Vorfahren / Familiengeschichte

    • (1) 19.10.19 - 21:05
      Zaubermausi1978

      Hallo liebe Urbianer/innen,

      wir waren jetzt bei einer Freundin und sie hat uns ihr Familienbuch gezeigt. Dort hat sie mit Hilfe ihrer Omas den Stammbaum bis zu den Urgroßeltern ihrer Omas mit allen Verwandten recherchiert. Das war beeindruckend wie viele Leute die ich (flüchtig) kenne, über viele Ecken miteinander verwandt sind. Wir kommen aus einem kleinen Dorf und da kennt man sich und früher wurde halt auch viel "im Dorf" geheiratet.
      Naja, jedenfalls hat sie mir einen ellenlangen Vortrag darüber gehalten, wie wichtig es ist zu wissen woher man kommt, welche Vorfahren man hat und wie sie gelebt haben. Das würde alles unseren Charakter beeinflussen und die Abstammung sei so wichtig.
      Ich muss zugeben, darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht. Meine Uropas sind beide im Krieg gefallen. Sie habe ich niemals kennengelernt.
      Glaubt ihr daran, dass die Abstammung einen beeinflusst? Ich bin eher der sachliche Typ und der Überzeugung, jeder ist seines Glückes Schmied.

      • Es gibt sicher Charakterzüge, die vererbt werden, aber wenn man sich mit der Psyche beschäftigt, stellt man fest, dass das meiste sich erst durch die Erziehung, die Erfahrung und das Umfeld bildet.

        Hallo
        Ich finde schon dass da was dran ist und einen das ganze möglicherweise auf einer Weise weiterbringen kann. Auch was zB. Krankheiten angeht, können Informationen über die Vorfahren hilfreich sein.
        Wen es aber nicht interessiert, interessiert es halt nicht. Ich muss gestehen, dass ich das nicht unbedingt nachvollziehen kann. Ich kenne einige Familien die adoptiert haben und wenn da ein, mittlerweile erwachsener, Mensch so überhaupt keine Interesse an seiner Herkunft hat, wundert mich das. Geschichte, Familiengeschichte usw. usf. war für mich allerdings schon immer sehr interessant und ich hinterfrage viel. Das ist halt nicht bei jedem so.

        LG

        (4) 20.10.19 - 07:00

        Also ich denke schon, dass vieles vererbt wird. Ich sehe es an mir selbst - ich bin irgendwie schon eine Kopie meines Vaters. Ich habe all seine charakterzüge, ganz deutlich wird das an der Kreativität. Wir haben zwar ganz unterschiedliche Hobbys, aber sie bedienen sich an unserer unendlichen Kreativität. Ich habe erst vor wenigen Jahren mehr zu meinem Stammbaum erfahren. Die Seite meiner Mutter ist ziemlich nüchtern. Die Leute sind sehr auf Geld bedacht, auf ansehen. Es gibt dort wenig Liebe, es zählt nur Fleiß und wirtschaftlicher Wachstum. Ich kann meinen Stammbaum da zurück bis zu meiner ururgroßmutter verfolgen, mit Fotos, die ihren Alltag zeigen und winzigen Geschichten, die hinten auf den Fotos stehen.
        Dann ist da die Seite meines Vaters. Tatsächlich komme ich da nur bis zu meinen Großeltern, was ich sehr schade finde. Aber ich weiß, dass der Vater meines Vaters bei einem russischen wanderzirkus gearbeitet hat, er arbeitete mit den Tieren und hat Shows auf die Beine gestellt. Das wiederum zeigt irgendwie schon, woher mein Vater und ich unsere Eigenschaften haben. Dazu muss man sagen, das er nicht mit seinem Vater aufgewachsen ist. Uns ich leider ebenso wenig bei ihm. Sein Vater zog irgendwann weiter, er hatte einen stiefvater, seinen eigenen Erzeuger hat er nur wenige Male getroffen. Ich wurde durch meine Mutter von meinem Vater ferngehalten. Dennoch sind mein Vater und ich viel mehr so wie dieser Mann, der im Zirkus gearbeitet hat, als die Leute, mit denen wir aufgewachsen sind.

        Der Mensch ist das Resultat aus seinen genen, seinem Umfeld und der Umwelt. Aber was das heißt und wie viel man dem beibemisst, hängt von jedem selber ab.
        Ich bin bei meiner Mutter aufgewachsen und ja, sie hat mich geprägt - aber ich bin garantiert nicht so wie sie. Ich habe viel Zeit in Krankenhäusern verbracht, da mein Bruder schwer krank war und habe deswegen ein dementsprechendes Wissen, aber deswegen habe ich keinen medizinischen Beruf erlernt.
        Ich habe mich zu einer Person entwickelt, die ohne Einwirkung vom Vater aber ekxat so wie der Vater geworden ist. Ob es auf den genen liegt? Keine Ahnung... Ich wüsste gerne mehr von meiner väterlichen Seite, aber das ist unmöglich.
        Ich finde das ganze interessant und in Hinblick auf meine zwei Kinder bin ich gespannt, wie bei ihnen sich die charakterzüge entwickeln... Ich werde ihnen von ihren ahnen erzählen und ihnen die Fotoalben mit all den Infos irgendwann überlassen.

        Mein Mann hat einen Stammbaum, der gut 450 Jahre zurück reicht, mit Familienwappen. Das zu recherchieren war jahrelange Arbeit von Tante und Onkel. Aber er weiß nicht viel über die Charakter an sich, die hinter den Namen stehen. Stolz ist er dennoch darauf, dieses Wissen zu haben.

      • "Glaubt ihr daran, dass die Abstammung einen beeinflusst? Ich bin eher der sachliche Typ und der Überzeugung, jeder ist seines Glückes Schmied. "

        Ja, aber nicht so extrem, wie deine Freundin beschreibt.

        Grundcharakter bringt jeder selbst mit, schon zur Geburt.
        Erziehung macht aber auch viel aus.

        Da finde ich interessant, wie Verhaltensweisen, "scheinbare Charakterzüge" über Generationen weitergegeben werden. Durch Verhalten, Vorbilder, Erziehung etc.

        Für Adoptivkinder finde ich es wichtig, dass sie die Chance haben, ihre Wurzeln kennen zu lernen!
        Interessant finde ich hierbei aber auch, was sie genetisch mitbekommen haben (und kennen lernen versuchen)
        und was sie durch die Liebe-Familie anders gelernt haben und daher nicht aus der biologischen Familie mitnehmen.


        Für mich ist es spannend meinen Stammbaum zu kennen.
        So weiß ich z.B. dass bestimmte Krankheiten, Allergien etc. tatsächlich weitervererbt wurden.
        Ebenso, dass ADS/ADHS in einem Familienzweig über mehrere Generationen zurück verfolgt werden kann. Nicht durch medizinische Tests, aber durch Eigenheiten, die in jeder Generation aufgetaucht sind.


        Auch interessant finde ich wie der Krieg/die Kriege die Generationen noch beeinflusst.
        Wie Kriegskinder sich anders verhalten als Nachkriegskinder
        wie meine Eltern mir Dinge weitergegeben haben, die ich jetzt differenziere. Manches finde ich wichtig, dass mein Kind das trotzdem lernt - und manches passt nicht in die heutige Zeit, weil es ihr schaden würde, damals aber überlebensnotwendig war.

        Spannend finde ich auch, wie verschiedene Generationen den Krieg erlebt haben.
        Ob als Erwachsene mit Enkelkindern , Erwachsene mit kleinen Kindern, als Jugendliche, als Kinder
        oder eben als Kinder, die nach dem Krieg geboren wurden und auf Grund der Erlebnisse der Geschwister/Eltern anders erzogen wurden

        und das wiederum, was sie an ihre eigenen Kinder/Enkelkinder weitergeben.


        Auch wie sich Ängste über Generationen verstärken (Erziehung) oder abschwächen (weil nicht mehr aktuell).

        Wie über die Erziehung viel mitgegeben wird zu Einstellungen wie
        - nie zum Arzt gehen. Wer hart ist, stirbt lieber, als einmal drauf schauen zu lassen
        - und als Gegenreaktion ein "immer sofort zum Arzt zu gehen" ensteht / oder die Einstellung unreflektiert übernommen wird "früher war das auch so"....

        Extreme überspringen bei uns z.B. Generationen
        Besser gesagt (bildlich ausgedrückt)

        Eltern Extrem Feuer erziehen ihre Kinder so.
        Diese finden das sooo doof, dass sie selbst zum Eltern Extrem Wasser werden.
        Deren Kinder finden das Extrem Wasser so doof, dass sie zum Extrem Feuer übergehen, weil sie den Regeln der Großeltern mehr abgewinnen können
        Deren Kinder wiederum übernehmen das Extrem Wasser, weil sie das andere Extrem zu heftig finden.

        Hin und wieder durchbricht eine Generation die Extreme und versucht einen Mittelweg zu finden.
        Dann gibt es Teile vom Extrem Feuer, Teile vom Extrem Wasser und ein paar eigene Teile.

        Was von Extrem-Feuer und Extrem-Wasser als grausam empfunden wird und erst mal zum Ausstoß führt. Gewohnheitsmäßig müsse man sich für eine Partei/ein Extrem, eine Familienkonstellation entscheiden. Immerhin ging das über mehrere Generationen so.....


        Ausbrecher gibt es bei uns in jeder Generation. Meist als das schwarze Schaf verschrien.

        Das ist in einem Familienzweig eben üblich.


        Im anderen Familienzweig sind es andere Dinge, die weitergegeben werden.
        Sowohl erbliche Faktoren (zeigen sich z.B. später trotzdem, auch wenn sie durch Erziehung nicht weiter gegeben wurden)

        als auch Verhaltensweitergegebene Faktoren, die nichts mit den Genen zu tun haben.
        Nehmen auch Adoptivkinder an; können später selbst ablegt werden, wenn man die Erziehung hinterfragt und man sich bewusst anders entscheidet.


        Ja, ich finde es spannend.
        In meinem Fall, weil ich mich so nicht so sehr als Alien fühle.
        Aber nur weil es immer schon so war, muss ich es nicht weiter führen.

        es hilft mir aber auch unausgesprochene Verhaltensweisen zu reflektieren, anzupassen und für mich heraus zu suchen, was TUT MIR GUT, was tut mir nicht gut
        und mich bewusst zu entscheiden.
        Weg von der Automatik. Immerhin weiß ich woher es kommt und das macht es mir einfacher zu sagen, nö will ich nicht, passt nicht mehr

        gleichzeitig aber anzuerkennen: als es früher so gemacht wurde, ergab es einen Sinn. Weil es früher überlebensnotwenig war. Z.B.

        Wenn ich sehe, wieviele Charakterzüge, Sprüche, Gewohnheiten und Grundeinstellungen meine Enkelin von meinem Mann übernommen hat, ist klar, dass ererbt nicht soviel ist, denn die beiden sind definitiv nicht verwandt;-) (war mein zweiter Mann und ihre Mama ist vom ersten).
        Ich habe den Charakter meines Vaters geerbt,schön #verliebt Das konnte nicht mal die verkorkste Erziehung meiner Mutter kaputtmachen.
        LG Moni

        • Mein Jüngster hat sehr viele Charakterzüge von meinem Schwiegervater; meine Schwägerin (und meine Schwiegermutter als sie noch lebte) sagt immer, der sei bestimmt geklont;-).
          Mein Schwiegervater ist gestorben, als der Kleine drei Monate alt war.

          • Ja manchmal ist es schon seltsam.
            Bei Leonie ist das Lustige, dass sie Sprüche/Gewohnheiten ihres Opas anwendet, die eigentlich aus einer Zeit stammen, wo sie noch recht klein war und die er in den letzten Jahren nicht mehr so oft verwandte(und wir garnicht).... Sie behauptet aber felsenfest, dass sie das alles noch wisse.....nagut #freu
            Irgendwie ist es auch schön .
            LG

      Wenn es so einfach wäre, bräuchten wir uns um Erziehung ja nicht so einen Kopf zu machen, dann könnten wir unsere Kinder bis sie 18 sind in den Keller sperren und dann sagen, so, jetzt schmiedet mal euer Glück...

      Auch der Schmied kann nur aus dem etwas schmieden, was vorhanden ist, aus seinem Material, seinem Werkzeug, seiner Fähigkeit, seiner Erfahrung...ohne das alles, wird er wohl kaum zu einem befriedigenden Ergebnis kommen.

      Ein Mensch ist immer die Summe aus seinen Genen, seinen Erfahrungen, den Erfahrungen seiner Eltern und Großeltern (z.B. Kriegskinder und -enkel-Thematik), seiner Resilienz etc.

      Dass ich bin wie ich bin, liegt auch daran, dass meine Eltern sind wie sie sind, und dass die sind, wie sie sind, daran, dass deren Eltern...tbc. Natürlich finde ich es da interessant, wo meine Vorfahren herkommen, wie sie gelebt haben, was sie erlebt haben....

      Ich weiß gar nicht, wie man auf die Idee kommen könnte, das könnte alles keine Rolle spielen.

      (10) 20.10.19 - 18:59

      Hallo, von welchem Vorfahren erbt man denn seinen Charakter?
      2 Eltern
      4 Großeltern
      8 Urgroßeltern
      16 Ururgroßeltern
      32 Urururgroßeltern
      Und alle werden durch ihre Zeit geformt. Und alle haben ebenfalls 2 Eltern, 4 Großeltern von denen sie etwas geerbt haben?

      Ne das ist mir zu viel Quatsch.

      Gruß Sol

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