Das Kind von Narzisstischen Vater schützen?

    • (1) 09.12.19 - 15:52

      Hallo
      Mein Ex.-Mann ist ein Narzisst. Das heisst der grösste Egoist und Manipulierer. Das Ausmass von Manipulation ist so gross, dass man lange selbst nicht merkt was passiert. Ich war 6 Jahre lang mit ihm zusammen bis ich schwerer körperliche und psychische Probleme gekriegt bekommen habe. Ich war so ausgebrannt (Burnout) und hatte schwere Verspannungen (wegen Frustration), Schlafstörung bis zur Suizid Gedanken und alles andere stressbedinge Krankheiten.

      Nach einjähriger Zusammenarbeit mir Psychologen und Therapeuten habe ich verstanden, dass es emotionale Gewalt war. Darauf hin habe ich mich kurz vor zwei Monaten getrennt.

      Ich habe während dieser Zeit sehr viel über narzisstische Gewalt durchgelesen und weiss genau Bescheid worum es geht.

      Wir haben ein zweijähriger Sohn und Er ist jeder Samstag von morgens bis abends bei seinem Vater. Ich hätte auch keine Probleme gehabt, wenn er ein «normale Mensch» wäre.

      Leider ist er es nicht. Ich habe durch meine Gespräche mit Therapeuten festgestellt, dass Narzissten Kind nur als eine Erweiterung von sich selber sehen. (mein Mann sagt tatsächlich zu unserem Sohn «du bist eine Kopie von MIR».

      Das Ziel von Narzissten ist es: das Kind so zu erziehen wie sie sind. KRANK. Sie würden die Kinder so Manipulieren und später so verletzten, dass die Kinder mit psychischen Problemen aufwachsen und später daran leiden oder selbst zu Narzissten werden. Das ist die Theorie.

      Ich wünsche sowas im keinesfalls für mein Sohn. Ich möchte ihn als ein guter und gesunde Mensch erziehen mit einem grossen Herz. Das ist das wichtigste für mich.

      Leider ist die Theorie für den Gericht nicht ausreichend. Muss beweise bringen. Narzissten scheinen aber in ersten Augenblick sehr sympathisch und sind sehr redegewandt. Sie können schlussendlich sogar sich als Opfer darstellen und Mitgefühle von anderen bekommen. (So ist mein Mann auch). Also wird es unmöglich sein beweise gegen seinen Charakter zu bringen.

      Wie kann ich mein Kind von so ein Mensch schützen? Gibt es Möglichkeiten irgendwie eine Alleinige Sorgerecht zu bekommen? Oder muss ich es so das Schicksal überlassen? Hat jemand Erfahrung mit sowas?

      • (2) 09.12.19 - 16:17

        Ja ich glaube es dir. Mein Ex ist auch einer so wie sein Vater. Seine Mutter wurde vom Vater so fertig gemacht das Rheuma ausbrach. Und dann hat er sie verlassen.

        Ich habe GSD kein Kind mit ihm. Geh zum Anwalt lass dich beraten. Vll kannst du auch die Besuchszeiten verkürzen. Nur jedes 2te Wochenende. Je weniger Kontakt desto besser ist es schon mal.
        Vll will auch irgendwann das Kind nicht mehr zu ihm.

        Alles Gute

        (3) 09.12.19 - 17:01

        Hallo,

        das ist zweifellos nicht einfach.

        Wenn dein Ex mit einem Samstag von morgens bis abends zufrieden ist, würde ich dennoch erstmal nichts unternehmen. Dein Sohn hat ein Recht seinen Vater kennenzulernen. Auch wenn er ein empathieloser Manipulator ist!

        So unangenehm der Charakter des Narzissten erscheint, wenn man ihn mal durchschaut hat, bietet er auch eine große Chance: Nämlich sich selbst kennenzulernen. Manipulationen schnell erkennen, Selbstbewusst zur eigenen Meinung stehen, die eigenen Grenzen verteidigen usw. Dass kann dein Sohn von dir lernen!

        Wenn du deinem Sohn den Vater vorenthälst, treibst du ihn nur noch mehr in seine Arme. Stell dir mal vor, du hast Erfolg und dann kommt die Pupertät. Du hast vielleicht mal Schwierigkeiten mit ihm, dein Sohn sucht nach seinem Vater und lernt erstmal die charmante Seite von ihm kennen. Er wird sich von dir sowas von verraten fühlen und du könntest ihn erstrecht verlieren.

        Vertrau deinem Sohn. Du wirst ihn zu einem starken Individuum erziehen, der diese Aufgabe mit seinem Vater schafft.

        Liebe Grüße!

      (6) 09.12.19 - 18:53

      Hallo!

      Meine Mutter ist auch narzisstisch. Sie hat alle manipuliert, nach außen war sie die sympathische perfekte Mutter. Zuhause hat sich alles nur um sie gedreht, ich war dazu da,ihr gute Laune zu machen und rate Mal, wenn was schief lief, war es immer meine Schuld. Meine Geschwister und mein Vater litten selbst unter ihr uns waren keine Hilfe.

      Und das ist der Unterschied. Du hast das ganze schon durchschaut und reflektierst das alles. Du stehst zu ihm und machst ihn selbst bewusst. Du bist seine Orientierung, denn bei dir ist er die meiste Zeit. Du kannst ihm seinen Vater schwerlich vorenthalten.

      Ich würde an deiner Stelle auch in der Therapie Mal darüber sprechen. Das sind sie Profis und vielleicht haben die Tipps zum Umgang mit Narzissten.

      Alles Gute!

(12) 10.12.19 - 13:40

Hallo Kathi,

Ich bin mit einem narzisstischen Vater aufgewachsen und habe in der Folge mehrere Beziehungen mit emotionalen Missbrauch gehabt und habe mit einem malignen Narzissten auch ein Kind.

Ich empfehle dir als allererstes, dir Rat in einem Forum zum Thema Narzissmus zu holen, da wissen dann alle wovon du redest und können dir auch bessere Ratschläge geben.

Was du über Narzissten und Kinder schreibst ist nur bedingt richtig. Narzissten sehen ihre Kinder gerne als mini-Me, geben ihren Kinder aber auch oft die Rolle des Goldkindes oder Sündenbock.

Ich selbst war in meiner Kindheit der Sündenbock und habe kein gesundes Selbstbewusstsein entwickelt und bin in der Folge wie gesagt mehrfach an ähnliche Partner geraten. Meine Tochter war das Goldkind ihres Vaters und hatte einen tollen Papa, der mittlerweile leider gestorben ist. Wir waren auch getrennt und der Kontakt war daher nicht so häufig, wenn sie sich gesehen haben, dann hat er sich ganz darauf konzentriert, ihr zu imponieren und der Super-Papa zu sein.

Alleiniges Sorgerecht oder Kontaktverbot wirst du nicht bekommen. Ohne psychiatrisches Gutachten sowieso nicht und selbst wenn es eines gibt: Du weißt selbst wie toll Narzissten auftreten und alles verdrehen können. Zudem ist Narzissmus längst nicht jedem Richter (und leider auch nicht jedem Therapeuten) bekannt.

Ich schließe mich dem Kommentar von Herbstliebe an. Begleite dein Kind und stärke es in seiner gesunden Wahrnehmung. Wenn der Narz-Vater zu sehr aufdreht, wird es deinem Kind vielleicht auch selbst irgendwann zu viel, das wird aber noch Jahre dauern.

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