Kind ärgert auf Autofahrten

Hallo ihr lieben,
ich liege wach, weil ich gestern ein paar ziemlich furchtbare Stunden mit meinem Sohn verbringen durfte. Wenn ich nur daran denke, dann gehen mir schon wieder die Emotionen durch. Er treibt mich in den Wahnsinn.

Wir (Mutter, Vater, 3 Kinder) sind ein paar Tage bei meinen Eltern gewesen. Wir müssen fast 4 Stunden fahren. Um es den Kindern angenehmer zu gestalten dürfen sie über Kopfhörer CDs hören. Da es schon dunkel war konnten sie keine Bücher anschauen, was wir sonst zusätzlich immer tun. Nach knapp 2 Stunden machen wir meistens eine Pause im Wald und zwischendurch gibt es Snacks. Wir geben uns wirklich Mühe die langen Fahrten für sie erträglich zu machen, aber der Große (5 Jahre alt) dreht völlig am Rad. Die Kinder sitzen zu dritt, direkt nebeneinander auf der Rückbank und er überdreht jedesmal, brüllt und zappelt rum. Wenn ich schimpfe, lacht er mich noch aus. Weil er sich schon alleine anschnallen kann, sitzt er in der Mitte und tyrannisiert seine kleinen Schwestern (3 und 1 Jahr) indem er sie immer wieder anstupst oder seinen Kopf auf ihren Schoss legt oder mit der Hand vor ihren Augen rumfuchtelt. Das Schaukelt sich dann so hoch, dass er sie kneift oder haut.

Wir sind auf der gestrigen Fahrt 3x angehalten, weil ich mit ihm Schimpfen musste und er findet kein Ende und lacht einfach weiter. Auf kurzen Fahrten geht´s, aber ich muss ehrlich sagen, dass es mir zunehmend schwer fällt an mich zu halten, weil ich schlichtweg nicht weiß, was ich noch machen soll und weil ich sein Verhalten sowas von fies und gemein finde.

Zum Schluss habe ich mich in die Mitte gesetzt und nun zog er bei mir alle Register. Kreischte mir ins Ohr, zog mir an den Haaren. Ich habe ihn immer wieder gebeten aufzuhören und er lacht und lacht. Dieses ständige Stänkern ist nicht neu für mich und eigentlich kommen wir damit Zuhause auch ganz gut klar, aber eingesperrt im Auto schaffe ich das keine 4 Stunden. Ich überlege nun ernsthaft ob wir einfach nicht mehr mit ihm Verreisen.

Ich bin immer noch so wütend und gekränkt von dem Erlebten. Hattet ihr auch mal solche Phasen. Was macht ihr, wenn ihr mit eurem Kind schimpft im Auto und es lacht euch einfach aus? Ärgern eure Kinder sich auch ständig auf der Rückbank?

Ganz liebe Grüße
Dachskind

Hallo,

oh man, das klingt ja echt schrecklich. Bei so einem Verhalten würde ich tatsächlich auch überlegen, das weiter so zu treiben. Meine Tochter war als sie klein war eine furchtbare Mitfahrerin, das hat sich zum Glück gelegt. Damals bin ich große Strecken nur mit dem Zug gefahren, auch wenn es Stunden gedauert hat. Es war einfach nicht möglich mit ihr. Besteht diese Möglichkeit bei euch?
Alternativ: Könnt ihr ihn so umsetzen, dass er die anderen eher in Ruhe lässt? Ein Kind nach vorn, er hinter den Fahrer und ein Erwachsener in die Mitte? Ihm scheint wahnsinnig langweilig zu sein oder er sucht dringend nach Aufmerksamkeit. Vielleicht hilft es ihm, wenn einer von euch sich vorab mit ihm beschäftigt, ein Spiel spielt oder ähnliches.

LG und starke Nerven

Isabel

Ich fahre, wenn ich so lange Strecken vor mir habe immer um 5Uhr morgens los.

Das funktioniert gut. Am Nachmittag los fahren würde hier nicht klappen.
Blöd halt dass man dann immer eine Nacht länger im Hotel buchen muss, aber das ist es mir wert um Stressfrei weg fahren zu können

Oh nein, das klingt echt anstrengend. Ich kann mich nur anschliessen, entweder so fahren, dass die Kinder zumindest einen Teil schlafen oder mit dem Zug fahren. Eventuell könntest du ihn einmal bei einer Freundin lassen statt ihn mitzunehmen. Aber so, dass er dann nicht ein tolles Programm hat in dieser Zeit, sondern dass er euch schon etwas nachtrauert. Vielleicht nützt ihm das Androhen schon?
Und was wir auf langen Autofahrten als Kind immer machten waren viele Spiele. Aurofarben zählen, ich sehe was was du nicht siehst usw. Vielleicht könntest du auch solche Spiele zusammenstellen.
Schreib doch was funktioniert hat, das würde mich sehr interessieren!

Hallo

Soweit es machbar ist würde ich ihn nicht mitnehmen und es ihm auch ganz klar sagen warum er nicht mit darf.

Er sitzt in der Mitte und kann raus schauen.

Auch Langeweile muß man mal aushalten.

Hallo,
würde ihn nach vorne setzten, mit der Bahn fahren lassen, falls es klappt eine Taschenlampe mitnehmen, damit ihm dunkeln auch geguckt werden kann, zu Hause lassen, so los fahren das vielleicht geschlafen wird, wenn es richtig unruhig wird Tablet mit einem Film

Eine Taschenlampe damit er dann auch noch andere Autofahrer erschrecken kann? Keine gute Idee!

Deswegen habe ich ja geschrieben "falls es klappt". Unsere 3 Jähriger hat sucht oft Langeweile und trotzdem klappt es mit der Taschenlampe. Es gibt die Kindertaschenlampen, die sind nicht so hell.

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Hallo Dachskind,
Das klingt anstrengend!! Was sagt denn dein Sohn dazu? Irgendeine Ursache muss es ja haben. Ihn als Strafe zuhause zu lassen, fände ich persönlich zu heftig. Ich erinnere mich selber, wie ich als Kind auf der engen Rückbank zwischen meinen Schwestern eingequetscht saß, dazu noch warm und stickig (vor Klimaanlage), langweilig, irgendwann auch Reiseübelkeit. Wir haben uns gestritten wie die Kesselflicker und haben meine Eltern in den Wahnsinn getrieben! Es wurde besser als wir (viel später!) einen 7Sitzer hatten und damit mehr Platz. Da hatten wir alle endlich unsere körperliche Komfortzone und das Reisen wurde sehr viel friedlicher.
Bei meinen 3en (0 bis 6 Jahre) geht es bislang noch friedlich zu, allerdings ist das Baby in der Babyschale in der Mitte. Dazu gibt es mit iPad und iPod zwei Devices, die langen Autofahrten vorbehalten sind. Und wir fahren nach Möglichkeit lange Strecken abends wenn sie schlafen oder mit dem Zug. Wenn es hinten schwierig wird (meist das Baby), wandert meine Große auf den Beifahrersitz und ich nach hinten - die Große genießt das sehr! Vielleicht wäre das auch eine Lösung, dass der Große mal nach vorne darf?
Mit 5 ist dein Sohn ja nicht mehr so sehr klein, ich würde wenigstens versuchen mit ihm zu sprechen, ob er benennen kann, was ihn stört (Enge? Langeweile? Ruhig sitzen?) Und ob er Ideen hat, wie man es lösen kann.
Liebe Grüße und viel Erfolg!!

Die Ursache kann auch einfach sein Entwicklungsstand sein dass er es nicht kann! Es gibt viele Jungs die gerade in dem Alter da noch völlig quer sind. Und von keinem den ich kenne bekäme man auf die Frage warum sie so sind eine verwertbare Antwort.

Aber ansonsten gebe ich dir Recht in der Mitte sitzen müssen zwischen zwei Schalensitzen - da würde ich auch durchdrehen.

Ich halte es für keine gute Idee mit müden Kindern zu fahren wenn sie nicht schlafen. Wie ist er sonst? Auch so ein zappelphilipp? Und ihr solltet euch Gedanken machen wie er gesichert ist wenn er den Kopf auf den Schoß anderer legt klingt das nicht nach einer altersgerechten Sicherung im Auto!
Wir fahren auch oft 4 h aber wenn das Kind nicht schläft ist eine Pause zu wenig. Und im Dunkeln erst recht. Gerade wenn man einige Tage bei Verwandten war kann man doch um einen Tag kürzen und unterwegs nochmal was machen. Wir fahren entweder so dass er schläft oder auch mal vormittags so dass wir noch was Tolles machen Tierpark der auf dem weg liegt oder zumindest ausgiebig Spielplatz oder so. Und wir haben reisespiele dabei von smartgames und haba gibt es magnetische Logikspiele für Kinder und such tiptoi kann mir Kopfhörern gelesen werden.

Wie ist er denn sonst so? Auch ein zappelphilipp? Kann auch sein dass er sich nicht langweilen kann? Richtung Aufmerksamkeitsprobleme oder wahrnehmungsstörung? Es bringt nix wenn es immer heißt Kinder müssen sich langweilen können. Nix muss alles kann und wenn ein Kind nicht kann kann man das trainieren.

Ich denke du solltest “runter” kommen und das erlebte jetzt nicht mit dem
Handeln eines Teenagers gleich setzen und nun das reisen verbieten. Dein Kind ist 5!!! Und ja es ist mega langweilig im Dunkeln Auto zu fahren. Warum eigentlich? Hättet ihr nicht früher los fahren können. Die Reisezeit war mega ungünstig. Dann hättet ihr gleich spät am
Abend fahren sollen, so dass alle müde sind. Aber im Winter am
Spaten Nachmittag im
Dunkeln 4h Auto zu fahren ist mega langweilig. Und je nachdem wie aufgeputscht er davor war, muss die Energie irgendwo hin.
Ja ich kenne das. Habe drei Kids aber fahre eine Multivan so dass ich die sitzmöglichkeiten variieren kann und niemand geärgert werden muss.

Beim nächsten mal
Solltet ihr die Reisezeiten definitiv an die Kinder anpassen. Sonst könntest du weitere Terrorzwerge im Auto haben. Nach dem Abendbrot oder vor dem Frühstück klappt bei uns ganz gut. Als sie noch unter 4 fahren ging auch nach dem Mittag super. Aber das ist bei einem
5-jährigem dann nicht mehr ratsam.

Hallo,

wir fahren bei längerer Fahrtzeit nach dem Mittagessen los, da schläft zumindest unsere Kleine (3). Unser Sohn (7) wird angehalten wenigstens zu versuchen mal eine Stunde zu schlafen, ansonsten darf er auf unserem alten Handy Filme gucken. Auf stundenlanges Theater hat hier keiner Lust, zumal es auch gefährlich ist, wenn der Fahrer dauernd abgelenkt wird. Wir machen etwa alle 2-3h Pause und powern die Kinder ordentlich aus.
Kleine (magnetische) Spiele nehmen wir mit, Mahlzeug, auch Lego klappt gut.

Ihr könntet auch abends zur Schlafenszeit der Kinder losfahren. Klappt bei uns leider nicht so gut. Mein Mann und ich fahren sehr ungern im Dunkeln und bauen dann immer schnell ab.

LG

Hallo.

Ph, das klingt wirklich anstrengend. Kann mir vorstellen, dass dem Kleinen wohl wirklich mega langweilig war. Zudem, ich weiß ja nicht, was ihr für ein Auto habt, stelle ich es mir zu dritt auf der Rückbank sehr eng vor. Wie passen dort 3 Kindersitze hin ? Ich nehme ja mal an, dass dein Großer ebenfalls noch in einem richtigen Sitz sitzt, wie kann er dann den Kopf auf den Schoß eines Geschwister legen?

Unsere beiden sind gute Autofahrer. Sie sind 7 und 9. Wenn es in die Heimat meines Mannes geht, sind wir im schlimmsten Fall 19 Stunden unterwegs. Wenn wir hinfahren, müssen wir abends los. Das ist praktisch, da die Mädels dann die Nacht komplett durchschlafen. Wir fahren dann auch immer so gut es geht durch, machen nur Pausen wenn wirklich nötig. Wir müssen so fahren, da es in dem Dorf der Heimat meines Mannes keine Straßenbeleuchtung gibt. Der Rückweg erfolgt also im Morgengrauen. Die Fahrt geht dann über den ganzen Tag und muss dementsprechend anders gestaltet werden. Hörspiel, Film, und ganz wichtig: Bewegung. Zudem spielen tatsächlich Klamotten eine wichtige Rolle. Keine Jacle im Auto, bequeme Hosen. Die Mädels sind nur zu zweit, ein dritter Sitz würde gar nicht passen (wir fahren einen neuen 5er Touring) und es ist schon recht eng.
Sollte den beiden übel werden, gibt es eine Reisetablette. Davon schlafen sie auch nochmal ein.

Vorne sitzen ist für mich auf langen Strecken keine Option. Gerade auf Autobahnen ist aus meiner Sicht der sicherste Platz hinten.

Ich würde demnächst eure Reisezeit überdenken. Zudem bringt schimpfen im Auto gar nichts. Von vorne nach hinten zu schimpfen, ohne Augenhöhe, weil man wohl selbst einfach völlig genervt ist, finde ich eher kontraproduktiv.
Anhalten, aussteigen, und vielleicht mal Verständis zeigen

Mit 5 sitzt man ja meist in einem Gruppe 3 Sitz, also nur mit Autogurt gesichert. Da ist es überhaupt kein Problem, seinen Kopf beim Nebenmann abzulegen.
Die Kinder sind dann so beweglich, wie im normalen Autositz.

Ach ja, Entschuldigung. Ich war gedanklich bei einem 5-punkt-Gurt 🤦‍♀️

Bei uns gäbe es keine „pädagogisch wertvollen“ Kinderbücher oder CDs über Kopfhörer
sondern ganz platt streckenweise
mein Handy mit Bob der Baumeister oder ein Tablet mit bewegten Bildern.

Wenn das im Alltag nur sehr limitiert verfügbar ist, wird es auf längeren Autofahrten sehr gerne genommen und das Kind ist regelrecht „ruhig gestellt“.
Natürlich ist es erzieherisch nicht die beste Lösung, aber was will man denn erwarten, wenn das Kind 4 Stunden zwischen zwei Sitzen eingepfercht ist.

Da geht es für mich ums reine „Überstehen“ des Transports ohne dass die Geschwister gehauen oder drangsaliert werden. Denen ist ja genau so langweilig.

Hier auch. Und wir machen es so: Bei vierstündigen Autofahrten muss sich die ersten 1,5 bis 2 Stunden benommen werden. Bücher angucken, Hörspiele hören, singen - aber definitiv nicht ärgern. Dann machen wir eine längere Pause zum Austoben. Auf den letzten 2 oder 2,5 Stunden dürfen die Kinder dann was schauen.
Wir sind sonst sehr sparsam mit Medien, aber bei solchen Autofahrten bin ich auch mal pädagogisch wertlos. ;-)

Ihr solltet natürlich weiterhin mit ihm verreisen, aber ihn nicht immer in die Mitte setzen. Außerdem solltest du ihm bei so einem Verhalten Konsequenzen androhen und die dann auch durchziehen.

Dann würde ich versuchen, interessante, neue Spielzeuge mitzunehmen und für Licht zu sorgen, damit er sich beschäftigen kann.

Eigentlich fängt sein Fehlverhalten ja schon Zuhause an, da benimmt er sich auch so, schreibst du. hat das irgendwelche Konsequenzen für ihn? Da würde ich auch ansetzen. Es ist doch klar, das er sich nicht auf einmal ändert, nur weil ihr im Auto seid.

Ich finde das Problem ist hausgemacht, durch Wahl des Transportmittels, Sitzordnung, Fahrtzeitpunkt, gewähltem "Bespassungsmaterial".

Ich würde so weite Strecken immer mit der Bahn fahren, zumindest in jedem anderen Land ausser Deutschland. Bei der DB müsste ich nachdenken ;-)

Drei Mini-Kinder in Mega-Sesseln auf der Rückbank, wäre mir zu gefährlich (Ablenkung des Fahrers) und zu stressig.
Ein Kind nach vorne, zwei hinten, bei zwei Erwachsenen würde der Beifahrer hinten in der Mitte sitzen.

An einem späten Winternachmittag würde ich NICHT fahren. Entweder morgens, direkt nach dem Mittagessen oder abends zur Schlafenszeit.

Mindestens das 3 und 5jährige Kind hätten ein Tablet oder einen Rücksitz-DVD Player samt Kopfhörern für die Fahrt. Ja, das hatten wir früher als Kinder auch nicht, aber "dank fehlenden Kindersitzen und ohne Sitzgurtenpflicht" hatten wir mehr Bewegungsfreiheit, zudem "konnte" man damals noch gemeinsam Singen oder Ratespiele machen, und wenn wir als Kinder überbordeten auf Autofahrten, da drohte mindestens ein Klaps. Diese Zeiten sind zum Glück vorbei, deshalb würde ich die heutigen Errungenschaften nutzen, und das sind nun mal Tablets, Handys usw.

hallo.

meiner ansicht nach macht ihr generell etwas zuviel bohei .... kopfhörer...Bücher. aber das ist Ansichtssache. bei uns gab und gibt es nichts im auto, geschweige keine Snacks.

warum sitzt dein sohn nicht vorne alleine und du hinten zwischen den mädels.

tatsächlich würde ich ihn auf den nächsten ausflug auch nicht mitnehmen und deutlich erklären warum, sicherlich wird er sparsam gucken

Bei euch gibt es keine Unterhaltung, Ablenkung in Form von Büchern, Handys, Horbucher etc? Und kein nebenbei mal Essen bei Hunger?

Stell dir vor, wir müssten als Kinder auch einfach mal das tun, was uns die Eltern gesagt haben ohne Dauerbespaßung.

Mutter ist mit 4 Kindern (inkl. Kleinkind) Bahn gefahren. Im 6er Abteil saß bereits eine schlafende Frau. Also wurden die Kinder zur Rücksicht angehalten. Dann musste man eben mal den Mund halten und sich langweilen. (die Erziehung fand ohne Schläge oder so statt, ist ja immer der Generalverdacht bei erzogenen Kindern)

Heute in der Form wohl nicht mehr denkbar.

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Ist er sonst auch so? Ich meine außerhalb des Autos?
Ich meine, dass er nicht auf euch hört und euch auslacht?
Seine jüngeren Geschwister etwas zu ärgern ist völlig normal nur wirds halt anstrengend auf einer langen Fahrt, wenn Junior gar nicht aufhört damit.
Was sagst du denn zu ihm, wenn du schimpfst? Setzt du das dann auch um, oder weiß er, dass eh nichts passiert?
Klingt ja wirklich so als würde nichts fruchten. Von daher würde ich ihn auch nicht mit Tablet und Co. belohnen.
Ich würde ihn eher nach vorne setzen und wenn das auch nicht klappt konsequent umdrehen und ihm sagen, dass ich ihn zu xy bringe, weil mit seinem Verhalten kein Ausflug möglich ist. Wenn er sich auf den Besuch gefreut hat, sollte Ruhe sein.
Wenn nicht dann hat er das eine Mal wirklich Pech gehabt und er kann eben nicht mit.

Er ist leider im normalen Leben ähnlich. Wir nennen es seine "Gabe". Schon mit knapp 3 schaffte er es auf jedem Spielplatz das cholerischste Kind ausfindig zu machen und es so lange mit kleinen Schikanen zu provozieren bis das andere Kind ausrastet und von seiner Mutter brüllend und keifend nach Hause getragen werden muss. Er macht das so subtil (beispielsweise indem er das andere Kind immitiert oder komisch anguckt, bei manchen Kindern reicht das schon). Natürlich haben wir sehr viel darüber geredet. Ich hab auch mal eine befreundete Psychologin gefragt und sie meinte, dass es eine typische Jungenart ist sein Gegenüber durch Provokation kennen zu lernen. Wir spiegeln ihm nun immer wieder sein Verhalten und deshalb ist es nun besser geworden. Nur im Auto beginnt das Drama von vorne.

Ich hab ihm gestern die Kopfhörer abgenommen, wir sind nicht nochmal Burger essen gewesen und letztendlich musste er seinen geliebten Platz in der Mitte aufgeben und ich setzte mich in die Mitte.

Ich würde ein paar Tage abwarten, bis du nicht mehr so sauer bist, wenn du daran denkst und dann fragen was er machen würde, wenn sein Sohn sich so benehmen würde, alternativ fragen wie sich seine Schwester wohl fühlt, wenn sie geärgert wird. Traurig, ängstlich, hat schmerzen etc. Solche Gespräche helfen bei meiner 5 jährigen sehr, allerdings darf ich da tatsächlich keinen Groll mehr haben. Dann könntet ihr gemeinsam überlegen, was ihr bei der nächsten Fahrt anders macht. Vielleicht könnt ihr trotzdem die Sitze durch tauschen? Das er am Rand sitzt neben der 3 jährigen? Unsere 3 und 5 jährigen spielen bei längeren Fahrten zusammen, vielleicht können eure beiden dass mit den richtigen anstoß auch? (bevor es natürlich eskaliert).
In dem Moment habe ich auch keine Lösung. Hier zuhause trenne ich meine beiden, das geht ja im Auto nicht, vielleicht muss er wirklich mit spielen (ich packe meinen Koffer etc, Lieder singen) abgelenkt werden.
LG

Vielleicht liegt das Problem weniger beim vollkommen überdrehten Kind, als bei der ungünstigen Fahrzeit und vielleicht auch Planung.

Ihr wart sicher nicht vor 20:00 Uhr am Zielort. Wir haben aktuell bereits kurz nach 16:00 Uhr Sonnenuntergang, dann 4 Stunden fahren... das ist frühestens 20:00 Uhr und ihr seid sogar noch im hellen losgefahren. Für ein 5-jähriges Kind ist das eine Nummer. Die Kleinen können immer mal wieder einschlafen, auch mittags klappt das.
Ich würde früh fahren. Habt ihr mal versucht, die Strecke mit der Bahn zu fahren? Gibt es eine gute ICE-Verbindung? Sowas entlastet enorm. Gerade weil die Kleinen sich auch bewegen können.
Die ganze Fahrt über Medien würde ich auch nicht machen. Meine Jungs dürfen das einmal eine bestimmte, vorher verabredete Zeit. Danach werden kleine Spiele gespielt (jeder sucht sich eine Autofarbe/-marke heraus und wer dann die meisten sieht gewinnt, ...)
Oder noch später fahren und die CDs weglassen, dass die Kids schlafen.

Hallo,

meine Schwester wohnt 450 km entfernt, somit fahren wir mindestens 3 Mal im Jahr mit beiden Kindern zu ihnen hin und sie kommen auch so oft zu uns (ebenfalls 2 Kinder). Dies schon seit Geburt der Kinder. Wir haben DVD Player für das Auto, die Monitore werden hinten an die Kopfstützen der Vordersitze befestigt und wir haben immer ca. 10 DVDs zur Auswahl gehabt. So haben die Kinder immer eine Stunde geguckt, dann haben wir gesungen, erzählt, Pause gemacht, dann wieder eine Stunde geguckt. Ich finde es nicht schlimm, es sind Ausnahmesituationen und meine Nerven auf der Fahrt sind mir wichtiger und sie dürfen gerne 3 Stunden etwas ansehen. Mit 5 Jahren ist es einfach totlangweilig so lange still zu sitzen. Zwischendurch wurden auch Hörspiele gehört, aber immer neue Hörspiele. Also nicht etwas was sie schon kannten, so war es auch wirklich interessant. Ihn zu Hause zu lassen finde ich einen echt heftigen Gedanken #gruebel#schock. Ich kann euch die DVD Player wirklich empfehlen.
LG
Milka.

Hallo!
Das ist jetzt natürlich echt unschön bei euch gelaufen und das Verhalten deines Sohnes alles andere als lobenswert. Aber bitte bedenke auch, dass 4 Stunden still auf engstem Raum zu sitzen für ein lebhaftes Kind eine Höchstleistung ist. Das schaffen nicht alle. Außer auf Autofahrten und Flugreisen wird es auch nirgendwo anders einem Kind abverlangt. Bei meiner Tochter, auch 5, klappt das mit den langen Autofahrten zwar erstaunlich gut. Aber ich erinnere mich selbst noch daran, wie schrecklich ich als Kind Urlaubsreisen mit dem Auto empfunden habe. Ich würde einfach mehr Pausen einlegen, wo sich die Kinder zwischendurch auch richtig austoben können, also wie du schon schreibst, z.B. im Wald oder an Raststätten mit Spielplatz. Für uns Erwachsenen reicht vielleicht alle 2 oder mehr Stunden eine Pause. Aber wenn das Kind es noch nicht solange schafft, dann ist das so und m.E.n. auch nicht außergewöhnlich. Manche Kinder haben eben mehr, andere weniger Sitzfleisch.

Liebe Grüße!

Ach so, und was ich noch ergänzen wollte: wenn dein Sohn die lange Fahrt nicht so gut aushält, ist das für ihn regelrechter Stress. Und wir alle verhalten uns doch anders als wir uns eigentlich gerne verhalten möchten, wenn wir gestresst sind. Und da kommen dann bei Kindern auch mal Verhaltensweisen bei heraus, die nicht unbedingt sozialadäquat sind. Bei Erwachsenen übrigens auch. Da kenne ich so manche, bei denen in Stresssituationen die gängigen Regeln der Höflichkeit über Bord geworfen werden. Klar ist das Verhalten deines Sohnes nicht in Ordnung gewesen, aber vor diesem Hintergrund nachvollziehbar.

Liebe Grüße!

Ha, ich weiß noch, warum ich damals am liebsten am Steuer saß;-).
Mein Mann saß dann zwischen den beiden Streithammeln und der ruhige große Sohn auf dem Beifahrersitz.
Schimpfen...konnte man machen oder bleibenlassen, geändert hat es jedenfalls nichts.
Sobald sie einen leichter umbaubaren Sitz hatten, saß auch einer von den Kleinen mal vorn, dass es hinten ruhiger wurde.

Ist es ein auslachen oder ein beschwichtigen: wenn ich lache, tut sie mir nichts, weil Lachen ansteckt?


Was sagt er selbst dazu, warum er das macht?

Ich selbst war auch so als Kind, allerdings mit größeren Geschwistern.
- Langeweile
- keine Bewegung
- überdreht von den Ereignissen der Reise

Ich liebe Hörspiele. Aber nur, wenn ich etwas dazu puzzeln, malen, basteln darf. Ich hasse malen und basteln. Aber um Hörspiele zu verarbeiten, brauche ich ruhige visuelle Optionen.
Nur Hörspiele hören bedeutet für mein Gehirn, dass nur ein Rauschen ankommt.


Warum es bei euch so ist, weiß ich nicht.
Bei meiner würde ich an mehreren Schräubchen drehen

1. KLARE Ansage. VOR der Fahrt.
Vorher überlegen, was realisierbar ist.

Eine Konsequenz, die erst hinterher statt findet, ist sehr schwierig. Während der Fahrt allerdings auch.

Daher in Ruhe überlegen, VOR der Fahrt noch mal deutlich sagen, dann durchziehen.


2. Tagesformen.
Wann ist es am schlimmsten, wann am besten?

Mit mir war Auto fahren am besten, wenn es a) noch hell war und ich etwas machen konnte, b) so, dass ich geschlafen habe c) nicht in der Mitte (ich brauche auch heute noch die Option zur Seite rausschauen zu können)

Am schlimmsten: mit gestressten Erwachsenen (Zeitdruck) oder wenn Aufbruch schon schwierig war.


3. Beschäftigung:

wenn das aktuelle nicht klappt, was wären Alternativen?
Muss er sich in der Zeit selbst beschäftigen?

Wenn es den Fahrer nicht stört, spielen wir sehr gerne Wortspiele, Autokennzeichen raten, ich sehe was, was du nicht siehst... Nicht die komplette Fahrt, aber zwischendurch. Das habe ich schon als Kind geliebt und die Erwachsenen mit im Auto fanden es oft auch toll. So ist es nicht nur ein zwangsweise auf engem Raum zusammen sein, sondern auch etwas zusammen zu machen.


4. Zug fahren.
Teilstrecken zumindest.

Wir fahren fast alles mit den Öffentlichen.

Da habe ich inzwischen häufiger folgendes mitbekommen: ein Elternteil fährt mit 1-mehreren Kinder eine Teilstrecke mit dem Zug. Beinfreiheit, Bewegungsfreiheit, Zeit für gemeinsame Spiele.

Das andere Elternteil fährt mit dem Auto und Gepäck.
Die Fahrt bis zum Bahnhof und ab dem letzten Bahnhof fahren dann wieder alle gemeinsam im Auto.

Das spart viele Nerven, ist entspannt, vor Ort kann das Auto mit samt den Sitzen genutzt werden und ein Teil der Strecke wird nervlich entzerrt.



Auch: Großeltern fahren mit den Kindern Zug, Eltern mit dem Auto und Gepäck.


5. wenn es sich so gar nicht vermeiden lässt und das bestmöglichste immer noch anstrengend ist:


Vorher in Ruhe überlegen!
Klare Ansagen vor Beginn der Fahrt (ohne Vorwurf, nur klar Stellen, auf welches Verhalten was folgt - und ein paar gute Möglichkeiten noch mal hervorheben)

Konsequenz umsetzen

Hi!

Ich kenne das auch von meinen Kindern und kann nach fühlen, wie es anstrengt!

Bei allen Autofahrten streiten sich unsere Tochter (5) und unser mittlerer (10). Gott sei Dank hilft ein Schimpfen meinerseits dann auch. Aber früher oder später geht es ja wieder los.

Manchmal reicht es, wenn ich ein Kind nach vorne zu mir setze. Im Kindersitz ist das ja erlaubt.

Also eins Eurer Kinder sitzt vorne und Du hinten in der Mitte...

Hallo,

also mein 3 jähriger ägert auch beim autofahren, aber nur wenn er langeweile hat...
er kann bei längeren fahrten dvd schauen, über kopfhörer, wir machen nach spätestens 2,5std pause wo er sich richtig austoben kann und dann geht es weiter. er hat auch anderes spielzeug bei, aber zur zeit schaut er gerne dvd.. und lieber so als ein gelangweiltes kind..

ich würde also die sitzordnung überdenken, ihn hinter einen von euren sitzen setzen und da so einen dvd player dran machen oder auch mal vorne sitzen lassen, wo er sich mit dem fahrer etwas unterhalten kann.. ist doch echt langweilig da hinten allein u dann im dunkeln.. würde mir nicht anders gehen..

versuch dich mal in so einem kind rein zu versetzen.. oder frage ihn einfach mal, was ihm während der fahrt spass machen würde...

alles gute

Hallo,
Ich weiß nicht, was dir schon alles geraten wurde, ehrlich gesagt wollte ich nicht alle Beiträge lesen 😋

Ich hab zwar bislang nur ein Kind aber ich würde dir gerne erzählen, wie meine Eltern das immer gemacht haben, als wir noch klein waren.

Auch drei Kinder und mehrere Stunden zur Oma unterwegs. Ich war die jüngste und kam in die Mitte, sodass meine Geschwister sich bei mir anlehnen konnten zum Schlafen. Mein Vater hat immer Sachen mit uns gespielt wie ich sehe was, was du nicht siehst oder wieviele Brücken es bis zur Oma sind etc. Wir waren abgelenkt bis zum Schluss.

Wir haben keine Bücher, CDs oder sonstiges entertainment bekommen.

Vielleicht hilft dir ja diese old-school Methode.

Alles Gute und gute Nerven 🍀