum geht es ja, nicht den Eltern das Leben einfacher zu machen, sondern den Kindern. Und wenn es da am Anfang schon hakt, weil sie keinen Weg für sich finden, dann zieht sich das halt schnell durchs ganze Leben.

Ich wünsche euch alles Gute und dass ihr einen Weg für euch als Familie findet 🍀

Da Kinder einfach nur Spiegel der Erwachsenen sind, ist die Idee mit dem Psychologen gut, wenn du dazu bereit und offen bist.

Kinder sind NUR ein Spiegel? Das heißt im Umkehrschluss Kinder haben keine eigene Persönlichkeit. Warum sind dann die Spiegelbilder der TE so unterschiedlich?

Kinder spiegeln auch Verhaltenweisen ihrer Eltern. Daher ist eine Beschäftigung damit nie von Nachteil. Entwicklung ist aber mehr. Jeder Mensch bringt von Geburt an diverse Eigenschaften mit. Und das selbe Umfeld hat auf unterschiedliche Persönlichkeiten unterschiedliche Auswirkungen.

Man kann sich auch an einem Wort aufhalten und sich daran hochziehen, wenn man Spaß daran hat.
Ich denke, wenn die te sich mit sich selbst beschäftigt, vielleicht auch mit professioneller Begleitung, dann werden sie schon drauf kommen. Kleiner Tipp am Rande... Es liegt nie an den Kindern...

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Hallo,

für mich klingt das so, als wäre deine Tochter sehr verzweifelt und verletzt.
Sie merkt, dass sie nicht so ist wie du sie haben möchtest ( und das hast du ihr ja auch noch klar gesagt beim kuscheln).
Auf die "braven" Geschwister ist sie anscheinend wütend, eben weil sie nicht in der Lage ist so zu sein wie sie.

Deshalb das Schlagen, Beleidigen und vom Tisch weggehen wegen vermeintlich zu lauter Schmatzerei vom Bruder.
Sie hält die Familienzeit beim Essen nicht aus, weil sie sich höchstwahrscheinlich nicht in ihrem Wesen akzeptiert und angenommen fühlt. So etwas ist für ein Kind unerträglich
Du solltest deine Sicht auf das Kind ändern und unbedingt dein Verhalten deiner Tochter gegenüber überdenken, mit ihr darüber reden.
An deiner Stelle würde ich eine Familienberatung suchen.
Nur beim Kind nach dem "Fehler" suchen ist meiner Meinung nach falsch. Sie braucht wieder Vertrauen zu euch.
Ich wünsche euch alles Gute.
Lg

Nein normal ist das nicht und ich würde mir an Deiner Stelle auch Rat bei einer Erziehungsberatung holen. In den letzten Jahren wird ja bald jede Phase und "Auffälligkeit" eines Kindes mit einer Pubertätsform bezeichnet, das finde ich wirklich......seltsam, egal wieviele Bücher es darüber gibt.
Ich habe in meiner Familie Kinder genug miterlebt, nicht nur meine beiden, aber so krass kenne ich das auch nicht. Wäre meine Enkelin so auffällig gewesen, hätte ich meiner Tochter auch zu einem Psychologen geraten.
Irgend etwas hat Dein Kind, was es so durcheinander bringt und ich glaube sicher, dass es sich auch nicht wohlfühlt in seiner Haut. Keine Sechsjährige ist glücklich mit so einem Affenzirkus - und die ganze Familie leidet ja auch darunter . Wahrscheinlich würde ich sie erstmal vom Kinderarzt gründlich durchchecken lassen, dass nichts Organisches vorliegt und dann eine Beratung aufsuchen, vielleicht kann Dir der Kinderarzt jemand empfehlen. Bis dahin würde ich ihr wohl nicht die Aufmerksamkeit geben, die sie erzwingt, sondern so gelassen wie möglich ihre Anfälle unkommentiert ignorieren, auch wenn es verdammt schwerfällt. LG Moni

Guten Morgen.

Mich erstaunen immer wieder die unterschiedlich gelagerten Antworten, wenn in verschiedenen Themen Verhaltensweisen von Kindern geschildert werden, die sich eigentlich total ähneln... aber egal.

Also, mir ist solches Verhalten ähnlich auch bekannt. Ich habe zwei Töchter, 3 und 6, die zwar sehr unterschiedlich sind, aber jede auf ihre Weise unglaublich anstrengend, und das geht echt seit Geburt der Kleinen, Anfang 2016 durchgehend so. Also ich weiß, was es heißt, an der Grenzen allen Möglichen zu sein. Ich habe mich oft gefühlt, als stünde ich nicht mehr am Abgrund, sondern läge längst drin.

Ich habe seit Mitte 2017 aktiv nach Hilfe gesucht, bis ich nach über 8 Monaten endlich gute Hilfe bekommen habe in einer KJP Praxis. Dort habe ich lange Gespräche geführt, meine Kinder wurden angeschaut, es gab Besuche zu Hause, ein Elterncoaching.

Allerdings muss ich dir sagen, habe ich dort mitbekommen, was wirklich eindeutig schlimme Probleme in der Familie sind. Ich hatte mehrfach solches Mitleid mit manchen Müttern bzw Familien.

Bei uns sind keine behandlungsbedürftigen Diagnosen, aber auch keine Erziehungsfehler herausgekommen. Unsere Kinder sind einfach charakterlich fordernd und anstrengend, können aber auch in anderen Bereichen viel mehr, als andere Kinder. Die Vorteile ihrer starken Chararktere werden die Kinder später genießen, die Nachteile des anstrengenden Zusammenlebens tragen heute leider wir übrigen Familienmitglieder. Das ist mein Fazit.

Ich gestehe, oft war es einfach nur das Reden, denn geändert wurde durch die Therapie ja nichts. Ich weiß, dass meine Kinder (zwar am oberen Limit, aber) normal bzw gesund sind. Ich weiß auch, dass wir nichts falsch gemacht haben. Ich weiß aber auch, dass sich das anstrengende Verhalten erstmal kaum ändern wird. Das wird die Zeit und die weitere geistige Reife der Kinder, natürlich verbunden mit weiterhin konsequenter Erziehung, bringen.

Ich empfehle dir also, lass dich ruhig beraten. Schaden kann das ja nicht. Manchmal helfen einfach die Gespräche, manchmal gibt es hilfreiche Tipps, um irgendwie doch Kleinigkeiten zum Positiven zu verändern.

Ich wünsche dir viel Kraft. Die Zeit spielt für uns und deine Kleine wird/ist? schon 6. Es dauert nicht mehr sehr lange.

LG

Also ich finde das Verhalten ehrlich gesagt auch recht gewöhnungsbedürftig. Und sich Hilfe zu holen ist ganz sicherlich nicht falsch. Von daher mach es, es kann dir nur helfen. Und egal was dabei rauskommt, du hast eine Antwort mit der du vermutlich wirst arbeiten können. So gesehen kannst du dabei an sich gar nichts verlieren sondern nur gewinnen.

Immerhin kann es so nicht weitergehen. Weder für dein Kind dessen Frust-Grenze bescheiden ist, noch für dich die immer mehr am Limit ist. Ich kenn das übrigens und ich hab kein 08/15 Kind. Von daher viel Glück für euch.

Ela

Hallo, bitte einen Termin bei der Erziehungsberatungsstelle ausmachen. Erstmal klingt das für mich nach einer normalen Sechsjährigen, aber scheinbar belastet das Verhalten das Familienleben und vermutlich auch die Beziehung zwischen dir und deiner Tochter.
Alles Gute

Hey, meine Tochter ist ein Jahr jünger, ich mag trotzdem ein paar Anregungen schreiben. Dieses gejaule was du beschreibst, haben wir hier auch. Und es geht so sehr an die Nerven. Ich kenne das. Ihr seid da in so einer negativ Spirale. Hier auch, sie jault ich bin gleich super genervt und reagiere heftiger als nötig. Ich habe mit meiner Tochter darüber gesprochen und ihr erklärt dass ich durch das gejaule nicht verstehe was los ist, wieso sie weint, und ich ihr entsprechend nicht helfen kann. Und dann hab ich auch erst reagiert, wenn sie es etwas ohne zu jaulen gesagt hat. Außerdem habe ich ihr einfach mal erklärt dass ich nicht mehr schimpfen möchte und das ab jetzt lasse, im Gegenzug benimmt sie sich auch gut. Mittlerweile klappt es recht gut. Thema Schuhe anziehen, klar kann meine Tochter das, aber will gerne das ich es mache. Ich habe es einfach eine zeitlang immer gemacht und sie damit verwöhnt. Dann habe ich sie gebeten doch einfach die Schuhe selbst anzuziehen und mittlerweile fragt sie immer relativ freundlich ob ich sie ihr anziehen kann. Ich sage dann, wenn ich so freundlich gefragt werde, mache ich das sehr gerne. Sie merkt das sie mit ihrer freundlichen Art weiter kommt.
Das Geschwister gehauen werden, 2,3 mal am Tag finde ich überhaupt nicht verwunderlich. Das machen doch alle mal. Wehren sich denn die anderen nicht? Klar nervt das, aber naja, ist halt ein Lernprozess.
Ich wünsche dir gute Nerven.
LG

Ich habe jetzt nicht alle Antworten gelesen obwohl ich das Thema sehr interessant finde. Das Verhalten erinnert mich dennoch stark an unsere Nachbarin (7), bei der ist eine Hochbegabung festgestellt worden. Sie tickt dadurch halt einfach anders, was für Eltern, Freunde (spielt manchmal mit meiner Tochter) häufig nicht ganz einfach ist. Ich würde mich an Deiner Stelle vermutlich auch mal auf die Suche nach einer Diagnose machen. LG und Stärke Nerven wünsche ich Dir 🤗

Es gibt temperamentvolle Kinder, die häufig sehr emotional reagieren. Mein großer Sohn 5 Jahre ist deiner Tochter im Verhalten sehr ähnlich.
Lese gerade das Buch:
Wie anstrengende Kinder zu großartigen Erwachsenen werden.
Dieses Buch finde ich sehr hilfreich, mein Kind zu verstehen und selber besser zu reagieren.

Ja, such dir Ergebnisoffene Hilfe.

Unsere Tochter (damals die Jüngste), benahm sich auch so und als sie in die Schule kam, steigerte sich dieses Verhalten.

Wir sind zum Kinderarzt und danach beim Psychiater durch die Tests gelaufen. Gleichzeitig haben wir ein Marburger Konzentrationstraining absolviert, unsere Tochter und wir auch.

Nie werde ich den ersten Abend vergessen. Wir Eltern sollten (die Kinder waren nicht dabei) etwas Besonderes bzw. Positives über ihr Kind sagen. Die Frau neben mir brach in den Tränen aus und sagte, sie ist so fertig, dass sie schon keine positiven Dinge mehr erkennen kann. Und mir ging es genauso, daher hätte dein Satz zu deiner Tochter auch von nir gekommen sein können.

Es dauerte 1 Jahr bis wir die Diagnose ADS hatten, nicht ADHS wie wir fast erwartet haben, tatsächlich ist sie nur lebhaft.

Das Marburger Konzentrationstraining hat uns aber geholfen, im Alltag wieder klar zu kommen. Wieder aufeinander zugehen zu können und meine Tochter hat gelernt, besser mit Frust umzugehen.

Die Tests waren neben diversen Bluttests, EEG, IQ Tests, Konzentrationstests vor allem Gespräche mit ihr, uns und auch gemeinsam. Es wurde uns empfohlen sie medikamentös einzustellen. Das haben wir abgelehnt.

Inzwischen sind 4 Jahre vergangen, es war nicht immer leicht, aber wenn es schwierige Phasen gibt, frischen wir die Methoden von damals auf und das bringt wieder etwas mehr Ruhe herein, bei ihr und bei uns. Hatten wir gerade erst vor kurzem, als sie aufs Gymnasium gewechselt ist. Das bei ihr ADS diagnostiziert wurde, weiß sie erst seit kurzem, wo es sich naja, irgendwie gut verwachsen hat. Wir wollten nicht dass sie sich selbst als "falsch" betrachtet.

Bei uns war hilfreich, klaren Regeln und gleiche Abläufe zu haben. Dinge im Kopf zu "sortieren", und eben tatsächlich erstmal Luft holen und aus der Situation zu gehen. Und uns hilft das Wissen, dass sie unser Verständnis eben mehr braucht als die anderen Kinder.

LG und alles Gute

Um auf die Adhs Beiträge einzugehen:

Jeder Mensch durchläuft in seinem Leben angeblich mal das adhs.

Deswegen sehe ich hier die Frage ob deine Tochter immer schon „so“ war. Wie empfinden andere ihr Verhalten die Sie täglich erleben? Wie kommen diese mit ihr klar?

Wenn du von „außen“ nicht die selben Rückmeldungen erhältst wie du erlebst dann kann es nichts krankhaftest sein. Die richtet sich schließlich nicht nach Uhrzeiten oder Betreuungspersonal.

Ich „leide“ schon seit Kindheit an misophonie (der Hass auf bestimmte Geräusche) und erschrecke über die simpelsten Sachen (weil du mich angeschaut hast - ist mir der Keks runtergefallen). Werde richtig ungehalten und muss mir ins Gedächtnis rufen dass es nicht an den anderen liegt. Dies schwankt übrigens je nach nervlicher Belastung.


Ist deine Tochter eventuell recht überfordert (aktuell))?

Viele Grüße

Hey..ich würde es weder als hochgradig pathologisch, noch normal beschreiben. ich denke man kann da noch was machen ohne gleich den großen Stempel"Diagnose" drauf zu drücken bei deiner Tochter.
Ich würde erstmal folgendes an mir als Mutter selber ändern:
1. Dem Kind durch ich - Botschaften vermitteln, wo die Grenzen sind.also zb: ich bin traurig, weil du mich haust. Das möchte ich nicht.

Oder ich liebe dich, egal wie du bist, weil du meine Tochter bist.

2. Bei Trotzanfällen ruhig bleiben und beretebdji4 zeigen aber nicht diskutieren. Zb keks fällt runter, Tochter macht drama.dann würde ich sagen: oh das ist ja schade, wenn du möchtest kannst du dir gern einen neuen keks nehmen.sowas passiert.ichbkann verstehen dass du traurig darüber bist.
Und dann aber auch nicht mehr Aufmerksamkeit als nötig geben, damit sie nicht denkt, durch Drama bekommt sie Aufmerksamkeit.

3. In ruhigen Momenten, wo deine Tochter nicht anstrengend ist, ihr sofort Aufmerksamkeit geben!meist fallen Kinder hinten über wenn die ruhig/lieb sind..das ist ja kontraproduktiv.

Außerdem Mal mit den Kita Erzieherinnen sprechen, wie es da ist.oder auch mit Eltern von Freundinnen, die sie besucht.

Bei 2. Sollte es Verständnis heißen