heikles Thema

Hallo zusammen,

ich bin in Moment in einer Situation, die mich sehr belastet. Da diese etwas heikel und noch völlig offen ist, habe ich mich hier unter neuem Nickname angemeldet. Ich bin also kein Troll nur weil ich Frischling bin mit diesem Thema, sondern möchte einfach komplett unerkannt bleiben.

Ich werde versuchen das ganze so kurz wie möglich zu halten. Ich suche einfach dringend Rat (vielleicht kennt sich auch jemand rechtlich seht gut aus) da ich bei verschiedenen Hilfs- bzw. Beratungsstellen einfach nicht wirklich weiterkomme.

Also ganz grob... Vor wenigen Tagen kam meine kleine Tochter vom Spielen nach Hause. Sie hat mir erzählt, dass der Nachbarsjunge (geistig behindert und auf dem Stand eines siebenjährigen) sie mit in den Fahrradschuppen genommen hat, die Hose vor runtergelassen hat und meinte, dass sie es auch tun und auf ihn drauf setzen solle. Sie hat es, Gott sei Dank, nicht gemacht und kam sofort zu mir. Daraufhin meinte meine ältere Tochter, dass er dasselbe vor einigen Wochen ich bei ihr gemacht habe. Leider hat sie es mir damals nicht sofort erzählt. Allerdings ist auch sie nicht darauf eingegangen und gleich weggegangen.

Mein erstes Bauchgefühl hat mich sofort zur Polizei gedrängt, allerdings wollte ich das erst am nächsten Morgen machen, da es meinen Kindern soweit gut ging und ich alleine Anzeige erstatten wollte.

Da wir uns ansonsten sehr gut mit den Pflegeeltern verstehen ist mein Mann am nächsten Morgen zu ihnen rübervum sie über den Vorfall aufzuklären und Ihnen auch zu sagen, dass wir jetzt Anzeige erstatten gehen. Als sie von dem Vorfall hörten waren sie wirklich extrem erschüttert, meinten allerdings auch, dass eine Anzeige nichts bringen würde, da der Junge geistig behindert ist und es nur in Papierkram enden würde. Sie werden Gespräche mit ihm führen und es an seine Betreuerin weiterleiten, die mich heute auch noch anrufen wird.

Auch diverse Beratungsstellen meinten, dass eine Anzeige der falsche Weg sei.

Ich bin allerdings mit der Situation wahnsinnig unglücklich. Es geht mir richtig schlecht und alles in mir schreit danach doch zur Polizei zu gehen und es offiziell zu machen. Das er in keinen Strafvollzug kommt ist mir schon klar und das ist auch nicht das was ich will. Aber hier wohnen so viele kleine Mädchen. Wie kann gewährleistet sein, dass er das nicht mehr macht und das nächste Mädchen vielleicht nicht so selbstsicher ist.

Er ist zwar geistig sieben aber körperlich 16 und seine Hormone explodieren gard.

Die pflegeeltern meinten zwar, dass er das nicht versteht, aber in dem Moment als er meinen Kindern sagte, dass sie schweigen sollen darüber, hat er doch verstanden, dass es falsch ist.

Wenn ich allerdings zur polizei gehe, trete ich vielleicht etwas los was ich nicht mehr rückgängig machen kann und ich habe solche Angst, dass das meinen Kindern dann am Schluss noch mehr schadet.

Ich weiß der Text ist unglaublich lang. Danke an alle, die ihn bis zum Schluss gelesen haben. Und vielleicht hat ja jemand auch schon mal so etwas erlebt oder kennt sich mit der Rechtslage aus.

Ich wäre über Tips sehr, sehr dankbar.

Natürlich bringt eine Anzeige was, auch wenn er schuldunfähig sein sollte. Zum Glück hat unser StGB da auch Möglichkeiten.
Also auf jeden Fall zur Polizei!

Geh damit zur Polizei, wenn es dir dann damit besser geht. Ich denke, es schadet nicht, wenn das dann auch offiziell bekannt ist. Die Eltern können ihre Kinder vor dem Jungen warnen, dass sie nicht alleine mit ihm irgendwo hingehen sollen. Er wäre nciht der erste geistig unterbemittelte, der sexuelle Strafttaten an Kindern begangen hätte.

Ich bin in meiner KIndheit auch von einem Jungen belästigt worden. Habe mich nie getraut es jemandem zu sagen. Erst Jahre später mich einer Freundin anvertraut, die mir sagte, dass sie mit dem Jungen die gleiche Erfahrungen gemacht hat. Ich will nicht wissen, wer noch alles belästigt wurde. Das hätte man unterbinden können, wenn es offiziell bekannt gewesen wäre. Dann wäre sicher kein Kidn mehr mit dem Jungen alleine irgendwo hin gegangen.

Puh, das ist wirklich ein schwieriges Thema und auch unglaublich belastend.
Ich verstehe, dass ein Gang zur Polizei nichts bringt, allerdings kann man diese Vorfälle nicht unbeachtet lassen. Es muss also etwas auf Dauer unternommen werden. Ich würde mich nochmal mit den Pflegeeltern zusammen setzen und nach einer Lösung suchen. Ich würde darauf bestehen, dass sich die Eltern des Jungen an eine Erziehungsberatungsstelle wenden. Vielleicht gibt es dort auch Experten für Kinder mit Behinderung. Zudem würde ich darauf pochen, dass der Junge nur in Begleitung nach draußen gehen darf und nicht alleine, bis etwas nachhaltig unternommen wurde.

Wichtig ist dass professionell reagiert wird - dafür muss das Ganze ans Jugendamt gemeldet und zusätzliche Hilfen für sie Pflegeeltern und Interventionen angeleiert werden. Wenn der Betreuer dich anruft heisst das dass das passiert ist. Und dann ist es nicht notwendig die Polizei einzuschalten.
Lass dir aber eine Form von Nachweis geben dass die alle informiert haben wenn kein so ein Anruf kommt.

Wir hatten einen ähnlichen Fall in der Familie. Der Teen landete letztlich im betreuten wohnen da es Zuhause mit den Trieben nicht mehr zu händeln war. Wiederholungsgefahr ist hoch. Halte Deine Mädchen ganz ganz gut im Blick!

"Lass dir aber eine Form von Nachweis geben dass die alle informiert haben wenn kein so ein Anruf kommt."
Du meinst jetzt das die Pflegeeltern den Umkreis informiert hat falls die Betreuerin mich nicht anruft?
Sorry mein Kopf ist momentan komplett leer.

"Lass dir aber eine Form von Nachweis geben dass die alle informiert haben wenn kein so ein Anruf kommt."

Du meinst du Nachweis der Pflegeeltern darüber das sie die Nachbarn informiert haben, falls die Betreuerin mich heute nicht anruft?

Sorry habs nicht verstanden. Mein Kopf ist so leer und gleichzeitig so voll.

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Vielen Dank für die schnelle Rückmeldungen. Es hat schon wahnsinnig gut getan das Thema hier schreiben zu können.

Die Angst mit der Polizei bzw. vor einer offiziellen Anzeige rührt einfach daher, dass meine Kinder dann natürlich eine Aussage machen müssen und somit wieder direkt damit konfrontiert werden.
Ich warte jetzt ab, was die Betreuerin mir heute alles sagen kann, wenn sie noch anruft. Denke danach richtet sich dann meine Entscheidung.

Wie schon in euren Antworten geschrieben geht es ja auch darum, dass das nicht noch einmal passiert und auch andere Kinder geschützt sind.
Wir wissen auch, dass besagter Junge von seinem Zimmer aus mit dem Fernglas zur Nachbarin mit ihren zwei Mädchen rüber spannt.

Meine Idee einer Anzeige war auch die, dass der Junge im Fall eben in ein betreutes Wohnen muss. Kann mir einfach nicht vorstellen, dass die Pflegeeltern eine 24Stunden Überwachung schaffen.

Weiß jemand ob ich mich strafbar mache, wenn ich den Vorfall der anderen Nachbarin schildere. Finde eben auch, dass sie es unbedingt wissen sollte

Danke nochmal für die Rückmeldungen.

Liebe TE,

das ist wirklich ein sehr heikles Thema. Heikel ist aber vor allem das Verhalten von Jugendamt und Eltern des Jungen. Die Frage, ob und wie weit der Junge aufgrund seiner seelischen Beeinträchtugungen schuldunfähig ist, haben weder Jugendamt noch Eltern zu klären, sondern ein Gericht. Tatsächlich stimmt auch deine Vermutung, dass im Falle des Bekanntwerdens von sexuellen Vergehen an Kindern, die Staatsanwaltschaft/Polizei die Tat von Amts wegen verfolgt.

An deiner Stelle würde ich mich in jedem Fall an die Polizei wenden. Falls du dir unsicher bist oder vorab mehr Infos brauchst bzw einen Beistand bei der Polizei, wende dich doch vorab an den weißen Ring!

Alleine die Antwort des Jugendamtes, dass der junge Mann in ein paar Jahren in ein betreutes Wohnen eingegliedert werden soll und bis dahin einfach nur 30 min Ausgang hat... unglaublich. An der Stelle wäre mir bereits der Kragen geplatzt.
Du bist deinen Kindern verpflichtet, nicht dem jungen Mann!

Geh zur Polizei, lass dich da beraten. Es ist fraglich, ob die Kidner dort wirklich aussagen MÜSSEN oder ob man da nicht auch mit deiner Aussage bereits etwas machen kann.
Die Kinder müssen beim ersten Besuch bei der Polizei sicherlich nicht dabei sein.
Wenn etwas gemacht werden soll, was du nicht willst/gut findest kannst du immer STOPP sagen.

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Hallo.

Zur Polizei würde ich nicht gehen, da eine Anzeige definitiv nichts bringen würde.
Aber ich würde darauf bestehen, dass die Pflegeeltern inkl. der Betreuerin sich professionell mit dem Jungen helfen lassen.

LG

Wieso meinst du, dass eine Anzeige nix bringen wird? Hier wurden Kinder sexuell belästigt. Die Polizeit MUSS der Sache nachgehen, wenn sie das anzeigt.

Ja, da bin ich mal gespannt.
Vielleicht mag uns die TE ja auf dem Laufenden halten, WAS dabei rauskommt.

Bei uns im Ort wurde ein Viertklässler von einem Mann aus dem Auto raus angequatscht und aufgefordert einzusteigen.
Der Junge hat alles liegen und stehen lassen und ist abgehauen. Der Mann hat angehalten, ist ausgestiegen und dem Jungen nachgelaufen. Nur weil sich das Kind schnell genug hinter eine Hecke verstecken konnte, hat der Mann aufgegeben und ist wieder weitergefahren.

Der Junge ist heim, hat alles seiner Mutter erzählt, dann sind sie zur Polizei und haben es angezeigt. Der Bub konnte den Mann genau beschreiben - genauso wie das Auto (leider hat er aber nicht aufs Kennzeichen geachtet).
Rausgekommen ist dabei gar nichts. Die sind die kommenden Tage mittags eine Runde durch den Ort gefahren. Gleichzeitig haben sie aber der anzeigenden Mutti geraten, "dieses Vorkommnis" nicht an die große Glocke zu hängen, damit nicht unnötig Unruhe aufkommt.:-[

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Geh zur Polizei!

Ich denke der junge wird es nicht verstehen und weiter machen und das wäre auch meine Sorge.

So leid es mir tut aber der junge sollte nicht mehr unbeaufsichtigt draußen rumlaufen.
Nicht dass der die Mal einsperrt und dann andere Dinge verlangt
Der kann natürlich nichts für seine Behinderung ist geistig auf dem Stand eines Kleinkindes und freundet sich wahrscheinlich auch deswegen mit anderen in dem Alter an. Da er aber körperlich 15 ist passt es natürlich nicht mehr...
Immerhin bekommen die ja auch die Hormone aus der Pupertät ab ..

Hallo, du MUSST es bei der Polizei anzeigen, vielleicht auch um andere zu schützen.Wir hatten einen folgenden Vorfall in der Schule (3. Klasse) gehabt. Unsere Pflegetochter wurde von zwei Ju GS in die Jugendtoilette gezogen, an die Wand gedrückt und der eine Junge (3. Klasse) meinte " ich will jetzt Sex mit dir haben". Sie hat sich gewehrt, kam aber nicht gegen die beiden Jungs an. Als der eine versuchte ihr die Jacke aufzumachen, sind andere Schüler in die Toilette reingekommen. Die besagte Jungs sind dann abgehauen. Unsere Pflegetochter hat gleich dem Lehrer gemeldet und wir haben gleich eine Anzeige gemacht. Die Jungs sind noch nicht strafmündig, aber es gibt schonmal eine Akte.
Haben die Pflegeeltern es dem JGA gemeldet? Weiß die Sachbearbeiterin bescheid?

Du hast Recht, er wird nicht in den Strafvollzug kommen, aber vielleicht irgendwann in eine Geschlossene.

Ich finde auch, dass es der Polizei gemeldet werden sollte.
Selbst wenn er noch nicht strafmündig ist, so wird er zumindest aktenkundig.

Und das hat vielleicht Auswirkungen auf Fälle in der Zukunft.

Ich habe mir gut überlegt, was ich schreibe - und ja - ich würde zur Polizei gehen und wahrscheinlich nicht gleich Anzeige erstatten, aber mich beraten lassen. Geistig behindert ist kein Freibrief, leider haben solche Kranke schon genug angerichtet und erst wenn sie vor Gericht standen und es publik wurde, meldeten sich oft noch viele Betroffene und dann kam der Satz "hätte man da doch früher was unternommen/gewusst". Der beschissenste Satz, den es gibt! Ich habe die Pflicht, meine Kinder zu schützen, da sind für mich die Befindlichkeiten anderer Familien nun wirklich zweitrangig.
Ja und auch die Nachbarin würde ich informieren. Du möchtest doch sowas auch wissen, oder nicht? Du erfindest ja keine Lügen, was soll da nicht erlaubt sein, wenn Du sie warnst?
Meistens sagt einem das Bauchgefühl schon das Richtige.
LG Moni

Hallo Moni, danke für deine Antwort.

Ich war mir nicht sicher ob ich es weitergeben darf weil ich mich rechtlich leider null auskenne. Nicht das sowas am Schluß als Rufmord, Schädigung oder sonst was durchgeht und ich dann noch Probleme mit dem Gesetz bekomme. Ansonsten hast du natürlich völlig recht und werde später auch vorbeigehen und sie informieren.

Mit der polizeilichen Beratungvwarbich mir einfach nocht sicher ob das möglich ist. Ich dachte, dass wenn die sowas hören, speziell wenn es um Kinder geht, automatisch die Pflicht haben es an die Staatsanwaltschaft weiterzugeben?!?

Tja, dann ist das so! Auf garkeinen Fall würde ich es auf sich beruhen lassen und darauf hoffen, dass schon irgendeiner tätig wird. Nachher machst Du Dir Vorwürfe.
Wenn es jemand gesehen hat, dass der rüberspannt, was soll dann Rufmord sein? Rufmord beinhaltet, dass Du WISSENTLICH FALSCHES verbreitest!
Ich muss ehrlich sagen, ich habe da nie viel Bedenken gehabt oder groß überlegt, wenn mir Ähnliches bekannt wurde; auch in der Schule nicht. Früher wurde noch viel mehr unter den Tisch gekehrt - aber ich hatte einen Besen ;-) Solche Ferkel gab es zu allen Zeiten. LG Moni

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Ich habe auch schon etwas der Polizei gemeldet, weil ich sonst hätte nicht mehr ruhig schlafen können.
Sie sind der Sache sogar tatsächlich nachgegangen.
Ich würde mein Gewissen beruhigen wollen.

Hallo, ich würde zur Polizei gehen und Anzeige erstatten. Vielleicht nicht für „jetzt“ aber eventuell für später. Es muss offiziell notiert werden, damit es später, falls weitere Vorfälle,( was man natürlich nicht hofft), passieren, diese mit heran gezogen werden und dann richtig agiert werden kann. Wenn alle schweigen, ist ein schwerwiegender Verstoß der Erste, der polizeibekannt ist. Das würde ich bedenken. Alles Gute!

Die Betreuerin hat sich bei mir gemeldet.

Sie war aufrichtig bestürzt. Vor allem als ich ihr sagte, dass es Mit meiner älteren Tochter vor ein paar Wochen auch schon so einen Vorfall gab. Sie wusste wohl nur von dem aktuellen Vorfall mit meiner jüngeren Tochter.

Info von ihr... Er darf nicht mehr unbeaufsichtigt aus dem Haus. Die halbe Stunde die ihm am Tag im Garten gewährt wird, müsse man ihm aber wohl lassen.
Desweiteren wird seine Therapeutin das Thema intensiv mit ihm durchgehen.

Er ist momentan wohl in einer Eingewöhnungsphase um ihn für sein spätetes Leben an ein Wohnheim zu gewöhnen. Allerdings soll de volle Einzug erst in ein paar Jahren stattfinden.

Sie war sehr verständnisvoll, dass dein ein großer Schock für uns ist und sie ist wohl nicht weniger geschockt. Keiner von den Betreuern, Therapeuten, ... hätte im das so zugetraut.

Allerdings weiß ich nicht, ob mich das so zufriedenstellt. Einfach weil mein Kopf im Moment voller Nebel ist.
Ich habe momentan auch keine Ahnung, wie ich mit meinen Kindern weiter verfahren soll. Ich will ihn auf keinen Fall vor ihnen verteufeln, damit sie nicht gleich in Panik ausbrechen wenn sie ihn sehen. Und da wir direkte Nachbarn sind wird das passieren. Allerdings muss ihre "Freundschaft" zueinander gekappt werden. Ein schmaler Grat und so schwierig Ihnen das beizubringen.

Die andere Nachbarin mit ihren beiden kleinen Töchtern werde ich jedenfalls informieren. Sie muss wissen, dass es eine Gefahr gibt.

Wie es dann weitergeht bespreche ich mit meinem Mann heute Abend.

Ich danke allen nochmal für die schnellen Antworten und Sichtweisen.
Es hat sehr gut getan mit Aussenstehenden
darüber zu "sprechen".

Bitte gehe auf jeden Fall zur Polizei. Dann hat das Jugendamt eine ganz andere Handhabe.
Was ist denn mit den Mädchen,die im Umfeld des betreuten Wohnens (wo er hin soll) leben??

Ich würde zum Jugendamt gehen und mich beraten lassen und es melden und nicht zur Polizei...
Auch die Pflegeeltern bitten das Kind mehr unter Beobachtung zu haben....

Ich würde übrigens meine kleinen Kinder nicht mit einem 16 jährigen spielen lassen ohne Aufsicht,egal ob mit oder ohne Behinderung...

Hallo,
da hast du prinzipiell schon recht.
Allerdings waren die Kinder ja im Garten der Nachbarn, die inklusive der Pflegeeltern ja auch zu Hause waren. Da denkt man sich jetzt prinzipiell nichts böses. Ich jedenfalls nicht. Danach ist man leider immer schlauer.
Ich lasse sie ja sonst nicht frei in der Gegend umlaufen.

Mein erster Gedanke wäre auch, zur Polizei zu gehen. Selbst wenn nichts weiter passiert ist es für den Jungen vielleicht ein wichtiges Feedback, dass sowas überhaupt nicht in Ordnung ist. Das ist allerdings meine naive Laienmeinung.
Ansonsten wäre der Weiße Ring o.ä. noch eine Möglichkeit zur weiteren Beratung?

Beim weißen Ring und einer weiteren Beratungsstelle habe ich ja schon angerufen. Die waren allerdings einstimmig der Meinung, dasselbe offizielle Anzeige in diesem Fall der falsche sei.
Deswegen bin ich so irritiert. Klar gibt es so viel schlimmere Verbrechen. Aber für uns ist das nun mal das schlimmste was bis jetzt passiert ist. Und das reicht dann auch.
Habe einfach das Gefühl, dass es abgetan wird, weil er geistig behindert ist.

Sorry, total verschrieben. Ich meinte... Die Beratungsstellen waren einstimmig der Meinung, dass eine offizielle Anzeige der falsche Weg sei.

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Wäre es meine Tochter, ich würde zur Polizei gehen. Wer weiß denn, was sonst noch passiert? Es wäre mir herzlich egal, wie das Verhältnis mit den Nachbarn darunter leidet, er hat eure Töchter sexuell belästigt, das ist eine Straftat und Straftaten gehören für mich angezeigt!

Mein Mann wurde als Kind von einem Nachbarsjungen sexuell missbraucht, seine Eltern haben damals keine Anzeige erstattet und es mit einer Entschuldigung gut sein lassen! Und einige Jahre später hat der Täter ein weiteres Nachbarskinder vergewaltigt und fast umgebracht! Es hätte verhindert werden können, meine Schwiegereltern machen sich heute noch Vorwürfe!

Eine geistige Behinderung kann kein Grund sein, sexuelle Belästigung nicht zur Anzeige zu bringen! Ich finde es erschreckend, wenn dann gesagt wird "er ist geistig noch ein Kind, er war sich nicht bewusst etwas falsches zu tun!"! Wie du schon so richtig festgestellt hast, hat er euren Töchtern befohlen zu schweigen, ein für mich eindeutiges Zeichen das er sehr wohl weiß, das es falsch war und ist!

Es ist schwierig sich hier bei jedem einzeln zu bedanken oder auf jeden Kommentar zu antworten, da wirklich viele hilfreiche Meinungen kamen.
Deshalb an dieser Stelle an euch alle ein großes Dankeschön. Ich habe mir alles durchgelesen. Die meisten von euch tendieren zur Anzeige und da das auch mein erstes Bauchgefühl war und alles in mir wortwörtlich auch danach schreit, wird das wohl unser Weg sein.
Ich werde mich heute Abend nochmals ausführlich mit meinem Mann beraten und "es sacken lassen" und dann, nach jetzigem Gefühl, alle Schritte einleiten.
Danke an alle

Hallo, geht bitte zur Polizei. Weder die Pflegeeltern noch die Betreuerin können die Situation objektiv beurteilen. Stell Dir mal vor, Deine Töchter wären nicht so selbstsicher gewesen „Nein zu sagen“, dann wäre wahrscheinlich ein Fall von schwerem Sexuellen Missbrauch rausgekommen. Opferschutz geht vor Täterschutz, er braucht eine adäquate Einrichtung. Ich finde die Aussagen von Jugenamt, Betreuerin unverantwortlich. Muss erst was Schlimmeres passieren, bevor man tätig wird. Die Polizei hat Fachkräfte, die sich damit auskennen. LG Leah

Keine Angst vorm Gang zur Polizei. Lieber einmal zuviel gemeldet als zu wenig und hier IST ja bereits etwas passiert, was nicht passieren sollte.

hallo, ich würde auch zu einer anzeige raten.. man weiß ja nicht, ob es reicht, wenn die pflegeeltern es ihm erklären. durch eine anzeige würde auch das jugendamt eingeschaltet werden und maßnahmen ergreifen. falls es noch mal passiert, kann eine unterbringung in eine geschlossene anstalt erfolgen.

der junge kann letztendlich nichts dafür und es ist für ihn auch extrem schade, wenn das ganze dorf davon erfährt, aber die opfer müssen geschützt werden.

Ich würde dich wirklich dringend darum bitten, dies zur Anzeige zu bringen.
Es sind nun schon 2 Fälle - und die Dunkelziffer liegt vielleicht noch höher.

Das Jugendamt arbeitet bei sowas nicht mit der Polizei zusammen, Dh sie gehen nicht aktiv auf die Polizei zu und melden sowas.

Auch wenn der Junge strafunmündig ist, wenn sich sowas häuft, kann das Gericht ihn irgendwo geschlossen unterbringen. Das geht aber nur, wenn alles zur Anzeige gebracht wird.

Was die Beratungsstellen machen ist eine Frechheit. Täterschutz darf nie vor Opferschutz stehen!
Dieser Junge ist vielleicht eine tickende Zeitbombe und dagegen muss etwas unternommen werden.

Das nächste Mädchen traut sich vielleicht nicht nein zu sagen und zieht sich aus. Und wer weiß, was der Junge dann macht, wenn er sie so sieht ...

Könntest du damit leben, dass ein Kind evtl sexuell mißbraucht wird, nur weil du geschwiegen hast ?
Wenn nein, dann ab zur Polizei !
Der Junge wird immer älter und die Hormone immer extremer ... und er bleibt erstmal euer Nachbar, wenn nichts unternommen wird.
Da hätte ich an deiner Stelle schon mal richtig Angst um eure Töchter.

Handle, bevor etwas passiert !

Hallo du.

Puh, das ist echt härter tobak.

Ganz ehrlich, ich an deiner Stelle würde da überhaupt nicht überlegen und zur Polizei gehen.

Wie viele hier schon geschrieben haben, das war möglicherweise nur der Anfang bzw die Spitze des Eisbergs.

Wer weiß mit wie vielen Mädchen er das noch gemacht hat bzw machen wird?
Was wenn diese Mädchen nicht so selbstsicher sind wie deine Kinder?

Ich könnte das nicht vor mir selbst verantworten, davon gewusst und nichts unternommen zu haben.

Geh zur Polizei und Schütze deine und die anderen Kinder im Umfeld!

In so einem Fall darf und muss einem die gute Nachbarschaft egal sein!

Lg waldfee

"Wenn ich allerdings zur polizei gehe, trete ich vielleicht etwas los was ich nicht mehr rückgängig machen kann und ich habe solche Angst, dass das meinen Kindern dann am Schluss noch mehr schadet. "

Wende dich an eine Beratungsstelle!

Z.B. weißer Ring, Wildwasser oder ähnliches.

Eine Beratungsstelle, die sich mit den juristischen Wegen auskennt.
Was kommt auf euch zu, was kommt auf deine Kinder zu? Was passiert wenn, ....
was dürft ihr während eines laufenden Verfahrenes, was nicht? usw.


Das solltet ihr nicht alleine durchstehen.
Psychologische Hilfe dazu nehmen ist für Opfer oftmals nicht erlaubt, weil diese das Verfahren beeinträchtigen könnte.

Auch was passiert mit eurem Umfeld usw.

Da ist es sinnvoll, wenn ihr Beistand habt. Menschen, die sich damit auskennen. Die euch zwischen Menschlichkeit, gesundem Menschenverstand und juristischen Vorgehensweisen begleiten können.

Die euch auch beraten, was polizeilich auf euch zu kommt. Von der Anzeige bis .... je nachdem wie weit es geht. Was euch gefragt werden darf, was nicht. Wo sich Polizisten selbst nicht so auskennen oder wo Empathie verloren ging, weil ihr Fälle seid, keine Menschen usw.
Es gibt auch empathische Polizisten!

Aber Beistand kann wirklich sinnvoll sein.

Lasst euch beraten,
lobt eure Kinder, dass sie so super reagiert haben!
Die Kleine, dass sie es euch sofort gesagt hat, die Große, dass sie gut reagiert hat und nicht schimpfen, weil sie es nicht gleich gesagt hat......

und dann eben beraten lassen, dass ihr auch im Sinne eurer Kinder sinnvoll handelt.

Wir sind in einer anderen Sache aktiv geworden. Auch sexuell motivierte Übergriffe, kein Schaden, aber das Gefühl handeln zu müssen.
Mein erster Weg war der Opferschutz. Dort habe ich Beratung bekommen. Letztendlich lief es auf eine Anzeige hinaus. Mein Kind musste aussagen, auch vor Gericht. Es kam im Laufe der Ermittlungen zu weiteren Fällen die bekannt wurden. Ohne diese weiteren Fälle wäre es wohl im Sande verlaufen. Aber der Täter und die Sorgeberechtigten wären aufgerüttelt worden.
Täter, war derzeit 15, ist in einer eng betreuten Einrichtung untergebracht worden. Wohin und was genau wissen wir nicht. Auch er lebte hier nicht in seiner Ursprungsfamilie.

Ich bin froh so gehandelt zu haben. Als Schutz für andere. Um das Thema nicht lebenslang irgendwie mit mir rumzuschleppen.
Mein Kind fand es furchtbar. Auch weil die Beamten bei der ersten Befragung wirklich unmöglich waren. Später hat es Betreuung durch eine Psychologin erhalten und dann war es auch schnell wieder in angemessenen Bahnen.
Was ich ebenfalls nicht bedacht habe, waren die Reaktionen im Ort. Als wären wir die Bösen. Die haben das arme Kind angezeigt. Das hat sich im Laufe der Monate geändert. Aber erst einmal gab es großes Misstrauen unserer Familie gegenüber.

Danke für deinen Beitrag. Darf ich fragen wie es deinem Sohn in der Zeit nach den Befragungen und der Aussage im Gericht ging. Klar, er fand es ätzend, aber hatte er danach Probleme wie z.B. Schlafstörungen, Angst, etc.
Musst das hier natürlich nicht preisgeben. Ich frag nur, weil das eben genau das ist wovor ich Angst habe, da das Thema ja dann wieder aktuell für sie wird.
Und klar, böse Blicke von der Nachbarschaft kommen dann natürlich noch obendrauf. Aber da bin ich mittlerweile soweit, dass ich sie fragen würde ob sie auch so böse wären, wenn es um ihre eigenen Töchter ginge.
Ich hoffe soweit kommt es nicht.

Es war eine Zeitlang das Problem, dass Schuldgefühle da waren. Obwohl es dazu keinen Grund gab.
Nach der Aussage bei der Polizei war das schlimm. Wie gesagt, das ist sicherlich auch den recht forschen Beamten zuzurechnen sein. Unser Kind wurde gefragt ob wir dabei sein müssen. Es wurde aber mehr oder weniger gedrängt alleine zu gehen. Die Beamten waren sichtlich genervt das ich auf Wunsch des Kindes dann mit sollte. Wenn ich versucht habe das Kind zu unterstützen (eine geforderte Zeitangabe in Relationzu einem Geburtstag gesetzt und mal genickt wenn es mich zweifelnd angesehen hat), wurde gesagt ich solle bitte das Kind seine Sicht schildern lassen.

Das Gericht war nicht so belastend. Bis dahin waren auch einige Monate und der Wechsel zur weiterführenden Schuke dazwischen. Es waren am Gericht nur wenige Leute dabei und es wurde in einem Nebenraum befragt. Das ging recht schnell und es wurde viel Rücksicht genommen. Ich hatte die schlussendlich unbegründete Sorge das die Schuldgefühle wieder hochkommen.

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