Warum "schuldet" man jemandem das Patenamt?

Ich wollte heute auch etwas zum Thema Paten fragen, formuliere es aber angeregt durch den unten stehenden Thread etwas um.

Ich muss etwas ausholen: Unsere 1-Jährige Tochter soll im Frühjahr getauft werden. Schon zur Geburt im Herbst 2018 haben wir zwei Personen gefragt, ob sie das Patenamt übernehmen möchten. Meine beste Freundin und den besten Freund meines Mannes.

Ich bin bei keinem Kind meiner Freundin Patin und mache sie somit also nicht zur Patin weil ich es ihr "schulde", sondern weil ich sie als Patentante dauerhaft im Leben meiner Tochter haben will. Und sie kümmert sich auch jetzt schon ganz toll um meine Kleine!

Der beste Freund meines Mannes ist in meinen Augen als Pate ungeeignet und ich möchte ihn nicht als Paten, aber mein Mann sagt, er "schuldet" es ihm. Nach 20 Jahren Freundschaft wäre es das Mindeste, außerdem ist er bei der ältesten Tochter seines Freundes auch Patenonkel.
Mein Mann ist aber ein grauenhafter Pate! Zum Geburtstag gibts einen Anruf und ein Geschenk (welches ich aussuchen und kaufen muss), an Weihnachten ebenso und das war's für den Rest des Jahres. Wenn er zu seinem Freund fährt (der lebt getrennt von der Mutter Kindes), dann möglichst so, das der kinderfrei hat, da sie "in Ruhe quatschen wollen" #augen Es ist von Seiten meines Mannes kaum Interesse an dem Kind da...
Ich habe schon so oft gesagt "lass uns mit der Kleinen mal in den Zoo fahren" oder solche Dinge, aber immer ist meinem Mann irgendwas anderes wichtiger. Ich habe meinem Mann auch schon an den Kopf geknallt, er hätte das Patenamt nie antreten dürfen, da er meiner Meinung nach überhaupt nichts dafür tut und den wahren Sinn dahinter weder kennt noch zu schätzen weiß! Er gab mir auch Recht, und meinte, es wäre besser gewesen er hätte damals abgelehnt... Aufgeben will er es aber auch nicht, seinem Freund zuliebe! 🤷‍♀️

Ich denke, sein Freund wird für unsere Tochter ein ebenso schlechter Pate. Er wird sich auch immer darauf berufen, das mein Mann es ja nicht anders macht! (Hat er schon mal gemacht...) In ihrem ersten Lebensjahr hat er sich kaum für sie interessiert, bisher kam auch noch kein Geburtstagsgeschenk, er fragt nie nach ihr, möchte meiner Meinung nach nicht an ihrem Leben teilhaben. Nun kommt hinzu, die Freundschaft zwischen den beiden Männern wackelt im Moment recht stark. Der Freund meines Mannes hat seit dem Spätsommer eine neue Partnerin, sie leben seit kurzem zusammen und haben sich verlobt. Seit dem Sommer hat er so gut wie kaum noch Zeit für meinen Mann. Sie haben sich schon gut 3 Monate nicht mehr gesehen, obwohl wir nur 15 Minuten voneinander entfernt wohnen... So geht das seit 20 Jahren immer wieder, wenn er eine neue Freundin hat; mein Mann ist erstmal abgeschrieben. Der zuckt nur die Schultern und sagt "kenne ich nicht anders, der kommt schon wieder zur Besinnung!". Aber ich finde, diesmal ist es aber anders, härter als sonst, ich sehe im Moment echt schwarz für die Freundschaft...

Ich würde nun gerne dem Freund meines Mannes nahelegen, das er das Patenamt nicht antreten soll! Ich erwarte von einem Paten einfach mehr als zwei Geschenke pro Jahr und das war's! Und nein, es geht mir nicht um Geschenke! Ich erwarte Unterstützung für mein Kind und Zeit! Aber die wird besagter Freund nicht bieten können/wollen... Ich würde ihm gerne ans Herz legen, dass er das Patenamt nicht antreten muss, nur weil er gefragt wurde! Ich möchte ihm sagen, das in meinen Augen mehr dazu gehört, als an Weihnachten und Geburtstag ein Geschenk abzugeben! Ich möchte ihm sagen, das ich nicht möchte, das er so ein Pate für meine Tochter wird, wie mein Mann es für seine Tochter ist!
Mein Mann ist dagegen. Er sagt, er schuldet es seinem Freund, es würde ihn enttäuschen, wenn er doch kein Pate wird! Mir fallen aber eine ganze Reihe an Menschen ein, die wesentlich bessere Paten für unsere Tochter wären und das Amt gerne ausüben würden. Die zu schätzen wissen, was es bedeutet Pate für ein Kind zu sein!

Was würdet ihr tun? Dem Freund das Patenamt lassen, nur weil man es ihm schuldet? Aber wann "schuldet" man jemandem überhaupt so etwas? Ich finde, weder Freunde noch Familie sollten erwarten bei einem Kind Pate zu werden, da man es ihnen schuldet! Die Eltern sollen entscheiden und werden schon ihre Gründe haben, wenn sie sich für oder gegen einen Menschen als Paten entscheiden, oder? Das muss ja nicht gleich als Angriff genommen werden, sondern einfach als Hinweis, das es halt in den Augen der Eltern nicht passt, oder wie seht ihr das?

An sich sehe ich es nicht als Problem jemanden nicht als Paten zu wählen. Die Gründe sind vielfältig, warum man sich für oder gegen jemanden entscheidet.
Eurer Problem allerdings ist, dass ihr den Freund deines Mannes ja schon gefragt habt und er bereits zugesagt hat.
Im Nachhinein die Patenschaft wieder zu „entziehen“ könnte das Verhältnis von deinem Mann und seinem besten Freund dauerhaft stören.
Außerdem ist dein Mann genauso als Elternteil für euer Kind entscheidungsberechtigt und wenn er es dabei belassen will, was vorher so im Einvernehmen besprochen worden ist, dann musst du das wohl schlucken oder deinen Mann vom Gegenteil überzeugen.

Na ja, einvernehmlich wurde es nicht beschlossen. Er hat ihn gefragt, weil er meint er "schuldet" es ihm. Ich hatte kein Mitspracherecht, ich war von Anfang an nicht für diesen Freund, da ich wusste das es schwierig werden könnte. Als wir überlegt haben, wer Pate werden könnte, sagte mein Mann sofort "XY wird Pate, dem schulde ich das!", meine Bedenken hatten kein Gewicht...
Nun hatte ich mich damit abgefunden und dachte mir es wird schon werden, aber die Freundschaft steht eben im Moment echt auf der Kippe! Ich weiß nicht, wo das Boot hinsteuert, und habe Angst, das meine Tochter am Ende einen Paten hat, zu dem kein Kontakt mehr besteht 😕
Mit einem Paten der nur zwei Mal im Jahr auftaucht um ein Geschenk abzugeben wäre ich nicht glücklich geworden, hätte es aber um meines Mannes Willen akzeptiert.

Ach so, und ich würde das Patenamt unserem Freund nicht einfach so entziehen, sondern würde ich gerne darauf ansprechen, ob er sich das gut überlegt hat. Das er es nicht annehmen muss, nur weil er gefragt wurde. Das es mehr bedeutet als zwei Geschenke im Jahr! Das er für sich überlegen soll, ob er alles was dazu gehört erfüllen kann/will oder ob er nicht vielleicht doch lieber freiwillig zurücktritt und jemand anderem diese Rolle überlässt...

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Hallo.

ICH frage mich generell, WAS man von einem Paten erwartet.
Dass er das Kind alle paar Wochen durch irgendeinen Ausflug bespaßt, es einmal pro Woche anruft und fragt, wie es ihm geht?
Wie lange, denkst du, dass es deinem Kind tatsächlich Freude machen würde, wenn ein Pate das machen würde? Klar, hin und wieder ein Ausflug/Kinobesuch o.ä. ist ja ganz nett. Aber das alles geht in einem Alter von 4 - 12 Jahren. Dann haben die Kinder nämlich andere Interessen, als mit dem Patenonkel ins Kino zu gehen. Auch auf die üblichen Kaffeekränzchen-Besuche hat dann ein "Kind" keinen Bock mehr und ist nur noch genervt. WAS soll der Patenonkel denn dann machen? Verständnis zeigen und sich zurück ziehen?

Ich lese hier meist von jungen, erstmaligen Eltern, dass sie das Patenamt so dermaßen überbewerten. Später spielt das Ganze scheinbar nur noch eine untergeordnete Rolle. Lt. Kirche soll der Pate das Kind in seinem Glauben begleiten. Deshalb soll/muss er selber dem entsprechenden Glauben angehören und sollte nach Möglichkeit diesen auch ausleben. Das hat aber nix damit zu tun, wie oft er Ausflüge mit dem Kind plant oder er es beschenkt.

WAS erwartest DU von den Paten? Eigentlich sollte er sich doch mit dem Patenkind gut verstehen, es sollte ihm vertrauen und ggf. mit ihm und den Eltern den Gottesdienst besuchen und über den Glauben sprechen und ihn ausleben. Wenn du was anderes von ihm erwartest, dann hast auch du die falsche Erwartungshaltung.

#winke

Danke für deine Antwort!
Natürlich erwarte ich keine wöchentlichen Ausflüge oder Betüddeleien. Ich erwarte tatsächlich, dass ein Pate das Kind im Glauben begleitet. Das bedeutet für mich aber nicht, zusammen den Gottesdienst zu besuchen.
Vor allem erwarte ich aber, das ein Pate immer ein offenes Ohr für das Patenkind hat. Ich hatte zwei ganz tolle Patentanten, die auch heute noch immer mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn ich sie brauche. Man sollte in meinen Augen einfach für das Kind da sein, vor allem wenn es größer ist und und vielleicht jemanden zum Reden braucht, außerhalb der Kernfamilie.
Unser Freund ist aber nicht mal für seinen besten Freund da, entfremdet sich immer mehr. Ich weiß nicht, ob er ein Patenamt so ausfüllen kann, wie ich mir das wünsche.

Dann musst du ihm, FALLS ihr ihm das Patenamt anbietet, klar kommunizieren, WAS von ihm erwartet wird.
Wenn er das nicht erfüllen kann, wird er selber merken, dass er als Pate ungeeignet ist.
Macht ihm ggf. den Vorschlag, sich das alles durch den Kopf gehen zu lassen und sagt ihm, dass ihr nicht böse seid, wenn er sich der Verantwortung nicht gewachsen sieht und ablehnt.;-)

Ich kann dir kurz von uns Berichten.
Die Paten von unserem Großen sind meine Cousine und mein Schwager, denn ich nie wirklich haben wollte. Habe leider meinen Mann den gefallen getan und ja gesagt.
Er hat leider keine große Interesse an unseren Kinder😥 gehabt. Anfang des Jahres hat er sich von seiner Freundin getrennt und es kommt nichts mehr von ihr. Die letzten 5 Jahre hat die Freundin Geschenk, Ausflüge... organisiert.
Die Paten (beide)von dem Kleinen kommen oft vorbei, rufen an, Geschenk holen ihn ab und er hat auch da schon übernachtet. Den Großen stört es noch nicht, aber vielleicht wird es auch noch kommen.
Ich bin 33 Jahre und habe immer noch einen super Kontakt zu meinen Paten.

Einerseits kann ich dich verstehen, dass du sagst du wünschst dir ein anderes Pate sein, wie dein Mann es lebt. Andererseits finde ich es nicht ganz so toll, dass du deinem Mann seine Entscheidung absprechen willst.
Mir sind gerade zwei Gedanken gekommen. Erstens fällt denn die vielleicht mangelnde Fähigkeit des Freundes deines Mannes wirklich so ins Gewicht, wenn doch die Patin die du ausgesucht hast, genau dem entspricht was du erwartest?
Zweitens wird sich dein Kind ohnehin später selbst seine Vertrauensperson aussuchen. Das kann die Patin sein, muss es aber nicht, selbst wenn die alles richtig gemacht hat.
Ich weiß nicht, ob ich darum so einen Wind machen würde...

Dein Mann fragt seinen Freund, und hätte ihn gerne als Paten (warum auch immer) und du möchtest ihm das ausreden. Ich finde, du machst dich damit lächerlich.

Jeder hat andere Erwartungen an einen Paten. Die eigentliche und einzige Aufgabe ist es, die Eltern bei der christlichen Erziehung zu unterstützen.
Bevor ich Pate wurde (mehrfach...& ich mache auch keine Ausflüge mit alle Mann) habe ich nach den Erwartungen gefragt. Bevor wir Paten gewählt haben, haben wir gesagt, dass wir nicht die Welt wünschen (erwarten ist ein großes Wort). Mir war wichtig (damals noch blauäugig), dass die Paten da sind, wenn das Kind sie braucht. Zum besprechen von Problemen oder so. Sind wir mal ehrlich,...solche Leute sucht sich das Kind später selber aus. Bei meiner Ältesten ist es zufällig einer ihrer Paten,...bei den anderen beiden nicht.

Ein Pate hat heute nicht mehr DIE Bedeutung! Wenn du dir wen wünschst, der mit eurem Kind Ausflüge macht, muss das nicht der Pate sein. Frag doch deine Eltern, Freundin, wen auch immer.

Sich so über deinen Mann zu stellen, bzw da rein zu grätschen finde ich (gelinde gesagt) bescheuert.

Ach so, die Patentante meiner Jüngsten ist die Exfrau meines Bruder. Sie war ganz toll zu den Kindern,...nach 16 Jahren Beziehung haben die zwei sich leider getrennt. Und weg ist sie!

Schade, aber halb so wild. Bezugspersonen sind sowieso meine Mutter und meine Schwester.

Typisch urbia... Nein, ich versuche nicht meinem Mann seine Entscheidung auszureden, ich mache mich auch nicht lächerlich. Mein Mann hat sich überhaupt keine Gedanken gemacht, was ein Pate macht, wofür dieses Amt überhaupt dient... Seine Patentante ist früh gestorben, er kennt es also nicht wirklich. Er sagt eben, er schuldet es seinem Freund, weil der ihn auch gefragt hat! Daher ja meine Ausgangsfrage: warum schuldet man jemandem ein Patenamt?!
Hätte er triftige Gründe für seine Wahl, würde ich diese nicht in Frage stellen. Aber jemanden nur zu fragen, weil man es ihm schuldet, finde ich nicht gut. Da hat das Kind gar nichts von. Auch wenn ihr natürlich Recht habt, dass sich das Kind später sowieso selber aussucht mit wem es näher Kontakt hat....

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Ich finde auch, dass diese Patengeschichte zwar ganz nett aber ziemlich überbewertet ist.
Man weiß doch nie, wie sich das mit den Paten entwickelt. Gerade Paten aus dem Freundeskreis sind eh so eine Sache, schließlich hält nicht jede Freundschaft ewig und damit wäre dann auch meist der Pate dahin.
Und ob Kind und Pate zueinander passen, kann man auch nicht planen.

Und nachdem sich jeder von euch einen Paten aussuchen durfte, finde ich es ganz in Ordnung, dass dein Mann seinen Freund wählt, auch wenn der vielleicht in deinen Augen nicht ganz passt weil zu wenig bemüht.
Letztendlich ist es doch ganz egal.

Lass deinen Mann mit entscheiden.
Dann habt ihr halt nur 1 "guten" Paten. Ist bei uns nicht anders.

Wie bereits erwähnt, er hat nicht groß was entschieden! Es hieß einfach "XY wird Pate, das schulde ich ihm!"
Daher ja meine Frage: warum "schuldet" man jemandem dieses Amt? Nur weil man selber zum Paten gemacht wurde? Einen anderen Grund konnte mir mein Mann tatsächlich nicht nennen 🤷‍♀️

Hallo,
Ich bin der Meinung, dass das Patenamt überbewertet wird. Wer Interesse an einem Kind zeigt, dem ist es recht egal ob er/sie die Patenschaft für das Kind übernommen haben. Ich habe 6 Patenkinder (meine jüngere Cousine, 2 Nichten, 2 Kinder meiner älteren Cousine und Tochter meiner besten Freundin). Mein Mann hat zwei Patenkinder (ältere Nichte des 2ten Grades und seinen Neffen). Somit sind fast alle Kinder aus der Familie abgedeckt - bis auf die Nichte meines Mannes deren Patentante leider nich vor ihrem 6ten Geburtstag verunglückt ist. Für uns macht es kein Unterschied ob die Kinder unsere Patenkinder sind oder nicht. Wir machen einiges zusammen wenn es gerade passt und sind immer für sie da. Die Nichte meines Mannes kommt gerne zu uns und vertraut mir die Sachen an die sie mit ihrer Mama nicht besprechen will. Meine Nichten ebenfalls und es ist toll.
Die einzige zu der fast kein Kontakt besteht ist meine erste Patentochter. Sie ist mittlerweile 20 und hat bestimmt seit 3 Jahren kein Interesse den Kontakt zu halten. Das muss ich leider so akzeptieren. Bin aber für sie da wenn sie mich braucht.

Meine Tochter hat zwei Paten (leider nicht meine erste Wahl und eher notgedrungen, da die meisten aus der Kirche nach diversen Vorfällen ausgetreten sind und anderen noch nicht durften). Ich habe keine Erwartungen an die Paten. Sie interessieren sich zwar für die Kleine sporadisch, werden aber bestimmt nicht ein enges Verhältnis haben. Dagegen hat sie aber zwei Tanten, die sie sehr liebt und diese beiden sie bestimmt in schwierigen Lebenslagen auffangen würden (falls wir als Eltern dazu nicht mehr in der Lage sind).

Rede nochmal mit deinem Mann und frag ihn ob er den Freund auch ohne "schulden" als Pate gewählt hätte und teile ihm deine Erwartungen an das Patenamt mit. Vielleicht kommt ihr dann zu einer Lösung.

Lg

Hallo,
Wir haben die Paten gemeinsam ausgesucht - mein Mann hat da ein paar mal sein Veto eingelegt, ich ebenfalls. Es war uns außerdem wichtig dass die Paten christlich getauft sind und auch einen Bezug zur Kirche haben in irgendeiner Form. Wie sie dann ihr Patenamt wahrnehmen, lassen wir auf uns zukommen. Falls es letztlich bei einem losen Kontakt zum Kind bleibt, ist das eben so... Ich bin selber nicht die perfekte Patentante für mein Patenkind. Aber die Familie wohnt inzwischen rund 500km entfernt - bei jeweils 3 Kindern schaffen wir es nicht uns öfter als 1-2x pro Jahr für einen Nachmittag zu sehen, außerdem ist mein Patensohn eher ruhig und zurückhaltend. Da bräuchten wir eigentlich mehr Zeit zusammen um ein Vertrauensverhältnis zu schaffen.

Warum wählt ihr nicht einen dritten Paten aus, wenn ihr zwei aktive Paten möchtet, aber den Freund nicht vor den Kopf stoßen wollt?
Viele Grüße!

Ich finde wenn man jemanden schon gebeten hat Pate zu werden ist es sehr unhöflich dieser Person nahe zu legen das Amt doch nicht anzunehmen, weil man es sich doch anders überlegt hat... Entweder ihr einigt euch gemeinsam als Eltern dem Freund eine klare Absage zu erteilen (was die Freundschaft vermutlich sehr belasten würde - aber euer gutes Recht als Eltern) oder du lebst damit, dass dein Kind eine tolle Patin hat und einen eher abwesenden Paten. Ich persönlich würde zweiteres bevorzugen...

Ich danke euch für eure bisherigen Antworten!
Ich gebe euch Recht, dem Freund das einmal angebotene Patenamt wieder "wegzunehmen" wäre nicht gut und würde der eh schon wackeligen Freundschaft vermutlich einen weiteren Stoß verpassen.
Es ist nur schade, da ich von Anfang an vermutet hatte, das dieser Freund sich als falsche Wahl herausstellen könnte 😕 Aber ich möchte meinem Mann auch seine Wahl lassen! Hoffe nur, er regt sich dann hinterher nicht auf...

Ich werde versuchen meinen Mann von einem dritten Paten zu überzeugen, denn er wollte eigentlich nur einen von seiner Seite und einen von meiner Seite.
Vielleicht mag er ja noch einen anderen Freund fragen, einen von denen die sich eh schon angeboten hatten. Dann hätte meine Tochter einen U-Boot Paten, der nur zwei Mal im Jahr auftaucht, und zwei die sich (hoffentlich) um sie sorgen und für sie da sind.
Danke für eure Anregungen, auch wenn ich immer noch nicht weiß, wieso manche Menschen glauben, man wäre ihnen das Patenamt schuldig 🤷‍♀️

mein Vorschlag wäre gewesen noch einen 3.Paten zu finden, und bin auf der Suche danach hierauf gestoßen (kath.Kirche Kassel Webseite); also ihm (als Kompromiss zw. Deinem Mann und Dir) das Amt eines Taufzeugen zu geben. Auch würde das dem Freund einiges an (Erwartungs-)Druck nehmen und er kann trotzdem bei der Taufe vorne mit dabei sein ohne dass Dein Kind in Zukunft das Desinteresse eines Taufpaten zu fürchten hätte. Dein Mann kann es ihm ja auch a là: schau mal, es kann jederzeit sein, dass Deine Prioritäten sich ändern (Freundin, Verlobung, Hochzeit, vielleicht neues Kind: das ist alles mit viel Organisation und Fokus verbunden) was ja auch absolut okay ist, aber dass es v.a. seiner Frau (und ihrer Familie) wichtig ist, dass die Paten sehr präsent und vordergründig im Leben eures Kindes da sind und er halt Dir und Deiner Familie gegenüber diesbezüglich Respekt zeigen muss (ist ja nicht nur sein Kind:)) Denke sein Freund wird erleichtert sein trotzdem vorne mit dabei sein zu dürfen ohne dass im Nachhinein etwas von ihm erwartet wird.
Von der Webseite
„Es ist sinnvoll, eine Person als Paten oder Patin zu wählen, die sich in ihrem Leben mit dem Glauben auseinandergesetzt hat und zu ihrem christlichen Glauben steht.
Gerade bei der Taufe von Kleinkindern steht für viele Eltern aber auch ein anderer Aspekt der Patenschaft im Vordergrund. Sie suchen nach Paten, mit denen sie eine starke persönliche Verbindung haben. Der Pate bzw. die Patin sollte, so hoffen manche Eltern, vielleicht sogar in einer extremen Notsituation in der Lage sein, für das getaufte Kind zu sorgen. Solche Menschen sind nicht immer automatisch auch überzeugte katholische Christen. In einer solchen Situation können solche Menschen nach Absprache mit dem Priester eventuell auch als zweiter oder dritter Pate (diedann "Taufzeugen" genannt werden) genommen werden. Ein Pate muss auf jeden Fall der Konfession angehören, in die hinein das Kind getauft wird.

Wie viele Paten sind erlaubt? 
Nach katholischem Recht zwei. Suchen die Eltern weitere Begleiter für Ihr Kind aus, können diese Taufzeugen sein. In der evangelischen Kirche gibt es keine Begrenzung.“

Danke, das ist wirklich eine sehr hilfreiche Antwort! 👍
So werde ich es mal versuchen anzusprechen! 😊 Vielleicht ist die Sache mit dem Taufzeugen ja für alle eine gute Lösung!

Wir mussten als Paten den Cousin meines Mannes und dessen Frau nehmen, das hat die Familie bestimmt. Da es mir egal war ( ich halte eh nichts von Taufe) habe ich zugestimmt. Mittlerweile sind die beiden geschieden und es besteht mit der Frau seid ca 12 Jahren kein Kontakt. Der Cousin hat sich nie gekümmert, er wohnt eh 1000km weit weg. Mir ist es nach wie vor unwichtig, unser Sohn wird wohl nächstes Jahr aus der Kirche austreten, dann hat es sich eh erledigt.

LG
Visilo

Vorab: Ich finde sehr schön, was du mit Patenschaft verbindest und dass bei dir das Wohlergehen des Kindes im Vordergrund steht.

Bei uns dienen Patenschaft dazu, die Verbindung der Eltern mit den Paten zu stabilisieren bzw die ganze Familie zusammen zu bringen. Manchmal "funkt" es dabei auch zwischen Patenkind und Pate, aber das ist nicht die Regel. Man versteht sich natürlich, aber Vertrauensperson außerhalb der Kernfamilie ist dann eine andere Lieblingstante oder auch Nachbarin.

Die Patenschaft ist erst mal eine Absichtserklärung, aber niemand kann sagen, was daraus wird.

Ihr habt 2 Patenämter zu vergeben. Entweder ihr entscheidet bei beiden gemeinsam oder jeder von euch bestimmt einen Paten. Du hast wegen deiner Gründe deine Freundin genommen. Dein Partner wählt aus anderen Gründen seinen Freund. Beide Gründe haben ihre Berechtigung. Also ja, ich bin der Ansicht, wenn dein Mann der Meinung(!) ist, er schulde dem Freund das Patenamt, dann ist das so.

So bin ich übrigens auch zu meinem eigenen Paten gekommen, mein Vater hat es ihm mal versprochen, noch viele Jahre bevor ich geboren wurde. Es entwickelte sich wie bei deinem Mann, 0 Kontakt und 2x jährlich Geschenke. Ich hatte immer ein bisschen Angst vor ihm. Ich hatte nur diesen einen Paten. Als Kind hab ich mir manchmal gewünscht, einen engagierteren Paten zu haben, so wie meine Geschwister. Ich habe aber viele Onkeln und Tanten und habe dort meine "gewählten" Paten gefunden, mir ist also nichts abgegangen.

Wichtig ist, dass du mit deinem Mann einen Konsens findet und hier nicht der Keim für spätere Streitigkeiten gelegt wird.