LANG - Erfahrungen mit Frühförderung und Beratungsstelle für Eltern und Kind

Hallo ihr lieben,

Ich war gestern mit meinem 3,5 jährigen Kind beim Kinderarzt, weil er Ohrenschmerzen hatte. Mein Kind liess sich schon von Anfang an von anderen schlecht anfassen. Fast jede u-Untersuchung war schon immer sehr schwierig mit Geschrei etc. ich musste ihn festhalten und beruhigen, damit der Arzt ihn untersuchen kann, leider war er gestern Nachmittag schon so müde und unruhig und hat vor Wut auf den Arzt und seine Helferin gehauen während der Untersuchung. Er hat nur noch herumgebrüllt.

Daraufhin hat uns der Kinderarzt zu einer Frühförderung geraten und wir sollen auch bei einer Beratungsstelle für Eltern und Kind einen Termin machen.

Ich war natürlich erst mal geschockt.

Ich kenne mein Kind nicht so, es ist schon einmal vorgekommen, dass er auch im Kindergarten geschrien und mich gehauen hat, weil ich ihn alleine gelassen habe, aber gestern war es wirklich schlimm. Ich konnte ihn in Untersuchungsraum überhaupt nicht beruhigen.

Seitdem er in den Kindergarten geht, ist er lauter geworden.

Mir ist bewusst, dass mein Kind manchmal auffällig ist, weil er mal einen schlechten Tag gehabt hat, nicht ausgeschlafen ist krank, übermüdet etc.
Zudem zeigt er meistens starke Gefühle und ich finde er muss noch lernen mit diesen Gefühlen umzugehen.

Ich würde es schlecht finden, wenn ein Kind seine Gefühle nicht zeigen könnte.

Was meint ihr? Sollen wir diese Termine machen?

Wem geht es ähnlich? Wer hatte ähnliche Erfahrungen und kann berichten?

In den Kindergarten geht er im Moment nur für 2 Stunden, da ich ihn erst hinbringen kann, nachdem die Kinder gefrühstückt haben, weil er dort nicht mit isst und sich auch nicht an den Tisch setzt, sondern einfach spielen möchte und das geht nicht.

Laut Erzieher habe er wohl eine sehr starke Bindung zu mir und ließ sich vor 2 Monaten von den Erziehern überhaupt nicht beruhigen und weinte so extrem? dass er Erbrechen muss und ich dementsprechend angerufen werde um mein Kind abzuholen.
Mittlerweile klappt es für 2 Stunden ganz gut es gibt fast keine Auffälligkeiten. Nur manchmal weint er zwischendurch laut Erzieherin, lässt sich dann schnell ablenken.

Vielen Dank fürs lesen

Hallo,
Nach deinen Beschreibungen würde ich mal einen Termin bei der Frühförderung machen.
Schaden kann es ja nicht.

Aber das er mit 3,5 Jahren nicht im Kindergarten ist, nur weil die anderen Kinder essen und auch dass er so extrem ausrastet, finde ich persönlich schon auffällig.

Aber vielleicht finden die in der Frühförderstelle alles noch im Rahmen, wer weiß...

Alles Gute!

LG lilapunk

Vielen Dank für deine Antwort,

Allerdings ist es so, dass mir die Erzieher vorgeschlagen haben, dass er am besten nach dem Frühstück kommen soll.

Habe heute Nachmittag in der Frühförderung angerufen und sind nun auf der Warteliste.

Das hört sich so an, als ob es sich die Erzieher einfacher machen wollten.

Ich würde an eurer Stelle mal nen Termin machen, vielleicht ist es gut wenn mal ne neutrale Stelle von Außen schaut, und beraten kann ob es in der Norm ist usw.
(Das muss ja nichts negatives sein, sondern kann vielleicht auch neue Wege/Lösungsmöglichkeiten zeigen, usw. die euch im Altag den Umgang erleichtern...)

Mh also auf den ersten Blick finde ich das Verhalten deines Sohnes auch auffällig. Mit 3,5 sollte er nach einer Eingewöhnungszeit schon in der Lage sein, sich in die Kita-Strukturen einzufügen. Dass es länger als 2 Stunden nicht geht ist definitiv auffällig. Auch das extreme Ausrasten.

Ich denke so ein Termin bei einer Beratung oder Frühförderung kann nicht schaden, die können das auf jeden Fall besser beurteilen als wir hier...

Wir hatten mal eine Phase in der es sehr gut geklappt hatte, allerdings kommt es noch häufig vor, dass mein Kind sagt, dass er den Kindergarten nicht schön findet und nicht mehr hin möchte.

Am Wochenende aber fragt er nach dem Kindergarten und interessiert sich.

Kitastart war sehr gut, ohne Ängste und weinen. Er war sehr begeistert.

Ein Kind das nicht mit frühstücken kann und auch nach Wochen oder gar Monaten auf 2 h hängt geht nicht gut in den Kindergarten, hör doch bitte auf dir was schön zu reden! Und dass er immer schreit wenn er den Kinderarzt sieht etc ist auch nicht normal. Du schreibst ja selbst dass immer Gezeter ist, also rede es dir nicht mit es war ja spät schön wenn er immer auffällig ist und es halt nur noch extremer war als sonst. Das kann man in Phasen oder bis zu einem gewissen Alter eben akzeptieren und dann ist irgendwann der Punkt bei dem der Arzt sagt 'das ist jetzt langsam nicht mehr ok'. Die Summe macht es bei euch dass man sagt es ist nicht mehr altersgerecht.

Wir haben bei unserem Kind schon viel früher wegen weniger eingegriffen. Natürlich sollen sie Gefühle zeigen können, aber zwischen Gefühle zeigen und sich hysterisch reinsteigern bis man erbricht liegen Welten! Deinem Kind fällt die Eingewöhnung anscheinend extrem schwer, es steht unter Stress, zeigt Zeichen von Überlastung. Und das jetzt schon über einen längeren Zeitraum. Unbeschwerte Kindheit klingt anders. Alleine das ist für mich ein Grund etwas zu unternehmen. Egal wie "normal" etwas angesehen wird. Wir haben gute Erfahrungen mit Frühförderung gemacht, er ist ein wesentlich selbstsichereres, ausgeglicheneres Kind geworden und keine Angst, Gefühlsausbrüche hat er immer noch vom Feinsten ;-)

Er kann mich leider schlecht loslassen. Das ist unser Hauptproblem.

Ja und zum Loslassen gehört eben Selbstvertrauen, Selbstwahrnehmung ... alles Dinge die eine Frühförderung prima fördern kann.

Hallo

mein erster Weg wäre einen Termin beim Pädaudiologen zu machen um zu schauen ob und wie er hört.

Dann würde ich einen weiteren Termin im SPZ machen.

Einer Frühförderung ist super, aber wichtig ist erstmal nach der Ursache zu suchen statt das symtome zu behandeln

Sorry aber mein Sohn ist auch 3 Jahre und das was du beschreibst ist definitiv NICHT normal. Was mich wundert ist, dir ist es in 3 1/2 Jahren nicht aufgefallen und der Ärztin fällt die Entwicklungsstörung in 10 Minuten Untersuchung auf da frage ich mich wo man dann als Mutter dir ihr Kind 24 Stunden am Tag sieht hinschaut.

Sowas kann ich echt nicht verstehen. Klar man liebt sein Kind so wie es ist aber wenn es ein offensichtliches Problem hat, kann man doch nicht einfach mal die Augen zudrücken und meinen es verwächst sich.

Bitte tu deinem Kind was gutes und mach ein Termin bei der Frühförderung aus, das sollte eigentlich schon viel früher passieren, denn so wie ich das lese besteht das Problem ja nicht nur seit gestern.

Komischerweise waren wir gestern wegen Ohrenschmerzen beim Kinderarzt und wir sind dort seit der Geburt meines Kindes in Behandlung und jetzt frage ich mich, warum es dem Kinderarzt bislang bei den u-Untersuchungen oder an niemanden Untersuchungen nicht aufgefallen ist???

Mein Kind hat schon fast immer geweint, während der Arzt den Raum betreten hat. Warum hat der Arzt denn nicht gleich Frühförderung angesprochen und jetzt plötzlich.

Ich möchte noch mal erwähnen, dass mein Kind gestern kurz vor 18 Uhr untersucht worden ist und er war schon ziemlich müde und hatte Ohrenschmerzen.

Sollten irgendwelche ernsthaften Auffälligkeiten vorliegen, denke ich dann wäre ich schon längst vom Kindergarten darauf angesprochen worden.

Es ist leider ein Trend in unserer Gesellschaft dass Frühförderung als übertrieben gilt und bei solchen Dingen nicht aufs Kind geschaut wird sondern auf die Eltern. Sind die Eltern hysterisch, sind sie übereifrig, sind sie gelassen? Und du findest mit jeder Verzögerung irgendwelche Klugsch... die dir einreden wollen dass die Therapie zu früh sei, dass man Kindern Zeit geben solle, dass es nur die Eltern sind die es nicht erwarten können .... der Blick auf das Kind und wie sehr das Kind vielleicht belastet ist mit der Situation fehlt komplett.

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Huhu,

Ich würde den Termin machen.

Meine Tochter war ähnlich. Bei ihr liegt es an Hochsensibilität . Es war ihr bei der Tagesmutter und auch anfangs in der Kita zu laut, zu eng, zu fremd.
Gerade die Essenssituationen sind mit die stressigsten. Viele Kinder, Nähe, Geräusche und Gerüche.... das unterschätzt man schnell.

Meine Tochter hat bis sie 4 Jahre alt war, auch in für sie stressigen Situationen gebrochen. Das war ihr Überlaufventil...
Uns hat Ergotherapie geholfen, dass sie Reize besser verarbeiten konnte und auch besser spüren konnte, wann sie eine Pause braucht.
Selbst heute zieht sie sich aus Gruppenaktivitäten zurück wenn es nicht mehr geht. Z. Bsp. letztens Plätzchen backen mit mehreren Freundinnen bei uns zuhause- da hat sie dann 30 min ihrem Vater im Garten geholfen.
Ich finde das okay und wichtig. Besser, als immer über seine Kräfte und Grenzen zu gehen.

Kann natürlich bei deinem Kind andere Gründe haben. Deshalb ein Termin in der Frühförderung.

Hoffe, dir hilft es, dass es einige solcher Kinder gibt und ihr nocht allein seid.

Sieh es als Hilfestellung, dir Rat zu holen und schlussendlich dein Kind ggf unterstützen zu können.

Liebe Grüße
Love

Als Mama ist es oft sehr schwer die Situation zu beurteilen, schließlich kennt man sein Kind ja nicht anders :-) wir arbeiten schon sehr lange unter anderem mit einer Erziehungsberatung zusammen und es ist großartig! Auch ich werde immer wieder bestärkt. Du solltest den Rat annehmen. Wenn er tatsächlich etwas Unterstützung braucht, ist es doch super wenn ihr frühzeitig unterstützen könnt!

Und oft möchte man es nicht sehen weil man Angst hat das andere sagen man hat versagt

Das stimmt, deswegen schrieb ich ja auch von meinen Positiven Erfahrungen, um eben den Schritt zu bestärken. Wenn ihr das nicht durch den Kopf gehen würde, würde sie wohl kaum hier schreiben. Übrigens habe ich bei meinem Sohn die ADHS Symptomatik auch nicht erkannt, einfach weil wir zu Hause intuitiv Strategien hatten womit wir gut zurecht kamen.

Frühförderung ist nichts schlimmes.Meinem Sohn hat es sehr viel Spaß gemacht in den 2 Monaten.Danach hörte es auf,weil er als I-Kind in einen anderen Kiga kam.Allerdings finde ich es irgendwie schade,denn speziell gefördert wird er dort jetzt nicht mehr.Die Gruppe ist halt kleiner.
Bei meinem Sohn fing auch alles kurz nach Kiga Start an.Mein Sohn aß dort auch nur seine bestimmten Lebensmittel,und wenn er fertig war,ist er spielen gegangen.Er konnte sich dort nicht daran halten,sitzen zu bleiben.Da es die meiste Zeit nur eine Erzieherin dort gab,musste ich ihn oft frühzeitig abholen oder zb mit zum turnen gehen.
Das ist auch im neuen Kiga so.Er isst dort nicht am Mittag.Singt laut und stört die anderen,so das er meist seine Zeit draussen verbringt.
Ebenfalls ist mein sohn sehr willensstark und haut mich mittlerweile auch,wenn er wütend ist. Er ist jetzt 5 jahre alt.Mit 3,5 jahren haben wir angefangen die ganzen Anträge zu stellen und Termine zu machen,es dauert alles sehr lange.
Wir waren in einer KJP und noch bei einer Psychologin,die sich bei jüngeren Kindern im Autismus Spektrum auskennt.Da mein 10jähriger Sohn ebenfalls Autist ist,lag es bei ihm nahe.
Ich würde dir auf jeden Fall raten in ein SPZ oder zu einer KJP zu gehen und es abklären zu lassen.Die Termine sind oft erst Monate später.
Ich finde das Verhalten auch auffällig.Meine anderen Kinder waren nie so.

LG Julia