Ein Jahr ins Ausland mit Familie

    • (1) 21.12.19 - 13:51
      Ausland

      Hallo,

      mein Mann hat innerhalb seines Jobs ein Angebot bekommen für ein Projekt 1 bis 2 Jahre in die USA zu gehen. Er würde es sehr gerne machen, es bringt ihn beruflich weiter und er kann viele wichtige Erfahrungen sammeln.

      Sein Arbeitgeber bietet ihm nun auch die Möglichkeit, dass wir ihn als Familie begleiten.
      Die Sache reizt mich schon sehr und ich hätte auch Lust darauf, obwohl wir hier an unserem Wohnort sehr verwurzelt sind. Wir haben ein Haus, ich habe einen guten Job hier, Freunde, Vereine etc.

      Die spontane Reaktion der Kinder:
      Der große(12) sagt: Ja auf jeden Fall.
      Die kleine(10) möchte es nicht so gerne u.a. wegen Flugangst.

      Wir sind am überlegen, ob wir es wagen sollten. Aber es wäre ein wahnsinniger organisatorischer Aufwand. Andererseits aber eine einmalige Gelegenheit.
      Wer hat diese Erfahrung gemacht? Warum habt ihr euch dagegen oder dafür entschieden? Ich würde mich sehr über Erfahrungen von Familien mit Kindern freuen.

      • Ich war vor einigen Jahren in New York (direkt Manhattan), allerdings als alleinstehende noch.

        Man kann es machen und es ist spannend und macht Spaß, wenn die Firma sich da richtig reinhängt und allerlei Papierkrieg übernimmt, angefangen mit Visa für alle Personen (Arbeitsvisum für Dich?) oder so viel (!) mehr zahlt, dass Euer aller Lebensunterhalt gesichert ist (auch Schulgebühren, Krankenversicherung für alle, und immer schön an die erhöhten Lebensunterhaltskosten denken, wo je nach Bundesstaat auf alles noch Federal Tax, Staate Tax und 15% Trinkgeld drauf kommen und JEDE 100 Dollar Rechnung in Wahrheit 130-140 Dollar kostet).

        Wenn sich abzeichnet, dass die Firma da doch nicht so großzügig ist , würde ich genau schauen ob Ihr bereit seid, aus privater Tasche für das Abenteuer USA drauf zu zahlen.

        (3) 21.12.19 - 14:15

        Hallo 🙋‍♀️

        Wir sind in einer ähnlichen Situation. Nur ist der sohn erst 18 Monate und ich noch Elternzeit.
        Für uns geht es nach Australien nächstes Jahr. Solange ich noch nicht arbeite und der kleinen noch nicht in die Krippe geht ist es für uns natürlich "einfach"
        Ob ich es wagen würde mit großen Kindern kann ich nicht sagen (wegen Schule usw)
        Aber ich denke was die Sprache betrifft bringt es euch und eure Kinder enorm weiter und das ist ein tolle Erfahrung die evtl nie wieder kommt.

        Alles gute für euch

        (4) 21.12.19 - 14:39

        Natürlich - eine tolle Erfahrung. Und eure Kinder werden daran wachsen. Wegen der Flugangst , da gibt es viele gute Ratschläge bis hin zu einem Seminar gegen Flugangst für Kinder.

      • (5) 21.12.19 - 14:52

        Hallo

        Wo bleibst du in der Geschichte?

        Was ist mit deinem Beruf?

        • (6) 21.12.19 - 16:45

          Ja da muss ich abwägen, eigentlich möchte ich nicht kündigen.
          Vielleicht gibt es Möglichkeiten, Unbezahlter Urlaub, Sabattical, Telearbeit,...
          Das muss ich alles erst klären.

          Es wäre auch möglich, dass mein Mann nicht dauerhaft dort ist, sondern mehrmals für ein paar Wochen rüber muss.

          Das muss alles noch verhandelt werden. Aber dafür müssen wir uns erstmal klar werden was wir wollen.

      (7) 21.12.19 - 14:57

      Was ist denn die Alternative?
      Dein Mann geht alleine 1-2 Jahre in die USA? Das wäre für mich aufjedenfall nicht die richtige Lösung.
      Ich habe keine Erfahrung, würde aber auch nicht zögern! Ich finde das total toll und spannend, nur besteht natürlich die Gefahr, dass deinen Kindern das Jahr so gut gefällt, dass sie sich dann irgendwann dazu entschließen dort bleiben zu wollen.
      Und wenn es garnicht gefällt, wisst ihr ja dass das Jahr wieder rum geht und euch als Familie schweißt es bestimmt zusammen.

      (8) 21.12.19 - 15:13

      Wir haben es gemacht und für die Kinder war es das beste, was ihnen passieren könnt: alleine schon das Erleben einer weiteren Sprache ist es das wert. Dazu kommt die Weltoffenheit, die man dadurch erfährt und man hat Freunde auf der ganzen Welt, was till ist.

      Es ist auch eine prima Gelegenheit, die Flugangst zu bekämpfen. Ängsten darf man nicht nachgeben, sie wachsen sonst.

      Ich überlege schon lange, ob ich es wagen sollte. Könnte mit einem Lehreraustauschverfahren rüber, mein Mann mit seiner amerikanischen Firma auch. Ich war als Teenie mal ein Jahr da. Ich liebe das Land. Im Moment hält mich ab, dass man sich da alles neu aufbauen muss und vielleicht. Freundschaften hier danach nicht mehr so sind, daher beschränken wir uns auf Urlaube da. So ein Angebot bekommt ihr vielleicht nie wieder. Es wäre sicher eine großartige Erfahrung. In welchen Staat soll es denn gehen? Das würde meine Entscheidung maßgeblich beeinflussen. Ist man mal dort,kann man das Land so viel einfacher erkunden. Schon toll

    (11) 21.12.19 - 17:50

    Hi, ja hier 😊
    Wir leben momentan an der Ostküste weil mein Mann dort beruflich ist.
    Du kannst mir gern eine Nachricht schreiben!

    Wir haben eine 2 jährige Tochter und ich sage auf jeden Fall dass es eine einmalige Chance ist, die man nutzen sollte.
    Wenn man für sowas offen ist. 👍

    (12) 21.12.19 - 18:16

    Macht es!
    Das ist für alle sehr bereichernd!

    (13) 21.12.19 - 18:27

    Hallo
    Was heißt wahnsinnig organisatorischer Aufwand genau? Was würdet vom AG kommen?
    Ein Jahr wäre, gerade wenn Land und Sprache neu sind, schon etwas unglücklich und sicher auch nicht für jeden leicht. Auch ist in den USA doch auch einiges anders und wenn deine Kinder das selbstständige Leben in Deutschland kennen und im schlimmsten Fall aufgrund der Wohnlage nichts mehr alleine machen können, also nicht einmal alleine zur Schule können, ist das schon ein großer Einschnitt.
    Ich kenne das ganze mit Rundum-Paket vom AG. Hat schon was. Wir kennen dadurch auch etliche andere Familien und es läuft ganz unterschiedlich. Ich würde lügen, würde ich sagen, es gefiel allen. Da sind auch Kinder und Erwachsenen dabei die wirklich unglücklich waren.
    Auch muss man bedenken, dass zB. Projekte einen anderen Verlauf nehmen können und dass sich der Aufenthalt dadurch verkürzen oder auch deutlich verlängern könnte.
    Was mit Dir ist, sollte natürlich auch geklärt werden.
    Da muss schon einiges bedacht werden. Viel Spaß beim überlegen :-p

    LG

    Keine Erfahrung, aber wenn die Kinder (von Flugangst abgesehen) dafür sind, würde ich gegen, denn sie ungebeten zu Entwurzelt würde ich nicht wollen.

    Mit deinem AG müsste man mal sehen, aber wenn ihr euch im Guten trennt, würde ja nicht so viel gegen eine Wiedereinstellung sprechen.

    Eine Freundin von mir wohnt im Moment, auf zwei Jahre begrenzt, in einem Haus einer Familie, die es genau so gemacht haben. Das Haus steht nicht leer und die junge Familie kann verhältnismäßig günstig darin leben.

    Für mich käme es tatsächlich mit Kindern in diesem Alter nicht in Frage.

    (Wenn es denn die Opton gibt, in D zu bleiben. Wenn es beruflich sein MUSS, dann muss es eben sein)

    Und zwar, weil ich im Freundeskreis damit nur schlechte Erfahrungen gesammelt habe.

    Zwei bekannte Familien waren vor drei Jahren "1 Jahr" im Ausland mit Kindern in diesem Alter.
    Einmal USA, einmal Südafrika. Beides lief gleich - die Kinder hatten hier ihre Freunde und taten sich sehr schwer, sich einzuleben. Als es nach einer Zeit X gut war, waren sie endlich dort so weit angekommen, dass sie wiederum nicht mehr heim wollten.

    Sie wurden quasi gleich zweimal entwurzelt.

    Das Ende vom Lied:
    Die Kinder sind nun verteilt, eins ist dort geblieben in der Schule, lebt im Internat bzw in ner Gastfamilie, weil es die Schule dort beenden möchte und nicht nach D zurückwollte. Ein anderes Kind ist nach Beenden der Schule in D zurückgegangen ind die USA und lebt nun dort.

    Die Gefahr, dass meine Familie am Ende zerrissen ist, wäre mit zu groß.

    Mit Kleinkindern oder Babys ja, mit Kindern nahe der Pubertät nein.

    (16) 21.12.19 - 23:04

    Wir stehen gerade auch vor sehr interessanten Fragen betreffs Ausland für ein paar Jahre.

    Mein Mann und ich sind seit 30 Jahren zusammen 🥰🥰 Wir sind inzwischen 50 und 52 Jahre alt. Es war vor 30 Jahren unser gemeinsamer Traum, beruflich ins Ausland zu gehen. Aus verschiedenen Gründen haben wir diesen Traum aber bisher noch nicht verwirklicht.

    Nun ist aber inzwischen unser Sohn seit 4 Monaten beruflich in England. Und wir spüren, wie jetzt durch ihn unser Traum wieder auflebt. Und so sind wir nun dabei, die Möglichkeiten für uns zu prüfen.

    Wir möchten Euch jedoch Mut machen, den Schritt zu wagen.

    (17) 21.12.19 - 23:11

    Ich würde es davon abhängig machen wie sehr der AG wirklich dahinter steht. Vernünftiger Relocation Service im Vollpaket.
    Versicherungen und Jobsupport für Dich. Container. Haussuche. Schule für die Kids. Das alles ist sauteuer aber nötig wenn es halbwegs klappen soll. Wenn sie da nicht mit dem vollen Gutscheinheft winken braucht ihr gar nicht mehr weiterreden.
    Und was das mittelfristig aus Deinem Job macht... Ohne die massive Organizerstützung oder wenn es dir beruflich das Genick bricht würde ich es nicht machen.
    Erfahrungsgemäß ist übrigens jobtechnisch nicht das ankommen sondern das zurückkommen das grosse Problem. Das muss noch vor der Entsendung.mit geplant werden. Sonst Finger weg!!! Das kann zB meine Firma gar nicht gut und das unterschätzen sie alle. Gibt regelmässig Dramen und Kündigungen wenn die Leute zurückkommen.

    Meine Firma verlangt einen mehrjährigen Auslandseinsatz ab einem bestimmten Level. Ich selber bin anstelle einer Entsendung komplett in eine andere Landesgesellschaft gegangen, mit Partner aber noch vor dem Kind. Freunde von mir sind auf der ganzen Welt verstreut. Den Stress mit der Ruckkehrthema bei uns würde ich mir zB nie antun sondern eher kündigen und dann was neues suchen. Daher gleich der grosse Sprung mit dem kompletten Wechsel.
    Bei den USA ist alles dabei, welche die voll euphorisch waren und das als Chance zum auswandern nehmen wollten. Die sind wieder da, waren Kreuzunglücklich und würden es nie wieder machen. Und andere die ebenfalls geblieben sind. Es ist soooo unterschiedlich und kommt wirklich auf die Umstände und den Typ Mensch an. Je weiter man als Paar/Familie ist, desto komplexer ist es und ihr mit euren grossen Kindern habt da eine ziemliche Entwicklungsstufe erreicht.
    Schaut als erstes Mal ob die Firma nur redet oder auch Geld anfassen wird...

    • (18) 22.12.19 - 00:03

      Danke für deinen interessanten Beitrag.
      Wo genau liegt das Problem beim zurückkommen? So weit habe ich noch gar nicht gedacht.

      • (19) 24.12.19 - 22:22

        Aus Firmensicht werden deine Aufgaben an andere vergeben solange du weg bist. Dann kommst du wieder und keiner macht sich Gedanken was du tun sollst bis du dann aufm Flur stehst. Und ups, was macht man denn jetzt mit dem? Bei uns ist es so dass wir Kunden betreuen. Dein komplettes Netzwerk geht auf wen anders über und dann bist dann weg. Die Kunden werden auch nicht zurückgegeben. Du fängst von vorn an quasi, Umsätze wieder aufbauen. Kunden kennenlernen Das finde ich extrem nervig weil es nicht ohne ist sich das aufzubauen. Du machst den Kraftakt quasi 3x

        Im Ausland lebst du wie in einem anderen Werteraster. Es gibt Dinge die laufen dort ganz anders. Die nerven völlig. Ich fand es anfangs sehr anstrengend, es fordert viel Achtsamkeit bis man versteht wie es läuft. Das bekommt man noch aktiv mit. Es ist aber auch so dass man recht schnell viel von dort aufsaugt und sich anpasst, ohne dass man das gross wahrnimmt. Wenn du dann zurück kommst bist du nicht mehr der gleiche Mensch wie der der ging und du funktionierst auch nicht mehr reibungslos im deutschen System. Du kommst mit Teilen des ausländischen Werterasters heim. Wie das aussieht kommt extrem drauf an wo du warst. Wir - beide Deutsche - haben auch für daheim gewisse Kommunikationsmuster unseres Ziellandes übernommen. Das ist ziemlich ulkig.
        Ich hab zudem die Konstellation dass ich noch einiges mit den dt Kollege mache, da ich Nischenwissen habe. Und ich agiere nicht mehr wie eine von ihnen, macht beide Seiten schlichtweg fertig, sie aber noch mehr als mich da sie es überhaupt nicht verstehen. 😂
        Ich hatte Mal eine ganz nette Studie von Boston Consulting zu Expats in der Hand. Kann ich sehr empfehlen. Und mit Leuten sprechen die für diesen AG schon weg waren und wieder da sind.
        Wenn die in Serie abraten, nehmt es ernst.

(20) 24.12.19 - 10:40

Wir haben es gemacht - beides.

Wir sind zusammen als Familie ins Ausland gegangen und als wir zurück waren ist mein Mann nochmal alleine ins Ausland für 1 Jahr und nur alle 3 Monate für 2 Wochen zurück gekommen. Wir haben 4 Kinder und sie haben das sehr unterschiedlich erfahren. Unsere Kinder sind dadurch 6 Mal umgezogen in 4 Länder sowie mehrere Monatsaufenthalte in 2 weitere Länder wo wir keinen kompletten Umzug gemacht haben sondern nur mit Koffern.

Es hat alles seine vor und Nachteile. Und verschiedene Möglichkeiten . Ich könnte sehr viel darüber schreiben.
Aber heute habe ich nicht die Zeit. ;-)


Es gibt keine generelle Antwort aber schon Gedankenansätze die dir bei der Entscheidungsfindung helfen können.
Zum Beispiel welche Möglichkeiten vielleicht durch den Arbeitgeber besteht etc.

Falls du in Kontakt mit mir treten möchtest, dann schick mir eine PN.

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