Zwiespalt als Mutter

Hallo ihr lieben,

Ich würde gerne mal meine Gefühle und Gedanken mitteilen ohne das direkt ein shitstorm ausbricht .. Vielleicht fühlt die ein oder andere Mutter auch so.

Ich wurde vor knapp 2 Jahren schwanger
Ich liebe mein Kind .. Allerdings hasse ich es Mutter zu sein und wenn mich jemand fragen würde ob ich nochmal Mutter werden möchte, würde ich die Frage sofort mit nein beantworten.

Manchmal wünsche ich mir, eine ganz normale Mutter sein zu können.. Die es liebt Mutter geworden zu sein, aber ich tue es nicht.

Ich habe das Gefühl mein eigenes Leben sei vorbei, seitdem ich mein Kind habe.. Eigentlich ist es ja nicht so aber ich komme einfach nicht mit dem Gedanken zurecht das ich nun alles vernachlässigen soll was mit mir zu tun hat ..

Meine Mutter macht mir ständig vorwürfe
Ich solle sogar auf Arbeit verzichten und Zuhause bleiben, nur um mich um das Kind kümmern zu können.. Aber ich möchte das nicht .. ICh bin doch auch ein eigener Mensch.
Ich weiß gar nicht was ich mir von dem Post erhoffe.. Vielleicht ein paar Ratschläge oder vielleicht möchte ich einfaCh nur hören das ich nicht alleine bin mit solchen Gefühlen.

Also ich verstehe was Du meinst.

Es gibt solche Mütter, und solche Mütter. Ich liebe meine Kinder wirklich überalles und genieße die Zeit mit den beiden. Ich freue mich immer auf Unternehmungen mit den beiden, freue mich auf Feste, freue mich aufs Plätzchen backen und und und... ABER ich freue mich genauso jeden Mittwoch Abend mit meiner besten Freundin einen entspannten Abend zu verbringen! Genauso freue ich mich darauf, alle paar Wochen mit den Mädels die Hütte abzureißen, und ich freue mich auch wenn meine Kinder Abends endlich schlafen und ich Zeit für mich habe.
Niemals würde ich meinen Job an dem Nagel hängen um meine Kinder bis ins hohe Alter 24/7 betreuen zu können. Ich würde eingehen 😂😂😂

Du bist so wie du bist, und solange dein Kind trotzdem eine tolle Kindheit hat musst Du dich für deine Gedanken nicht schämen! Das ist absolut legitim. Der eine kann es nachempfinden, der andere halt nicht.

Also, nimm Dir bitte Deine Zeit! Tu etwas für Dich! Habe kein schlechtes Gewissen wenn Du Dein Kind fremdbetreuen lässt, arbeiten gehst, oder einfach mal in Ruhe einen Kaffe trinkst!

Ich war z.B. kein riesen Fan von der SS. Das hätte ich vorher auch nicht gedacht. Ich dachte das wird so wie ich es mir immer vorgestellt habe.
In Wahrheit hasse ich Fremdbestimmung und ich fühlte mich, als hätte gerade eine Übernahme stattgefunden und meine Erlaubnis wurde quasi nicht eingefordert.
Ich habe damals meine Schwägerin verurteilt, als sie Probleme mit der Gewichtszunahme hatte und dann war ich dran und mir gefiel das auch absolut nicht.
Manchmal kommt es eben anders als man denkt.
Ich kenne auch das Gefühl von: oh oh mein egoistisches Leben scheint für immer vorbei zu sein und meiner Meinung nach ist es auch so. Denn so unbeschwert wird es nie wieder sein.
Aber ich habe mich nach einer Weile damit abgefunden und sehe das positive an meinem “neuen“ Leben (Ich).
Ich bin viel organisierter, gesünder und innerlich ruhiger geworden. Mein Kind hat meine Seele geheilt, die innere Frage nach dem Sinn des Lebens ist weg :)
Ich denke du wirst nach einer gewissen Zeit auch akzeptieren, dass es einfach anders ist und sehen das es dich als Mensch weiter gebracht hat.
Das Gehirn verändert sich nach der Geburt nochmal und es findet eine Weiterentwicklung statt wie in der Pubertät z.B.
Das ist wissenschaftlich sogar erwiesen :) du bist jetzt schlauer und reifer!

Vielleicht ist dein Problem dass dir deine Umwelt suggeriert dass du es anders machen müsstest als gute Mutter anstatt dir zu zeigen dass sie stolz auf dich sind.
Wieder arbeiten finde ich normal, zum einen zum Geld verdienen zum anderen aber weil ich es auch nicht schaffen würde nur Mutter zu sein. Ich mache das gerne und es fühlt sich gut an. Versuch dir klar zu machen was du alles tolles machst und was du deinem
Kind gutes tust und lass dir nicht reinreden. Ich finde es wichtig sich andere Meinung anzuhören, zu reflektieren und dann zu entscheiden wie man es macht. Aber manches macht man dann doch einfach sowieso schon richtig und Nörgler oder Leute die es anders richtig finden gibt es immer. Mit meine Mutter würde ich ein ernstes Wörtchen reden.

Dass ich kein Kind bekommen hätte, würde ich nicht sagen, aber Ja.. ich vermiss manchmal auch das unbeschwerte, spontane.. Ausschlafen, auf dem Sofa lümmeln, shoppen und Essen zu gehen, ohne auf jemand "anderes" zu achten. Mein Mann und ich hatte 12 gemeinsame Jahre und ausreichend Zeit.. mein Sohn ist 10 Monate, ich denke bald, wenn er selbstständiger ist, wird es anders werden. Bereuen tu ich nichts. Ich vergötter den kleinen Mann.
Trotzdem freue ich mich, wenn ich bald, wenn auch nur für wenige Stunden, ein bisschen arbeiten zu gehen und "etwas anderes zu sehen"

Du liebst dein Kind und gibst jeden Tag dein Bestes! Die ersten Jahre sind verdammt anstrengend. Und jede Mutter, die nicht wenigstens hin und wieder ihrem alten Leben hinter her trauert, lügt!
Der Trick ist, du musst dir ein ziemlich dickes Fell wachsen lassen und darfst dir auf keinen Fall ein schlechtes Gewissen einreden lassen! Du bist die beste Mutter für dein Kind! Und du kannst eine tolle Mutter sein und noch ein eigenes Leben haben und nicht 24/7 am Nachwuchs kleben.
Wenn du Zeit für dich brauchst, dann nimm sie dir! Geh arbeiten, lies ein Buch, mach Wellness oder guck ein bisschen doof in die Luft. Was auch immer du brauchst.
Es wird besser mit der Zeit, je älter und eigenständiger dein Kind wird. Stück für Stück kommt deine Freiheit zurück. Du musst nicht für den Rest deines Lebens 24/7 parat stehen. Das ist eigentlich eine überschaubare Zeit. Manchmal hilft es, wenn man sich das klar macht.
Die Umstellung von 0 auf ein Kind ist schon nicht ohne. Und nicht jede findet die Baby - und Kleinkindzeit toll. Das ist ok. Lass deine Gefühle zu und nimm sie an.

Alles Gute

Toll geschrieben und auf den Punkt gebracht 😊👍

In Ruhe doof in die Luft gucken tut so gut 😁😁😁

Wir hätten nicht angefangen zu üben, wenn nicht klar wäre, dass ich nach dem Mutterschutz wieder arbeite.

Auch im Freundeskreis arbeiten die Mütter. Sofort oder nach einem Jahr.
Eine ist Zahnarzt. Mit eigener Praxis. Das wäre fatal, wenn sie zu Hause säße

Ergänzend zu dem, was schon geschrieben wurde: es wird auch wieder anders. Ich bin auch keine Kleinkindmama. Ich mag die Babyzeit und dann wieder ab Vorschulalter. Das dazwischen gehört dazu, ich liebe die Kinder ja auch sehr, aber ich finde die Phase einfach anstrengend. Sogar deutlich anstrengender als die Babyzeit. Bei uns wurde es ab 3 bis 4 wieder besser. Da war es auch leichter wieder Zeit für mich zu finden. Und ich konnte so gut auftanken, dass doch wieder Energie für Nr. 3 da war (Bei der ersten war das auch so, aber irgendwie hab ich da nie drüber nachgedacht, da ich unbedingt mehrere Kinder wollte. Aber mit 2 zusammen und dann noch Hauskauf, Arbeit etc. hat es gedauert bis ich zum Einen realisiert habe, dass ich umorganisieren muss, um nicht auf der Strecke zu bleiben, und zum Anderen das dann auch umsetzen konnte).
Versuch, für dich kleine Inseln einzubauen mit etwas was dir gut tut. In der Zeit ist Papa/Babysitter/Oma/Kiga dran. Und neben dem finanziellen Aspekt solltest du dir kein schlechtes Gewissen wegen der Arbeit machen lassen, sondern das so machen, wie es für euch passt.
Und lass dir nicht reinreden. Konstruktive Kritik ist immer gut, manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Aber den Rest einfach links rein und rechts wieder raus lassen.
Alles Gute für dich
Alles Gute

Was musst Du denn "alles"verachlässigen? Lebst Du mit dem Erzeuger zusammen oder bist du alleinerziehend?

Ich kann Dir nur einen Tipp geben: Kompromisse gehören zum Leben. Ich hatte auch Angst vor der Veränderung. Hab mir ne Top-Liste gemacht auf der ich notiert habe was mir WICHTIG ist und was mir unwichtig ist. Und was ich mir neues vorstellen könnte was mich erfüllt, was ich vielleicht noch gar nicht mache aber vielleicht mit Kind besser verwirklichen kann als anderes. Und dann habe ich mich mit meinem Partner zusammengesetzt und mit ihm besprochen was uns beiden wichtig ist, in welcher Form wir es verwirklichen können. Mit war mein Sport wichtig, deswegen bringt mein Partner seit jeher unser Kind ins Bett damit ich 2-3 mal die Woche zum Training oder Laufen gehen kann. Statt selber reiten mach ich jetzt mit dem Kleinen Shettysport, statt Pflegepferd und Stallarbeit habe ich mir einen Nutzgarten angelegt in dem ich mich auch körperlich austoben kann, weil ich das auch toll finde ...

"Ich will alles und das jetzt" funktioniert in keiner Lebenssituation, man muss immer wieder neu bewerten was geht, was man anders machen kann oder muss. Vielleicht hilft Dir ja das Buch "Glück kommt selten von allein" von Hirschhausen. Glücklichsein hat was mit einer inneren Einstellung zum Leben zu tun, mit Opportunismus. Wenn man will kann man das lernen (soweit keine psychischen Störungen vorliegen.)

Alles Gute

Zum einen ist dein Kind noch sehr klein und braucht noch sehr viel Betreuung. Zum anderen scheint in deinem Kopf zu sein (oder von außen suggeriert zu werden), um eine gute Mutter zu sein, müsse man sich selbst komplett vergessen.

Natürlich bedeutet das Leben mit Kindern anfangs Einschränkungen und viel Organisation. Aber das wird besser, die Kinder werden größer und du eroberst dir Stück für Stück Freiheiten zurück.

Ich bin gerade wieder in Elternzeit, die Kleine 4 Monate alt. Es ist ja alles ganz süß und niedlich mit ihr, aber trotzdem freue ich mich darauf, wenn sie älter wird und selbstständiger.

Mach dich nicht selbst so fertig. Kleinkinder sind anstrengend und fordern viel Aufmerksamkeit. Versuche so oft wie möglich Auszeiten zu bekommen (wo ist der Vater?) und lass dir kein schlechtes Gewissen machen, weil du arbeiten gehst.

"Manchmal wünsche ich mir, eine ganz normale Mutter sein zu können.. Die es liebt Mutter geworden zu sein, aber ich tue es nicht.“

Ich glaube es wird viel suggeriert wie man als Mama sein sollte. Und wenn man dieses Empfinden nicht verspürt denkt man evtl. das man der Mutterrolle nicht gerecht wird.
Selber habe ich 2 Kinder, würde sie auch nicht mehr hergeben 🙂 Aber z. B. dieses überwältigende Glücksgefühl (wie oft beschrieben wird) bei den Geburten hatte ich nicht und bei dem Kleinen habe ich schon in der Schwangerschaft gesagt, dass ich mich wieder auf die Arbeit freue.
Lebe dein bzw. lebt euer Leben wie es für euch als Familie passt - egal wie es andere halten oder meinen. Kinder sind glücklich wenn die Eltern glücklich und ausgeglichen sind 🙂

Hast Du einen Partner, der Dich unterstützt? Geht Dein Kind in die Krippe oder zur Kindertagespflege? Hast Du einen Babysitter? Gibt es einen Oma- oder Opa-Tag?

Wenn Dein Kind fremdbetreut wird, kannst Du in der Zeit Dein Leben leben. Hobbies nachgehen oder eben arbeiten gehen. Das nimmt den Fokus zumindest zeitweise vom Kind und Du freust Dich umso mehr, wenn Du es wieder hast. Und Du hättest evtl einen Teil Deines alten Lebens zurück. :-)

Hi,

es gibt wohl viele Mütter, die sich dann angegriffen fühlen, wenn die Töchter einem zeigen, dass man Beruf und Kind haben kann und dann auch noch glücklich ist.

Ich bin aus Überzeugung bei beiden Kindern 3 Jahre daheim, heißt, ich habe noch 1,5 Jahre vor mir. Einfach weil wir keine Fremdbetreuung wollen vor dem Kindergarten.
Jetzt ist bei meinem AG die Hölle los gerade und zum neuen Jahr wird es sowieso immer viel, daher werde ich im Januar halbtags aushelfen, da passen dann meine Schwiegereltern auf die Kleine auf, der Große ist ja im Kiga.

Und ja, ich genieße es Mama zu sein, aber ich freue mich auch auf das kurze Arbeitsintermezzo 😉.

Ich bin auch an vielen Abenden froh, wenn beide im Bett liegen, es gibt auch einfach sch×××× Tage, an denen Beide nur am quengeln sind.

Solange du dich liebevoll um dein Kind kümmerst und gleichzeitig mit dir selbst zufrieden bist und in deinem Job aufgehst, ist alles bestens.

Was erwartest du denn von dir selbst als Mutter?

Ich liebe es Mutter zu sein.
Aber ich liebe es auch, ich selbst zu sein. Ich habe mich nie aufgegeben oder vernachlässigt.

Im Gegenteil: ich habe meinem Kind beigebracht, dass ich ich selbst bin. Mutter, gerne, Frau, Freundin, MENSCH.


Ihre Hobbies unterstütze ich, meine aber auch.
Ich komme bei ihr mit, wenn sie es noch nicht alleine kann.
Sie kommt bei mir mit, weil ich sie deswegen nicht jedes mal betreuen lassen muss.

Ich passe meine Aktivitäten kindgerecht an, das durchaus. Rücksicht finde ich durchaus wichtig. Selbstaufgabe ist für mich ein No Go. Immerhin möchte ich ja auch, dass mein Kind sich nicht selbt aufgibt, nur um für anderer Erwartungen zu funktionieren.

Ihre Aktivitäten nehme ich ernst und unterstütze sie. Grenzen zeige ich auf. D.h. ich werde nicht bis zur Selbstaufgabe den Fahrdienst machen, nur weil sie meint dass genau dieses Hobby in genau dem Ort sein muss.

Ich zeige meinem Kind den möglichen Rahmen (mit vielen Möglichkeiten)
und sie entscheidet innerhalb dessen, was sie möchte.

Hat sie Wünsche außerhalb, prüfe ich es auf machbarkeit.
Genauso, wenn es um meine Aktivitäten geht.

Manches geht super mit Kind und inzwischen genießt es mein Kind auch oder bleibt auch mal zu Hause, weil sie es langweilig findet
und manches ist von der Organisation her nicht möglich.


Mein Anspruch als Mutter ist
- mein Kind zu lieben
- gesund da zu sein, so dass sie wachsen und lernen kann und auch da sein, wenn sie mich braucht
- Brauchen unterstützen, wollen (was sie vllt. nicht braucht) prüfen und auch mal Grenzen setzen
- ich selbst bleiben, damit sie vom Vorbild lernen kann
- gesundes gut ist manchmal besser als perfektes sich zu Grunde richten.

Meine Mutter rannte dem Perfektionismus nach. Die perfekte Mutter, die emotional selten da war.
Vorbild, wie ich es nicht machen möchte.


Mutter sein definiert jeder anders.
Ich lebe es so, wie ich es für mich definiere und von mir selbst! erwarte.
Was andere von mir erwarten ist mir schnuppe!

Ooooh mir ging es ganz genauso!!

Ich habe mich immer nach besten Wissen und Gewissen um mein Kind gekümmert, jahrelang gestillt etc (wobei das wirklich schön war) - aber es war soooo anstrengend und oft so öde und ich habe so vieles an der Zeit gehasst! Nur nicht mein Kind an sich und ich bin nun, wo es aus dem Gröbsten raus ist, unfassbar stolz auf mich. Denn es ist ein wunderbares Kind geworden, ein glückliches :-D Ich habe alles gegeben was ich hatte (auch weil der Vater sich gern rausgehalten hat) und ich finde ich habe das ganz toll gemacht, richtig richtig toll sogar.

Um nicht verrückt zu werden habe ich nach einem Jahr wieder stundenweise gearbeitet, nach zwei Jahren Teilzeit. Ich nehme mir wieder mehr Zeit für mich zum Sport oder Film schauen - was auch immer. Und jetzt macht es echt richtig Spaß Mutter zu sein!