Wenn der eigene Sohn sagt,....

.....dass er kein Kind möchte, da er bei den eigenen Eltern gesehen hat, was das an Verzicht, Abrackern und Verantwortung bedeutet, wie wäre das für euch?
Er sagte, er möchte nicht ewig für ein Kind zahlen, sondern selbst ordentlich leben.
Außerdem sagte er, dass seine Lebensgefährtin einen Abbruch hatte und er eine Vasektomie gemacht hat.
Ja, wir müssen viel arbeiten, er hat studiert, wir haben ihm finanziell natürlich gegeben was nötig war, aber wir sind seit Jahren nicht mehr verreist, kein Essen gehen, Kino, Neue Klamotten hab ich zuletzt vor 7 Jahren gekauft, Herd ist seit Monaten kaputt.
Es ist sicher nicht angenehm das zu sehen.
Dabei dachte ich immer, er hat unser Leben als unbeschwert empfunden.
Es stimmt, ich bin oft müde durch die 2 Jobs, jetzt Weihnachten kam das richtig soll zum Ausdruck, da ich ständig eingeschlafen bin, auch beim Essen, bei der Bescherung, mein Sohn sagte, ich würde eine erbärmliche Figur abgeben ...
Ich war erst verwundert, aber wahrscheinlich hat er teilweise Recht.
Es geht mir nicht um Enkelkinder, sondern darum dass ich für mein Kind wollte dass es unbeschwert aufwächst....

Eine erbärmliche Figur? Weil du dich kaputt rackerst und ihm versucht hast alles zu ermöglichen? Wie alt ist er? 12? Sowas asoziales geht gar nicht. Hochflug kommt vor dem Fall. Große Schnauze kann man immer haben. Ich finde er ist jetzt mal dran euch zu unterstützen,siehe Herd.
Warum sollte er Recht haben? Rede dir sowas nicht ein. Tut mir echt so leid für dich.

Der Sohn hat eine Vasektomie gemacht - er wird wohl kaum 12 Jahre alt sein....!! #kratz

Sie spielt wohl eher auf das geistige Alter des Herrn an...

Gib dir niemals die Schuld an irgend was. Du hast nichts falsch gemacht. Manche Kinder kommen einfach so Arrogant raus.
Mein grosser Bruder ist so. Meine Mutter hat für uns 3 alles geopfert, gerackert und immer ihr bestes gegeben. Mein Bruder macht ihr nur Vorwürfe, ist anmassend und
undankbar.
Wir hatten eine schöne Kindheit, er ist einfach nur daneben.

Lass es nicht so sehr an dich heran, auch wenn es schwer ist. Eines Tages wird er aufwachen, auch wenn es noch viele Jahre dauert.
❤️❤️

Hallo,

Also das er keine Kinder haben möchte,ist eine Sache. Die andere Sache ist die, das er sehr undankbar ist und dir keinerlei Wertschätzung und Anerkennung zukommen lässt,die du eigentlich verdient hättest! Finde ich sehr verletzend und extrem herablassend! Er sollte lieber an seiner Lebenseinstellung und Haltung arbeiten,an statt so zu sprechen! Klar das nicht immer alles rosig ist etc. ist normal aber solch Äußerungen finde ich sehr inakzeptabel!


LG 🙋

Hallo,

Ich lese da keine Arroganz deines Sohnes. Er sieht was die viele Arbeit mit euch gemacht hat und entscheidet sich eben für ein anderes Leben für sich.
Wie alt ist dein Sohn? Manche Entscheidungen sind für eine Zeit gut und werden bei Bedarf geändert.

Mach dich nicht fertig, die Vergangenheit kannst du nicht ändern. Du hast dein Möglichstes getan um deinem Sohn ein schönes Leben zu ermöglichen.

LG marci

Wer's glaubt...

Ich glaube das auch.
Er ist - im Gegensatz zu anderen Kindern - so aufmerksam und merkt ganz genau, dass seine Mutter sich aufgeopfert hat, damit er ein gutes Leben hatte bisher.
Und im Gegensatz zu etlichen anderen, hat er genau gesehen, welche Verantwortung es ist, Kinder zu haben.

Nur der beleidigende Satz, sie wäre eine erbärmliche Figur, geht garnicht und widerspricht eigentlich seiner Aufmerksamkeit D:

"Nur der beleidigende Satz, sie wäre eine erbärmliche Figur, geht garnicht und widerspricht eigentlich seiner Aufmerksamkeit D: "

als Widerspruch sehe ich es nicht.
Im Gegenteil.
Es kann auch eine Hilfeschrei sein. Ein endlich mal rauslassen, ein sich abgrenzen.

Die Wortwahl ist nicht ok!

Andererseits kenne ich einige Erwachsene, die in ihrer Rolle voll aufgehen: ich habe mich sooo aufgeopfert für die Familie, ich habe mich niiiiie geliebt, ich habe immmmmmer nur für andere .......
du bist sooooo undankbar

Da bringen dann nette Worte nichts mehr.

Wenn diese dann am Tisch einschlafend, weiterhin Dankbarkeit erwarten (tatsächlich schon erlebt)
und NICHT anerkennen, dass sich andere Familienmitglieder ERNSTE Sorgen um die Person machen, die sehen, wie die Person sich selbst zu Grunde richtet,

die Person selbst aber Hilfe ablehnt.... zum Arzt gehen, kein Geld für sich nutzen, Unterstützung verweigern (weil das ja dem Aufopfern widerspricht und nichts für andere ist, sondern etwas für sich selbst)....

dann kann das nach jahrelanger Sorge, Verzweiflung, Angst diesen Menschen zu verlieren! , umschlagen in Wut, noch mehr Verzweiflung

und wenn die Person dann, einschlafend am Tisch immer noch leugnet selbst Hilfe zu brauchen, weil sie ja für andere da war....

dann kann so ein Satz aus Wut durchaus entstehen.

Als meine Mutter mit 40°C Fieber partout nicht liegen bleiben wollte, immer wieder aufstand, immer wieder wegschob, dass wir (erwachsenen) Kinder und ihr Mann alles machten,
sie unsere Sorgen abtat, uns nicht ernst nahm,
selbst NICHT einsah, dass man mit 40°C auch mal liegen bleiben sollte .....

da habe ich ihr etwas ähnliches an den Kopf geknallt.

Wir ALLE sahen, wie besch*** ihr ging. Wir versuchten alles (Haushalt, Arzt, Medikamente, Pflege, andere Aufgaben), damit sie keine Ausrede hatte aufzustehen, damit sie sich auch mal ausruhen konnte ....

und sie uns überging, sich selbst überging .... ja, da hatte ich sie auch als erbärmlich empfunden.
Nicht weil sie Fieber hatte, nicht weil es ihr körperlich schlecht ging.

Sondern weil sie so gar keinen Selbstwert hatte, sich gefälligst mal auszuruhen, zu Kräften zu kommen
Weil sie "aus Liebe" ihren Tod aufbürden würde weil sie uns die Aufgaben nicht aufbürden wollte.
Pflegefall war sie zu dem Zeitpunkt schon einige Zeit. Die Erkrankung nahm sie aber nicht ernst und Arzt bräuchte sie nicht. So wenig Selbstachtung, bei der eigenen Mutter direkt mitansehen zu müssen
und auch so wenig Achtung den anderen Familienmitgliedern gegenüber, das war schon hart.



Sturköpfe, die am Tisch einschlafen, aber nicht zum Arzt wollen, gibt es leider mehrere.
Die meisten hatten dann aber wenigstens so viel Selbstachtung und Achtsamkeit den Angehörigen gegenüber, dass sie deren Sorgen ernst nehmen nun dann doch zum Arzt gegegangen sind.
Schwerer Herzfehler, Schlafapnoe, Eisenmangel und einiges mehr kam dann raus, wird behandelt und sie erfreuen sich daran, dass sie noch viele Jahre mit ihrer Familie verbringen können.

Die erwachsenen Kinder und Enkelkinder sind dankbar dafür.
Sie fahren sie zum Arzt, weil sie froh sind, dass sie noch leben. Sie sind dankbar, dass die Eltern auf sich selbst achten und Hilfe zu lassen, damit sie noch viel von den Eltern haben: viel Zeit, weniger Sorgen.

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Und er darf so mit dir reden?
Leicht narzisstisch der Bub?
Ich hätte ihn vor die Tür gesetzt.
Hat er eine gesunde Beziehung zu seiner Partnerin,geht es ihr gut?

Ich hab auch diese Situation. Mein ältester Sohn sagt: Nie im Leben! Er hat selbst schweres ADHS, und sagt, er könnte nie das leisten, was wir gemacht haben. Und die Gefahr besteht natürlich, auch ein Kind mit ADHS zu bekommen. Und auch wenn nicht - es ist ihm zu viel. Er schafft gerade so eben den Alltag.

Sohn 2 sagt, er will auch kein Haus - da muss man ja reparieren und renovieren und den Garten machen. Das hat er ja auch miterlebt. Gern eine Wohnung - aber eine kleine. Und Kinder mag er nicht besonders, und da das Arbeit bedeutet ist das völlig uninteressant für ihn. Es sei denn er "muss", weil die Partnerin das will.

Nur meine Tochter will Kinder haben, aber das wird wohl noch dauern, sie ist die Jüngste und wird in drei Tagen 24. Ich bekam mit 23 das erste Kind.....

Bei dem Verhalten deines Sohnes ist es eine kluge Entscheidung keine Kinder zu bekommen. So asozial und egoistisch wie du ihn beschrieben hast, braucht kein Kind zum Vater.

Erbärmlich ist sein Verhalten, ganz sicher nicht deine Müdigkeit.

Und er ist wahrscheinlich auch einigermaßen unbeschwert aufgewachsen & konnte viel von dem machen, was er wollte - hat aber auch gesehen, was genau das Dir abverlangt hat... Du hast ihm wahrscheinlich immer vermittelt, dass es v.a. darum geht, dass es IHM gut geht - und das will er jetzt halt so weiterleben. Er entscheidet sich FÜR SICH.

Ausser an der Beleidigung "erbärmliche Figur" kann ich an den Aeusserungen deines Sohnes wenig Verwerfliches finden. Ausser vielleicht, dass man sich solche Diskussionen eventuell nicht gerade für den Weihnachtsabend aufsparen müsste - aber häufig genug kommen gerade dann solche Themen aufs Tapet.

Es ist, allem Respekt euch gegenüber, auch etwas blauäugig, zu glauben, ein Kind erlebe euer Leben (nicht seine Kindheit per se) als unbeschwert, wenn das Familienbudget so gar nichts zulässt und die Mama selbst ein gemeinsames Fest verschläft.

Insofern ist seine Reaktion zwar etwas sehr krass und konsequent, aber letztlich seine eigene Entscheidung.

Aber, und das ohne jegliche böse Hintergedanken, sondern aus purem Interesse: wie ist es möglich, dass zwei Erwachsene, die beide voll und sogar noch darüber hinaus arbeiten, so wie ich es lese kein Kind mehr zu unterstützen haben, auf sämtliche Annehmlichkeiten des Lebens verzichten, es nicht schaffen, einen kaputten Herd zu ersetzen?

Auch wenn in Urbia immer wieder das Gegenteil behauptet wird, im Sinne "Hauptsache, wir lieben uns, alles andere spielt keine Rolle", bin ich der Meinung, das für eine unbeschwerte Kindheit einfach auch ein finanzieller Background da sein muss. Armut bedeutet oft Ausgrenzung.

Den Satz mit der erbärmlichen Figur, den finde ich unmöglich. Das würde ich mir verbitten und hätte das sofort thematisiert.

Bei den anderen Dingen bin ich bei deinem Sohn, bzw. kann ihn da verstehen. Er wird ja schon über 30 sein (wegen der Vasektomie) und sich vorstellen können, wie er sein Leben lebt.

Unbeschwert finde ich eine Kindheit ohne Urlaub, Kino, mit dauermüden und dauerarbeitenden Menschen nicht. Und wenn er dann sieht, dass ihr euch auch lange mach deinem Auszug abrackert und euch dennoch nicht mal Standard (kaputter Herd seit langer Zeit) leisten könnt, finde ich seine Einstellung doppelt nachvollziehbar.

Mein Schwiegervater hat sich damals auch abgerackert, als die Kinder klein waren auch meine Schwiegermutter. Nur um sich ein großes Haus leisten zu können. Zeit mit den Kindern war egal. Nicht einmal wurde auf der Wiese gemeinsam Fußball gespielt oä. Noch heute hätte der Vater gerne die Füße dafür geküsst.
Mein Mann arbeitet auch extrem viel, aber wir geben das Geld gemeinsam für uns alle aus. Schaffen Familienevents und gemeinsame Erinnerungen.

Ihr habt nach bestem Gewissen gehandelt, könnt euch nichts vorwerfen lassen. Eurem Sohn gehts gut, und scheinbar ist aus ihm was geworden. Ziel erreicht. Aber nach unbeschwert hört sich das nicht an.

Bei euch läuft aber gehörig was schief, wenn ihr euch mit mehreren Jobs jahrelang abrackert und euch dennoch nichts leisten könnt.

"Es geht mir nicht um Enkelkinder, sondern darum dass ich für mein Kind wollte dass es unbeschwert aufwächst.... "

Die Sorge, dass die eigene Mutter abkratzt, kaputt geht, sich tot schufftet, nur damit ein Kind finanziell sorglos ist,

spüren Kinder durchaus. Das nimmt Unbeschwertheit. Das bringt sie in das Gefühl der Verantwortung. Das ist stressig.

Meine Mutter hatte 40°C Fieber und traute uns anderen aus der Familie nicht zu, dass wir den Einkauf so erledigen, dass es perfekt ist. Da waren wir schon erwachsen.
Die Sorge, dass die Mutter stirbt, weil sie ihre Aufgaben nicht loslassen kann, war erschreckend.

Ihr Perfektionismus war ihr wichtiger, als dass es uns gut geht!
Sie zu verlieren, zu sehen, dass sie vielleicht stirbt.... das hat sie gar nicht wahrgenommen.

Sie sah nur, dass sie uns versorgen müsste, dass sie uns gutes tun müsste. Dass der Einkauf nicht gut genug erledigt wird, wenn sie es nicht macht.


Durch ihre kaputtschufterei wurde sie zum Pflegefall, noch bevor ich volljährig war.
In dem Alter DIESE Verantwortung mitzutragen war heftig.

Hätte sie uns mal viel früher mehr Verantwortung übertragen, dann hätten wir Kinder (teilweise schon erwachsen) die kleinere Verantwortung mittragen und daran wachsen können. Das wollte sie nicht, sie wollte uns etwas gutes tun.

So viel Gutes, dass sie sich durch ihr Verhalten selbst umgebracht hat. Kein Suizid, aber schleichend, langsam. Zu sehen, wie die Mutter langsam aber sicher verendet
und dann die Verantwortung übernehmen zu müssen, weil sie nicht mehr kann. Das ist heftig.


Mein Kind hatte auch schon Angst um mich. Krank und alles war anders.
Finanziell war eine Herausforderung.

Ich hatte die Wahl, was ich ihr geben möchte:
- eine Mutter, die wieder weitgehend gesund wird. Materielles nur eingeschränkt, aber dafür die Sicherheit, sie noch viele Jahre begleiten zu können

- eine tote Mutter, die zwar finanziell wieder loslegt, versucht wieder mehr zu erarbeiten, dafür aber eine hohe Wahrscheinlichkeit, jeden Moment umzufallen, ihr die Sorge aufzulasten, ob ich mich wieder erholen würde.

Sicherlich würde ich ihr finanziell gerne mehr bieten.
Weil ich aber weiß, was für ein bes**** Gefühl es ist, dass die eigene Mutter jeden Moment tot umfallen kann, wenn sie nicht zum Arzt geht, aus "Liebe zur Familie",
wollte ich das meinem Kind nicht zumuten.

Unbeschwerte Kindheit heißt für mich: gesunde Eltern, die dafür grade stehen, wenn etwas in Schieflage gerät.
Dafür aber auch die Gesundheit mit sich bringen und zeigen: es IST sch***, aber als Erwachsene bekomme ich das geregelt.

Zur Not auch mit Hilfen (Ärzte, finanzielle Unterstützung), um die Zeiten zu überbrücken, die schwierig sind. Wenn es einem wieder besser geht, kann man wieder was zurück geben.

Das ist eigentlich ein interessantes Thema, was mich schon längere Zeit beschäftigt. Die Diskussion hier hängt leider ein bisschen zu sehr an den Einzelheiten fest, für meinen Geschmack.

Das interessante ist doch die Frage: Wenn man nun versucht, seinen Kindern so gute Voraussetzungen wie möglich für ihr Leben zu geben - wenn man sie in jeden Hinsicht fördert, für sie da ist, wenn sie Probleme haben, usw. (und ich denke hier nicht unbedigt an solche Dinge für die man doch Geld haben muss, sondern vor allem rein zuwendungsmässig, zeitmässig, Engagement) - kann das negative Resultate geben? So wie, dass die Kinder dann entweder faul oder unselbstständig sind, nicht so viel Elan und Initiative haben, schlecht mit Rückschlägen zurecht kommen, oder wie hier anstrengende Dinge vermeiden?

Ich sehe das auch, bei zumindest zweien meiner drei Kinder. Naja, bei der dritten auch ein bisschen, aber da finde ich doch.... naja, sie ist manchmal übertrieben ergeizig und da gleicht es sich halt aus. Aber die grosse Frage ist doch: Wenn man kann dann schafft man doch gute Voraussetzungen für die eigenen Kinder. Hätte man ihnen unnötigerweise Probleme vorsetzen sollen, nur damit sie dann besser damit umgehen können? Man weiss ja auch nie, ob sie da positive Erfahrungen machen.

Fände ich auch losgelöst von diesem Einzelfall eine interessante Diskussion. Hab auch deinen vorigen Kommentar gelesen.

"...oder wie hier anstrengende Dinge vermeiden?"
Ist es denn für dich ein "Versagen" deiner Erziehung bzw. ein Zeichen der "Missratenheit" deiner Kinder, dass sie selbst keine Kinder wollen?

Ich bin nämlich auch so ein Kind, also die andere Seite. Ich hatte eine wunderschöne, tolle Kindheit, meine Mutter war eine reine Hausfrau und sehr engagiert bei der Freizeitgestaltung, auch finanziell etc. die besten Voraussetzungen für's Leben. Ich bin sehr dankbar darüber, wie ich aufwachsen durfte und was mir meine Eltern mitgegeben haben.

Aber ich kann mir nicht vorstellen, mich selbst so für Kinder aufzuopfern. Oder überhaupt so viel Freude im Umgang mit Kindern zu empfinden. Ich arbeite gerne, ich will keine Hausfrau sein. Ich habe keine Lust auf 20+ Jahre Verantwortung. Ich könnte meinen Kindern nie so eine gute Mutter sein wie meine es mir war.

Ansonsten bin ich durchaus ambitioniert und fleißig, aber Kinder sind mir auch zu viel Arbeit und Verantwortung. Meine Geschwister sehen es ähnlich wie ich und können dem Gedanken, eigene Kinder zu haben, nichts abgewinnen - wir sind alle Ende 20. Womöglich scheuen wir tatsächlich die Anstrengung, wie du schreibst. Ich denke mir halt, ich könnte für ein Kind nicht so dasein, wie es das verdient hätte - dafür bin ich zu egoistisch (geworden?).

Vielleicht magst du ja antworten.

Etwas witzig, dass du sagst, dass man dafür Hausfrau sein müsste - ich hab nämlich immer gearbeitet, wenn auch zum Teil teilzeit. Meine Mutter dagegen war Hausfrau und zwar hat sie ein Riesen-Theater om alles gemacht, aber nicht viel wovon wir wirklich etwas gehabt hätten. Meist hat sie nur einen Riesenwirbel gemacht und sich in alles eingemischt. Ich hab schon als ich noch in die Grundschule ging, gewünscht, sie möchte doch arbeiteten gehen, damit sie etwas tun hat. Und natürlich hab ich auch zugesehen, dass ich in der Schule ohne ihre Hilfe zurechtkam. Womit ich Hilfe hätte brauchen können - ich wollte in einen Sportverein, relativ weit entfernt, aber meine Eltern hatten nie Führerschein/Auto. Und damit konnten sie mit Fahrdiensten schon mal nicht helfen.

Bei meinen Kindern haben wir natürlich alle drei zu Sport und anderen -aktivitäten gefahren. Wir fahren auch die erwachsenen Kinder noch überall hin. Selbst den Führerschein machen - das fanden meine Kinder bisher auch noch zu anstrengend, bzw. auch zu teuer. Ich hab für alle drei etwas Geld gespart, aber es wird nicht reichen. Seit der Scheidung kann ich so was nicht allein finanzieren.

Vor allem war ich bei mit dem Ältesten ziemlich viel in der Schule. Die riefen an, und ich musste hin und ihn abholen. Zum Glück studierte ich da gerade und arbeitete mal nicht. Dauernd war etwas und dann dauerten die Hausaufgaben ewig. Eine Zeitlang hatte er Wutausbrüche, die bis zu 2 Stunden anhielten und wo ich ihn praktisch festhalten musste. In der 9. Klasse war er einige Monate zu Hause, verweigerte die Schule total - ich hab mich 50 % krankschreiben lassen und zu Hause mit ihm gelernt. Drei Stunden motivieren, damit er eine Stunde arbeitet - so lief das.

Einige Jahre später hatte ich ähnliches Pubertätstheater mit der Tochter, sie hat auch ADHS. Und sie hatte eine Esstörung. Zum Glück hatte ich die Möglichkeit einige Wochen mit ihr zu Hause zu bleiben, sonst hätte das nie funktioniert. Ich muss dazu sagen, wir wohnen in Schweden. In Deutschland könnte man vielleicht nicht einfach mit Krankengeld zu Hause bleiben. Und die Kinderbetreuung funktioniert hier natürlich auch gut. Ausser, dass mein Ältester nachher nicht mehr in den Kinderhort gehen konnte, weil es ihm zu viel Gewusel war, zu viele Kinder.

Das waren jetzt nur die speziellen Sachen. Alles andere war dann so das Gewöhnliche. Auch vor allem die Gespräche, dass man halt für die Kinder da ist, wenn sie einen brauchen. Meine Eltern waren nicht regelmässig in der Schule, in den Sportvereinen der Kinder, usw. Die sagten dann nur, sie können nicht, sie haben kein Auto. Fertig. Wir dagegen waren dann dabei, haben die Kinder hingefahren.....

Und dass Kinder sagen, sie wollen selbst keine Kinder, ist auch nur ein Detail von mehreren. Wie gesagt, meine Kinder machen auch keine Anstalten, den Führerschein zu machen - Mama fährt ja. Sie hatten auch keine Eile mit Ausbildung und so - man wohnt ja bequem zu Hause. Manchmal nervt es mich dann schon, wenn mich eins der Kinder anruft und klagt dass es sooo eine grosse Sache ist, den letzten Aufsatz im Studium zu schreiben. Ja Kind, das habe ich auch mal gemacht. Und das erste Mal hab ich ja auch noch Verständnis, aber wenn sie dann meint das sei eine Entschuldigung dafür die schlechte Laune an Anderen auszulassen (d.h. sie ist ziemlich unfreundlich am Telefon), wenn sie zum vierten oder fünften Mal darüber klagt..... manchmal denke ich halt schon: Haben wir die Kids zu sehr verwöhnt?

Meine Tochter meinte auch, ich sei dafür verantwortlich ihr beizubringen, wie man Rechnungen bezahlt und anderes, was man braucht, wenn man eine eigene Wohnung hat. Komisch, als ich in dem Alter war, bin ich doch davon ausgegangen, dass man sich da selbst informieren muss, wie man so etwas macht. Und damals gab es kein Internet. Solche Dinge halt. Wo wir noch davon ausgegangen sind, dass man das selbst macht, wenn man erwachsen ist, meinen meine Kinder oft, sie können das nicht wissen. Und ich versuche durchaus, z.B. meinem 25-jährigen Sohn zu sagen, er soll das mal selbst lösen. Dann geht er zu meinem Partner - der ihm ja nun absolut nicht helfen muss, aber zu gutmütig ist um nein zu sagen. ;)

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Wie alt ist denn der Sohn, wenn er schon eine Vasektomie hatte, wird er ja nicht mehr sooo jung sein? Und wird er von Euch noch finanziell unterstützt? Er hat offenbar fertig studiert?

Ich verstehe nämlich nicht ganz, was z.B. der aktuell kaputte Herd mit ihm zu tun hat??

Naja, eine erwachsene Reaktion darauf, dass Du einfach so einschläfst, wäre, Dich zu einem Arztbesuch zu drängen. Und wenn Du dich so abrackerst, und trotzdem keine Kleidung und keinen neuen Herd kaufen kannst, obwohl der Sohn keinen Unterhalt mehr bekommen muss, sollte der Sohn mal einspringen und zumindest den Herd reparieren lassen oder ersetzen.

Naja, ich vermute eher, die Geschichte ist ein Fake.

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Vielleicht solltet ihr mit eurem Sohn mal in Ruhe reden.
Dass ihr euch aufarbeitet, liegt ja nicht am Kind, sondern an schlecht bezahlten Jobs.

Die Kinder scheinen ja erwachsen zu sein.

Und trotzdem verdient ihr so wenig Geld, dass ihr keinen Herd habt, keine Klamotten kaufen könnt, nicht essen oder ins Kino gehen könnt.
Du musst so viel arbeiten, dass du beim Essen einschläfst ... also sorry aber ich kenne keine andere Familie bei der das so ist.

2 Erwachsene arbeiten in insgesamt min. 3 Jobs und haben kein Geld für nichts ?
Da ist sicher nicht der erwachsene Sohn dran schuld.

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Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Prioritäten zu setzen. Du hast deine gesetzt.

Dein Sohn hätte die Möglichkeit, bei eigenen Kindern eigene Prioritäten zu setzen. Er zieht es vor, erst gar keine Kinder zu bekommen. Auch das ist ok. Auch das ist eine Möglichkeit, eigene Prioritäten zu setzen.

Dass er das aber an deinem Beispiel fest macht, und dadurch indirekt sagt, dass du früher (immer noch?) falsche Prioritäten gesetzt hast, in eine Unverschämtheit!

Möglich, dass es in deinem Job und deiner Lebenskonstellation wirklich nötig war, dir für die Kinder den Buckel krumm zu schuften, auf jeglichen Urlaub UND ausreichend Schlaf zu verzichten. Das kann er aber nur wirklich beurteilen, wenn er denselben Job hat... ;-) Merkst du was? Es ist seine Entscheidung, ob er dasselbe Leben lebt, wie ihr. Das auf "Kinder oder nicht" zu reduzieren ist sowieso zu kurz gedacht. Also soll er gefälligst seine eigenen Entscheidungen treffen, ohne dir da nachträglich ein schlechtes Gewissen machen zu wollen...!

LG!

PS
Wenn du aber ohne schlecht schlafendes Kleinkind alleine durch deine Jobs so müde bist, dass du ständig einschläfst, würde ich mal einen Gesundheitscheck in Betracht ziehen. Normal ist das tatsächlich nicht.
Und wenn du deinen Sohn finanziell nicht mehr unterstützen musst aber trotzdem so gar kein Geld für neue Klamotten hast, würde ich auch die Finanzen mal auf den Prüfstand stellen. Bei zwei Jobs sollte zumindest ab und zu ein neues Shirt oder eine Hose drin sein... Gerade bei Diskountern sind Klamotten echt nicht so teuer.
Lg!